Archiv der Kategorie: Klassische Medizin

Lebensstil eindeutig Krebsverursacher Nr. 1

Lebensstil eindeutig Krebsverursacher Nr. 1
Faktoren meist beeinflussbar, Umwelteinwirkung überschätzt
 
Rauchen: zehnmal krebserregender als Luftverschmutzung (Foto: Flickr/Roventine)

Sydney/Bern/Mailand (pte003/01.03.2012/06:10) – Mit dem Rauchen aufhören, Alkohol reduzieren, Übergewicht bekämpfen und Sonnenbrände vermeiden: Am besten schützt sich derjenige vor Krebs, der die bisherigen Empfehlungen zur Prävention berücksichtigt. Andere diskutierte Faktoren wie Chemikalien in Nahrung oder Produkten haben im Vergleich zum Lebensstil kaum Einfluss, berichten Forscher der University of New South Wales http://unsw.edu.au in der Zeitschrift "The Lancet Oncology".

Verzerrte Darstellung

Studienleiter Bernard Stewart überprüfte die bisherige Studienlage zu Tumorrisiken. "Krebs ist in der westlichen Welt die meistgefürchtete Krankheit, und die meisten Menschen können dank der häufigen Thematisierung in den Medien gleich eine Vielzahl von Krebsursachen nennen. Viele Gefahren werden jedoch deutlich überproportional dargestellt", so der australische Forscher.

So gibt es beispielsweise Belege dafür, dass Luftverschmutzung zu Krebs beiträgt, doch macht diese Gefährdung nur ein Zehntel von jener des Rauchens aus. Auch kommt man durch verunreinigte Nahrungsmitteln oder bestimmte Konsumprodukte sehr wohl in Kontakt mit kleinsten Mengen karzinogener Chemikalien. Doch: "In Industrieländern wurde bisher noch nicht bewiesen, dass diese Faktoren Krebs auslösen", so Stewart.

Giftiger Rauch

"Die wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Krebs sind allen voran das Rauchen, sowie Übergewicht, Alkohol, UV-Licht und ungünstige Ernährungsgewohnheiten", sagt Rolf Marti, Leiter des wissenschaftlichen Sekretariats der Krebsliga Schweiz http://krebsliga.ch , im pressetext-Interview. Die wichtigsten, nicht beeinflussbaren Faktoren sind das Alter – zwei Drittel der Tumorerkrankungen treten erst nach dem 60. Lebensjahr auf – sowie genetische Prädispositionen. "Umweltfaktoren werden allgemein meist überschätzt", bestätigt auch Marti.

Weniger Todesfälle

Für die Prävention in der EU stellen italienische und Schweizer Epidemiologen um Matteo Malvezzi in den "Annals of Oncology" ein gutes Zeugnis aus: Das ursprüngliche Ziel von 2003, die Zahl der Krebs-Todesfälle bis 2015 um 15 Prozent zu senken, dürfte schon im laufenden Jahr erreicht werden. Rund 1,3 Mio. EU-Bürger werden 2012 an Krebs sterben, so die vorläufige Schätzung. Bei Männern sind das um zehn, bei Frauen um sieben Prozent weniger als 2007.

Die Forscher führen dies vor allem auf einen Rückgang des Rauchens der Männer, auf weitere Präventionsmaßnahmen sowie auf Früherkennung und bessere Tumorbehandlung zurück. Die sinkende Mortalität hat einen Schönheitsfehler: Die Zahl neuer Krebserkrankungen nimmt zu, und in einzelnen Arten wie etwa Bauchspeicheldrüsenkrebs steigen die Todesfälle. Letzteres gilt auch für Lungenkrebs-Tode bei Frauen, die seit 2007 um 13,44 Prozent zunahmen. Bei Brustkrebs sank die Quote um neun und für unter 50-Jährige sogar um 13 Prozent.

