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Ausrottung der Haie durch den Kochtopf

London (pte/14.10.2006/06:10) – Ein internationales Forscherteam hat
erstmals eine genaue Untersuchung über die jährlich getöteten Haie für
die in Asien so beliebte Haifischflossen-Suppe vorgenommen. Demnach
werden jährlich 38 Mio. dieser Knorpelfische nur wegen ihrer Flossen
getötet. Bisher wurden die Zahlen der jährlich getöteten Haie nur
geschätzt und dabei lagen die Schätzungen irgendwo zwischen zehn und
100 Mio. Tiere. Wie das Wissenschaftsmagazin Ecology Letters
http://www.blackwellpublishing.com berichtet, ist die Nachfrage nach
Haiflossen steigend, nicht zuletzt deshalb, weil sich in China eine gut
verdienende Mittelschicht etabliert hat.

Haifischflossen-Suppe gehört neben Abalone – einer Meeresschnecke – und
Schwalbennestern zu den großen Spezialitäten der chinesischen Küche.
Gourmets zahlen in den Luxus-Restaurants Hongkongs und Shanghais extrem
viel Geld, um an diese Spezialitäten zu kommen. Abalones sind in den
Meeren rund um China längst ausgestorben und werden jetzt von Mexiko
importiert. Offensichtlich geht es nun auch den Haien immer mehr an den
Kragen, wie zahlreiche Umweltorganisationen bereits seit Jahren
behaupten. Die Haifischflossen-Industrie ist im Wesentlichen auf einige
wenige Staaten in Asien beschränkt. Die Forscher um Shelley Clarke vom
Joint Institute for Marine and Atmospheric Research der University of
Hawaii und dem National Research Institute of Far Seas Fishery in Japan
haben internationale Händler befragt und mehr als 400 Haiflossen
untersucht. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass von 1996 bis
2000 26 bis 73 Mio. Haie jährlich gehandelt wurden. Daraus errechneten
die Forscher den Durchschnittswert von 38 Mio. Fischen – fast vier Mal
soviel wie von der UNO geschätzt.

Die Untersuchungen des Forscherteams waren nicht einfach, da in den
meisten Fischerei-Statistiken die Haie fehlen. Zudem sind Haie oft
reiner Beifang und dieser wird nicht nach Spezies beurteilt, sondern
lediglich nach der Gesamtmenge. "Neben einigen Restriktionen über die
Fangmethoden – vor allem dem Shark Finning – , die in den USA und in
der EU bestehen, wurde nie ein Fischerei-Management-System für Haie
erstellt", so Murdoch McAllister, Studien-Co-Autor vom Imperial College
in London. "Die weltweite Nachfrage für Haifischflossen ist jedenfalls
dramatisch angestiegen, das wiederum macht Fischer gierig auf ein
Zubrot", meint McAllister.

"Tatsächlich ist die Nachfrage nach den Haiflossen vor allem in China
deutlich spürbar", berichtet Peter Knights, Direktor der non
profit-Organisation WildAid. "In der neuen chinesischen Mittelschicht
wird Wert darauf gelegt zu zeigen, dass man sich Haifischflossen
einfach leisten kann. Egal dabei ist, dass die Flossen weder besonders
gut schmecken noch irgendwelche besonderen Nährstoffe enthalten", meint
Knights. Tatsächlich legen Chinesen insbesondere bei großen
Geburtstagsfeiern großen Wert auf teure Gerichte. Damit will man den
Gästen die Wertschätzung ausdrücken. Umgekehrt bemerken die Forscher,
dass die traditionelle Haifischflossen-Suppe aber nicht nur auf
Speisekarten in Asien beschränkt ist. "Ein Teller Haifischflossen-Suppe
wird im China-Max-Seafood-Restaurant in San Diego für 18 Dollar
angeboten. Für 40 Dollar kann man eine ganze geschmorte Flosse
bestellen", berichtet das Wissenschaftsmagazin National Geographic
http://www.nationalgeographic.com diese Woche und bemerkt noch
süffisant, dass der Wirt versichert habe, dieses Gericht ständig
anzubieten.

