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„Analog-Käse“ – Brauchen wir strengere Gesetze?

Berichte der Medien über Lebensmittelimitate wie „Analog-Käse“ oder Formfleisch-Schinken haben in den vergangenen Monaten in der breiten Öffentlichkeit großes Aufsehen erregt und nicht selten die Forderung nach einem verbesserten Verbraucherschutz durch strengere Gesetze laut werden lassen. Brauchen wir tatsächlich neue Gesetze oder muss die Einhaltung der bestehenden Anforderungen besser überwacht werden? Auf dem Deutschen Lebensmittelchemikertag, den die Lebensmittelchemische Gesellschaft, die größte Fachgruppe in der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) vom 14. bis 16. September 2009 in Berlin veranstaltet, diskutieren etwa 500 Lebensmittelchemiker neben dieser Frage weitere aktuelle Themen aus den Bereichen Verbraucherschutz und Lebensmittelwissenschaften.

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder öffentliche Diskussionen über die Verwendung von Lebensmittelimitaten. Verbraucherzentralen, Verbrauchervereine und Spitzenpolitiker haben vor allem im Zusammenhang mit Begriffen wie „Analog-Käse“ und Formfleisch-Schinken wiederholt den Vorwurf einer groben Verbrauchertäuschung erhoben und nicht selten strengere Gesetze zum Schutz der Verbraucher gefordert.

Lebensmittelimitate zählen seit Jahrzehnten zu unserem Lebensmittelangebot und spielen zum Teil eine bedeutende Rolle in den Speiseplänen. Margarine (als Ersatz für Butter), kakaohaltige Fettglasur (als Ersatz für Schokolade) oder Kunsthonig (als Ersatz für Bienenhonig) sind nur einige besonders hervorragende Beispiele. Die meisten Lebensmittelimitate sind aufgrund ihrer Zutaten geringwertiger als ihre Vorbilder. Die Gefahr einer Verbrauchertäuschung liegt bei diesen Erzeugnissen auf der Hand.

Bereits seit den 1960er Jahren enthalten unser Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) und seine Vorgänger deshalb strenge Verbotsvorschriften zum Schutz der Verbraucher vor Täuschung und Irreführung. Lebensmittelimitate, so genannte nachgemachte Lebensmittel, dürfen demnach nicht ohne ausreichende Kenntlichmachung, die eine Verwechslung mit dem Vorbild verhindern muss, in den Verkehr gebracht werden. Von dem Vorbild abweichende Bezeichnungen und Zutatenlisten müssen eine eindeutige Unterscheidung der Imitate vom Vorbild zulassen. Für einige Lebensmittel gibt es zusätzlich einen EU-weit geltenden Bezeichnungsschutz. Erzeugnisse aus Pflanzenfetten und anderen Zutaten, die wie Käse aussehen, dürfen weder als „Käse“ oder „Analog-Käse“ bezeichnet werden, noch darf der Begriff „Käse“ in der Kennzeichnung verwendet werden. Dies gilt auch, wenn die Lebensmittelimitate als Zutat anderer Lebensmittel verwendet werden. Verstöße gegen diese Vorschriften sind in der Regel Ordnungswidrigkeiten, die bei ihrer Erkennung mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass Verstöße gegen die genannten Verbote zum Schutz vor Täuschung im Zusammenhang mit nachgemachten Lebensmitteln nur sehr selten bei Produkten zu finden sind, die in Fertigpackungen und somit mit einer vollständigen Kennzeichnung angeboten werden. Relativ häufig werden dagegen Lebensmittelimitate unter falscher Bezeichnung in gastronomischen Betrieben sowie im Thekenverkauf, wo keine Zutatenlisten angegeben werden können und müssen, angeboten.

Die systematische Kontrolle von Lebensmitteln aus der Gastronomie und handwerklichen Lebensmittelbetrieben wie Bäckereien ist mit einen sehr großen Personal- und Sachaufwand verbunden. Industriebetriebe und große Einzelhandelsunternehmen lassen sich dagegen vergleichsweise leicht überwachen, weil die Stückzahlen, der unter gleichen Bedingungen und nach gleichen Rezepturen hergestellten Produkte groß sind. Die angespannte Lage der meisten öffentlichen Haushalte verhindert oftmals eine flächendeckende Überwachung der handwerklichen Lebensmittelbetriebe und der Gastronomie. Die Abgabe einer mit Formfleischerzeugnissen belegten „Schinken-Pizza“, einer mit Margarine bestrichenen „Butter-Brezel“ oder eines mit Pflanzenfetterzeugnissen hergestellten „Käsebrötchens“ an den Verbraucher bleiben deshalb zu häufig unbemerkt durch die Behörden der Lebensmittelüberwachung.

