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Training festigt Erinnerungen im Gehirn

Spezialtraining festigt Erinnerungen im Gehirn
Audio- und olfaktorischer Kontext begünstigt Konsolidierung
 
Schlaf: Übung festigt Erinnerung im Hirn (Foto: pixelio.de, C. Dumat)

Evanston/Salzburg (pte001/17.04.2013/06:00) – Das Trainieren, sich an bestimmte Ereignisse zu erinnern, kann deren Festigung im Gehirn begünstigen. Die Übung kann zudem wach oder im Schlaf durchgeführt werden, wie Forscher der Northwestern University http://northwestern.edu herausgefunden haben. Wenn eine Information einen hohen Stellenwert für eine Person hat, wie beispielsweise eine Form, mehr Geld zu verdienen, geht sie die Erinnerung wahrscheinlicher im Schlaf durch und erinnert sich folglich später daran.

Für die Studie mussten sich die Probanden an die Orte von Objekten auf einem Computerdisplay erinnern. Jedes Objekt repräsentierte eine bestimmte Geldsumme, die die Teilnehmer bekommen würden, wenn sie sich nach dem Schlafen an deren Ort erinnerten. Jedes Objekt wurde zudem mit einem bestimmten charakteristischen Sound vorgeführt. Während des Schlafens sowie der Wachheit wurden einige dieser Geräusche manipulativ gespielt, um die Teilnehmer an die wertlosen Objekte unbewusst zu erinnern.

Kontext entscheidend

"Je stärker der explizite Zugang ist, umso einfacher können sich Menschen Sachverhalte merken. Wir haben das beispielsweise mit Wortpaaren durchgeführt, wobei jeweils zwei unabhängige Wörter miteinander verknüpft wurden – zum Beispiel Hund und Keks. Wenn eine Person demnach einen Hund besitzt, der gerne Kekse isst, kann sie sich dies eher merken als andere Personen", schildert Kerstin Hödlmoser vom Institut der Psychologie an der Universität Salzburg http://uni-salzburg.at gegenüber pressetext.

Der Kontext – auch in Verknüpfung mit Gerüchen oder Geräuschen – sei für ein besseres Abrufen eines Ereignisses wesentlich. Das Manipulieren während des Schlafens hänge zudem von dem jeweiligen Schlafstadium ab – das heisst, eine Festigung funktioniere nur während bestimmten Oszillationen.

Bewusstes Vergessen im Schlaf

Der Wissenschaftlerin zufolge gibt es auch einige wenige psychologische Ansätze in umgekehrter Richtung – dass Menschen Ereignisse bewusst löschen können. "Die Versuchpersonen wurden dazu aufgefordert, einen Inhalt am Abend zu lernen. Sie wurden später aber angeleitet, alles wieder zu vergessen. Die Versuchspersonen im Schlaf konnten diese Anleitung besser befolgen als diejenigen, die schlecht geschlafen haben", erklärt die Expertin. Diese Richtung sei jedoch noch unzulänglich erforscht.

Qualitätsanforderungen an Informationen aus der Wissenschaft

Die
Zahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen und der
Wissenschaftsjournale steigt kontinuierlich. Wissenschaftler sehen sich
in wachsendem Umfang neuer wissenschaftlicher Lektüre in ihrem
Fachgebiet gegenüber und sind mit dem Anspruch konfrontiert, im
Wettbewerb mit Fachkollegen eigene Ergebnisse sichtbar zu publizieren.
Gleichzeitig ist die Einschätzung, welche Zeitschriften seriöse
Publikationsorgane sind, zunehmend schwierig, insbesondere für
Nicht-Wissenschaftler. Unter der Vielzahl neu gegründeter
Online-Zeitschriften finden sich auch sogenannte Pseudo-Journale, deren
Auswahl, Redaktion und Begutachtung der eingereichten Beiträge zuweilen
intransparent ist oder wissenschaftlichen Standards nicht genügt. Darauf
weisen die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die
französische Académie des sciences und die britische Royal Society hin.
Die Akademien haben gemeinsame Leitsätze für hochwertige Publikationen
in wissenschaftlichen Zeitschriften formuliert. Diese wurden dem
EU-Kommissar für Forschung Wissenschaft und Innovation, Carlos Moedas,
gestern in Brüssel vorgestellt.

Die
Académie des sciences, die Leopoldina, und die Royal Society
orientieren sich in ihren Leitsätzen für gute wissenschaftliche
Publikationspraxis an vier Kriterien: wissenschaftliche Informationen
sollen effizient und hochwertig verbreitet, Interessenkonflikte
vermieden, die Artikel fair geprüft und Auswahl und Redaktion durch
anerkannte Wissenschaftler verantwortet werden.

