Archiv der Kategorie: Klassische Medizin

Weiblicher G-Punkt kann lokalisiert werden

Forscher machen Stimulationspunkt mit Ultraschall sichtbar

Washington/L’Aquila/Wien (pte/23.02.2008/06:30) – Der mysteriöse G-Punkt, der Frauen zum sicheren Höhepunkt verhilft, hat es wieder einmal in die aktuellen Wissenschaftsmagazine geschafft: Italienische Forscher haben bei 20 Frauen den Stimulationspunkt mit Hilfe von Ultraschall sichtbar gemacht, berichten sie im Journal of Sexual Medicine und in der Online Ausgabe von New Scientist. Bisher war die Existenz des G-Punkts wissenschaftlich äußerst umstritten, weil es keinen Hinweis darauf gab, wo er sich tatsächlich befindet.

Mit Hilfe von Ultraschall ist es Emmanuele Jannini von der Universität in L’Aquila http://www.univaq.it/ gelungen, im Gewebe an der vorderen Vaginawand etwas zu finden: Bei den neun Probandinnen, die über heftige vaginale Orgasmen berichteten, die sich aus einer Stimulation dieser Region ergab, zeigte sich zwischen der Harnröhre und der Vagina ein dickeres Gewebe, als bei den elf Probandinnen, die noch nie einen vaginalen Orgasmus hatten. "Es ist das erste Mal, dass wir mit Hilfe einer einfachen, schnellen und günstigen Methode bestimmen können, ob eine Frau einen G-Punkt hat oder nicht", schreibt Jannini. Das bedeute auch, dass Frauen ohne sichtbaren Beweis eines G-Punkts keinen vaginalen Orgasmus haben können.

Als sehr interessant und aufschlussreich empfindet die Urologin und Sexualmedizinerin Elia Bragagna http://www.eliabragagna.at/ die Untersuchungsergebnisse. "Eigentlich müsste ich froh über das Ergebnis sein, denn damit wird vielen Frauen der enorme Druck über den vaginalen Orgasmus genommen", so die Medizinerin gegenüber pressetext. Es wäre gut, wenn man diesen Frauen, die einen solchen Höhepunkt nicht erreichen können, mitteilen würde, dass es strukturell eben nur bei manchen möglich sei, einen solchen vaginalen Orgasmus zu bekommen. "Es wäre viel klüger sich auf die Stimulation jener Regionen zu konzentrieren, die tatsächlich Lust erzeugen und die sich leicht stimulieren lassen", so die Forscherin. Das gelte auch im Austausch mit dem Partner.

Experten sind mit den Bildern von Jannini noch nicht vollständig zufrieden, erklärt auch Bragagna. Es könne sich bei den abgebildeten Regionen auch um die Paraurethraldrüse – auch Skene-Drüse genannt – handeln, meint die Wissenschaftlerin. "Diese wird auch als weibliche Prostata bezeichnet. Ihr Sekret ähnelt in Zusammensetzung und Enzymmustern dem aus der Prostata des Mannes. Wenn man davon ausgeht, dass im Embryonalstadium beide Geschlechter gleich aussehen und sich ähnlich entwickeln, ist das nachvollziehbar", so die Urologin. Experten bezeichnen die Prostata als männlichen G-Punkt. "Durch sexuelle Stimulation kann ein Orgasmus herbeigeführt werden, der sich von einem phallisch generierten Orgasmus deutlich unterscheidet", führt die Sexualmedizinerin an. Unter homosexuellen Männern ist die Prostatamassage weiter verbreitet als unter heterosexuellen", erklärt die Forscherin abschließend. 
 

Cholesterinsenkung verlängert Leben

Studie empfiehlt breiten Einsatz von Statinen

Oxford/Sydney (pte/27.09.2005/09:15) – Medikamente gegen Cholesterin
können bei allen Patienten mit erkrankten Arterien Herzanfälle und
Schlaganfälle verhindern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der
University of Oxford http://www.ctsu.ox.ac.uk und der University of
Sidney http://www.usyd.edu.au gekommen. Statine werden derzeit vielfach
zur Verringerung des Risikos von kardiovaskulären Erkrankungen bei
Menschen mit hohen Cholesterinwerten eingesetzt. Die Ergebnisse der
Studie wurden online in dem Fachmagazin The Lancet
http://www.thelancet.com veröffentlicht.

