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Klimawandel bringt unwiderrufliche Veränderungen

pte20140320003 Umwelt/Energie,
Forschung/Technologie

Klimawandel bringt unwiderrufliche Veränderungen

US-Gesellschaft
will mit breiter Initiative Überzeugungsarbeit leisten
Der Meeresspiegel steigt: deutliche Folgen (Foto: flickr.com/Ibrahim Mohamed)
Der Meeresspiegel steigt:
deutliche Folgen (Foto: flickr.com/Ibrahim
Mohamed)

Washington (pte003/20.03.2014/06:10) – Der Klimawandel passiert
hier und jetzt. Seine Konsequenzen führen dazu, dass das klimatische System
unseres Planeten immer unberechenbarer und mit potenziell nicht mehr umkehrbaren
Veränderungen belastet wird, die einen enormen Schaden anrichten. Zu diesem
Ergebnis kommt die American Association for the Advancement of Science (AAAS) http://aaas.org in einem
aktuellen Bericht, mit dem auch gleichzeitig der Start einer neuen Initiative
angekündigt wird, die vor allem die US-Bevölkerung über die Risiken und Folgen
des globalen Klimawandels aufklären soll. Neben dem mit "What We Know"
betitelten Papier soll die Kampagne unter anderem auch mithilfe einer
interaktiven Webseite und einer Vortragsreihe namhafter Unterstützer aus der
Wissenschaft nachhaltige Überzeugungsarbeit leisten.

"Als Forscher ist es eigentlich nicht unsere Aufgabe, den
Menschen zu sagen, was sie tun sollen", schreibt AAAS-CEO Alan Leshner im
vorgelegten Bericht. "Wir sind aber die größte wissenschaftliche Gesellschaft
der Welt und glauben daher, eine Verpflichtung zu haben, Öffentlichkeit und
Entscheidungsträger darüber zu informieren, was die Wissenschaft über jeden
Aspekt des modernen Lebens zu sagen hat", erklärt Leshner weiter. Im Bezug auf
den Klimawandel sei die Beweislage mittlerweile "erdrückend". "Wie müssen die
politischen Entscheidungsträger an einen Tisch bringen, um zu diskutieren, wie
wir mit diesem Problem umgehen sollen", betont der Experte die Wichtigkeit
dieses Anliegens. Je schneller dies gelingt, umso geringer das Risiko und die
Kosten.

Prominente
Unterstützer

Um der Initiative mehr Nachdruck zu verleihen, hat die AAAS eine
ganze Reihe prominenter Unterstützer für ihre Kampagne an Bord geholt. Diese
rekrutieren sich in erster Linie aus den Bereichen Wissenschaft und Forschung
und sollten im Rahmen der Aktion nicht nur passiv, sondern auch aktiv für
Aufklärung und Bewusstseinsbildung eingesetzt werden. So werden etwa
hochkarätige Namen wie der mexikanische Chemiker und Nobelpreisträger Mario
Molina oder Diana Wall, mehrfach ausgezeichnete Biologin und Leiterin der School
of Global Environmental Sustainability http://sustainability.colostate.edu an der Colorado State
University, spezielle Vorträge in den USA absolvieren, um die Bürger umfassend
und einfach verständlich über den Klimawandel und seine Folgen zu
informieren.

"Mit dieser Aktion wollen wir ein für alle Mal klarstellen, dass
es außergewöhnlich starke Beweise dafür gibt, dass sich das Klima der Erde
verändert und, dass jede weitere Veränderung ernsthafte Auswirkungen auf unsere
natürlichen und gesellschaftlichen Systeme haben kann", meint James McCarthy,
Träger der Alexander-Agassiz-Professur am Department für Biological Oceanography
an der Harvard University, der auch als einer der Autoren des aktuellen Berichts
auftritt. "Der Mehrheit ist noch immer nicht klar, wie besorgt viele
Klimaforscher in Bezug auf die rapiden klimatischen Veränderungen sind",
kritisiert McCarthy.

"Hausgemachte"
Erderwärmung

Dass die Ursache für die globale Erderwärmung und ihre
dramatischen Konsequenzen – extreme Wetterereignisse und der Anstieg des
Meeresspiegels – tatsächlich "hausgemacht" ist, hat auch der Weltklimarat
Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) im Herbst 2013 deutlich gemacht
(pressetext berichtete: http://pte.com/news/20130927001/ ). Demnach sind die
steigenden Temperaturen letztendlich auf das Verbrennen von Kohle, Gas und Öl
zurückzuführen. Industrienahe Verbände und Lobbyisten hatten den Bericht
allerdings heftig kritisiert und sprachen von "unsicheren Daten" und
"mangelhaften Klimamodellen".

