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Discount verändert Wirtschaft und Gesellschaft

Der Billig-Trend für Konsumgüter: Auswirkungen und Perspektiven


Bollschweil (pts/16.03.2005/14:00) – „Billig“ ist die wichtigste Entwicklung hin zur nächsten Etappe der Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Billig meint nicht einfach „billig“ – es geht um eine grundsätzliche Einstellung von Menschen in einer Zeit, in der alles was man haben kann, sofort verfügbar ist. Dass wir uns heute vorwiegend um Discount- und Schnäppchenjäger-Themen kümmern, ist eine logische und wichtige Folge der Entwicklung in satten Märkten. Wir können davon ausgehen, dass der Preis in den kommenden Jahren noch eine dominantere Rolle spielen wird – beim Einkaufen, in der Politik, in der Moral, in der Familie, in der Ausbildung, in der Freizeit. Erfolg hat mit Popularität und Prominenz zu tun, alles andere – wie Privilegien oder Tradition – kommt nachher. Das populärste und prominenteste in einer reifen, voll entwickelten demokratischen Marktwirtschaft ist der Preis.


Warum der Billig-Trend unser Leben verändert:
Zwischen Wohlstand, Demokratie und Preisorientierung besteht ein Zusammenhang.


Discount wird also zum wichtigsten und maßgebenden Lebensstil. Daraus wachsen neue, legitime Verhaltensweisen hervor:


– die „neue Bescheidenheit“ nobiliert Knausrigkeit
– Armut verlangt nach billigen Produkten
– Geiz ist geil
– Wer zuviel bezahlt ist blöd.
– Was einst als Untugend galt, prägt heute ungeniert unseren Lebensstil. Wir entwickeln uns zu einer billigen Gesellschaft.


Für die Anbieter-Seite lauten daher die Fragen:
1. Wer ist besser?
2. Wer ist unter den Besten der Billigste?
3. Wer gewinnt den Zeitkampf?
Also: Wer ist der Schnellste? Auf diese Modernisierung müssen wir uns in freieren Märkten einstellen. Für den Kunden ergeben sich dadurch billigere Preise.


In dieser Stufe der Marktdemokratie stellt sich auch die Frage nicht mehr, was zuerst da war, das Angebot oder die Nachfrage. Sicher scheint auf jeden Fall: Das Discount-Phenomen ist da, und es wird sich durch Konjunkturresistenz auszeichnen. Wir haben an einer Spirale zu drehen begonnen, die sich nicht so leicht stoppen läßt. Tiefere Preise bringen tiefere Löhne. Tiefere Löhne bringen tiefere Preise. Das Vabanque-Spiel zwischen Lust am Discount und Frust am Discount ist losgetreten und wird die Effekte von Dominosteinen erzielen. Es wird unsere Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig verändern und damit auf bislang ungeahnte Weise modernisieren.


Wir haben in den letzten Jahren viel gehört über Globalisierung und zuletzt in den depressiven Post-New-Economy-Jahren 2001-2003 noch mehr über Deglobalisierung. Anfang des Jahres 2003 hat uns der Ahold-Skandal mit seinen gar zu kreativen Accounting-Techniken erschüttert und vermeintlich bestätigt, was wir nach dem Börsenhype und den Übertreibungen der Telekom-Industrie vermutet haben. Doch Deglobalisierung wäre die Rücknahme des Begonnenen, die Rückkehr zu sogenannten „guten alten Zeiten“ national orientierter Ökonomien. Lassen wir uns aber nicht beirren. Jeder Megatrend hat einen Gegentrend. Globalisierung wird weiterschreiten, es gibt keine Anzeichen, dass dem nicht so wäre. Denn Globalisierung bringt vor allem eine Verheißung: Consumer Democracy. Das ist ein Versprechen, dass die Menschen Zugang haben zu einer unglaublichen Vielfalt von Angeboten, dass sie daraus frei wählen können, das zu kaufen, was sie wirklich wollen. Consumer Democracy macht die Menschen erst wirklich gleich, unabhängig von Klasse und Rasse. Und das erst noch zu einem günstigen Preis. Was könnte man dem schon vernünftigerweise entgegensetzen?

Darmblutung durch verschluckte Hühnerknochen

fzm – Versehentlich verschluckte Knochen werden weder von der
Magensäure aufgelöst, noch im Darm verdaut. Wenn man Glück hat, finden
sie sich nach einigen Tagen im Stuhlgang wieder. Sie können auf ihrer
Passage durch den Magen-Darm-Trakt aber auch irgendwo stecken bleiben
und dann eine schwere Darmblutung auslösen, worauf Dr. Gudrun Voßkamp
vom Evangelischen Krankenhaus Köln-Kalk in der DMW Deutschen
Medizinischen Wochenschrift (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2005)
aufmerksam macht.