Das Team um Colin Baigent vom Medical Research Council analysierte die
detailierten Ergebnisse von mehr als 90.000 Teilnehmern an 14 Tests zur
Behandlung mit Statinen. Es zeigte sich, dass Statine auch für Menschen
mit niedrigeren Cholesterinwerten Vorteile bringen können. Am meisten
profitierten jene Personen deren Cholesterinwerte durch die Statine am
stärksten gesenkt wurden. Der Cholesterinwert zu Beginn der Behandlung
spielte dabei keine Rolle. Baigent erklärte, dass die aktuelle Studie
zeige, dass Statine für deutlich mehr Patienten von Vorteil sein
könnten als derzeit für eine Behandlung in Betracht gezogen werden.

"Am wichtigsten ist, das Ärzte all jene Patienten identifizieren, die
über ein Herzanfall- oder Schlaganfallrisiko verfügen und ihnen
ungeachtet ihres Cholesterinwertes eine tägliche Statindosis
verschreiben, die ihre Werte deutlich verringert." Die Verringerung des
LDL Cholesterins um 1,5 mmol/L sollte das Risiko eines Herzanfalles
oder eines Schlaganfalles um wenigstens ein Drittel senken. Ein Wert
unter 5.5mmol/L wird allgemein als gesund angesehen. Die
Studienergebnisse legen zusätzlich nahe, dass viele Patienten von einer
stärkeren Reduzierung ihrer Cholesterinwerte mehr profitieren würden.
Anthony Keech, der Leiter des australischen Teams, erläuterte, dass
Statine vielfach in vergleichsweise geringen Dosierungen verschrieben
würden, die die Cholesterinwerte nur geringfügig senkten. "Unsere
Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Vorteile von Statinen direct
proportional zu dem Ausmaß der Verringerung der Cholesterinwerte zu
sein scheinen."

Frühere Studien hatten Befürchtungen geäußert, dass der Einsatz von
Statinen mit einem erhöhten Risiko bei bestimmen Krebsarten oder
anderen Krankheiten in Zusammenhang stehen könnte. Die Autoren der
aktuellen Studie gehen davon aus, dass diese Befürchtungen
wahrscheinlich unbegründet sind. Der Wissenschafter Rory Collins
betonte, dass die Ergebnisse zeigten, das Statine sehr sicher seien.
Die selten auftretenden schweren Muskelprobleme würden durch die großen
Vorteile deutlich aufgewogen. In Großbritannien können Statine aufgrund
neuer gesetzlicher Bestimmungen seit dem vergangenen Jahr ohne Rezept
verkauft werden.

Neue Erkenntnisse bei der Abwehr von Krankheitserregern

Mannheim (pte/27.09.2006/06:05) – Wissenschaftlern der Universität
Regensburg http://www.uni-regensburg.de sowie der Medizinischen
Fakultät Mannheim http://www.klinikum-mannheim.de ist ein bedeutender
Schritt zur Erforschung der Immunabwehr gelungen: Sie haben entdeckt,
dass die Granulozyten flexible Repertoires eines variablen
Immunrezeptors – ähnlich dem des so genannten T-Zellrezeptors –
ausbilden. Damit haben die Forscher erstmals den Nachweis erbracht,
dass Granulozyten, die größte Gruppe von Immunzellen im Blut, neben den
Lymphozyten eine weitere variable Immunabwehr im Körper sind, berichten
sie im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences"
http://www.pnas.org.

Das Team um Kerstin Püllmann und Alexander Beham von der Chirurgischen
Universitätsklinik Regensburg und Wolfgang Kaminski vom Institut für
Klinische Chemie am Mannheimer Universitätsklinikum konnte damit
widerlegen, dass die Granulozyten lediglich unflexible
Immunabwehrmechanismen besitzen. Über vier Jahrzehnte hinweg waren
Wissenschaftler davon ausgegangen, dass das variable Immunsystem im
Menschen und generell bei Säugetieren ausschließlich in den Lymphozyten
lokalisiert ist. Dabei waren zwei Abwehrsysteme bekannt: Jenes der
B-Lymphozyten, deren variable Immunrezeptoren als lösliche Antikörper
in die Blutbahn freigesetzt werden, und jenes der T-Lymphozyten, die
den so genannten T-Zellrezeptor an ihrer Oberfläche ausbilden. Diese
Lymphozytensysteme sind in der Lage durch eine enorm hohe Anzahl
variabler Antikörper auf spezifische Reize wie etwa Viren, Bakterien
oder körperfremde Substanzen zu reagieren. Nach dem Kontakt mit einer
Substanz, die als fremd erkannt wird, vermehren sich diejenigen
Lymphozyten stark, an deren variable Immunrezeptoren das Antigen
spezifisch bindet.

