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Impfungen – Vorsicht für Rheumapatienten

(DGRh) – Impfungen sind für Rheuma-Patienten besonders wichtig, weil die Krankheit selbst und deren Behandlung die Immunabwehr gegen Bakterien und Viren schwächen. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) begrüßt deshalb, dass ein Expertenteam auf Initiative der Ständigen Impfkommission (STIKO) Anwendungshinweise für Menschen mit Autoimmunerkrankungen veröffentlicht hat, zu denen auch Rheuma und andere chronisch-entzündliche Erkrankungen gehören.

Bei rheumatischen Erkrankungen befindet sich das Immunsystem in ständiger Alarmbereitschaft. „Die Entzündung bindet Ressourcen, die bei der Abwehr von Krankheitserregern fehlen können“, erläutert der Präsident der DGRh Professor Hendrik Schulze-Koops, der am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig ist. Menschen mit Rheuma erkranken deshalb doppelt so häufig an viralen oder bakteriellen Infektionen wie andere Menschen.

Die Experten raten den Patienten deshalb, an allen von der STIKO empfohlenen Impfungen teilzunehmen. Das gilt nicht nur für ältere Patienten mit rheumatoider Arthritis oder Psoriasis-Arthritis. Auch jüngere Menschen, zum Beispiel mit Morbus Bechterew, sollten darauf achten, dass sie alle für Kinder und Jugendliche vorgesehenen Impfungen erhalten haben.

„Das Problem ist, dass die Wirkung einer Impfung auf ein intaktes Immunsystem angewiesen ist“, sagt Professor Schulze-Koops. „Es muss die Antikörper bilden, die später vor einer Infektion schützen.“ Diese Voraussetzung ist bei rheumatischen Erkrankungen nicht immer gegeben und der Impferfolg somit gefährdet. Noch schwieriger wird es, wenn die Patienten mit Medikamenten behandelt werden, die das Immunsystem bremsen. Solche Immunsuppressiva sind heute ein Grundpfeiler der Behandlung. Die meisten Patienten erhalten Basistherapeutika wie Methotrexat (MTX), die das Fortschreiten der Gelenkzerstörung verhindern. Bei einem Krankheitsschub sind häufig Steroide notwendig.

Ob Patienten, die mit Immunsuppressiva behandelt werden, geimpft werden dürfen, hängt in erster Linie vom Impfstoff ab. Die meisten enthalten abgetötete Erreger. Es gibt Totimpfstoffe zum Beispiel gegen Pneumokokken, Hepatitis B, Meningokokken, Herpes zoster (Gürtelrose) und humane Papillomaviren (HPV). Auch der Grippeimpfstoff (gegen Influenza-Viren) zählt dazu, mit Ausnahme des Impf-Nasensprays, das eigentlich nur bei Kindern eingesetzt wird. Totimpfstoffe können nach Einschätzung der Experten bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen meist bedenkenlos eingesetzt werden.

„Bei einigen stark wirkenden Immunsuppressiva kann die Fähigkeit des Immunsystems zur Antikörperbildung jedoch soweit eingeschränkt sein, dass keine Schutzwirkung erzielt wird“, gibt Professor Schulze-Koops zu bedenken. Dazu gehören vor allem Biologika wie Rituximab oder Abatacept. Die Experten raten deshalb, die Impfungen vor Behandlungsbeginn durchzuführen.

Vorsicht geboten ist beim Einsatz von Lebendimpfstoffen, die abgeschwächte Krankheitserreger enthalten. „Das Immunsystem gesunder Menschen kommt damit gut zurecht“, sagt Professor Schulze-Koops: „Bei abwehrgeschwächten Menschen kann es jedoch zu einer Infektion kommen.“ Mit Lebendimpfstoffen wird heute gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR-Impfung), gegen Gelbfieber und gegen Rotaviren geimpft. Der ältere Zosterimpfstoff wurde kürzlich durch einen Totimpfstoff abgelöst. Diese Impfungen erfolgen in den ersten Lebensjahren und sind in der Regel abgeschlossen, wenn entzündlich-rheumatische Erkrankungen auftreten. Einen guten Impfschutz benötigen übrigens nicht nur die Patienten selbst. Die Experten raten auch deren Angehörigen zur Impfung, um die Gefahr einer Übertragung zu minimieren.

Stummer Schlaganfalls als Nebenwirkung häufiger als vermutet

(pte) – Ein verdeckter oder stummer Schlaganfall tritt laut einer Studie der McMaster University häufig bei älteren Patienten auf, bei denen eine ausgewählte, nicht das Herz betreffende Operation durchgeführt wird. Ein Jahr später ist das Risiko eines Abbaus der kognitiven Fähigkeiten doppelt so hoch.

Stummer Schlaganfall häufiger
Weltweit erleiden rund 0,5 Prozent der Personen über 65 Jahren nach einer großen nicht das Herz betreffenden Operation einen offensichtlichen Schlaganfall. Dieser führt zu deutlichen Symptomen wie der Schwäche in einem Arm oder Problemen beim Sprechen, die mehr als einen Tag andauern. Verdeckte Schlaganfälle dagegen werden nur auf Gehirnscans wie einer Magnetresonanztomographie ersichtlich. Über deren Auftreten oder ihre Auswirkungen nach der Operation war bislang aber wenig bekannt.

Der NeuroVISION-Studie zufolge sind verdeckte Schlaganfälle nach einer Operation in dieser Altersgruppe sogar häufiger als offensichtliche. Laut Co-Studienleiter PJ Devereaux zeigte sich, dass eine von 14 Personen über 65 Jahren nach einem derartigen Eingriff einen stummen Schlaganfall erlitten hatte. Das legt nahe, dass weltweit drei Mio. Menschen betroffen sein könnten. An der Studie nahmen 1.114 Patienten über 65 Jahren aus zwölf Kliniken in Nord- und Südamerika, Asien, Neuseeland und Europa teil.

