Archiv der Kategorie: Klassische Medizin

Schweiß macht Angst ansteckend

Kommunikation durch Körperduft auch beim Menschen nachgewiesen
 
München (pte/20.10.2009/06:10) – Angstschweiß bringt auch andere Menschen zum Fürchten und beeinflusst deren Verhalten. Das berichteten Neuroradiologen der Universität München http://neurorad.klinikum.uni-muenchen.de auf der Jahrestagung ihrer Fachgesellschaft http://www.dgnr2009.de in Köln. "Im Unterschied zu künstlichen Gerüchen setzen körpereigene Duftstoffe durchaus festgelegte Verhaltensprogramme in Gang", berichtet Studienleiter Martin Wiesmann im pressetext-Interview. Die Forscher gewannen zunächst Angstschweiß, indem sie Menschen eine halbe Stunde lang in einen Hochseilgarten angsteinflößenden Situationen aussetzten. Diese Substanz wurde anschließend anderen Menschen vorgesetzt und man beobachtete die Auswirkungen.

Vorsichtige Kartenspieler

Veränderungen konnten auf drei Ebenen festgestellt werden. "Einerseits gaben Menschen auf einem Fragebogen an, dass sie sich nach der Wahrnehmung von Angstschweiß selbst ängstlicher als vorher fühlten", so Wiesmann. Eine kleine, aber ebenfalls nachweisbare Änderung des Verhaltens zeigte sich, als die Probanden im Kartenspiel plötzlich Zurückhaltung zeigten und mehr auf Sicherheit spielten. Die funktionelle Magnetresonanz zeigte schließlich auch Änderungen im Gehirn selbst. "Durch das Riechen des Angstschweißes wurden nicht nur die für Gerüche zuständigen Regionen aktiviert, sondern auch Areale für emotionale Veränderungen sowie für das Gedächtnis."

Diese Forschung über die Verarbeitung von Körpergerüchen bezeichnet Wiesmann als "Beitrag für ein Gebiet, das selbst die Deoindustrie noch sehr wenig versteht." Der Körpergeruch eines Menschen werde davon bestimmt, wann man sich zum letzten Mal geduscht, wie sehr man geschwitzt oder ob man etwa Knoblauch gegessen habe. Darüber hinaus gebe es jedoch weitere Faktoren wie das Alter, das Geschlecht oder auch die genetische Ausstattung eines Menschen. "Je näher Menschen verwandt sind, desto ähnlicher ist ihr Geruch. Den exakt gleichen Körpergeruch haben jedoch vermutlich nur eineiige Zwillinge", so Wiesmann. Wie nun gezeigt wurde, entscheiden aber auch Gefühlszustände.

Überlebenstrick der Zebraherde

Dass Kommunikation über die Wahrnehmung des natürlichen Körpergeruchs erfolgt, wurde zuvor erst im Tierreich bestätigt. "Die Verständigung über Gerüche erhöht die Fortpflanzungs- und Überlebenschancen wesentlich. Das wird etwa sichtbar, wenn sich Tiere auf der Suche nach einem Paarungspartner am Geruch orientieren." Ähnlich würden etwa Zebras, deren Herde von einem Löwen verfolgt wird, nur in Außenregionen der Herde den Angreifer sehen. Per Geruchskommunikation werde jedoch die gesamte Herde in Angst versetzt und beginne zu flüchten. "Wie stark solche Effekte bei Menschen ausgeprägt sind, wissen wir nicht. Aber es scheint so, dass der Geruchssinn unser Leben viel stärker beeinflusst als wir bisher angenommen haben", vermutet der Münchner Neuroradiologe.

Warnung vor Muttermilchbörsen

Gesundheitliches Risiko zu groß

Stillen ist die beste Ernährung für Säuglinge. Deshalb empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums, den Säugling im 1. Lebenshalbjahr zu stillen, mindestens bis zum 5. Monat ausschließlich und auch mit der
Einführung der Beikost, spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats, weiter zu stillen. Kann der Säugling nicht gestillt werden, soll er eine industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung erhalten. Vor dem privaten Austausch von Muttermilch, der zum Beispiel über Muttermilchbörsen im Internet oder in sozialen Netzwerken organisiert
wird, warnt das Netzwerk Gesund ins Leben ebenso wie die Nationale Stillkommission und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Die Übertragung von Infektionen, Schadstoffen oder Wirkstoffen aus Medikamenten ist nicht ausgeschlossen. Über Muttermilch können Infektionen der Mutter übertragen werden. Dazu gehören beispielsweise HIV/Aids oder Hepatitis. Auch Wirkstoffe von
Medikamenten oder Alkohol und Tabakbestandteile können in die Milch übergehen und dem Säugling schaden. Nach Ansicht des Bundesinstituts für Risikobewertung müssten beim Muttermilchspenden so strenge Vorschriften wie beim Blutspenden beachtet werden. Zwar geben Muttermilchbörsen Tipps zum sicheren Kauf, doch es existieren keine Kontrollen. Damit ist das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung nicht einschätzbar und
insgesamt zu groß. Auch ein hygienisch einwandfreier Umgang mit der Muttermilch kann nicht gewährleistet werden. Die Muttermilchbörsen geben Spenderinnen/Verkäuferinnen und Käuferinnen Hinweise dazu. Die Umsetzung liegt jedoch auch hier in der eigenen Verantwortung der Spenderin bzw. der Käuferin.