Flugroboter ahmen menschliches Verhalten nach

Flugroboter ahmen menschliches Verhalten nach
Maschinen können Befehlen gehorchen und miteinander kommunizieren

Tübingen (pte014/24.08.2011/11:00) – Paolo Robuffo Giordano vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik http://kyb.mpg.de und sein Team haben Flugroboter gebaut, die menschlichen Befehlsgebern gehorchen. Sie experimentieren mit etwa 40 Zentimeter großen Quadrokoptern. Die Maschinen können Formationen fliegen. Sie halten immer den gleichen Abstand zueinander und kommunizieren. "Ein einzelner Roboter kann nicht alles sehen, aber wenn die Roboter Informationen teilen, können sie viel mehr Wissen erlangen", so Giordano gegenüber pressetext.

Erweiterung menschlicher Sinne

Die Maschinen sollen aber mehr können als nur Informationen zu sammeln. "Den Robotern ist es erlaubt, ihre Umwelt zu fühlen", sagt Giordano. Die Vision der Wissenschaftler: Jeder Haushalt ist mit einem Roboter ausgestattet, der lästige Arbeiten erledigt. Die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung von Giordanos Team könnten in ganz unterschiedliche Anwendungsgebiete münden. Es sei etwa vorstellbar, eine Hand an den fliegenden Robotern zu montieren, um Objekte greifen und bewegen zu können, heißt es aus dem Max-Planck-Institut.

Ebenso ist eine Bestückung mit unterschiedlichen Sensoren denkbar, um verschiedene Umweltdaten effizient zu erfassen. "Diese Roboter könnten eine Erweiterung unserer eigenen Sinne sein", meint Giordano. Mit einer solchen Technik könnte man auch gefährliche Gebiete absuchen, ohne dabei Menschen zu gefährden. Selbst in der Medizin könne ein Schwarm winziger Nano-Roboter unter Aufsicht von Ärzten im menschlichen Körper Organe prüfen oder Medikamente injizieren.

Innovation Days 2015

„Innovation Days 2015“: Wirtschaft trifft Wissenschaft

Die
vierten Innovation Days als Austauschplattform von Wissenschaft und
Wirtschaft finden am 8. und 9. Dezember 2015 in Berlin statt.
Schwerpunktthemen sind diesmal unter anderem die Ernährungs- und
Pflanzenwissenschaften sowie die Photonik und Sensortechnologien.

 

Einen Brückenschlag
zwischen der Wissenschaft und der Wirtschaft bilden die vierten
Innovation Days am 8. und 9. Dezember in Berlin. Die Veranstaltung der
vier außeruniversitären Forschungsorganisationen Deutschlands dient als
Plattform, auf der sich Forscherinnen und Forscher mit potentiellen
Finanzierungs-, Lizenz- und Forschungspartnern über Technologien und
Ausgründungsvorhaben austauschen.

Das Programm der
Innovation Days setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen. Zentral
sind die persönlichen Begegnungen: Über ein Online-Tool können
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Vertreterinnen und
Vertretern der Wirtschaft zielgerichtet Gesprächstermine vereinbaren, um
über eine mögliche Zusammenarbeit zu diskutieren. Eröffnet wird die
Veranstaltung durch den Präsidenten der in diesem Jahr federführenden
Leibniz-Gemeinschaft, Matthias Kleiner; es folgen Reden von Andreas
Tünnermann (Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik)
und Lothar Willmitzer (Max-Planck-Institut für Molekulare
Pflanzenphysiologie). Zwei Konferenz-Sessions thematisieren
Crowdinvesting und Crowdfunding sowie die Frage, ob lukrative und
risikoreiche Deals ins Ausland gehen. Eine Podiumsdiskussion erörtert
das übergreifende Thema Innovation und Transdisziplinarität. In vier
Pitching-Sessions stellen zudem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
sowie Unternehmensgründerinnen und -gründer aus den vier
Forschungsorganisationen ausgewählte Technologien und Spin-off-Projekte
der Lebenswissenschaften (Schwerpunkt Ernährung und
Pflanzenwissenschaften) und Physik (Schwerpunkt Photonik und
Sensortechnologien) vor.

