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Zwischen sorglos und vegan

Eine Ernährungsumfrage bei Verbrauchern

Die Deutschen legen großen Wert auf die Qualität und nachhaltige Produktion ihrer Lebensmittel. So fordern 64 Prozent mehr artgerechte Tierhaltung und 63 Prozent den Verzicht auf gentechnisch veränderte Produkte. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, für die im Auftrag von Reformhaus knapp 2.000 Bürger ab 14 Jahren interviewt wurden. Knapp 60 Prozent möchte keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen und Farbstoffe in ihrem Essen. Weitere 54 Prozent der Verbraucher wünschen sich mehr staatliche Kontrollen und 53 Prozent, dass Landwirte auf Pflanzenschutzmittel verzichten. Frauen ernähren sich häufig bewusster als Männer. So wünschen sich beispielsweise mehr weibliche Verbraucher den Verzicht auf Gentechnik bei Lebensmitteln (68 %) als Männer (58 %). Nach den genauen Beweggründen, bzw. dem Informationsstand der Teilnehmenden wurde nicht gefragt.

Das höhere Gesundheitsbewusstsein der Frauen zeigt sich bereits in jungen Jahren: Immerhin 23 Prozent der Frauen unter 30 haben nach eigenen Angaben einen gesunden Speiseplan, auch wenn sich 33 Prozent zu den „Sorglos-Essern“ und 11 Prozent zu den Fastfood-Konsumenten zählen. 17 Prozent sind Kalorien-Zähler und achten auf Fitness (Männer: 3 %), 6 Prozent sind Vegetarier (Männer: 1 %) und ein Prozent ernährt sich vegan (Männer: 0 %). Die meisten Männer in diesem Alter machen sich dagegen keine großen Gedanken über ihre Ernährung: 56 Prozent bezeichnen sich als „Sorglos-Esser“. Bei weiteren 23 Prozent stehen vor allem Fastfood wie Pommes, Hamburger und Döner auf dem Speiseplan. Nur 8 Prozent legen Wert auf eine ausgewogene Ernährung.
Heike Kreutz, (aid)

aid: Infodienst für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Der gemeinnützige Verein löste sich 2016 auf.

Vitaminschub aus der Steckdose

LED-Licht für „gesunde“ Tomaten

Tomaten stehen normalerweise in der Wahrnehmung der Verbraucher nicht im Verdacht, als Vitaminbombe einen besonderen ernährungsphysiologischen Wert zu haben. Die meisten würden eher zu Zitrusfrüchten greifen, wenn sie auf der Suche nach einer Extraportion Vitamin C sind. Das könnte sich nun ändern: Wissenschaftler der Universität Wageningen in den Niederlanden hatten die Idee, Tomaten mit zusätzlichem Licht zur vermehrten Bildung von Vitamin C anzuregen.

Die Rispen hängen meist neben den Blättern unterhalb der Spitze, so dass sie beschattet werden. Licht, das nur von oben auf die Pflanze fällt, dringt daher nur bedingt zu den Früchten vor. Zusammen mit der Firma Phillips kamen nun im Versuch LED-Lampen zum Einsatz, um den unterbelichteten Rispen die nötige „Erleuchtung“ zu bringen. Und siehe da: verteilte man LED-Lampen zwischen den Pflanzen und versorgte diese mit zusätzlichem „Sonnenlicht“, fanden die Wissenschaftler in den Früchten erhöhte Vitamin C-Gehalte. Die Sorte, welche am besten auf die Zusatzportion Licht reagierte, lieferte sogar bis zur doppelten Menge an Vitamin C. Die dazu aufgewendete Lichtdosis entsprach etwa einem Viertel der natürlichen täglichen Sonneneinstrahlung.

