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Comenius-Siegel für aid-Computerspiel

Kasimir – Garten, Zwerge & Co. erhält Auszeichnung
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(aid) – Die Gesellschaft für Pädagogik und Information e. V. (GPI), wissenschaftliche Fachgesellschaft für Multimedia, Bildungstechnologie und Mediendidaktik, hat am 20. Juni 2008 zum dreizehnten Mal die begehrten Comenius-EduMedia-Auszeichnungen für Bildungsmedien verliehen. Einer der Preisträger ist das aid-Computerlernspiel "Garten, Zwerge & Co.".
Mit der Verleihung der Comenius-Auszeichnungen fördert die GPI pädagogisch, inhaltlich und gestalterisch herausragende Bildungsmedien aus allen Ländern Europas. Die Comenius-Siegel gelten als die bedeutendsten deutschen und europäischen Auszeichnungen für didaktische Multimediaprodukte. Außer mit der Comenius-Auszeichnung wurde "Garten, Zwerge & Co." bereits mit einer Giga-Maus und dem Serious-Games-Award prämiert, sowie für den TOMMI 2007 nominiert.
In dieser Gartensimulation können Kinder ihren eigenen Garten pflegen. Zusammen mit dem Hasen Kasimir und Gartenzwerg Kalle lernen sie spielerisch alle wichtigen Pflanzen, Tiere und Werkzeuge kennen. Tolle Bastelanleitungen und Rezepte werden in einem Bastelbuch gesammelt. Außerdem können Spiele entdeckt und E-Mail-Postkarten mit hübschen Gartenmotiven verschickt werden.
aid, Anne Staeves

Weitere Informationen sowie eine Demoversion zum aid-Computerlernspiel "Abenteuer mit Kasimir – Garten, Zwerge & Co.", Bestell-Nr. 61-4153, Preis: 19,95 EUR, gibt es unter www.aid-medienshop.de.

Lichblick in der Fusionsforschung

Extrem hitzebeständiges Material (modifiziertes Wolfram) – Lichblick in der Fusionsforschung
Für stark belastete Partien des Gefäßes, das ein heißes Fusionsplasma umgibt, ist Wolfram – das Metall mit dem höchsten Schmelzpunkt – besonders geeignet. Nachteilig ist jedoch die hohe Sprödigkeit des Materials, das bei Belastung brüchig und schadensanfällig wird. Im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching wurde nun ein neuartiger, widerstandsfähiger Verbundwerkstoff entwickelt: wolframfaserverstärktes Wolfram. Er besteht aus homogenem Wolfram, in das beschichtete Wolframdrähte eingebettet sind. Eine Machbarkeitsstudie zeigt jetzt die prinzipielle Eignung des neuen Verbundmaterials.

Ziel der Arbeiten im IPP ist die Entwicklung eines Kraftwerks, das – ähnlich wie die Sonne – Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen gewinnt. Brennstoff ist ein dünnes Wasserstoff-Plasma. Zum Zünden des Fusionsfeuers muss das Plasma in Magnetfeldern eingeschlossen und auf hohe Temperatur aufgeheizt werden. Im Zentrum werden über 100 Millionen Grad erreicht. Für Bauteile, die direkt mit dem heißen Plasma in Kontakt kommen, ist das Metall Wolfram ein vielversprechendes Material. Dies haben umfangreiche Untersuchungen im IPP gezeigt (siehe Presseinfo 3/2010). Ein bisher ungelöstes Problem allerdings ist die Versprödung des Materials: Unter Kraftwerksbedingungen verliert Wolfram seine Zähigkeit. Einer punktuellen Belastung – Zug, Dehnung oder Druck – kann es nicht durch leichtes Nachgeben ausweichen. Stattdessen bilden sich Risse: Die Bauteile reagieren deshalb sehr empfindlich auf eine lokale Überlast.

Im IPP suchte man deshalb nach Strukturen, die eine lokal auftretende Spannung verteilen können. Vorbild waren faserverstärkte Keramiken: Zum Beispiel wird das spröde Siliziumcarbid nach Verstärken mit Fasern aus Siliziumcarbid fünfmal zäher als zuvor. Nach einigen Vorstudien sollte der IPP-Wissenschaftler Johann Riesch untersuchen, ob ähnliches auch bei dem Metall Wolfram funktionieren kann.

