Archiv der Kategorie: Klassische Medizin

Frei von Laktose – Nett oder nötig?

Kommentar zum Artikel von Jean Pütz

„Ich, Jean Pütz, empfehle Joghurt (selbsgemacht) und jeglichen gesäuerten Käse, denn in diesen Milchprodukten ist die Laktose in Milchsäure umgesetzt, sie sind also auch laktosefrei, laktosefreier Käse ist deshalb beutelschneiderei. Ich schreibe Ihnen das aus eigener Erfahrung. Vor etwa 40 Jahren habe ich meine Laktoseintoleranz bemerkt, was auch für Ärzte nicht einfach ist zu entdecken. (vergl. www.jean-puetz-produkte.de )
Ihr Jean Pütz

Laktosefreie Lebensmittel gibt es schon sehr lange. Ursprünglich waren sie für diejenigen Menschen gedacht, die eine Laktoseintoleranz, also eine Milchzuckerunverträglichkeit haben. Die Betroffenen klagen über Blähungen, Völlegefühl, Darmkrämpfe oder Durchfälle. In Deutschland haben etwa 15 Prozent der Bevölkerung diese Unverträglichkeit. Für sie können Spezialprodukte ohne Milchzucker – insbesondere laktosefreie Milch – eine sinnvolle Alternative sein, weil sie dadurch eine größere Lebensmittelauswahl haben.

Seit einigen Jahren boomt der Markt mit laktosefreien Lebensmitteln. Viele Supermärkte bieten im Kühlregal einen separaten Bereich nur für diese Artikel an. Die Verkaufszahlen geben den Anbietern recht: Allein im Jahr 2012 legte der Absatz um 20 Prozent zu.

Woran liegt das? Haben auf einmal so viele Menschen eine Milchzuckerunverträglichkeit? Wohl kaum. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat herausgefunden, dass rund 80 Prozent der Käufer von laktosefreien Lebensmitteln gar keine Milchzuckerunverträglichkeit haben. Da stellt sich die Frage: Warum kaufen sie solche Produkte? Es scheint ein Lifestyle-Trend zu sein. Für diese Kunden klingt „Frei von Laktose“ ziemlich gesund. Also greifen sie zu – mit dem beruhigenden Gefühl, ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Dass diese teureren Produkte für sie in der Regel überflüssig sind, wissen die meisten von ihnen nicht.

Kurzum: Nötig sind laktosefreie Spezialprodukte (und davon auch nicht alle) für Personen mit einer Laktoseintoleranz. Nett sind sie für diejenigen, die damit Geld verdienen. (aid)

Schweinegrippe-Impfung für Rheumapatienten: Ja oder Nein?

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie befürwortet H1N1-Impfung

Berlin, 08.10.2009 Impfen oder nicht? Das fragen sich viele Rheumapatienten nach den Meldungen zur Schweinegrippe-Impfung der letzten Wochen. Denn ob sie zum Kreis der chronisch Kranken zählen, die zuerst geimpft werden müssen, ist nicht festgelegt. Ein Expertengremium der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hat die Datenlage diskutiert und eine Empfehlung formuliert. Darin befürworten sie die H1N1-Impfung für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, deren Krankheit schwer verläuft oder die unter immunsuppressiver Therapie stehen. Immunsuppressiva dämpfen das Immunsystem und machen es anfälliger für Infektionen. Weil Verträglichkeitsstudien mit dem Impfstoff bei Rheumapatienten fehlen, ist das Arzt-Patienten-Gespräch vor der Impfung obligatorisch.

Abseits der Debatte über den Sinn der Impfung gegen die bislang mild verlaufende Neue Influenza A steht die Frage, welche Personen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Grippeverlauf haben. Sie müssen besonders geschützt werden. In Bezug auf Menschen mit rheumatischen Erkrankungen geht das nicht eindeutig aus den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts hervor. Genannt werden nur Personen mit „erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens“. Rheumatische Erkrankungen sind nicht explizit aufgeführt. „Patienten, deren Krankheit schwer verläuft oder die Immunsuppressiva einnehmen, gehören aber generell zur Hochrisikogruppe“, sagt Kommissionssprecher Professor Klaus Krüger. Die meisten Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen erhalten diese Medikamente. „Sie sollten geimpft werden“, fasst der internistische Rheumatologe aus München die Empfehlung zusammen.

Obwohl die DGRh die Impfung grundsätzlich befürwortet, bleiben einige Fragen offen, da spezielle Studien mit Rheumapatienten fehlen. Beispielsweise ist noch unklar, wie verträglich die H1N1-Impfung für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen sein wird. Denn die Impfung kann ebenso wie die Infektion einen Krankheitsschub auslösen. Ungewiss ist auch, ob die Basismedikamente den Impfschutz beeinträchtigen. „Über die grundsätzliche Empfehlung zur Impfung einerseits, aber auch über den begrenzten Wissensstand andererseits muss jeder Patient aufgeklärt werden“, sagt Professor Krüger und verweist damit auf das Arzt-Patienten-Gespräch, das der Impfung stets voraus gehen muss. In Hinblick auf die Immunisierung gegen die Saisonale Grippe empfiehlt die DGRh, die Impfung im Abstand von mindestens einem Tag durchführen zu lassen.

Die ausführlichen DGRh-Empfehlung zur H1N1-Impfung für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen stehen online unter www.dgrh.de/rheumaschweinegrippe.html

 

Schmerzmittel bremsen Fortschreiten rheumatischer Erkrankung

Schmerzmittel bremsen Fortschreiten rheumatischer Erkrankung

Bochum ? Oft beginnt die Krankheit mit Schmerzen und Steifigkeit im unteren Rücken. Der Morbus Bechterew, auch ankylosierende Spondylitis (AS) genannt, ist eine chronische Entzündung vor allem der Wirbelsäule. Als Behandlung werden in erster Linie sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) eingesetzt. Aktue lle Studien zeigen jetzt, dass diese Medikamente nicht nur Schmerzen lindern, sondern auch das Fortschreiten der Krankheit bremsen können. ?Diese Erkenntnis wird die Therapie wahrscheinlich maßgeblich verändern?, sagt einer der Autoren, Professor Dr. med. Joachim Sieper, Berlin. Über die optimale Therapie entzündlicher Rückenschmerzen bei rheumatischen Erkrankungen diskutieren Experten auf der Pressekonferenz am 20. September 2012 im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Bochum.