Die drei nationalen Akademien der Wissenschaften geben unter anderem folgende Empfehlungen:

·Die
Auswahl und Redaktion der eingereichten Beiträge sollten ausnahmslos
von anerkannten Wissenschaftlern koordiniert und überwacht werden.
Verantwortlicher Herausgeber sollte ein bedeutender Wissenschaftler
sein, der durch ein wissenschaftliches Beratergremium unterstützt wird.
Bezüglich der Auswahl der Artikel empfehlen die Akademien, hauptsächlich
auf wissenschaftliche Qualität, methodische Strenge  und statistische
Belastbarkeit zu achten, anstatt auf den Sensationswert eines Artikels ,
der bei einigen populären Wissenschaftszeitschriften  ein wesentliches
Kriterium ist.

·Die
Gutachter sollten auf Anfrage zur Begutachtung eines Artikels möglichst
innerhalb weniger Tage reagieren, den Umfang ihrer Begutachtung
begrenzen und nachvollziehbare, faire Empfehlungen aussprechen. Mögliche
Interessenkonflikte sollten die Gutachter der Redaktion von sich aus
umgehend mitteilen.

·Die
Gutachter sollten anonym bleiben können, dürfen aber auch freiwillig
auf Anonymität verzichten. Gutachten können veröffentlicht werden,
sofern die Autoren das befürworten. Dies fördert ausgewogenere Berichte
und vermeidet persönliche Angriffe auf die Autoren.

·Fachzeitschriften
sichern die wissenschaftliche Qualität von Publikationen. Damit
bestimmte Forschungsergebnisse schnell zugänglich werden, können
zusätzlich allgemein zugängliche „Präpublikations-Archive“ genutzt
werden. Die Veröffentlichung in diesen Archiven sollte aber eine spätere
Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift nicht verhindern.

·Die
Akademien befürworten Open Access-Bestrebungen und sprechen sich dafür
aus, die Abonnement-Kosten ganz oder weitgehend durch die
Publikationsgebühren zu ersetzen. Die Zahlung dieser
Bearbeitungsgebühren darf aber die redaktionelle Entscheidung über die
Veröffentlichung eines Artikels keinesfalls beeinflussen. Die
Autorenrechte auf ihr intellektuelles Eigentum dürfen aber durch die
Open Access Bestrebungen grundsätzlich nicht beeinträchtigt werden.

Die Leitsätze finden Sie unter www.leopoldina.org/de/science-publishing

Schmelzwasser auf ostantarktischem Eisschelf

Große Mengen an Schmelzwasser auf ostantarktischem Eisschelf

Entdeckung einer Ringstruktur vor zwei Jahren führt zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen

Bremerhaven, den 12. Dezember 2016. Die ostantarktischen Eisschelfe
könnten anfälliger für Klimaveränderungen sein als bislang angenommen.
Ein Forscherteam unter Beteiligung des Alfred-Wegener-Instituts hat
große Mengen an Schmelzwasser im Roi Baudouin-Schelfeis nachgewiesen.
Verantwortlich dafür sind starke Winde, die warme Luft transportieren
und den Schnee wegwehen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die jetzt in
der Online-Ausgabe des Fachmagazins Nature Climate Change
veröffentlicht worden ist.

Vor zwei Jahren entdeckten internationale Wissenschaftler durch Zufall
eine ungewöhnliche, ringförmige Bruchstelle im Roi Baudouin-Schelfeis in
der Ost-Antarktis. Schnell verbreitete sich die Frage, ob es sich
hierbei um einen Einschlagskrater eines hunderte Tonnen schweren
Meteoriten handeln könnte. Die Vermutung erwies sich jetzt nach näheren
Untersuchungen durch Eis-Experten als falsch.

Im Januar 2016 hat der belgische Wissenschaftler und Erstautor der
Studie Jan Lenaerts von der Universität Utrecht mit einem Team den
Krater vor Ort genauer erforscht. In Kombination mit Klimamodellen und
Satellitenaufnahmen haben sie herausgefunden, was zu dieser Ringstruktur
geführt hat. Ihre Ergebnisse veröffentlichen sie jetzt in der
Online-Ausgabe des Fachmagazins Nature Climate Change.