Im ersten Schritt war das neuartige Material herzustellen. Eine Grundmasse aus Wolfram musste mit beschichteten Langfasern aus haardünn gezogenem Wolframdraht verstärkt werden. Die Drähte – eigentlich gedacht als Leuchtfaden für Glühbirnen – lieferte die Osram GmbH. Für ihre Beschichtung wurde im IPP mit unterschiedlichen Materialien experimentiert, darunter Erbium-Oxid. Komplett ummantelt, wurden die Wolframfasern dann dicht nebeneinander gepackt, entweder parallel oder miteinander verwebt. Um schließlich die Drahtzwischenräume mit Wolfram auszufüllen, entwickelten Johann Riesch und seine Mitarbeiter zusammen mit dem englischen Industriepartner Archer Technicoat Ltd. ein neues Verfahren. Während Wolfram-Werkstücke üblicherweise aus Metallpulver bei hoher Temperatur und hohem Druck zusammengepresst werden, wurde für das Verbundmaterial eine sanftere Methode gefunden: Über einen chemischen Prozess wird das Wolfram bei moderaten Temperaturen aus einer gasförmigen Verbindung auf den Drähten abgeschieden. Damit war es erstmals gelungen, wolframfaserverstärktes Wolfram herzustellen – mit dem gewünschten Ergebnis: Die Bruchzähigkeit des neuen Verbundmaterials hatte sich bereits in den ersten Versuchen im Vergleich zu faserlosem Wolfram verdreifacht.

Im zweiten Schritt wurde untersucht, wie dies funktioniert: Als entscheidend erwies sich, dass die Fasern einen Riss in der Grundmasse überbrücken und die lokal einwirkende Energie im Material verteilen können. Dazu müssen die Grenzflächen zwischen Faser und Wolfram-Grundmasse einerseits schwach genug sein, um bei Rissbildung nachzugeben, und anderseits stark genug, um die Kraft zwischen Faser und Grundmasse übertragen zu können. In Biegeversuchen lies sich dies per Röntgen-Mikrotomographie direkt beobachten. Die prinzipielle Funktionsweise des Werkstoffs war damit gezeigt.

Maßgebend für seine Brauchbarkeit ist jedoch, dass die gesteigerte Zähigkeit beim Einsatz erhalten bleibt. Um dies zu prüfen, untersuchte Johann Riesch Proben, die zuvor durch Wärmebehandlung versprödet worden waren. Durchleuchtet von Synchrotronstrahlung oder unter dem Elektronenmikroskop bestätigten sich beim Ziehen und Biegen der Proben auch in diesem Fall die verbesserten Materialeigenschaften: Wenn die Wolfram-Grundmasse unter Belastung versagt, können die Fasern den entstehenden Riss überbrücken und damit aufhalten.

Die Grundlagen für Verständnis und Herstellung des neuartigen Werkstoffs sind damit gelegt. Nun will man Proben unter verbesserten Prozessbedingungen und mit optimierten Grenzflächen produzieren – die Voraussetzung für die Fertigung in größerem Maßstab. Auch außerhalb der Fusionsforschung könnte das neue Material auf Interesse stoßen.      

Mobilfunkstandards 4G und 5G bieten kaum Schutz

Mobilfunkstandards 4G und 5G bieten kaum Schutz

Nicht zu schließende Sicherheitslücken gefunden – Alle Geräte betroffen

David Rupprecht, Thorsten Holz (Mitte) und Katharina Kohls (Foto: RUB, Marquard)
David Rupprecht, Thorsten Holz (Mitte) und Katharina Kohls (Foto: RUB, Marquard)

Bochum (pte021/28.06.2018/10:18) –

Über Sicherheitslücken im Mobilfunkstandard LTE können Angreifer
herausfinden, welche Internetseite ein bestimmter Nutzer besucht und ihn
sogar auf eine gefälschte Webseite umleiten. Das haben IT-Experten vom
Horst-Görtz-Institut der Ruhr-Universität Bochum (RUB) http://ruhr-uni-bochum.de herausgefunden. Betroffen sind alle Geräte, die LTE, auch 4G genannt,
verwenden. Schließen lassen sich die gefundenen Lücken nicht; sie sind
sogar noch im kommenden Mobilfunkstandard 5G enthalten, der derzeit
zertifiziert wird.