Bis zu 340 000 Menschen leiden in Deutschland an ankylosierender Spondylitis (AS). Viele Betroffene klagen über Schmerzen in der Wirbelsäule, im Kreuz, in den Gesäßhälften oder in den Hüften. Morgens sind die Beschwerden besonders stark. In der 2. Nachthälfte wachen AS-Patienten wegen der Schmerzen auf, dann müssen sie sich bewegen, um sich Erleichterung zu verschaffen. ?Oft treten die Symptome bereits im Alter von etwa 26 Jahren auf,? so der Kongress-Präsident Professor Dr. med. Jürgen Braun. Eine frühe Diagnose sei wichtig, um eine optimale Therapie einleiten zu können, denn der entzündliche Prozess könne zu einer knöchernen Versteifung der Wirbelsäule führen.

Gegen Schmerzen und Steifheit verordnen Ärzte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Naproxen, Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin oder ein Coxib. Aber mehr als die Hälfte der Patienten nimmt diese Mittel nicht regelmäßig – etwa dann, wenn die Beschwerden relativ gering sind oder wenn andere Arzneimitt el wie die TNF-Blocker einnehmen. ?Dabei zeigen Studien, dass eine regelmäßige NSAR-Einnahme über einen längeren Zeitraum nicht nur die Symptome lindert, sondern auch das Fortschreiten der Erkrankung bremsen kann ? allerdings nur bei bestimmten Patienten,? so Professor Sieper, Leiter der Rheumatologie an der Charité Universitätsmedizin Berlin.

In einer aktuellen Studie untersuchten Berliner Rheumatologen den Verlauf von 88 AS-Patienten über zwei Jahre. Diejenigen Patienten, die regelmäßig NSAR eingenommen hatten (mindestens 50% der maximalen empfohlenen Dosis täglich), wiesen keine weitere Verknöcherung in der Wirbelsäule auf. Dagegen verschlimmerte sich die Versteifung der Wirbelsäule bei den Patienten, die NSAR seltener oder in einer kleineren Dosis einnahmen.

?Von dieser Behandlung  haben vor allem die Patienten profitiert, die das höchste Risiko für eine Verschlimmerung der Erkrankung hatten?, erläutert Professor Sieper. Das waren Menschen mit hohen Werten des Entzündungsmarkers C-reaktives Protein (CRP) oder aber mit sogenannten Syndesmophyten. Das sind Knochenneubildungen zwischen den Wirbelkörpern, die die Beweglichkeit der Wirbelsäule einschränken. ?Diese beiden Risikofaktoren weisen etwa ein Drittel der AS-Patienten auf?, so Professor Sieper.

?A uf dem DGRh-Kongress und der Pressekonferenz werden Experten über die optimale Behandlung und vor allem die frühzeitige Diagnose und Therapie von Patienten mit ankylosierender Spondylitis diskutieren?, sagt Professor Braun, ärztlicher Direktor des Rheumazentrums Ruhrgebiet in Herne. Gemeinsam mit der 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) und der
22. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) findet der Kongress vom 19. bis 22. September 2012 in Bochum statt.

Schnellere Früherkennung bei Alzheimer

Neue Substanz verkürzt bildgebende Untersuchung bei früher
Alzheimer-Erkrankung erheblich

Wissenschaftler der Forschungsstelle Leipzig des Helmholtz-Zentrums
Dresden-Rossendorf (HZDR, Institut für Radiopharmazie) treiben die
Früherkennung der Alzheimer-Krankheit mithilfe der
Positronen-Emissions-Tomographie voran. Sie haben eine radioaktiv
markierte Substanz auf Basis einer in südamerikanischen
Pfeilgiftfröschen vorkommenden Verbindung entwickelt, welche die
Untersuchungszeit von Patienten, die an dieser meist verbreiteten Form
von Demenz erkrankt sind, erheblich verkürzt. Seit Neuestem können die
Forscher die benötigten radioaktiven Ausgangsstoffe selbst in einem
eigenen Teilchenbeschleuniger herstellen. Er wurde am heutigen Dienstag,
dem 15.11.2011, durch die Sächsische Wissenschaftsministerin Prof.
Sabine von Schorlemer eingeweiht.

Mit der an der Forschungsstelle Leipzig des HZDR entwickelten Substanz
[Fluor-18]Flubatine lässt sich die Abnahme der Nikotinrezeptoren im
Gehirn feststellen. Die nach ihrer Fähigkeit zur Anlagerung von Nikotin
benannten Rezeptoren binden den Botenstoff Acetylcholin. Dieser sorgt im
gesunden Hirn dafür, dass Informationen zwischen den Nervenzellen
weitergeleitet werden ein Vorgang, der bei Alzheimer-Patienten immer
mehr zum Erliegen kommt. Die Alzheimer-Forschung geht davon aus, dass
die Anzahl der Nikotinrezeptoren bereits in der Anfangsphase der
Erkrankung abnimmt. Die Rezeptoren eignen sich daher ideal als
Zielstrukturen für die Früherkennung von Alzheimer-Demenz mithilfe der
Positronen-Emissions-Tomographie (PET).

Bisher wird die Alzheimer-Demenz mit klinischen Tests, z.B. zur Leistung
des Gedächtnisses, nachgewiesen; eine absolut sichere Diagnose ist nur
durch Gewebeuntersuchungen nach dem Tod möglich. Dabei könnte die
PET-Bildgebung, die bereits sehr erfolgreich zur Krebsdiagnose
eingesetzt wird, auch die Diagnostik von Alzheimer-Demenz wesentlich
voranbringen. Um Patienten mit PET zu untersuchen, werden ihnen
radioaktiv markierte Substanzen (Radiopharmaka) gespritzt. Das von den
Leipziger Forschern entwickelte Präparat basiert auf einer in
Pfeilgiftfröschen gefundenen toxischen Verbindung, die stark an die
Nikotinrezeptoren bindet. Wir haben sie so verändert, dass sie nicht
mehr giftig ist, so Prof. Peter Brust, Leiter der Abteilung
Neuroradiopharmaka in der Forschungsstelle Leipzig des HZDR. Die
Substanz reichert sich speziell nur an den Nikotinrezeptoren im Gehirn
an und führt dort zu Wechselwirkungen mit dem Gewebe, die sich mittels
PET messen lassen. So lässt sich feststellen, ob die Anzahl der
Rezeptoren abgenommen hat.