Links zu den Studienabstracts: http://bit.ly/zk0zmo und http://bit.ly/zCm6Ef

Hirschlausfliege fällt den Menschen an

fzm – Wer am Wochenende zu einem Waldspaziergang aufbricht, erwartet
dort Erholung in der heimischen Flora und kann, wenn er Glück hat,
einige Exemplare der einheimischen Fauna erspähen. Er ist sich
vielleicht auch der Risiken bewusst, die durch Zeckenbisse oder den
Verzehr einiger Pilzarten drohen. Niemand rechnet jedoch damit, sich
mit einer exotischen Erkrankung zu infizieren, die von einem Bakterium
ausgelöst wird, das erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde. Doch genau
dies ist möglich. Wie eine Expertengruppe um Prof. Rüdiger Braun,
Stuttgart, in der DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift (Georg Thieme
Verlag, Stuttgart, 2005) berichtet, wurde im Jahr 2001 im Schönbuch,
einem beliebten Naherholungsgebiet bei Stuttgart, ein Bakterium
entdeckt, das bei Hirschen und Rehen zu Fieber und eitrigen
Erkrankungen des Fells führt. Nach seinem Entdeckungsort wurde der
Erreger Bartonella schoenbuchensis genannt, und gehört damit zu einer
Bakterienart, die auch beim Menschen sehr ungewöhnliche Krankheiten
verursacht. Dazu gehört etwa die Peruwarze (Verruga peruviana). Sie
wird von B. bacilliformis ausgelöst und ist in Südamerika verbreitet.
Überträger ist eine bestimmte Sandmücke, die nur in den nördlichen
Anden in Höhen zwischen 1000 und 3000 Metern verbreitet ist. B.
bacilliformis kann auch das tödliche Oroya-Fieber auslösen. Eine andere
exotische „Bartonellose“ ist das Wolhynische Fieber, benannt nach einer
heute zur Ukraine gehörenden Region, in der im Ersten Weltkrieg die
Kriegsfront verlief. In den Schützengräber grassierte damals eine
hochfiebrige Erkrankung, die vielen Soldaten das Leben kostete.
Auslöser war B. quintana. Überträger waren Wühlmäuse. Das Wolhynische
Fieber gibt es heute noch: Nach Angaben Prof. Brauns tritt es
gelegentlich im Obdachlosenmilieu von Großstädten auf.Des weiteren sind
Bartonellen die Auslöser der Katzenkratzkrankheit, einer
Lymphknotenschwellung nach einer Kratzverletzung durch eine infizierte
Hauskatze.Könnte nicht auch B. schoenbuchensis Menschen infizieren?
Dies wurde lange vermutet, konnte aber erst kürzlich bewiesen werden,
wie Prof. Braun erläutert. Die Gefahr bestehe nach einem Stich der
Hirschlausfliege. Das 5-6 mm lange braune Insekt ist der Überträger von
B. schoenbuchensis. Nach dem Stich kann es – ähnlich wie im Fell des
Rotwilds – zur Bildung von Pusteln auf der Haut kommen. Ob die
Bakterien weitere Schäden im Körper anrichten, ist unbekannt. Prof.
Braun schließt dies mit Blick auf die anderen Erkrankungen jedoch nicht
aus. Denkbar sei sogar ein Befall der Herzklappen (Endokarditis).
Gefährdet ist jedoch weniger der gelegentliche Spaziergänger als
vielmehr Personen, die beruflich im Wald tätig sind, etwa Förster. Bei
ihnen sollten Ärzte deshalb bei unklaren Erkrankungen auch an die
Möglichkeit einer exotischen Infektion mit dem erst kürzlich entdeckten
Erreger denken und entsprechende Tests durchführen, rät der Kollege
Prof. Braun.D. Hassler.

Deutsche Medizinische Wochenschrift 2005; 130 (1/2): 13 Weitere Themen in der DMW 1/2:

Augen-Kontrolluntersuchungen

Diese Augen-Kontrolluntersuchungen sollte man nicht versäumen

Bonn
–  Nur jeder fünfte Deutsche war in den letzten fünf Jahren beim
Augenarzt. Dabei kann eine regelmäßige Untersuchung helfen, Sehstörungen
und sogar Erblindungen zu vermeiden. Die Stiftung Auge weist anlässlich
der Woche des Sehens (8. bis 15. Oktober) auf die wichtigsten
Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern und Erwachsenen hin.