Integrität nicht überprüft

Ganz aussichtslos in Sachen IT-Sicherheit ist die Lage
laut den Forschern aber nicht. So lässt sich das Problem von anderen
Mechanismen in Browsern oder Apps eindämmen. Das Grundproblem:
Nutzerdaten, die über LTE übertragen werden, werden zwar verschlüsselt,
aber nicht auf ihre Integrität überprüft. "Ein Angreifer kann den
verschlüsselten Datenstrom verändern und dafür sorgen, dass die
Nachrichten auf einen eigenen Server umgeleitet werden, ohne dass das
dem Nutzer auffällt", erklärt IT-Fachmann David Rupprecht.

Grundvoraussetzung für einen gezielten Angriff: Der
Angreifer muss sich in der Nähe des Opfer-Handys befinden. Mit einem
speziellen Equipment schaltet er sich dann in die Kommunikation zwischen
Handy und Mobilfunkmast ein, verändert die Nachrichten und leitet den
Nutzer so auf eine falsche Webseite um. Auf dieser Webseite kann der
Angreifer dann beliebige Aktionen durchführen, zum Beispiel eingegebene
Passwörter gezielt abgreifen.

Nur HTTPS schafft Abhilfe

"Webseiten oder Apps, die das Sicherheitsprotokoll
HTTPS in der richtigen Konfiguration verwenden, bieten jedoch einen
zuverlässigen Schutz gegen eine Umleitung", beruhigt Rupprecht. Sie
würden eine Warnung ausgeben, wenn ein Nutzer auf eine falsche Seite
umgeleitet werden soll. Nicht verhindern lässt sich aber, dass ein
Angreifer Aktivitäten auf dem Handy überwacht und damit etwa erfährt,
wer der Nutzer ist und welche Webseiten er aufruft.

Trotzdem bleibt Unbehagen: Die Bochumer haben gezeigt,
dass sie auch nur anhand des Traffic Pattern – der Menge von
Nutzerdaten, die ein Handy in einem bestimmten Zeitraum sendet, –
zurückschließen konnten, welche Webseite der Nutzer aufgerufen hatte.
Dafür muss sich der Angreifer nicht aktiv zwischen die Kommunikation von
Handy und Mobilfunkmast schalten, sondern es reicht aus, passiv
Metadaten der Verbindung mitzuschneiden.

Erschreckend einfach ist ein Angriff: Es reicht eine
frei im Handel erwerbliche Ausrüstung im Wert von rund 4.000 Euro. Die
Forscher nutzten einen PC und zwei sogenannte Software Defined Radios,
die das Senden und Empfangen von LTE-Signalen ermöglichen. Eines der
Geräte gibt sich beim Opfer-Handy als Mobilfunknetz aus, das andere gibt
sich beim echten Mobilfunknetz als Handy aus. So kann das System
bestimmte Daten gezielt verändern, während es den Großteil der Daten
unverändert weiterleitet. Je nach Equipment kann der Angreifer einige
hundert Meter vom Opfer-Handy entfernt sein, um die Attacke
durchzuführen.

Schutz ist Telkos zu teuer

"Aus den LTE-Dokumentationen ist ersichtlich, dass
bewusst auf einen Integritätsschutz verzichtet wurde, der die Angriffe
verhindern würde", ergänzt Rupprechts Kollege Thorsten Holz. Der Grund:
Für die Sicherheitsmaßnahme müssten an alle Nutzerdaten zusätzliche vier
Byte angehängt werden. "Die Datenübertragung ist für die Netzbetreiber
teuer und der Integritätsschutz wurde für verzichtbar gehalten", weiß
Holz. Aber auch im Mobilfunkstandard 5G ist der Integritätsschutz
derzeit nicht generell vorgesehen. Geräte müssten vom Hersteller richtig
konfiguriert werden, damit der Schutz greift. Link zum Paper: http://alter-attack.net