Ein unüberwindliches Hindernis für Fremdkörper sei häufig der Übergang
vom Krummdarm (Ileum, ein Teil des Dünndarms) in den Blinddarm (Coecum,
der erste Abschnitt des Dickdarms). Diese Ileocoecal-Klappe ist nur ein
bis zwei cm weit. Scharfkantige Gegenstände können sich hier schnell
verhaken und dann in die Darmwand eindringen, so Dr. Voßkamp. Die Folge
können dauerhafte Sickerblutungen in den Darm sein. Dies sei
keinesfalls selten, betont die Ärztin: "Komplikationen durch in die
Darmwand eindringende Knochenstücke treten in etwa ein Prozent der
verschluckten Knochen auf." Die Folgen sind gravierend. Häufig müssten
die Patienten operiert und große Teile des Dickdarms entfernt werden.

G. Voßkamp et al.:

Mysteriöse Darmblutung bei Divertikelkrankheit

Deutsche Medizinische Wochenschrift 2005; 130 (34/35): 1948-1950

Graphen-Beigabe macht Kondome elastischer

Graphen-Beigabe macht Kondome elastischer

Vielseitiges Kohlenstoff-Material sorgt auch für mehr Stabilität

Gummi-Ringe: Halten mit Graphen mehr aus (Foto: manchester.ac.uk)
Gummi-Ringe: Halten mit Graphen mehr aus (Foto: manchester.ac.uk)

Manchester (pte004/23.05.2016/06:10) –

Die Beigabe kleiner Mengen Graphen macht Gummi bis zu 50 Prozent elastischer. Das haben Forscher der University of Manchester http://manchester.ac.uk herausgefunden. Das äußerst robuste Kohlenstoff-Material sorgt zudem
für einen Stabilitätsgewinn in gleichem Ausmaß. Das entstandene
Komposit-Material könnte somit von Nutzen für diverse Produkte von
Handschuhen bis hin zu Kondomen sein. Eben letzteres war sogar der
ursprüngliche Grund für die Entwicklung.

50 Prozent robuster

Die Bill & Melinda Gates Foundation http://gatesfoundation.org hat 2013 zur Entwicklung besserer Kondome aufgerufen. Eben daran hat
sich das Team um den Nanomaterial-Spezialisten Aravind Vijayaraghavan
versucht. "Wir dachten, dass man Kondome noch dünner machen könnte, wenn
der Gummi fester und elastischer wäre", erklärt dieser. Eben das
scheint mithilfe von Graphen tatsächlich möglich. Denn eine Beigabe von
nur einem Promille Graphen macht Gummi um 50 Prozent robuster, wie die
Forscher in Tests zeigen konnten.

"Wir haben ein Komposit-Material aus Gummi und Graphen
gemacht, das weich und elastisch, aber brüchig ist. Das resultierende
Material ist sowohl fester als auch elastischer", so der Forscher. Vom
Prinzip her sei das ähnlich den Kohlefaser-verstärkten Kompositen
beispielsweise in Sportwagen. Die Wissenschaftler hatten mit dem
Beimengen von Graphen sowohl bei einem Naturgummi als auch beim gängigen
gummiartigen Kunststoff Polyurethan Erfolg. Somit orten sie breites
Anwendungspotenzial.

Fühlt sich gleich besser an

Für Kondome ist Graphen-Gummi interessant, weil er
letztendlich dünnere Präservative erlauben sollte. "Die würden sich
besser anfühlen, ohne zu reißen", meint Vijayaraghavan. "Ähnliche
Argumente könnte man für die Nutzung des Materials in Handschuhen,
Sportbekleidung, medizinischen Geräten und mehr vorbringen." Das
Interesse aus der Industrie sei groß. "Wir hoffen, dass sich mehr
Unternehmen an den kommerziellen Chancen beteiligen wollen, die diese
Arbeit eröffnen könnte", hofft der Materialwissenschaftler.

Facebook hat keinen Einfluss auf Online-Shopping

Facebook hat keinen Einfluss auf Online-Shopping
Nur ein Prozent aller Käufe durch Social Media beeinflusst
 
Online-Shopping: Facebook für Werbung "sinnlos" (Foto: amazon.de)

Cambridge/Wien (pte002/02.10.2012/06:05) – Soziale Medien haben so gut wie keinen Einfluss auf das Konsumverhalten von Online-Shoppern. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen die Marktforscher von Forrester Research http://forrester.com , die festgestellt haben, dass lediglich ein Prozent aller Internet-Nutzer aufgrund von Informationen aus sozialen Netzwerken ein Produkt kauft.