Die
erste augenärztliche Untersuchung sollte vor dem zweiten Geburtstag
erfolgen. „Bei Kindern, die beispielsweise schielen sollte die
augenärztliche Untersuchung bereits im 1. Lebensjahr erfolgen. Auch
Kinder, deren Eltern schielen oder eine Brille tragen, sollten schon im
1. Lebensjahr beim Augenarzt vorgestellt werden“, erklärt Privatdozentin
Dr. med. Christina Beisse von der Universitäts-Augenklinik Heidelberg.
Auch unauffällige Kinder sollten zum Augenarzt. Nur so kann etwa eine
lebenslange Schwachsichtigkeit, Amblyopie genannt, verhindert werden.

Zur
Amblyopie kommt es, wenn auf der Netzhaut beider Augen unterschiedliche
Bildsignale eintreffen. Das kindliche Gehirn unterdrückt dann den
Seheindruck eines Auges und entsprechend entwickeln sich die notwendigen
Nervenbahnen im Gehirn nicht. „Diese unvollständige Reifung des Gehirns
lässt sich später nicht mehr korrigieren“, so Beisse. Die Sehschwäche
beeinträchtigt nicht nur den Alltag, sie erhöht auch das Unfallrisiko.
In Deutschland leiden 5,6 Prozent aller Menschen unter Amblyopie.
Weniger als die Hälfte davon hat ein Schielen. Die häufigste Ursache ist
eine unterschiedliche Kurz- oder Weitsichtigkeit beider Augen. „Diese
Störung kann der Kinderarzt bei den U-Untersuchungen in der Regel nicht
erkennen“, sagt Beisse. Die Diagnose müsse ein Augenarzt im
Kleinkindalter stellen. Danach bestünde sonst die Gefahr, dass trotz
Behandlung das Sehvermögen stark beeinträchtigt bliebe.

Im
Alter zählen der grüne Star (Glaukom), die altersabhängige
Makuladegeneration (AMD) und die diabetische Retinopathie zu den
häufigsten Volkskrankheiten am Auge – sie verursachen zusammen mehr als
75 Prozent aller Erblindungen. Professor Dr. med. Frank Holz, Direktor
der Universitäts-Augenklinik Bonn, rät daher auch Erwachsenen zu
regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

„Ab
dem 55. Lebensjahr ist eine jährliche Untersuchung beim Augenarzt
ratsam“, sagt der Vorsitzende der Stiftung Auge: „Jüngere Menschen
sollten ihre Augen alle zwei bis vier Jahre kontrollieren lassen.“ Die
Vorsorge dient dabei insbesondere auch der Früherkennung eines grünen
Stars. „Die rechtzeitige Diagnose und Therapieeinleitung kann eine
Sehschädigung durch Glaukom verhindern“, sagt Holz. Die Folgeschäden
werden jedoch oft unterschätzt. Dabei beziehen in Deutschland allein
wegen eines Glaukoms etwa 16.500 Personen Blindengeld. „Ein regelmäßiges
Screening könnte viele dieser Fälle verhindern.“

Die
Erstdiagnose einer AMD werde immer noch häufig als Zufallsbefund bei
einer Routine-Untersuchung gestellt, so Holz. Denn AMD-Frühformen
verursachen kaum Symptome. Die zentrale Sehschärfe ist gut. Sollten
Erwachsene jedoch eine verlängerte Anpassung an dunkle Lichtverhältnisse
wahrnehmen oder Sehprobleme bei schlechter Beleuchtung auftreten,
könnten das erste Anzeichen sein.

Spezielle
Empfehlungen gibt die Stiftung Auge auch für Menschen mit Diabetes. Sie
müssen ihre Augen mindestens einmal jährlich kontrollieren lassen, bei
einer Augenschädigung auch häufiger. „Dies ist wichtig, da es
mittlerweile sehr wirksame Medikamente gibt, die das Fortschreiten
aufhalten und die Sehkraft verbessern“, so Holz. „Sie müssen aber
rechtzeitig eingesetzt werden“.