„Harakiri“-Chip zerstört sich auf Befehl selbst

"Harakiri"-Chip zerstört sich auf Befehl selbst

Hartglas-Explosion soll Zugang zu sensiblen Daten verhindern

Chip: Datensicherheit durch Selbstzerstörung (Foto: flickr.com/Yuri Samoilov)
Chip: Datensicherheit durch Selbstzerstörung (Foto: flickr.com/Yuri Samoilov)

Palo Alto (pte012/07.10.2015/11:30) –

Forscher des Xerox Palo Alto Research Center (PARC) http://www.parc.com haben einen neuartigen Computerchip präsentiert, der sich auf Befehl
binnen weniger Sekunden selbst zerstört. Ziel der "Harakiri"-Strategie
ist es, Unbefugten gänzlich die Möglichkeit zu nehmen, sich Zugang zu
besonders sensiblen Daten zu verschaffen. Der im Rahmen eines Projekts
des Pentagon-Forschungsarms DARPA http://www.darpa.mil entwickelte Chip realisiert seine Zerstörung mithilfe eines speziellen
Hartglases, das bei Erhitzung explodiert und in tausende kleine Stücke
zerfällt.

Sicherer als andere Methoden

"Sie können Ihr Handy in kochendes Wasser oder auf den
Boden werfen oder versuchen, seinen Speicher zu löschen, indem Sie eine
starke Stromladung hindurch schicken", zitiert "LiveScience" den
Materialforscher und PARC-Manager Gregory Whiting. All diese "low
tech"-Möglichkeiten, sensible Daten schnell zu löschen, hätten aber ein
Problem: Sie können nicht aus der Ferne ausgeführt werden. "Außerdem ist
es etwa auch mit den meisten dieser Methoden schwierig sicherzustellen,
dass wirklich alle Informationen von einem elektronischen Gerät
gelöscht werden", ergänzt Whiting. Oft würden schon wenige Bits
ausreichen, um einen Speicher wiederherzustellen.

Mit dem neuen Ansatz sei es nun gelungen, gleich beide
Probleme auf einmal zu lösen. "Unser Chip lässt sich ganz leicht aus der
Ferne steuern. Um die Selbstzerstörung einzuleiten, kann so gut wie
alles von WLAN-Signalen bis hin zu Radiowellen verwendet werden",
erklärt der Wissenschaftler. Dabei sei auch die Sicherheit wesentlich
höher. "Das Hartglas, das wir einsetzen, zersplittert auf Kommando in so
kleine Teile, das nicht nur die Daten gelöscht werden, sondern auch die
einzelnen Bits neu angeordnet oder überhaupt völlig zerstört werden. Um
diese Daten wiederherzustellen, müsste man alle diese winzigen
Stückchen wieder in die ursprüngliche Ordnung bringen", so Whiting.

Hitzeschock lässt Glas zerbersten

Interessant ist, dass sich dem Experten zufolge jeder
handelsübliche Computerchip in ein derartiges "Harakiri"-Bauteil
verwandeln lässt. Hierfür wird einfach die Siliziumscheibe direkt auf
dem Hartglas angebracht. Dieses oft auch als Sicherheitsglas bezeichnete
Material ist besonders widerstandsfähig und wird deshalb etwa auch bei
Smartphones verbaut. "Wenn man ein Stück davon abbricht, zerspringt es
explosionsartig in viele winzige Teile", erklärt der PARC-Experte.

Genau das machen sich die Wissenschaftler zunutze. Sie
setzen die Methode des sogenannten "Ionenaustausches" ein, um das Glas
an einer bestimmten Stelle gezielt zu erhitzen. "Das erzeugt eine enorme
Spannung im Material. Aufgrund des Hitzeschocks bildet sich eine
Fraktur, die immer größer wird und letztlich das Glas zerbersten lässt",
erläutert Whiting die Vorgehensweise.