Die Sorge, nicht genügend Milch für das Kind zu haben, kann ein Grund dafür sein, mit dem Stillen früher aufzuhören und führt dann eventuell zu Überlegungen, Muttermilch
zuzukaufen. Doch die Zweifel sind meist unbegründet. Durch eine fachliche Beratung bei Hebammen oder Stillberaterinnen lassen sich Stillprobleme in der Regel beheben. Wenn stillende Mütter (von reichlich gebildeter) Muttermilch abgeben möchten, dann können sie ihre Milch Muttermilchbanken zur Verfügung stellen. Diese sind an Kinderkliniken
angeschlossen, um Risikoneugeborene mit Muttermilch zu versorgen. Die Spenden werden dazu umfassend geprüft. In Deutschland existieren derzeit 13 Muttermilchbanken.

Auch in der Kita und Tagespflege kann das Baby mit Muttermilch versorgt werden. Auch hier müssen bestimmte hygienische Maßnahmen eingehalten werden. Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat entsprechende
Merkblätter für Eltern und für die Kita und Tagespflege herausgegeben. So können gute Bedingungen geschaffen werden, um den Säugling mit Muttermilch zu versorgen und das Stillen zu fördern, ohne dass Muttermilchbörsen nötig sind. (aid)

Erbgut verändert durch Lebensstil

Krankheitsrisiko erhöht?

Ein ungesunder Lebensstil verändert offenbar das Erbgut. Das kann sich unter Umständen auf den Stoffwechsel auswirken und auf diese Weise das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöhen. So lautet das Resultat einer Studie des Helmholtz Zentrums München, an der mehr als 1.800 Probanden teilnahmen. Die Wissenschaftler hatten 28 DNA-Veränderungen identifiziert, die mit einem modifizierten Stoffwechsel einhergingen.

Epigenetik heißt dieser relativ neue Forschungszweig der Biologie. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern Genetik und Epigenese – der Entwicklung eines Lebewesens – zusammen. Im Laufe des Lebens wird das Erbmaterial durch Alterungsprozesse, Umwelteinflüsse und Lebensstilfaktoren (z. B. die Ernährung) verändert. Häufig werden kleine Moleküle an die DNA-Bausteine angehängt. Auch wenn die Sequenz nicht verändert wird, können solche Vorgänge die Funktion der Gene beeinflussen. Wenn ein Gen zum Beispiel durch diese Moleküle nicht mehr abgelesen werden kann, wird es auch nicht in das entsprechende Eiweiß übersetzt. Dann ist das Gen nicht mehr aktiv.

Die Wissenschaftler gingen der Frage nach, ob epigenetische Prozesse Folgen für die Gesundheit haben. Dazu untersuchten sie die Blutproben der Teilnehmer. Sie analysierten mehr als 457.000 Stellen im Erbgut auf biochemische Veränderungen und setzten sie mit 649 verschiedenen Stoffwechselprodukten in Bezug. Die Auswertung zeigte, dass die Molekülanhänge von 28 DNA-Abschnitten eine Reihe von wichtigen Stoffwechselprozessen verändert. Dazu gehörte zum Beispiel das Gen TXNIP, das den Zuckerstoffwechsel reguliert und mit der Entstehung von Diabetes mellitus in Zusammenhang steht.

Die Resultate können zur Entwicklung von neuen therapeutischen Ansätzen genutzt werden, meinen die Wissenschaftler. Weitere Studien sind jedoch notwendig, um die Resultate zu untermauern.
Heike Kreutz, (aid)

 

Wer hören will, soll hören – Gehörlose lernen hören durch Innenohrimplantat

Hörrehabilitation durch Innenohrprothese:

Weißbuch der DGHNO-KHC setzt Behandlungs- und Qualitätsstandards für die Versorgung mit Cochlea-Implantaten

Bonn
– Jährlich erhalten etwa 4.000 hochgradig schwerhörige, ertaubte
Menschen und gehörlos geborene Kinder ihr Hörvermögen zurück – dank des
Einsatzes einer elektronischen Innenohrprothese, dem sogenannten
Cochlea-Implantat. Die Behandlung ist ein komplexer, interdisziplinärer
Prozess. Um dessen Qualität langfristig zu sichern und so für Betroffene
optimale Behandlungserfolge zu erzielen, hat die Deutsche Gesellschaft
für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) das
Weißbuch „Cochlea-Implantat(CI)-Versorgung in Deutschland“ erstellt,
ebenso wie die erste Fassung eines nationalen
Cochlea-Implantat-Registers.

Seit
mehreren Jahrzehnten gelingt es, hochgradig schwerhörigen Menschen und
Ertaubten mithilfe von Cochlea-Implantaten das Hören zu ermöglichen. Das
CI ist eine elektronische Innenohrprothese, die Schall
in
elektrische Impulse umwandelt, durch die der Hörnerv in der Hörschnecke
stimuliert wird. So können Sprache und Töne (wieder) wahrgenommen
werden.
„Durch
diese bahnbrechende Methode gelingt in der Regel nicht nur die
(Wieder‑)Herstellung des Hörvermögens, sondern auch die Rehabilitation
in die ‘hörende Welt‘, denn Hörbeeinträchtigungen bedeuten immer auch
soziale Isolation“, erklärt Professor Dr. med. Stefan Dazert, Präsident
der DGHNO-KHC, der am Weißbuch federführend mitgewirkt hat.