Generell
sei jede Sehverschlechterung Anlass für einen Augenarztbesuch.
„Nebelsehen, krumme Linien, Lichtblitze, Rußregen oder
Gesichtsfeldausfälle sind Alarmzeichen, die niemand ignorieren sollte“,
so der Experte der Stiftung Auge, die 2008 von der Deutschen
Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) gegründet wurde.

Traue keiner industriegeförderten Forschung – Thema Zucker

Zuckerhaltige Getränke und Übergewicht – Studien mit Interessenkonflikt gesteuert?

Pharmazeutische Wirksamkeitsstudien werden seit jeher mit Argusaugen begutachtet. Jedem leuchtet ein, dass eine Untersuchung eines medizinischen Produktes, die vom jeweiligen Pharmahersteller finanziert wurde, zumindest zu einem „anderen“ Ergebnis führen kann, als eine unabhängige Studie. Dass das ebenso für Studien rund um Lebensmittel gelten könnte, ist neu.

Die spanische Universität Navarra und das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam zeigten nun erstmals in einer Literaturanalyse, dass systematische Übersichtsarbeiten, bei denen ein finanzieller Interessenkonflikt aufgrund industrieller Förderung angegeben war, durchaus zu anderen Ergebnissen und Schlussfolgerungen kommen als ohne Förderung. Bei der umfangreichen Analyse ging es um den viel diskutierten und umstrittenen Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke und einer Gewichtszunahme. Mit dem Ergebnis: Geförderte Studien kommen fünfmal häufiger zu dem Ergebnis, dass kein Zusammenhang besteht als Studien, bei denen kein Interessenkonflikt vorlag.

In Zahlen: 83,3 Prozent der systematischen Übersichtsarbeiten, die in den Manuskripten ohne Interessenkonflikt beschrieben waren, kamen zu dem Schluss, dass ein hoher Konsum von zuckerhaltigen Getränken direkt mit einer Gewichtszunahme oder Übergewicht verbunden ist. Dagegen kamen ebenso 83,3 Prozent der Arbeiten, bei denen Interessenkonflikte angegeben waren, zu dem entgegengesetzten Ergebnis. Nämlich dass die vorliegenden Daten keinen Zusammenhang belegen.

Ein spannender Hinweis auf die Glaubwürdigkeit von Studieninterpretationen, findet auch Matthias Schulze, Co-Autor und Leiter der Abteilung Molekulare Epidemiologie am DIfE: „Obwohl unsere Untersuchung nicht darauf ausgerichtet war, zu klären, welche Interpretation der verfügbaren Daten richtig ist, stimmen die Ergebnisse uns doch bedenklich, da sie annehmen lassen, dass finanzielle Interessenkonflikte die Schlussfolgerungen einer Übersichtsarbeit beeinflussen können.“ So sei auffällig, dass industriell geförderte Studien oft über einen fehlenden Zusammenhang zwischen dem Konsum von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken und Übergewicht berichteten, obwohl dies im Widerspruch zu den Ergebnissen der Originalarbeiten stehe, erklären die Autoren weiter.

Das DIfE kommt zum Schluss, dass wissenschaftliche Aussagen, die auf industriell geförderte Studien zurückgehen, möglicherweise Ungenauigkeiten beinhalten. Ein Ausrufezeichen, bei dem man sehr genau hinschauen muss. Nicht zuletzt, weil Studien auch die Grundlage für politische Entscheidungen darstellen – auch im Bereich Lebensmittel und Prävention ernährungsbedingter Krankheiten. Harald Seitz

Cannabis-Konsum führt zu Gewichtszunahme

Cannabis-Konsum führt zu Gewichtszunahme

Geschlecht
und konsumierte Menge als größte Einflussfaktoren
Studie zeigt: Cannabis-Rauchen kann dick machen (Foto: flickr.com/N.ico)
Studie zeigt:
Cannabis-Rauchen kann dick machen (Foto:
flickr.com/N.ico)

Montreal (pte001/10.07.2015/06:00) – Cannabis, auch als Marihuana
bekannt, kann bei häufigem Konsum zu einer deutlichen Gewichtszunahme führen.
Wie hoch diese Zunahme ausfällt, hängt davon ab, wie oft die betreffenden
Personen die Droge zu sich nehmen und wird auch von Faktoren wie dem Geschlecht
des Nutzers beeinflusst. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der
University of Montreal http://umontreal.ca/english , die genauer untersuchen wollte,
ob der oft durch Cannabis verursachte Heißhunger sich auch im Gewicht der
Marihuana-Nutzer niederschlägt.