Die Lebensmittelchemische Gesellschaft (LChG) vertritt die Auffassung, dass eine Verbesserung des Schutzes der Verbraucher vor Täuschung durch Lebensmittelimitate nicht durch zusätzliche gesetzliche Anforderungen an die Lebensmittelkennzeichnung erreicht werden kann. Vielmehr hält es die LChG für sinnvoller, die amtliche Lebensmittelüberwachung und -untersuchung durch Zuweisung von ausreichenden Sach- und Personalmitteln in die Lage zu versetzen, auch Lebensmittel aus gastronomischen Betrieben und Lebensmittel, die im Thekenverkauf angeboten werden, umfassender zu kontrollieren.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 28.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie unterhält 26 Fachgruppen und Sektionen. Mit rund 2.800 Mitgliedern ist die Lebensmittelchemische Gesellschaft die größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet mit dem Deutschen Lebensmittelchemikertag die zentrale Jahrestagung der Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker in Deutschland. Mehr als 500 Wissenschaftler aus der Wirtschaft sowie aus Behörden, Handelslaboratorien, Hochschulen oder anderen Forschungseinrichtungen treffen sich hier, um die Weiterentwicklung ihrer Wissenschaft in Vorträgen und Postern vorzustellen und zu diskutieren. 2009 findet der Deutsche Lebensmittelchemikertag vom 14. bis 16. September in Berlin statt. Einen Einblick in ihre Arbeiten gibt die Lebensmittelchemische Gesellschaft in diesem Jahr auch in der Aktuellen Wochenschau (www.aktuelle-wochenschau.de).

 

Jungbrunnen für Haut und Körper

Mikronährstoffe: Jungbrunnen für Haut und Körper

Intelligente Energiekosmetik repariert energieliefernde Mitochondrien

Experten geben Tipps zum Anti-Aging
Experten geben Tipps zum Anti-Aging
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Wien (pte017/03.06.2014/12:40) –

Um der Gefahr chronischer Krankheiten vorzubeugen und eine Alterung der
Haut zu vermeiden, raten Experten zu einem gesunden Lebensstil und der
bedarfsgerechten Zufuhr hochwertiger Mikronährstoffe. Denn auf diese
Weise werden die Mitochondrien, die wiederum Energie in Form von
Adenosintriphosphat (ATP) bereitstellen, repariert und wieder zu ihrer
vollen Aktivität befähigt. Im Rahmen eines Pressegesprächs zum Thema
"Anti-Aging mittels innovativer Energiekosmetik" haben Fachleute heute,
Dienstag, in Wien umfassend informiert.

"Kraftwerke unserer Zellen"

"Die natürlichen Abbauprozesse werden durch
Umwelteinflüsse beeinflusst, vor allem durch unausgewogene Ernährung,
Bewegungsmangel, Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, Stress und
UV-Licht", unterstreicht Paul Sator, Dermatologe in Wien und
Großweikersdorf http://hautarzt.cc , gegenüber pressetext. Ungesunde Lebensstilfaktoren bewirken laut dem
Mediziner eine zunehmende Belastung des Organismus mit freien Radikalen,
die ihrerseits wiederum die Zellen schädigen können. Hochwertige
Kosmetik wirke dem entgegen.

Mitochondrien gelten als "Kraftwerke unserer Zellen".
Die Zahlen zeigen ihre Wichtigkeit: Jede Körperzelle besitzt rund 1.500
Mitochondrien, die mittels Zitronensäurezyklus und der Atmungskette ATP
produzieren. Dieses ist als "Energie-Währung" und "Lebensenergie"
anzusehen. "Daher ist es wichtig, intakte Mitochondrien zu pflegen und
geschwächte zu regenerieren", sagt Christian Matthai, Ernährungs-,
Sport- und Orthomolekularmediziner sowie Buchautor, im
pressetext-Gespräch. Mikronährstoffe und vor allem Antioxidantien seien
nötig.