Innerhalb weniger Wochen stehen damit große Mengen von Lymphozyten
bereit, die alle denselben maßgeschneiderten Antikörper beziehungsweise
T-Zellrezeptoren produzieren und die dadurch in der Lage sind, Antigene
spezifisch zu binden und effizient zu eliminieren. Nach der Abwehr
verbleiben wenige dieser Lymphozyten im Organismus und bilden das
"immunologische Gedächtnis", das bei wiederholtem Antigenkontakt dann
rascher als beim Erstkontakt aktiviert wird. Aufgrund dieser
Anpassungsfähigkeit werden die beiden getrennten variablen Immunsysteme
in B- und T-Lymphozyten gemeinsam als "adaptives" Immunsystem
bezeichnet.

Die Wissenschaftler haben nun aber entdeckt, dass das flexible
Immunrezeptorsystem der Granulozyten als drittes Abwehrsystem zur
Verfügung steht. Die Forscher gehen davon aus, dass damit ein neues
Kapitel in der Entzündungsforschung eröffnet wird. Von besonderem
Interesse ist dabei die Frage, inwiefern Granulozyten ein schnelles
adaptives Immunsystem darstellen, das die langsame – durch Lymphozyten
vermittelte – klassische adaptive Immunabwehr ergänzt.

Accenture-Technologie hält Gesundheitsmuffeln den Spiegel vor

Blick in "digitalen Spiegel" zeigt schon heute das Aussehen von morgen

Wien (pts/18.05.2006/11:24) –
Sophia Antipolis / Wien, 18. Mai 2006 – Accenture hat einen "digitalen Spiegel" entwickelt, mit dem sich das künftige Aussehen von Menschen konkret prognostizieren und visualisieren lässt. Mit diesem kann man zum Beispiel übergewichtigen Personen die dramatischen Folgen ihrer Ernährungsgewohnheiten vor Augen führen. Das Gerät, das leicht in Haushaltsgeräte integrierbar ist, wurde von den Accenture Technology Labs in Sophia Antipolis (Südfrankreich) in eineinhalbjähriger Arbeit entwickelt.

Der Spiegel ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, mit dem Accenture Menschen dazu bewegen möchte, gesundheitsbewusster zu leben und Fettleibigkeit sowie dadurch ausgelösten Krankheiten präventiv entgegenzuwirken. Der Spiegel soll unter anderem bei wissenschaftlichen Studien der University of California in San Diego zum Einsatz kommen. "Wir sind überzeugt, dass die dem Spiegel zugrunde liegende Technologie nicht nur dabei helfen kann, ein genaues Bild des Körpers zu berechnen, sondern dass durch die drastische visuelle Darstellung auch Verhaltensänderungen bewirkt werden", sagt Dr. Jeannie Huang, Professorin für Medizin an der University of California.

Hochentwickelte Technologie in Haushaltsgeräte integriert

In den Technology Labs in Sophia Antipolis arbeiten Wissenschaftler von Accenture daran, hoch entwickelte Technologien in herkömmliche Haushaltsgeräte zu integrieren, damit Menschen jederzeit über ihren Gesundheitszustand Bescheid wissen. Der Prototyp des Spiegels sieht wie ein ganz gewöhnliches Badezimmerutensil aus und erfordert lediglich, dass der Benutzer sein "Spiegelbild" betrachtet. Dahinter verbirgt sich jedoch komplexe Technologie: Der Spiegel nutzt zwei Kameras, die sich an den Seiten eines Flachbildschirms befinden. Aus den Videobildern beider Kameras entsteht ein wirklichkeitsgetreues Spiegelbild. Mit Hilfe hochentwickelter Bildbearbeitungstechnologie und spezieller Accenture-Software lässt sich das Spiegelbild der Person dann in die Zukunft projizieren.

Keine Chance für Stubenhocker

Der Spiegel bezieht seine Daten über Webcams und Sensoren, die überall im Haus platziert werden. Das Beobachtungssystem dokumentiert Alltagsaktivitäten wie beispielsweise den Gang zum Kühlschrank, die Benutzung des Heimtrainers und die Verweildauer auf dem Sofa. Die Spezial-Software analysiert die Daten und ermittelt, inwieweit das Verhalten die Gesundheit beeinträchtigt und welchen Einfluss es auf das künftige Aussehen hat. So kann jemand, der sich wenig bewegt, zusehen, wie sein Gesicht immer dicker wird.

Darüber hinaus verarbeitet der Spiegel eine Reihe von weiteren gesundheitsrelevanten Informationen: So zeigt er etwa die Folgen zu langer Sonnenbäder oder berechnet aus den Daten eines Schrittzählers, wie sich Spaziergänge oder Joggen auf die körperliche Fitness auswirken. In Zukunft werden sich auch die Konsequenzen von Alkoholmissbrauch, Rauchen oder Drogenkonsum drastisch veranschaulichen lassen.