Risiko weiterer Erkrankungen steigt
Alle Patienten wurden innerhalb von neun Tagen nach der OP mit einer Magnetresonanztomographie auf Hinweise für einen stillen Schlaganfall untersucht. Die Forscher begleiteten die Studienteilnehmer ein Jahr lang, um ihre kognitiven Fähigkeiten zu beurteilen. Personen, die nach der Operation einen stummen Schlaganfall gehabt hatten, erlitten innerhalb eines Jahres wahrscheinlicher einen Abbau der kognitiven Fähigkeiten, ein perioperatives Delirium, einen offensichtlichen Schlaganfall oder eine Transitorische Ischämische Attacke. Die Forschungsergebnisse wurden in „The Lancet“ veröffentlicht.

Endlich ein Medikament gegen Blutvergiftung ?

(pte) – Sepsis, die nach Verletzungen oft tödlich endende Überreaktion des menschlichen Immunsystems, lässt sich künftig besser bekämpfen. Forscher der University of California haben herausgefunden, dass die Entfernung eines Enzyms mit dem Kürzel PHLPP1 in einem Mausmodell die Bekämpfung einer Sepsis verbesserte. Das Enzym kontrolliert viele Zellreaktionen, indem es Phosphate von Proteinen abtrennt.

Protein spielt eine wichtige Rolle
Laut den Forschern ist jetzt auch erwiesen, dass PHLPP1 einen Einfluss auf den Verlauf von Entzündungen hat. Damit sei die Basis für die Entwicklung besser wirkender Anti-Sepsis-Präparate geschaffen. „Die meisten Forschungsanstrengungen zur Verbesserung der Sepsis-Behandlung konzentrierten sich auf Enzyme, die Phosphate an Proteine binden“, sagt Alexandra Newton, Professorin für Pharmakologie. „Es ist hochinteressant, dass wir jetzt ein völlig neues Ziel zur Bekämpfung der Sepsis haben.“

Newtons Team entdeckte PHLPP1 vor einigen Jahren, ohne zunächst zu wissen, welche Funktionen es im menschlichen Körper hat. Sie untersuchten es vor allem als möglichen Tumorhemmer. Dann begannen die Forscher eine Zusammenarbeit mit dem Privatdozenten Chris Glass. Sie identifizierten zahlreiche Immunzell-Gene, die das Enzym in irgendeiner Form beeinflussen und stellten dann fest, dass das Enzym einen sogenannten Transkriptionsfaktor, ein Protein namens STAT1, von Phosphatmolekülen befreit. Dieses Protein spielt eine wichtige Rolle bei Entzündungen. Damit war es aus, als es vom Phosphat getrennt worden war.

Überlebensrate lag bei 50 Prozent
Den nächsten Schritt machte Victor Nizet, Experte für bakterielle Infektionen. Er infizierte Mäuse mit und ohne PHLPP1 mit einem Erreger, der das Immunsystem zu Höchstleistungen anregt. Während alle normalen Mäuse starben, überlebten 50 Prozent derjenigen ohne PHLPP1. Die bisherigen Therapien, etwa mit Antibiotika, sind unbefriedigend. In Deutschland erkranken pro Jahr rund 280.000 Menschen an Sepsis, 70.000 davon sterben. In den USA liegt die Zahl der Toten bei 270.000. Jeder Dritte, der in einem US-Krankenhaus stirbt, litt an einer Sepsis.

Endoskop ohne Linsen macht 3D-Bilder von Zellen

(pte) – Forscher an der TU Dresden https://tu-dresden.de haben ein besonders kompaktes Endoskop entwickelt, das 3D-Bilder von einzelnen Zellen oder sogar noch kleineren Objekten machen kann. Dabei ist es dem Gerät möglich, sich selbst zu kalibrieren. Die Anwendung braucht dabei weder eine Linse noch elektronische Komponenten.

Aufgrund seiner mikroskopischen Größe kann das Gerät in lebendes Gewebe eindringen, ohne ihm Schaden zuzufügen. „Das linsenlose Endoskop hat geschätzt die Größe einer Nadel, was ihm einen minimal invasiven Zugang erlaubt“, erklärt Forschungsleiter Jürgen Czarske.

Endoskop kalibriert sich selbst
Die technologische Neuheit benutzt optische Fasern, um innerhalb des Messgeräts auf eine Kamera verzichten zu können, die zu viel Platz verbrauchen würde. Eine sich außerhalb des Endoskops befindende Kamera speichert die durch die Fasern gewonnenen Bilder.

Um den normalerweise sehr mühsamen Prozess der Kalibrierung zu erleichtern, befestigten die Forscher eine kleine Glasplatte an der Spitze eines Bündels von Fasern. Die Platte reflektiert das Licht, das durch den Kern der Fasern dringt, wieder zurück. Durch das Licht erhält das Endoskop wichtige Daten, die verwenden kann, um sich selbst zu kalibrieren und so den Fokus der gewonnen Bilder zu verbessern.

Verwendung bei Medizin und Technologie
In einem Experiment untersuchte das Forschungsteam mit dem Endoskop ein Objekt, das sich unter einem Deckglas befand. Es war möglich, 3D-Bilder von Partikeln auf dem Objekt zu gewinnen. Probleme hatte das Endoskop nur, als die Forscher es stärker anwinkelten. In Zukunft soll daran gearbeitet werden, diese Schwäche auszubessern.

Laut Czarske kann das Endoskop sowohl für medizinische Untersuchungen bei lebendem Gewebe, als auch für technische Inspektionen im mikroskopischen Bereich Verwendung finden. Eine weitere mögliche Anwendung liegt in der Optogenetik, in der die Aktivität von Zellen durch den Einfluss von Licht stimuliert wird.