Dies belegt eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
geförderte Patientenstudie, die gegenwärtig an der Klinik und Poliklinik
für Nuklearmedizin der Universität Leipzig unter Leitung von Prof. Osama
Sabri in Kooperation mit dem HZDR durchgeführt wird. Die neu entwickelte
Substanz Flubatine ermöglicht es aufgrund besserer biologischer
Eigenschaften, die Rezeptordichte schneller als bisher zu messen. Die
Untersuchungszeit gegenüber einem vergleichbaren, bisher eingesetzten
Radiopharmakon verringert sich für die Patienten dadurch erheblich von
etwa sieben auf weniger als 1,5 Stunden eine weitaus geringere
Belastung für die zumeist älteren Betroffenen.

Röntgenlaser zeigt Schwäche von Antibiotika

Röntgenlaser zeigt Schwäche von Antibiotika in 3D

Wissenschaftler experimentieren mit Bazillus von Lungenkrankheit TBC

Tuberkelbazillen unter dem Elektronenmiksroskop (Foto: llnl.gov)
Tuberkelbazillen unter dem Elektronenmiksroskop (Foto: llnl.gov)

Stanford/Livermore (pte004/22.06.2018/06:15) –

Ein internationales Forscher-Team hat beobachtet, wie Bakterien
Antibiotika töten, gegen die sie resistent sind. Den ungleichen Kampf
hat das ultrahelle und ultrascharfe Röntgenlicht sichtbar gemacht, das
der Röntgenlaser des SLAC National Accelerator Laboratory in Stanford
erzeugt. Beteiligt waren Experten des Lawrence Livermore National
Laboratory http://llnl.gov und 13 weitere Einrichtungen und Unternehmen, darunter vier deutsche.

TBC wieder auf dem Vormarsch

Die Forscher arbeiteten mit dem Tuberkelbazillus
(Mycobacterium tuberculosis), der die gefährliche Lungenkrankheit TBC
auslöst. Seit dieser Mikroorganismus Resistenzen entwickelt hat, steigt
die Zahl der Krankheitsfälle wieder an. Weltweit sterben, so die WHO an
dieser Krankheit mehr Menschen als an jeder anderen Infektion. Die
Entdeckung in Stanford könnte jetzt dazu beitragen, den
Abwehrmechanismus der Bakterien zu entschlüsseln, sodass Gegenmittel
gegen die Resistenzen entwickelt werden können.

Die Forscher vermischten Beta-Lactamase, das Enzym, mit
dem die resistenten Tuberkelbazillen ein Antibiotikum namens
Ceftriaxone deaktivieren, mit eben diesem Antibiotikum. Im grellen
Röntgenstrahl konnten sie nun beobachten, wie sich das Enzym über das
Medikament hermachte. Das wurde in einer schnellen Folge von
Schnappschüssen sichtbar. Das Enzym geht eine Verbindung mit Ceftriaxone
ein und zerstört eine bestimmte chemische Bildung. Das deaktiviert das
Antibiotikum.

Millionen Schnappschüsse in 3D

Aus Millionen dieser Schnappschüsse entwickelten die
Forscher ein 3D-Bild des Zerstörungswerks. Jetzt sollen noch Millionen
Bilder des Vorgangs für Details geschossen werden. Mit diesen Infos
hoffen die Forscher, darunter Mitarbeiter des Pharma-Riesen
GlaxoSmithKline, Antibiotika so zu designen, dass der fatale Angriff der
Beta-Lactamase wirkungslos verpufft. Mit der gleichen Röntgentechnik
hoffen die Forscher weitere biologische Vorgänge sichtbar zu machen, bei
denen Enzyme Reaktionen hervorrufen oder steuern.

An den Forschungsarbeiten waren vier Institute aus
Europa beteiligt: Das Deutsche Elektronensynchrotron in Hamburg, die
dortige Universität, das Hamburg Center for Ultrafast Imaging und das
Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried.

Biomarker Troponin: Rasche und sichere Herzinfarkt-Diagnose

Biomarker Troponin: Rasche und sichere Herzinfarkt-Diagnose

Neue Möglichkeiten der Risikoabschätzung und Therapiekontrolle bei anderen Herzerkrankungen

Berlin (pts017/05.10.2016/12:20) – Zu den wichtigen
Innovationen der Herz-Kreislaufmedizin gehören Biomarker – ein Gebiet,
das sich besonders dynamisch entwickelt. Sie können die zuverlässige
Diagnose beim Herzinfarkt noch rascher und sicherer machen und zu einer
zielgenaueren Therapie beitragen. Fortschritte bringt hochsensitives
Troponin auch für die Entdeckung von Herzmuskelschädigungen, die nicht
auf einen Infarkt zurückgehen. Neueste Daten zeigen, dass das
diagnostische Potenzial von Troponin noch nicht ausgeschöpft ist.

"Es liegen immer mehr Daten vor, die zeigen, welchen
Wert Biomarker für die kardiologische Praxis entfalten können, wenn sie
mit höchster Spezifität und Sensitivität eine Schädigung des Herzmuskels
anzeigen", betonte Prof. Dr. Hugo Katus, Universitätsklinikum
Heidelberg, heute bei einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft
für Kardiologie im Vorfeld der DGK Herztage 2016. "Der Biomarker
Troponin, der als eine Methode zur Verbesserung der
Herzinfarktdiagnostik startete, hat zu einem regelrechten
Pardigmenwechsel in der Herzmedizin geführt. Neue Daten zeigen, dass
sein diagnostisches Potential noch nicht ausgeschöpft ist", so der
zukünftige Präsident der DGK.

Troponin verändert die Praxis der Herzmedizin

Biomarker sind körpereigene Moleküle, zum Beispiel
Proteine, Peptide, Metabolite oder Chemokine, die im Rahmen eines
Krankheitsprozesses vermehrt gebildet werden oder neu entstehen. In
anderen Fällen, zum Beispiel bei Infarktmarkern, werden sie durch
Schädigung der Zellmembran aus Zellen freigesetzt. "Biomarker können
also, sofern sie spezifisch einen Krankheitsprozess anzeigen und
Testsysteme mit ausreichender analytischer Qualität verfügbar sind, für
die Diagnostik und Prognose von Erkrankungen angewendet werden", so
Prof. Katus.