Software macht Gedanken sichtbar

3D-Druck: Software macht Gedanken sichtbar
Chile lässt Fantasiegebilde von Kindern zur Ausstellung werden
 
Kind: Mentales Konstrukt wird zu Ausstellung (Foto: Thinker Thing)

New York/Düsseldorf (pte015/03.06.2013/13:35) – George Laskowsky von Thinker Thing http://thinkerthing.com ist es gelungen, Gedanken in 3D zu drucken. Mit einem Neuro-Headset und einer speziellen Software hat er in einem aufwendigen Prozess sein mentales Konstrukt in ein festes Objekt verwandelt. Die Software zeigt zunächst einen Bildschirm mit einem Objekt, das sich immerwährend verwandelt und entwickelt. Bei emotionalen Reaktionen wie Zustimmen oder Nicht-Zustimmen ändert sich die angezeigte Form und nähert sich so allmählich dem gedachten Gebilde. Sobald es die Form erreicht hat, die sich der Nutzer vorgestellt hat, kann es in 3D gedruckt werden. Bislang ist diese Art des Druckens nur einmal durchgeführt worden.

3D-Druck revolutioniert Kunst

Die Regierung in Chile möchte diese Innovation nun vorantreiben und Fantasiegebilde von Kindern drucken lassen. Die Ergebnisse sollen dann Teile einer Wanderausstellung werden, die den Namen "The Fantastical Mind Creatures of Chile" trägt.

"Der 3D-Druck geht vermehrt in die Mode- und Kunstrichtung. Es werden bereits Brillen und Kleider von unterschiedlichen Designern gedruckt", sagt Babette Holfort, Geschäftsführerin von konstruktionswerk http://konstruktionswerk.de , im Interview mit pressetext.

Neue Geometrien möglich

Inwieweit die 3D-Technologie voranschreiten wird, lässt sich laut Expertin Holfort jedoch nicht vorhersagen. "Das hat immer auch einen politischen Einfluss", sagt sie. US-Präsident Obama habe aber in seiner März-Ansprache auch vom Potenzial des 3D-Drucks gesprochen, die Herstellung von bestimmten Teilen zu revolutionieren.

"Es ist nun möglich, gänzlich neue Geometrien zu erzeugen, die vorher nicht möglich waren. Es werden neue Ansätze gefunden, um neue Teile herzustellen, wie beispielsweise Türscharniere für Flugzeuge, die durch den 3D-Druck viel leichter sind als bisher", führt die Spezialistin abschließend aus.

Dresden als Zukunftsstandort

Dresden, 3. März 2011. Silicon Saxony stellt in diesem Jahr die ersten Resultate der im
letzten Jahr vollzogenen Branchenerweiterung vor. Im Jahr 2010 hatte der Branchenverband
sein Kernfeld Halbleiterindustrie um die Bereiche Software, Photovoltaik, Smart Systems
und Applikationen erweitert. "Das letzte Jahr hat bewiesen, dass dies ein Schritt in die
richtige Richtung war", zieht Heinz Martin Esser, Vorstand beim Silicon Saxony e.V.,
Bilanz. "Silicon Saxony vereint nun die Interessen und Kompetenzen der wichtigsten
Schlüsseltechnologien am Standort. Damit tragen wir zur nachhaltigen Entwicklung des
Technologie- und Industriestandortes Sachsen aktiv bei", so Esser weiter.

Jahrestreffen des Technologie-Clusters in Dresden
Am Mittwoch, den 9. März 2011, treffen sich Vertreter der Hightech-Industrie im
Internationalen Congress Centrum Dresden, um in einer Plenarveranstaltung,
Podiumsdiskussionen und verschiedenen Fachveranstaltungen die aktuellen Entwicklungen und
Herausforderungen der Branchen im Silicon Saxony vorzustellen und zu diskutieren. So
stellt zum Beispiel Elke Eckstein, die neue Geschäftsführerin von Globalfoundries die
Entwicklungen in der globale Halbleiterindustrie vor und erläutert, wie ihr Unternehmen
mit der neuen Dynamik in der Branche umgeht. Die Silicon Saxony Fachbereiche haben jeweils
eigene Veranstaltungen vorbereitet, in denen die Branchenvertreter industriespezifische
Problemfelder thematisieren. Eine begleitende Ausstellung zeigt verschiedene Exponate, die
die Arbeit der Fachbereiche demonstrieren unter anderem den Tesla Roadster von FROSYS.
Dieses Elektrofahrzeug nutzt für das Energiemanagement Chips des Silicon Saxony Mitgliedes
Infineon.

