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Zahnputzpulver

Aus der Werbung sind weiße und makellose Zähne nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder, denn sie haben sich längst zum Statussymbol entwickelt.

Zahnpflege ist aber keineswegs eine moderne Errungenschaft. Zahnstocher z.B. aus Holz oder Federkielen waren in allen Kulturen bekannt. Im arabischen Raum pflegt man sich die Zähne noch heute mit faserigen fluoridhaltigen Hölzchen („Miswak“) aus den Wurzeln des Arak-Baumes. Zahnpulver auf der Basis von Salz und gemahlenem Bimsstein war noch bis ins 19. Jahrhundert bekannt. Damit bekam man zwar die Beläge runter, den Zahnschmelz aber auch.

Zahnschonende Zahnpulver sind heutzutage vor allem für diejenigen interessant, die keine Schaumberge im Mund mögen.

Das Rezept für ein Zahnpulver.

Sie benötigen dazu:

  • 1 EL Kochsalz, am Besten mit Fluorid. Das wirkt antibakteriell und besitzt einen gewissen Kariesschutz.
  • 1 TL Niemrindenpulver. Die Rinde des indischen Niembaums stärkt das Zahnfleisch und beugt Entzündungen vor.
  • 1 EL Calciumcarbonat, auch als Schlämmkreide bekannt. Es dient als sanftes Scheuermittel und ist auch in den meisten Zahnpasten enthalten.
  • 3 EL Natron und 1 EL Zitronensäure. Beides zusammen wirkt als leichter Schaumbildner.
  • 1 TL Kieselsäure, dient als Trennmittel und verhindert Klümpchen.
  • 10 Tropfen Krauseminzeöl für den frischen Spearmint-Geschmack.

Alle Bestandteile nacheinander in ein Schraubglas geben und gut vermischen. Einfach etwas Pulver auf die angefeuchtete (elektrische) Zahnbürste (s. Bezugsquellen) geben und kurz aufschäumen lassen. Dann wie gewohnt putzen. Zum Schluss mit einer elektrischen Munddusche nachspülen.

Für einen ausreichenden Kariesschutz sollten die Zähne zweimal wöchentlich mit einem Fluoridgel geputzt werden.

Wer weiß, vielleicht ist unser Zahnputzpulver schon bald in aller Munde.

Text und Idee: Horst Minge und Jean Pütz

 

Zinnersatz-Produkt für Karosseriereparaturen

Henkel präsentiert epoxidbasiertes Zinnersatz-Produkt für Karosseriereparaturen
Mit dem Zweikomponenten-Material Terokal 5010 TR präsentiert Henkel jetzt ein komplett neuartiges Verfahren zur perfekten Reparatur von Karosserieschäden, das dem Heißlöten mit Zinn weit überlegen ist. Im Allianz Zentrum für Technik konnte das unter dem Markennamen Teroson vertriebene Produkt seine Praxistauglichkeit in Versuchsreihen unter Beweis stellen.
 
 MaterialNews vom 20.09.2012 Produktauftrag von Terokal 5010 TR. Bild: Henkel AG & Co. KGaA
Produktauftrag von Terokal 5010 TR. Bild: Henkel AG & Co…  Der Einsatz von Terokal 5010 TR bedeutet für die Autowerkstatt eine enorme Arbeits- und Zeitersparnis. Da im Vergleich zum Arbeiten mit Zinn keine hohen Temperaturen auftreten, müssen Fahrzeugteile vorher nicht demontiert und nach der Reparatur wieder eingebaut werden. Die hinter der bearbeiteten Stelle liegenden Kunststoffteile bleiben auch komplett unbeeinflusst, da die Verarbeitungs- und Aushärtetemperaturen nicht höher werden, als stünde das Auto in der prallen Sonne.

Im Vergleich zu Zinn punktet Terokal 5010 TR auch mit seiner ausgezeichneten Verarbeitbarkeit und Modellierbarkeit auch an schlecht erreichbaren Stellen der Karosserie. Das Produkt wird bei Raumtemperatur verarbeitet und anschließend mit einer Infrarotwärmequelle bei 60 bis 80 Grad Celsius ausgehärtet. Anders als beim Zinn, das bei sehr viel höheren Temperaturen aufgetragen wird, bleiben auch Lack und Rostschutz rund um die Reparaturstelle an der Karosserie intakt.