Der
Erfolg der Versorgung mit einem CI beruht neben der operativen
Implantation der elektronischen Innenohrprothese vor allem auch auf
einer Hör-Sprach-Therapie, der audiologisch-technischen Betreuung sowie
einer lebenslangen medizinischen Nachsorge. „Das komplexe
interdisziplinäre Zusammenspiel verschiedener hochspezialisierter
Disziplinen ist von großer Bedeutung für eine erfolgreiche Versorgung
mit einem CI. Es wird von der Klink für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, die
den Patienten versorgt, koordiniert“, betont Professor Dazert. „Hierfür
brauchen wir einheitliche Standards, um etwaigen Risiken
entgegenzuwirken. Wenn betroffene Kinder beispielsweise keine umfassende
Hör-Sprach-Therapie erhalten, kann ihre Sprachentwicklung gefährdet
sein.“

Die
DGHNO-KHC hat daher die Initiative ergriffen, um den hochkomplexen
Versorgungs- und Behandlungsprozess zu analysieren, zu strukturieren und
gleichzeitig einheitliche Empfehlungen auszusprechen. Diese wurden in
dem Weißbuch „Cochlea-Implantat(CI)-Versorgung in Deutschland“ im April
2018 veröffentlicht. Das Weißbuch stellt damit die Grundlage einer
zukünftig geplanten Zertifizierung des Behandlungsprozesses unter
Leitung der HNO-Fachgesellschaft dar. „Unser Ziel ist die Etablierung
und Qualitätssicherung eines national einheitlichen Behandlungsstandards
für alle Patienten“, so Professor Dazert.

Parallel
zur Erarbeitung des Weißbuchs hat die DGHNO-KHC auch die inhaltliche
Struktur eines nationalen wissenschaftlichen Cochlea-Implantat-Registers
entwickelt und veröffentlicht. Dieses wird zukünftig durch die
HNO-Fachgesellschaft wissenschaftlich begleitet. „Ziel des Registers ist
die anonyme Erhebung von qualitätsrelevanten Informationen, um erstmals
eine deutschlandweite, umfassende Datenlage zur Versorgungsstruktur und
-qualität zu schaffen“, erläutert Professor Dazert. „Damit legen wir
das wissenschaftliche Fundament für die zukünftige Entwicklung der
Versorgung von Menschen mit implantierbaren Hörsystemen in Deutschland.“

Sowohl
die Entwicklung des CI-Weißbuchs als auch des CI-Registers stellen aus
Sicht der DGHNO-KHC herausragende Meilensteine in der langfristig
wissenschaftlich geführten Qualitätssicherung hochkomplexer,
interdisziplinärer medizinischer Maßnahmen dar. Diese einzigartige
Initiative belege das hohe wissenschaftliche und klinische
Innovationspotential des Fachs Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und sei damit
nicht zuletzt auch wegweisend für andere Fachdisziplinen der Medizin.

Heilpilze: Starke Helfer bei Bluthochdruck

Heilpilze: Starke Helfer zur Regulation der Volkskrankheit Bluthochdruck
 
Heilpilz Reishi
[ Fotos ]

Limeshain (pts023/18.10.2012/14:15) – Das MykoTroph Institut informiert: Wenn es um das Thema "Bluthochdruck" (Hypertonie) geht, dann gibt es noch immer keine Entwarnung. Nach wie vor sind die Zahlen bedrückend: So haben Angaben des Robert Koch-Instituts zufolge allein in Deutschland 51 Prozent der Männer und 44 Prozent der Frauen einen zu hohen Blutdruck. Dabei gelten Werte von 140 (systolisch) zu 90 (diastolisch) mmHg als Schwelle zur Behandlungsbedürftigkeit. Besonders fatal: Obwohl Bluthochdruck gravierende Erkrankungen nach sich ziehen kann, wissen viele Betroffene nichts von ihrer Hypertonie, denn zu hohe Blutdruckwerte machen zunächst meist keine Beschwerden.

Das ist auch der Grund, aus dem Hypertonie oft nur zufällig im Rahmen routinemäßiger Blutdruckmessungen festgestellt wird. Die gute Nachricht: Gegen Bluthochdruck kann man auch sehr gut und dauerhaft mit natürlichen Methoden etwas tun. So zum Beispiel mit Unterstützung bestimmter Heilpilze, die sowohl in der Prophylaxe wie in der Behandlung der Hypertonie als bewährte natürliche Helfer zum Einsatz kommen.

Bluthochdruck: Risikofaktor Nr. 1 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bluthochdruck kann schwere und auch tödliche Folgen haben, wenn er nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. So ist Hypertonie der bedeutendste Risikofaktor für Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen wie zum Beispiel Durchblutungsstörungen und Arteriosklerose bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfällen. Darüber hinaus können weitere Organschäden als Folge auftreten, so unter anderem an der Netzhaut oder den Nieren. Weiterhin gelten dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte als Risikofaktor für Demenz (Alzheimer).

