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LED-Display für Sportler-Rücken vorgestellt

"Fos": LED-Display für Sportler-Rücken vorgestellt
Tragbare Anzeige soll Sichtbarkeit im Verkehr deutlich verbessern
 
Puls am Rücken: So macht sich der moderne Sportler bemerkbar (Foto: Erogear)

San Francisco (pte020/26.08.2013/11:43) – Das Start-up Erogear http://erogear.com hat heute, Montag, mit "Fos" eine neue Reihe tragbarer Displays vorgestellt, die Sportlern mehr Sicherheit im urbanen Raum versprechen. Denn die Textilstreifen mit eingebauten hellen LEDs sollen ihre Sichtbarkeit im Verkehr verbessern. Was genau auf dem Display zu sehen ist, kann der Träger dabei mit dem Smartphone bestimmen, das die Anzeige per Bluetooth steuert. Die Auflösung ist zwar eher begrenzt, dennoch sind neben einfachem Text auch Grafiken und Animationen möglich. Um Fos zu realisieren, setzt Erogear auf eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter http://kck.st/1fdeYaJ .

Interaktive Kleidung

Erogear bietet bereits jetzt Sportjacken mit integrierter LED-Anzeige, doch arbeiten diese mit Embedded-Chips, um die Anzeige zu steuern. Fos ist nun ein Schritt zu größerer Interaktivität, denn Nutzer können hier einfach mit ihrem Android- oder iOS-Gerät bestimmen, was auf dem Display zu sehen ist. Radfahrer haben beispielsweise die Möglichkeit, das Display als GPS-gesteuerten Blinker zu nutzen, während Jogger Statistiken wie ihren Puls oder Kalorienverbrauch mit der Umgebung teilen können. Möglich sind aber auch Animationen, die auf die Musik reagieren, die der Nutzer hört, oder einfach Social-Media-Nachrichten.

Jedenfalls verspricht Fos sportlichen Trägern, dass sie dank der hellen LEDs insbesondere bei Dunkelheit für andere Verkehrsteilnehmer besser sichtbar sind. Um das im Schnitt nicht einmal zwei Millimeter dicke Display wie gewünscht beispielsweise am Rücken anlegen zu können, kommen Klettverschlüsse zum Einsatz. Wirklich bemerkbar machen soll es sich dank des geringen Gewichts nicht – die einfachste Ausführung mit 32 mal acht Pixel Auflösung wiegt nur 32 Gramm.

Flotte 16-Bit-Animation

Eine HD-Auflösungen bietet Fos somit nicht, selbst größere Ausführungen haben nur 32 mal 16 bzw. 96 mal acht Pixel. Das reicht zwar nur für 16-Bit-Grafiken, doch für die verspricht das System flotte Animationen. Dank geeigneter Programmierschnittstelle und zugehöriger Android-App können Entwickler Inhalte mit 60 Bildern pro Sekunde an das tragbare Display senden – laut Hersteller ein absolutes Novum. Ähnliches soll in weiterer Folge auch unter iOS und von Desktop-Computern aus möglich werden.

Im Falle einer erfolgreichen Kickstarter-Finanzierung – das Ziel ist mit 200.000 Dollar relativ hoch angesetzt – will Erogear die tragbaren Displays ab Februar 2014 ausliefern. Interessenten können sich Fos im Rahmen der Crowdfunding-Kampagne je nach gewünschter Größe ab 149 Dollar (außerhalb der USA zuzüglich Versand) sichern. Zum normalen Verkaufspreis nach Ende der Kampagne hat der Hersteller noch keine Angaben gemacht.

 

Erweiterte Grippe-Impfung gefordert

fzm – Wie gebannt wartet die deutsche Öffentlichkeit auf die ersten
Vogelgrippe-Erkrankungen beim Menschen. Dabei wird leicht übersehen,
dass bereits die normale Grippe hierzulande alljährlich 5.000 bis 8.000
Todesfälle fordert. Im Fall einer Pandemie, etwa durch ein genetisch
verändertes Virus, könnten es auch 96.000 Todesfälle werden. Deshalb
fordert der Virologe Professor Peter Wutzler von der Universität Jena
in der DMW Deutschen Medizinischen Wochenschrift (Georg Thieme Verlag,
Stuttgart. 2006) eine Ausweitung der Grippeschutzimpfung auf jüngere
Menschen, Kleinkinder und eventuell sogar Schwangere.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung allen
Personen über 60 Jahre. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert
eine Impfrate von 50 Prozent, die in Deutschland fast erreicht wird (45
Prozent in der Saison 2002/2003). Darüber hinaus rät die STIKO zur
Impfung aller Menschen mit chronischen Erkrankungen. Hier liegt die
Impfrate in Deutschland nur bei 40 Prozent. Da viele chronische
Erkrankungen im späten Erwachsenenalter auftreten, regt Professor
Wutzler eine Senkung der Altersgrenze auf 50 Jahre an, die in den USA
bereits 1999 vorgenommen wurde. Dadurch würden auch die
Familienmitglieder und Betreuer dieser Menschen besser geschützt, so
Professor Wutzler.