Neue Lebensweise dank Einsatz neuer Technologien

"All jene Probleme, die in zunehmendem Maße durch falsche Ernährung, Übergewicht, mangelnde Bewegung und Rauchen entstehen, lassen sich an erster Stelle durch eine Änderung des Verhaltens lösen", sagt Dr. Martin Illsley, Direktor der Accenture Technology Labs in Sophia Antipolis. "Deshalb denken wir darüber nach, wie wir neue Technologien dazu nutzen können, um Menschen zu einer anderen Lebensweise zu bewegen." Dieser neue wissenschaftliche Ansatz wird "Captology" genannt – er setzt sich aus den Wörtern "computers as persuasive technologies" zusammen. Darunter versteht man das Design, die Erforschung und die Analyse interaktiver Computer-Produkte, mit deren Hilfe die Lebensweise von Personen verändert werden soll.

Illsley und sein Team kamen zu dem Schluss, dass jede Technologie, die Ernährungsgewohnheiten verändern will, mit Bildern arbeiten muss. Ein Spiegel, der das künftige Aussehen eines Menschen projiziert, würde diesem Ziel am besten gerecht werden, so die Schlussfolgerung. "Das Bild kann Menschen schockieren, die nicht auf ihre Gesundheit achten, und es kann jene Personen belohnen, die beispielsweise ihr Gewicht reduzieren", erläutert Dr. Martin Illsley.

Das intelligente Haus

Der digitale Spiegel gehört zu einer Reihe von Entwicklungen der Accenture Technology Labs rund um das "intelligente Haus". Aus der Kombination von Sensorik und künstlicher Intelligenz entstehen neue, assistierende Technologien.

Frühere Prototypen haben gezeigt, wie neue Technologien im Haushalt älteren Menschen mehr Unabhängigkeit bringen sowie Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen dabei helfen, auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu reagieren. So bietet der Spiegel beispielsweise der Pharma-, Gesundheits- und Versicherungsbranche eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten. "Das Konzept des Spiegels unterscheidet sich völlig von den Lösungen, die uns bisher bekannt sind", sagt Dr. Martin Illsley. "Wir kennen keine anderen Unternehmen oder Forschungseinrichtungen, die jemals etwas Vergleichbares entwickelt haben."

Über Accenture:
Accenture ist ein weltweit agierender Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister. Mit dem Ziel, Innovationen umzusetzen, hilft das Unternehmen seinen Kunden durch die gemeinsame Arbeit leistungsfähiger zu werden. Umfangreiches Branchenwissen, Geschäftsprozess-Know-how, internationale Teams und hohe Umsetzungskompetenz versetzen Accenture in die Lage, die richtigen Mitarbeiter, Fähigkeiten und Technologien bereitzustellen, um so die Leistung seiner Kunden zu verbessern. Mit über 129.000 Mitarbeitern in 48 Ländern erwirtschaftete das Unternehmen im vergangenen Fiskaljahr (zum 31. August 2005) einen Nettoumsatz von 15,55 Milliarden Dollar. Die Internet-Adresse lautet: http://www.accenture.at

Saubere Hände vermeiden Infektionen auf Intensivstationen

fzm – Um das Infektionsrisiko auf Intensivstationen zu verringern, bedarf es nur in Ausnahmefällen einer aufwändigen Luftfilterung. Auch eine Besucherschleuse am Eingang ist nicht unbedingt notwendig. Selbst die besonderen Kittel des Personals verhindern die Übertragung von Klinikkeimen nur bedingt. Die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor nosokomialen Infektionen, wie Ärzte die Übertragung ansteckender Krankheiten in der Klinik nennen, ist die regelmäßige Desinfektion der Hände, erläutert ein Experte in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2009).

Insgesamt 150 000 Euro spart das Uniklinikum Aachen im Jahr durch den Verzicht auf unnötige Schutzkleidung auf Intensivstationen, berichtet Professor Sebastian Lemmen, Leiter des dortigen Zentralbereichs für Krankenhaushygiene und Infektiologie. Spezielle Schutzkittel tragen Ärzte und Pflegekräfte dort nur bei Tätigkeiten, bei denen eine bakterielle Verunreinigung der Kleidung zu erwarten ist. Pflicht sind sie auch beim Betreten von Isolierzimmern. In diesen werden stark infektionsgefährdete Patienten untergebracht sowie solche, die sich bereits mit gefährlichen sogenannten multiresistenten Erregern angesteckt haben, gegen die viele Antibiotika wirkungslos sind.