Jeder kann etwas gegen die Volkskrankheit "Bluthochdruck" tun

Hypertonie kann jeden treffen! Auch wenn die genauen Ursachen häufig unklar bleiben, kann man – wie auch die Forschung bestätigt – schon mit einem gesunden Lebensstil eine Menge gegen den gefährlichen Bluthochdruck tun. So gilt es auf jeden Fall, überflüssige Pfunde abzubauen, mehr Bewegung ins Leben zu bringen, auf eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse zu setzen, Stress zu reduzieren und sich mehr auf das zu besinnen, was einem im Leben wirklich wichtig ist und einem Freude bereitet. Noch gezielter können darüber hinaus zum Beispiel Naturheilmittel wie bestimmte Heilpilze erhöhten Blutdruckwerten entgegensteuern.

Heilpilze unterstützen ganzheitlich die natürliche Regulation des Blutdrucks

Nach den langjährigen Erfahrungen des Mykotroph Institutes, einem der renommiertesten Institute für Pilzheilkunde in Europa, sowie auch den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien zufolge, haben sich Heilpilze als starke Verbündete in der Prophylaxe und Behandlung von Bluthochdruck erwiesen. Die Heilpilze wirken ganz natürlich und sind praktisch nebenwirkungsfrei. Sie werden zur Vorbeugung und bei leichteren Formen von Hypertonie sehr empfohlen.

Welche Pilze dabei genau zum Einsatz kommen, hängt vom individuellen Verlauf und der Ausprägung der Gesundheitsstörung ab. Sinnvoll zur natürlichen Regulation des Blutdrucks ist die Einnahme der Heilpilze als Pilzpulverkapseln aus dem ganzen Pilz (mehr unter http://www.HeilenmitPilzen.de ).

Als Basispilze empfehlen sich der Reishi und der Auricularia. Aufgrund seines Inhaltsstoffes "Adenonsin" trägt der Auricularia zu einer Verbesserung der Fließfähigkeit des Blutes bei und wirkt gefäßerweiternd. Dadurch kann das Risiko der gefürchteten Plaque- und Thrombosenbildung gesenkt werden. Der Reishi begünstigt eine höhere Sauerstoffsättigung des Blutes, was sich positiv auf die Herztätigkeit auswirkt. Weiterhin reduziert er entzündliche Prozesse und kann durch seine ausgleichende Wirkung auch vegetativ bedingte Schwankungen des Blutdrucks auffangen. Beide entfalten zudem eine cholesterinsenkende Wirkung. Zusätzlich hat sich die Einnahme der Heilpilze Maitake, Shiitake und Pleurotus als günstig erwiesen. So ermöglicht der Maitakeeine bessere Verstoffwechslung der Blutfette, der Shiitake wirkt sich positiv auf die Erhöhung des guten HDL-Cholesterins aus und der Pleurotus hilft bei der Senkung eines erhöhten Homozystein-Wertes.

Die hier angeführten Informationen über die Einsatzmöglichkeiten von Heilpilzen beruhen auf langjährigen Erfahrungen und Studien des MykoTroph Institutes, ersetzen aber keinen Therapeuten. Bitte lassen Sie sich vor der Anwendung von Ihrem Therapeuten oder von den Experten bei MykoTroph beraten. Für ausführliche Informationen können Sie uns auf http://www.heilenmitpilzen.de besuchen oder die kostenlose Info-Hotline des Institutes nutzen.

Über MykoTroph:
Die MykoTroph AG, Institut für Ernährungs- und Pilzheilkunde mit Sitz in Limeshain, wurde 2003 von Franz Schmaus gegründet. Der Dipl. Agraringenieur beschäftigt sich bereits seit mehr als 30 Jahren mit der Wirkung und Anwendung von Heilpilzen und gehört zu den renommiertesten Experten auf diesem Gebiet. Ziel des Instituts ist es, das Wissen um die vorbeugende und heilende Wirkung von Pilzen in Deutschland und in Europa einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu sind auf der Website des Instituts unter http://www.HeilenmitPilzen.de umfassende Informationen und Studien eingestellt. Zusätzlich stehen Franz Schmaus und sein Team für ausführliche Beratungen von Montags bis Freitags in der Zeit von 8-18 Uhr unter der Hotline 06047 / 98 85 30 zur Verfügung. Über diese Rufnummer können Interessierte auch ein persönliches Beratungsgespräch im Institut vereinbaren. Alle Beratungen sind selbstverständlich kostenlos. Umfassendes Informationsmaterial und DVDs können ebenfalls beim MykoTroph Institut kostenlos angefordert werden.

Erste Erfolge bei Epilepsie im Kindesalter

Erste Erfolge bei Epilepsie im Kindesalter

Genanalyse zeigt den Weg zur richtigen Therapie

Tübingen
– Vielen Menschen mit Epilepsie bleibt die langwierige Suche nach dem
richtigen Medikament womöglich bald erspart: Europäische Wissenschaftler
erforschen derzeit die Rolle von genetischen Ursachen der Erkrankung,
an der in Deutschland etwa 600.000 Menschen leiden. Ziel ist es, mittels
einer Genanalyse die optimale Therapie für jeden einzelnen Patienten zu
finden. Bei Kindern mit bestimmten Epilepsie-Formen wurden bereits
erste Erfolge erzielt. Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft
für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) in
Tübingen vom 18. bis 21. März 2015 berichteten führende Neurologen, dass
erste Ergebnisse des EU-Projekts noch in diesem Jahr vorliegen dürften.