Die höchste Erkrankungsrate an Grippe findet man nicht bei älteren
Menschen, sondern bei Säuglingen und Kleinkinder. Die Grippewelle
beginnt laut Professor Wutzler jedes Jahr an Kindergärten und Schulen,
bevor sich ältere Menschen anstecken. Kinder gelten als "Feuer der
Epidemie". Als Japan zwischenzeitig alle Schulkinder gegen Grippe
impfen ließ, starben 37.000 bis 49.000 ältere Menschen weniger daran.
Nachdem die Schul-Impfungen wieder aufgegeben wurden, stiegen die
Todesfälle bei älteren Menschen erneut an. In Deutschland wird die
Grippe-Impfung bei Kleinkindern mit Risikofaktoren empfohlen. Eine
Impfung ist erst nach dem sechsten Lebensmonat möglich. Deshalb wäre es
laut Professor Wutzler durchaus sinnvoll, wenn Schwangere, deren Kinder
während der Grippewelle zur Welt kommen, geimpft werden. Offiziell wird
dies aber nicht empfohlen.

Professor Wutzler rechnet übrigens damit, dass die Angst vor der
Vogelgrippe viele Menschen zur Grippeimpfung motivieren wird. Ob diese
Änderung nachhaltig sei, wenn das Medieninteresse wieder nachlässt,
bleibt abzuwarten. Eine Schlüsselstellung kommt Ärzten zu, wie eine
Telefonumfrage von Professor Wutzler gezeigt hat: Empfehlungen durch
Arzt oder Krankenschwester gehören zu den stärksten "Motivatoren" für
eine Impfung. Doch Ärzte und Krankenschwester gehen selten mit gutem
Beispiel voran. Die Impfrate liegt in dieser Gruppe sogar niedriger als
im Bevölkerungsdurchschnitt, obwohl die STIKO Ärzten und Personal zur
Impfung rät.

P. Wutzler et al.:

Influenza-Schutzimpfung – Wo steht Deutschland?

Deutsche Medizinische Wochenschrift 2006; 131 (9): 453-457

Lasertherapie zur Behandlung der Prostatavergrößerung

Köln / Jena, 14. August 2008 – www.biolitec.de – Als eines der ersten LIFE™ Laserzentren in Deutschland bietet das Heilig-Geist-Krankenhaus in Köln-Longerich seit über einem halben Jahr die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung mit dem innovativen Hochleistungslaser Evolve™ 150. Dr. Moritz Braun, Chefarzt der Klinik für Urologie des Heilig Geist-Krankenhauses, zieht jetzt eine viel versprechende Bilanz: „Die LIFE™ Laserbehandlung ist besonders für Hochrisikopatienten gut geeignet. Mehr als 30 dieser bei Operationen gefährdeten Patienten haben sich inzwischen im Heilig Geist-Krankenhaus erfolgreich dieser Behandlung unterzogen.“

Dabei profitieren vor allem Patienten, die Mittel zur Blutverdünnung einnehmen müssen, von dem Eingriff. Denn hier ist eine blutungsarme Operation – eine besondere Stärke des Evolve™ Lasers – von entscheidender Bedeutung. Auch bei vorhandener Herzschwäche, Lungen- oder Kreislauferkrankungen bietet der Laser eine risikoarme Alternative zur herkömmlichen Operation.

Durch geringere Belastung und verminderte Nebenwirkungen verkürzen sich Klinikaufenthalt und ärztliche Nachbehandlungsdauer, Risiken für Impotenz und Inkontinenz sind deutlich reduziert. 

Die stationäre Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung mit dem Evolve™ Diodenlaser  – Hersteller ist die biolitec AG aus Jena – in öffentlichen Kliniken wird seit Januar 2008 von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Hintergrund:

Das LIFE™ Lasersystem:

Die spezifische Wellenlänge des Evolve™ Lasers von 980nm ermöglicht die  gleichzeitige Absorption in Hämoglobin und Wasser. Dadurch eignet er sich ideal zum Abtragen von Weichteilgewebe wie der Prostata, das neben feinen Blutäderchen auch einen hohen Wasseranteil aufweist. Gleichzeitig wird das umliegende Gewebe geschont und durch die Koagulation – die Gerinnung des Blutes – ein schneller Verschluss der Wunde und optimale Blutstillung erreicht. Die Absorption in Wasser verhindert auch, dass der Laserstrahl bei der Behandlung die Blase perforiert.

Ein weiterer Vorteil des Evolve™ Lasers liegt in seinem breiten Anwendungsspektrum: Auch bei der Behandlung von Harnröhrenengen kann das überschüssige Gewebe mit dem Laser abgetragen werden. Wie bei der Prostata wirkt dieser Laser mit seiner spezifischen Wellenlänge hier optimal, da auch das Harnröhren-Gewebe sowohl Wasser als auch Blut enthält. Einer erneuten Verengung (Rezidiv), die in bis zu 50% der Fälle nach einer herkömmlichen Behandlung auftreten kann, beugt das Einschneiden mit dem Laser vor: Gewebeschäden sollen so vermindert werden und die Rezidivrate soll sinken.      