Kraftstoffe aus Luft und Strom – kohlendioxidneutral ? Mit einer Vorbemerkung von Jean Pütz

Sehr geehrter Herr Professor Dittmeyer !

Zunächst einmal ein großes Kompliment, dass sich die Wissenschaft diesem fundamental ökologischen Thema so engagiert widmet – und vor allen Dingen, dass das KIT wieder eine so bedeutende Rolle übernommen hat.

Dass im Jahr 2038 unser Strom ausschließlich aus regenerativen Quellen geliefert werden kann, ist für mich ein Schimäre. Das Fraunhofer Institut für Energiesysteme in Kassel behauptet das zwar, aber auf meine Rückfrage erfuhr ich in einer Videokonferenz, dass dies nur im europäischen Verbund möglich sei. Praktisch heißt das, weil die Franzosen auf keinen Fall auf ihre Kernenergie verzichten möchten und die Osteuropäer nicht auf ihren Kohlestrom, häufen sich da enorme Widersprüche an. Wenn die Sonne bei uns nicht scheint, dafür aber in Andalusien, möchte ich gerne wissen, wie hier ein unproblematischer Austausch innerhalb des Hochspannungsnetzes möglich ist.
Allein in der Nacht bestehen Tausende Terrawatt-Stunden-Lücken. Wo die – nehmen wir einmal an, es gäbe am Tag einen Überschuss, Solar- oder Windstrom – gespeichert werden können, ist mir als Physiker und Dipl. Ing. der Elektrotechnik im wahren Sinne des Wortes spanisch.
Pumpspeicherwerke und Wasserkraft reichen selbst unter Bezugnahme auf die Alpenländer bei weitem nicht aus. Die von Fantasten propagierte elektro-chemische Speicherung ist sowieso aus Kosten- und Gewichtsgründen illusorisch. Leider wird hier eine Mainstream-Ideologie gepflegt, die das Wunschdenken zur Realität erklärt. Das böse Erwachen scheint nicht fern zu sein, denn der Gau von stundenlangem Stromout, zeichnet sich selbst heute schon ab. In letzter Zeit – im vorigen Jahr – sind wir gerade einmal mehrfach daran vorbei geschrammt.

Insofern begrüße ich sehr Ihre Forschungen, habe dabei aber eine Frage:

Warum nimmt man für die Produktion von regenerativen Brennstoffen nicht den CO2-Abfall aus Braunkohle- oder Gaskraftwerken und verwandelt ihn unter Zuhilfenahme von Sonne und Wind als Wertstoff der Zukunft in speicherfähige Energie ?

Das hätte den Vorteil, dass einige größere den Frequenztakt vorgebende Kraftwerke die komplizierte nur durch künstliche Intelligenz realisierbare dezentrale Einspeisung sicher triggern könnten. Natürlich dann wieder reaktiviert werden können, wenn Strombedarf besteht.

Die Schwarmintelligenz der Deutschen gibt ja in gewisser Weise vor, man könnte Strompakete hin und her schieben wie eine Ware im In- und Export. Dem aber steht die Physik und der 2. Hauptsatz der Thermodynamik entgegen. Wenn auch nur sekundenweise der Strombedarf die Stromproduktion übersteigt, dann steht der Gau vor der Tür.

Also habe ich die große Befürchtung, dass wir immer mehr in diese Zwickmühle hineingeraten und es den Partei-Ideologen gelingt, auf Grund mangelndem physikalischen Grundwissen der Bevölkerung, Systeme zu verkaufen, die nicht zusammenfinden. Wissenschaftler, die da Zweifel anmelden werden ja gerne als Ewig-Gestrige apostrophiert. Das leider auch für das reine Batterie-Auto, was keinerlei ökologischen Nutzen in den nächsten 30 Jahren verspricht, aber unsere weltweit führende Automobilindustrie inkl. Maschinenbau dezimiert.

Ihre Studien können zumindest beweisen, dass die Abgabe von Kohlendioxid als Wertstoff recyclebar ist. Das ist zwar das kleinere Übel, aber hilft sowohl praktisch als auch sozialpolitisch darüber hinweg, dass wir in Deutschland nur 2 % am CO2-Ausstoß weltweit beteiligt sind. Gleichzeitig würde die Integration über die Wärmeverwertung in Verbrennungsmotoren und Kraftwerken den Wärmemarkt erfassen, der wesentlich stärker an der CO2-Produktion weltweit beteiligt ist, aber das wird bei uns unter den Tisch gekehrt. Dabei könnten durch bessere und weitsichtigere Wärme-Isolationen der Gebäude etwa doppelt so viel Energie eingespart werden wie durch Verteufelung der Mobilität, die man nur durch Verbote und soziale Revolution erreichen könnte, die bekanntlich immer ihre Kinder frisst.

Ihr Jean Pütz

PS: Am deutschen Wesen kann die Welt nicht genesen, aber wir können der Welt – insbesondere den Schwellenländern – Technologien zur Verfügung stellen, die ihnen den Klimawandel praktikabel macht. Diese Probleme können nur Wissenschaftler und Techniker durch Kreativität erreichen.

(KIT) – Die Sektoren Strom und Mobilität zu verbinden, kann einige Herausforderungen der Energiewende bewältigen: Ökostrom ließe sich langfristig speichern, Kraftstoffe mit hoher Energiedichte wären kohlendioxidneutral nutzbar. Wie Sektorenkopplung aussehen kann, haben Forschungspartner des Kopernikus-Projektes P2X nun auf dem Gelände des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gezeigt und die ersten Liter Kraftstoff aus Kohlendioxid, Wasser und Ökostrom produziert. Sie integrierten in einer containerbasierten Versuchsanlage erstmals alle vier benötigten chemischen Prozessschritte zu einem kontinuierlichen Verfahren mit maximaler Kohlendioxidausnutzung und besonders hoher Energieeffizienz.