Bei etwa zwei Drittel der Epilepsie-Patienten wirken Medikamente sehr gut, die Menschen leben ohne Anfälle.
„Bei den anderen dauert es länger oder gelingt überhaupt nicht“, sagt
Professor Dr. med. Holger Lerche, Präsident des diesjährigen
DGKN-Kongresses. Die Patienten leiden weiterhin unter Anfällen oder auch
Nebenwirkungen, wie etwa Müdigkeit, Schwindel, Zittern oder
Haarausfall, so der Direktor der Abteilung Neurologie mit Schwerpunkt
Epileptologie, Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung, Universität
Tübingen. Bisher gibt es nur wenige Anhaltspunkte, nach denen der Arzt
die Wirksamkeit einer Therapie vorhersagen kann.

Diesen
Patienten, deren Behandlung sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte
hinzieht, hofft das Forscherteam mit Genanalysen zu helfen. Erbliche
Faktoren spielen bei etwa der Hälfte der Epilepsie-Patienten eine Rolle.
Bekannt sind
mehr
als 300 Gene, die monogenetisch, das heißt durch eine einzige Mutation,
oder durch eine Kombination mehrerer mutierter Gene, eine Epilepsie
verursachen.

„Bei
einigen schwerwiegenden Epilepsieformen bei Kindern können wir schon
jetzt mittels Genanalysen die wahrscheinliche Wirksamkeit bestimmter
Medikamente vorhersagen“, sagte Lerche auf der heutigen
DGKN-Pressekonferenz. Dazu zählen Kinder, bei denen Mutationen in
verschiedenen Kaliumkanal-Genen* eine schwere Epilepsie verursachen.
Ihnen helfen unterschiedliche Medikamente: einige Antiepileptika, aber
auch Medikamente, die sonst bei Epilepsie gar nicht eingesetzt werden,
die sich jedoch spezifisch auf den Gendefekt auswirken und diesen zum
Teil korrigieren. Dazu zählt zum Beispiel Chinidin, das sonst bei
Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird.

Auch
für Kinder, deren Epilepsie durch einen gestörten Zuckertransport über
die Blut-Hirn-Schranke ausgelöst wird, entdeckten Forscher eine
maßgeschneiderte Therapie: „Eine fettreiche Diät verhindert bei dieser
Form die Anfälle weitgehend und verbessert oft auch die meist gestörte
geistige Entwicklung der Kinder“, erläutert Lerche.

Derzeit
kommen die Therapieerfolge vor allem Patientengruppen mit
monogenetischen Formen der Epilepsie zugute. DGKN-Experten erhoffen sich
noch dieses Jahr weitere Fortschritte von dem EU-Projekt, an dem auch
die Tübinger Wissenschaftler beteiligt sind. „Es geht darum, mithilfe
einer Genanalyse die Wirksamkeit bekannter Epilepsie-Medikamente und
mögliche Nebenwirkungen vorherzusagen“, berichtete Lerche auf der
DGKN-Tagung. Davon könne eine große Anzahl von Patienten profitieren.
Die Fachtagung für Neurophysiologen ist eine der größten neurologischen
Tagungen in der Bundesrepublik, mehr als 1500 Teilnehmer aus Deutschland
und dem europäischen Ausland nehmen daran teil.

*KCNQ2, KCNT1, KCNA2

Kampf dem Kater? Eine Volksweisheit wird widerlegt

**Kampf dem Kater**

Bier auf Wein – das rat´ ich dir?

(BZfE) – Wenn die Jecken an den Karnevalstagen feuchtfröhlich feiern,

brauchen sie sich um die Reihenfolge der alkoholischen Getränke nicht zu

sorgen. Wissenschaftler der Universität Witten-Herdecke haben die

altbekannte Weisheit „Bier auf Wein, das lass´ sein – Wein auf Bier,

das rat´ ich dir!“ widerlegt. Für den Körper ist es gleichgültig,

welches Getränk zuerst im Glas ist. Der Kater am nächsten Morgen hängt

in erster Linie von der Alkoholmenge ab.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler 90 Erwachsene im Alter von 19

bis 40 Jahren zufällig in drei Gruppen eingeteilt. Nach einer Mahlzeit

sollten sich die Probanden kontrolliert betrinken. Zwei Gruppen tranken

Bier und Weißwein in unterschiedlicher Reihenfolge, während die

Kontrollgruppe jeweils nur eine Alkoholsorte konsumierte. Am nächsten

Morgen gaben die Teilnehmer Auskunft zu ihren Katersymptomen wie

Müdigkeit, Kopfschmerz, Übelkeit und Magenschmerzen. Das Ergebnis: Die

morgendlichen Beschwerden waren ähnlich intensiv, egal welche Alkoholsorte

die Versuchspersonen am Vorabend zuerst konsumiert hatten. Die Reihenfolge

der Getränke hat demnach für den „Hangover“ keine Bedeutung,

resümieren die Wissenschaftler im Fachblatt „American Journal of

Clinical Nutrition“.