Ende der Diskussion

"Wir wissen schon einige Zeit, dass Facebook für Unternehmen nicht der beste Werbekanal ist und es für die meisten auch nie sein wird. Hoffentlich können wir mit dieser Diskussion jetzt endlich aufhören", sagt Forschungsleiterin Sucharita Mulpuru.

Wie Untersuchungen belegen, verbringt ein gutes Viertel aller Amerikaner seine Online-Zeit auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken und rund 70 Prozent tätigen ihre Käufe im Netz. Brancheninsider kritisieren schon lange, dass man über Facebook nur schwer Marketing betreiben kann. Dass die Erfolgsquote so gering ist, haben aber nur wenige vorhergesagt.

Keine Spontankäufe

2011 hat das Inc. Magazine einen Artikel veröffentlicht, in dem Marketingexperten soziale Netzwerke für Werbezwecke als "sinnlos" bezeichneten. Im Frühjahr 2012 hat der Automobilhersteller General Motors angekündigt, sich von Facebook zu verabschieden. Berichten zufolge hat der Industriegigant über zehn Mio. Dollar in Werbung auf der sozialen Plattform investiert, die Erfolge blieben aber aus.

"Die Idee, dass man auf Facebook Produkte teilt und vergleicht, ist prinzipiell nicht schlecht. Dadurch kann man zum Beispiel das Markenbewusstsein steigern. Unsere Studie zeigt aber das, was viele Unternehmen schon wissen: Social Media überredet die Nutzer nicht zum Spontankauf", so Mulpuru.

Maßgeschneiderte Werbung unbeliebt

Die Österreichischen Internet-Nutzer erteilen personalisierten Werbeeinblendungen eine klare Abfuhr. Das bestätigt eine Studie des SORA-Instituts http://sora.at , die von der Telekom Austria Group http://telekomaustria.com in Auftrag gegeben wurde. Nur neun Prozent können sich mit der maßgeschneiderten Werbung anfreunden und vor allem auf Facebook werden solche Inhalte als störend empfunden.

"Die Mehrheit findet personalisierte Angebote nicht einmal hilfreich und ist dagegen, dass Nachrichtenportale, Suchmaschinen und Shopping-Seiten nur noch Empfehlungen anbieten. Gleichzeitig fehlt es den Nutzern aber am Bewusstsein, dass es überhaupt so etwas wie Personalisierung gibt", fasst Hannes Ametsreiter, Generaldirektor der Telekom Austria Group, die Ergebnisse der Studie zusammen.

Energiewende scheitert ohne Wärme- und Klimamarkt

Energiewende scheitert ohne Wärme- und Klimamarkt

Berlin/ Köln, 28. Januar 2014 � Die deutsche Heizungsindustrie hat heute ihre Jahresbilanz veröffentlicht. Insgesamt 686.500 Wärmeerzeuger setzte die Industrie im Jahr 2013 ab. Zwar ist ein verhaltenes Wachstum von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Dennoch reichen diese Zahlen nicht aus, um den nach wie vor bestehenden Modernisierungsstau in deutschen Heizungskellern aufzulösen. Gerade bei 3 Prozent liegt die jährliche Modernisierungsrate im anlagentechnischen Bereich. �Ohne Hebung der Potenziale im größten Energieverbrauchssektor Deutschlands, dem Wärme- und Klimamarkt, kann die Energiewende n icht gelingen�, so Manfred Greis, Präsident des Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH), anlässlich der 6. Deutschen Wärmekonferenz in Berlin. Die Konferenz organisiert der BDH gemeinsam mit dem Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK). �Allein über die anlagentechnische Erneuerung im Gebäudebereich und in der Industrie können über 15 Prozent des deutschen Energieverbrauchs eingespart werden�, so Greis weiter.

Prof. Dr. Ulrich Pfeiffenberger, Vorsitzender des FGK, betont: �Wie beim Wärmebereich liegen auch in der installierten Klima- und Lüftungstechnik enorme CO2-Minderungs- und Energieeinsparpotenziale brach. So sind Klimaanlagen in deutschen Nichtwohngebäuden durchschnittlich etwa 28 Jahre alt. Viele von ihnen arbeiten energetisch ineffizient. Auch hier bedarf es einer Beschleunigung des Modernisierungstempos�.
 
Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena) und Sprecher der Allianz für Geb äude-Energie-Effizienz (geea) spricht sich für eine konsequentere Politik zur Erschließung der Energieeinsparpotenziale im Gebäudebereich aus. �Über anlagentechnische Modernisierung ebenso wie über Maßnahmen an der Gebäudehülle kann bei einer Vielzahl der Gebäude in Deutschland eine erhebliche Energieeinsparung erzielt werden. Deswegen muss die neue Regierung alles dafür tun, das Sanierungstempo zu erhöhen und für eine bessere energetische Qualität bei Modernisierungsmaßnahmen zu sorgen. Die bisherigen Vorschläge und Maßnahmen reichen nicht aus und sind zu unkonkret.� Die Eigentümer müssten durch eine attraktivere und vor allem über Jahre gesicherte Förderung unterstützt werden. Zudem müsse die Qualität von Energieberatungen, die den Einstieg in die Sanierung ermöglichen, verbessert werden.