Der Biomarker Troponin (T und I) hat weltweit die
Praxis der Herzmedizin verändert, ist heute fester Bestandteil der
Leitlinien und gilt als Paradebeispiel dafür, was Biomarker leisten
können. Seit Prof. Katus und Mitarbeiter 1987 den Troponin T Assay
erfunden und entwickelt haben, wurden die Testsysteme kontinuierlich
verbessert. Prof. Katus: "Durch neueste Entwicklungen und weiter
optimierte Testsysteme können die Troponine nun mit sehr hoher
Empfindlichkeit im Blut nachgewiesen werden. Diese hochsensitiven Tests
eröffnen eine neue Dimension in der Erkennung von Krankheits- und
Umbauprozessen des Herzens und verändern nachhaltig die Diagnostik des
Herzinfarkts und der Herzmuskelschädigungen."

Noch schnellerer Ausschluss eines Herzinfarkts

Mit den hochsensitiven Assays können nun auch Blutwerte
von Troponin T und I unterhalb der bisher genutzten Grenzwerte gemessen
werden. "Überzeugende Daten aus mehreren neueren Studien belegen, dass
die Beurteilung von Troponinwerten, die sich noch im Normalbereich
bewegen, die Triage von Patienten mit Herzinfarktverdacht erheblich
beschleunigt", so Prof. Katus. Werden bei Patienten mit
Herzinfarktverdacht bei der Aufnahmetestung und der Kontrolle nach einer
Stunde Werte von Troponin im unteren Normbereich gefunden (für Troponin
T <5ng/L), kann bereits nach dieser kurzen Beobachtungszeit ein
akuter Herzinfarkt mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden.

"Durch diesen diagnostischen Ein-Stunden-Algorithmus
können 25 bis 40 Prozent aller Patienten mit akutem Brustschmerz
innerhalb einer Stunde mit der Diagnose Infarktausschluss von der
Notaufnahme entlassen werden", so Prof. Katus. "Diese Patienten mit
Thoraxschmerz, aber Werten von Troponin T oder I im unteren Normbereich,
haben auch kurz- und mittelfristig ein sehr niedriges kardiales Risiko:
Ihre Mortalität liegt in den nächsten 30 Tagen, sechs Monaten und zwei
Jahren bei 0,1, 0,8 und 1,2 Prozent."

Diese neuen Befunde haben zu einer Änderung der
Leilinien geführt, die nunmehr die Verwendung des
Ein-Stunden-Algorithmus – statt einer neuerlichen Tropinin-Messung drei
Stunden nach der Aufnahme – zum Infarktausschluss. Allerdings gilt diese
Empfehlung nur für hochsensitive Troponin-Assays.

Auch ohne Infarkt: Verringerte Lebenserwartung bei erhöhtem Troponin

Die Daten aus diesen Studien belegen allerdings auch,
dass bei Patienten mit Infarktverdacht nicht nur ein eindeutig erhöhter
Troponinwert über dem empfohlenen oberen Normwert (für Troponin T
>14ng/L), sondern auch schon messbare Troponinwerte im oberen
Normbereich (für Troponin T 6 bis 12ng/L), unabhängig von der
Entlassungsdiagnose, mit einem deutlich erhöhten kardialen Risiko
assoziiert sind.

"Die Mortalität nach zwei Jahren beträgt bei ihnen 15
Prozent gegenüber 1,2 Prozent bei niedrigen Troponinwerten", so Prof.
Katus. "Dies bestätigt Befunde aus früheren Untersuchungen. Demnach ist
jede Freisetzung von Troponin bei Patienten mit Thoraxschmerz,
unabhängig vom Vorliegen von EKG-Veränderungen, ein schlechtes Zeichen,
betroffene Patienten haben eine eindeutig verringerte Lebenserwartung."

Wichtige Hinweise liefern die Troponin-Werte auch für
die Wahl der Therapie, so Prof. Katus: "Patienten mit einem Troponinwert
über 14ng/L weisen eine hohe Herzinfarktrate und schlechte Prognose
auf, mit einer Mortalität von 2,7 Prozent nach 30 Tagen und 13 Prozent
nach zwei Jahren. Diese troponinpositiven NSTEMI-Patienten profitieren
von einer Koronarintervention, die Risikoreduktion für Tod und
Myokardinfarkt durch die Behandlung nach einem Jahr beträgt 39 Prozent.
Patienten mit instabiler Angina, also nicht erhöhten Troponinwerten,
erleiden hingegen durch die Koronarintervention sogar mehr Infarkte."

Mehr Herzinfarkt-Diagnosen – auch bei Patienten ohne kritische Verengung an den Herzkranzgefäßen

Durch die hochsensitiven Troponin-Tests werden
Herzinfarkte nicht nur rascher, sondern auch öfter diagnostiziert: Bei
Patienten mit akutem Koronarsyndrom werden um 20 Prozent mehr Fälle von
Herzinfarkt und entsprechend weniger Fälle von instabiler Angina
festgestellt als mit den normalen Troponin-Tests. Prof. Katus: "Die so
entdeckten Mikroinfarkte sind riskant und müssen entsprechend behandelt
werden. Wie in verschiedenen Studien gezeigt wurde, profitieren
Patienten auch bei sehr geringer Myokardschädigung von einer
aggressiveren Plättchenhemmung und einer Koronarintervention."

Allerdings können die hochsensitiven Tests auch zur
Verwirrung beitragen, gibt Prof. Katus zu bedenken: "Bei 20 bis 30
Prozent der Herzinfarktpatienten, die durch die gängigen
Infarktkriterien diagnostiziert werden, finden sich überraschenderweise
in der akut durchgeführten Herzkatheter-Untersuchung an den
Herzkranzgefäßen weder kritische Stenosen noch Verschlüsse."

Wird kein okkludierender Thrombus als Infarktursache
gefunden, so wird dies als Typ 2-Myokardinfarkt klassifiziert. Typ
2-Myokardinfarkte finden sich sehr häufig bei kritisch kranken Patienten
auf der Intensivstation. Die Prognose dieser Patienten ist deutlich
schlechter als die der Patienten mit einem typischen, durch
okkludierenden Thrombus verursachten, Typ 1-Infarkt. "Leider gibt es bis
heute noch keine standardisierten Therapieempfehlungen für die Typ
2-Herzinfarkte, die mit den neuen Troponin-Tests sehr häufig
diagnostiziert werden", so Prof. Katus.

Erhöhte Tropinin-Werte ohne Herzinfarkt: Gefährliche Herzmuskelschädigungen

Da Troponin durch jede Form der Herzmuskelschädigung
freigesetzt werden kann, gibt es auch Troponin-Erhöhungen, die nicht
durch einen Herzinfarkt entstehen. "Häufig findet sich in diesen Fällen
keine eindeutige zeitabhängige Konzentrationsveränderung von Troponin im
Blut, sondern eine nahezu konstante Erhöhung des Troponin über lange
Zeiträume", erklärt Prof. Katus. "Die Diagnose Myokardschaden ist sehr
wichtig, da sie mit einem hohen kardialen Risiko vergesellschaftet ist."