Auch auf anderen Gebieten hat sich die LIFE™ Lasertechnik bewährt: Hautveränderungen, zum Beispiel Feigwarzen (Condylome) können durch den Laser nicht nur gezielt und schonend abgetragen werden, es wird auch ein sehr gutes kosmetisches Ergebnis erzielt.

Zum Heilig-Geist-Krankenhaus

Die urologische Abteilung am Heilig Geist-Krankenhaus deckt das gesamte Spektrum der konservativen (nicht operativen) und operativen Urologie ab. Den über 50 Mitarbeitern stehen alle diagnostischen und therapeutischen Verfahren der urologischen Behandlungen in einer modernen Einrichtung zur Verfügung. Die Mitarbeiter der Abteilung sind stets darum bemüht, den rund 2600 stationären und 500 ambulanten Patienten in jedem Jahr neben den Standardverfahren auch innovative Therapien zur Verfügung zu stellen, sobald diese ihre ersten Bewährungsproben an den internationalen Universitätskliniken bestanden haben.

 

Kein Schnitt, keine Narbe

Kein Schnitt, keine Narbe

Gutartige Gebärmuttertumore ohne OP mit Ultraschall behandeln

Berlin
– Gutartige Geschwulste in der Gebärmutter, sogenannte Myome, gehören
bei Frauen zu den häufigsten Tumoren. Etwa jede vierte Frau im
gebärfähigen Alter ist betroffen. In der Regel sind Myome nicht
behandlungsbedürftig, doch bei zehn bis zwanzig Prozent der Patientinnen
verursachen sie Beschwerden. Diesen Frauen können Ärzte nun mit einem
neuen Verfahren, dem sogenannten Hochintensiven fokussierten
Ultraschall, kurz HIFU, helfen. Hiermit zerstören sie Myome ohne Schnitt
oder Punktion – und damit ohne sichtbare Narbenbildung – durch die
intakte Haut. Mit der Technik ließen sich Operationen und in einigen
Fällen auch die Entfernung der Gebärmutter vermeiden, betonen Experten
der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

„Große
Myome oder solche, die ungünstig in der Gebärmutter liegen, können zu
Menstruationsstörungen führen oder Grund für unregelmäßige, starke oder
lang anhaltende Regelblutungen sein“, erläutert DEGUM-Experte Professor
Dr. med. Holger Strunk, Oberarzt in der Radiologischen
Universitätsklinik Bonn.

Eine
neuartige Methode, Myome zu beseitigen, bietet der „Hochintensive
fokussierte Ultraschall“: der Ultraschallkopf bündelt die
hochenergetischen Schallwellen wie bei einem Hohlspiegel in einem
Brennpunkt innerhalb des menschlichen Körpers. Durch die Absorption der
Ultraschallwellen entsteht Wärme, die das Gewebe im Fokus des HIFU auf
über 60 Grad erhitzt. Bei diesen Temperaturen gerinnt das Eiweiß, und
die Zellen der Geschwulste sterben ab. „Ein großer Vorteil ist, dass die
Gebärmutter erhalten bleibt und die Frauen nach wie vor schwanger
werden können. In Einzelfällen wird eine Schwangerschaft durch das
Abtragen eines Myoms sogar überhaupt erst möglich“, erklärt Strunk.
Zudem erfolge die Behandlung ambulant. „Anstelle einer Vollnarkose
bekommen die Patientinnen ein Beruhigungsmittel und sie können nach ein
bis zwei Tagen wieder ihren Alltagsgeschäften nachgehen“, so der
Experte.

Üblicherweise
behandeln Ärzte Myome operativ, entweder indem sie die ganze
Gebärmutter herausnehmen oder die Myome einzeln abtragen. Je nachdem wie
groß die Tumore sind und wo sie sich in der Gebärmutter befinden,
kommen hierfür offene Operationen, „laparoskopische“ Eingriffe mittels
Bauchspiegelung oder Behandlungen über die Scheide in Frage. Eine
weitere Behandlungsmethode ist die so genannte „Myomembolisation“:
Hierbei führen Ärzte über die Leiste einen Katheter ein. Über ihn
verstopfen sie die Gefäße, die das Myom mit Blut versorgen, mittels
winziger Kunststoffkügelchen. Das Myom wird von der Blutversorgung
abgeschnitten und stirbt allmählich ab. „Allerdings muss die
Punktionsstelle durch einen Druckverband versorgt werden und die
Patientinnen werden während der Behandlung einer potentiell schädigenden
Röntgenstrahlung ausgesetzt“, erläutert Strunk.

