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Keuchhusten breitet sich auch auf Babys aus

GB: Keuchhusten breitet sich auch auf Babys aus
Zahl der Erkrankungen 2012 massiv gestiegen – Bereits 675 Fälle im Juni
 
Impfung: Großbritannien kämpft gegen Keuchhusten (Foto: pixelio.de, CFalk)

London (pte006/30.07.2012/11:00) – Keuchhusten hat sich in England und Wales auch auf sehr kleine Kinder ausgebreitet. Sie sind laut der Health Protection Agency http://www.hpa.org.uk dem größten Risiko schwerer Komplikationen oder einer Erkrankung mit Todesfolge ausgesetzt. Im Juni kam es zu weiteren 675 Fällen. Das bedeutet, dass 2012 bisher 2.466 Menschen erkrankt sind. Im gleichen Zeitraum waren es 2011 erst 311. Eine Zunahme der Erkrankungen wurde auch aus Nordirland und Schottland gemeldet. Zu den Hauptsymptomen gehören schwere Hustenanfälle und das für die Krankheit charakteristische Keuchen. Der letzte Ausbruch begann Ende 2011.

Impfwirkung nimmt ab

Vor Beginn der routinemäßigen Impfungen im Jahr 1957 waren Ausbrüche der Krankheit in Großbritannien ein erstes Gesundheitsproblem. Es erkrankten pro Jahr bis zu 150.000 Menschen. In einem Jahr starben an den Folgen rund 300 Menschen. 2012 wurden bereits 186 Erkrankungen bei Kindern unter drei Monaten gemeldet. Im gleichen Zeitraum waren es 2011 nur 72 Fälle. Fünf Kinder sind bereits an den Folgen der Infektion gestorben.

Laut der obersten Impfexpertin der HPA, Mary Ramsay, gibt dieser Anstieg der Erkrankungen Anlass zu großer Sorge. Beim Auftreten von Symptomen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. In Großbritannien werden Kinder mit zwei, drei und vier Monaten gegen Keuchhusten geimpft. Eine weitere Dosis wird vor dem Beginn des Schulbesuchs verabreicht. Ein vollständiger Schutz besteht allerdings erst nach der dritten Impfung. In den folgenden Jahren erreicht der Schutz einen Höchstwert und wird dann langsam wieder geringer. Das bedeutet, dass auch Erwachsene erkranken können, obwohl sie als Kinder geimpft worden sind.

Gegenmaßnahmen eingeleitet

Das Department of Health’s Joint Committee on Vaccination and Immunisation http://www.dh.gov.uk/ab/jcvi überlegt derzeit Gegenmaßnahmen. Angedacht ist, Teenager oder Schwangere nochmals zu impfen. Impfungen für das Pflegepersonal, das mit erkrankten Kindern in Kontakt kommt, wurden bereits empfohlen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Bis Ende März wurden in Nordirland 27 Erkrankungen gemeldet. 2011 waren es im ganzen Jahr nur 13. In Schottland wurden im gleichen Zeitraum 150 Fälle gemeldet. In den ersten drei Monaten des Jahres 2011 waren es nur 22 Erkrankungen.

Adam Finn von der University of Bristol http://bris.ac.uk betont, dass das bestehende Impfprogramm die Anzahl der Erkrankungen bei Kindern reduziert, aber sie zugleich auch auf andere Altersgruppen verlagert hat. "Eine Immunisierung durch eine Impfung hält nicht so lange an wie eine Immunisierung durch eine Infektion. Mehr Erkrankungen führen auch zu einer schlechteren Immunisierung der gesamten Bevölkerung, und das geschieht überall und nicht nur in Großbritannien", unterstreicht der Experte.

Reliefpaste

Schon immer träumten Menschen von dreidimensionalen Darstellungen. Mit den rotgrünen 3-D-Brillen z.B. wirken speziell produzierte Filme nicht mehr platt und eindimensional, sondern bekommen eine räumliche Tiefe.

Auch viele Digitalkameras verfügen heutzutage über eine 3-D-Funktion. Dabei werden von einem Motiv automatisch zwei leicht verschobene Aufnahmen hergestellt. Beim Blick durch einen Stereo-Betrachter, erscheinen die Bilder dann dreidimensional.

Sicher kennen Sie noch die berühmten magischen Bilder („Das magische Auge“), deren optischer Reiz sich leider nicht jedem erschließt. Diese Bilder sind übrigens eine Weiterentwicklung der altbekannten Wackelbilder, die beim Hin- und Herkippen einen lustigen Bewegungseffekt erzeugen.