Rauchen von
Zigaretten als Schutzfaktor

"Das zentrale Ergebnis unserer Studie zeigt, dass die
längerfristige Einnahme von Cannabis sehr wohl die Gewichtszunahme beeinflusst",
zitiert das Wissenschaftsportal "Live Science" Co-Studienautor Didier
Jutras-Aswad von der University of Montreal. Der Experte weist in diesem
Zusammenhang allerdings darauf hin, dass bestimmte Faktoren diesen Effekt
drastisch verändern können. Dazu gehören etwa das Geschlecht des Betroffenen,
die Menge an konsumiertem Marihuana und die Frage, ob dieses alleine oder in
Kombination mit Zigarettentabak inhaliert wird.

"Der Grund für das zuletzt genannte Ergebnis könnte vielleicht
darin liegen, dass das in Zigaretten enthaltene Nikotin den Appetit einer Person
tendenziell eher abschwächt und nicht verstärkt", versucht Emily Dube, eine
weitere Co-Autorin der Studie, die Untersuchungsergebnisse zu erklären. So
hätten etwa Männer, die sowohl Marihuana als auch Zigaretten rauchen, im
Durchschnitt deutlich weniger an Gewicht zugelegt als jene, die ausschließlich
Cannabis konsumierten. Bei Frauen hätte sich diesbezüglich aber wiederum kein
entsprechender Unterschied finden lassen, so Dube.

Langzeitstudie
über 13 Jahre

Um zu ihren Ergebnissen zu gelangen, haben die Forscher das
Datenmaterial von jungen Testpersonen analysiert, die sich schon im Alter von
zwölf bzw. 13 Jahren damit einverstanden erklärten, an einer 13 Jahre dauernden
Langzeitstudie zur Nikotinabhängigkeit teilzunehmen. Als diese dann das Alter
von 20 erreicht hatten, wurden die insgesamt 271 Männer und 319 Frauen nach
ihrem Cannabis-Konsum befragt. Gleichzeitig wurde bei den betreffenden Personen
in regelmäßigen Abständen die Entwicklung des Body Mass Index (BMI) und der
Bundweite kontrolliert.

Antibiotika fördern Fettleibigkeit bei Kindern

pte20141001002 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Antibiotika fördern Fettleibigkeit bei Kindern

Häufigkeit der Verabreichung und Art der Medikamente entscheidend

Philadelphia/Baltimore (pte002/01.10.2014/06:00) – Kinder, die immer
wieder Antibiotika erhalten, verfügen über ein höheres Fettsuchtrisiko,
wie die University of Pennsylvania http://www.upenn.edu und die Bloomberg School of Public Health http://jhsph.edu ermittelt haben. Wie "JAMA Pediatrics" http://bit.ly/1adWrco berichtet, erhöht sich das Risiko bei Kindern um zehn Prozent, die vor
dem zweiten Lebensjahr vier Mal oder öfter Antibiotika erhalten haben.

64.000 US-Kinder analysiert

Laut Experten wie Graham Brudge von der University of Southampton http://southampton.ac.uk ist ein direkter Zusammenhang nicht nachgewiesen. Daher sollte nicht
auf den Einsatz dieser Medikamente verzichtet werden. Die
Wissenschaftler analysierten die Gesundheitsdaten von mehr als 64.000
Kindern in den USA für den Zeitraum 2001 bis 2013.

Die Kinder wurden weiter beobachtet, bis sie das fünfte Lebensjahr
erreichten. Fast 70 Prozent hatten bis zum zweiten Lebensjahr bereits
zwei Mal Antibiotika erhalten. Jene Kinder, die vier Mal oder häufiger
Antibiotika eingenommen hatten, verfügten bis zum fünften Lebensjahr
über ein um zehn Prozent höheres Risiko einer Fettsucht.