Auf den routinemäßigen Wechsel der Schutzkleidung beim Betreten und beim Verlassen der Intensivstation wird ansonsten verzichtet. Es ist aus Sicht des Infektiologen Professor Lemmen auch nicht erforderlich, dass die Intensivstation durch einen Schleusenbereich vom restlichen Krankenhaus getrennt wird. Und kostspielige Anlagen zur Raumluftfilterung seien nur in Einzelzimmern erforderlich, in denen extrem immungeschwächte Patienten, etwa nach Knochenmarktransplantationen, untergebracht werden.

Die wichtigste Hygienemaßnahme ist aus Sicht des Hygieneexperten die Händedesinfektion. Denn die meisten Erreger werden über die Hände des Personals von einem Patienten auf den nächsten weiter gereicht. Eine Desinfektion ist auf Intensivstationen vor und nach jedem Patientenkontakt notwendig, fordert der Autor. Insbesondere beim Verbandwechsel, bei Tätigkeiten an den Beatmungsgeräten, beim Legen und Wechsel von Infusionen und beim Spritzen von Medikamenten ist laut Professor Lemmen extreme Vorsicht und damit auch eine Händedesinfektion vorher und nachher notwendig. Ebenso nach dem Kontakt mit Blut, Eiter, Urin oder Stuhl, die leicht Krankheitserreger übertragen können.

Leider werde die Händedesinfektion nicht immer eingehalten, beklagt der Infektiologe: Studien zeigen, dass nur 20 bis 50 Prozent des Personals die Regeln strikt beachten. Der Hygieneexperte rät deshalb den Kliniken, die Händedesinfektion zu überprüfen. Dies sei beispielsweise durch die Analyse des Verbrauchs an Desinfektionsmittel möglich. Auch die im letzten Jahr von der Bundesregierung gestartete "Aktion saubere Hände" sei sinnvoll.

Außerdem empfiehlt der Experte die Teilnahme am Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS). Die 1998 eingeführte Datenbank ermöglicht es den beteiligten Intensivstation sich mit anderen Stationen zu vergleichen und Schwachstellen zu ermitteln. Professor Lemmen: Seit Einführung von KISS konnte die Rate der wichtigsten Krankenhausinfektionen auf Intensivstationen um über 30 Prozent gesenkt werden.

Sonnenlicht gegen Krebs

Wissenschaftler entdecken einen neuen Immunvorgang

Palo Alto (pte/29.01.2007/06:00) – Sonnenlicht kann helfen
Hautkrankheiten und Krebs zu behandeln, in dem es Immunzellen an die
Hautoberfläche lenkt. Das Team um Eugene Butcher von der Stanford
University http://www.stanford.edu/ hat einen neuen Immunvorgang in der
menschlichen Haut entdeckt. Die Immunzellen der Haut, die so genannten
dendritischen Zellen, wandeln Vitamin D3 in seine aktive Form um. D3
wird von der Haut als Reaktion auf Sonnenlicht gebildet. Das aktive
Vitamin bringt T-Zellen dazu, in die oberste Schicht der Haut zu
wandern. Diese Immunzellen zerstören beschädigte und infizierte Zellen.
Zusätzlich regulieren sie andere Immunzellen. Die Ergebnisse der Studie
wurden in Nature Immunology http://www.nature.com/ni veröffentlicht.

Die Ergebnisse der Studie erklären, wie T-Zellen "wissen", dass die
Oberfläche der Haut durch zu viel Sonne eine Schädigung der DNA
erlitten hat. Die Mitautorin Hekla Sigmundsdottir betonte, dass
Sonnenlicht in vernünftigen Mengen gesund sei." Sie erläuterte, dass
Schuppenflechte fallweise mit Salben behandelt wird, die Vitamin D3
enthalten. Die Wissenschafterin vermutet, dass ihre Wirkung auf die
Aktivierung der T-Zellen in der Haut beruht. Die aktuellen
Forschungsergebnisse stützen laut New Scientist die Theorie, dass
dendritischen Zellen eine Art von Verkehrskontrolle für das Immunsystem
leisten. Sie schätzen die Situation ein und lenken die T-Zellen dorthin
wo sie benötigt werden.