All diese Ideen erzeugen einen imaginären Raum beziehungsweise sie simulieren gewissermaßen eine räumliche Tiefe. Anders sieht es aus in der Reliefkunst. Dabei handelt es sich um tatsächliche aus einer Fläche hervortretende Strukturen. Man denke z.B. an Buchdeckel, Schatullen, Kacheln oder Schnitzereien.

Selbstgemalte Bilder bekommen mit Hilfe einer Reliefpaste den letzten Schliff. Im Spiel mit Licht und Schatten entstehen so faszinierende Eindrücke.

Vermischen Sie zunächst
100 g Füllspachtel mit 30 g Tapetenkleister. Der Tapetenkleister verzögert das Abbinden des Spachtels und verbessert die Haftung auf Holz- bzw. Leinwanduntergründen.

Diese Mischung wird nun nach und nach in Wasser eingerührt bis eine pastöse Masse entsteht. Hinzu kommen noch 20 ml Glycerin, dadurch wird die Paste noch geschmeidiger und die Bildung von Rissen wird verringert.
Interessante Oberflächen ergeben sich, wenn Sie noch 30 Gramm grobes Sägemehl unterrühren.

Die Paste kann nun mit Pinsel, Spachtel oder Finger aufgetragen und nach Belieben modelliert werden. Nach dem Aushärten ist die Paste mit Farben übermalbar.

Ich denke, damit werden Sie im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Künstler oder einer Künstlerin mit Tiefgang.

Idee, Text, Rezept & Fotos: Horst Minge

 

| | Michael Cattarius | Kressbronn

Michael Cattarius Kressbronn

Lieber Herr Pütz
Ich habe soeben ihren Beitrag auf YouTube gesehen und kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen was Sie über die Grünen gesagt haben und zum Verbrennungsmotor.
Dadurch das ich im Moment Zeit habe, mir verschiedenste Beiträge auf YouTube über unsere öffentlich rechtlichen Medien, Bargeldabschaffung und die Machterweiterung der USA etc. anzusehen ist mir wirklich ein Licht aufgegangen. Das sollten mehrere Menschen in unserem Land tun.
Ich jedenfalls habe mich gefreut Sie mal wieder in einem Beitrag zu sehen.

Energiespeicher essentiell für den Erfolg der Energiewende

Die breite Entwicklung von Energiespeichern ist essentiell für den Erfolg der Energiewende

Zum achten Mal treffen sich ab heute (18. November) in Berlin führende Wissenschaftler zur International Renewable Energy Storage Conference and Exhibition (IRES), um Informationen über Fortschritte und Erfahrungen bei der Entwicklung und Anwendung neuster Energiespeicher auszutauschen. Mit über 500 Teilnehmern aus rund 40 Ländern ist die von EUROSOLAR und dem Weltrat für Erneuerbare Energien (WCRE) in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW ausgerichtete Konferenz  weltweit eine der größten ihrer Art. „Die internationale Beteiligung ist vor allem eine Bestätigung für die Dringlichkeit des Themas der Energiespeicherung. Ohne moderne, effizienz-gesteigerte Speicher ist eine erfolgreiche Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Quellen nicht realisierbar. Die internationale Vernetzung der A ktivitäten dient zudem der Abstimmung der Forschungsinhalte. Wir können es uns angesichts des Klimawandels und der Verknappung der Ressourcen nicht leisten, Zeit damit zu verschwenden, indem uneffektiv gearbeitet wird“, so Prof. Peter Droege, Präsident von EUROSOLAR, zum Stellenwert der Konferenz, die noch bis zum 20. November im Berliner Congress Center (BCC) stattfindet.

„Die Integration der Erneuerbaren in den Stromsektor erfordert ein gänzlich neu ausgerichtetes dezentrales Energiesystem: Speicher werden hier neben dem Netzausbau, der Flexibilisierung der konventionellen Stromerzeugung und dem Lastmanagement eine bedeutende Rolle spielen. Kurzzeitspeicher können schon heute sinnvoll eingesetzt werden, zukünftig wird mit steigendem erneuerbaren Anteil auch die Langzeitspeicherung durch die Nutzung von z.B. Wasserstofftechnologien notwendig sein“, so Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Verbraucher- und Naturschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. „Ich freue mich daher, dass im Rahmen der EnergieAgentur.NRW – insbesondere im neuen Netzwerk Speicher und Netze – die Aktivitäten im Land gebündelt und koordiniert vorangetrieben werden“, so Minister Johannes Remmel weiter.