„Wer nach einer durchzechten Nacht nicht mit einem dicken Kopf aufwachen

will, sollte für eine gute Grundlage sorgen,“ rät

Ernährungswissenschaftler Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung

(BZfE). Ideal ist eine leichte Mahlzeit mit ballaststoffreichem Gemüse und

Kartoffeln, Reis oder Nudeln, denn fettige Fastnachtsspeisen würden den

Magen noch zusätzlich belasten. So gelangt der Alkohol nicht so schnell

ins Blut. Außerdem wirkt Alkohol harntreibend und entzieht dem Körper

Wasser und lebenswichtige Mineralien. „Trinken Sie zwischendurch auch

Wasser oder Apfelschorle. Das gleicht den Flüssigkeitshaushalt aus und

reduziert ganz nebenbei den Alkoholkonsum“, so Seitz. Wenn der

Katzenjammer am nächsten Morgen trotz allem groß ist, hilft ein

Frühstück mit Matjes und sauren Gurken oder eine Gemüsebrühe. Mit viel

Flüssigkeit und Bewegung an der frischen Luft lässt sich der

Brummschädel rasch vertreiben.

Heike Kreutz

Erkrankungen der Verdauungsorgane

Erkrankungen der Verdauungsorgane sind die vergessenen Volkskrankheiten

Berlin
– Die nicht-malignen Krankheiten der Verdauungsorgane sind nach den
Herz-Kreislaufstörungen die häufigsten Krankheiten der Deutschen.
Jährlich werden rund zwei Millionen Menschen, die an einer Erkrankung
des Verdauungssystems leiden, im Krankenhaus behandelt. Als
Volkskrankheiten werden die gastroenterologischen Erkrankungen dennoch
nicht wahrgenommen – und rangieren in Gesundheitspolitik und
Wissenschaftsförderung entsprechend weit hinten. Zu diesem Schluss kommt
die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in ihrem neuen „Weißbuch
Gastroenterologische Erkrankungen 2017“. Mit dem erstmalig aufgelegten
Weißbuch will die DGVS eine validierte Zahlengrundlage schaffen, auf
deren Basis Diskussionen über die Gegenwart und Zukunft der
gastroenterologischen Erkrankungen in Deutschland geführt werden können.

Kein
anderes Fachgebiet behandelt ein so breites Spektrum von Erkrankungen
wie die Gastroenterologie: Sie befasst sich mit allen malignen und
nicht-malignen Krankheiten an Magen, Darm, Leber, Galle und
Bauchspeicheldrüse. „Die Vielfalt der Krankheiten und
Behandlungsmethoden machen unser Fachgebiet einerseits attraktiv für den
Nachwuchs und die Forschung“, sagt Professor Dr. med. Frank Lammert,
Präsident der DGVS. „Auf der anderen Seite gerät gerade auch aufgrund
des breiten Spektrums seitens der Öffentlichkeit, der Gesundheitspolitik
und der Wissenschaftsförderung leicht aus dem Blick, welche Relevanz
die gastroenterologischen Erkrankungen insgesamt haben.“

Sechs
Millionen Deutsche unterziehen sich jedes Jahr einer Endoskopie, etwa
im Rahmen der Darmkrebsvorsorge. Außerdem werden jährlich rund zwei
Millionen Menschen mit Krankheiten der Verdauungsorgane im Krankenhaus
behandelt. Ihre Behandlung erfordert mehr als elf Millionen
Belegungstage,
nahezu
doppelt so viele wie bei den Erkrankungen der Lunge oder der
psychischen Leiden, zweieinhalb Mal so viele wie bei den neurologischen
Krankheiten und dreimal so viele wie bei den Infektionskrankheiten.
Mehr
als 37 000 Menschen sterben jedes Jahr an Krankheiten der
Verdauungsorgane – auch hier deutlich mehr als an Infektionskrankheiten,
Diabetes, psychischen Störungen, Demenz oder den muskuloskelettalen und
neurologischen Erkrankungen. Die direkten Kosten der Behandlung von
Krankheiten der Verdauungsorgane belaufen sich auf 34,8 Milliarden Euro.

„Dennoch
rangiert die Versorgung dieser Patienten in der Priorisierung der
Gesundheitspolitik und Wissenschaftsförderung unerklärlicherweise immer
noch auf einem relativ niedrigen Niveau“, so Professor Lammert. „Bis
heute ist beispielsweise eine Förderung durch koordinierte Projekte der
Wissenschaftsförderung des Bundes, wie etwa die Deutschen Zentren der
Gesundheitsforschung oder die Integrierten Forschungs- und
Behandlungszentren, ausgeblieben – und dass trotz der Relevanz der
Erkrankungen im Hinblick auf Mortalität, Morbidität sowie Kosten und
trotz des international sehr hohen Ansehens der deutschen
gastroenterolgischen Forschung. Hier braucht es dringend ein Umdenken!“

Das
vom Center for Health Economics Research in Hannover (CHERH) unabhängig
erstellte Weißbuch der DGVS soll eine validierte Zahlengrundlage
schaffen, auf deren Basis Diskussionen über die Gegenwart und Zukunft
der Versorgung der Volkskrankheiten der Verdauungsorgane in Deutschland
geführt werden können. Die Kapitel des Weißbuchs stellen die
medizinischen Aspekte, aktuellen epidemiologischen Parameter und Kosten
der wichtigsten gastroenterologischen Erkrankungen dar.
Jedes Kapitel enthält zudem eine Liste „offener Fragen“, die den
aktuellen Bedarf an wissenschaftlichen Studien, medizinischen
Innovationen und gesundheitsökonomischen Verbesserungen darlegt.
Abschließend wird
auf die Perspektiven der gastroenterologischen Weiterbildung und den gastroenterologischen Forschungsbedarf eingegangen.