HIFU
kommt hingegen ohne den Einsatz von Röntgen aus. Seit knapp einem Jahr
steht Professor Strunk und seinen Kollegen in Bonn ein HIFU-Gerät zur
Verfügung, bei dem sowohl die Steuerung als auch die Behandlung mittels
Ultraschall erfolgt. „Das ist insofern etwas Besonderes, als das bislang
alle anderen HIFU-Geräte in Deutschland mit Magnetresonanztomografie,
auch „MR“ genannt, gesteuert werden“, erklärt Dr. med. Dr. rer nat.
Milka Marinova, Assistenzärztin in der Radiologischen Universitätsklinik
Bonn. Die Ultraschallsteuerung biete den Vorteil, dass die Ärzte
während der Behandlung Atmung und Bewegung der Patienten berücksichtigen
können. „So stellen wir sicher, dass kein umliegendes, gesundes Gewebe
geschädigt wird“, erläutert Marinova. Zudem sei das
Ultraschall-gesteuerte Gerät leistungsstärker. „Die Behandlung geht
schneller und wir können mitunter Myome behandeln, die mit
MR-gesteuerten Geräten nicht zugänglich sind“, so die Expertin.

Allerdings
kommen nicht alle Patientinnen für eine Behandlung mit HIFU in Frage.
Idealerweise sollten die Patientinnen nicht mehr als fünf Myome haben,
die jeweils nicht größer als zehn Zentimeter sind. Außerdem gehört die
Therapie bislang nicht zu den Standardleistungen der gesetzlichen
Krankenkassen. „Die Kassen entscheiden nach Anfrage im Einzelfall, ob
sie die Kosten übernehmen“, erklärt Marinova.

Auch
bei anderen Krankheitsbildern kommt HIFU zum Einsatz. So hat sich die
Methode als wertvolle Therapie bei der Adenomyose erwiesen. Bei dieser
Erkrankung, einer Form der Endometriose, verursachen kleine Inseln von
Gebärmutterschleimhaut innerhalb der Gebärmuttermuskulatur Schmerzen.
Auch setzen Ärzte ultraschall-gesteuerten HIFU erfolgreich zur
Schmerzbehandlung bei nicht operablen Pankreaskarzinomen oder bei
Lebertumoren ein. Urologen nutzen die Methode seit Beginn des
Jahrtausends zur Therapie der krankhaft vergrößerten Prostata und des
Prostatakrebs. „Medizinischer Ultraschall ist sehr viel mehr als ein
diagnostisches Instrument“, betont DEGUM-Präsident Professor Dr. med.
Dirk Becker. Besonders bei der Behandlung von Krebserkrankungen biete
HIFU in der Zukunft noch große Chancen.

Die
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein
Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch
auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint mehr als 9
000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten,
Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das
am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin.
Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende
Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM 
zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: www.degum.de

LED-Straßenlampen bald verfügbar

Die deutschen Unternehmen Autev AG und HarzOptics haben angekündigt, dass man bei der gemeinsamen Entwicklung einer Straßenbeleuchtung auf LED-Basis kurz vor der Serienproduktion steht. Seit zwei Jahren arbeiten die Unternehmen an der LED-Straßenlampe http://www.led-strassenlampe.de/ und wollen bereits Ende 2008 ein fertiges kommerzielles Produkt auf den Markt bringen. Als großen Vorteil streichen die Entwickler den niedrigen Stromverbrauch hervor. Zudem seien sie aufgrund der Lichtpulsung besonders insektenfreundlich und würden durch den flexibel einstellbaren LED-Flügel den Lichtsmog minimieren.

Der Wissenschaftler Nils Haferkemper vom Institut für Elektromechanische Konstruktionen an der TU Darmstadt führt gegenüber pressetext außerdem noch den Sicherheitsvorteil der LED-Technologie bei der Beleuchtung von Straßen an. Im weißen Licht wären Farben besser erkennbar. "LED-Lampen lassen sich zudem stufenlos von null bis 100 Prozent dimmen", so Haferkemper. Damit könnte man die Beleuchtung beispielsweise an Ampelphasen koppeln und die Helligkeit je nach Bedarf anpassen.

Das Kostenargument ist einer der größten Trümpfe der LED-Technologie. Über den besonders geringen Stromverbrauch haben Städte und Kommunen die Chance auf eine deutliche Senkung ihrer Betriebskosten. Außerdem werde dadurch auch der Ausstoß an CO2 reduziert. Damit tragen die Lampen in Zeiten stetig steigender Energiepreise zur Entlastung städtischer und kommunaler Haushalte bei und würden gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten, so die Entwickler. Die Beleuchtung von Straßen sowie öffentlichen Plätzen macht in Deutschland rund zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus, rechneten im Juli Forscher der TU Darmstadt in einer Studie vor.

Eine wesentliche Eigenschaft der "AuLED" genannten Entwicklung sind die beweglichen LED-Seitenflächen, auf denen zwei Drittel der Halbleiterelemente installiert sind. Der flexible Lampenkopf gestattet es, die Abstrahlcharakteristika für jede Lampe individuell festzulegen, wodurch sich die Lampen in Abhängigkeit von Masthöhe und -abstand so konfigurieren lassen, dass das Licht nur dorthin fällt, wo es auch benötigt wird. Diese intelligente Lichtplanung hilft nicht nur bei der Vermeidung von überflüssigem Lichtsmog. Sie ermöglicht es zudem, die Anzahl der Lichtpunkte zu minimieren und auf diese Weise die Investitionskosten zu senken.