Anti-Aging mit "Regulat Beauty"

Angesichts der Bedeutung gesunder Zellen setzen immer mehr Menschen auf Naturkosmetik wie "Regulat Beauty" http://regulat.com mit kaskadenfermentierten Enzymen. Das Mittel ist vollbiologisch, gut
verträglich und verfügt über eine zertifizierte Wirksamkeit. Das
Nahrungsergänzungsmittel wurde aus frischen Früchten wie Datteln,
Feigen, Acerola und Zitrone sowie aus Nüssen wie Kokos- und Walnuss,
aber auch aus Gemüse, etwa Kurkuma, Sellerie, Erbsen, Artischocken,
Hirse, Sojabohnen und -sprossen als auch aus Zwiebeln hergestellt.

"Ich suchte vergeblich für meine empfindliche, trockene
und zu Allergien neigende Haut eine verträgliche Kosmetik. Auf die Idee
gebracht haben mich die positiven Erfahrungsberichte glücklicher
Kunden, die bei der äußerlichen Anwendung des kaskadenfermentierten
Regulatkonzentrats festgestellt hatten, dass es die Haut glättet,
beruhigt und jünger macht", erläutert Cordula Niedermaier-May, die 2004
das kaskadenfermentierte Biokonzentrat "Regulatpro Bio" entwickelt hat,
was die Basis für "Regulat Beauty" war.

Körpereigene Abwehrmechanismen beschäftigen internationale Forscher

Spezialisten diskutieren Grundlagen an der Kieler Uni

Epithelien, Zellschichten, die die inneren und äußeren Oberflächen des Körpers auskleiden, sind permanent dem Angriff von Krankheitserregern ausgesetzt. Erstaunlicherweise kommt es aber an diesen natürlichen Barrieren nur selten zu Infektionen. Vom 30. August bis 1. September beleuchten über 20 Spezialis-ten während des internationalen Symposiums "Molecular Mechanisms of Epi-thelial Defense” (Molekulare Mechanismen der epithelialen Abwehr) in Kiel die Mechanismen der Abwehr von Krankheitserregern.

Die englischen Fachvorträge behandeln sowohl bereits publizierte wie auch neue Forschungsergebnisse und werden im Hörsaal der Kinderklinik des Uni-versitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK-SH), Campus Kiel, gehalten. Die Tagung wird gemeinsam organisiert vom Sonderforschungsbereich (SFB) 617 und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Sie richtet sich an interessiertes, fachkundiges Publikum und ist kostenlos, weitere Informationen und Anmeldung unter www.uni-kiel.de/SFB617/.

Während des Symposiums werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Schweden und den USA über ihre Forschungsschwerpunkte referieren, von Immunität am Modell der wirbellosen Tiere bis zu entzündlichen Erkrankungen an Grenzflächen des Menschen.

Mit Sonderforschungsbereichen fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) langfristige Forschungsprojekte, die Wissenschaftler aus mehreren Ar-beitsgruppen und Disziplinen zusammenbringen, um neue Erkenntnisse zu einem Thema zu erlangen. Der SFB 617 ist seit 2002 an der Uni Kiel und am Forschungszentrum Borstel angesiedelt und beschäftigt sich mit der Rolle des Epithels als möglichen Teil des angeborenen Immunsystems.

Kontakt:
Prof. Dr. Jens-Michael Schröder
Sprecher des SFB 617
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsklinikum Kiel
Tel: 0431/597-1536
E-Mail: jschroeder@dermatology.uni-kiel.de
SFB-Sekretariat: drottmann@dermatology.uni-kiel.de

Krebspatienten oft mit genetischem Risiko

fzm – Jede zehnte bis zwanzigste Krebserkrankung ist erblich bedingt.
Die Menschen erkranken, weil ein oder mehrere Gene die Entstehung des
Tumors begünstigen. Häufig besteht dann die Gefahr weiterer Tumoren,
und auch enge Verwandte der Krebspatienten sind krebsgefährdet. Eine
humangenetische Untersuchung würde vielfach Klarheit verschaffen. Doch
nur wenige Betroffene nehmen die Dienste der Humangenetiker in
Anspruch, beklagt der Psychologe Gregor Weißflog von der Universität
Leipzig in einem Beitrag der DMW Deutschen Medizinischen Wochenschrift
(Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2006).