Auch ohne Kreuzband-OP zurück aufs Feld

fzm – Wenn Berufsfußballer, Skifahrer oder andere hochaktive junge Sportler sich einen Riss des vorderen Kreuzbandes zuziehen, mündet dies fast zwangsläufig in einer Operation. Zu groß, so die Argumentation von Medizinern hierzulande, sei die Gefahr, dass sich in dem destabilisierten Gelenk eine Arthrose entwickle. „An einem hieb- und stichfesten Beweis dafür, dass eine Operation der konservativen Behandlung überlegen ist, mangelt es jedoch“, stellen Frank Diemer und Volker Sutor in der Fachzeitschrift „physiopraxis“ fest (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2012).  

Die beiden Physiotherapeuten verweisen auf ein ganzes Bündel von Studien aus den letzten Jahren, die zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen gekommen sind: Während einige einen klaren Vorteil für das operative Vorgehen sehen, kommen andere zu dem Schluss, dass konservativ versorgte Sportler sogar schneller aufs Spielfeld zurückkehren. Übersichtsarbeiten, die die Ergebnisse vieler Studien zusammenfassen, unterstreichen die Patt-Situation auch hinsichtlich der befürchteten Kniegelenksdegeneration. Auch hier ließ sich kein Unterschied zwischen OP und Nicht-OP feststellen.

Während in Deutschland und den USA sehr rasch eine Operationsempfehlung ausgesprochen wird, liegen die OP-Zahlen in anderen Ländern deutlich niedriger. „In Schweden etwa stehen die beiden Möglichkeiten der operativen oder der konservativen Versorgung zunächst einmal gleichberechtigt gegenüber“, berichten Frank Diemer und Volker Sutor. In ihrem Beitrag geben sie einen detaillierten Überblick über das dort angewandte Modell, bei dem in einem mehrstufigen Verfahren pro oder contra Operation entschieden wird.

Der erste Schritt besteht darin, andere relevante Verletzungen des betroffenen Kniegelenks auszuschließen. Liegt tatsächlich ein isolierter Riss des vorderen Kreuzbandes vor, werden schwedische Sportler zunächst einmal für drei bis sechs Monate konservativ therapiert. Diese Phase stellt einen Behandlungsversuch dar, bei dem passive Maßnahmen wie Physikalische und Manuelle Therapie von aktiver Trainingstherapie begleitet werden.

Nach dieser Phase sollte das Kniegelenk reizfrei sein und sein volles Bewegungsausmaß zurückerlangt haben; der Patient sollte auf dem betroffenen Bein zehn Sprünge auf der Stelle ausführen können; und der Streckmuskel des Kniegelenks sollte 70 Prozent des Maximalkraftwerts der gesunden Seite erreicht haben. „Sind diese Ziele erreicht, dann absolviert der Sportler noch einige weitere subjektive und objektive Funktionstests“, erläutern Diemer und Sutor weiter. Fallen auch diese zufriedenstellend aus, dann zählen die Betroffenen offensichtlich zu den so genannten „Copern“, die trotz ihrer Verletzung ihr altes Leistungsniveau erreichen; sie werden daher konservativ versorgt, auf eine Operation kann verzichtet werden.

Eine weitere Gruppe sind die so genannten Adapter, die zwar die oben genannten Kriterien nach der ersten Therapiephase erfüllen, jedoch im weiteren Verlauf nicht an ihre alten Leistungen anschließen können. Wenn ihnen dieses Leistungsniveau ausreicht – was bei Hobbysportlern oft der Fall ist – werden auch sie eher konservativ versorgt.

Lediglich die „Non-Coper“, deren Kniegelenk nicht zügig zur alten Form zurückfindet und die sich damit nicht abfinden wollen, werden letztlich operiert. „Dieses Vorgehen kann in manchen Fällen natürlich einen Zeitverlust gegenüber einer sofortigen Operation bedeuten“, sagen Diemer und Sutor. Auf der anderen Seite kehrten aber auch viele nicht-operierte „Coper“ schneller in den Leistungssport zurück als dies nach einer OP möglich wäre. Die beiden Physiotherapeuten schließen sich einem Fazit der Cochrane-Collaboration an, das besagt, dass zu diesem Thema noch weitere, gut designte Studien notwendig sind. Bereits jetzt aber lohne es sich, die Entscheidung für oder gegen eine Operation gut zu überdenken.      