Nicht jedes Antibiotikum gleich

Auch die Art der Antibiotika scheint eine Rolle für die Ausbildung einer
späteren Fettsucht zu spielen. Jene Kinder, die ein Medikament erhalten
hatten, das auf einen bestimmten Krankheitserreger abzielte, verfügten
über ein geringeres Risiko zuzunehmen. Breitbandantibiotika hingegen
scheinen eine Gewichtszunahme zu begünstigen.

Charles Bailey von der University of Pennsylvania http://www.upenn.edu zufolge beeinträchtigen Antibiotika Bakterien im Darm, die ein normales
Gewicht fördern und jene aktiver machen, die den Stoffwechsel in die
falsche Richtung lenken. Die Studie zeige auch, dass das zu häufige
Verschreiben von nicht passenden Antibiotika negative Auswirkungen auf
das Wachstum habe.

„TrakFertility“ ermittelt Spermaqualität zu Hause

"TrakFertility" ermittelt Spermaqualität zu Hause
Fruchtbarkeitstest 2.0 für Männer soll Arztbesuche künftig erübrigen
"TrakFertility": Fruchtbarkeitstest für den Mann (Foto: trakfertility.com)

Livermore/Linz (pte020/28.04.2014/13:43) – Forscher der Sandia National Laboratories http://sandia.gov haben einen portablen Fruchtbarkeitstest für Männer entwickelt, der von zu Hause durchgeführt werden kann und Arztbesuche überflüssig machen soll. Den Entwicklern zufolge gibt das sogenannte "TrakFertility"-Device http://trakfertility.com binnen Minuten Aufschluss über die Qualität des Spermas. Studien zufolge ist einer von fünf Männern von einer zu niedrigen Spermienanzahl betroffen.

Kurzschlussreaktion möglich

"Tatsächlich scheint die Infertilität des Mannes ein immer größer werdendes Problem zu sein. Immer mehr junge Männer sind nicht sicher fruchtbar. Aus dieser Sicht sind Tests, die zu Hause und ohne Arzt durchgeführt werden können, legitim", erklärt Sexualmediziner Georg Pfau http://maennerarzt-linz.at im Gespräch mit pressetext.

Dennoch bergen derartige Tests einige Gefahren in sich. "So wie die Sexualität an sich, wird die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen nicht nur von biologischen, sondern auch von psychosozialen Faktoren beeinflusst", schildert der Experte. "Ich denke, dass der Selbsttest hier nicht hilfreich ist, weil er nur die rein biologische Komponente berücksichtigt und die anderen beiden, die psychische und die soziale, vernachlässigt".

Davon abgesehen werde der Patient mit dem möglicherweise traumatisch empfundenen Ergebnis einer Unfruchtbarkeit alleine gelassen. Das könne zu fehlerhaften Schlüssen und im Extremfall zu Kurzschlussreationen führen. "Meiner Meinung nach ist die Beurteilung der Fruchtbarkeit eines Mannes ein so komplexes Thema, dass sie in ein Beratungsgespräch eingebettet werden sollte", resümiert Pfau. In Fällen von "unfruchtbarem Sperma" gäbe es schließlich noch die erfolgreichen Methoden der Reproduktionsmedizin.

Verfahren so akkurat wie Labortest

Das anwendungsfreundliche Gadget soll bereits im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Die Wissenschafter Greg Sommer und Ulrich Schaff haben das Start-up Sandstone Diagnostics Inc. http://harmonsoft.com/sandstonediagnostics gegründet, um den Fruchtbarkeitstest für Männer zu entwickeln. Zusätzlich arbeiten die beiden an einer mobilen App, damit die Ergebnisse des Tests auf dem Smartphone abgelesen und somit mit dem zuständigen Arzt besprochen werden können.

Sommer zufolge soll das leicht zu bedienende, tragbare diagnostische System ebenso akkurat wie ein klinischer Labortest sein. Auf die Idee zu dem TrakFertility-Device kamen die Forscher erstmals bei der Arbeit an einem Gerät, welches Toxine und biologische Gefahren bei Erste-Hilfe-Einsätzen aufspürt. Da sich die Kontrolle des Fertilitätsniveaus traditioneller Weise auf Frauen beschränke, stelle dieser Ansatz eine Innovation dar, lässt sich der Fachmann in einem Bericht des Albuquerque Journal zitieren.