„Wind und Sonne versorgen uns weltweit mit einer ausreichenden Menge an Energie, aber nicht immer zur richtigen Zeit“, beschreibt Professor Roland Dittmeyer vom KIT, Koordinator des Forschungsclusters „Kohlenwasserstoffe und langkettige Alkohole“ innerhalb des Kopernikus-Projektes Power-to-X (P2X), das Dilemma der Energiewende. „Zudem brauchen einige wichtige Verkehrssegmente wie Flug- oder Schwerlastverkehr auch langfristig Kraftstoffe, da diese eine hohe Energiedichte aufweisen.“ Daher liege es nahe, den bisher ungenutzten Ökostrom in chemischen Energieträgern zu speichern.

Die notwendigen chemischen Prozessschritte haben nun die Partner Climeworks, Ineratec, Sunfire und KIT in einer kompakten Anlage zusammengeschlossen, den gekoppelten Betrieb erreicht und damit das Funktionsprinzip demonstriert. Die Technologiekombination verspricht die optimale Ausnutzung des eingesetzten Kohlendioxids und den größtmöglichen energetischen Wirkungsgrad, da die Stoff- und Energieströme intern recycelt werden. Die derzeitige Versuchsanlage kann rund zehn Liter Kraftstoff pro Tag produzieren. In der zweiten Phase des Kopernikus-Projektes P2X wird bald eine Anlage mit 200 Litern pro Tag entwickelt. Danach soll eine vorindustrielle Demonstrationsanlage im Megawattbereich, also mit rund 1 500 bis 2 000 Litern Produktionskapazität pro Tag, entstehen. Damit wäre es theoretisch möglich, Wirkungsgrade von rund 60 Prozent zu erreichen, also 60 Prozent des eingesetzten Ökostroms als chemische Energie im Kraftstoff zu speichern.

Vier Schritte zum Benzin
Im ersten Schritt gewinnt die Anlage Kohlendioxid aus der Umgebungsluft in einem zyklischen Prozess. Die Direct-Air-Capture-Technologie von Climeworks, eines Spin-offs der ETH Zürich, nutzt dazu ein speziell behandeltes Filtermaterial. Wie ein Schwamm nehmen die luftdurchströmten Filter Kohlendioxidmoleküle auf. Unter Vakuum und bei 95 Grad Celsius löst sich das anhaftende Kohlendioxid wieder von der Oberfläche und wird abgepumpt.

Im zweiten Schritt erfolgt die gleichzeitige elektrolytische Spaltung von Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf. Diese sogenannte Co-Elektrolyse des Technologieunternehmens Sunfire produziert in einem einzigen Prozessschritt Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid, ein Synthesegas, welches die Grundlage für vielfältige Verfahren in der chemischen Industrie ist. Die Co-Elektrolyse mit einem hohen Wirkungsgrad kann im industriellen Maßstab 80 Prozent des eingesetzten Ökostroms chemisch im Synthesegas binden.

Im dritten Schritt werden nach dem Fischer-Tropsch-Verfahren aus dem Synthesegas langkettige Kohlenwasserstoffmoleküle gebildet, die Rohprodukte für Kraftstoffe. Dazu liefert Ineratec, eine Ausgründung aus dem KIT, einen mikrostrukturierten Reaktor, der auf kleinstem Raum eine große Oberfläche bietet, um Prozesswärme sicher abzuleiten und für andere Prozessschritte zu nutzen. Der Prozess lässt sich auf diese Art leicht steuern, kann Lastwechsel gut verkraften und ist modular erweiterbar.

Der vierte Schritt optimiert schließlich die Qualität des Kraftstoffes und die Ausbeute. Diesen Teilprozess, das sogenannte Hydrocracken, hat das KIT in die Prozesskette integriert. Unter Wasserstoffatmosphäre spalten sich die langen Kohlenwasserstoffketten in Gegenwart eines Platin-Zeolith-Katalysators teilweise auf und verändern somit das Produktspektrum hin zu mehr verwendbaren Kraftstoffen wie Benzin, Kerosin und Diesel.

Besonders großes Potenzial bietet das Verfahren hinsichtlich seines modularen Charakters. Die Schwelle für eine Realisierung ist durch das geringe Skalierungsrisiko deutlich niedriger als bei einer zentralen, chemischen Großanlage. Das Verfahren kann dezentral installiert werden und ist somit dort einsetzbar, wo Solar-, Wind- oder Wasserkraft zur Verfügung stehen.

Kopernikus-Projekt „P2X“: Flexible Nutzung erneuerbarer Ressourcen
„Power-to-X“ bezeichnet Technologien, die Strom aus erneuerbaren Quellen in stoffliche Energiespeicher, Energieträger und energieintensive Chemieprodukte umwandeln. Damit können Erneuerbare Energien in Form von maßgeschneiderten Kraftstoffen für Kraftfahrzeuge oder in verbesserten Kunststoffen und Chemieprodukten mit hoher Wertschöpfung genutzt werden. Im Rahmen des Kopernikus-Programms der Bundesregierung wurde für dieses komplexe Themenfeld mit dem Projekt „Power-to-X“ (P2X) eine nationale Forschungsplattform aufgebaut. Insgesamt sind 18 Forschungseinrichtungen, 27 Industrieunternehmen sowie drei zivilgesellschaftliche Organisationen an P2X beteiligt. Innerhalb von zehn Jahren sollen neue technologische Entwicklungen bis zur industriellen Reife gebracht werden. In der ersten Förderphase stehen Forschungsarbeiten zur kompletten Wertschöpfungskette von elektrischer Energie bis zu stofflichen Energieträgern und Produkten im Fokus.