Kosten für KKW’s weit unterschätzt

Britische Studie spricht von dreimal so hohen Realkosten

London (pte/30.06.2005/11:11) – Um den Faktor drei werden die
tatsächlichen Kosten für die Atomkraftwerke unterschätzt. Zu diesem
Schluss kommt die Expertengruppe New Economics Foundation (NEF)
http://www.neweconomics.org. Die derzeitig berechneten Kosten reichen
nicht aus, um neue Technologien zu erforschen. Die NIF sieht
langfristig nur Chancen in erneuerbaren Energien wie Wind und
Photovoltaik, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk .

Erwartungsgemäß reagierte die Nuclear Industry Association NIA
http://www.niauk.org negativ. "Der Bericht ist völlig aus der Luft
gegriffen", so Simon James von der NIA. Nach Angaben der British Energy
and Nuclear Fuels kostet die Kilowattstunde Atomstrom zwischen drei und
vier Cent. Nach den Berechnungen der NEF sind diese Zahlen allerdings
weit untertrieben, sie errechneten Kosten zwischen fünf und 12 Cent pro
Kilowattstunde. Die NEF-Autoren kritisieren, dass die Betreiber die
Herstellungskosten am unteren Ende ansetzen, weil sie die Risiken des
Betriebs nicht mit einkalkulieren.

In anderen Worten ausgedrückt bedeutet dies, dass die unteren
Kostengrenzen vorhersehbar sind, allerdings die oberen Limits im Falle
einer Störung ins Unermessliche steigen. Diese Risikofaktoren finden in
der Berechnung der tatsächlichen Herstellungskosten keinen
Niederschlag, meinen die NEF-Studienautoren. Als Beispiel führen sie
das AKW Mirage und Oasis an, dessen Bau insgesamt 23 statt der
ursprünglich geplanten fünf Jahre gedauert hat. Damit explodierten die
Baukosten um 400 Prozent. Die AKW-Befürworter vergessen allzu häufig
auf die Kalkulation dieser "versteckten Kosten" ebenso wie auf das
Risiko eines Terroranschlags. Atomkraft sei jedenfalls keine Antwort
auf die Verminderung der Treibhausgase.

NEF-Policy Direktor Andrew Simmons sieht in den AKW-Befürwortern eine
Garde von Gegnern erneuerbarer Energiesysteme. Die Royal Academy of
Engineers RAE http://www.raeng.org.uk hat dem NEF-Bericht allerdings
insofern widersprochen als dieser von einem "Worst-Case-Szenario"
ausgeht.

Scanner erfasst Fingerabdruck aus der Ferne

Sechs Meter Reichweite erleichtert Zugangskontrollen
 
Fingerkuppe: Scanner nimmt Abdruck aus sechs Metern (Foto: sxc.hu/eljefe79)

Huntsville (pte011/25.06.2012/13:15) – Das Unternehmen IDair http://IDairco.com arbeitet an einem Scanner für Fingerabdrücke, der das Muster der Fingerkuppen aus bis zu sechs Metern ablesen können soll. Dies soll eine schnellere und reibungslosere Abwicklung von Zugangskontrollen ermöglichen. Die Verwendung von Fototechnik vermeidet dabei Probleme, wie etwa das Verschmutzen von Sensoroberflächen und in Folge ungenaue Auslese-Ergebnisse.

Auswertung nach Satellitenart

Der Automat nimmt dabei die Hände der Personen mit einer hochauflösenden Kamera auf, sobald diese in "Wink-Position" gehalten wird. Der Bereich der Zeigefingerkuppe wird daraufhin vergrößert, geschärft und mithilfe eines Pattern-Recognition-Algorithmus analysiert, berichtet Phys.org.

Das System arbeitet dabei ähnlich wie Satelliten beim Auswerten von Bodenaufnahmen, so IDair. Dies soll ausreichend Daten für einen sicheren Abgleich mit einer Fingerabdruckdatenbank liefern. Die Firma zielt auf die Verwendung drahtloser, biometrischer Technologie im kommerziellen Bereich. Mutterfirma "Advanced Optical Systems" bedient mit umfangreicheren Systemen staatliche Einrichtungen.