Eine solche Herzmuskelschädigung kann bei
unterschiedlichen Patientengruppen diagnostiziert werden: etwa bei
Personen mit akuten nicht-ischämischen kardialen Erkrankungen wie
Herzmuskelentzündungen, oder bei Patienten mit vermeintlich stabiler
chronischen kardialer Erkrankungen wie einer chronischen
Herzinsuffizienz, stabilen koronaren Herzkrankheit, chronischem
Vorhofflimmern oder kompensierten Herzklappenerkrankungen. "Erhöhte
Troponin-Werte bei Patienten mit chronischen, vermeintlich stabilen,
kardialen Erkrankungen sind mit einer hohen kardialen Ereignisrate
assoziiert", so Prof. Katus. "Diese Einsicht eröffnet völlig neue
Möglichkeiten der Risikostratifizierung und Therapiekontrolle."

Erhöhte Troponin-Werte können aber auch auf
Myokardschädigungen bei Patienten mit akuten oder chronischen
nicht-kardialen Erkrankungen hinweisen: etwa bei Pneumonie, COPD,
Niereninsuffizienz, Lungenhochdruck, Chemotherapie oder
Vasculitis-Syndromen. "Unabhängig von der Ursache der
Herzmuskelschädigung ist bei diesen Erkrankungen eine Beteiligung des
Herzens, erkennbar an den Troponin-Erhöhungen im Blut, regelhaft mit
einer erhöhten Mortalität von bis zu 40 Prozent im ersten Jahr
assoziiert."

Troponin-Werte im Blut haben sich darüber hinaus auch
als Prädiktoren für das kardiovaskuläre und Sterblichkeits-Risiko in
Risikogruppen oder auch bei vermeintlich gesunden Probanden erwiesen, so
Prof. Katus: "Die Wertigkeit von Troponin für die Abschätzung des
Herzrisikos blieb auch nach Adjustierung für die klinisch etablierten
Risikofaktoren bestehen."

Vegetarier leben 9.5 Jahre länger!

Studie mit 96.000 Teilnehmern: Vegetarier leben 9.5 Jahre länger!
Dr. Jacobs Weg: Neues Fachbuch liefert die medizinischen Hintergründe
 
Dr. Jacobs Weg: Genussvoller Verzicht
[ Foto ]

Heidesheim am Rhein (pts021/17.10.2012/16:40) – Die neuesten Ergebnisse der Adventisten-Gesundheitsstudie 2 (Adventist Health Study-2) mit 96.000 Teilnehmern aus den USA und Kanada bestätigen, dass die Vegetarier unter den Adventisten inzwischen die am längsten lebende, wissenschaftlich untersuchte Bevölkerungsgruppe der Welt darstellen.

Die Adventist Health Study ist eine Serie von Studien der Loma Linda Universität aus Kalifornien. Bereits in den Siebziger und Achtziger Jahren wurde gezeigt, dass Vegetarier länger leben als Nicht-Vegetarier: Frauen hatten eine 4,4 Jahre und Männer eine 7,3 Jahre höhere Lebenserwartung im Vergleich zur kalifornischen Bevölkerung. Dies wurde jetzt noch deutlich übertroffen. Seit 2002 läuft die unabhängige Adventist Health Study-2, welche vom National Cancer Institute, National Institutes for Health, US-Landwirtschaftministerium und World Cancer Research Fund finanziert wird.

Die Adventisten-Gesundheitsstudie 2

Am 7. Oktober 2012 präsentierte der leitende Wissenschaftler und Arzt, Gary E. Fraser, die dramatischen Zwischenergebnisse der Studie auf der Konferenz & Expo für Lebensmittel und Ernährung an der Akademie für Ernährung und Diätetik: Die männlichen Vegetarier der Adventisten werden durchschnittlich 83,3 Jahre alt und die vegetarisch-lebenden Frauen 85,7 Jahre – das sind 9,5 beziehungsweise 6,1 Jahre länger als die restliche kalifornische Bevölkerung, erklärte Fraser. Diese Ergebnisse zeigen noch deutlicher als zuvor, dass gesundheitsbewußte Vegetarier deutlich länger leben und gesund bleiben.

Weitere Ergebnisse der Adventist Health Study 2:
* Veganer (reine Pflanzenköstler) sind im Durchschnitt 13,6 kg leichter als Nicht-Vegetarier.
* Veganer haben einen um fünf Einheiten niedrigeren BMI als Nicht-Vegetarier.
* Vegetarier und Veganer sind weniger insulinresistent als Nicht-Vegetarier.
* Veganer haben am wenigsten Bluthochdruck und das geringste Risiko für Typ-2-Diabetes.
* Im Vergleich mit Pflanzenköstlern haben Nicht-Vegetarier, die Fleisch essen, ein viermal so hohes Risiko, Typ 2-Diabetes mellitus zu entwickeln.
* Die Blutwerte von C-reaktivem Protein (Entzündungsmarker), IGF-1 (Wachstumsfaktor) und Insulin waren bei Vegetariern niedriger.
* Schlanke machen häufiger regelmäßig Sport, essen pflanzlich und vermeiden Zigaretten im Vergleich zu übergewichtigen Personen. Dies weist darauf hin, dass zahlreiche Faktoren die Gesundheit der Studienteilnehmer verstärken.

Nicht nur das Weglassen von Fleisch wirkt sich positiv aus. Auch Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte, die von Vegetariern häufig verzehrt werden, können per se das Risiko für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes senken und die Gewichtskontrolle und Gehirnfunktion verbessern, berichtet die Loma Linda Universität. Insgesamt hatten die Vegetarier eine gesündere Lebensweise, die zu diesem einmaligen Ergebnis mitbeiträgt.