Tatsächlich handelte es sich nicht um einen Meteoriten-Einschlag. Der
Verdacht hat allerdings zu überraschenden Erkenntnissen geführt. Die
Wissenschaftler konnten mit Beteiligung der AWI-Glaziologen Prof. Dr.
Olaf Eisen und Dr. Veit Helm nachweisen, dass es in der Ost-Antarktis
deutlich größere Mengen an Schmelzwasser gibt als bislang angenommen.
Sie entdeckten zahlreiche glaziale Seen auf und im Eis. Auch bei der vor
zwei Jahren gefundenen Bruchstelle handelt es sich um einen früher mit
Wasser gefüllten glazialen See. Im Schelfeis befinden sich zudem viele
bisher nicht bekannte Schmelzwasser-Flüsse.

Schelfeis ist der auf der Meeresoberfläche schwimmende Teil eines
Gletschers. Es ist für die Stabilität des Eisschildes von Bedeutung,
weil es die Fließgeschwindigkeit des nachrückenden Eises aus dem
Landesinneren bremst. „Das ganze System ist allerdings an einer
Grenzschwelle“, sagt Olaf Eisen. „Wenn es verstärkt zu wärmeren Sommern
kommt, weitet sich die Schmelzfläche aus. Dadurch könnte das Schelfeis
instabiler werden und schließlich auseinanderbrechen. Dies ist noch kein
Horrorszenario, aber eine ernst zu nehmende Beobachtung.“

Als Ursache haben die Wissenschaftler starke Winde ausgemacht,
sogenannte katabatische Winde. Diese wehen vom Hochplateau des
antarktischen Inlandeises hinunter Richtung Küste. Dort gibt es quasi
einen Knick an dem Übergang zwischen dem Abhang des Festland-Eises und
dem horizontal auf dem Wasser liegenden Schelfeis. Die Winde tragen
permanent Luft in diese Region, wie beim Föhn in den Alpen, der am Knick
stärker verwirbelt. An dieser Stelle sorgen die Winde dafür, dass der
Schnee an der Oberfläche kontinuierlich weggeweht wird.

„Das dadurch teilweise offen liegende feste Eis ist dunkler als der
weiße Schnee und absorbiert folglich mehr Sonnenenergie – die Oberfläche
wird stärker erwärmt“, sagt Olaf Eisen. „Normalerweise reichen die
kalten Jahresmitteltemperaturen aus, damit das Wasser schnell wieder
friert. Wenn es allerdings zu warm wird, bildet sich so viel
Schmelzwasser, dass es sich durch das Schelf seinen Weg ins Meer sucht.
Das kann auf Dauer das Schelfeis schwächen und instabiler machen.“

Bei der Ringstruktur selbst handelt es sich um eine sogenannte
Eisdoline. „Sie entsteht, wenn sich Schmelzwasser im Inneren oder nahe
der Oberfläche eines Gletschers ansammelt, an seiner Oberseite wieder
friert, das Wasser darunter aber nach unten abfließt. Dann entsteht im
Gletscher ein Hohlraum, dessen Decke irgendwann einstürzt. In Grönland
und auf Schelfeisen an der Antarktischen Halbinsel werden solche
Trichterbildungen bereits seit den 1930er Jahren beobachtet“, sagt Olaf
Eisen. Für die Ost-Antarktis sind die Kenntnisse allerdings neu – wobei
der Krater selbst keineswegs neu war: Ausgewertete Satellitenbilder
zeigen, dass die Ringstruktur bereits im Jahr 1989 existierte. Olaf
Eisen: „Das Schmelzwasser gibt es dort also schon länger und insgesamt
scheint das System über die vergangenen Jahrzehnte auch stabil gewesen
zu sein. Aber es ist eben deutlich empfindlicher als bisher bekannt. Das
heißt, eine kleine Störung des Systems könnte bereits große
Auswirkungen haben.“

Originalpublikation:

J. T. M. Lenaerts, S. Lhermitte, R. Drews, S. R. M. Ligtenberg, S.
Berger, V. Helm, C. J. P. P. Smeets, M. R. van den Broeke, W. J. van de
Berg, E. Van Meijgaard, M. Eijkelboom, O. Eisen, F. Pattyn: Meltwater
produced by wind-albedo interaction stored in an East Antarctic ice
shelf, Nature Climate Change, DOI: 10.1038/nclimate3180

Diabetes: Vorsicht bei blutzuckersenkenden Artikel

Bochum, 13. Juli 2015:

Im British Medical Journal (BMJ) erschien am 1. Juli 2015 eine Analyse aller
Publikationen von randomisiert- kontrollierten Studien (RCT´s) über
blutzuckersenkende Medikamente von 1993 bis 2013 (1). Von den 110 „Top“-Autoren,
die auf den Veröffentlichungen von 991 RCT´s erschienen, wurden pro Autor im
Durchschnitt 20 Arbeiten (4-47), von 11 unter ihnen sogar 42 Arbeiten (36-77)
publiziert. 48 der 110 Top-Autoren waren Angestellte pharmazeutischer
Unternehmen, von den 991 RCT´s waren 906 kommerziell gesponsert. Bei 704
Artikeln konnte ein Interessenskonflikt untersucht werden: Nur 6% (n=42) waren
völlig unabhängig. Schreibagenturen wurde in den Publikationen über die 991
RCT´s in 439 Fällen (44% ) gedankt.

Von 1993-2013 fanden sich in PubMed 3782 Artikel von 13 592 Autoren über neue
blutzuckersenkende Substanzen. Davon wurden die 110 „profiliertesten“ Autoren
ausgewählt, die 991 RCT´s veröffentlicht hatten. Namen von Personen werden in
der Publikation im British Medical Journal nicht genannt. Die meisten Teilnehmer
an internationalen Diabeteskongressen werden aber wohl zumindest einige von
ihnen schon gesehen und gehört haben. Die Namen kann man auch immer wieder in
den medizinischen Zeitschriften lesen. Eine Wertung dieser Tatsache bzw.
derartiger Publikationen von „Super-Trialisten“ wird im BMJ nicht vorgenommen,
wohl aber wird empfohlen, zukünftig den Anteil eines Autors bei der
Studienplanung, der Durchführung, der Auswertung, Analyse oder der
Manuskriptabfassung besser kenntlich zu machen. Ein Editorial des BMJ zu dieser
Analyse formuliert als Titel die Frage: „Are profilic authors too much for a
good thing?“ (2).

Kommentar

Das International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE) hat vier
Kriterien für eine Autorenschaft aufgestellt, die alle erfüllt sein müssen: 1.
Wesentlicher Beitrag zu Planung, Protokoll, Beschaffung, Analyse oder
Interpretation der Daten. 2. Manuskriptentwurf oder Revision des Artikels. 3.
Finale Approbation vor Veröffentlichung. 4. Verantwortlichkeit für die
Richtigkeit und Vollständigkeit. Dies betrifft jeden einzelnen der Autoren (3).
Eine retrospektive Analyse hatte nur bei 21% der Artikel ergeben, dass diese
Kriterien erfüllt waren. Es wurden weiterhin oft Namen von „honorary authors“
ohne wesentlichen Beitrag genannt, umgekehrt wurden Namen von „ghost authors“
weggelassen.

Auf internationalen Kongressen wie etwa dem Europäischen Diabeteskongress in
Wien 2014 wurden in manchen Plenarvorträgen zu neuen Antidiabetika jedoch
mitwirkende Schreibagenturen schon erwähnt.

Der Referent kennt aus seiner aktiven Zeit als Klinikdirektor Manuskripte für
Übersichtsartikel zu neuen Diabetesmedikamenten, die von Ghost-Writern verfasst
waren und renommierten Zeitschriften angeboten werden sollten. Die Texte wurden
ihm von Firmen mit der Bitte vorgelegt, sie durchzusehen und als Erstautor zu
fungieren. Er hat dies, und auch das angebotene Honorar, abgelehnt. Diese
Entwürfe der Schreibagenturen enthielten zwar keine Fehler oder nicht
zutreffende Aussagen, allerdings manche Auslassungen. Die Formulierungen waren
so gewählt, dass man ungünstige Befunde oder negative Tatsachen etwa über neue
Diabetesmedikamente beim üblichen Durchlesen kaum oder nicht bemerkte, wenn man
sie nicht schon vorher schon gekannt hatte.

Helmut Schatz

Antibakterieller Stoff nutzt Algen statt Silber

pte20141001004 Forschung/Technologie, Medizin/Wellness

Antibakterieller Stoff nutzt Algen statt Silber

Potenzial als Staphylokokken-Killer ohne Gesundheitsrisiken

(pte004/01.10.2014/06:10) – Antibakterielle Gewebe nutzen bislang oft
Silberionen, die selbst als potenziell gesundheitsschädlich gelten.
Daher setzen Forscher an der schwedischen Königlichen Technischen
Hochschule (KTH) http://kth.se nun auf die in Rotalgen vorkommende Substanz Lanosol als sicherere Alternative.