Testlauf in Fitnesscentern

Ein Exemplar der neuen Scanner befindet sich mittlerweile im Betatest. Das unter 2.000 Dollar (rund 1.600 Euro) kostende Basis-Gerät wird von einer 24-Stunden-Fitnesscenter-Kette eingesetzt. Diese möchte damit der Weitergabe von Zutrittskarten unter Freunden und Bekannten den Kampf ansagen.

Bei IDair denkt man derweil bereits an die Erweiterung des Scanners, der aktuell pro Person nur einen Fingerabdruck auslesen kann. Für zusätzliche Sicherheit könnte zukünftig die Erfassung anderer, biometrischer Merkmale sorgen. Angedacht sind zusätzliche Sensoren für Face Recognition und Iris-Erkennung.

Krebsentstehung durch Helicobacter offenbar entschlüsselt

Magenkrebs: Bakterien nutzen Protease als Waffe

Schutzschicht gegen Säure wird durchbrochen – Ansatz für Behandlung

Magen im Zentrum: Forscher verstehen Krebs (Foto: pixelio.de, Sigrid Rossmann)
Magen im Zentrum: Forscher verstehen Krebs (Foto: pixelio.de, Sigrid Rossmann)

Erlangen/Nürnberg (pte017/12.10.2017/12:30) –

Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) http://fau.de haben entdeckt, dass Helicobacter-pylori-Bakterien ein sekretiertes
Enzym, die Protease HtrA, quasi als Waffe verwenden, um die
Schutzschicht des Magens zu durchbrechen und Krebs auslösen. HtrA
zerschneidet die drei Proteine Occludin, Claudin-8 sowie E-Cadherin und
erzeugt einen Durchbruch in die Schicht aus Epithelzellen, die den
Menschen vor der Magensäure schützt.

"Molekulare Spritze"

Laut den bayerischen Wissenschaftlern gelangen die
Helicobacter-pylori-Bakterien auf diese Art und Weise in tiefere,
normalerweise keimfreie Gewebeschichten und richten weiteren Schaden an.
Damit beginnt die Entstehung von Magenkrebs. Hierauf folgt jedoch ein
noch viel gefährlicherer Schritt. Ein nadelartiger Fortsatz, das
sogenannte Typ-IV-Sekretionssystem, wird anschließend aktiviert und
funktioniert hierbei ähnlich einer "molekularen Spritze".

Diese Spritze injiziert über einen rezeptorabhängigen
Mechanismus einen bakteriellen Giftstoff, das sogenannte CagA-Protein,
an der Unterseite der Wirtszellen. Das eingeschleuste CagA wiederum
programmiert die Wirtszelle so um, dass Krebs entstehen kann. Darüber
hinaus beeinflusst das Protein das menschliche Immunsystem und die
Entzündung, so dass die Bakterien nicht erkannt und dadurch auch nicht
eliminiert werden. Helicobacter pylori überlebt.

Hemmstoffe getestet

Die Fachleute hoffen, dass die aktuellen Befunde neue
Ansatzpunkte für eine anti-bakterielle Therapie aufzeigen, da HtrA und
CagA sich hervorragend als neue Wirkstoffziele eignen. Die Arbeitsgruppe
hat inzwischen bereits damit begonnen, spezifische Hemmstoffe gegen
HtrA zu testen. "Wir hoffen, dass entsprechende Wirkstoffe eine
Infektion entweder komplett verhindern oder die CagA-Injektion
unterbinden", so FAU-Forscherin Nicole Tegtmeyer abschließend.

Ehestress lässt Frauen früher sterben

Verheiratete Männer sind dicker und ungesünder als Singles


Orlando (pte, 04. Mär 2005 07:35) – Verheiratete Frauen, die einem Streit mit ihrem Ehemann aus dem Weg gehen, haben ein vier Mal höheres Risiko an Herzerkrankungen und Schlaganfall zu sterben als unverheiratete Frauen. Auch Männer sterben doppelt so oft früher, wenn sie mit einer emotional unausgeglichenen Frau verheiratet sind. Zu diesem Ergebnis kommt ein US-amerikanisches Forscherteam der Boston University http://www.bu.edu unter der Leitung von Elaine Eaker, berichtet der amerikanische Branchendienst Science Daily http://www.sciencedaily.com . Es ist die erste Studie, die sich mit den Auswirkungen der Ehe auf das Auftreten und die Entwicklung von Herzkrankheiten und Sterblichkeit beschäftigt.