Dr. Jacob’s Institut untermauert Studienergebnisse mit neuem Fachbuch

In dem Fachbuch "Dr. Jacobs Weg des genussvollen Verzichts" widmet sich das Dr. Jacob’s Institut der zentralen Fragestellung: Was sind die effektivsten Maßnahmen gegen unsere Zivilisationskrankheiten? In dem Fachbuch "Dr. Jacobs Weg" werden die einzelnen Faktoren des Zusammenhangs zwischen Ernährung und Gesundheit untersucht und aus bisher ungewohnten Blickwinkeln auf der Basis von etwa 500 wissenschaftlichen Studien beleuchtet. Dabei widerlegt der Autor mit wissenschaftlich gesicherten Fakten einige moderne Ernährungsmythen.
Als epidemiologische, lebendige Beispiele dienen hier unter anderem die Ergebnisse der China Study, die bereits veröffentlichten Ergebnisse der Adventist Health Study sowie die Bewohner von Okinawa, die in einer langjährigen Studie genau untersucht wurden und bisher als die am längsten lebenden Erdenbürger galten. Vom ersten Platz der "durchschnittlichen" Lebenserwartung wurden sie zwar nun verdrängt, doch Okinawa bietet immer noch ein besonderes Phänomen: Auf Okinawa leben anteilig die meisten über 100-Jährigen der Welt.

Die vitalen "Golden Agers" ernähren sich traditionell und überwiegend pflanzlich. Sobald sie sich jedoch auf die westliche Ernährung einlassen, sind sie den Zivilisationskrankheiten genauso ausgeliefert wie wir. Dieser Umkehrprozess mit all seinen Folgen ist bereits im vollen Gange und verdrängt die Männer auf Okinawa in Sachen Lebenserwartung vom ersten Platz der Welt auf den letzten Japans.

Insulin-Index: Steak setzt 27 Prozent mehr Insulin frei als Pasta al dente

Die westliche Ernährung hält ein insulinogenes Highlight nach dem anderen bereit. Mahlzeiten, die tierisches Protein und Kohlenhydrate mit hohem glykämischen Index kombinieren, wie zum Beispiel Steak mit Kartoffeln, führen zu einer besonders hohen Insulinausschüttung und zu einem schnellen Blutzuckerabfall. So steigt die Sucht nach den anabolen, sympathikomimetischen, serotonergen Insulinwirkungen stetig an. Ein Teufelskreis, der abdominale Fettleibigkeit, Fettleber, Insulinresistenz und das metabolische Syndrom im Schlepptau hat und die Tür für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs öffnet.

Bill Clinton: "Eine vegane Ernährung half mir, 11 Kilo abzunehmen, und hat mein Leben gerettet."

Nach einem Herzinfarkt, vier Beipässen und zwei Stents stieg er auf Anraten von Dean Ornish auf fettarme, rein pflanzliche Vollwertkost um. Das Ornish-Konzept hilft sogar verengte Herzkranzgefäße wieder zu weiten. In einer zweijährigen klinischen Studie verhinderten Prostatakrebs-Patienten das Fortschreiten ihrer Erkrankung.

Der Dr. Jacobs Weg ist eine Weiterentwicklung des Ornish-Konzepts unter Berücksichtigung der Insulin-, pH und Redox-Wirkung der Ernährungs- und Lebensweise. Eine überwiegend pflanzliche Ernährung ist die Grundlage des Dr. Jacobs Weges; sie wird von den führenden Ernährungswissenschaftlern Elmadfa und Leitzmann als die natürliche, evolutionsbedingte Ernährung des Menschen beschrieben.

Zentrale Themen
* Insulin macht uns erst groß, dann dick und dann krank.
* Glykämischer Index Insulin-Index
* Harvard-Studie mit 442.000 Teilnehmern: Fleisch erhöht stark das Diabetesrisiko, Vollkornprodukte senken es.
* Kuhmilch enthält 3,75 mal mehr Methionin als Humanmilch. Tierprotein ist besonders reich an Methionin (säurebildend, prooxidativ, Abbau zu Homocystein). Was ist für den Menschen "artgemäß"?
* Methioninrestriktion kann Zellalterung und Tumorwachstum verlangsamen.
* Welche Rolle spielt oxidiertes Methionin in der Pathogenese von Alzheimer und BSE?
* Die wirkungsvollsten Ernährungstherapien bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und rheumatischen Erkrankungen
* Proteinreiche Low-Carb Diäten führen zu schnellen Wasser- und Gewichtsverlusten, aber können langfristig der Gesundheit schaden.
* Wie sinnvoll ist eine ketogene Diät bei Krebs?
* Weniger ist mehr: Ernährung bei Prostatakrebs

Das Fachbuch "Dr. Jacobs Weg des genussvollen Verzichts" beruht auf der Auswertung von etwa 500 wissenschaftlichen Studien sowie persönlicher Anwendungs- und Erfahrungswerte. Es vereint die klinisch und epidemiologisch erfolgreichsten Ernährungskonzepte der Welt unter Berücksichtigung der Insulin-, pH- und Redox-Balance in einem praxisnahen Ernährungsplan. Dr. Jacobs Ernährungsplan gewährleistet eine gesunde Vollversorgung auf pflanzlicher Basis und vermeidet das "Soja-Pudding-Veganer-Syndrom". Denn eine vegane oder vegetarische Ernährung ist nicht automatisch auch gesund.

Genussvoller Verzicht und kulinarische Entdeckungsreise: Wie Sie gesund und nachhaltig abnehmen, aber dabei so viel essen können, wie Sie möchten – nur ganz anders als bisher.

Titel: Dr. Jacobs Weg des genussvollen Verzichts. Autor: Dr. med. Ludwig Manfred Jacob. Verlag: Editions Résurgence. ISBN: 978-2-87434-151-9. Erscheinungstermin: 19.10.2012

Dr. Jacob’s Institut für komplementär-medizinische Forschung
Das Dr. Jacob´s Institut, Herausgeber des Buches "Dr. Jacob´s Weg", hat sich zum Ziel gemacht, ganzheitliche Zusammenhänge in der Ernährungswissenschaft, Naturheilkunde und Erfahrungsheilkunde wissenschaftlich aufzuklären und dadurch zur Verbesserung und zum Erhalt wertvoller Präventionsmaßnahmen und Therapien beizutragen. Da Prävention immer besser ist als Therapie, liegt der Schwerpunkt auf Ernährung und Lebensweise. Diese haben auch bei der Therapie der klassischen Zivilisationserkrankungen einen hohen Stellenwert. "Primum nihil nocere, secundum bene facer" ist der Leitsatz des Dr. Jacob’s Instituts. Erstens: Nicht schaden. Zweitens: Gutes bewirken.