Im Rahmenprogramm der
Innovation Days findet die Verleihung des Karl Heinz Beckurts-Preises
für Leistungen in der Forschung und ihre Umsetzung in die industrielle
Praxis statt, den die Karl Heinz Beckurts-Stiftung vergibt.

Mit den Innovation
Days wollen Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft,
Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft dem Wissens- und
Erkenntnistransfer von der Forschung in die Wirtschaft ein besonderes
Gewicht geben. Damit setzen die Wissenschaftsorganisationen das Ziel im
Pakt für Forschung und Innovation um, den Transfer von
Forschungsergebnissen in Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken.

Weitere Informationen online unter www.innovationdays-partnering.de

Säuglingsernährung

Empfehlungen noch nicht flächendeckend umgesetzt

Wie gut sind die Handlungsempfehlungen fürs erste Lebensjahr in Broschüren umgesetzt? Zwei Jahre nach ihrer Veröffentlichung im Juni 2010 waren die Handlungsempfehlungen zur Säuglingsernährung und Ernährung der stillenden Mutter des Netzwerks „Gesund ins Leben“ in 30 Prozent der bundesweit verfügbaren Ratgeberbroschüren vollständig und korrekt umgesetzt. Bei 70 Prozent besteht Überarbeitungsbedarf. Zu diesem Schluss kommt eine Auswertung der Hochschule Niederrhein. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ernährungsumschau 2/2014 veröffentlicht.

In einer quantitativen Inhaltsanalyse wurden 33 deutschsprachige Broschüren zur Säuglingsernährung untersucht. Sie stammen von unterschiedlichen öffentlichen und kommerziellen Herausgebern. Die Texte in den Broschüren wurden in der Untersuchung mit den Kernaussagen der Handlungsempfehlungen abgeglichen. Das Ergebnis: In 10 Broschüren (30 Prozent) sind die Empfehlungen vollständig und korrekt wiedergegeben. In 15 Broschüren wurden die Themen aus den Empfehlungen zwar aufgegriffen, aber inhaltlich falsch wiedergegeben. In den übrigen 8 Broschüren fehlen Kernaussagen der Handlungsempfehlungen.

Aussagen zum Übergang vom ausschließlichen Stillen zur Beikost werden besonders oft falsch oder missverständlich dargestellt. Am häufigsten betrifft das die Stilldauer. Die Handlungsempfehlungen hierzu lauten, dass Säuglinge im ersten Lebenshalbjahr gestillt werden sollten, mindestens bis zum Beginn des 5. Monats ausschließlich. Beikost sollte frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Monats eingeführt werden.

„Wir freuen uns, dass ein Großteil der aktuelleren Broschüren die Handlungsempfehlungen bereits berücksichtigt“, so Maria Flothkötter, Projektleiterin des Netzwerks. 11 der 33 untersuchten Publikationen sind im Jahr 2010 oder davor erschienen, bei 7 fehlte das Erscheinungsjahr. Von den 15 Publikationen, die ohne Zweifel nach der Veröffentlichung der Handlungsempfehlungen erschienen sind, entsprechen laut den Autorinnen zwei Drittel den Empfehlungen. Flothkötter: „Gesund ins Leben wird mit den Herausgebern der übrigen Broschüren in Kontakt treten und sie über den Expertenkonsens und die abweichenden Stellen in den Publikationen informieren.“ In einem weiteren Schritt wird das Netzwerk auch Internetportale für Eltern auf ihre Konformität zu den Handlungsempfehlungen überprüfen und die Herausgeber bei Bedarf auf Stellen hinweisen, die nicht mit den Empfehlungen übereinstimmen. (aid)

aid: Infodienst für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Der gemeinnützige Verein löste sich 2016 auf.