Die Ergebnisse sind offenbar interessant für die Praxis, denn die Universität Wageningen wird dazu in Kooperation mit der Firma Phillips in Bleiswijk eine gemeinsame Forschungsstelle einrichten. Hier soll der Einsatz von LED-Lampen in Gewächshäusern weiter untersucht werden. Die Abkürzung „LED“ steht für „light emitting diode“, also eine Licht-emittierende Diode oder auch Leuchtdiode. Anders als Glühbirnen sondern Leuchtdioden keine Wärme ab und strahlen in der Regel einfarbig. Während in den Anfängen der LED-Technik vor allem Signallampen oder Uhren damit bestückt wurden, haben LED-Lampen inzwischen auch Einzug in den Wohnbereich und in den Automobilbau gehalten. Die Anwendung im Gartenbaulichen Bereich kann in Zukunft durch die aktuellen Forschungsergebnisse ebenfalls einen Aufschwung erfahren.
Friederike Heidenhof, (aid).

aid: Infodienst für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Der gemeinnützige Verein löste sich 2016 auf.

Das Bohnenkraut-Frisch, pfeffrig und scharf

Das pfeffrig-scharfe Bohnenkraut gibt nicht nur Bohnen eine besondere Würze, sondern verfeinert auch viele andere Speisen. Deftige Eintöpfe mit Hülsenfrüchten und Kohlgemüse werden durch die aromatische Pflanze deutlich bekömmlicher. Bohnenkraut unterstreicht das Aroma von Lamm, Geflügel und gebratenem Fisch wie Karpfen und Makrele. Zudem passt es gut zu Gurkensalat, Pilzgerichten, Kartoffelsuppe, mediterranen Gemüsepfannen und Pasta.

Für Salate sollten nur frische, fein gehackte Blätter verwendet werden, da sie weniger scharf schmecken. Das Küchenkraut harmoniert mit Majoran, Dill, Basilikum und Estragon und ist in vielen Würzmischungen wie „Kräuter der Provence“ enthalten.
Bohnenkraut hat eine intensive Würze und sollte daher nur sparsam verwendet werden. Im Eintopf werden frische oder getrocknete Zweige einfach mitgekocht und vor dem Servieren wieder entfernt. Bohnenkraut enthält ätherische Öle, Gerbstoffe und ist reich an Vitamin C. Zudem wirkt es sich positiv auf das Magen-Darm-System aus, fördert die Verdauung und steigert den Appetit. Ein Bohnenkraut-Tee soll auch gegen Husten und Heiserkeit helfen.

Bohnenkraut gehört zur Familie der Lippenblütler und ist ursprünglich im östlichen Mittelmeergebiet beheimatet. Im 9. Jahrhundert sollen Benediktinermönche die Gewürzpflanze nach Mitteleuropa gebracht haben. Das einjährige Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis) wird etwa 40 Zentimeter hoch und bildet dunkelgrüne, lanzettenförmige Blätter aus. Im Garten gedeiht es besonders gut auf lockeren nährstoffreichen Böden an einem warmen Standort. Ab April kann es ausgesät werden. Die Blätter und jungen Triebe werden am besten kurz vor der Blüte – meist Ende Juni bis Anfang Juli – geerntet. Zu diesem Zeitpunkt ist die Würzkraft am höchsten.

Bohnenkraut ist gut zum Trocknen geeignet, da es auch bei längerer Lagerung sein Aroma behält. Dazu schneidet man die Stängel kurz vor der Blüte ab, bindet sie zu einem Sträußchen zusammen und hängt sie kopfüber an einen trockenen dunklen Ort. Schließlich werden die Blättchen abgestreift und in gut schließenden Gläsern aufbewahrt. (aid)

aid: Infodienst für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Der gemeinnützige Verein löste sich 2016 auf.