Stärke Vernetzung sichert Zukunftsfähigkeit des Standortes
Die starke Vernetzung der Industrien unter dem Dach des Branchennetzwerks fördert die
Kooperation der ansässigen Unternehmen, die nun nicht mehr einzeln agieren, sondern
zunehmend Gemeinschaftsprojekte umsetzen. "Durch diese Zusammenarbeit steigt die
Innovationskraft am Standort – und damit bleiben sächsische Technologien auch in Zukunft
wettbewerbsfähig", erklärt Esser die Vorteile der Kooperationen. Dass eine solche
spartenübergreifende Zusammenarbeit erfolgreich ist, zeigt das sächsische Spitzencluster
"Cool Silicon". Hier arbeiten Forscher und Wissenschaftler aus den Bereichen Mikro- und
Nanoelektronik, Photovoltaik, Software, Sensorik sowie Mobilfunk- und Nachrichtentechnik
gemeinsam an energieschonenden Technologien für die Informations- und
Kommunikationstechnologien (IKT).

Branchenverband feiert 10jähriges Bestehen
Bereits am 8. März 2011 feiert Silicon Saxony sein zehnjähriges Jubiläum mit einem großen
Festakt. Als sich die sächsische Halbleiterbranche 2000 zusammenschloss, ahnte niemand,
wie erfolgreich sich der Standort entwickeln würde. Heute steht "Made in Silicon Saxony"
für Spitzenforschung, Qualität und Innovationskraft, aus ursprünglich 20 wurden 284
Mitglieder. "Mittlerweile steht ‚Silicon Saxony‘ für Leistungsfähigkeit und Kooperation
über die Grenzen der klassischen Mikroelektronik-Industrie hinaus", so Esser. "Diese
Entwicklung und eine vielversprechende Zukunft feiern wir mit 350 Gästen, Unternehmern und
Forschern der Branche", sagt Esser abschließend.

Chromosome der Frau altern durch Stress

Stress lässt weibliche Chromosome altern

Belastung und Telomerlänge hängen direkt zusammen

San Francisco (pte, 30. Nov 2004 09:15) – Psychologischer Stress kann
die Chromosome einer Frau um zehn Jahre altern lassen. Der genaue
Zusammenhang zwischen Stress, Alterung und Gesundheit auf zellularer
Ebene ist derzeit nicht geklärt. Ein Team der University of California
http://www.ucsf.edu hat jetzt unter der Leitung von Elissa Epel die
Auswirkungen von Stress auf die Zelle untersucht. Die Wissenschafter
analysierten die Chromosome der weißen Blutkörperchen von 58 Müttern.
Zwei Drittel der Frauen hatten chronisch kranke Kinder. Die Kinder der
restlichen Teilnehmerinnen waren gesund, so dass von einer geringeren
Stressbelastung ausgegangen wurde. In der Telomerlänge der beiden
Gruppen gab es keinen Unterschied. Jene Frauen, die in beiden Gruppen
am stärksten belastet waren, verfügten jedoch auch über die kürzesten
Telomere. Dieser Effekt war so deutlich, dass er zwischen neun und 17
Jahren der Zellalterung entsprach. Die Ergebnisse der Studie wurden in
den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org
veröffentlicht.

Laut Epel kamen diese Forschungsergebnisse nicht überraschend. Sie geht
davon aus, dass die Wahrnehmung der Welt entscheidender sein kann als
die objektive Realität. „Empfindet jemand Stress, muss das ernst
genommen werden, da es auf der zellularen Ebene Niederschlag finden
kann.“ Jene Frauen, die am längsten für ein krankes Kind gesorgt hatte,
verfügten über die kürzesten Telomere. Ihre eigene Wahrnehmung der
Belastung spielte dabei laut New Scientist keine Rolle. Weitere
Untersuchungen sind laut Epel erforderlich, um die Ergebnisse dieser
Studie zu bestätigen, in der Lebensstil, sozialer Status oder
Umweltbelastung nicht berücksichtigt wurden. Ein Stück DNA, das
Telomer, schützt das Chromosomende und fördert die genetische
Stabilität. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere, so dass
die nachfolgenden Zellen bereits über etwas kürzere Telomere verfügen.