BDH: Verband für Energieeffizienz und erneuerbare Energien
Die im Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e. V . (BDH) organisierten Unternehmen produzieren Heizungssysteme wie Holz-, Öl- oder Gasheizkessel, Wärmepumpen, Solaranlagen, Lüftungstechnik, Steuer- und Regelungstechnik, Klimaanlagen, Heizkörper und Flächenheizsysteme, Brenner, Speicher, Heizungspumpen, Lagerbehälter, Ab-gasanlagen und weitere Zubehörkomponenten. Die Mitgliedsunternehmen des BDH erwirtschafteten im Jahr 2013 weltweit einen Umsatz von 13 Milliarden Euro und beschäftigten rund 67.300 Mitarbeiter. Auf den internationalen Märkten nehmen die BDH-Mitgliedsunternehmen eine Spitzenposition ein und sind technologisch führend.

FGK: Fachverband Gebäude-Klima e. V.
In seiner mehr als 40-jährigen Geschichte entwickelte sich der Fachverband Gebäude-Klima e. V. zum führenden Branchenverband der deutschen Klima- und Lüftungswirtschaft. In dieser Funktion vertritt der FGK die Interessen seiner Mitglieder gegenüber den Marktpartnern, der Politik, der Wirt schaft, den Normungsinstitutionen und der Wissenschaft. Mit einer intensiven politischen Kommunikation nimmt der Verband Einfluss auf ordnungsrechtliche Vorgaben sowie auf Normen aus dem relevanten Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung. Die zirka 300 Mitglieder des FGK beschäftigen rund 47.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von etwa 7,1 Milliarden Euro pro Jahr.

geea: Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz
Die geea ist ein branchenübergreifender Zusammenschluss führender Vertreter aus Industrie, Forschung, Handwerk, Planung, Handel, Energieversorgung und Finanzierung. Das Ziel der geea ist, die Energieeffizienz in Gebäuden in Deutschland durch Empfehlungen für die Politik und konkrete Maßnahmen seitens der Wirtschaft zu verbessern.  BDH

Brennstoffzellen: Entwickler beschreiten unterschiedliche Wege

Welcher Brennstoff soll es sein? Und wo kommt er her? Das internationale Brennstoffzellen-Forums „f-cell“ am 24. und 25. September in Stuttgart zeigt, dass es viele Wege zum Ziel gibt. Unter anderem berichtet das DEFC-Team der Fraunhofer-Institute über die mit Alkohol betriebene Direkt-Ethanol-Brennstoffzelle (DEFC).

Stuttgart (eos) – Ein Loblied auf den Alkohol und eine neue, damit angetriebene Brennstoffzelle singt das Fraunhofer-Team Direkt-Ethanol-Brennstoffzelle auf dem diesjährigen Brennstoffzellen-Forum „f-cell“ am 24. und 25. September in Stuttgart. Die internationale Veranstaltung der Peter Sauber Agentur Messen und Kongresse GmbH sowie der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) setzt dieses Jahr einen Schwerpunkt auf die mobilen Anwendungen des umweltfreundlichen Energiewandlers und kooperiert mit dem Umweltministerium Baden-Württemberg und der DaimlerChrysler AG. Die Fraunhofer-Vorträge sind aber ein Beispiel dafür, dass die Veranstalter auch für die anderen Anwendungsbereiche und Themenfelder prominente Redner und spannende Referate gewinnen konnten. Gerade sagte Ernst W. Messerschmidt, Professor für Astronautik und Raumstationen in Stuttgart sowie ehemaliger Raumfahrer, sein Kommen und einen einführenden Übersichtsvortrag zu. In den an die Plenumsvorträge anschließenden parallel laufenden Foren beschäftigen sich die Redner dann detailliert mit fachlichen Fragestellungen. Eine davon: die Herausforderungen bei der Entwicklung der Direkt-Ethanol-Brennstoffzelle.

Die Direkt-Ethanol-Brennstoffzelle

Die Fraunhofer-Experten bezeichnen Alkohol (chemisch korrekt: Ethanol) als „den idealen Brennstoff, um der Brennstoffzelle den Durchbruch zu ermöglichen.“ Langfristig soll die dazu neue entwickelte Direkt-Ethanol-Brennstoffzelle (DEFC) in Laptops und Handys den Markt erobern, zunächst aber in Messstationen und anderen kleineren Anwendungen zum Einsatz kommen. Der Charme des hochprozentigen Treibstoffs: Bioethanol wird bereits heute umweltfreundlich in großen Mengen aus Biomasse – Rüben, Weizen, Mais oder Kartoffeln –  gewonnen und als alternativer Kraftstoff eingesetzt. Der Brennstoff ist biologisch unbedenklich, leicht herzustellen und für den Kunden gefahrlos zu handhaben.