Dabei haben die Lösungen von morgen mitunter noch visionären Charakter, wie zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke auf dem Meeresboden, an deren Entwicklung das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik beteiligt ist. „Viel näher an der breiten Anwendung sind wir dagegen bei der Speicherung von Wasserstoff unter der Erde. Wir haben in Deutschland eine Kavernenspeicherkapazität von rund 20 Milliarden Kubikmetern. Mit Wasserstoff gefüllt ließe sich daraus bei einer Rückverstromung mit 60 Prozent Wirkungsgrad über GuD-Kraftwerke oder Brennstoffzelle ganz Deutschland drei Wochen lang mit Strom versorgen“, rechnet Prof. Dr. Dirk Uwe Sauer von der RWTH Aachen vor.

Die Zeiten, in denen das Problem der Speicherung von Energie aus fluktuierenden (erneuerbaren) Quellen vor allem ein abstraktes Thema der wissenschaftlichen Forschung war, sind längst passé. Seit die Einspeisevergütung für Strom aus der heimischen Photovoltaik-Anlage geringer ausfällt, nimmt die Attraktivität des Eigenverbrauchs zu. Weltweit könnte die Kapazität für den Eigenverbrauch nach einer McKinsey-Studie bis 2020 auf mehr als 350 GWp steigen, für Deutschland rechnen Experten mit einem Eigenverbrauchspotenzial von rund 100 GWp pro Jahr an installierter PV-Kapazität. „Wir erleben gerade die Transformation des deutschen PV-Marktes. Eine veränderte Förderkulisse und Fortschritte bei der Entwicklungen der Batterietechnologie sorgt dafür, dass sich der Verbrauch des selbst erzeugten Stroms zunehmend wirtschaftlich darstellen lässt&ld quo;, erklärt Dr. Stefan Rabe, Leiter dezentrale Energieerzeugung und Energienetze/-speicher bei der EnergieAgentur.NRW.

Aktuell sind Pumpspeicherkraftwerke die einzige kommerziell verfügbare Großtechnologie. Aufgrund der derzeitigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind in Deutschland aber keine Investitionen in weitere Pumpspeicher zu erwarten. Auch die geologischen Gegebenheiten setzen dem weiteren Ausbau Grenzen. Eine Vielzahl von zentralen, netzgestützten Speichertechnologien werden gegenwärtig entwickelt (zum Beispiel Redox-Flow-Batterien) oder in Pilotanlagen getestet (zum Beispiel die so genannten Power-to-Gas-Verfahren, Einspeisung von Wasserstoff ins Erdgasnetz, adiabatische Druckluftspeicher). Rabe: „In Zukunft wird möglicherweise auch die Elektromobilität einen Beitrag zur Energiespeicherung leisten.“

 

Saat für die Zukunft

Saat für die Zukunft

Neuer WissenschaftsCampus „Pflanzenbasierte Bioökonomie“

Das Land Sachsen-Anhalt, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Leibniz-Gemeinschaft richten gemeinsamen WissenschaftsCampus ein. Pflanzenbiologie, Biotechnologie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bearbeiten Zukunftsthema Pflanzenbasierte Bioökonomie gemeinsam.

Halle (Saale) – Mit einem neu gegründeten WissenschaftsCampus stärken das Land Sachsen-Anhalt, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Leibniz-Gemeinschaft das Forschungsgebiet „Pflanzenbasierte Bioökonomie“. Eine entsprechende Vereinbarung haben heute die Kultusministerin von Sachsen- Anhalt, der Rektor der Martin-Luther-Universität, der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft und die Direktoren von drei Leibniz-Instituten der Region unterzeichnet.

Das Land Sachsen-Anhalt fördert diese besondere Kooperation in den kommenden drei Jahren mit insgesamt rund 1,4 Millionen Euro. Ziel ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Hallenser Leibniz-Institute für Pflanzenbiochemie (IPB) und für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) und des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben mit den thematisch korrespondierenden Fachbereichen der Martin-Luther-Universität zu intensivieren.

Im Zentrum des WissenschaftsCampus stehen die pflanzliche Biologie und Biotechnologie sowie ihre sozioökonomischen Rahmenbedingungen. Er greift damit eine Reihe drängender gesellschaftlicher Probleme auf, wie etwa die unsichere Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln und Energieträgern oder auch unausgeschöpfte wirtschaftliche Potentiale in typischen Getreideregionen wie etwa Sachsen-Anhalt. Der WissenschaftsCampus soll nach Wegen forschen, wie den zunehmenden Herausforderungen an die Erzeugung pflanzlicher Produkte auf effiziente Weise begegnet werden kann. Er stellt – zumindest in Deutschland – die erste wissenschaftliche Kooperation von pflanzenbiologischen und -biotechnologischen mit wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Forschungsbereichen dar.

Kultusministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff betonte: „Für Sachsen-Anhalt ist die Gründung dieses Wissenschafts-Campus von großer Bedeutung. Bereits jetzt verfügen wir über attraktive Arbeitsbedingungen und eine einmalige Forschungsinfrastruktur. Nun müssen exzellente Nachwuchswissenschaftler für dieses Projekt begeistert werden. Dann kann es uns gelingen, in den nächsten Jahren den Wissenschafts-Campus zu einer gefragten Adresse auszubauen.“ „Für die künftige Gestaltung der Kooperation mit den Leibniz-Instituten gibt es nun eine solide vertragliche Basis, die es mit Leben zu erfüllen gilt“, freut sich Universitäts-Rektor Prof. Dr. Udo Sträter. „Damit rückt das gemeinsame Ziel der Wissenschaftler aller beteiligten Einrichtungen, nämlich Exzellenz in Forschung und Lehre zu erreichen, wieder ein Stück näher. Nicht zuletzt wird der pflanzen- und agrarwissenschaftliche Schwerpunkt gestärkt – der Standort gewinnt an Attraktivität und entfaltet mehr Anziehungskraft für junge Wissenschaftler des Bereichs pflanzenbasierte Bioökonomie.“

Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer hob hervor: „Der WissenschaftsCampus in Halle steht sowohl für einen thematischen Schwerpunkt der Leibniz-Gemeinschaft als auch für ein politisches Ziel: Agrarforschung in all ihren Facetten – Biologie, Umwelt, Ökonomie – ist für Leibniz von großer Bedeutung. Zugleich wollen wir möglichst eng und intensiv mit Hochschulen zusammenarbeiten.“

Prof. Dr. Thomas Glauben, Geschäftsführender Direktor des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) freut sich darauf, den WissenschaftsCampus aktiv mitzugestalten: „Dieser interdisziplinäre Verbund bietet dem IAMO hervorragende Bedingungen, unsere Forschungsinteressen im Bereich der wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Bewertung und Beurteilung biotechnologischer Innovationen zu bearbeiten.“

Prof. Dr. Ludger Wessjohann, Geschäftsführender Direktor des Leibniz-Institutes für Pflanzenbiochemie (IPB) sieht im Gegenstand des WissenschaftsCampus ein wichtiges Zukunftsthema unserer Gesellschaft: „Unsere komplette Ernährung und ein Großteil unserer Baustoffe, Energie und Medikamente sind pflanzlichen Ursprungs. Am IPB blicken wir in das molekulare Innere der Pflanzen und ergründen, wie diese sich Umweltbedingungen anpassen und die dafür erzeugten Naturstoffe dem Menschen nützen. Im WissenschaftsCampus werden diese Erkenntnisse in einen größeren wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext gebracht, und gemeinsam mit den Partnerinstituten und der Universität sollen junge Leute für das Zukunftsthema pflanzenbasierte Bioökonomie begeistert und ausgebildet werden.“

Prof. Dr. Andreas Graner, Direktor des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) erläutert: „Im WissenschaftsCampus wird das IPK zusammen mit zwei weiteren Leibniz-Instituten und der Universität Halle genetische und physiologische Grundlagen der pflanzlichen Leistungsfähigkeit aufklären, um darüber hinaus einen Beitrag zu einer erhöhten Wertschöpfung von Pflanzen im Rahmen einer pflanzenbasierten Bioökonomie zu leisten.“

Kunst an Bord der MS Wissenschaft

Wissenschaft im Dialog-Pressemitteilung, 7. Februar 2017

Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane: Der Gewinner des Kunstwettbewerbs steht fest!

Endpunkt Europa: Kunst an Bord der MS Wissenschaft

Wenn
das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft am 24. April 2017 in Bonn
startet, wird als Teil der Mitmach-Ausstellung auch der Gewinnerbeitrag
des Kunstwettbewerbs „Meere und Ozeane“ mit an Bord sein. Bei dem mit
6000 Euro dotierten Wettbewerb wurden künstlerische Arbeiten gesucht,
die an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst aktuelle
Forschungsfragen, wichtige Entdeckungen oder historische Aspekte rund um
Meere und Ozeane aufgreifen. Unter 178 Einreichungen wählte die
fünfköpfige Jury die Arbeit „Endpunkt Europa“ von Felix Kiessling aus.
 
In
seiner Arbeit beschäftigt sich Felix Kiessling mit der Frage, was genau
eine Küste ist. Als Schnittstelle zwischen Land und Meer ist sie beides
zugleich, eine exakte Grenze ist nicht sichtbar. Die Bestimmung eines
Punktes oder einer Länge ist immer abhängig von der Feinheit der
Messung. Eine feinere Messung führt zu einer größeren Küstenlänge, weil
mehr Details in Betracht gezogen werden. Der Künstler begibt sich in
seiner Arbeit auf die Suche nach den äußersten Punkten Europas. Er legt
einen Zipfel Küste fest, entnimmt ein Sandkorn und definiert es als
vermeintlich nördlichstes und südlichstes Ende Europas. Die Suche nach
dem Ende geht weiter: Das Sandkorn wird mit einem Elektronenmikroskop
untersucht. In der Kleinheit seiner Struktur nähern wir uns seinem
äußersten Endpunkt weiter an. Felix Kiessling ermöglicht es dem
Betrachter einen Punkt zu bereisen, den es eigentlich nicht gibt.