Was ist uns unsere Landwirtschaft wert?

aid-Heft als Download erläutert EU-Zahlungen

(aid) – Seit 16. Juni 2009 werden im Internet die EU-Zahlungen an landwirtschaftliche Unternehmen veröffentlicht. Offen bleibt aber die Frage, warum Mittel in den Agrarbereich fließen, wie sie verwendet werden und welche Effekte davon ausgehen. Hier gibt es also Aufklärungsbedarf. Um dem gerecht zu werden, hat der aid ein neues Heft "Was ist uns unsere Landwirtschaft wert – EU-Zahlungen für Landwirtschaft und ländlichen Raum" als kostenlosen Download herausgegeben. Das Heft ist vor allem darauf ausgerichtet, die Ziele der unterschiedlichen Zahlungen und Förderungsmaßnahmen verständlich zu machen. Es wird erklärt, welche Maßnahmen dazu dienen, die Einkommenssituation der Familien in der Landwirtschaft zu stabilisieren, die ländlichen Infrastrukturen zu erhalten oder den Belangen von Umwelt- und Naturschutz gerecht zu werden. Hier findet sich auch der Wortlaut der Bekanntmachung zur Veröffentlichung von Informationen über die Empfänger von Mitteln aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft, dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und dem Europäischen Fischereifonds vom 8. November 2008.

Kochsalz, Mikrobiom und Blutdruck – Joghurt gegen Hypertonie?

Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Kochsalz, Mikrobiom und Blutdruck – Joghurt gegen Hypertonie?

Hannover, 9. Dezember 2017:

Zu kaum einem anderen ernährungsmedizinischen Thema gibt es so viele
Mythen wie über den Zusammenhang von Kochsalz und Bluthochdruck. Eine
neue Studie (1) könnte nun eine Erklärung liefern, warum der
Bluthochdruck bei manchen Menschen durch Salz ansteigt und bei anderen
nicht. Die kürzlich in der Zeitschrift NATURE publizierte Studie des
Max-Delbrück-Zentrums für Molekulare Medizin in Zusammenarbeit mit der
Charité Berlin deutet auf einen Zusammenhang zwischen salzreicher
Ernährung, Darmmikrobiom, TH17-Immunzellen und Blutdruck hin.

Zunächst beobachteten die Wissenschaftler, dass sich bei Mäusen,
deren Futter eine um vier Prozent erhöhte Salzkonzentration aufwies,
das Darmmikrobiom veränderte. Besonders markant war dabei die
Verminderung des Milchsäurebakteriums Lactobacillus murinus (L.
murinus). Diese Verminderung ging Hand in Hand mit einer Vermehrung von
TH17-Immunzellen und einem Anstieg des Blutdrucks. TH17-Immunzellen
stehen im Verdacht, den Blutdruck zu erhöhen und Entzündungsprozesse zu
begünstigen (2). Im nächsten Schritt der Studie konnte dann gezeigt
werden, dass Zufuhr von L. murinus mit der Nahrung sowohl die durch
salzreiche Kost verursachte Vermehrung der TH17-Immunzellen als auch den
Blutdruckanstieg verhindert.

In einer kleinen Pilotstudie mit zwölf Probanden untersuchten
die Wissenschaftler anschließend, ob diese Ergebnisse auch auf den
Menschen übertragbar sind. Die Umstellung der Probanden auf eine sehr
salzreiche Ernährung mit 14 Gramm Kochsalz pro Tag (die WHO empfiehlt
eine Salzaufnahme von 5-6 Gramm pro Tag) führte sowohl zu einem
Blutdruckanstieg als auch zu einem Rückgang von L. murinus im
Darm. Jene Probanden, die zusätzlich zu der salzreichen Kost ein
Probiotikum mit Milchsäurebakterien erhielten, zeigten jedoch keinen
Blutdruckanstieg. Die Milchsäurebakterien scheinen also auch bei
Menschen zu verhindern, dass salzreiche Lebensmittel den Blutdruck
erhöhen.