Neuigkeiten auf der „f-cell“

Doch anders als die Direkt-Methanol-Brennstoffzelle (DMFC) ist die DEFC noch nicht produktreif. „Eine der Herausforderungen liegt darin, die Verbindung der beiden Kohlenstoffatome im Ethanol (chemische Formel: C2H5OH) aufzubrechen“, berichtet Ulf Groos, zuständig für das Marketing im Fraunhofer-Team DEFC. „Es ist uns gelungen die Katalyse schon sehr weit voranzutreiben“, erklärt Dr. Michael Krausa vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologien ICT und Leiter des Fraunhofer-Teams DEFC. „In meinem ‚f-cell‘-Vortrag werde ich hierzu einen konkreten Ausblick geben können.“ Auch wenn die DEFC im Vergleich zu anderen Brennstoffzellen noch auf einem frühen Entwicklungsstand ist, Groos ist sich sicher, wenn einmal die Kernprobleme gelöst seien, gehe die Entwicklung zur Anwendungsreife schnell: „Wir können viel von den Erfahrungen mit der Direkt-Methanol-Brennstoffzelle lernen. Die Lösungen, die wir dort gefunden haben, sind teilweise übertragbar.“ Auch bei der Entwicklung einer speziellen Membran für die DEFC berichten die Fraunhofer-Experten Ulf Groos und Dr. Michael Krausa während der „f-cell“ am Nachmittag des 24. und Vormittag des 25. September über vielversprechende Erfolge.

Wo kommt der Brennstoff her?

Der Vortrag von Dr. Michael Krausa über Ethanol als Brennstoff, steht im Kontext des Forums „Infrastruktur, H2-Herstellung und -Speicherung“ und der spannenden Frage nach einer – möglichst umweltfreundlichen – Generierung, Lagerung und Verteilung des benötigten Energieträgers. HyWays, eine europaweite gemeinsame Initiative der Industrie, von Forschungsinstituten sowie der europäischen Kommission, arbeitet an einer Roadmap, die Wege zum Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur aufzeigen soll. Reinhold Wurster von der das Projekt koordinierenden Ludwig-Bölkow-Systemtechnik in Ottobrunn wird über den neuesten Stand der Dinge berichten. Über das Leonberger „Hot-Module“, eine MCFC-Brennstoffzelle, die mit Gas aus Bioabfall gespeist wird, referiert im gleichen Forum Dr. Alois Kessler von der EnBW Energie Baden-Württemberg AG aus Karlsruhe. Nach eineinhalb Jahren im Betrieb gibt es jetzt aussagekräftige Betriebsdaten dieser weltweit einzigartigen Pionier-Anlage.

Breites Themenspektrum

Mit insgesamt neun Fach-Foren deckt die „f-cell“ ein breites Spektrum ab. Die weiteren Themen sind: „Mobile Anwendungen“ „Technik, Märkte, Anwendungen“, „Brennstoffzellen in der portablen Anwendung“, „Stack-Technologie“, „Kommunikation in Sachen Brennstoffzelle“, „Alternative Antriebe (mobil)“, „Brennstoffzellen in der stationären Anwendung“ sowie „Brennstoffzellen-Systemkomponenten“.

 

DGVS: Risiko von Dickdarmkrebs sinkt mit gesunder Lebensweise

Köln – Etwa die Hälfte aller Dickdarmtumore ließe sich nach
Einschätzung von Experten vermeiden, wenn Menschen gesünder lebten.
"Dickdarmkrebs ist ein Lifestyle-Tumor", betont Professor Dr. med.
Wolfgang Scheppach, Leiter des Schwerpunktes Gastroenterologie an der
Medizinischen Klinik II der Universität Würzburg. "Eine ausgewogene
Ernährung in Verbindung mit körperlicher Aktivität, dem Verzicht auf
das Rauchen und einem mäßigen Alkoholkonsum senkt das Krebsrisiko am
Dickdarm." Welche Lebensmittel, beziehungsweise welche Substanzen das
Krebsrisiko beeinflussen, diskutieren Experten auf einem Symposium im
Rahmen der 60. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs-
und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Genetische Veränderungen spielen beim sporadisch auftretenden
Dickdarmkrebs keine dominierende Rolle, sondern interagieren mit
Umweltfaktoren. Ernährung und Bewegung sehen Experten hingegen als die
erfolgreichsten Präventionsmaßnahmen an. Durch eine gesunde Lebensweise
kann jeder sein Krebsrisiko minimieren. Als relativ gesichert gilt,
dass vor allem Gemüse vor einem kolorektalen Karzinom schützt. Welche
Bestandteile des Gemüses für diesen schützenden Effekt verantwortlich
sind, ist bislang nur in Ansätzen erkannt. Möglicherweise kommt
sekundären Pflanzeninhaltsstoffen hierbei eine wichtige Bedeutung zu.