 

Volkskrankheit Neurostress

Baar (pts/08.05.2006/13:50) –

Der Name dieser Erkrankung ist relativ neu. Er bezeichnet ein
scheinbares Sammelsurium von Gesundheits- und Befindlichkeitsstörungen.

Der medizin-wissenschaftliche Bereich, der sich seit Anfang der
Neunziger Jahre damit beschäftigt, nennt sich
Psychoneuroendokrinoimmunologie (PNEI), wobei man auch sehr einfach
Leib-Seele-Medizin dazu sagen könnte. Die Forschungen und Arbeiten auf
diesem Gebiet haben insbesondere in Amerika grosse Erfolge erwirkt und
es gibt Mediziner, die behaupten, dass die PNEI für das 21. Jahrhundert
eine ähnlich grosse Bedeutung haben wird, wie die Entschlüsselung des
Erbmaterials und die Gentechnik im letzten Jahrhundert. Die wichtigsten
Erkenntnisse dieser neuen Forschungsrichtung ergaben sich aus den
Untersuchungen des Netzwerkes der Neurotransmitter. Dieses sind
chemische Botenstoffe und Hormone, die die Verbindung zwischen zwei
Nervenzellen herstellen. Das gesamte Nervensystem, das Denken, Fühlen
und Handeln basiert auf der elektrischen Reizweiterleitung in den
Nerven.

Die neurobiologische Forschung konnte inzwischen zeigen, wie wichtig
die Ausgewogenheit dieser Substanzen für Psyche und Verhalten sind. Die
Neurotransmitter Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Serotonin stellen
also das funktionale Regelsystem des Nervensystems in bezug auf
Stimmung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Motivation und Lernen dar.

Wenn diese wichtigen Botenstoffe, die unser Wohlbefinden beeinflussen,
zum Beispiel durch großen Stress ins Ungleichgewicht geraten, entstehen
Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit,
Schlafstörungen, Ängste, Hyperaktivität, Panikattacken,
Muskelschmerzen, Depression, Kopfschmerz, Migräne, Heißhungerattacken
und Übergewicht. Erkrankungen wie z.B. Fybromyalgie, Chronisches
Müdigkeitssyndrom (CMI), Burnout-Syndrom, Borreliose, M. Sudeck,
Rheumatoide Arthritis, ADS /ADHS und viele mehr stehen in direktem
Zusammenhang mit Neurostress.

Nahezu jeder Mensch hat heute Stress und fühlt sich oft ausgebrannt.

Die Folgen sind dann Schlafprobleme, Migräne, Kopfschmerz etc..

Meist werden die ersten Anzeichen einer Stressbedingten Erschöpfung
unterschätzt und außer Acht gelassen. Auslöser und Ursachen des
Neurostresses können fundamentale Veränderungen in der Lebensweise,
zunehmende komplexe Umweltbedingungen, falsche und zu energiereiche
Ernährung, Bewegungsmangel, Reizüberflutung, übermässiger TV/PC-Konsum
und wachsende schulische, berufliche und Freizeitbelastungen sein. Man
geht heute davon aus, dass bei ca. 40-50% der Patienten, die eine
Arztpraxis aufsuchen, Störungen im Bereich dieses komplexen Netz- und
Regelwerkes vorliegen.

Mittlerweile sind die Erkenntnisse aus den USA auch in der Schweiz
(6340 Baar) angekommen, wo ärztliche Fachspezialisten einfache
anwendbare Möglichkeiten entwickelt haben, die persönliche
Neurostress-Balance zu bestimmen, um dann effektiv Defizite oder
Überaktivierungen der Neurotransmitter zu beheben.

Man misst dazu im Speichel und Urin morgens, mittags und abends die
wichtigsten Neurotransmitter unter ‚häuslichen‘ Bedingungen. Eine
stationäre Aufnahme ist dafür nicht notwendig. Speichelproben sind in
diesem Bereich zudem exakter als Blutanalysen. Die Erfolge dieser
Diagnostik haben schon manche ‚Patientenkarriere‘ beendet und ein sog.
Sabbatical erst gar nicht in Betracht ziehen lassen. Mit einem sog.
vierstufigen Behandlungskonzept wird die Neurotransmitterdysbalance
nebenwirkungsfrei auf fast natürliche Art und Weise durch den Einsatz
von Körperbausteinen behoben.

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wenden Sie sich bitte an die
SwissHealthCare GmbH, die eng mit den Spezialisten der
Praxisgemeinschaft St. Martin in 6340 Baar (Zug) zusammenarbeitet.