Das Weißbuch Gastroenterolgische Erkrankungen 2017 der DGVS wurde im Rahmen der Jahrespressekonferenz der DGVS am 30. Mai
in Berlin vorgestellt. Das Buch ist als kostenfreier pdf-Download
abrufbar unter:
https://www.dgvs.de/wp-content/uploads/2017/05/Weissbuch-Gastroenterologie_web.pdf.

Die
Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche
Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute
vereint sie mehr als 5000 Ärzte und Wissenschaftler aus der
Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich
wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und
Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und
Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen
der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten.

Testosteron-Forscher ausgezeichnet

Testosteron-Forscher Eberhard Nieschlag mit Berthold-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie ausgezeichnet

Mannheim – Für seine Erkenntnisse und Publikationen über das männliche Geschlechtshormon Testosteron verleiht die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) dem renommierten Hormonforscher Professor Dr. med. Eberhard Nieschlag die Berthold-Medaille. Der ehemalige Leiter des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie an der Universität Münster nimmt diese höchste Auszeichnung der DGE im Rahmen des 55. Symposiums der Fachgesellschaft entgegen. Der Kongress findet vom 7. bis 10. März 2012 im Congress Center Rosengarten in Mannheim statt.

In seiner Vorlesung anlässlich der Verleihung der Berthold-Medaille stellt sich Professor Nieschlag in die Tradition des Namensgebers Arnold Adolph Berthold, dem „Vater der Endokrinologie“. Dieser hatte im Jahr 1849 in einem Experiment an kastrierten Hähnen erstmals den Beweis für die Existenz von Hormonen geliefert. Bekannt war damals, dass sich ein kastrierter Hahn, ein sogenannter Kapaun, durch die Transplantation von Hoden wieder zum Hahn wandelt. Dies geschieht unabhängig davon, an welcher Stelle des Körpers die Hoden eingepflanzt werden. Berthold schlussfolgerte, dass die Wirkung nicht über die Nerven, sondern über das Blut erfolgen musste. „Diese damals geradezu revolutionäre Ansicht wurde von den Zeitgenossen nicht akzeptiert“, berichtet Professor Nieschlag.

Das Hormon Testosteron wurde schließlich erst mehr als 80 Jahre später entdeckt. Seine Bedeutung sei seitdem immer noch wachsend, meint Professor Nieschlag. Zu den neuen medizinischen Einsatzgebieten gehöre der „late-onset“-Hypogonadismus: der relative Mangel an Testosteron bei älteren Männern. „Verminderte Antriebskraft, Libidoverlust, erektile Dysfunktion, Schlafstörungen und Depressionen können heute in bestimmten Fällen mit Testosteron behandelt werden“, sagt Professor Nieschlag.

Studien haben dem Experten zufolge Zusammenhänge zwischen Testosteronwerten und Lebenserwartung aufgezeigt. Testosteron könne demnach heute als Biomarker für den allgemeinen Gesundheitszustand angesehen werden. Auch Volkskrankheiten wie Diabetes, Osteoporose und Depressionen stünden in Wechselwirkung mit einem Testosteronmangel. Sie lassen sich durch eine Testosteronbehandlung günstig beeinflussen. Auch die Sicherheit einer Testosterontherapie habe sich nach Einschätzung von Professor Nieschlag verbessert. Medikamentenpflaster und Depotinjektionen ermöglichen das: Die langsame Abgabe des Hormons sorge für natürliche Blutkonzentrationen. „Viele heutige Einsatzgebiete hätte Arnold Berthold sicherlich nachvollziehen können“, mutmaßt Nieschlag. Andere, wie die Anwendung von Testosteron in der männlichen Empfängnisverhütung oder bei Frauen mit vermindertem sexuellem Verlangen, hätten dagegen nicht in das Denkschema der damaligen Zeit gepasst.

Die Auszeichnung durch die Berthold-Medaille der DGE ist für den 72-Jährigen eine besondere Freude: „Die Bedeutung der Arbeiten Bertholds für die Endokrinologie ist außerordentlich. Ein Preis, der seinen Namen trägt, ist wohl für jeden Endokrinologen etwas ganz Besonderes“, bekennt Professor Nieschlag. Eberhard Nieschlag wurde 1941 in Bad Godesberg geboren. Er studierte Medizin und Biochemie, habilitierte sich 1975 für das Fach Innere Medizin und spezialisierte sich dann auf die Endokrinologie. Von 1976 bis 1986 war er Leiter der Abteilung Experimentelle Endokrinologie an der Universitätsfrauenklinik Münster und von 1986 bis 2007 Direktor des Instituts für Reproduktionsmedizin der Universität Münster. Professor Nieschlag ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Fachgesellschaften. Von 1990 bis 1993 amtierte er als Präsident der DGE, deren Ehrenmitglied er seit dem Jahr 2011 ist. Von 2007 bis 2011 saß er der European Society of Endocrinology vor. Seit 2008 ist Professor Nieschlag emeritiert. Die Berthold Lecture mit anschließender Verleihung der Medaille findet am 9. März 2012 im Rahmen des 55. Symposiums der DGE in Mannheim statt.

Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen, Stoffwechsel und den Erkrankungen auf diesem Gebiet. Hormone werden von endokrinen Drüsen, zum Beispiel Schilddrüse oder Hirnanhangdrüse, aber auch bestimmten Zellen in Hoden und Eierstöcken, „endokrin“ ausgeschüttet, das heißt nach „innen“ in das Blut abgegeben. Im Unterschied dazu geben „exokrine“ Drüsen, wie Speichel- oder Schweißdrüsen, ihre Sekrete nach „außen“ ab.

Jeder dritte Krebspatient leidet an Erschöpfung

Jeder dritte Krebspatient leidet an Erschöpfung

Leipziger Forscher untersuchen Fatiguesyndrom

Leipzig – Etwa ein Drittel der Menschen mit Krebs fühlt sich in Folge von Erkrankung und Therapie erschöpft, schwach und abgeschlagen. Unmittelbar nach einem Krankenhausaufenthalt sind sogar 40 Prozent aller Krebspatienten von dieser „Fatigue“ genannten Begleitsymptomatik betroffen, fanden Wissenschaftler des Universitätsklinikums Leipzig in einer Studie heraus. Leider bleibe Fatigue häufig unbemerkt, schreiben die Wissenschaftler jetzt im British Journal of Cancer. Dabei könnten unterstützende Angebote den Betroffenen helfen und sie für die Therapie motivieren.

„Fatigue ist eines der Hauptprobleme von Krebspatienten“, sagt Privatdozentin Dr. rer. med. Susanne Singer, Mitarbeiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Leipzig. Um die Verbreitung von Fatigue bei Krebspatienten besser zu verstehen, hatte die Leipziger Psychologin in Zusammenarbeit mit Ärzten aus verschiedenen Kliniken des Universitätsklinikums insgesamt fast 1500 Patienten mit 27 unterschiedlichen Krebserkrankungen befragt. Die Wissenschaftler baten die Patienten bei Aufnahme auf die Station, am Entlassungstag und ein halbes Jahr nach dem Krankenhausaufenthalt mittels eines Selbsteinschätzungs-Fragebogens Angaben über psychische, körperliche, geistige und emotionale Anzeichen von Fatigue zu machen.

Wie sich zeigte, hinterließ der – durchschnittlich zwei Wochen dauernde – Krankenhausaufenthalt und die dabei stattgefundene Behandlung bei den Patienten Spuren: Während bei der Aufnahme zur stationären Behandlung insgesamt 32 Prozent die typischen Anzeichen der Fatigue-Symptomatik zeigten, waren es am Tag der Entlassung 40 Prozent. Ein halbes Jahr später war die Quote der Betroffenen wieder auf 34 Prozent zurückgegangen. „In den meisten Therapieplänen findet die Thematik leider zu wenig Beachtung“, bedauert Singer. Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass besonders junge Patienten durch Fatigue beeinträchtigt waren: in der Patientengruppe der unter 40–Jährigen zeigten am Tag der Klinikaufnahme über die Hälfte die typischen Anzeichen von chronischer Müdigkeit und Erschöpfung. Von den über 60-Jährigen war nur jeder fünfte Patient betroffen.

„Dieses Ergebnis ist beachtenswert“, kommentiert Professor Dr. rer. biol. hum. habil. Elmar Brähler, Leiter der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Leipzig. „In der Normalbevölkerung nimmt die Fatigue-Rate mit dem Alter zu.“ Das Ergebnis könne damit zusammenhängen, dass jüngere Patienten häufig aggressivere Chemo- oder Strahlentherapien bekommen als ältere, vermutet Susanne Singer. Möglich sei auch, dass die Jüngeren die Diskrepanz zwischen ihren bisherigen Energiereserven und der durch die Krankheit verminderten Kraft stärker wahrnehmen.

Der Begriff „Fatigue“ kommt aus dem Französischen und bedeutet "Ermüdung, Mattigkeit". Er beschreibt einen – häufig mit einer chronischen Erkrankung einhergehenden – körperlichen und seelischen Erschöpfungszustand, der über Wochen und Monate anhält und die Lebensqualität stark einschränkt. Als Ursachen gelten sowohl psychische Faktoren als auch krankheits- und therapiebedingte körperliche Veränderungen. So kann etwa eine Anämie, umgangssprachlich „Blutarmut“, an der quälenden Müdigkeit Schuld sein. Bei Krebserkrankungen wird die Fatigue häufig durch eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung ausgelöst. Aber auch die Erkrankung selbst führt oft zu den entsprechenden Symptomen.

„Um Patienten noch besser helfen zu können und auch die Compliance, also das kooperative Verhalten im Rahmen der Therapie, zu fördern, sollten Ärzte über das Fatigue-Syndrom informiert sein“, sagt Singer. Eine Befragung im Rahmen der Krebs-Therapie könnte die Situation eventuell verbessern. Falls eine Blutarmut vorliegt, kommt als Behandlung zum Beispiel die Gabe roter Blutkörperchen als Transfusion in Frage. Auch körperliche Bewegung, etwa häufiges Spazierengehen oder fachkundig angeleitetes Training in Sportgruppen, können sich positiv auswirken. Hat die Fatigue vor allem eine psychosoziale Komponente, sind Gespräche mit einem Psychoonkologen empfehlenswert.