Diese haben im Gegensatz zu Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten keinen
Nährwertgehalt. Es gibt mehr als 3.000 verschiedene Substanzen, die im
menschlichen Körper eine Vielzahl von Funktionen ausüben. Die
Substanzen können unter anderem freie Radikale abfangen und die Bildung
von zu Mutationen führenden DNA-Addukten verhindern. Zurückhaltung ist
dagegen beim Verzehr von Rind-, Schweine- oder Lammfleisch geboten. Wer
täglich zu diesen Fleischsorten greift, erhöht sein Krebsrisiko um etwa
das Zweifache gegenüber jenen, die weniger als einmal im Monat ‚rotes
Fleisch‘ verzehren.

Multiple Sklerose: Therapie nach Maß möglich

Gleiche Augenhöhe von Patient und Arzt verbessert Prognose
 
Marathonlauf: Kein Gegensatz mehr zu Multipler Sklerose (Foto: Flickr/Malone)

Wien (pte022/30.05.2012/13:15) – Das Bild der Multiplen Sklerose (MS) hat sich grundlegend gewandelt, seit 1995 verzögernde und stabilisierende Behandlungen aufkamen. Patient und Arzt gelten zunehmend als gleichwertige Partner, die gemeinsam die jeweils beste Therapie suchen, berichten MS-Experten und Betroffene anlässlich des MS-Welttages am heutigen Mittwoch in Wien. Auch die gesellschaftliche Beurteilung der Krankheit wandelt sich, wenngleich in manchen Bereichen weiter Aufholbedarf besteht.

MS betrifft alle Lebensbereiche

Das Nervenleiden MS tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erstmals auf. Die dann lebensbegleitende Erkrankung verläuft in Schüben, bei denen es vorübergehend zu Symptomen wie Müdigkeit, Seh- und Bewegungsstörungen oder beeinträchtigter kognitiver Leistung kommen kann. "Nur bei jedem Dritten tritt die Verschlechterung schon kurzfristig ein. Beim Großteil verläuft MS in benigner Form mit wenigen weiteren Problemen nach einmaligen Symptomen", sagt der Neurologe Karl Vass von der MS-Gesellschaft Wien http://msges.at .

Dennoch ist es bei der Erstdiagnose zu wenig, Patienten mit Allgemein-Prognosen abzuspeisen. MS betrifft alle Lebensbereiche – etwa Partnerschaft und Familie mit ihren medizinischen und sozialrechtlichen Fragen, die Arbeit mit weiterhin teils falschen Ängsten der Chefs vor vielen Krankenständen oder rascher Arbeitsunfähigkeit (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20090525041 ) sowie auch die Mobilität und das Wohnen. "Alle Faktoren spielen eine Rolle, wenn es um die Entscheidung der optimalen Therapie für den Einzelnen geht", betont Vass.

Therapie nach Maß

Dass es diese Wahl überhaupt gibt, geht auf die wachsende Therapiepalette zurück, wie Ulf Baumhackl, Präsident der österreichischen MS-Gesellschaft http://msgoe.co.at , gegenüber pressetext veranschaulicht. "Für die MS-Verzögerung gibt es tägliche Injektionen, monatliche Infusionen oder seit kurzem auch Tabletten, deren Nutzen, Nebenwirkungen und Kosten man sorgfältig abwägen muss. Studien beweisen, dass diese Behandlungen den Verlauf verbessern. Die Therapietreue erfordert jedoch, dass der mündige Patient auf einer Stufe mit dem Arzt steht", so der Mediziner. Studien zufolge wollen MS-Patienten die Therapie am liebsten nicht selbst, sondern gemeinsam mit ihrem Neurologen entscheiden.

Ein Beispiel liefert Martin Geicsnet, der 1997 als 31-Jähriger die Diagnose MS bekam. Infolge von bis zu vier Schüben in den Anfangsjahren war die Chemotherapie in Diskussion, auf eigenen Wunsch und nach ärztlicher Absprache wurde jedoch ein schubreduzierendes Mittel und hochdosiertes Cortison nach jedem Schub gewählt. Mit der Entscheidung ist er zufrieden: "Die MRI-Bilder zeigen so viele Plaques, dass meine Behinderung eigentlich deutlich schwerer sein müsste als mein Istzustand. Was mir half, waren der Sport sowie der Gedanke, nach jedem Fall wieder aufzustehen." Der Informatiker wurde inzwischen Vater, baute sein Haus behindertengerecht und läuft weiterhin Marathon, was heute dank spezieller Therapiegruppen möglich ist.