Wärmebildkameras halten Aktivität fest

Stromboli: Wärmebildkameras halten Aktivität fest

Hightech-Instrumente überwachen oberen Kraterrarnd lückenlos

Stromboli: Forscher überwachen Aktivität (Foto: pixelio.de, Bernhard Friesacher)
Stromboli: Forscher überwachen Aktivität (Foto: pixelio.de, Bernhard Friesacher)

Catania (pte016/13.06.2014/13:44) –

Das Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia http://www.ingv.it hat erstmalig eine Eruption des vor Sizilien gelegenen Stromboli mit
Infrarot- und Wärmebildkamers aufgezeichnet. Mithilfe von
Richtmikrofonen, Seismografen und einer fliegenden Drohne ist es
gelungen, die Morphologie des oberen Kraterrandes zu analysieren.

18 Richtmikrofone

"Es geht uns vor allem darum, die um den Vulkanausbruch
angesiedelten Vorgänge besser zu verstehen", erklärt Projektleiter
Piergiorgio Scarlato. Deshalb seien auf dem Gipfel des Stromboli vier
Wärmebildkameras und zwei der Videosynchronisation dienende
Hochgeschwindigkeitskameras sowie ein Netz aus 18 Richtmikrofonen und
seismoakustischen Stationen installiert worden. Die Videosequenzen
stehen sowohl visuell wie auch als Infrarotaufnahmen zur Verfügung.

"Diese Technologie erlaubt uns, die durch den
Magmadruck an der Vulkanoberfläche enstehenden Abläufe besser zu
verstehen", so der Forscher. Durch den Einsatz der Wärmebildkamera
können die Veränderungen am Kraterrand aufgedeckt und die Länge der
Magmasäule ermittelt werden. Gleichzeitig wird in Echtzeit eine Datei
des während der Eruption ausgeschleuderten Bodenmaterials und dessen
Verteilung angelegt. "Jetzt ist es möglich, Häufigkeit und Höhe der
Ausbrüche kontinuierlich zu überwachen", weiß Scarlato.

Extrem aktiver Vulkan

Der auf den Äolischen Inseln gelegne, bis auf 2.400
Meter Meerestiefe und 926 Metern Höhe reichende Stromboli gilt als einer
der aktivsten Vulkane weltweit. Auf der 12,2 Quadratmter großen Insel
leben rund 400 Einwohner. Die heftigsten Ausbrüche sind in den Jahren
1919, 1930, 1944 und 1954 registriert worden. Bei der Eruption im Jahre
2002 war ein Hang mit über fünf Mio. Kubikmeter Erdreich ins Meer
gestürzt und hatte dadurch einen bis zu drei Meter hohen, bis nach
Kalabrien reichenden Tsunami ausgelöst.

„WhatsAppitis“ wird anerkanntes Krankheitsbild

pte20140328003 Computer/Telekommunikation,
Medizin/Wellness

"WhatsAppitis" wird anerkanntes Krankheitsbild

Übermäßiges
Verschicken von Nachrichten führt zu Gelenkschmerzen

Granada/Bonn (pte003/28.03.2014/06:10) – In Spanien wurde
erstmals "WhatsAppitis" diagnostiziert. Dem in der Fachzeitschrift "The Lancet"
veröffentlichten Bericht der behandelnden Ärztin nach hat die Patientin
zumindest sechs Stunden lang WhatsApp-Nachrichten auf ihrem Smartphone
beantwortet, bevor sie im Krankenhaus behandelt werden musste.

"In Deutschland sind etwa 560.000 Menschen von pathologischem PC-
und Internetgebrauch betroffen. Wie das bei Smartphones aussieht, ist schwer zu
sagen, da diese Medien ja zu unserem täglichen Leben dazugehören", kommentiert
Volker Weissinger, Geschäftsführer des Fachverbandes Sucht e.V. http://sucht.de , im
Gespräch mit pressetext.