Leibniz-Institute: Die Großforschungseinrichtungen wachsen

Zwei neue Leibniz-Institute und gestärkte Leitlinien für gute wissenschaftliche Praxis

Ergebnisse der 24. Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft

Auf
ihrer Mitgliederversammlung am 29. November in Berlin hat die
Leibniz-Gemeinschaft die Aufnahme zweier Institute in Hamburg und Berlin
beschlossen, Vorstandsmitglieder gewählt und ein Leitbild
Leibniz-Transfer verabschiedet. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft
entschied über die Projekte im Leibniz-Wettbewerb 2019.

Neue Leibniz-Institute ab 2019

Das
Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg
sowie das Zentrum für Literatur- und Kulturforschung aus Berlin werden
zum 1. Januar 2019 Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Die
Forschungsorganisation wächst damit auf 95 Mitgliedseinrichtungen an.

Damit
verbunden hat die Leibniz-Mitgliederversammlung die Empfehlung,
zukünftig die Namen „Leibniz-Institut für Medienforschung – Hans Bredow“
beziehungsweise „Leibniz-Institut für Literatur- und Kulturforschung“
zu führen.

Der
Aufnahme gingen Stellungnahmen des Senats der Leibniz-Gemeinschaft
hinsichtlich der institutionellen Passfähigkeit sowie des
Wissenschaftsrats zur wissenschaftlichen Qualität der Einrichtungen,
ihrer überregionalen Bedeutung und ihrer strukturellen Relevanz für das
Wissenschaftssystem insgesamt voraus. Auf deren Grundlage hatte die
Gemeinsame Wissenschaftskonferenz die Aufnahme der beiden Einrichtungen
in die Bund-Länder-Förderung beschlossen.

Zu den Internetauftritten der Institute: www.hans-bredow-institut.de bzw. www.zfl-berlin.org/

Neuer Vizepräsident

Sebastian
Lentz, Direktor des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig, ist
neuer Vizepräsident der Leibniz-Gemeinschaft. Der Geograph folgt damit
auf den ehemaligen Direktor des Leibniz-Instituts für Wissensmedien in
Tübingen, Friedrich Hesse, der nach acht Jahren aus dem Vorstand der
Leibniz-Gemeinschaft ausscheidet. Sebastian Lentz ist Professor für
Regionale Geographie an der Universität Leipzig. Lentz‘
Arbeitsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der Regionalen Geographie,
Sozialgeographie, Kulturgeographie, Stadtgeographie,
Transformationsforschung sowie des Wissenstransfers. Im Leibniz-Kontext
leitete Sebastian Lentz zuletzt die Projektgruppe „Leitbild
Leibniz-Transfer“.

Für
eine weitere zweijährige Amtszeit wählte die Mitgliederversammlung die
bisherigen Vizepräsidenten Doreen Kirmse, Kaufmännische Direktorin des
Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden, sowie
Matthias Beller, geschäftsführender Direktor des Leibniz-Instituts für
Katalyse an der Universität Rostock.

(Ein Pressefoto von Sebastian Lentz finden Sie unter www.leibniz-gemeinschaft.de/medien/presse/pressebilder/)

Neufassung der Leitlinie zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis

Die
Mitgliederversammlung der Leibniz-Gemeinschaft hat eine Neufassung der
Leitlinie zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zum Umgang
mit Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens in der
Leibniz-Gemeinschaft für die Gemeinschaft und ihre
Mitgliedseinrichtungen beschlossen und zugleich ihre Verbindlichkeit
gestärkt.

Die
Leitlinie formuliert Anforderungen an Versuchsprotokollierung,
präzisiert die Verantwortung, die mit der Autorenschaft von
wissenschaftlichen Publikationen einhergeht, und betont besonders die
Leitungsverantwortung und Aufsichtspflichten. Aufgenommen wurde ein
Passus zur bewussten Vortäuschung von Qualitätsstandards bei
Publikationen als wissenschaftliches Fehlverhalten in Reaktion auf die
jüngste Debatte zu Raubverlagen (Predatory Publishing). Außerdem wird
zur besonderen Betonung der Unparteilichkeit bei Untersuchungsverfahren
unter der Führung der zentralen Ombudsperson der Leibniz-Gemeinschaft
ein eigens zuständiger „Anwalt“ des Beschuldigten eingeführt.

Leitbild Leibniz-Transfer

Die
Mitgliederversammlung der Leibniz-Gemeinschaft hat ein gemeinsames
„Leitbild Leibniz-Transfer“ beschlossen. Es soll das grundlegende
Verständnis der Leibniz-Gemeinschaft zum Wissenstransfer darlegen und
sowohl als gemeinsames Bekenntnis nach außen als auch den
Leibniz-Einrichtungen zur Orientierung für die Entwicklung
einrichtungsspezifischer Transferstrategien dienen.

Neue Projekte im Leibniz-Wettbewerb

Der
Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat für den Leibniz-Wettbewerb 2019 die
Förderung von 31 Vorhaben in einem Gesamtumfang von 24,1 Millionen Euro
beschlossen. Die bewilligten Projekte widmen sich etwa Themen wie den
wirtschaftlichen Folgen häuslicher Gewalt gegen Frauen, dem in
westafrikanischen Ländern verbreiteten Lassafieber oder dem Transfer von
verlässlichem Wissen über Wölfe in Deutschland.