Tödlichste Infektionskrankeit im Griff ? Forschung machts möglich !

(BMBF) – Pretomanid, ein neuer Wirkstoff, der von der gemeinnützigen Organisation TB Alliance u. a. mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) entwickelt wurde, hat von der amerikanischen Arzneimittelbhörde FDA die Zulassung zur Behandlung von extrem resistenter Tuberkulose erhalten. „Dies ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die tödlichste Infektionskrankheit der Welt“, erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Weltweit erkranken jährlich mehr als zehn Millionen Menschen an Tuberkulose (TB) – etwa 1,4 Millionen Menschen sterben an den Folgen. Das ist mehr als an jeder anderen Infektionskrankheit. Das Problem wird noch verschärft, denn weltweit steigen die Infektionen mit Tuberkulose-Erregern, gegen die weder herkömmliche Antibiotika noch Reserve-Antibiotika helfen. Doch für Unternehmen gibt es kaum Anreize, Geld in Forschung und Entwicklung zu investieren. Denn der Markt ist nicht lukrativ: 98 Prozent der TB-Infektionen treffen Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Konsequenz: Bis zur Jahrtausendwende wurden weltweit fast keine neuen Tuberkulose-Medikamente entwickelt.

„Um das zu ändern, müssen wir sicherstellen, dass dringend benötigte Forschung stattfindet – gerade in Bereichen, die keine hohen wirtschaftlichen Profite versprechen. Deshalb unterstützt das BMBF die Forschung gegen armutsassoziierte und vernachlässigte Krankheiten“, betont Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Seit 2016 fördert das Bundesforschungsministerium die Arbeit der TB Alliance mit 20 Millionen Euro. Eine aktuelle Errungenschaft der TB Alliance ist die Entwicklung des neuen Wirkstoffes Pretomanid. Die Behandlung erfolgt, wie bei Tuberkulosebehandlung üblich, als Kombinationstherapie mit zwei weiteren Wirkstoffen, Bedaquilin und Linezolid – gemeinschaftlich bezeichnet als BPaL Therapie.

Die Wirksamkeit und Sicherheit dieser neuen Kombinationstherapie wurde in 19 klinischen Studien in 14 Ländern nachgewiesen und bestätigt. „Die FDA Zulassung ist ein Sieg für die Patienten, die an der extrem medikamentenresistenten Form der weltweit tödlichsten Infektionskrankheit leiden“, sag Mel Spiegelman, Präsident und CEO der TB Alliance. Die Heilungsrate steigt nach den Studienergebnissen von 35 Prozent auf über 90 Prozent; außerdem kann das bislang übliche bis zu acht Medikamente umfassende Therapie-Schema von über 18 Monaten Behandlungsdauer auf sechs Monate reduziert werden. Zudem kann die Kombinationstherapie erstmalig oral eingenommen werden, sodass Patienten vollständig auf Spritzen verzichten können.

Derzeit wird in weiteren Studien der Einsatz von Pretomanid in unterschiedlichen Kombinationstherapien zur Behandlung von weiteren Formen der Tuberkulose getestet. Damit ist jetzt die Möglichkeit einer einzelnen TB-Therapie in Sichtweite, mit der praktisch alle Patienten mit aktiver TB mit einer relativ einfachen und kostengünstigen Therapie behandelt werden können.

Hintergrund:
Seit 2011 beteiligt sich das BMBF an internationalen Initiativen zur Entwicklung von Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostika über Produktentwicklungspartnerschaften (engl. Product Development Partnerships), kurz PDPs. Das sind Non-Profit- Organisationen, die Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika für vernachlässigte Erkrankungen entwickeln. PDPs werden durch öffentliche und private wohltätige Geldgeber finanziert. In der gegenwärtigen zweiten Förderphase 2016-2022 fördert das Ministerium sechs PDPs mit insgesamt 64 Millionen Euro. Der Schwerpunkt der PDPs liegt auf vernachlässigten und armutsassoziierten Infektionskrankheiten sowie auf neuen bzw. wiederkehrenden Infektionskrankheiten mit besonderer Bedeutung für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

20.08.2019 Pantoffel-Portfolio und Girokonto

Liebe Freunde meiner Homepage,

meine Redaktionsgruppe, die ich gegründet habe und noch heute weiter mit der Sendung ‚Quarks‘ auch im Hörfunk sehr beliebt ist, wurde von mir so konzipiert, dass wir nicht nur wissenschaftliche und technische Informationen und ihre Hintergründe geboten haben, sondern auch mögliche Lösungen.
Aus diesem Grunde ist die Hobbythek entstanden, die das Ziel hatte, vor allen Dingen den Nutzen von Wissenschaft und Technik vorzustellen und damit auch einen Beitrag zu „Tipps für den Alltag“ zu bieten. Auch diese Homepage ist dieser Form von Lebenshilfe gewidmet, neben der objektiven Information über Entwicklungen in Wissenschaft und Technik.

Dass ich Ihnen diesmal auch einen Ratschlag aus der Finanzwelt präsentiere liegt daran, dass leider viele Bürger in der jetzigen Niedrigzinsphase nicht mehr wissen, wie sie – sofern verfügbar – Geld anlegen können. Die Banken und Sparkassen tendieren ja eher zu einem Negativ-Zins. Es ist leider Tatsache, dass etwa 70 % der Deutschen ihr Geld auf das normale Sparbuch einzahlen, das dem harterarbeiteten Geld keinerlei Zinsen bringt – im Gegenteil, durch die (allerdings noch geringe) Inflation entstehen enorme Verluste. Deshalb kann ich nur den Ratschlag der renommierten Stiftung Warentest unterstützen.