Lange Verarbeitbarkeit, einfaches Anmischen

Mit Terokal 5010 TR wird das Modellieren für den Karrosseriefachmann einfacher. Dank der langen Verarbeitbarkeit von rund 80 Minuten bleibt genug Zeit, die schadhafte Stelle perfekt nachzubilden.

Auch das Anmischen des zweikomponentigen Materials ist ausgesprochen einfach dank einer speziellen Mischdüse, über die Terokal 5010 TR aufgetragen wird. In der Düse mischen sich die beiden Komponenten automatisch. Dadurch ist eine optimale Materialnutzung gewährleistet.

Praxistauglichkeit

Die Innovation von Henkel ist einsetzbar auf allen Metalloberflächen der Fahrzeugkarosserie. Im Allianz Zentrum für Technik hat das Produkt in langen Versuchsreihen seine Praxistauglichkeit bewiesen und auch namhafte Automobilhersteller zeigten sich nach eigenen Tests überzeugt von dessen Eigenschaften.

Terokal 5010 TR eignet sich hervorragend zum anschließenden Hobeln und Schleifen. Es bietet zudem einen guten Untergrund für das anschließende Spachteln und Lackieren der Reparaturstelle. Terokal 5010 TR ist erhältlich in 2K Kartuschen von 175 ml Inhalt und mit gebräuchlichen Handpistolen (Staku) verarbeitbar.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Für den Reparaturbetrieb und seine Mitarbeiter bedeutet Terokal 5010 TR auch ein mehr an Sicherheit im Vergleich zur Verwendung von Zinn. Da nicht mit einer offenen Flamme gearbeitet wird, werden die durch die offene Flamme beim Löten auftretenden Gefahren und Unannehmlichkeiten komplett ausgeschlossen.

Quelle: Henkel AG & Co. KGaA – 18.09.2012.

2,5 Millionen-Preis für Quantencomputer

Professor
Wolfang Wernsdorfer vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erhält
den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2019 der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG). Mit dem mit 2,5 Millionen Euro
höchstdotierten Wissenschaftspreis Deutschlands würdigt die DFG den
Experimentalphysiker für seine Forschung zur Elektronik, Spinphysik und
zum Quantencomputing.

„Auf dem Weg zu
künftigen Quantencomputern liefert Wolfgang Wernsdorfer mit seiner
Forschung zu Nanomagneten maßgebliche Beiträge und prägt damit eine der
wesentlichen Zukunftstechnologien mit“, sagt der Präsident des KIT,
Professor Holger Hanselka. „Der Leibniz-Preis ist eine großartige
Anerkennung seiner herausragenden Leistungen. Wir sind stolz auf
Wolfgang Wernsdorfer – und freuen uns mit ihm über diese besondere
Auszeichnung.

„Wolfgang Wernsdorfer
ist eine herausragende Forscherpersönlichkeit, auf dem Gebiet der
Quantenmechanik gehört er auch international zur absoluten Spitze“, so
der Vizepräsident des KIT für Forschung, Professor Oliver Kraft. „Für
seine Forschung ist er in den vergangenen Jahren bereits mehrfach
ausgezeichnet worden. Nun erhält er für seine exzellenten Leistungen den
wichtigsten deutschen Forschungspreis – das freut mich wirklich sehr
und ich gratuliere ihm herzlich zu diesem Erfolg!“

Wolfgang Wernsdorfer
gehört zu den weltweit führenden Experten für Nanomagnetismus und
Einzelmolekülmagnete und deren Einsatz in Quanten-Rechner-Systemen. Im
Mittelpunkt seiner Forschung steht die molekulare Quanten-Spintronik,
ein Gebiet der experimentellen Festkörperphysik an der Schnittstelle zur
Chemie und zur Materialwissenschaft. Mit seiner Forschungsgruppe
entwickelt Wolfgang Wernsdorfer schnelle und zuverlässige Methoden, um
Spinzustände einzelner magnetischer Moleküle zur
Quanteninformationsverarbeitung auszulesen. Damit schaffen er und sein
Team wesentliche Voraussetzungen für künftige Quantentechnologien. So
fand Wernsdorfer mit bahnbrechenden Experimenten heraus, wie sich
molekulare Magnete unter den Gesetzen der Quantenmechanik verhalten.
Wernsdorfers Gruppe war die erste, die Quanten-Spin-Zustände in einem
Molekül messen und kontrollieren konnte.