Ein erster Hinweis auf eine erbliche Krebsform liegt laut Weißflog vor,
wenn zwei oder mehr enge Verwandte am gleichen Krebs erkranken. Ein
weiteres Kennzeichen ist ein ungewöhnlich junges Erkrankungsalter. Wenn
dann eine der etwa 25 verschiedenen Krebserkrankungen vorliegt, bei
denen eine Vererbung möglich ist, sollten die Patienten von einem
Humangenetiker untersucht werden. Dieser führt dann eine
Stammbaumanalyse durch. Häufig kann der Verdacht auch durch einen
Gentest bestätigt werden. Doch Beratungen sind die Ausnahme: "Unsere
Untersuchung hat gezeigt, dass nur zwölf Prozent der Patienten mit
Verdacht auf einen erblichen Tumor eine Beratung erhalten", berichtet
Weißflog. Der Psychologe vermutet, dass viele Ärzte die Patienten nicht
auf die Möglichkeit hinweisen. Warum dies nicht geschieht, darüber kann
Weißflog nur spekulieren. Vielleicht seien viele Ärzte unzureichend
informiert oder Zeitdruck und andere Hemmnisse halte sie davon ab, ihre
Patienten ausreichend zu befragen. An Fortbildungsmöglichkeiten oder
Nachschlag-Manualen fehle es jedenfalls nicht und auch die Richtlinien
der Bundesärztekammer würden die Beratung fordern. Wenn sie
unterbleibe, dann habe dies für die Patienten und für eventuell
betroffene Angehörige negative Auswirkungen. Weißflog: "Für einige
genetisch bedingte Krebserkrankungen konnte bereits nachgewiesen
werden, dass die Sterberate durch eine Früherkennung gesenkt werden
kann."

G. Weißflog et al.:

Bedeutung der Identifikation von hereditären Tumorerkrankungen in der onkologischen Routinediagnostik

Deutsche Medizinische Wochenschrift 2006; 131 (1/2): 26-28

Im Internet

Projekt Molekulargenetische Unter- und Überdiagnostik der Universität Leipzig

http://www.uni-leipzig.de/~sasm/projekte/weissflog01.htm

Parkinson: Mit kleinen Tricks von Schritt zu Schritt

fzm – Plötzlich scheinen die Füße am Boden festzukleben, und der nächste Schritt will einfach nicht gelingen – von diesem als "Freezing of Gait" bezeichneten Phänomen sind bis zu 60 Prozent der Parkinson-Patienten betroffen. Um schneller wieder in Gang zu kommen, können die Betroffenen auf externe Auslöser, so genannte Cues, zurückgreifen. Wie diese kleinen Tricks dazu beitragen, die motorische Blockade zu überwinden, beschreiben die Physiotherapeutinnen Frauke Schroeteler und Kerstin Ziegler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "physiopraxis" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2009).

"Patienten, die unter Freezing of Gait leiden, sind erheblich in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt", betonen die Therapeutinnen, die sich am Neurologischen Krankenhaus München hauptsächlich der Behandlung von Patienten mit Parkinson-Syndromen widmen. Den Betroffenen kann es etwa passieren, dass sie vor der geöffneten U-Bahn-Tür stehen, es ihnen aber nicht gelingt, die Füße rechtzeitig vom Boden zu lösen um die Bahn zu betreten. Es ist daher sinnvoll, die Überwindung solcher Freezing-Blockaden im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung zu trainieren. Externe Signale sind dabei ein einfaches und effektives Hilfsmittel.

Je nach Art der motorischen Blockade und den Vorlieben des Patienten stehen unterschiedliche "Taktgeber" zur Verfügung, wie Frauke Schroeteler und Kerstin Ziegler schreiben. Oft haben die Betroffenen Probleme damit, nach längerem Sitzen oder Stehen den ersten Schritt zu tun – wie im U-Bahn-Beispiel. Dann helfen sogenannte One-off-Cues, Auslöser also, die einmalig angewendet werden, um den Bewegungsbeginn zu erleichtern. So kann etwa ein einfacher Laserpointer, der sich unauffällig in der Jackentasche verstauen lässt, als optischer Signalgeber dienen: Der Patient projiziert bei Bedarf einen Lichtpunkt dort vor sich auf den Boden, wohin er den Fuß setzen möchte. Manche Patienten profitieren auch von einem Anti-Freezing-Gehstock, der auf Knopfdruck eine kleine Leiste in Bodennähe ausklappt. Diese dient ebenfalls als visueller Cue für den nächsten Schritt.