Cannabis: Forscher unterbinden Nebenwirkungen

Cannabis: Forscher unterbinden Nebenwirkungen

Serotonin-Rezeptor 5HT2AR: Blockierung verhindert Gedächtnisverlust

Cannabis: Forscher konnten positive Wirkung erhalten (Foto: pixelio.de/NicoLeHe)
Cannabis: Forscher konnten positive Wirkung erhalten (Foto: pixelio.de/NicoLeHe)

Norfolk/Barcelona (pte010/14.07.2015/10:30) –

Forscher der University of East Anglia (UEA) https://uea.ac.uk und der University Pompeu Fabra http://upf.edu haben die medizinischen Eigenschaften von Cannabis von den
halluzinogenen Wirkungen separiert. Die Wissenschaftler haben
herausgefunden, dass durch die Blockierung eines bestimmten Rezeptors
unerwünschte Nebenwirkungen wie Angstzustände oder Gedächtnisstörungen
verhindert werden können.

Studie mit Mäusen

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die kognitiven
Effekte von THC, wie beispielsweise Gedächtnisverlust oder Angst, durch
einen anderen Reaktionsweg ausgelöst werden als positive Symptome, wie
beispielsweise Schmerzlinderung. Durch die gezielte Blockierung eines
Serotonin-Rezeptors kann das THC somit seine positiven Wirkungen
entfalten, ohne beispielsweise das Gedächtnis zu beeinträchtigen.

Peter McCormick von der UEA und sein Forschungsteam
haben Verhaltensstudien mit Mäusen durchgeführt. Dabei wollten die
Wissenschaftler feststellen, wie die Reaktionswege im Gehirn unter dem
Einfluss von THC arbeiten. Den Ergebnissen zufolge sorgt eine
Blockierung des Serotonin-Rezeptors 5HT2AR dafür, dass bestimmte
Nebenwirkungen wie Gedächtnisverlust ausbleiben. Dabei hat sich gezeigt,
dass diese Hemmung keinen Einfluss auf die schmerzlindernde Wirkung
hat. Die Forschungsergebnisse sind in der Zeitschrift PLOS Biology http://journals.plos.org/plosbiology veröffentlicht worden.

Verringerte Tumorgröße

Kürzlich hat das Team erst bewiesen, dass THC die Größe
von Tumoren verringern kann. Insbesondere in derartigen Fällen wäre es
laut Forschern sinnvoll, die Begleiterscheinungen abzustellen, um von
den positiven Wirkungen profitieren zu können. Dabei wäre es möglich,
eine Vielzahl von Symptomen wie Wahrnehmungsstörungen,
Stimmungsänderungen, Übelkeit oder Gedächtnisverlust zu unterbinden.

Couch Potatoes riskieren Arthrose

Couch Potatoes riskieren Arthrose

AE rät zu mehr Bewegung im Alltag

Freiburg
– Ob Digital Natives, Schulkinder oder Büroarbeiter: Ein sitzender
Lebensstil kann Knie- und Hüftgelenksarthrosen begünstigen.
Gelenkknorpel wird spröde und baut sich ab, wenn im Rahmen von Bewegung
nicht regelmäßig Nährstoffe und Flüssigkeit in seine Oberfläche gepumpt
werden. Schmerzhafte Arthrosen und Bewegungseinschränkungen können die
Folge sein. Menschen jeden Alters sollten sich deshalb täglich
ausreichend bewegen, sagt die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik
(AE). Die Fachgesellschaft möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass
Bewegungsmangel nicht nur Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und Krebs
begünstigt*1, sondern auch den Gelenken schaden kann.

Seit
der frühindustriellen Zeit hat sich die Zahl der Arthrosen mehr als
verdoppelt. Das haben Forscher in einer soeben in den "Proceedings" der
National Academy of Sciences ("PNAS") veröffentlichten US-Studie
herausgefunden*2. „Auch wir beobachten zunehmend mehr
Arthrosen und Gelenkschäden bei unseren Patienten“, sagt Professor Dr.
med. Karl-Dieter Heller, Generalsekretär der AE. Inzwischen betrifft die
weltweit häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland ein Drittel der über
60-Jährigen. Bei Arthrose bildet sich das Knorpelgrundgerüst der
Gelenke irreversibel zurück. Zugleich können Knochenwucherungen um die
Gelenke herum entstehen. Auch wenn noch nicht alle Risikofaktoren für
diese Entwicklung erforscht sind, ist klar: „Die längere Lebensdauer,
Übergewicht, aber auch Über- und Unterbeanspruchung der Gelenke gehören
zu den Hauptursachen für die steigenden Zahlen“, so der Chefarzt der
Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig.