Quantenphysikalische
Effekte machen zahlreiche neue Anwendungen in den verschiedensten
Bereichen möglich – bei gleichzeitig wesentlich verbesserter Kapazität,
Sensitivität und Geschwindigkeit. Prominentes Beispiel ist die
Informationsverarbeitung: Anders als klassische Computer, die mit Bits
arbeiten, die immer den Wert Null oder Eins annehmen, nutzen
Quantencomputer als kleinste Recheneinheit Quantenbits, kurz Qubits, bei
denen es auch Werte zwischen Null und Eins gibt. Durch Verschränkung
von Qubits untereinander entstehen gemischte Quantenzustände, die es
ermöglichen, viele Rechenschritte parallel auszuführen.

Mehr zur Forschung von Wolfgang Wernsdorfer:

Optik bringt Quanteninformationsverarbeitung voran – ERC  Advanced Grant (Presseinformation 047/2017): https://www.kit.edu/kit/pi_2017_047_optik-bringt-quanteninformationsverarbeitung-voran.php


KIT holt herausragenden Experimentalphysiker nach Deutschland zurück (Presseinformation 070/2016): https://www.kit.edu/kit/pi_2016_070_kit-holt-herausragenden-experimentalphysiker-nach-deutschland-zurueck.php

Wolfgang Wernsdorfer – zur Person

Wolfgang Wernsdorfer,
Jahrgang 1966, ist seit 2016 Humboldt-Professor am KIT. Mit diesem Preis
zeichnet die Alexander von Humboldt-Stiftung weltweit führende und
bisher im Ausland tätige Wissenschaftler aus. Die Humboldt-Professur ist
Deutschlands höchstdotierter Forschungspreis mit internationaler
Ausrichtung. Am KIT baut Wernsdorfer derzeit ein bislang einzigartiges
Zentrum für molekulare Quantenspintronik auf. Zuvor war er seit 2008
Directeur de recherche première classe im Institut NÉEL des Centre
National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Grenoble, Frankreich.
Bereits seit 1996 war Wernsdorfer Wissenschaftlicher Mitarbeiter am
Laboratoire de Magnétisme in Grenoble, Frankreich – einem der Institute,
aus denen 2007 das Institut Néel hervorging. Sein Physik-Studium begann
er nach einer Ausbildung zum Elektriker und der Berufsoberschule an der
Julius-Maximilians-Universität Würzburg und beendete es an der
angesehenen École Normale Supérieure in Lyon, Frankreich.

Zu Wernsdorfers
zahlreichen hochrangingen Auszeichnungen zählen außerdem der Agilent
Europhysics Prize, der Olivier Kahn International Award, der Prix
Spécial der Société Française de Physique sowie bereits zwei der
begehrten ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats.

Mit Wolfgang
Wernsdorfer haben bisher insgesamt acht Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler des KIT den Leibniz-Preis der DFG erhalten.


Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis


Der Leibniz-Preis wird
seit 1986 jährlich von der DFG vergeben. Er zeichnet herausragende
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre Forschungen auf allen
Gebieten der Wissenschaft aus. Das Preisgeld von etwa 2,5 Millionen Euro
können sie in einem Zeitraum von bis zu sieben Jahren nach ihren
eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre
wissenschaftliche Arbeit ausgeben. Der Leibniz-Preis geht in diesem Jahr
an zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Bislang wurden 348
Leibniz-Preise vergeben. Er gilt weltweit als einer der wichtigsten
Wissenschaftspreise; sieben Preisträger erhielten nach dem Leibniz-Preis
auch den Nobelpreis. Verliehen werden die Leibniz-Preise am 13. März
2019 in Berlin.