Die individuelle Zusammensetzung des Darmmikrobioms könnte somit
darüber entscheiden, wie sich Kochsalz auf den Blutdruck auswirkt. Die
regelmäßige Aufnahme von Laktobazillus mit der Nahrung könnte vor diesen
unerwünschten Salzeffekten schützen. Laktobazillus wird auch für die
Herstellung fermentierter Milchprodukte wie zum Beispiel Joghurt
genutzt. Bereits seit einigen Jahren wird die Bedeutung der menschlichen
Darmbakterien für die Entstehung von Bluthochdruck diskutiert (3).

Zudem liefern die aktuellen Studienergebnisse eine mögliche Erklärung
dafür, weshalb der Blutdruck bei verschiedenen Menschen unterschiedlich
empfindlich auf die Kochsalzzufuhr mit der Nahrung reagiert. Die
Zusammensetzung des jeweiligen Darmmikrobioms könnte der Schlüssel dazu
sein.

 Kommentar: Joghurt gegen Bluthochdruck?

Die Ergebnisse könnten sich als wegweisend für die zukünftige
Forschung erweisen, mit möglicherweise gravierenden Konsequenzen für die
praktischen Ernährungsempfehlungen. Bevor nun aber der Rat gegeben
wird, die negativen Folgen einer salzreichen Ernährung durch einen
Joghurt zwischendurch zu kompensieren, müssen natürlich noch weitere,
große Studien folgen. Ein paar Mäuse und zwölf Probanden sind hier nicht
besonders viel. Doch die Ergebnisse sind derart schlüssig und werden
durch weitere immunologische Parameter bestätigt, sodass sich vermutlich
ein ganz neuer Ansatz zur Prävention der Hypertonie auftun wird.

Bei der Diskussion über den schädlichen Einfluss von zu viel Salz auf
das Herz-Kreislauf System sollte nicht vergessen werden, dass auch die
Aufnahme von zu wenig Salz Herzkreislauf-Ereignisse und Gesamttodesfälle
sowohl bei Menschen mit als auch bei Menschen ohne Bluthochdruck erhöht (4).

Klaus-D. Döhler, Hannover

Geldautomat mit Lügendetektor

Gegen Betrug: Geldautomat mit Lügendetektor
Russische Bank setzt auf Stimmanalyse gegen unehrliche Kunden
 
Geldautomat: Soll Kreditwürdigkeit hören (Foto: pixelio.de, Viktor Mildenberger)

Moscow/New York (pte027/09.06.2011/13:45) – Die größte russische Bank Sberbank http://www.sbrf.ru/en/ will sich mit Geldautomaten, die eine Art eingebaute Lügendetektoren haben, vor Kreditbetrug schützen. Das Kreditinstitut testet derzeit Geräte, in denen eine Stimmanalyse des russischen Speech Technology Center zum Einsatz kommt, berichtet die New York Times. Damit beurteilt das System, ob potenzielle Kunden beispielsweise die Frage nach offenen Krediten wahrheitsgemäß beantworten.

Volle Kontrolle

Der von Sberbank getestete Geldautomat-Prototyp bietet vielseitige Features zur Identifikation von Nutzern. Das Gerät scannt den Reisepass, nimmt Fingerabdrücke und führt einen 3D-Scan zur Gesichtserkennung durch. Doch mit der Stimmeanalyse soll der Automat zudem beurteilen, ob der Kunde auch ehrlich ist – beispielsweise, um eine automatisierte Entscheidung über die Vergabe einer Kreditkarte zu ermöglichen. Dazu stellt das System Fragen wie "Sind Sie angestellt?" Die Analyse sucht bei der Antwort nach markanten Zeichen von Nervosität und Anspannung im Stimmmuster, um Lügner zu entlarven.