Auch mithilfe akustischer Signale lässt sich die motorische Blockade überwinden, etwa indem der Patient in die Hände klatscht oder einzelne Wörter oder Zahlen ausspricht. Wenn die Freezing-Episoden gehäuft auch während des Laufens auftreten, können rhythmische Cues hilfreich sein. Rhythmusbetonte Musik, das regelmäßige Klicken eines Metronoms oder gedankliches Zählen können den Lauftakt vorgeben und dabei helfen, Unterbrechungen zu verhindern.

Welcher externe Auslöser auch gewählt wird, immer gilt: Viel trainieren hilft viel. Schroeteler und Ziegler verweisen auf Studien, nach denen sich mit steigender Trainingsintensität die Dauer der Freezing-Episoden verkürzt. Demnach sollten auch alltägliche multiple-task-Situationen, in denen der Patient sich nicht völlig auf das Gehen konzentrieren kann, bereits in der Therapie trainiert werden. Dann, so die Münchener Therapeutinnen, kann der eingeübte Umgang mit den externen Cues letztlich leichter in den Alltag übertragen werden.

Hinweise auf Vulkanausbrüche gefunden

Geowissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts zurück von Expedition in die Labradorsee – Bremerhaven, den 20. Juli 2009. Wissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut haben auf einer Expedition mit dem Forschungsschiff Maria S. Merian die Geologie des Meeresbodens in der Labradorsee untersucht. Vor der Südspitze Grönlands haben sie die so genannte Eirik Drift vermessen, eine mehrere hundert Kilometer lange, rückenartige Struktur. Dabei entdeckten sie am südwestlichen Rand ihres Untersuchungsgebietes einen unterseeischen Berg, der darauf hinweist, dass hier in den letzten Millionen Jahren Vulkane ausgebrochen sind.

Vor der Südspitze Grönlands erhebt sich die Eirik Drift etwa 2500 Meter über den umgebenden Meersboden. Seit ungefähr zehn Millionen Jahren lagern sich hier Sedimente ab und bilden eine rückenartige Struktur. Diese Sedimente werden von den Meeresströmungen in der Grönlandsee abgetragen und in der Labradorsee wieder abgelagert, wie man es auch von den strömungsbedingten Sandverlagerungen zum Beispiel bei Sylt kennt. Mit dem sich ändernden Klima, dem Übergang von wärmeren Zeiten zu unserem heutigen Klima, hat sich diese Strömung verlagert und in ihrer Stärke verändert. Zusätzlich transportieren Eisberge Gesteinsmaterial, das von Grönland stammt, auf den Meeresgrund. Gletscher haben es von der Insel abgehobelt und, nachdem sie zu Eisbergen zerbrochen sind, über den Ozean verteilt. Mit dem sich ausdehnenden und abschmelzenden Eispanzer in den erdgeschichtlichen Zyklen von Eis- und Warmzeiten findet dieses Material seinen Weg auch zur Eirik Drift.

Die Eirik Drift ist somit ein Archiv für die Aktivität des westlichen Randstroms Grönlands und die Dynamik der grönländischen Eisbedeckung. Dort kann man Klimaveränderungen und Strömungsverlagerungen in den letzten zehn Millionen Jahren untersuchen. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass sich die Drift stark nach Norden und Westen verlagert hat. Dieses Ereignis fand ungefähr vor 5,6 Millionen Jahren statt. Es hat zwar auch schon davor eine Sedimentdrift gegeben, allerdings haben sich Geschwindigkeit und Lage der Strömung stark geändert. Mit Hilfe von Computermodellen werden die Wissenschaftler die Daten weiter analysieren, um diese Veränderungen genauer beschreiben zu können.