Die
Visualisierung zeigt den nördlichsten Punkt des europäischen
Festlandes, Kinnarodden in Norwegen, und den südlichsten Punkt in
Tarifa, Spanien. Die Visualisierung kann unter Nennung der Quelle,
Endpunkt Europa – Visualisierung, Felix Kiessling, verwendet werden.

Die
Jury wählte den Entwurf von Felix Kiessling wegen seiner herausragenden
künstlerischen Qualität. Der Künstler hinterfragt auf vielschichtige
Weise die Illusion menschlicher Wahrnehmung. Die exakte Vermessung
Europas wird ebenso in Frage gestellt wie politische, wissenschaftliche
und künstlerische Methoden, Grenzen zu definieren. Mit der Bestimmung
der Endpunkte nimmt die Arbeit spielerisch Bezug auf
naturwissenschaftliche Exaktheit. Die Nutzung der Elektronenmikroskopie
stellt zudem einen Transfer aus dem Technologie-Bereich dar, so dass in
Kiesslings Entwurf Kunst, Wissenschaft und Technik miteinander in
Austausch treten. Im Titel schwingen politische Aspekte von Europa als
Zufluchtsort vieler Verfolgter mit, der sich nicht immer als solcher
bewahrheitet. Nicht zuletzt berührt die Arbeit die Gefühle der
Betrachter über das Reisen und der mit ihr verbundenen Sehnsucht, neue
Orte zu entdecken. Hier schließt sich der Kreis zur Erforschung von
Meeren und Ozeanen, die immer mit Expeditionen ins Unbekannte verbunden
sind.   

Felix Kiessling (*1980) lebt und arbeitet in Berlin.
2014 hat er als Meisterschüler bei Olafur Eliasson am Institut für
Raumexperimente und der Universität der Künste Berlin sein Studium
abgeschlossen. In seinen konzeptuellen, oft wissenschaftlichen Arbeiten,
hinterfragt der Künstler die Grenzen und Parameter der menschlichen
Wahrnehmung. Präzision und Skalierung sind grundlegend für die Arbeiten
von Felix Kiessling.

Zwischen
April und Oktober 2017 legt die MS Wissenschaft in über 40 Städten in
Deutschland und Österreich an. Nach dem Start in Bonn fährt sie
rheinaufwärts nach Koblenz. Weitere Stationen sind unter anderem
Saarbrücken, Karlsruhe, Stuttgart, Frankfurt am Main, Würzburg, Passau
und Linz (Österreich). Die Arbeit von Felix Kiessling ergänzt dabei die
rund 30 wissenschaftlichen Mitmach-Exponate um einen künstlerischen
Blick auf das Ausstellungsthema. 

Mehr Informationen und den kompletten Tourplan der MS Wissenschaft (online ab Ende Februar) gibt es auf der Webseite www.ms-wissenschaft.de

Carbetocin statt Oxytocin: Mittel rettet tausende Mütter im Wochenbett

Carbetocin statt Oxytocin: Mittel rettet viele Frauen

Ungekühlt gelagertes Medikament zeigt nach Geburt optimale Wirkung

Mutter und Kind nach Geburt ohne Komplikationen (Foto: Helene Souza, pixelio.de)
Mutter und Kind nach Geburt ohne Komplikationen (Foto: Helene Souza, pixelio.de)

Birmingham (pte002/06.07.2018/06:05) –

Tausende Frauen, die nach der Geburt ihres Kindes an inneren Blutungen
(Haemorrhagie) sterben, könnten mit einem bereits eingeführten
Medikament gerettet werden. Weil es bei der Lagerung keiner Kühlung
bedarf, lässt es sich überall einsetzen. Das Präparat heißt Carbetocin.
Es ist so wirksam wie Oxytocin, das bei einer Temperatur von höchstens
acht Grad Celsius aufbewahrt werden muss. Carbecotin benötigt dagegen
keine Kühlung, sodass es prädestiniert ist für Länder mit heißem Klima.
Es hält sich drei Jahre lang bei einer Temperatur von 30 Grad und immer
noch gut sechs Monate lang bei 41 Grad.