Einsatz in Spitälern

Das Team hat ultradünne Kunststoff-Fäden gefertigt, die gleichmäßig von
dieser Verbindung durchsetzt sind. Gewebe aus diesem Material könnten
beispielsweise für Spitäler interessant sein. Denn Lanosol ist wirksam
gegen Staphylokokken, die für viele Krankenhausinfektionen
verantwortlich sind.

Silberionen sind für ihre antibakterielle Wirkung bekannt und haben
daher selbst schon in Smartphone-Glas Einzug gehalten (pressetext
berichtete: http://pte.com/news/20140107001 ). Allerdings ist der Einsatz von Silber umstritten, beispielsweise hat
in Schweden eine nationale Behörde das Edelmetall selbst als
Gesundheitsrisiko eingestuft. Doch antibakterielle Stoffe sind
beispielsweise für die Prävention von Krankenhausinfektionen sinnvoll.
Hier kommen die neuen KTH-Fäden mit dem Naturprodukt Lanosol als
mögliche Silber-Alternative ins Spiel.

Dünner als ein Haar

Das Team um den KTH-Polymerforscher Mikael Hedenqvist hat ein Verfahren
namens "Electrospinnen" genutzt, um einen biokompatiblen Kunststoff und
Lanosol zu verarbeiten. "Das produziert sehr dünne Fäden, mit einer
Dicke von etwa einem Hundertstel der eines menschlichen Haares", so
Hedenqvist.

Das hat den Vorteil, dass ein Gewebe aus dem Faden eine große Wirkfläche
hat, dank der es effektiver Bakterien abtötet. Zudem verteilt sich die
Substanz gleichmäßig, während silberhältige Partikel oft Klumpen bilden.
Daher hat der Faden auch gute mechanische Eigenschaften. Er ist für
gewobene wie ungeordnete Materialien geeignet.

Hedenqvist zufolge könnten die neuen Fäden in Zukunft beispielsweise für
Luftfilter oder in Textilien in Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Denn
Untersuchungen zufolge tötet die aktive Substanz 99,99 Prozent aller
Bakterien vom Typ Staphylococcus aureus ab. Diese Spezies ist einer der
häufigsten Auslöser von Krankenhausinfektionen, zudem treten zunehmend
Antibiotika-Multiresistente Stämme auf. Entsprechend groß ist der
potenzielle Nutzen von antimikrobiellen Stoffen, die eine Ausbreitung
dieser Bakterien verhindern.

Reisedurchfall ist Risikofaktor

Das Einhalten einfacher Verhaltensregeln schützt vor Montezumas Rache

Aachen (pte/27.06.2005/15:30) – Der Reisedurchfall ist die häufigste
Erkrankung im Urlaub. Jeder zweite Urlauber leidet während seiner
Ferien an Reisediarrhö, wobei das Risiko erheblich vom Reiseziel und
dem individuellen Reisestil abhängt. Durch das Einhalten von einfachen
Verhaltensregeln lässt sich diese Erkrankung jedoch verhindern. "Neben
vernünftiger Hygiene gilt die alte englische Kolonialweisheit "Boil it,
cook it, peel it or leave it!" als Faustformel. Also: Wasser immer
abkochen, die Nahrungsmittel ausreichend erhitzen, Obst und Gemüse
großzügig schälen oder darauf verzichten", berichtet Diplom
Oecotrophologin Ann-Margret Heyenga von der Gesellschaft für
Ernährungsmedizin und Diätetik (GfED) http://www.ernaehrungsmed.de.

Verursacher des Reisedurchfalls sind in den meisten Fällen
Mikroorganismen, die der Urlauber über Trinkwasser oder Lebensmittel
aufnimmt. Wenn der Kreislauf und das Abwehrsystem zudem durch
ungewohnte Klimaverhältnisse, Jetlag und fremde Essgewohnheiten
geschwächt sind, haben die Krankheitserreger leichtes Spiel. Jede
Durchfallerkrankung geht mit einem hohen Verlust an Flüssigkeit und
lebenswichtigen Mineralstoffen einher, was vor allem bei Kindern und
älteren Menschen zu schneller Austrocknung und Kreislaufstörungen
führen kann.