Während der seismischen Vermessungsarbeiten mit einem 3000 Meter langen Kabel entdeckten die Forscher Unerwartetes: “Völlig überraschend erschien auf diesen Bildern des Untergrundes im westlichen Bereich der Eirik Drift eine unbekannte Erhöhung, die an zwei Stellen fast durch die Sedimente bis zur Oberfläche des Meeresbodens stößt³, berichtet Fahrtleiterin Dr. Gabriele Uenzelmann-Neben vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft. “Die normalen Abfolgen in der Struktur der Sedimente sind hier gestört³, so die Geophysikerin weiter. Diese Erhebung am Meeresgrund, die die Wissenschaftler Mount Maria S. Merian getauft haben, ist mit etwa 1500 Metern so hoch wie der Feldberg im Schwarzwald. Der unterseeische Berg, ein so genannter Seamount ist durch Vulkanismus entstanden, wodurch die Sedimente nach oben gedrückt wurden. Selbst die jungen Sedimentpakete sind von dieser Umlagerung betroffen.

Daher kann man schließen, dass es sich um ein Ereignis der letzten Millionen Jahre handelt. Dieses Ergebnis verändert das Bild der geologischen Entwicklung des äußeren Teils der Labradorsee. Bisher ging man davon aus, dass die die Bildung des Meeresbodens in der Labradorsee (tektonische Aktivität) vor etwa 45 Millionen Jahren aufgehört hat. Die Entdeckung des Seamounts gibt jetzt einen Hinweis darauf, dass der Meersboden am Ausgang der Labradorsee auch in jüngerer Zeit noch verändert wurde. Ein sich deutlich verändernder Meeresboden hat enorme Auswirkungen auf die Zirkulationswege des Tiefenwassers, das Meeresströmungen wie den Golfstrom antreibt.

Die Expedition mit dem Forschungsschiff Maria S. Merian, das von der Leitstelle Meteor/Merian der Universität Hamburg betrieben wird, startete am 17. Juni 2009 in Reykjavik, Island, und endete dort am 13. Juli auch wieder.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der sechzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Pflanzenöl zerstört Magenbakterium

Pflanzenöl-Wirkstoff zerstört Magenbakterium

Helicobacter pylori durch Nanopartikel mit Linolensäure vernichtet

Tabletten: Nanopartikel besser als Antibiotika (Foto: pixelio.de/Verena Münch)
Tabletten: Nanopartikel besser als Antibiotika (Foto: pixelio.de/Verena Münch)

San Diego (pte001/27.11.2014/06:00) –

Linolensäure, ein Bestandteil von pflanzlichen Ölen, zeigt eine bessere
Wirkung bei der Bekämpfung des Bakteriums Helicobacter pylori als
herkömmliche Antibiotika. Das Bakterium steht in direkter Verbindung mit
Magengeschwüren und Krebs. "Gängige Helicobacter-pylori-Behandlungen
stehen vor einer großen Herausforderung – Antibiotika-Resistenz",
erklärt Liangfang Zhang vom UC San Diego Moores Cancer Center http://cancer.ucsd.edu .

Nanotherapie mit Linolensäure

Diese Herausforderung hat das Forscher-Team aus San
Diego angenommen und eine Alternative zur Behandlung mit Antibiotika
entwickelt. "Unser Ziel war es, eine Nanotherapie zu entwickeln, die ein
raues Magenmilieu übersteht, Helicobacter pylori abtötet und dabei
Resistenz vermeidet", so Zhang. Auf Basis dieser Voraussetzungen haben
die Wissenschaftler das therapeutische Nanopartikel "LipoLLA" kreiert,
das die aus Pflanzenölen bekannte Linolensäure enthält.

LipoLLA gehört zu der Gruppe der Lipide und verbindet
sich im Magen mit der Membran des Bakteriums Helicobacter pylori. Danach
tritt die gespeicherte Ladung Linolensäure aus dem Nanopartikel aus,
zerstört die Membran des Bakteriums und tötet es schlussendlich ab. Die
Forscher konnten an Mäusen demonstrieren, dass die bakterielle Infektion
tatsächlich reduziert wird.

Vorteile gegenüber Antibiotika

Das Nanopartikel ist effektiver als gängige
Antibiotika, wirkt nicht toxisch auf die Mäuse und auch Helicobacter
pylori entwickelt keine Resistenz gegen die Therapie. "Das ist der erste
Schritt, um zu beweisen, dass wir dieses therapeutische Nanopartikel
produzieren und zeigen können, dass es die bakterielle Besiedelung von
Helicobacter pylori reduzieren kann. Wir arbeiten nun daran, das
Partikel noch zu verbessern, es stabiler und effektiver zu machen",
verrät Zhang abschließend.