Leibniz-Preise 2019, Presseinformation der DFG:

Energiewende blutet arme Haushalte aus

pte20181205018 Umwelt/Energie, Unternehmen/Finanzen

Energiewende blutet arme Haushalte aus

Belastung der Armutsgefährdeten durch Stromkosten hat von 2006 bis 2016 stark zugenommen

(pte018/05.12.2018/13:54) – Unter den erhöhten Preisen durch die
Energiewende haben einkommensschwache Haushalte in Deutschland besonders
zu leiden, weil sie einen größeren Anteil ihres Einkommens für die
Finanzierung ihres Energiebedarfs aufwenden müssen als wohlhabende
Haushalte. Das zeigt eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für
Wirtschaftsforschung http://rwi-essen.de .

Heizen wird immer teurer

Laut den RWI-Forschern hat die Belastung armutsgefährdeter Haushalte
durch Stromkosten relativ zu ihrem Einkommen in den Jahren 2006 bis 2016
erheblich zugenommen. Sie haben im Jahr 2016 mehr für Strom ausgegeben
als zur Deckung ihres Energiebedarfs zum Heizen und zur
Warmwassererzeugung. So musste ein armutsgefährdeter alleinstehender
Rentner im Jahr 2016 rund 50 Prozent mehr pro Monat für Strom bezahlen
als noch im Jahr 2006.

Während der Anteil der Stromkosten am Einkommen bei wohlhabenderen
Haushalten laut der Studie rund 1,5 Prozent beträgt, musste ein
armutsgefährdete Dreipersonenhaushalt im Jahr 2016 knapp fünf Prozent
des Einkommens zur Begleichung der Stromkosten aufwenden. Die
Verdoppelung der Strompreise seit Einführung des EEG im Jahr 2000 hatte
daher erhebliche Verteilungswirkungen zur Folge.

"Gerechtigkeitslücke verschärft"

Im Fokus der Studie stehen drei Typen armutsgefährdeter Haushalte:
armutsgefährdete alleinstehende Rentner, die keine staatlichen Hilfen in
Anspruch nehmen beziehungsweise erhalten, Arbeitslosengeld II
beziehende Einpersonenhaushalte sowie armutsgefährdete
Drei-Personen-Haushalte. Es werden sämtliche der Energiewende
geschuldeten Abgaben, Umlagen und Steuern, inklusive der auf alle diese
Preiskomponenten entfallenden Mehrwertsteuer, betrachtet.

Grund hierfür ist nicht zuletzt, dass die insbesondere auf die
EEG-Umlage zu zahlende Mehrwertsteuer mittlerweile ein Volumen von
mehreren Milliarden Euro pro Jahr angenommen hat. "Diese Tatsache
verschärft die Gerechtigkeitslücke bei der Verteilung der Kosten der
Energiewende", schreiben die RWI-Ökonomen in ihrem Bericht.

"Um künftige Strompreisanstiege zu dämpfen, sollte die Kosteneffizienz
beim künftigen Ausbau der regenerative Energietechnologien oberste
Priorität haben. Vor allem sollte der Ausbau der Erneuerbaren mit dem
Netzausbau synchronisiert werden, um unnötig hohe Kosten bei der
Aufrechterhaltung der Netzstabilität und weitere Ineffizienzen zu
vermeiden", so RWI-Wissenschaftler Manuel Frondel.

Der Mythos des rückengerechten Hebens

Der Mythos des rückengerechten Hebens
Seit Jahren wird Menschen, die schwere Lasten heben müssen, empfohlen, dies möglichst aus der tiefen Hocke heraus zu tun. Diese Hebetechnik soll die Belastung für die Wirbelsäule minimieren, die Bandscheiben so weit wie möglich schonen und Rückenschmerzen vorbeugen – so die Theorie. In der Fachzeitschrift „physiopraxis“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2011) entlarven Physiotherapeuten der Rehaklinik Bellikon in der Schweiz diese Empfehlung nun als Mythos.  