Schmerzvolle
Erfahrung

Dass das Smartphone ein wichtiger Bestandteil des Lebens ist,
wurde der Patientin zum Verhängnis. Nachdem sie am 24. Dezember arbeiten musste,
konnte sie erst am Folgetag ihre empfangenen Nachrichten zum Fest beantworten –
und tat das mindestens sechs Stunden lang über den beliebten
Online-Messaging-Dienst. Am folgenden Morgen wachte sie plötzlich mit Schmerzen
in beiden Handgelenken auf.

"Der Gebrauch von Smartphones sollte so gestaltet werden, dass
zwischenmenschliche Beziehungen nicht darunter leiden – oft sieht man zum
Beispiel in Kaffeehäusern Jugendliche oder mittlerweile auch Erwachsene, die
anstatt miteinander zu reden, nur auf ihr Handy starren", sagt Weissinger.
Gelitten haben bei der Patientin bestätigterweise nur die Handgelenke – diese
jedoch so sehr, dass sie entzündungshemmende Medikamente nehmen musste und ein
Handyverbot auferlegt bekam.

Schule legt
Grundlagen

"Es ist entscheidend, dass man nicht das permanente Gefühl hat,
etwas zu verpassen, wenn man einmal nicht auf das Handy schaut. Man muss wieder
lernen, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Beispielsweise ist es
ein Unterschied, möglichst viele virtuelle Freunde auf Facebook zu haben oder
echte Freundschaften zu pflegen", unterstreicht Weissinger. Und fordert:
"Eigentlich sollte schon in der Schule der Umgang mit Medien gelehrt werden, und
auch mit dem häufig erlebten ‚Stress‘, den das Gefühl, etwas zu verpassen,
auslöst."

Tomatenfisch gewinnt ersten Forschungspreis

"Tomatenfisch“ gewinnt ersten Forschungspreis „Nachhaltige Entwicklungen“

Im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung den neu geschaffenen Forschungspreis „Nachhaltige Entwicklungen" vergeben. Das Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) erhielt die Auszeichnung für das Projekt „Tomatenfisch“ (ASTAF-PRO), bei dem Gemüse und Fische gemeinsam in einem Gewächshaus gedeihen. Die Jury überzeugte die emissionsarme und wassersparende Kombination aus Fisch- und Gemüsezucht, die den „Tomatenfisch“ zum Modell für „Urban Farming“ macht.

Die Idee der Forscher ist, Nährstoffe, die aus Abwässern der Fischzucht gewonnen werden, für die

Kultivierung von Gemüse zu nutzen. Hierzu wird das Wasser aus der Aquakulturanlage mechanisch und biologisch gereinigt. Das nährstoffreiche Wasser zirkuliert anschließend in einem Rinnensystem, in dem die Pflanzen in einem Bett aus Mineralwolle wurzeln. So werden die wichtigen Nährstoffe im Wasser der Pflanzenanlage zugeführt. Dies ermöglicht eine nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln, ohne dabei andere Ökosysteme zu belasten.

„Ich gratuliere dem erfolgreichen Forscherteam, aber auch den 70 weiteren Teams, die sich um den neuen Forschungspreis „Nachhaltige Entwicklungen“ beworben haben, betonte Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, bei der Preisvergabe. „Ihre Einsendungen stellen die Vielfalt und Leistungsfähigkeit der deutschen Nachhaltigkeitsforschung unter Beweis. Den drängenden Problemen in den Bereichen Energie, Ernährung und Ressourcenschutz begegnen die Forscherteams mit intelligenten neuen Lösungsansätzen und bringen so ‚Nachhaltigkeit made in Germany’ voran.“

Der „Tomatenfisch“ setzte sich im Finale gegen das vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) geleitete Projekt „CuveWaters“ zur Verbesserung des Wasserressourcenmanagements in Namibia und das von der TU München entwickelte Holzbausystem TES EnergyFacade zur energetischen Modernisierung von Altbauten durch. Zwischen Juli und September 2012 hatten sich Forscher und Forschergruppen aus deutschen Forschungseinrichtungen, Universitäten und Fachhochschulen mit aktuellen Projekten beworben.

Im Fokus der neuen Auszeichnung, die im Wissenschaftsjahr 2012 „Zukunftsprojekt Erde“ ins Leben gerufen wurde stehen wissenschaftliche Beiträge zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und der Hightech-Strategie in den Bereichen Klimaschutz, Ressourcenschutz und Energie.