Überraschend: Indien und China besser als ihr Ruf in Sachen Erdbegrünung

Die Erde wird
grüner – und eine wesentliche Rolle für den seit Jahrzehnten
beobachteten Zuwachs von Blattwerk und Biomasse spielt die intensive
Agrar- und Forstwirtschaft des Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt ein
internationales Forschungsteam mit Beteiligung des Karlsruher Instituts
für Technologie (KIT) nach der Auswertung hochauflösender
Satellitenbilder der Erde. Ihre Studie „China and India lead in greening
of the world through land-use management“ stellen die
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature Sustainability vor. (DOI: 10.1038/s41893-019-0220-7). 

China und Indien tragen
zu rund einem Drittel zur Begrünung der Erde bei, obwohl sich in den
beiden Schwellenländern nur neun Prozent der bewachsenen globalen
Landfläche befinden. Dies ergab die Auswertung hochwertiger
NASA-Satellitendaten. „Seit 18 Jahren messen wir durch Fernerkundung
mithilfe von Satelliten die Entwicklung der Vegetation auf der Erde.
Satelliten-Sensoren ermöglichen es, die Erde mit einer räumlichen
Auflösung von 500 Metern über diesen Zeitraum zu betrachten“, sagt Dr.
Richard Fuchs vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung –
Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU) in Garmisch-Partenkirchen, dem
Campus Alpin des KIT. Der Geograf und Co-Autor der Studie befasst sich
mit globalen Mustern, Ursachen und Umweltfolgen der Intensivierung der
Agrarwirtschaft.

Dass die Erde grüner
wird ist seit Langem bekannt. „Bislang ging man davon aus, dass der
erhöhte Gehalt des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre
das Pflanzenwachstum anregt, allerdings wäre dann zu erwarten gewesen,
dass dies rund um den Globus gleichmäßiger geschieht“, erläutert Fuchs.
Aktuelle Satellitendaten aus den Jahren 2000 bis 2017 zeigten jedoch
Begrünungsmuster der Erde, bei denen intensive Anbau- und Forstgebiete
wie China und Indien, aber auch Europa, auffallend hervorstechen.

Ergrünen ist zweischneidig

Die
landwirtschaftlichen Anbaugebiete in China und Indien wurden seit den
frühen 2000er Jahren nicht wesentlich vergrößert, dennoch ist die
Produktion von Nahrungsmitteln wie Getreide, Gemüse und Obst in den
beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Erde seit 2000 um etwa 35 bis
40 Prozent gewachsen. „Diese Ertragssteigerung ist auf den verstärkten
Einsatz von Dünger und vermehrte Bewässerung zurückzuführen“, sagt
Fuchs. Angesichts der Konsequenzen etwa für die Gewässerqualität durch
den Düngemitteleintrag spricht der Wissenschaftler von einer
Zweischneidigkeit dieses Ergrünens. Die ausgiebige Versorgung der
Pflanzen mit Kalium, Stickstoff und Phosphor erhöht das Volumen der
Biomasse und ermöglicht mehrmalige Ernten pro Jahr. Die Länder tragen
damit wesentlich zur Ernährungssicherung der Weltbevölkerung bei.
Allerdings wird auch deutlich: Fast alle Agrarregionen überdüngen immer
noch gewaltig und schädigen so ihre Umwelt. China unternehme mit der
„Großen Grünen Mauer“ zudem ein ehrgeiziges Aufforstungsprojekt gegen
die Ausbreitung der Wüste.

„Der Faktor Mensch ließ
sich lange Jahre nicht erfassen, jetzt haben wir mehr Klarheit darüber,
welchen bedeutenden Einfluss der Mensch durch seine starken Eingriffe
in den Naturraum auf das Klima hat“, sagt Fuchs. In Modelle einbezogen,
können die Erkenntnisse dazu beitragen, Prozesse des Klimasystems
künftig besser zu verstehen.

An der Studie beteiligt
sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den USA, China,
Indien, Frankreich, Dänemark, Norwegen und Deutschland. Einige ihrer
Verfasser sind zugleich Autoren von Beiträgen in Berichten des
Weltklimarats. „Unsere Grundlagenforschung fließt damit auch in die
wissenschaftsbasierte Entscheidungsfindung der Politik ein“, betont
Fuchs.

Originalpublikation:

Chi Chen, Taejin Park, Xuhui Wang, Shilong Piao, Baodong Xu,