Zum
zweiten Mal sind fünf herausragende Wissenschaftlerinnen für das
Leibniz-Professorinnenprogramm ausgewählt worden. Ferner bewilligte der
Senat sechs Leibniz-Junior Research Groups zur Förderung früher
Selbständigkeit von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in
der Leitung einer unabhängigen Nachwuchsgruppe. Hinzu kommen 16 Projekte
im Programm Leibniz-Kooperative Exzellenz und vier Vorhaben im Programm
Leibniz-Transfer.

Leibniz-Gemeinschaft

Fernübertragungstrassen oder Speicherausbau

1. Fernübertragungstrassen oder Speicherausbau
Grundsatzüberlegungen und Folienvortrag

Von Wolf von Fabeck

Rückblick

Die Stromwirtschaft hat Politik und Medien davon überzeugt, dass sie
das bessere Konzept hätte: Riesige Windanlagen weit draußen auf dem
Meer, wo keine Bürgerinitiative Ärger macht und der Wind (angeblich)
immer weht. Die Bundesregierung hat daraufhin 2009 ihre Unterstützung
für Bürger-Solar- und -Windanlagen an Land weitgehend zurückgenommen,
denn die Großtechnik auf dem Meer versprach mehr Strom und billigeren
Strompreis. Als sich später herausstellte, dass der geringere
Strompreis unrealistisch war, da waren die Weichen in Richtung
Offshore bereits gestellt.
Direkt nach der Fukushima Katastrophe kündigte Kanzlerin Angela Merkel
(nach einer Beratung mit den Managern der Stromwirtschaft) den Bau der
Supertrassen an, mit dem Ziel, den Atomausstieg zu flankieren.
Die Ankündigung des Fernübertragungs-Stromnetzes war eine strategische
Meisterleistung. Die Planung von Super-Stromleitungen, die den
Windstrom von der Küste bis nach Süddeutschland transportieren
sollten, überzeugte nicht nur die tonangebenden Politiker, sondern
auch viele Umweltfreunde.

Seit der Verkündung des großen Netzausbauplans geht ein tiefer Riss
durch die Umweltbewegung.
Der Bau von Ferntransporttrassen wird von vielen Umweltfreunden und
Atomgegnern als notwendiges Opfer angesehen.
Gegner des Ferntrassenbaus gelten mancherorts sogar als
realitätsfremde Idealisten, die ungewollt der Atomenergie den Weg
bereiten.
Der Bau des Fernübertragungs-Stromnetzes führt zu sonderbaren
Bündnissen: Großkraftwerksbetreiber, Netzbetreiber, Windkraftgegner
und Antiatominitiativen in einem Boot.
– Großkraftwerksbetreiber hoffen auf Fernübertragungsnetze für den
Verkauf von Strom aus ihren zentralen Kraftwerken.
– Den Netzbetreibern wird eine Rendite von etwa 9 % für das in den
Netzausbau investierte Eigenkapital garantiert.
– Illusionslose Atomgegner möchten sich lieber mit fossilem Strom als
mit Atomstrom versorgen lassen.
– Vertrauensvolle Atomgegner glauben an eine Stromversorgung
Süddeutschlands mit Offshore-Windstrom.
– Windkraftgegner hoffen vielleicht auf Windstrom ohne Windanlagen???

Der SFV lehnt das Projekt ab.

Norddeutschland kann nur bei Wind Windstrom liefern.
Das norddeutsche Windpotential reicht dann aber auch noch nicht einmal
für Norddeutschland.
Stromlieferungen über große Entfernungen sind gefährdet durch
Extremwetterereignisse, Erdbeben, Sabotage, Terrorakte und politische
Umbrüche in den Liefer- oder Transferländern
Eine Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien kann besser dezentral
und ohne Enteignungen für neue Fernübertragungsleitungen erfolgen.
Dass die angekündigte Versorgung Süddeutschlands mit
Offshore-Windstrom nicht funktionieren kann, ist für uns beim SFV
offensichtlich, doch die technischen und energiepolitischen
Zusammenhänge sind so kompliziert, dass viele Politiker und
Verwaltungsfachleute die versteckten Mängel in der Netzausbau-Planung
nicht entdecken (ein bekanntes Problem bei Großprojekten, vom
Hauptstadtflughafen bis zur „Atommüll-Endlagerung“).

Kennen Sie die Mängel schon?

Wir wollen hier einige Planungsfehler aufzeigen.
Und wir wollen zeigen, wie vordringlich der Speicherausbau ist.

Überarbeiteter Folienvortrag "Fernleitungen oder Speicher" unter
http://www.sfv.de/pdf/Fernleitungen_oder_Speicher.pdf

Fordern Sie einen Referenten des SFV an.