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie unter http://www.nachhaltigkeitspreis.de/1252-0-IGB.html

Über den Deutschen Nachhaltigkeitspreis:

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist eine Initiative der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, Wirtschafts- und kommunalen Spitzenverbänden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Die Auszeichnung prämiert seit 2008 Unternehmen, Produkte und Marken, die vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden. 2012 wurden im Rahmen einer eigenen Preisverleihung am 6. Dezember erstmals auch Städte und Gemeinden mit herausragenden Nachhaltigkeitsinitiativen ausgezeichnet.

 

Abnehmen senkt Brustkrebsrisiko im Alter

pte20181008013 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Abnehmen senkt Brustkrebsrisiko im Alter

Umfassende Untersuchung weist eindeutigen Zusammenhang nach der Menopause nach

Ältere Frau: Gesundes Gewicht senkt Krebsrisiko (Foto: pixelio.de, Rainer Sturm)
Ältere Frau: Gesundes Gewicht senkt Krebsrisiko (Foto: pixelio.de, Rainer Sturm)

Duarte
(pte013/08.10.2018/10:30) – Postmenopausale Frauen, die abgenommen
haben, verfügen laut einer Studie des City of Hope National Medical
Center http://cityofhope.org über ein geringeres Risiko an invasivem Brustkrebs zu erkranken. Die in
"Cancer" veröffentlichten Forschungsergebnisse legen nahe, dass ein
Gewichtsverlust das Brustkrebsrisiko dieser Altersgruppe tatsächlich
senken kann.

Daten von 61.335 Frauen

Fettleibigkeit wurde bereits in der Vergangenheit direkt mit
Brustkrebsrisiko in Zusammenhang gebracht. Studien, die untersucht
haben, ob ein Gewichtsverlust das Risiko bei postmenopausalen Frauen
verringern kann, erbrachten jedoch keine eindeutigen Ergebnisse. Das
Team um Forschungsleiter Rowan Chlebowski analysierte daher die Daten
von 61.335 Frauen, die an der World Health Initiative Observational
Study teilgenommen hatten. Bei keiner der Studienteilnehmerinnen lag
eine frühere Brustkrebserkrankung vor. Die Mammographien zeigten keine
Auffälligkeiten. Gewicht, Größe und BMI der Frauen wurden zu Beginn der
Studie und drei Jahre später beurteilt.

Während der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 11,4 Jahren
wurde bei 3.061 Frauen ein invasiver Brustkrebs diagnostiziert. Frauen
mit einem Gewichtsverlust von fünf Prozent verfügten über ein um zwölf
Prozent geringeres Risiko als Frauen mit einem stabilen Gewicht ohne
Veränderungen des BMI. Eine Gewichtszunahme um fünf Prozent stand mit
keiner Erhöhung des allgemeinen Brustkrebsrisikos in Verbindung. Die
Anzahl der Erkrankungen an triple-negativem Brustkrebs erhöhte sich
jedoch um 54 Prozent.

Schon kurzes Abnehmen wirkt

Laut Chlebowski steht eine moderate, relativ kurzfristige
Gewichtsreduktion mit einer statistisch signifikanten Verringerung des
Brustkrebsrisikos bei Frauen nach der Menopause in Zusammenhang. "Dabei
handelt es sich um Beobachtungsdaten. Sie werden jedoch auch von anderen
Ergebnissen der ‚Women’s Health Initiative Dietary Modification‘-Studie
gestützt. Gemeinsam liefern diese Forschungsergebnisse eindeutige
korrelative Beweise dafür, dass bereits ein geringer Gewichtsverlust
Auswirkungen auf das Brustkrebsrisiko haben kann."

Unnötige Labortests können Patienten verunsichern

fzm – In Deutschland werden in Kliniken unnötige Labortests durchgeführt. Das belastet nicht nur das Budget der Krankenhäuser, es kann auch zu Folgeuntersuchungen führen, die die Patienten belasten, kritisieren Mediziner in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2009).