Während und nach dem Durchfall muss der Betroffene auf eine
ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Zu empfehlen sind stilles
Wasser, Kamillen- oder Fencheltee oder eine kräftigende Bouillon. Cola
ist nicht zum Flüssigkeitsersatz bei Durchfall geeignet, da neben dem
hohen Kaloriengehalt das enthaltene Koffein und der hohe Zuckergehalt
den Darm reizen und die Symptomatik dadurch verstärken. Bereits vor
Reiseantritt sollten Informationen beim Arzt oder Apotheker eingeholt
und die wichtigsten Medikamente für den Urlaub besorgt werden. In jede
Reiseapotheke gehören Elektrolytersatz-Präparate, Mittel gegen Übelkeit
und gegen Durchfall, betont Heyenga. Bei schweren
Durchfall-Erkrankungen oder wenn der Durchfall länger als zwei Tage
andauert, sollte man allerdings auf eine Selbstmedikation verzichten
und einen Arzt aufsuchen.

Zu den riskanten Lebensmittelgruppen im Urlaub zählen eisgekühlte
Getränke (Eiswürfel), rohe Salate und Salatsoßen, ungekochtes Wasser
(Leitungswasser), Getränke ohne Versiegelung, ungeschältes Gemüse und
Obst, rohes Fleisch, roher Fisch und Meeresfrüchte, Sahneeis, Softeis,
Mayonnaise und Milch.

Europäische Doktorandenschule für Fusionsforschung startet

Europäische Doktorandenschule für Fusionsforschung startet
IPP ist einer der Partner des International Doctoral College in Fusion Science and Engineering

Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald ist einer von acht Trägern der neuen Graduiertenschule "International Doctoral College in Fusion Science and Engineering" (Fusion-DC), die jetzt im Rahmen des europäischen Programms zur Ausbildungsförderung "Erasmus Mundus" genehmigt wurde. Die mit rund fünf Millionen Euro unterstützte Doktorandenschule bietet 40 Promotionsstipendien für Arbeiten auf dem Gebiet der Fusionsforschung an.

Besonderen Wert legt die Doktorandenschule auf internationalen Erfahrungsaustausch: Die ausgewählten Top-Studentinnen und -studenten werden während ihrer jeweils drei Jahre geförderten Promotionsarbeiten an unterschiedlichen Instituten und mindestens ein halbes Jahr im Ausland forschen, um die komplementären Forschungsschwerpunkte der teilnehmenden Einrichtungen optimal zu nutzen. Zu dem weltweiten Fusionsforschungs-Netzwerk, das die Träger der Doktorandenschule aufspannen, gehören neben dem IPP sieben weitere europäische Partner: die Universitäten in Gent, Lissabon, Madrid, Nancy, Padua und Stuttgart sowie das französische Fusionszentrum in Cadarache. Hinzu kommen als assoziierte Partner elf weitere europäische sowie neun außereuropäische Forschungseinrichtungen in den ITER-Mitgliedsländern China, Japan, Russland und den USA. Dieses Netzwerk bietet den Doktoranden eine kaum überbietbare Vielfalt aktuellster Themen der Fusionsforschung – die Nachwuchswissenschaftler werden während ihrer Ausbildung an den wesentlichen physikalischen und technischen Herausforderungen auf dem Weg zu einem Fusionskraftwerk arbeiten. Nach dem Vorbild der Sonne soll es aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie gewinnen.

Ab Mitte Oktober können sich Physik- und Ingenieurstudenten aus der ganzen Welt um die Stipendien bewerben. "Sie werden dabei nicht nur von der finanziellen Förderung, sondern auch von der breiten Themen- und Expertenpalette des Netzwerks profitieren", meint Professor Dr. Jean-Marie Noterdaeme, der im IPP für die Graduiertenschule zuständig ist: "Die Studentinnen und Studenten können sich für ihre spezielle Forschungsaufgabe zum Beispiel die am besten geeignete Versuchsanlage aussuchen und mit einer andernorts verfügbaren Theorie-Expertise ergänzen. Zudem haben sie Gelegenheit, unterschiedliche Wissenschaftskulturen kennenzulernen." Für die Arbeit an den modernen Fusionsanlagen, insbesondere am internationalen Testreaktor ITER, der zurzeit in weltweiter Kooperation aufgebaut wird, ist das ein gutes Training: Der Bau und Betrieb von ITER wird aus ihren Heimatlaboratorien abgeordnete Ingenieure und Wissenschaftler aus aller Welt in Cadarache zusammenführen.                                                      

Cholesterin Das populäre Unbekannte

Cholesterin Das populäre Unbekannte

Fast die Hälfte aller Deutschen schätzt einen zu hohen Cholesterinwert als gesundheitliches Risiko ein. Doch nur ein geringer Teil berücksichtigt den Cholesteringehalt bei der Auswahl seiner Lebensmittel. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Wissenschaftsjahres Gesundheitsforschung anlässlich des bundesweiten Aktions-Tags des Cholesterins am 17. Juni 2011.