"Natürlich vertrauen wir dieser Technologie nicht 100-prozentig", betont Victor Orlovsky, Senior VP for Technology bei Sberbank. Immerhin könnten Nutzer auch aus Gründen nervös sein, die beispielsweise mit einem Kreditantrag gar nicht zusammenhängen. Die Stimmanalyse soll nur eine Entscheidungshilfe sein, zusätzlich zu Daten wie der Kreditgeschichte des Kunden. Orlovsky sieht in der Stimmanalyse auch keinen größeren Eingriff in die Privatsphäre als ebendiese Prüfung der Kreditgeschichte. "Wir wollen nur wissen, ob Kunden die Wahrheit sagen. Für mich gibt es keinen Grund zur Aufregung."

Plausible Technologie

Ob Bankkunden im Westen und insbesondere Deutschland einen Lügendetektor-Geldautomat hinnehmen würden, scheint fraglich. In Russland genügt das System laut Sberbank, deren Mehrheitseigner die Zentralbank der Russischen Föderation ist, jedenfalls den anwendbarem Gesetzen zum Schutz der Privatsphäre. Wenngleich es noch keine konkreten Zeitpläne gibt, fasst das Kreditinstitut eine Installation in Einkaufszentren und Zweigstellen ins Auge.

Dass die Technologie funktioniert, ist jedenfalls plausibel. Die Idee, Stimmcharakteristiken zur Bestimmung von Erregungszuständen zu bestimmen, ist schließlich nicht neu. So haben niederländische Forscher erst vor kurzem gezeigt, dass sie mittels Stimmanalyse die Dringlichkeit von Notrufen beurteilen können. Zudem könnte das Speech Technology Center wohl kaum den russischen Inlandsgeheimdienst FSB zu seinen Kunden zählen, wenn seine Lösungen nicht praxistauglich wären.

Wasser ist der beste Durstlöscher

Jetzt im Sommer viel trinken

Im Sommer steigen die Temperaturen und da heißt es reichlich trinken, um ein mögliches Flüssigkeitsdefizit direkt auszugleichen. Nichts löscht den Durst so gut wie Wasser – am besten direkt aus dem Hahn. Dafür sprechen gleich mehrere Gründe: Trinkwasser steht bei uns in der Regel zu jeder Zeit unbegrenzt zur Verfügung. Es kostet so gut wie nichts und belastet weniger die Umwelt als Mineralwasser mit seiner gesamten Herstellung und Logistik. Zudem ist Trinkwasser das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland.

Von allen Lebensmitteln wird Trinkwasser am häufigsten und stärksten kontrolliert. In erster Linie sind die Wasserversorgungsunternehmen in der Pflicht, die Gesetze, Richtlinien und Verordnungen genau zu beachten und für eine gute Wasserqualität zu sorgen; bis zur Wasseruhr. Danach ist der Hausbesitzer zuständig. Vorsicht ist geboten, wenn im Haus Blei- oder Kupferrohre installiert sind. Vor allem in Häusern, die vor 1973 gebaut und bisher nicht saniert wurden, können sich noch Bleirohre befinden.
Schwangere, Säuglinge und Kinder sollten dieses Wasser nicht trinken, sondern auf abgepacktes Wasser mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ zurückgreifen. Den Bleigehalt können Sie durch Ablaufenlassen des Wassers senken. Dabei das Wasser solange laufen lassen, bis es sich merklich abgekühlt hat. Am sichersten ist aber der Austausch der Rohre.

Wie oft beim Trinkwasser welche Kontrollen durchgeführt werden und welche Grenzwerte einzuhalten sind, regelt die Trinkwasserverordnung. Sie legt die Konzentration an
bestimmten Inhaltsstoffen so fest, dass die menschliche Gesundheit nicht beeinträchtigt werden kann. Wie der jüngste Bericht zur Trinkwasserqualität des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltbundesamtes feststellte, sind Grenzwertüberschreitungen bei allen größeren Wasserwerken die Ausnahme. Demnach bekommt Trinkwasser in
Deutschland in Sachen Qualität Bestnoten, ein Lebensmittel also, das man ohne Bedenken zu sich nehmen kann.