Ihr Jean Pütz

(Stiftung Warentest) – Wer mehr als Mickerzinsen haben möchte, findet mit dem „Pantoffel-Portfolio von Finanztest“ eine Anlageidee zum Nachbauen, die einfach, günstig und bequem ist. Trotz schwerer Krisen hätten Anleger in den vergangenen 30 Jahren mit dem Pantoffel-Portfolio bis zu 5,9 Prozent pro Jahr verdienen können. Sehr gut eignet sich die Pantoffel-Idee auch für Entnahmepläne. Mit dem neu entwickelten Puffer-Pantoffel schöpfen Anleger die Chancen des Aktienmarktes aus und sichern gleichzeitig Kurseinbrüche ab.

Das Pantoffel-Portfolio besteht aus zwei Teilen: einem Rendite- und einem Sicherheitsbaustein. Der Renditebaustein wird mit nur einem günstigen ETF (Exchange Traded Funds) bestückt, der einen breit streuenden Börsenindex wie beispielsweise den MSCI World abbildet. Der Sicherheitsbaustein enthält Tagesgeld. Je nach Risikotyp unterscheidet Finanztest drei Pantoffel-Arten: das defensive, das ausgewogene und das offensive Portfolio mit 25, 50 oder 75 Prozent Aktien-ETF und jeweils dem Rest in Zinsanlagen.

Die Pantoffel-Strategie sieht eine antizyklische Anpassung vor, nach der Anleger nur selten reagieren müssen und das Risiko im Griff haben. Für den Entnahmeplan hat Finanztest zudem die Puffer-Strategie entwickelt, bei der mögliche kommende Einbrüche am Aktienmarkt schon berücksichtigt sind. Das Ergebnis ist eine stabile Zusatzrente, die kaum fallen, aber wahrscheinlich steigen wird.

Der Test Pantoffel-Portfolio findet sich in der September-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest.

Pantoffel-Portfolio und Girokonto – Mit einem Vorwort von Jean Pütz

Liebe Freunde meiner Homepage,

meine Redaktionsgruppe, die ich gegründet habe und noch heute weiter mit der Sendung ‚Quarks‘ auch im Hörfunk sehr beliebt ist, wurde von mir so konzipiert, dass wir nicht nur wissenschaftliche und technische Informationen und ihre Hintergründe geboten haben, sondern auch mögliche Lösungen.
Aus diesem Grunde ist die Hobbythek entstanden, die das Ziel hatte, vor allen Dingen den Nutzen von Wissenschaft und Technik vorzustellen und damit auch einen Beitrag zu „Tipps für den Alltag“ zu bieten. Auch diese Homepage ist dieser Form von Lebenshilfe gewidmet, neben der objektiven Information über Entwicklungen in Wissenschaft und Technik.

Dass ich Ihnen diesmal auch einen Ratschlag aus der Finanzwelt präsentiere liegt daran, dass leider viele Bürger in der jetzigen Niedrigzinsphase nicht mehr wissen, wie sie – sofern verfügbar – Geld anlegen können. Die Banken und Sparkassen tendieren ja eher zu einem Negativ-Zins. Es ist leider Tatsache, dass etwa 70 % der Deutschen ihr Geld auf das normale Sparbuch einzahlen, das dem harterarbeiteten Geld keinerlei Zinsen bringt – im Gegenteil, durch die (allerdings noch geringe) Inflation entstehen enorme Verluste. Deshalb kann ich nur den Ratschlag der renommierten Stiftung Warentest unterstützen.

Ihr Jean Pütz

(Stiftung Warentest) – Wer mehr als Mickerzinsen haben möchte, findet mit dem „Pantoffel-Portfolio von Finanztest“ eine Anlageidee zum Nachbauen, die einfach, günstig und bequem ist. Trotz schwerer Krisen hätten Anleger in den vergangenen 30 Jahren mit dem Pantoffel-Portfolio bis zu 5,9 Prozent pro Jahr verdienen können. Sehr gut eignet sich die Pantoffel-Idee auch für Entnahmepläne. Mit dem neu entwickelten Puffer-Pantoffel schöpfen Anleger die Chancen des Aktienmarktes aus und sichern gleichzeitig Kurseinbrüche ab.

Das Pantoffel-Portfolio besteht aus zwei Teilen: einem Rendite- und einem Sicherheitsbaustein. Der Renditebaustein wird mit nur einem günstigen ETF (Exchange Traded Funds) bestückt, der einen breit streuenden Börsenindex wie beispielsweise den MSCI World abbildet. Der Sicherheitsbaustein enthält Tagesgeld. Je nach Risikotyp unterscheidet Finanztest drei Pantoffel-Arten: das defensive, das ausgewogene und das offensive Portfolio mit 25, 50 oder 75 Prozent Aktien-ETF und jeweils dem Rest in Zinsanlagen.

Die Pantoffel-Strategie sieht eine antizyklische Anpassung vor, nach der Anleger nur selten reagieren müssen und das Risiko im Griff haben. Für den Entnahmeplan hat Finanztest zudem die Puffer-Strategie entwickelt, bei der mögliche kommende Einbrüche am Aktienmarkt schon berücksichtigt sind. Das Ergebnis ist eine stabile Zusatzrente, die kaum fallen, aber wahrscheinlich steigen wird.

Der Test Pantoffel-Portfolio findet sich in der September-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest.

 

19.08.2019 Kraftstoffe aus Luft und Strom – kohlendioxidneutral ?

Sehr geehrter Herr Professor Dittmeyer !

Zunächst einmal ein großes Kompliment, dass sich die Wissenschaft diesem fundamental ökologischen Thema so engagiert widmet – und vor allen Dingen, dass das KIT wieder eine so bedeutende Rolle übernommen hat.