Mikrokapseln im Wärmekollaps

Mikrokapseln im Wärmekollaps
Physiker simulieren erstmals Auswirkungen thermischer Fluktuationen

Jülich, 13. November 2012 – Ab welchem Druck fängt eine Hohlkugel an zu kollabieren? Dieses klassische Problem der Mechanik spielt auch beim Verständnis von Mikrokapseln eine Rolle, die Wirkstoffe im Körper gezielt zu einem Organ transportieren können. Anders als bei Druckkesseln oder Taucherglocken kommen dabei thermische Fluktuationen hinzu. Die mikroskopischen Schalen verformen sich unkontrolliert aufgrund dieser wärmebedingten Molekularbewegung. Unter Druck kollabieren sie deshalb eher als bisher vorhergesagt, wie Jülicher Wissenschaftler und ihre Partner an der Universität Harvard nun erstmals exakt berechnet haben. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht.

In den letzten Jahren wurden aus verschiedenartigen Materialien Kapseln mit einem Durchmesser von wenigen Mikro- oder Nanometern hergestellt, zum Beispiel aus elektrisch geladenen Polymeren, sogenannten Polyelektrolyten, oder aus Siliziumoxid. Ihre Dynamik und Interaktion ist entscheidend für mechanische Eigenschaften, die teilweise völlig neue Möglichkeiten bieten für Implantate, Prothesen oder maßgeschneiderte Träger für medizinische Wirkstoffe. Für die Entwicklung solcher Anwendungen ist es von Interesse, präzise vorhersagen zu können, wie sich die Kapseln unter Druck verhalten und ab welchem kritischen Wert es zum abrupten Kollaps kommt.

Die Deformation makroskopischer, starrer Kugelschalen wurde bereits vor über 50 Jahren von dem berühmten ungarisch-amerikanischen Mathematiker, Luftfahrt-Ingenieur und Physiker Theodore von Kármán sehr genau berechnet und beschrieben. Doch für den Nano- und Mikrometerbereich gilt dessen Formel nur begrenzt. „Aufgrund der thermischen Bewegung im angrenzenden Fluid sind mikroskopische Teilchen ständigen Stößen mit den umgebenden Molekülen und Atomen ausgesetzt, die sie abhängig von ihrer Elastizität und Größe unablässig verformen“, erläutert Prof. Gerhard Gompper vom Institut für Komplexe Systeme (ICS).

Die Jülicher Physiker haben gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Harvard auf Superrechnern simuliert, wie sich die Form der winzigen Kugelschalen unter Einbeziehung der thermischen Fluktuationen verändert. „Mit unseren Berechnungen konnten wir erstmals zeigen, dass thermische Fluktuationen die Stabilität tatsächlich beeinflussen, speziell dann, wenn nicht nur die Teilchen selbst, sondern auch ihre Wanddicke im Verhältnis zum Radius sehr klein ausfallen“, so der Leiter des Bereichs „Theorie der Weichen Materie und Biophysik“.

Besonders stark sind die thermischen Effekte, wenn äußere Kräfte wirken, beispielsweise ein osmotischer Druck, der durch unterschiedlich hohe Stoffkonzentrationen innerhalb und außerhalb einer Zelle hervorgerufen wird. „Die thermisch bedingten Dellen und Knicke in der Oberfläche wirken wie eine Art Sollbruchstelle, die unter Druck schnell weiter anwächst. Das führt dazu, dass sich thermisch angeregte Kugeln um bis zu 20 Prozent leichter verformen und deutlich eher kollabieren, als durch die klassische Theorie vorhergesagt“, berichtet Mitautor Dr. Gerrit Vliegenthart vom Institute for Advanced Simulation (IAS) .

Betroffen von den thermischen Effekten sind unter anderem rote Blutkörperchen, deren Anteil im menschlichen Blut etwa 50 Prozent beträgt. Auf vergleichbare Werte bezüglich Größe und Elastizität kommen auch Polyelektrolyt-Kapseln, die unter anderem in der Druckindustrie als Farbkapseln eingesetzt werden. Derzeit werden sie zudem als Medikamenten-Träger weiterentwickelt, die medizinische Wirkstoffe gezielt über die Zeit abgeben oder zu bestimmten Organen transportieren können. Am stärksten wirken sich die thermischen Fluktuationen wahrscheinlich bei einem ziemlich exotischen Material aus: Mikrokapseln aus künstlicher Spinnenseide, entwickelt von Wissenschaftlern der TU München. Ihre Hülle ist extrem reißfest und mit einer Dicke von wenigen Nanometern konkurrenzlos dünn.

Welchen Einfluss thermische Fluktuationen auf die Formstabilität haben, lässt sich Gerhard Gompper zufolge übrigens auch mit einem einfachen Experiment nachvollziehen: „Man nehme ein Blatt Papier, lege es auf den Tisch, und versuche, diagonal entgegengesetzte Kanten gegeneinander zu verschieben, was wegen der hohen Schersteifigkeit kaum gelingt. Nun zerknüllt man das Papier, streicht es fast glatt und legt es wieder auf den Tisch. Die Kanten lassen sich nun deutlich besser gegeneinander verschieben als vorher, wobei die verbliebenen Knicke im Papier den thermischen Fluktuationen entsprechen.“