Im Durchschnitt sollte ein Erwachsener am Tag mindestens 1,3 bis 1,5 Liter trinken. Empfehlenswert sind Wasser, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees, Saftschorlen im
Verhältnis eins zu drei. Sogar bis zu vier Tassen Kaffee dürfen zur täglichen Trinkmenge gerechnet werden. Bei Hitze, Sport, Diäten oder Erkrankungen kann sich die empfohlene Menge aber deutlich erhöhen. Wenn Sie nicht wissen, ob Ihre Trinkmenge am Tag ausreicht, führen Sie einfach ein Protokoll. Wer dann feststellt, dass ihm das Trinken in
ausreichenden Mengen schwerfällt, kann sich das Wasser abgefüllt in einen Krug immer in greifbare Nähe stellen. Auch eine gewisse Regelmäßigkeit ist hilfreich, zum Beispiel vor und zu den Mahlzeiten zu trinken. Nehmen Sie beim Spaziergang, beim Einkauf oder bei längeren Autofahrten immer Getränke mit. So schaffen Sie problemlos Ihr Trinkpensum. (aid)

aid: Infodienst für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Der gemeinnützige Verein löste sich 2016 auf.

Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom weit verbreitet

Keine "Modekrankheit"

Wien (pts/23.06.2005/09:00) – Was ist ADHS und was hat es mit aktiven Kindern zu tun?

ADHS bzw. das hyperkinetische Syndrom (HKS) ist eine anhaltende,
schwere Verhaltensstörung, die im diagnostischen und statistischen
Handbuch der psychischen Störungen des American Psychiatric
Associations, 4th Ed. (DSM-IV) bzw. in der internationalen
Klassifizierung der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation
(ICD-10) definiert wird. Sie betrifft weltweit sowohl ca. 5% der Kinder
als auch zwischen 30 und 70% der Erwachsenen, die als Kinder davon
beeinträchtigt waren. ExpertInnen gehen davon aus, dass es heutzutage
nicht mehr ADHS-Kinder als früher gibt – nur fallen sie in der
gegenwärtigen Umwelt- und Schulsituationen mehr auf. ADHS bzw. das HKS
äußert sich bereits vor dem vollendeten 6./7. (lt. ICD 10) Lebensjahr.
Die Hauptmerkmale sind in mindestens 2 Situationen beobachtbar, z.B.
zuhause und in der Schule. Es handelt sich um keine sogenannte
"Modekrankheit". ADHS bzw. das HKS wird in der medizinischen und
sonstigen Literatur (unter verschiedenen Namen) schon seit dem 19.
Jahrhundert beschrieben. Bekannt ist der "Struwwelpeter" von Dr.
Hoffmann in Deutschland. Hoffmann dürfte – wie viele andere begabte
Menschen, z. B. Hermann Hesse, Mozart oder Leonardo da Vinci –
möglicherweise selbst davon betroffen gewesen sein.

ADHS wird durch folgenden Verhaltensweisen gekennzeichnet:

·    ein hohes Niveau an Aktivität und Impulsivität (mit extremen Emotionen)

oder

·    diese 2 Symptome plus inkonsistente (zu viel od. zu wenig) Aufmerksamkeit

oder

·    lediglich inkonsistente Aufmerksamkeit.

Was für Auswirkungen kann ADHS haben und wo kommt es her?

Eine undiagnostizierte und unbehandelte ADHS beeinträchtigt meist nicht
nur das Familien-, Kindergarten- und Schulleben, die Ausbildungs- bzw.
Berufchancen sowie die sozialen Beziehungen sondern auch die
persönliche Zufriedenheit. Die Symptomatik einer nicht erkannten ADHS
kann in schlimmen Fällen zu Drogen- und Alkoholsucht, Risikoverhalten
u.a. im Straßenverkehr, Arbeitslosigkeit, Scheidung, schweren
Stimmungsstörungen (z.B. Depressionen und Angststörungen) und sogar
kriminellem Verhalten führen. Aus Zwillings- und Adoptionsstudien ist
bekannt, dass das Risiko ADHS zu bekommen, zu etwa 80% genetisch
bedingt ist. Kopfverletzungen, Alkohol, Nikotin und Drogen in der
Schwangerschaft können ebenfalls zu einem ADHS-Verhalten führen.