Viele
Menschen bewegten sich kaum noch, im Beruf wie in der Freizeit. „Vielen
ist nicht klar, dass der Gelenkknorpel regelmäßige Bewegung braucht, um
Nährstoffe zu erhalten“, so Professor Heller. Der Grund: „Anders als
der Knochen, wird der Knorpel nicht durch Blutgefäße versorgt, sondern
passiv durch Gelenkflüssigkeit, die Synovia“. Damit das gut
funktioniert, ist regelmäßige Be- und Entlastung notwendig: Die dadurch
entstehenden Pumpbewegungen arbeiten das Nährsubstrat mechanisch in den
Knorpel ein. „Wer sich bewegt, füttert und schmiert sein Gelenk“, so
Professor Heller. Auch wenn es bereits zu Arthrosen gekommen sei, könne
maßvolle Bewegung helfen, das Fortschreiten einer Arthrose zu
verlangsamen. Tierexperimentelle Studien hätten gezeigt, dass dies den
Knorpel zwar nicht regenerieren, wohl aber die gelartige Puffersubstanz
im Knorpel aufbauen könne*3. Der Orthopäde rät hier etwa zu Gymnastik, Fahrradfahren oder gehen mit Nordic Walking-Stöcken.

Insgesamt
gelte es, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren: „Man sollte
möglichst alle 30 Minuten aufstehen, viel zu Fuß gehen und Fahrrad
fahren sowie Aufzüge und Rolltreppen meiden“, sagt Professor Dr. med.
Henning Windhagen, Präsident der AE. Und statt abends stundenlang im
Fernsehsessel zu versinken, besser noch einen Spaziergang um den Block
machen. „Sinnvoll sind zudem mindestens weitere 150 Minuten in der Woche
gezieltes Training.“ Sport-Extreme wie Marathons sollte man seinem
Körper jedoch nur unter Aufsicht eines Orthopäden oder Sportmediziners
zumuten. Denn sie bergen besondere Risikofaktoren für Gelenke, etwa
Verletzungen, Überlastung und Verschleiß. Zudem sei nicht jeder Körper
für sportliche Höchstleistungen gemacht. „Auf die Dosis kommt es an“,
betont Windhagen, der Direktor der Orthopädischen Klinik der
Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im DIAKOVERE Annastift ist.

Das Abwandern der Physiotherapeuten

Das Abwandern der Physiotherapeuten
Stuttgart, Mai 2013 – Ähnlich wie in der Kranken- und Altenpflege könnte es in einigen Jahren auch in der Physiotherapie zu einem eklatanten Fachkräftemangel kommen. Zu diesem ernüchternden Schluss kommt die freie Journalistin Stephanie Hügler nach ausführlicher Recherche zum Thema Arbeitsbedingungen und Bezahlung in der Physiotherapie. In der Fachzeitschrift "physiopraxis" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2013) schildert sie, wie sehr die teils harten Arbeitsbedingungen und die mageren Löhne die Therapeuten zermürben: "Nicht wenige kehren ihrem einstigen Traumberuf bereits frustriert den Rücken."
Mit einem durchschnittlichen Bruttogehalt von knapp 2000 Euro monatlich zählen Physiotherapeuten hierzulande zu den Niedrigverdienern. Der Grund liegt hauptsächlich in der schlechten Bezahlung durch die Krankenkassen, wie Hügler am Beispiel einer Universitätsklinik illustriert. Das Krankenhaus bezahlt seine angestellten Physiotherapeuten nach Haustarifvertrag und zahlt so bei der Physiotherapie letztlich drauf. Bereits die Gehaltskosten übersteigen den von den Krankenkassen für ambulante Leistungen erstatteten Betrag deutlich, zusätzliche Kosten für Verwaltung, Heizung, Miete und Reinigung machen die Therapiesparte vollends zum Minusgeschäft.
Kleine Praxen können sich das nicht leisten. Hier arbeiten Physiotherapeuten zu den oben genannten, wenig attraktiven Bedingungen. Nach Ansicht der drei großen physiotherapeutischen Berufsverbände in Deutschland hängt die schlechte Vergütung der therapeutischen Leistungen mit der Kopplung der entsprechenden Tarife an die Grundlohnsumme zusammen. Die Grundlohnsumme ist die Summe aller beitragspflichtigen Löhne und Gehälter. Aus ihr werden die Beiträge für die Krankenversicherung ermittelt. Die Grundlohnsummengrenze ist gesetzlich als Obergrenze für Vergütungserhöhungen festgelegt, wodurch eine angemessene Bezahlung von Physiotherapeuten verhindert wird. Eingaben beim Bundesgesundheitsministerium, mit denen die Verbände eine Aufhebung der gesetzlichen Kopplung erreichen wollten, blieben bislang erfolglos.
Die Verbände raten den Therapeuten dazu, sich breiter aufzustellen und den schlechten Verdienst durch eine längere Wochen- und Lebensarbeitszeit aufzubessern. Alternativen für ihre Mitglieder sehen die Fachverbände zudem in verwandten Fachbereichen, die aus anderen Töpfen finanziert werden. So können Physiotherapeuten etwa von der Pflegekasse bezahlte Schulungen für pflegende Angehörige geben, in der betrieblichen Gesundheitsförderung arbeiten oder an Adipositas-Programmen mitwirken. Dadurch könnten sie sich von den gesetzlichen Kassen unabhängig machen.
Diese Ausweichmanöver ändern jedoch nichts an der schlechten Bezahlung und der daraus folgenden mangelnden Attraktivität des Berufs. Hier erwarten sich viele Physiotherapeuten von ihren Berufsverbänden mehr Engagement, Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit. Kommentare, die physiopraxis auf Facebook gesammelt hat, zeigen, dass etliche Physiotherapeuten sich nicht ausreichend vertreten fühlen. Immer weniger sind bereit, von ihrem mageren Gehalt auch noch Mitgliedsbeiträge zu bezahlen. Ein Teufelskreis, findet Andrea Rädlein, die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Verbands für Physiotherapie. Sie bemängelt, dass derzeit noch nicht einmal die Hälfte der Kollegen in Berufsverbänden organisiert ist: "Wir könnten stärker sein, wenn alle mitmachen."
S. Hügler:
Traumberuf zu Albtraumlöhnen
physiopraxis 2013; 11 (4); S.10-13