70.000 Todesfälle zu verhindern

Weltweit sterben jährlich 70.000 Frauen nach der Geburt
an Blutungen, die sich nicht stoppen lassen, sagen Forscher der
University of Birmingham http://birmingham.ac.uk , die das Problem und seine Lösung in einer neuen Studie untersucht
haben. Die Federführung hatte die Weltgesundheitsorganisation http://who.int .

"Wir waren begeistert, dass wir dabei helfen konnten,
ein Medikament zu überprüfen, das das Potenzial hat, tausende
Menschenleben zu retten", so Arri Coomarasamy, Gynäkologe an der
Hochschule. Er repräsentiert die britischen Teilnehmer an der Erhebung.
Die Untersuchungen hätten gezeigt, dass hitzebeständiges Carbetocin
genauso wirksam sei, wie das Präparat, das derzeit standardmäßig
eingesetzt werde, aber ohne Kühlung schnell seine Wirkung verliert.

Tests an 30.000 Müttern im Spital

Die Tests mit Carbetocin fanden an 30.000 Müttern, die
gerade ein Kind geboren hatten und an Blutungen litten, in zehn
verschiedenen Ländern statt, darunter Großbritannien, Uganda, Ägypten
und Thailand. Jeweils die Hälfte der Patientinnen wurde mit Oxytocin
behandelt, das gekühlt gelagert wurde, die andere Hälfte mit ungekühlt
gelagertem Carbetocin. Die positive Wirkung war nahezu identisch.

Girija Mohanty, Mediziner in der indischen Stadt
Cuttack: "Jeden Tag sehe ich die verheerenden Auswirkungen, die nicht zu
stillende Blutungen nach einer Geburt auf die Mutter und ihre Familie
haben. Es ist extrem frustrierend zu wissen, dass der Tod in vielen
Fällen verhindert werden könnte, wenn wir Medikamente, die helfen,
gekühlt transportieren und lagern könnten." Medikamente bei einer
Temperatur von höchstens acht Grad aufzubewahren, sei für viele
abgelegene Krankenhäuser unmöglich. Außerdem bestehe ständig die Gefahr,
dass die Maximaltemperatur bei langen Transportwegen über Land
überschritten werde.

Schlafmangel bei Jugendlichen begünstigt Diabetes

Schlafmangel bei Jugendlichen begünstigt Diabetes
Ruhe, gesunde Ernährung und Bewegung schützten vor Krankheit
 
Schlafender Teenie: Ruhe reduziert Diabetes-Risiko (Foto: pixelio.de, S. Blatt)

Pittsburgh/Wien (pte019/02.10.2012/13:00) – Schlafmangel kann bei Jugendlichen zu Diabetes führen. Das hat eine aktuelle Erhebung der Pittsburgh Universität http://pitt.edu ergeben. Eine geringe Menge an Schlaf geht mit Lernschwierigkeiten, Reizbarkeit, Gewichtsproblemen und vor allem mit einem erhöhten Widerstand gegen Insulin einher, was wiederum zur Zuckerkrankheit führen kann.

Insulin-Resistenz als Folge

Für die Untersuchung wurden 245 gesunde Schüler der Oberstufe herangezogen. Bei Jugendlichen, die sieben statt sechs Stunden schliefen, verbesserte sich die Insulin-Resistenz um neun Prozent. Wissenschaftler glauben nun, dass eine Erhöhung der Schlafzeit die Insulin-Resistenz vermindert.

Laut Veronika Kub, stellvertretende Chefredakteurin bei Diabetes Austria http://diabetes-austria.com , leiden nur fünf Prozent aller Diabetiker an Typ-1-Diabetes. "Im Normalfall gehören Kinder und schlanke, bis 40-Jährige zum Typ 1, also zu den Autoimmunerkrankten. Diese Art kann man jedoch bislang noch nicht heilen", so die Spezialistin gegenüber pressetext. Der Großteil wird dem Diabetes Typ 2 zugerechnet, der allgemein ältere und übergewichtige Menschen betrifft.

Körperliche Aktivitäten wichtig

Die Hauptursachen für Diabetes sind abhängig vom Typus. Die Form des Typ-1-Diabetes entsteht durch die Kombination von Erbfaktoren, Virusinfektionen und Autoimmunerkrankungen. Die zweite und häufigste Form, der Typ-2-Diabetes, wird hauptsächlich durch eine ungesunde Ernährung und wenig Bewegung ausgelöst. "Hier sind auch die Kinder betroffen, die stets vor dem Computer sitzen und sich schlecht ernähren", so Kub.

Typ-2-Diabetes sei im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes durch Abnehmen und Bewegung heilbar, denn Bewegung senke den Blutzuckerspiegel. Eine ausgewogene Ernährung und körperliche Aktivität können auch präventiv der Krankheit entgegenwirken.