Gibt es einen Test für ADHS?

In einigen Medien sowie in der Populärliteratur ist mitunter zu
vernehmen, dass ADHS ein umstrittenes Thema sei, mit jahraus jahrein
stattfindenden Auseinandersetzungen bezüglich dessen Existenz, Diagnose
und Therapie. Die Europäische Gesellschaft für Kinder- und
Jugendpsychiatrie (ECAP) stellt jedoch fest, dass die Verhaltensweisen,
woraus eindeutig auf ADHS geschlossen werden kann, keine willkürliche
Ansammlung von Symptomen sind. Was die diagnostischen Methoden
betrifft, weist die ECAP darauf hin, dass es bisher bei keiner
psychischen Störung einen biologischen oder psychologischen Test gibt,
der für die Erstellung einer exakten Diagnose geeignet ist. Die ECAP
nimmt an, dass lediglich bei einer Minderheit von Kindern mit ADHS
dieses Symptom auch erkannt und behandelt wird. Ferner dürfte auch eine
gewisse Anzahl von Kindern, die gar kein ADHS haben, mit Medikamenten
behandelt werden. Diese Situationen sind selbstverständlich
unbefriedigend.

Wie behandelt man ADHS?

Die multimodale Therapie – bestehend sowohl aus handlungsorientierten
Lösungen zuhause und in der Schule als auch ggf. einer von der ECAP
abgesegneten medikamentösen Behandlung – wird in der medizinischen
Literatur als durchaus erfolgreich bezeichnet. Ein spezifisches ADHS-
orientiertes Elterntraining und eine kognitive Verhaltensintervention
in der Schule bzw. auf Sommerlagern etc. haben sich für ADHS- Kinder
als äußerst wirksam erwiesen. Die Medikation stellt Kinder nicht
"ruhig", wie oft behauptet wird, sondern ermöglicht häufig erst den
Beginn andere wesentliche Therapien und wirkt darüber hinaus
prophylaktisch gegen Sucht.

Ergänzend können auch Ergotherapie, Logopädie, Neurofeedbacktherapie,
soziales Kompetenztraining und Behandlung der meist vorhandenen
Begleitstörungen (z.B. Teilleistungsschwächen, oppositionelles
Verhalten, Depressionen, Angst) zur Anwendung kommen.

Die von verschiedenen (z.T. unqualifizierten) Personen empfohlenen
Behandlungsmethoden, wie z.B. die Familienaufstellung, Kinesiologie,
Homöopathie, Festhalte-, Kraniosakrale- und Hörtherapie, die Behandlung
mit AFA-Algen oder Bachblüten, phosphatfreie, salicylatfreie od.
zuckerreduzierte Diäten aber auch die Psychoanalyse zählen nicht zu den
wissenschaftlich anerkannten ADHS-Therapien.

Information:

Verein ADAPT

Wien

Tel. 0676/5165687

verein_adapt@yahoo.com

http://www.adapt.at         

Verein f. hyperaktive Kinder

Linz, OÖ

Tel. 0676/4744532

office@hyperaktivekinder.at

http://www.hyperaktivekinder.at

SHG AD(H)S-Kinder Pinzgau

Zell am See, Sbg

Tel. 0650/4571361

dany.klaus@sbg.at

http://www.salzburg.at/miniweb/adhskinderpinzgau/

Beratungsstelle f. Kinder mit hyperaktiven Störungen

Wolkersdorf, NÖ

Tel. 02245/6870

beratung.wodo@asn.netway.at

http://www.schulfragen.at