Den meisten Deutschen ist Cholesterin allerdings ein Begriff. So haben fast drei Viertel der Befragten ihre eigenen Werte schon einmal beim Arzt bestimmen lassen. Allerdings wissen die Befragten wenig darüber, in welchen Lebensmitteln Cholesterin eigentlich enthalten ist: So nennt zum Beispiel jeder Dritte Nüsse als cholesterinhaltiges Lebensmittel. Cholesterin befindet sich aber nur in Lebensmitteln tierischer Herkunft. Butter und Eier wurden immerhin von der Hälfte der Befragten als cholesterinrelevant eingestuft. Doch auch welche Rolle Cholesterin für den eigenen Körper und seine Gesundheit spielt, ist weniger bekannt. Dabei ist ein erhöhter Cholesterinwert ein Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen noch immer eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Eine hohe Zufuhr von Nahrungscholestrol erhöht nur bei einigen Menschen direkt den Cholesterinspiegel im Blut. Viele Studien belegen jedoch, dass eine ausgewogene energiearme Ernährung mit vielen ballaststoffreichen Getreideprodukten und einem hohen Anteil an pflanzlichen Ölen bei der Fettzufuhr sich bei vielen Menschen günstig auf den Cholesterinspiegel auswirken, sagt Prof. Dr. Heiner Boing, Leiter der Abteilung Epidemiologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Die Umfrage zeigt deutlich, dass aber immer noch Aufklärungsbedarf besteht.

Aufklärung darüber zum Beispiel, dass Cholesterin nichts Schlechtes ist. Denn es gehört zur Gruppe der Fette und ist lebensnotwendig. Es wird nicht nur über die Nahrung aufgenommen, sondern vor allem auch körpereigen produziert als Bestandteil der Zellmembrane und Vorstufe vieler wichtiger Substanzen im menschlichen Körper. Aus der Leber gelangt es über die Blutbahn zu den Zellen, die es dann über Rezeptoren aufnehmen. Da Cholesterin nur schlecht wasserlöslich ist, muss es im Blut transportiert werden. Das erledigen die Lipoproteine LDL und HDL.

Während HDL überschüssiges Cholesterin zur Leber zurückbringt und sogar Ablagerungen von den Gefäßwänden entfernen kann, gibt LDL das überschüssige Cholesterin, zum Beispiel durch die Aufnahme zu vieler tierischer Fette, das die Zellen nicht aufnehmen können, einfach ins Blut ab. So kommt es zu einer hohen Cholesterinkonzentration im Blut. Das kann wiederum zur Arterienverkalkung führen mit den bekannten Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Eine falsche Ernährung ist aber nicht der einzige mögliche Grund für einen erhöhten Cholesterinspiegel. In seltenen Fällen kann dieser auch erblich bedingt sein. Bei Betroffenen kann das Cholesterin wegen veränderter Rezeptoren nicht in die Zellen aufgenommen werden und verbleibt deshalb länger in der Blutbahn der Cholesterinspiegel steigt.

Wiederholungs-Operationen vermeiden

Verbesserte Techniken ersparen Patienten weitere operative Eingriffe

Berlin – Trotz aller Fortschritte in der Chirurgie sind sogenannte „Wiederholungseingriffe“ oft nicht vermeidbar: Ein wiederholter Eingriff ist notwendig, wenn es nach einer Operation Komplikationen gibt oder die ursprüngliche Erkrankung erneut auftritt. Welche Verfahren und Maßnahmen das Risiko von Komplikationen und Rückfällen senken ist Schwerpunktthema des 125. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) vom 22. bis zum 25. April 2008 in Berlin.

Bei operativen Eingriffen im Bauchraum können die Schnittöffnungen sehr groß werden. Mit der Größe des Bauchschnittes wächst das Risiko, dass die verschlossene Wunde später wieder aufbricht. „Ein besonders hohes Risiko für einen Narbenbruch weisen Patienten mit Übergewicht oder nach großen Eingriffen an den Bauchgefäßen auf“, sagt Professor Dr. med. Köckerling, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Viszeralchirurgie (DGVC), Berlin. Mit welchen Verfahren Ärzte auch große Bauchschnitte sicher verschließen, hat das Studienzentrum der DGCH in Heidelberg (SDGC) in einer groß angelegten Vergleichsstudie untersucht. Erste Ergebnisse und zukünftige Projekte stellen Experten auf dem 125. Chirurgenkongress in Berlin vor.