 

Rauchen erhöht Schizophrenie-Risiko bei Kindern

Rauchen erhöht Schizophrenie-Risiko bei Kindern

Fehlverhalten in der Schwangerschaft steigert Gefahr um 38 Prozent

Kippen: Schizophrenie-Risiko bei Kindern (Foto: pixelio.de, Rudolpho Duba)
Kippen: Schizophrenie-Risiko bei Kindern (Foto: pixelio.de, Rudolpho Duba)

New York (pte018/24.05.2016/10:30) –

Zwischen Rauchen in der Schwangerschaft und einem erhöhten
Schizophrenie-Risiko bei den Kindern besteht ein Zusammenhang. Zu diesem
Ergebnis kommen Forscher der Columbia University Mailman School of
Public Health http://mailman.columbia.edu , des Columbia University Medical Center, des New York State Psychiatric Institute http://nyspi.org und Kollegen aus Finnland.

Knapp 1.000 Fälle untersucht

Die Forscher analysierten fast 1.000 Fälle von
Schizophrenie und einer entsprechenden Kontrollgruppe bei Kindern, die
zwischen 1983 und 1998 in Finnland geboren worden waren. Die Daten
stammten aus den nationalen Registern des Landes. Die Ergebnisse zeigen,
dass ein höherer Nikotinwert im Blut der Mutter mit einem erhöhten
Schizophrenie-Risiko beim Nachwuchs einher ging. Dieser Zusammenhang
blieb auch bestehen, als Faktoren wie die psychiatrische Vorgeschichte
der Eltern, der sozioökonomischen Status und das Alter berücksichtigt
wurden.

Die im "American Journal of Psychiatry"
veröffentlichten Ergebnisse liefern eindeutigste Beweise für einen
derartigen Zusammenhang. Starker Nikotinkonsum wurde mit einem um 38
Prozent erhöhten Risiko in Verbindung gebracht. Laut Seniorautor Alan
Brown handelt es sich um die erste biomarkerbasierte Studie, die einen
Zusammenhang zwischen Nikotinkontakt beim Fötus und Schizophrenie
herstellt. Zusätzlich handle es sich um ein landesweites Sample mit den
meisten Fällen, die bis jetzt für eine solche Studie berücksichtigt
wurden.

Starke Raucherinnen betroffen

Die Experten analysierten die Daten von Schwangeren,
die an der Finnish Maternity Cohort teilnahmen. Seit 1983 wurden eine
Mio. Serumproben von Eltern gesammelt. Diese wurden während des ersten
und zu Anfang des zweiten Trimesters entnommen. Die Finnish Hospital and
Outpatient Discharge Registry lieferte Diagnosen zu psychiatrischen
Spitalsaufenthalten und ambulanten Behandlungen. Bei 20 Prozent der
Frauen wurde starkes Rauchen aufgrund der Kotininwerte festgestellt. Bei
der Kontrollgruppe lag dieser Wert bei nur 14,7 Prozent. Nikotin
gelangt in das Blut des Fötus und beeinflusst vor allem die Entwicklung
des Gehirns.