Schlaganfall: Alkohol erhöht Risiko nicht immer

Schlaganfall: Alkohol erhöht Risiko nicht immer

Leichter Konsum hat positive Wirkung, hoher ist dagegen schädlich

Bier: Alkohol beeinflusst Risiko von Schlaganfall (Foto: pixelio.de/Wandersmann)
Bier: Alkohol beeinflusst Risiko von Schlaganfall (Foto: pixelio.de/Wandersmann)

Stockholm/Cambridge (pte001/25.11.2016/06:00) –

Ein gemäßigter Alkoholkonsum von bis zu zwei Getränken pro Tag steht mit
einem geringeren Risiko eines ischämischen Schlaganfalls in
Zusammenhang. Einen positiven Einfluss auf dieses Risiko gibt es laut
einer neuen Studie des Karolinska Institutet http://ki.se und der University of Cambridge http://cam.ac.uk jedoch nicht. Ein hoher Alkoholkonsum erhöht hingegen in jedem Fall das
Risiko eines Schlaganfalls, betont das Team um Susanna Larsson.

Richtiges Maß entscheidend

Den Experten nach erklärt der unterschiedliche
Zusammenhang des Alkoholkonsums mit verschiedenen Arten von
Schlaganfällen auch einen Teil widersprüchlicher Ergebnisse früherer
Studien. Dabei wurde nicht zwischen den verschiedenen Formen der
Erkrankung unterschieden. Laut Larsson ist die aktuelle Analyse die
erste, die die Ergebnisse aller zur Verfügung stehenden vorausschauenden
Studien zum Konsum von Alkohol und zum Risiko eines hämorrhagischen
Schlaganfalls kombiniert.

"Starke Trinker verfügen über ein rund 1,6-fach höheres
Risiko einer intrazerebralen Blutung und erleiden um das 1,8-Fache eher
subarachnoidale Blutungen. Der Zusammenhang zwischen starkem
Alkoholkonsum und diesen beiden Arten von Schlaganfällen war deutlicher
als bei einem ischämischen Schlaganfall." Ein ischämischer Schlaganfall
wird durch Blutgerinnsel verursacht, die erkrankte oder geschädigte
Hirnarterien blockieren. Dazu kommt es, wenn ein geschwächtes Blutgefäß
wie ein Aneurysma platzt.

18.289 Schlaganfälle analysiert

Laut Larsson haben frühere Studien einen Zusammenhang
zwischen Alkoholkonsum und geringeren Werten des Proteins Fibrinogen
hergestellt, das die Bildung von Blutgerinnseln unterstützt. Damit
könnte der Konnex zwischen einem geringen bis gemäßigten Alkoholkonsum
und dem geringeren Risiko eines ischämischen Schlaganfalls erklärt
werden. "Die negativen Folgen des Alkoholkonsums auf den Blutdruck,
einem der Hauptrisikofaktoren bei Schlaganfällen, könnte jedoch das
Risiko eines hämorrhagischen Schlaganfalls erhöhen und alle möglichen
Vorteile aufheben", gibt Larsson zu bedenken.

Für die Untersuchung wurden 25 vorausschauende Studien
analysiert. Zudem wurde eine Meta-Analyse durchgeführt sowie Daten der
Cohort of Swedish Men und der Swedish Mammography Cohort einbezogen.
Damit entstand ein Sample von 18.289 ischämischen Schlaganfällen. Der
Alkoholkonsum wurde in allen Studien entweder mittels eines Fragebogens
oder Interviews ermittelt und in Hinblick auf die Anzahl von Getränken
standardisiert. Als leichter Alkoholkonsum galt dabei weniger als ein
Getränk pro Tag, als moderater ein bis zwei Getränke, als hoher zwei bis
vier und als starker mehr als vier Getränke. Die Ergebnisse wurden im
Fachmagazin "BMC Medicine" http://bit.ly/2g7gTpO veröffentlicht.