Das Forscherteam griff bei der Untersuchung auf das Datenmaterial der Framingham Offspring Studie zurück, einer 1948 ins Leben gerufenen Langzeit-Gesellschaftsstudie des National Heart, Lung and Blood Institutes http://www.nhlbi.nih.gov/ . Die Forscher analysierten ein Sample von 1.493 Männern und 1.501 Frauen, die verheiratet waren oder in einem eheähnlichen Beziehungsverhältnis lebten und verfolgten den Gesundheitszustand der Teilnehmer über eine Dauer von zehn Jahren.


Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Ehemänner mit einer doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit früher sterben wie unverheiratete Männer. „Verheiratete Männer sind zwar oft Nichtraucher, dennoch sind sie tendenziell dicker, haben schlechtere Blutwerte und höhere Cholesterinwerte als Singlemänner“, erklärte Eaker. Männer, deren Ehefrauen verärgert und gestresst aus der Arbeit zurückkehrten, hatten ein zweifach höheres Risiko an Herzerkrankungen zu sterben als unverheiratete Männer. Frauen, die in einer angespannten ehelichen Situation ihre Gefühle für sich behielten, hatten gegenüber extrovertierten und emotionalen Frauen ein vierfach höheres Risiko zu sterben.


Die Forscher glauben, dass die Ergebnisse der Studie eine vermehrte Miteinbeziehung psychosozialer Faktoren in die medizinische Behandlungspraxis zur Folge haben wird. „Die Ergebnisse sind einzigartig. Wir haben Charakteristika der Ehe herausgefunden, die einen Einfluss auf die Gesundheit und die Lebensdauer der Ehepartner haben“, erklärte Eaker. In Zukunft sollen den Krankenberichten und Patientenblättern auch psychosoziale Screening-Fragen angefügt werden, empfehlen die Experten.

Jeder Deutsche trinkt rund 27 Liter Tee im Jahr

Lifestyle-Getränk für Alt und Jung
Jeder Deutsche trinkt rund 27 Liter Tee im Jahr
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(aid) – Tee ist ein beliebtes Getränk und Genussmittel. Im Jahr 2012 hat jeder Deutsche rund 27 Liter Schwarzen und Grünen Tee getrunken, informiert der Deutsche Teeverband in Hamburg. Der Konsum ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zwei Prozent auf 18.960 Tonnen gestiegen, davon 76,5 Prozent Schwarztee und 23,5 Prozent Grüntee. Die Teetrinker-"Nation" Nummer 1 ist nach wie vor Ostfriesland mit einem Verbrauch von 300 Litern pro Kopf und Jahr.

Tee entwickelt sich zu einem Lifestyle-Getränk für alle Generationen. Immer mehr junge Menschen, vor allem Frauen, schätzen das Genussmittel. Knapp die Hälfte der Teetrinker ist inzwischen unter 50 Jahre alt. Tee wird vor allem im Lebensmitteleinzelhandel und in Discountern (54 Prozent) eingekauft, während Teefachgeschäfte nur einen Anteil von knapp 19 Prozent haben. Rund 60 Prozent des Tees konsumieren die Verbraucher als lose Ware und 40 Prozent in Teebeuteln.

Ein Großteil der Teeimporte wird in der Hafenstadt Hamburg abgewickelt. Insgesamt hat Deutschland im Jahr 2012 rund 56.430 Tonnen Tee eingeführt. China ist weiterhin der größte Lieferant mit rund 11.020 Tonnen, gefolgt von Indien (9.970 t) und Sri Lanka (8.220 t). Die hochwertigen Tees werden hierzulande veredelt und vor allem in die EU und USA ausgeführt. Der Export ist leicht auf 26.560 Tonnen zurückgegangen, aber weiterhin stabil.

Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Tee im eigentlichen Sinne ( Camellia sinensis ), also Schwarzer und Grüner Tee. Sogenannte Kräuter- und Früchtetees sind nach gesetzlicher Definition "teeähnliche Erzeugnisse" und wurden statistisch in dieser Erhebung nicht erfasst.