Eine kurzes Fallbeispiel zu Beginn eines Artikels in der DMW verdeutlicht, welche Folgen eine unkritische Labordiagnostik haben kann. Eine 55-Jährige Frau hatte sich wegen leichter Ermüdbarkeit und Verstimmungen an einen Arzt gewandt, der ihr als Spezialist empfohlen worden war. Der Mediziner ordnete eine umfangreiche Laboruntersuchung an. Gleich fünf Röhrchen Blut wurden der Frau abgenommen. Weil einige Laborwerte verdächtig waren, musste sich die Patientin in den folgenden Wochen aufgrund eines erhöhten Gerinnungswertes einer Ultraschalluntersuchung und wegen erhöhter Hormonwerte einer Untersuchung der Schilddrüse mit radioaktiv markierten Stoffen unterziehen. Da man im Blut auch verdächtige Tumormarker fand, ordnete der Arzt zudem eine Darmspiegelung an. Gefunden wurde nichts. Die Patientin war nicht ernsthaft krank. Außer einem leichten Vitaminmangel fehlte ihr nichts. Gegen die Schlafstörungen empfahl der Arzt ihr schließlich Baldrian-Tee. Die zwischenzeitliche Verunsicherung der Patientin und Untersuchungskosten von 1856 Euro hätten nach Einschätzung der Autoren Professor Dr. Walter Guder und Professor Dr. Otto A. Müller, beide München, vermieden werden können, wenn der Arzt auf einige unnötige Labortests verzichtet hätte.

Ein Einzelfall? Eher nicht. Die Zahl der pro Krankenhausaufenthalt durchgeführten Laboruntersuchungen hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als verzehnfacht. Bei jedem Krankenhauspatienten wurden 2007 im Durchschnitt 180 Tests durchgeführt, meint der Experte Guder, Mitglied der Arbeitsgruppe "Diagnostische Pfade" der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, die Gründe für unnötige Labortests erforscht. Zu den häufigen Fehlern zählen laut Guder und Müller ein Beharren auf eigenen bewährten Erfahrungen. Nach dem Motto "Das haben wir schon immer so gemacht" würden althergebrachte Tests durchgeführt, obwohl es längst neuere bessere Tests gibt. Statt auf einen alten Test zu verzichten, würden häufig beide Tests vom Labor angefordert.

Oft sind es Zeitdruck oder mangelnde Organisation, die Ärzte zu unbedachten Tests verleiten. Da kann es schon einmal passieren, dass, wie die Autoren aus langjähriger Erfahrung wissen, in einer Klinik versehentlich für alle Patienten über 50 Jahre, egal ob männlich oder weiblich, Früherkennungstests auf das Prostatakarzinom durchgeführt werden, der bei Frauen natürlich keinen Sinn macht. Auch die Angst vor einem Kunstfehler veranlasst Ärzte manchmal dazu, sich durch Labortests abzusichern. Sie wirken vor Gericht überzeugender als eine gezielte Befragung der Patienten, die so manchen Test überflüssig mache, wie die Mediziner betonen.

Im Klinikalltag passiere es nicht selten, dass derselbe Test zweimal am gleichen Tag durchgeführt wird. Auch viele Kontrolluntersuchungen seien überflüssig. So benötige ein Diabetiker kein Gerät zur Blutzucker-Selbstmessung, solange er mit Tabletten auskomme und kein Insulin spritzt. Und der HbA1c-Wert zur Langzeitkontrolle des Blutzuckers sollte frühestens nach drei Monaten wiederholt werden. Guder und Müller kennen Fälle, in denen die Tests wöchentlich oder sogar zweitägig durchgeführt wurden.

Auch die Bedeutung von Tumormarkern – Blutbestandteilen, die bei Krebserkrankungen erhöht sein können – wird nach Einschätzung der Autoren überschätzt. Ein "Krebstest an sich" existiere nicht. Einzige Ausnahme sei der PSA-Test zur Früherkennung des Prostatakarzinoms. Alle anderen Tumormarker eignen sich nach Auskunft des Experten nur zur Verlaufskontrolle bei bereits bekannten Krebserkrankungen.

Leitlinien sind ein Mittel um unnötige Laboruntersuchungen zu vermeiden und Kosten zu sparen, so die Experten. Er warnt aber zugleich vor zu großem Optimismus: Die Gesamtzahl der Laboruntersuchungen werde in den nächsten Jahren weiter steigen, ebenso die Kosten. Neue Tests seien in der Regel teurer als die älteren, die sie ersetzen.

W. G. Guder, O. A. Müller:
Unnötige Laboruntersuchungen.
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2009; 134 (12): S. 575-584