Dass im Jahr 2038 unser Strom ausschließlich aus regenerativen Quellen geliefert werden kann, ist für mich ein Schimäre. Das Fraunhofer Institut für Energiesysteme in Kassel behauptet das zwar, aber auf meine Rückfrage erfuhr ich in einer Videokonferenz, dass dies nur im europäischen Verbund möglich sei. Praktisch heißt das, weil die Franzosen auf keinen Fall auf ihre Kernenergie verzichten möchten und die Osteuropäer nicht auf ihren Kohlestrom, häufen sich da enorme Widersprüche an. Wenn die Sonne bei uns nicht scheint, dafür aber in Andalusien, möchte ich gerne wissen, wie hier ein unproblematischer Austausch innerhalb des Hochspannungsnetzes möglich ist.
Allein in der Nacht bestehen Tausende Terrawatt-Stunden-Lücken. Wo die – nehmen wir einmal an, es gäbe am Tag einen Überschuss, Solar- oder Windstrom – gespeichert werden können, ist mir als Physiker und Dipl. Ing. der Elektrotechnik im wahren Sinne des Wortes spanisch.
Pumpspeicherwerke und Wasserkraft reichen selbst unter Bezugnahme auf die Alpenländer bei weitem nicht aus. Die von Fantasten propagierte elektro-chemische Speicherung ist sowieso aus Kosten- und Gewichtsgründen illusorisch. Leider wird hier eine Mainstream-Ideologie gepflegt, die das Wunschdenken zur Realität erklärt. Das böse Erwachen scheint nicht fern zu sein, denn der Gau von stundenlangem Stromout, zeichnet sich selbst heute schon ab. In letzter Zeit – im vorigen Jahr – sind wir gerade einmal mehrfach daran vorbei geschrammt.

Insofern begrüße ich sehr Ihre Forschungen, habe dabei aber eine Frage:

Warum nimmt man für die Produktion von regenerativen Brennstoffen nicht den CO2-Abfall aus Braunkohle- oder Gaskraftwerken und verwandelt ihn unter Zuhilfenahme von Sonne und Wind als Wertstoff der Zukunft in speicherfähige Energie ?

Das hätte den Vorteil, dass einige größere den Frequenztakt vorgebende Kraftwerke die komplizierte nur durch künstliche Intelligenz realisierbare dezentrale Einspeisung sicher triggern könnten. Natürlich dann wieder reaktiviert werden können, wenn Strombedarf besteht.

Die Schwarmintelligenz der Deutschen gibt ja in gewisser Weise vor, man könnte Strompakete hin und her schieben wie eine Ware im In- und Export. Dem aber steht die Physik und der 2. Hauptsatz der Thermodynamik entgegen. Wenn auch nur sekundenweise der Strombedarf die Stromproduktion übersteigt, dann steht der Gau vor der Tür.

Also habe ich die große Befürchtung, dass wir immer mehr in diese Zwickmühle hineingeraten und es den Partei-Ideologen gelingt, auf Grund mangelndem physikalischen Grundwissen der Bevölkerung, Systeme zu verkaufen, die nicht zusammenfinden. Wissenschaftler, die da Zweifel anmelden werden ja gerne als Ewig-Gestrige apostrophiert. Das leider auch für das reine Batterie-Auto, was keinerlei ökologischen Nutzen in den nächsten 30 Jahren verspricht, aber unsere weltweit führende Automobilindustrie inkl. Maschinenbau dezimiert.

Ihre Studien können zumindest beweisen, dass die Abgabe von Kohlendioxid als Wertstoff recyclebar ist. Das ist zwar das kleinere Übel, aber hilft sowohl praktisch als auch sozialpolitisch darüber hinweg, dass wir in Deutschland nur 2 % am CO2-Ausstoß weltweit beteiligt sind. Gleichzeitig würde die Integration über die Wärmeverwertung in Verbrennungsmotoren und Kraftwerken den Wärmemarkt erfassen, der wesentlich stärker an der CO2-Produktion weltweit beteiligt ist, aber das wird bei uns unter den Tisch gekehrt. Dabei könnten durch bessere und weitsichtigere Wärme-Isolationen der Gebäude etwa doppelt so viel Energie eingespart werden wie durch Verteufelung der Mobilität, die man nur durch Verbote und soziale Revolution erreichen könnte, die bekanntlich immer ihre Kinder frisst.

Ihr Jean Pütz

PS: Am deutschen Wesen kann die Welt nicht genesen, aber wir können der Welt – insbesondere den Schwellenländern – Technologien zur Verfügung stellen, die ihnen den Klimawandel praktikabel macht. Diese Probleme können nur Wissenschaftler und Techniker durch Kreativität erreichen.

(KIT) – Die Sektoren Strom und Mobilität zu verbinden, kann einige Herausforderungen der Energiewende bewältigen: Ökostrom ließe sich langfristig speichern, Kraftstoffe mit hoher Energiedichte wären kohlendioxidneutral nutzbar. Wie Sektorenkopplung aussehen kann, haben Forschungspartner des Kopernikus-Projektes P2X nun auf dem Gelände des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gezeigt und die ersten Liter Kraftstoff aus Kohlendioxid, Wasser und Ökostrom produziert. Sie integrierten in einer containerbasierten Versuchsanlage erstmals alle vier benötigten chemischen Prozessschritte zu einem kontinuierlichen Verfahren mit maximaler Kohlendioxidausnutzung und besonders hoher Energieeffizienz.

„Wind und Sonne versorgen uns weltweit mit einer ausreichenden Menge an Energie, aber nicht immer zur richtigen Zeit“, beschreibt Professor Roland Dittmeyer vom KIT, Koordinator des Forschungsclusters „Kohlenwasserstoffe und langkettige Alkohole“ innerhalb des Kopernikus-Projektes Power-to-X (P2X), das Dilemma der Energiewende. „Zudem brauchen einige wichtige Verkehrssegmente wie Flug- oder Schwerlastverkehr auch langfristig Kraftstoffe, da diese eine hohe Energiedichte aufweisen.“ Daher liege es nahe, den bisher ungenutzten Ökostrom in chemischen Energieträgern zu speichern.