Diabetes oft viel zu spät erkannt

Britische Healthcare Commission fordert Verbesserung der Versorgung

London (pte/19.09.2005/09:20) – Bei einem Viertel der Menschen, die in
Großbritannien an Diabetes leiden, wurde diese Erkrankung nicht
diagnostiziert. Zu diesem Ergebnis kommt eine groß angelegte Studie der
Healthcare Commission.
http://www.healthcarecommission.org.uk/Homepage/fs/en Bei
Diabetikerinnen über 40 Jahren wurde die Erkrankung bei 45 Prozent
nicht erkannt. In den Jahren 2003 und 2004 führte die
Überwachungsbehörde des NHS http://www.nhs.uk eine Überprüfung von
250.000 Patienten durch. Dabei wurden 1.700 Arztpraxen und 47
Krankenanstalten berücksichtigt. Mehr als 1,7 Millionen Menschen in
England leiden laut BBC an Diabetes. 75 Prozent der Betroffenen sind an
Typ 2 Diabetes erkrankt. Aktivisten fordern, dass das NHS als
Gesundheitsbehörde sicherstellen muss, dass Erkrankungen erkannt werden
bevor Langzeitkomplikationen eintreten.

Die aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass nur 77 Prozent der
Diabeteserkrankungen diagnostiziert wurden. Für die Ermittlung dieses
Prozentsatzes wurden die Aufzeichnungen der Ärzte mit den
epidemiologischen Schätzungen der Anzahl wahrscheinlicher Erkrankungen
verglichen. Der Prozentsatz sank bei Frauen über 40 Jahren auf 55
Prozent. Es wird angenommen, dass der Grund für die fehlende Diagnose
bei älteren Frauen darin zu suchen ist, dass die einzige systematische
Untersuchung auf Diabetes bei Herzerkrankungen durchgeführt wird. Ein
größerer Anteil dieser Patienten ist jedoch männlichen Geschlechts.

Die Überwachungsorganisation wies ebenfalls nach, dass bei weniger als
50 Prozent der diagnostizierten Patienten Augentests durchgeführt
wurden. Damit wurden sie dem Risiko einer Erblindung ausgesetzt, einer
der Langzeitkomplikationen bei Diabetes. 56 Prozent der Patienten
gelang es nicht, ihre Glukosewerte innerhalb des vorgeschriebenen
Bereiches zu halten. Die Kontrollbehörde empfiehlt daher, dass
frühzeitig für den Großteil der Patienten Glukose-, Cholesterin- und
Blutdrucktests durchgeführt werden sollten. Anna Walker,
Generaldirektorin der Healthcare Commission, erklärte, dass sie
Fortschritte seitens des NHS erwarte. Regionale Behörden würden in
Zukunft dahingehend bewertet werden.

Wein-Geschmack kann auch durch Preis beeinflusst werden

„Weinprobe in der Röhre“ – Warum teurer Wein vermeintlich besser schmeckt

(BZfE) – Dass identische Produkte durch höhere Preise

unterschiedlich bewertet werden, ist als

„Marketing-Placebo-Effekt“ seit Längerem bekannt. Der Preis

entfaltet allein durch die ihm zugeschriebene Eigenschaften eine

Wirkung: „Qualität hat ihren Preis“. Was sich dabei in unserem

Gehirn genau abspielt, war allerdings bislang unbekannt. Ein

Forscherteam der INSEAD Business School und der Universität Bonn

wollte es wissen und schickte 30 Studienteilnehmer in den

Kernspintomografen.

Die Weinprobe im Liegen – mithilfe eines Schlauchs – wurde am

Hirnscanner des Life & Brain Zentrums an der Universität Bonn

durchgeführt. „Wie erwartet gaben die Probanden an, dass der Wein

mit dem höheren Preis besser schmeckt als ein scheinbar

günstigerer“, so Professor Hilke Plassmann von der INSEAD Business

School.