"Ab heute dürfen in Deutschland Süßigkeiten für Diabetiker nicht mehr hergestellt werden, da sie mehr schaden als nützen", ergänzt Kub. Viele Zuckerkranke hätten demnach vermehrt zu diesen gegriffen, als sie nur gemäßigt zu genießen. "Das kann man mit Diät-Lebensmitteln vergleichen. Nur weil sie weniger Fett haben, heißt das nicht, dass man mehr zu sich nehmen darf", erklärt die Spezialistin abschließend.

Sensationelle Erkenntnisse zu Antikörpern, der Soldaten unseres Immunsystems

Antikörper verteidigen unseren Körper
gegen Eindringlinge. Die Moleküle bestehen aus Proteinen mit angehängten
Zuckern, wobei bisher teilweise unklar war, nach welchem Bauplan
letztere angehängt werden. Für die Zeitschrift ‚Nature Communications‘
haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum
München diesen Bauplan nun im Rechner ergänzt und anschließend im Labor
bestätigt.

Konkret untersuchten die Autoren
IgG-Antikörper.* Sie sind die häufigsten Antikörper im Blut und wirken
vor allem gegen Viren und Bakterien. „Sie haben die typische Form eines Y
und bestehen zu einem Großteil aus Protein“, erklärt Elisa Benedetti,
Doktorandin am Institute of Computational Biology (ICB) des Helmholtz
Zentrums München. „Allerdings hängt die Zelle bei der Fertigung noch
verschiedene Zucker an, und wie das vor sich geht, ist bisher kaum
verstanden“, so die Erstautorin der Arbeit weiter.

Dabei ist dieser Prozess durchaus interessant:
Je nachdem, welche Zucker angehängt werden (im Fachjargon wird dies
Glykosylierung genannt), kann der Antikörper sehr unterschiedliche
Funktionen ausüben. Während der eine Zucker für eine heftige
Entzündungsreaktion beim Kontakt mit dem Antigen sorgt, unterbindet
hingegen ein anderer die Immunreaktion.

Biochemische Aufgabe im Rechner gelöst

„Die Schwierigkeit bei der Ermittlung der
Baupläne liegt unter anderem darin, dass hier mehrere Enzyme beteiligt
sind, deren Zusammenwirken sehr komplex ist“, erklärt Letztautor Dr. Jan
Krumsiek, Nachwuchsgruppenleiter am ICB und Junior Fellow der TU
München. Um diese biochemisch schwer lösbare Aufgabe anzugehen, holten
sich die Bioinformatiker das Problem in die digitale Welt.

Dazu zogen sie Daten der kroatischen ‚10001 Dalmatiner Biobank
heran. Darin untersuchten sie zunächst die Blutproben von knapp 700
Probandinnen und Probanden im Alter zwischen 18 und 88 Jahren
hinsichtlich der Zucker an den IgG-Antikörpern. Anhand der bisher
bekannten Glykosylierungsschritte ermittelten sie, inwiefern die digital
erfassbaren Ähnlichkeiten den fortlaufenden enzymatischen Prozess
abbilden können. In der Tat rekonstruierte der Algorithmus anhand der
Daten den bisher bekannten Bauplan – und entwickelte ihn weiter.

„Wir konnten also neue Schritte vorhersagen, wie die Zuckerreste an den
Antikörper gehängt werden müssten“, erklärt Krumsiek. „Anhand drei
weiterer Kohorten mit insgesamt über 2.500 Proben konnten wir dieses
Modell in der Theorie untermauern.“ Anschließend bestätigten die
Forscher die vorhergesagten Schritte durch verschiedene Methoden: zum
einen anhand einer genomweiten Assoziationsstudie mit rund 1.900 Proben
der Augsburger KORA-Studie**, zum anderen im Rahmen von drei
Versuchsreihen im Labor (in vitro).

„Wir konnten zeigen, dass mindestens eine der
vorhergesagten Reaktionen im Reagenzglas ablaufen kann. Zudem haben wir
in Zellkultur bewiesen, dass bestimmte Enzyme, deren Zusammenwirken
unser Modell vorhergesagt hatte, tatsächlich in der Zelle kolokalisiert,
also räumlich eng beieinander angesiedelt, sind“, so Krumsiek. „Unsere
Studie zeigt, wie sich Informationstechnologien und klassische
Nasschemie unterstützen und bereichern können.“

Weitere Informationen

* IgG steht für Immunglobulin G. Die
Antikörper werden durch sogenannte Plasmazellen nach Kontakt mit einem
entsprechenden Antigen gebildet. „Kommt es bei der Glykosylierung der
Antikörper zu Störungen, kann das schwere Folgen haben“, erklärt
Benedetti. So seien bereits mehrere Krankheiten wie Diabetes,
Autoimmunerkrankungen (beispielsweise Lupus) oder Krebs mit falsch
angehängten Zuckern in Verbindung gebracht worden.