Die notwendigen chemischen Prozessschritte haben nun die Partner Climeworks, Ineratec, Sunfire und KIT in einer kompakten Anlage zusammengeschlossen, den gekoppelten Betrieb erreicht und damit das Funktionsprinzip demonstriert. Die Technologiekombination verspricht die optimale Ausnutzung des eingesetzten Kohlendioxids und den größtmöglichen energetischen Wirkungsgrad, da die Stoff- und Energieströme intern recycelt werden. Die derzeitige Versuchsanlage kann rund zehn Liter Kraftstoff pro Tag produzieren. In der zweiten Phase des Kopernikus-Projektes P2X wird bald eine Anlage mit 200 Litern pro Tag entwickelt. Danach soll eine vorindustrielle Demonstrationsanlage im Megawattbereich, also mit rund 1 500 bis 2 000 Litern Produktionskapazität pro Tag, entstehen. Damit wäre es theoretisch möglich, Wirkungsgrade von rund 60 Prozent zu erreichen, also 60 Prozent des eingesetzten Ökostroms als chemische Energie im Kraftstoff zu speichern.

Vier Schritte zum Benzin
Im ersten Schritt gewinnt die Anlage Kohlendioxid aus der Umgebungsluft in einem zyklischen Prozess. Die Direct-Air-Capture-Technologie von Climeworks, eines Spin-offs der ETH Zürich, nutzt dazu ein speziell behandeltes Filtermaterial. Wie ein Schwamm nehmen die luftdurchströmten Filter Kohlendioxidmoleküle auf. Unter Vakuum und bei 95 Grad Celsius löst sich das anhaftende Kohlendioxid wieder von der Oberfläche und wird abgepumpt.

Im zweiten Schritt erfolgt die gleichzeitige elektrolytische Spaltung von Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf. Diese sogenannte Co-Elektrolyse des Technologieunternehmens Sunfire produziert in einem einzigen Prozessschritt Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid, ein Synthesegas, welches die Grundlage für vielfältige Verfahren in der chemischen Industrie ist. Die Co-Elektrolyse mit einem hohen Wirkungsgrad kann im industriellen Maßstab 80 Prozent des eingesetzten Ökostroms chemisch im Synthesegas binden.

Im dritten Schritt werden nach dem Fischer-Tropsch-Verfahren aus dem Synthesegas langkettige Kohlenwasserstoffmoleküle gebildet, die Rohprodukte für Kraftstoffe. Dazu liefert Ineratec, eine Ausgründung aus dem KIT, einen mikrostrukturierten Reaktor, der auf kleinstem Raum eine große Oberfläche bietet, um Prozesswärme sicher abzuleiten und für andere Prozessschritte zu nutzen. Der Prozess lässt sich auf diese Art leicht steuern, kann Lastwechsel gut verkraften und ist modular erweiterbar.

Der vierte Schritt optimiert schließlich die Qualität des Kraftstoffes und die Ausbeute. Diesen Teilprozess, das sogenannte Hydrocracken, hat das KIT in die Prozesskette integriert. Unter Wasserstoffatmosphäre spalten sich die langen Kohlenwasserstoffketten in Gegenwart eines Platin-Zeolith-Katalysators teilweise auf und verändern somit das Produktspektrum hin zu mehr verwendbaren Kraftstoffen wie Benzin, Kerosin und Diesel.

Besonders großes Potenzial bietet das Verfahren hinsichtlich seines modularen Charakters. Die Schwelle für eine Realisierung ist durch das geringe Skalierungsrisiko deutlich niedriger als bei einer zentralen, chemischen Großanlage. Das Verfahren kann dezentral installiert werden und ist somit dort einsetzbar, wo Solar-, Wind- oder Wasserkraft zur Verfügung stehen.

Kopernikus-Projekt „P2X“: Flexible Nutzung erneuerbarer Ressourcen
„Power-to-X“ bezeichnet Technologien, die Strom aus erneuerbaren Quellen in stoffliche Energiespeicher, Energieträger und energieintensive Chemieprodukte umwandeln. Damit können Erneuerbare Energien in Form von maßgeschneiderten Kraftstoffen für Kraftfahrzeuge oder in verbesserten Kunststoffen und Chemieprodukten mit hoher Wertschöpfung genutzt werden. Im Rahmen des Kopernikus-Programms der Bundesregierung wurde für dieses komplexe Themenfeld mit dem Projekt „Power-to-X“ (P2X) eine nationale Forschungsplattform aufgebaut. Insgesamt sind 18 Forschungseinrichtungen, 27 Industrieunternehmen sowie drei zivilgesellschaftliche Organisationen an P2X beteiligt. Innerhalb von zehn Jahren sollen neue technologische Entwicklungen bis zur industriellen Reife gebracht werden. In der ersten Förderphase stehen Forschungsarbeiten zur kompletten Wertschöpfungskette von elektrischer Energie bis zu stofflichen Energieträgern und Produkten im Fokus.

14.08.2019 Greta Thunberg als Göttin einer Ersatzreligion ?

Dem Mainstream ist kaum auszuweichen, aber man kann das doch auch mal mit Fakten hinterfragen. Besonders den Jugendlichen von ‚Friday for Future‘ wird hier mit einer nicht ganz ernstzunehmenden Satire der Spiegel vorgehalten.
Wer jetzt behauptet, ich hätte Mut, der versteht unsere Demokratie nicht. Einen Shitstorm muss man ertragen.

Übrigens, um allem vorzugreifen: Ich bin ein liberaler Linker aus Überzeugung.

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Folge 33. Mit Vernunft in die Zukunft, oder ?