Rohmilch für Kinder und Schwangere gefährlich

Rohmilch für Kinder und Schwangere gefährlich
Ohne Pasteurisieren vielerlei schädliche Bakterien nachgewiesen
 
Rohmilch: Neue Richtlinie warnt Verbraucher (Foto: pixelio.de, W. Dirscherl)

Elk Grove Village (pte013/16.12.2013/11:05) – Kinder und schwangere Frauen sollten keine Rohmilch oder Rohmilchprodukte von Kühen, Ziegen oder Schafen konsumieren, wie die American Academy of Pediatrics http://aap.org in einer neue Richtlinie rät. Obwohl der Verkauf von nicht pasteurisierten Milchprodukten laut New York Times in 30 amerikanischen Bundesstaaten erlaubt ist, geht die Akademie davon aus, dass die wissenschaftlichen Beweise für die Vorteile des Pasteurisierens in Bezug auf die Sicherheit der Lebensmittel überwältigend sind.

Den Fachleuten der American Academy of Pediatrics zufolge sind die Vorteile der Bestandteile der Rohmilch, die beim Pasteurisieren zerstört werden, wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Die in Pediatrics veröffentlichte Studie betont, dass in nicht-pasteurisierten Milchprodukten viele schädliche Bakterien nachgewiesen werden konnten. Dazu gehören Listerien, Salmonellen, Escherichia coli und Cryptosporidium.

Keine Vorteile von Rohmilch

Eine kürzlich im Fachmagazin Emerging Infectious Diseases http://www.nc.cdc.gov/eid veröffentlichte Erhebung geht davon aus, dass in den vergangenen zehn Jahren allein in Minnesota über 17 Prozent der Konsumenten erkrankt sind. Laut dem leitenden Wissenschaftler Jatinder Bhatia von der Georgia Regent University http://gru.edu gibt es bei roher Milch keine nachgewiesenen ernährungsspezifischen Vorteile.

"Rohmilch und die entsprechenden Milchprodukte sind für einen signifikanten Anteil der lebensmittelbedingten Krankheiten der Amerikaner verantwortlich. Es gibt keinen Grund dafür, dieses Risiko einzugehen", unterstreicht Bhatia. Laut dem Experten sind auch die Käse aus Rohmilch nicht weniger verunreinigt.

 

WHO rät Ebola-Überlebenden zu Safer Sex

WHO rät Ebola-Überlebenden zu Safer Sex

Spuren des Virus nach sechs Monaten in Sperma entdeckt

Kondome: WHO warnt Ebola-Überlebende vor (Foto: pixelio.de, Tomizak)
Kondome: WHO warnt Ebola-Überlebende vor (Foto: pixelio.de, Tomizak)

Genf (pte002/16.04.2015/06:05) –

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) http://who.int hat Überlebende des Ebola-Fiebers dazu aufgefordert, bei sexuellen
Kontakten noch vorsichtiger zu sein. Damit soll sichergestellt werden,
dass das Virus nicht auf den Partner übertragen wird. Bei einem
Überlebenden wurden fast sechs Monate nach seiner Gesundung Spuren des
Virus in der Samenflüssigkeit nachgewiesen. Dieser Zeitraum ist rund 90
Tage länger als bisher dokumentiert. Derzeit ist nicht klar, ob es zu
diesem Zeitpunkt noch zu einer Ansteckung kommen kann.

Drei Monate reichen nicht aus

Bisher gibt es keine Beweise für eine Übertragung von
Ebola durch Überlebende. Laut Nathalie Broutet von der WHO hat jedoch
der aktuelle Fall dazu geführt, dass eine Warnung ausgesprochen wurde.
"Dieser Patient ist der erste, bei dem Spuren des Virus nach mehr als
drei Monaten in der Samenflüssigkeit nachgewiesen wurden."