Was sich in der Röhre zeigte: Bei höheren Preisen wurden vor allem

das Frontalhirn und zudem auch das ventrale Striatum stärker

aktiviert. Während das Frontalhirn insbesondere am Preisvergleich und

damit an der Erwartung beteiligt zu sein scheint, ist das ventrale

Striatum Teil des Belohnungs- und Motivationssystems. „Das

Belohnungssystem wird bei höheren Preisen deutlich stärker aktiviert

und verstärkt auf diese Weise offenbar das Geschmackserlebnis“,

interpretiert Professor Bernd Weber vom Center for Economics and

Neuroscience (CENs) der Universität Bonn die Ergebnisse. Zum Glück

hat der Marketing-Placebo-Effekt auch Grenzen: „Wenn zum Beispiel

eine Plörre für 100 Euro angeboten würde, bliebe dieser Effekt

absehbar aus“, so Weber.

Für die Verbraucherinformation ergibt sich die spannende Frage, wie

man für solche Placebo-Effekte weniger empfänglich wird.

Möglicherweise durch eine Geschmacksschulung. Vielleicht hilft aber

auch schon die bloße Einsicht in die Erkenntnis, dass der Preis als

Qualitätskriterium unserem Belohnungssystem ein Schnippchen schlagen

kann.

Störungen des Hormonsystems durch chemische Substanzen vermutet

Endokrine Disruptoren: Störungen des Hormonsystems durch 800 verschiedene chemische Substanzen bekannt oder vermutet

Bochum, 12. März 2013: Die Vereinten Nationen und die Weltgesundheitsorganisation fordern in ihrem Gemeinsamen Bericht 2012 (1) für chemische Substanzen, die das Hormonsystem schädigen können, 1. bessere Tests, 2. mehr Forschung, 3. umfangreichere Berichterstattung und Information sowie 4. vermehrte Kooperation und Informationsaustausch unter den Wissenschaftlern.

A. Bergman aus Stockholm und Mitarbeiter (1) schreiben in dem bis heute umfassendsten Bericht über endokrine Disruptoren, dass von annähernd 800 chemischen Substanzen bekannt ist oder angenommen wird, dass sie mit Hormonrezeptoren, der Hormonsynthese oder Hormonumwandlungsprozessen interferieren. Nur eine sehr kleine Zahl dieser Chemikalien sei bisher untersucht und auf ihre endokrinen Effekte im intakten Organismus getestet worden. Endokrine Disruptoren wie etwa Bisphenol A oder Phthalate werden synthetisch hergestellt, finden sich aber auch in der Natur. Sie kommen in Pestiziden, elektronischen Artikeln, Kosmetika und anderen persönlichen Produkten sowie in der Nahrung vor.

Der neue Bericht befasst sich insbesondere mit den potentiellen Effekten einer Exposition auf die Entwicklung des kindlichen Nervensystems, Genitalmissbildungen bei Jungen, das Aufmerksamkeits/Hyperaktivitätssyndom bei Kindern und auf endokrin-bezogene Krebsformen von Prostata, Brust und Schilddrüse. Chemikalien interferierten auch mit dem Stoffwechsel, der Fettspeicherung und der Entwicklung des Knochen- und des Immunsystems. Endokrine Disruptoren würden aus vielen Quellen stammen wie industriellen und städtischen Emissionen, aus in der Landwirtschaft eingesetzten Produkten oder auch aus der Abfallbeseitigung. Sie könnten über viele Wege in den Körper gelangen wie das Wasser und Nahrungsmittel, über die Luft oder Hautkontakt. Da das Hormonsystems auch unabhängig von chemischen Disruptoren gestört werden kann wie zum Beispiel durch weitere Umweltfaktoren, das mütterliche Alter, die Ernährung oder Virusinfektionen sei eine intensivere Forschung nötig.
Es werden vier Empfehlungen gegeben, wie schon im ersten, einleitenden Satz ausgeführt: Sie betreffen Teste, Forschung, Information und Kooperation.