Testimonials gegen falsche Vorurteile

Obwohl der Paradigmenwechsel in Therapie und Gesellschaft läuft, gibt es in manchen Bereichen noch Aufholbedarf, betonen die Experten. Einige falsche Vorurteile gegenüber der Krankheit halten sich weiterhin und erschweren Betroffenen das Leben. Zu deren Abbau will die österreichischen MS-Gesellschaft durch die soeben gestartete Aufklärungskampagne "MS-bewegt" http://ms-bewegt.at mit Plakataktionen, 365-Tage-Blogs und Videobotschaften von Betroffenen beitragen.

Neues zum Thema Speicherung elektrischer Engergie

elektrochemische
Energiespeicher sind eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts.
Mit dem Center for Electrochemical Energy Storage Ulm & Karlsruhe
(CELEST) hat nun eine der ambitioniertesten Forschungsplattformen
weltweit auf diesem Gebiet die Arbeit aufgenommen. Sie vereint
erkenntnisorientierte Forschung mit praxisnaher Entwicklung sowie
innovativer Produktionstechnologie. CELEST bündelt das Know-How von 29
Instituten an den Partnereinrichtungen Karlsruher Institut für
Technologie (KIT), der Universität Ulm sowie dem Zentrum für
Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

Der Klimawandel und der
Rückgang natürlicher Ressourcen macht es erforderlich, dass Mobilitäts-
und Energiesysteme schnellstmöglich für eine Zeit ohne fossile
Energieträger gerüstet werden. Dringend benötigt werden deshalb
geeignete Technologien zur Speicherung regenerativ erzeugter Energie. Um
Forschung, Lehre, Entwicklung und den Technologietransfer auf diesem
Gebiet zu beschleunigen, haben das KIT, die Universität Ulm und das ZSW
das Zentrum für elektrochemische Energiespeicherung Ulm-Karlsruhe
(CELEST) gegründet, das nun seine Arbeit aufgenommen hat.

„Als
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen wir wesentliche Beiträge
zum Klimaschutz und der Energiewende leisten“, sagt Professor Oliver
Kraft, Vizepräsident für Forschung des KIT, zum Start der
Forschungsplattform im Juli. „Mit CELEST haben wir nun die größte
deutsche Forschungsplattform im Bereich der elektrochemischen
Energiespeicherung geschaffen.“ Dabei werde nicht nur die
erkenntnisorientierte Forschung, sondern auch die Entwicklung und
Fertigung von Batterien sowie Brennstoffzellen am Standort
Baden-Württemberg noch schlagkräftiger und sichtbarer.

„An der Universität Ulm
hat Forschung zur elektrochemischen Energiewandlung und -speicherung
eine lange Tradition“, sagt Professor Joachim Ankerhold, Vizepräsident
für Forschung an der Uni Ulm. „Seit 2011 bündeln die starken Partner
KIT, Uni Ulm sowie unter anderem das ZSW ihre Expertise im Bereich
Batterieforschung hocherfolgreich im Helmholtz-Institut Ulm inmitten der
Wissenschaftsstadt. Die Forschungsplattform CELEST hebt die
standortübergreifende Zusammenarbeit auf die nächste Ebene."

„Batterien und
Brennstoffzellen sind Schlüsseltechnologien für eine stabile und sichere
Stromversorgung und emissionsfreie Mobilität auf der Basis erneuerbarer
Energien“, sagt Professor Werner Tillmetz, ZSW Vorstandsmitglied und
Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien. „Die 
Rolle des  ZSW in Ulm  ist der Technologietransfer in die Wirtschaft zu
allen Aspekten rund um Batterien, Brennstoffzellen und Wasserstoff.“

CELEST ist mit dem Ziel
gestartet, die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den
beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern und
den Weg für neue, interdisziplinäre Kooperationen zu ebnen. CELEST wird
zudem gemeinsame Aktivitäten mit anderen Universitäten und
Forschungseinrichtungen sowie der Industrie im In- und Ausland
koordinieren und die bestehenden Kontakte weiterentwickeln. „Die
wissenschaftlichen Expertisen an den beiden Standorten Karlsruhe und Ulm
ergänzen sich und reichen von der experimentellen Grundlagenforschung
an Elementarprozessen auf der atomaren Skala über
Multiskalenmodellierung relevanter Prozesse und der Entwicklung neuer
Speichermaterialien und Laborzellen bis zur größten Pilotanlage zur
Batteriezellfertigung in Europa am ZSW“, sagt Professor Maximilian
Fichtner, Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm, der zum
wissenschaftlichen Sprecher von CELEST gewählt wurde. Mit den drei
Forschungsfeldern „Lithium-Ionen-Technologie“, „Energiespeicherung
jenseits Lithium“ und „Alternative Techniken zur elektrochemischen
Energiespeicherung“ decke CELEST alle hochaktuellen Themen im Bereich
der elektrochemischen Energiespeicher ab. Ein weiterer Schwerpunkt liege
auf der Zusammenarbeit mit Industriepartnern im Hinblick auf
Technologietransfer, Innovation und Kommerzialisierung neuer
Technologien. Zudem habe CELEST die Ausbildung von
Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern im Blick und
richtet eine Graduiertenschule im Bereich der elektrochemischen
Energiespeicherung ein.