Neuer Zugang zum Medizinstudium

Zugang zum Medizinstudium: Mehr Chancen für Talente

Die Kultusministerkonferenz hat sich auf einen Entwurf für
einen Staatsvertrag zur Reform der Zulassung zum Medizinstudiums verständigt.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: Wir haben eine gute
Grundlage geschaffen, um die besten Bewerberinnen und Bewerber für den
Arztberuf auszuwählen

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich heute (6.
Dezember) über einen Entwurf für einen neuen Staatsvertrag zur Reform des
Medizinstudiums geeinigt. Künftig können bei der Vergabe von bis zu 70 Prozent
aller Studienplätze in Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben werden, in
denen nicht nur die Abiturnote zählt. Die Wartezeit wird als Zugangskriterium
nach einer Übergangsphase von zwei Jahren abgeschafft. Außerdem neu ist die
Einführung einer zusätzlichen Eignungsquote, die Talenten, unabhängig von der
Abiturnote Chancen auf einen Studienplatz eröffnen. Baden-Württemberg hatte
gemeinsam mit Sachsen die Verhandlungsführung inne.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: „Wie haben mit den
neuen Zugangsvoraussetzungen eine gute Grundlage geschaffen, um den am besten
geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern für den Arztberuf das Medizinstudium zu
ermöglichen. Mit spezifischen Testverfahren, die das besondere Talent für das
Berufsbild prüfen, haben wir in Baden-Württemberg bereits langjährige und sehr
positive Erfahrungen gesammelt.“ Im Land sind insgesamt mehr als 2100
Studienanfängerplätze jährlich von der Neuregelung betroffen.

Übergangsregelung für Altwartende

Dem Staatsvertrag ging eine Entscheidung des
Bundesverfassungsgerichts (BVerfG ) voraus, wonach die Studienplätze vorrangig
nach Eignung eines Bewerbers zu vergeben sind. Die derzeitige Wartezeitquote,
die Wartesemester für diejenigen anrechnet, die nicht unmittelbar einen
Studienplatz erhalten haben, sei hingegen verfassungsrechtlich nicht geboten,
da sie gerade keine berufliche Eignung berücksichtige.

Die Kultusministerkonferenz hat entschieden, das Kriterium
„Wartezeit“ in den Jahren 2020 und 2021 übergangsweise im Rahmen der
zusätzlichen Eignungsquote noch eingeschränkt weiter zu berücksichtigen. In
Baden-Württemberg wird es sich während dieses Zeitraums um eine Kombination aus
Wartezeit, Eignungstest und berufspraktischer Erfahrung handeln.

Ausgleich unterschiedlicher Abiturdurchschnitte

Das Gericht hat dem Gesetzgeber darüber hinaus aufgetragen,
sicherzustellen, dass die Abiturnote im Auswahlverfahren der Hochschulen nicht
als alleiniges Kriterium herangezogen werden darf, weil sie einerseits nur
einen Teil der Eignungsanforderungen abbilde und das Abitur andererseits nicht
länderübergreifend vergleichbar sei. Deshalb seien auch schulnotenunabhängige
Kriterien zu berücksichtigen, etwa der Medizinertest, wie dies in
Baden-Württemberg bereits heute schon der Fall ist.

Der KMK liegt nun ein Entwurf eines Staatsvertrages vor, der
nicht nur die Monita des BVerfG ausräumt, sondern diesen auch weiterentwickelt.
Hierzu wurden die Quoten für den Zugang zum Studium neu geordnet.

Künftig werden die Bewerber für das Medizinstudium wie folgt
ausgewählt:

·30 % nach
Abiturbestenquote (Erhöhung um 10 %)

·10 % durch
eine zusätzliche Eignungsquote (nach schulnotenunabhängigen Kriterien)

·60 % durch
Auswahlverfahren der Hochschulen (Die Auswahl beinhaltet einen von den
Hochschulen festzulegenden Mix aus der Durchschnittsnote der
Hochschulzugangsberechtigung und schulnotenunabhängigen Kriterien)

·Durch
Landesrecht kann die zusätzliche Eignungsquote im Rahmen des Auswahlverfahrens
der Hochschulen erweitert werden. Diese Erweiterungsmöglichkeit bietet
Spielräume für eine chancenoffene und chancengerechte Weiterentwicklung.

Für die Abiturnote wird darüber hinaus ein Ausgleichsmechanismus
entwickelt, der eine annähernde Vergleichbarkeit unter den Ländern herstellt.

Spielräume nutzen, um die Allgemeinmedizin zu stärken

Baden-Württemberg wird die landesrechtlichen Spielräume
nutzen. „Das neue Verfahren eröffnet geeigneten und motivierten Bewerberinnen
und Bewerbern vielfältige Chancen auf einen Studienplatz. Es ermöglicht die
Auswahl einer Studierendenschaft, die den unterschiedlichen Anforderungen und
Fachrichtungen gerecht wird – in der Medizin etwa vom Praktischen Arzt bis zum
Forscher. Und es belässt uns die notwendigen Spielräume, flexibel auf
Weiterentwicklungen und Schwerpunktsetzungen zu reagieren. Ich denke hier
insbesondere an die Allgemeinmedizin“, sagt die Wissenschaftsministerin.

Neue Auswahlverfahren mittels Interviewtechniken

Aktuell prüft das Land mit den Universitäten, für einen
gewissen Teil der Studienplätze ein Interviewverfahren fortzuentwickeln, das
psychosoziale Kompetenzen der Bewerberinnen und Bewerber misst. Die
Wissenschaftsministerin sieht hierin eine große Chance, Studierende zu
gewinnen, die Fähigkeiten und Interesse für eine spätere Tätigkeit als
praktische Ärztin oder praktischer Arzt mitbringen. Sie sollen im Studium über
die neu geschaffenen Angebote in der Allgemeinmedizin verstärkt den Weg in
diese Fachrichtung finden.

„Ich halte dies für zielführender, als 17- bis 18-Jährige
noch vor Studienbeginn durch eine Landarztquote zu verpflichten, in etwa 15
Jahren einer bestimmten Tätigkeit nachzugehen“, ist sich Bauer sicher. „Wir kümmern
uns stattdessen besser darum, soziale und kommunikative Kompetenzen ausreichend
zu berücksichtigen und im Auswahlverfahren auch Studienschwerpunkten wie eben
der Allgemeinmedizin Rechnung zu tragen.“

Für die Chancengerechtigkeit sei es aber auch wichtig, dass
die verwendeten Kriterien immer wieder in Studien evaluiert würden.