Kommentar des Referenten

Auf die zunehmende Bedeutung der Endokrinen Disruptoren hat die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie schon seit mehreren Jahren in Kongressreferaten, Pressemitteilungen und Blogbeiträgen immer wieder hingewiesen. Dies betraf vor allem Bisphenol A wie aus der Innenbeschichtung von Konservendosen, sowie die Phthalate, die als „Weichmacher“ in der Plastikindustrie breite Verwendung finden (2-5). Die Europäische Union hat erst vor wenigen Tagen eine Sitzung zum Thema : „Wachsende Verwendung von Plastikmaterial und Zunahme von Plastikmüll“ abgehalten Das Fernsehen hat in Deutschland breit darüber berichtet, wobei auch die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie ihre Bedenken äussern konnte. Bei den vielen Anfragen von Fernsehanstalten und Journalisten zu diesem Thema, aber auch zu anderen in der Nahrung enthaltenen oder zugesetzten Substanzen wird der Mediensprecher regelmäßig gefragt, „was man denn machen könne, um sich vor allen diesen (potenziell) schädlichen Substanzen zu schützen. Die Antwort ist stets: „So natürlich wie möglich leben, naturnah essen und trinken“. Also so wenig wie möglich Fertigkost, in Plastik Verpacktes, statt Konserven Frisches vom Markt, frisches Leitungswasser oder Getränke nicht aus Plastikflaschen oder Verbundpackungen. Nicht alle nur erdenklichen Kosmetika auf die Haut auftragen oder Sprays verwenden usw. Wenn man so will, gewissermaßen ein „Zurück zur Natur“. Dass freilich nicht überall, wo „Bio“ drauf steht, „Bio“ drin ist, haben wir ja erst kürzlich erfahren müssen.

Helmut Schatz

Aquarellfarben

Bei Hobbykünstlern und Profis gleichermaßen ist die Aquarellmalerei bis
heute überaus beliebt. Einerseits tragen erste kindliche Erfahrungen
mit Wasserfarben dazu bei, andererseits ist es der ganz besondere
sinnliche Farbeindruck: Zarte fließende Farben und weiche Übergänge
erzeugen häufig romantische Bilder, die den Betrachter in den Bann
ziehen.
Aquarellbild von Rita Minge
Dabei hat das Malen auf der Basis von „Aqua“, also Wasser, eine lange
Tradition. Bereits im antiken Ägypten wurden Papyrusrollen mit
wasserlöslichen Pigmenten bemalt und auch im Mittelalter dienten
Aquarellfarben zur Kolorierung von Büchern. Aber erst durch Albrecht
Dürer gelangte die Aquarellmalerei Anfang des 16. Jahrhunderts zu Ruhm
und Ehre. Beispiele für hervorragende Aquarelle Dürers sind z.B. „Die
Drahtziehmühle (1494)“ oder auch „Das große Rasenstück (1503)“.

Hier ein Rezept für eine hervorragende und flüssige Aquarellfarbe.

Sie benötigen :

4 g Pigmentpulver (Bekommt man im Künstlerbedarf oder über das
Internet. Achten Sie darauf, dass Sie nur ungiftige Farben verwenden.)
10 g Gummi arabicum (Aus dem Künstlerbedarf oder Apotheke. Wird aus dem
Harz einer afrikanischen Akazienart gewonnen. Ein Bindemittel, dass
dafür sorgt, dass die Farbpigmente am Untergrund haften.)
5 Tropfen Glycerin (Erhöht die Elastizität, damit die Farbe später nicht reißt.)
4 g Honig (Wirkt als Feuchtigkeitspuffer und sorgt dafür, dass die Farbe gleichmäßig abbindet.)
1 Msp. Sorbinsäure (Konservierungsstoff, der auch als Lebensmittel-Zusatzstoff zugelassen ist)
20 ml warmes Wasser (Lösungsmittel)

Alles in einem Glas anrühren und ca. 3 Stunden warten bis sich das
Gummi arabicum vollständig aufgelöst hat. In Mini-Gefrierdosen oder,
ganz praktisch, in einen Eiswürfelformen abfüllen.