Die herausragende
Bedeutung neuer Batterietechnologien steht auch im Fokus des gemeinsamen
Antrags von KIT und Universität Ulm für den Exzellencluster „Energy
Storage beyond Lithium: New storage concepts for a sustainable future“.
In diesem Cluster soll die Entwicklung von Batterietechnologien auf
Basis von reichlich vorhandenen, günstigen und ungiftigen Elementen wie
z.B. Natrium und Magnesium vorangebracht werden und dadurch der Druck
auf kritische Ressourcen verringert werden. Auch das Zentrum für
Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW) und die
Justus-Liebig-Universität Gießen sind daran beteiligt.

Über die Universität Ulm

Die Universität Ulm,
jüngste in Baden-Württemberg, wurde 1967 als
Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule gegründet. Seither ist das
Fächerspektrum deutlich erweitert worden. Die zurzeit rund 10 000
Studentinnen und Studenten verteilen sich auf vier Fakultäten
(„Medizin“, „Naturwissenschaften“, „Mathematik und
Wirtschaftswissenschaften“ sowie „Ingenieurwissenschaften, Informatik
und Psychologie“). Die Universität Ulm ist Motor und Mittelpunkt der
Wissenschaftsstadt, in der sich ein vielfältiges Forschungsumfeld aus
Kliniken, Technologie-Unternehmen und weiteren Einrichtungen entwickelt
hat. Als Forschungsschwerpunkte der Universität gelten
Lebenswissenschaften und Medizin, Bio-, Nano- und Energiematerialien,
Finanzdienstleistungen und ihre mathematischen Methoden sowie
Informations-, Kommunikations- und Quanten-Technologien.

Über das ZSW

Das Zentrum für
Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) gehört
zu den führenden Instituten für angewandte Forschung auf den Gebieten
Photovoltaik, Batterien, Brennstoffzellen, regenerative Kraftstoffe
sowie Energiesystemanalyse. An den drei ZSW Standorten Stuttgart, Ulm
und Widderstall sind derzeit rund 250 Wissenschaftler, Ingenieure und
Techniker beschäftigt. Hinzu kommen 90 wissenschaftliche und
studentische Hilfskräfte. Das ZSW ist Mitglied der Innovationsallianz
Baden-Württemberg (innBW), einem Zusammenschluss von 13
außeruniversitären, wirtschaftsnahen Forschungsinstituten. Details zum
ZSW: www.zsw-bw.de

Besseres Wachstum auf trockenen Standorten

(aid) – Die Entwicklung von Pflanzen, die auf trockenen und versalzten Standorten bessere Erträge bringen können als vorhandene Arten, kann laut  Untersuchungsergebnissen an der Universität Wageningen, Niederlande, künftig mithilfe der Gentechnik schneller gelingen. Pflanzen sind in der Lage, sich gegen Trockenstress oder zu hohen Salzgehalt zu schützen. Für die Aktivierung des Schutzmechanismus sind bestimmte Gene zuständig. Shital Dixit, Doktorandin an der Universität Wageningen, erforschte die in bestimmten Mutanten der Ackerschmalwand (Arabidopsis) nachgewiesene Genaktivität und entwickelte mit gentechnischen Methoden Ackerschmalwand-Pflanzen, mit höherer Aktivität der so genannten HARDY-Gene. Die so modifizierten Pflanzen wuchsen besser und litten weniger unter Trockenstress als herkömmliche Pflanzen. Außerdem waren sie resistent gegen hohe Salzkonzentrationen im Boden.
Auch der Einbau des veränderten Gens in Reis gelang. Die so veränderten Reispflanzen zeigten sich ebenfalls widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Salzgehalt.
Das sei ein Durchbruch hinsichtlich der steigenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln weltweit und des zunehmenden Klimawandels, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität Wageningen. Die sich ändernden Bedingungen machen es nach Ansicht der Forscher notwendig, Pflanzen auf Standorten anzubauen, auf denen herkömmliche Sorten unproduktiv sind.
aid, Renate Kessen
 
Weitere Informationen: www.wur.nl/UK/newsagenda/news (12.3 2008)