Laut den neuen Empfehlungen sollten Ebola-Überlebende
immer Kondome benutzen, auch nach Ablauf der bisherigen Frist von drei
Monaten, bis weitere Informationen zur Verfügung stehen. Bisher wurde
dazu geraten, 90 Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome entweder
auf Sex zu verzichten oder Safer Sex zu praktizieren.

Weitere Analysen erforderlich

"Obwohl die Probe positiv auf Fragmente des Virus war,
ist damit nicht bewiesen, dass es sexuell übertragen worden ist", sagt
Broutet. Forscher planen indes, die Probe an die Centres for Disease
Control and Prevention http://cdc.gov nach Atlanta zu schicken. Dort soll untersucht werden, ob die Ebolaspuren aktiv sind und sich verbreiten können.

Broutet arbeitet an Studien in Sierra Leone und Guinea
mit. Männlichen Überlebenden sollen dabei weitere Untersuchungen
angeboten werden. Der WHO zufolge gibt es derzeit keine Beweise für ein
aktives Ebola-Virus in der Vaginalflüssigkeit von überlebenden
Patientinnen.

Hasch gefährdet Schwangerschaft

Nashville (pte/03.08.2006/06:00) – Ein Wissenschaftlerteam um Sudhansu
Dey vom Vanderbilt University Medical Centre in Nashville
http://www.mc.vanderbilt.edu hat anhand von Mausversuchen ans Licht
gebracht, dass jener chemische Mechanismus, der die Einnistung eines
Embryos in die Gebärmutter ermöglicht, durch einen Bestandteil von
Marihuana blockiert wird. Im Moment der Konzeption kann der
Cannabiskonsum daher die Schwangerschaft gefährden. Zudem kann er eine
Missgeburt oder eine ektopische Schwangerschaft verursachen. Die
Studienergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Journal of Clinical
Investigation http://www.jci.org veröffentlicht.

Nachdem die Konzeption stattgefunden hat, muss die Eizelle eine
risikoreiche Strecke von der Stelle der Konzeption im Eileiter zur
Gebärmutter zurücklegen. Die Forscher haben jetzt entdeckt, dass es für
eine sichere Passage notwendig ist, dass genau die richtige Menge der
chemischen Substanz Anandamide vorhanden ist. Ist diese Menge zu groß
bzw. zu klein, dann werden die Aussicht auf eine normale
Schwangerschaft sowie die Überlebenschancen des Embryos erheblich
reduziert. Die Wissenschafter konnten zeigen, dass Tetrahydrocannabinol
(THC) – der wichtigste Wirkstoff von Cannabis – diese delikate Balance
ernsthaft stört.

Genau wie Anandamide dockt THC am Cannabinoid-Rezeptor CB1 an. Dieser
Rezeptor findet sich nicht nur an Nervenzellen im Gehirn, wo sie den
Rausch auslösen, sondern auch an Spermien, Eizellen und Embryonen in
einem frühen Stadium der Entwicklung. Indem es an CB1 andockt,
verdrängt das THC die Anandamide und steigert seine Anwesenheit im
Eileiter. Dies hat denselben Effekt wie eine übermäßige Anwesenheit von
Anandamiden: Die befruchteten Eizellen erreichen die Gebärmutter nicht
mehr aber nisten sich bereits im Eileiter ein oder sterben ab.

"Unsere Beobachtungen von schwangeren Mäusen, die THC ausgesetzt
wurden, geben Anlass zur Sorge, dass mütterlicher Marihuana-Konsum
schon sehr früh in der Schwangerschaft negative Auswirkungen auf den
Nachwuchs hat", erklärt Dey. Keinem der Embryonen, die in den
Tierversuchen THC ausgesetzt wurden, sei es gelungen, die Eierstöcke zu
verlassen. "Unsere aktuellen Befunde sind von größter klinischer
Bedeutung, weil das Zurückbleiben des Embryos im Eileiter eine wichtige
Ursache für ektopische Schwangerschaften ist." Die Anzahl dieser
abnormalen und lebensbedrohlichen Schwangerschaften sei im vergangenen
Jahrzehnt signifikant gestiegen.