Als Maluntergrund empfiehlt sich spezielles und vor allem weißes
Aquarellpapier. Weiße Farben werden einzig und allein durch den hellen
Untergrund repräsentiert. Deckweiß o.ä. wird nicht verwendet.

Die Farbe wird mit dem Pinsel oder einem Schwämmchen dünn aufgetragen.

Viel Spaß beim Malen.

Text & Rezept von Horst Minge
Aquarellbilder : Freundliche Leihgabe von Rita Minge

 

Schnabeltier-Milch als Waffe gegen Killer-Keime

Schnabeltier-Milch als Waffe gegen Killer-Keime

Struktur von entscheidendem Protein erstmals im Labor entschlüsselt

Schnabeltier hat antibakterielle Milch (Foto: csiro.au/Laura Romin/Larry Dalton)
Schnabeltier hat antibakterielle Milch (Foto: csiro.au/Laura Romin/Larry Dalton)

Canberra (pte011/15.03.2018/10:30) –

Forscher der Commonwealth Scientific and Industrial Research Oganisation http://csiro.au und der Deakin University http://deakin.edu.au haben das Rätsel um die antibakterielle Wirksamkeit der Milch des
Schnabeltiers gelöst. Damit rückt eine neue Waffe im Kampf gegen
weltweite Resistenzen gegen Antibiotika näher. Möglich gemacht wurde die
Entdeckung durch die Nachbildung eines speziellen Proteins der Milch im
Labor.

Antibakterielle Eigenschaften

Laut Forschungsleiterin Janet Newman haben
Schnabeltiere eine außergewöhnliche Biochemie. "Das Schnabeltier gehört
zu den Kloakentieren, einer kleinen Gruppe von Säugetieren, die Eier
legen und Milch produzieren, um ihren Nachwuchs zu ernähren. "Durch die
genauere Untersuchung der Milch haben wir ein neues Protein beschrieben,
das über antibakterielle Eigenschaften verfügt, die das Potenzial
haben, Leben zu retten."

Da Schnabeltiere über keine Zitzen verfügen, wird die
Milch am Bauch für die Jungen freigesetzt. Die sehr nahrhafte Milch wird
der Umwelt ausgesetzt, die Jungtiere werden dabei anfällig für
Bakterien. Laut Julie Sharp von der Deakin University ist das der Grund,
warum die Milch der Schnabeltiere ein Protein mit ungewöhnlichen und
schützenden Eigenschaften enthält. Daher war das Team an der Struktur
des Proteins und seinen Eigenschaften interessiert. Man wollte
herausfinden, welcher Teil des Proteins genau wofür verantwortlich ist.

Bisher unbekannte 3D-Faltung

Mittels neuer Verfahren wurde Protein im Labor
hergestellt und seine Struktur entschlüsselt. Dabei entdeckten die
Forscher eine bisher unbekannte 3D-Faltung. Aufgrund seiner
lockenartigen Form erhielt das Protein die Bezeichnung "Shirley Temple".
Eine Referenz an die Locken des früheren Kinderstars. Laut Newman ist
die neue Proteinfaltung sehr ungewöhnlich.

"Obwohl wir dieses Protein als nur bei Kloakentieren
vorkommend identifiziert haben, verbessert diese Entdeckung unser Wissen
über Proteinstrukturen im Allgemeinen und wird bei unserer Forschung
anderer Medikamente berücksichtigt werden." Derzeit suchen die
Wissenschaftler nach Partnern für die weitere Erforschung der Milch der
Schnabeltiere. Die Forschungsergebnisse wurden in "Structural Biology
Communications" veröffentlicht.