Muss im Bauchraum erneut operiert werden, erfordert dies vom Chirurgen viel Erfahrung. Denn Narben und Veränderungen des bereits operierten Gewebes erschweren den Wiederholungseingriff. Deutsche Qualitätssicherungsstudien zeigen, dass zwölf bis 15 Prozent der Leistenbrüche und zehn bis 15 Prozent der Refluxoperationen bei ausgeprägtem Sodbrennen erneut operiert werden müssen. „Für diese Fälle gibt es Maßnahmen, wie beispielsweise die Verwendung von Netzen“, erläutert Professor Köckerling.

Die Deutsche Gesellschaft für Viszeralchirurgie wird im Rahmen des Chirurgenkongresses in mehreren Sitzungen über die neuesten Techniken bei Wiederholungseingriffen im Bauchraum informieren. Auf einer Pressekonferenz der DGCH am 22. April 2008, zeigt DGVC-Präsident Professor Köckerling, wo es neue Erkenntnisse gibt und wie diese zukünftig zum Wohle der Patienten eingesetzt werden können.

Wie komme ich fit durch den Sommer?

Spezialisierter Online-Experten-Chat am 26. Juni von 16 bis 18 Uhr
 
Fit für den Sommer
[ Fotos ]

Reichenberg (pts014/25.06.2012/14:00) – Erstmals stellen sich namhafte deutsche Experten für den Bereich des Lauf- und Ausdauersports live dem Online-Publikum für volle zwei Stunden zur Verfügung und diskutieren aktuelle Themen, die den interessierten Sportlern und Fitness-Anhängern am Herzen liegen.

Als Experten sind unter http://www.experten-im-chat.de/index.php?show-experts am morgigen 26. Juni dabei:

* Jutta Doebel
Apothekerin in Erftstadt bei Köln, Ernährungs- und Diätberaterin, TV-Expertin – Schwerpunkte: Orthomolekulare Medizin und Gesundheitsberatung

* Stefanie Mollnhauer
Sportmedizinerin, Ärztin und Inhaberin einer sportmedizinischen Privatpraxis in Lindau am Bodensee, Buchautorin und freie Journalistin

* Prof. Dr. Jürgen Vormann
Vorstand des Instituts für Prävention und Ernährung (IPEV) in Ismaning bei München. Schwerpunkte: Nährstoffmedizin und Gesundheitsprogramme

* Dr. Tanja Werner
Ernährungswissenschaftlerin in München – Schwerpunkte: Supplementierung von Mineralstoffen und Spurenelementen und Physiologie des Säure-Basen-Haushalts

Am morgigen Dienstag, den 26. Juni 2012, können sich alle Interessierten zum moderierten Live-Chat unter http://www.experten-im-chat.de anmelden. Bereits ab 10 Uhr können morgen auch schon vorab Fragen schriftlich per e-mail unter redaktion@experten-im-chat.de eingereicht werden. Ansonsten besteht die Möglichkeit, alle Fragen live nach dem Chat-Login zu stellen. Interessierte können sich wahlweise aktiv am Live-Chat beteiligen und eigene Fragen oder Kommentare platzieren oder auch nur passiv mitlesen, um sich zu informieren.

Mit mehr Power durch den Sommer

Körperliche Bewegung ist wie ein Lebenselixier. Vor allem im Sommer kommen viele Menschen auf Touren. In Parks und öffentlichen Anlagen sieht man fast zu jeder Tageszeit Männer und Frauen joggen, walken oder Rad fahren. Nicht wenige trainieren dabei für den nächsten Stadtmarathon, planen einen Berglauf oder liebäugeln sogar mit einer Mountain-Bike-Tour durch die Alpen. Doch wer sich gern auspowert und schon mal an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit geht, sollte daran denken, dass er einen erhöhten Mineralstoffbedarf hat. Vermehrtes Schwitzen und Muskelaktivität führen nämlich nicht nur zu einem starken Verlust von Flüssigkeit, sondern auch von Magnesium. Hängen Muskelfunktion und Leistung tatsächlich von der Magnesiumzufuhr ab? Was haben Krämpfe und Muskelzucken damit zu tun? Welche Mineralstoffe benötigen Sportler wirklich? Wie trainiert man also richtig? Sollten Kraft- und Ausdauertrainings stets kombiniert werden? Gibt es Tipps, um Zerrungen und andere Verletzungen zu vermeiden?