Ministerium für Wissenschaft, Forschung  und Kunst Baden-Württemberg

Diabetes mellitus bei Kindern

Gendefekte verursachen neonatalen Diabetes, „MODY“ und „DIDMOAD-Wolfram-Syndrom“

Stuttgart – Eines von 89000 Kindern kommt in Deutschland bereits mit einer Diabetes-Erkrankung zur Welt. Dies ergab die jüngste Auswertung eines Patientenregisters, die Wissenschaftler im Rahmen der 45. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft vom 12. bis 15. Mai 2010 im Internationalen Congress Center Stuttgart vorstellen. Neben Diabetes Typ 1, der den Hauptteil an Diabetes-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen ausmacht, gibt es auch Arten, die genetisch bedingt sind. Sie kommen zwar seltener vor, sind für die betroffenen kleinen Patienten aber mitunter lebensbedrohend. Experten diskutieren durch Gendefekte verursachte Diabetesarten in einem Symposium des diesjährigen Kongresses.

Das DPV-Register für Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation enthält Daten zu mehr als 50000 Patienten, zusammengetragen von 299 Behandlungszentren in Deutschland und Österreich. Darunter waren neunzig Kinder, bei denen Ärzte in den ersten sechs Lebens-monaten eine Zuckerkrankheit feststellten. „In solchen Fällen spricht man von einem neonatalen Diabetes mellitus. Hier kann ein  Gendefekt Ursache für eine Entwicklungsstörung der Bauch-speicheldrüse oder der dort beheimateten Beta-Zellen sein, die das Hormon Insulin produzieren“, berichtet Dr. med. Jürgen Grulich-Henn, Leiter des Bereiches Kinder-Diabetologie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg. „Inzwischen sind einige Gendefekte bekannt und der Anteil der Erkrankungen, in denen wir eine Erklärung für den neonatalen Diabetes finden, ist gestiegen“, so Grulich-Henn.

Auch dem sogenannten MODY („Maturity Onset Diabetes of the Young“ oder „Erwachsenen-Diabetes mit Beginn im Jugendalter“) liegen definierte Gendefekte zugrunde. Diese führen zu einer gestörten Freisetzung des Insulins. Das klinische Bild ähnelt dem des Typ 2 Diabetes bei Erwachsenen, die Kinder sind aber in der Regel nicht übergewichtig. Es sind gegenwärtig mehr als sechs Gene mit insgesamt mehreren hundert Gendefekten beschrieben, die MODY verursachen. Meist sind mehrere Generationen in einer Familie betroffen. Die Klärung der Ursache hat auch hier unmittelbare Konsequenzen für die Kinder, da nicht alle MODY-Formen mit Insulin behandelt werden müssen.

Die Kenntnis der Gene ist sehr wichtig, da einige angeborene Diabeteserkrankungen auch andere Organe betreffen. Dr. med. Julia Rohayem, Funktions-Oberärztin Endokrinologie Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, erläutert dies am Beispiel des „DIDMOAD-Wolfram-Syndroms“: „Der Gendefekt führt hier zum Ausfall des Proteins Wolframin, das im sogenannten endoplasmatischen Retikulum (ER) in allen Zellen des Körpers benötigt wird. Die Kinder erkranken im Vorschulalter in der Regel zunächst an der insulinabhängigen Zuckerkrankheit. Im Schulalter gesellt sich ein beidseitiger Verlust an Sehschärfe hinzu. Die betroffenen Patienten verlieren im weiteren Verlauf immmer mehr an Sehkraft, werden aber nicht vollständig blind“. 

In etwa der Hälfte der Fälle wird durch den Ausfall des Wasserkonzentrations-Hormons aus dem Gehirn die Fähigkeit der Niere zur Urinkonzentration gestört (Diabetes insipidus centralis). Auch die Blasenentleerung kann beeinträchtigt sein. Das Hörvermögen fällt zunächst unbemerkt im Hochtonbereich aus, eine Schwerhörigkeit kann folgen. Derzeit sei die Lebenserwartung von Menschen mit „DIDMOAD” erheblich eingeschränkt, berichtet Rohayem. Mit der Entschlüsselung des Krankheitsmechanismus ist die Hoffnung verbunden, in der Zukunft Behandlungsmöglichkeiten für diese genetisch bedingte degenerative Erkrankung der Hormondrüsen und Nervenzellen zu entwickeln.

Biomarker für aggressiven Hautkrebs

pte20190128015 Forschung/Technologie, Medizin/Wellness

Neuer Biomarker für aggressiven Hautkrebs

Ohne Gewebeentnahme Kontrolle des Therapieerfolgs bei Merkelzell-Karzinomen als Hauptziel

Duisburg/Essen (pte015/28.01.2019/13:42) – Forscher des Deutschen Krebskonsortiums (DKTK) http://dktk.dkfz.de an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und
dem Universitätsklinikum Essen haben einen Biomarker entdeckt. Ohne
Gewebeentnahme ließen sich damit der Therapieerfolg und eventuelle
Rückfälle beim sogenannten Merkelzell-Karzinom, einem aggressiven
Hautkrebs, überwachen.

Bis zu 60 Prozent sprechen an

Häufig werden Merkelzell-Karzinome mit sogenannten
Immuncheckpoint-Hemmern therapiert. Diese Behandlungsmethode wurde 2018
mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet und wird am
Universitätsklinikum Essen http://www.uniklinikum-essen.de erfolgreich eingesetzt. Etwa 40 bis 60 Prozent der Karzinome sprechen
auf die Therapie an, vor allem, wenn der Krebs erstmals auftritt. Falls
nicht, muss operiert und chemotherapiert werden.

"Wir haben deshalb nach einem Biomarker gesucht, mit dem die Tumorlast
während des gesamten Krankheitsverlaufs sicher bewertet werden kann", so
Jürgen C. Becker, Leiter der DKTK-Abteilung Translational Skin Cancer
Research im Zentrum für Medizinische Biotechnologie an der UDE http://www.uni-due.de . Nach langer Suche fanden die Forscher das Molekül cf miR-375, das von
Merkelzell-Tumorzellen übermäßig ins Blut freigesetzt wird.

Überaus nützliches Instrument

MicroRNAs wurden bereits als Biomarker, beispielsweise bei Darmkrebs und
Brustkrebs, anerkannt. "Wir hoffen, dass das künftig auch für miR-375
der Fall sein wird. In jedem Fall ist es ein nützliches Instrument, um
das Ansprechen auf die Therapie zu überwachen. Außerdem ermöglicht es
eine gezieltere Indikation für die PET/CT-Bildgebung", unterstreicht
Becker.