** Die Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA) untersucht seit 30 Jahren die Gesundheit tausender Bürger aus
dem Raum Augsburg. Ziel ist es, die Auswirkungen von Umweltfaktoren,
Verhalten und Genen zu verstehen. Kernthemen der KORA-Studien sind
Fragen zu Entstehung und Verlauf von chronischen Erkrankungen,
insbesondere Herzinfarkt und Diabetes mellitus. Hierzu werden
Risikofaktoren aus dem Bereich des Gesundheitsverhaltens (u.a. Rauchen,
Ernährung oder Bewegung), der Umweltfaktoren (u.a. Luftverschmutzung,
Lärm) und der Genetik erforscht. Aus Sicht der Versorgungsforschung
werden Fragen der Inanspruchnahme und Kosten der Gesundheitsversorgung
untersucht.

Hintergrund:
Die Doktorandinnen Elisa Benedetti und Annika Wahl nehmen an der Helmholtz Graduate School Environmental Health, kurz HELENA, teil. Dr. Jan Krumsiek ist Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) sowie Junior Fellow der Technischen Universität München (TUM). Ein Forscherportrait zu seiner Arbeit finden Sie unter dem Titel „Gesund oder krank? Das steckt in Multi-Omics-Daten“ auf unserer Webseite.


Original-Publikation:
Benedetti, E. et al. (2017): Network inference from glycoproteomics data reveals new reactions in the IgG glycosylation pathway. Nature Communications, DOI: 10.1038/s41467-017-01525-0

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das
Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention
weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und
Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken
von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums
liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München
beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der
Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und
medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten
angehören. 

Das Institut für Computational Biology (ICB) führt datenbasierte Analysen biologischer Systeme durch. Durch
die Entwicklung und Anwendung bioinformatischer Methoden werden Modelle
zur Beschreibung molekularer Prozesse in biologischen Systemen
erarbeitet. Ziel ist es, innovative Konzepte bereitzustellen, um das
Verständnis und die Behandlung von Volkskrankheiten zu verbessern. 

Ansprechpartner für die Medien:
Abteilung
Kommunikation, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum
für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764
Neuherberg – Tel. +49 89 3187 2238 – E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de  

Fachlicher Ansprechpartner:
Dr. Jan Krumsiek,
Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit
und Umwelt (GmbH), Institute of Computational Biology, Ingolstädter
Landstr. 1, 85764 Neuherberg – Tel. +49 89 3187 3641 – E-Mail: jan.krumsiek@helmholtz-muenchen.de

Verzicht aufs Rauchen im Auto, wenn Kinder mitfahren

Kinder- und Jugendärzte begrüßen schottisches
Rauchverbot bei Autofahrten mit Kindern: „Wir brauchen endlich auch das
Verbot in Deutschland!“

05.12.2016

Wer in Schottland mit Kindern in einem Auto sitzt, darf seit
heute nicht mehr rauchen. Bei Verstößen ist ein Bußgeld in Höhe von 100
Pfund (119 Euro) fällig. Landet der Fall vor Gericht, droht eine
Strafzahlung von bis zu tausend Pfund. Das schottische Parlament hatte
die Verschärfung des Rauchverbots im vergangenen Dezember einstimmig
verabschiedet.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert auch hierzulande ein Rauchverbot im Auto, wenn Kinder mitfahren.

Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und
Jugendärzte: „Schon beim Rauchen einer einzigen Zigarette steigt die
Konzentration der Tabakrauchpartikel im Fahrzeuginneren drastisch.
Selbst bei geöffnetem Fenster erreicht nach Angaben des Deutschen
Krebsforschungszentrums (DKFZ) die Schadstoffkonzentration Werte wie in
einer Raucherkneipe. Mit fatalen Folgen für Kinder. Mit jedem Atemzug
gelangen Tausende Chemikalien in ihre Lungen, die unter anderem Ashma,
Bronchitis und langfristig auch Krebs verursachen können. Bei Babys
gehört das Passivrauchen zudem zu den Hauptrisikofaktoren für den
plötzlichen Kindstod. Der Gesetzgeber in Deutschland sollte also dem
Beispiel Schottland schnellstmöglich folgen und das Rauchen im Auto
verbieten, wenn Kinder mitfahren. In England und Wales, Griechenland und
Frankreich gelten bereits schon länger ähnliche Gesetze. Die Kinder in
Deutschland haben ebenfalls ein Recht auf Schutz vor Schadstoffen, die
ihre Gesundheit in schwerster Weise gefährden.“