„Bisher werden Rückenschmerzen hauptsächlich auf eine übermäßige Druckbelastung der Bandscheiben zurückgeführt“, so die Autoren des Beitrags. Dies sei jedoch vermutlich auf eine Fehlinterpretation zurückzuführen: Die in Therapeutenkreisen bekannte Rückenbelastungstabelle, die der Orthopäde Alf Nachemson im Jahr 1966 publiziert hat, setzt den Druck auf die Bandscheiben in verschiedenen Körperhaltungen zueinander ins Verhältnis. Verglichen mit der Druckbelastung im Stand sind die Bandscheiben demnach in der Rückenlage nur zu einem Viertel belastet. Im Sitzen oder im vorgebeugten Stand ist der Druck laut Nachemson dagegen deutlich höher als im aufrechten Stand.  

Daher empfehlen auch heute noch viele Therapeuten und Mediziner, längeres Sitzen zu vermeiden, möglichst oft eine stehende oder liegende Position einzunehmen, sowie Lasten mit möglichst vertikalem Rücken aus der tiefen Hocke heraus zu heben. Die Kraft für den Hebevorgang sollte dabei hauptsächlich aus den Beinen kommen. „Diese Hebetechnik ist alles andere als ökonomisch“, konstatieren Adrian Mieth, Nicole Saghy Steger und Maurizio Trippolini, die sich an der Rehaklinik Bellikon auf arbeitsorientierte Rehabilitation spezialisiert haben. Mehrere Studien hätten inzwischen gezeigt, dass Probanden bei der tiefen Hocke schnell ermüden und nur langsam arbeiten können. Zudem lassen sich bei dieser Hebevariante geringere Lasten bewegen als beim Heben aus der halben Hocke.  

Und die Bandscheiben? Auch die danken es dem Hebenden nicht unbedingt, wenn er sich für die kraftraubende tiefe Hocke entscheidet. „Neuere Studien haben für die drei Hebetechniken nur geringe Unterschiede in der Druckbelastung festgestellt“, so die Schweizer Therapeuten. Entscheidend für die Rückengesundheit sei aber vermutlich ohnehin nicht der Druck, sondern die lange Zeit vernachlässigten Zug- und Scherkräfte, die auf die Wirbelsäule wirken. Für diese Kräfte sei die Bandscheibe nicht ausgelegt. Die drei Therapeuten verweisen in diesem Zusammenhang auf eine im Jahr 1999 veröffentlichte Studie, nach der die Zug- und Scherkräfte bei geradem – aber nicht notwendigerweise senkrechtem – Rücken am geringsten sind.  

Das Fazit von Adrian Mieth und seinen Kollegen lautet also: Lasten sollten mit geradem Rücken und aus der halben Hocke heraus gehoben werden. Diese im Sportbereich schon seit Jahren als Kreuzheben bekannte Technik verbindet Effizienz und Rückenschonung in optimaler Weise: Die körperliche Erschöpfung tritt ähnlich spät ein wie bei der Bücktechnik, Bandscheiben und Wirbel werden genauso gut geschützt wie bei der tiefen Hocke, und es können – im Gegensatz zur tiefen Hocke – auch größere Lasten angehoben werden, die sich nicht zwischen den Beinen platzieren lassen.  

Überschall-Spray ermöglicht biegsame Elektronik

Überschall-Spray ermöglicht biegsame Elektronik

Material ist flexibel, transparent, guter Stromleiter und billig herstellbar

Der neue Film lässt sich sehr vielseitig einsetzen (Foto: korea.edu, S.K. Yoon)
Der neue Film lässt sich sehr vielseitig einsetzen (Foto: korea.edu, S.K. Yoon)

Seoul/Chicago (pte027/24.11.2016/12:30) –

Forscher der Korea University http://korea.edu haben zusammen mit Kollegen der University of Illinois http://illinois.edu einen neuen ultradünnen und zugleich flexiblen Film entwickelt, der
nicht nur äußerst billig herzustellen, sondern auch ein hervorragender
Leiter für elektrischen Strom ist.

Silber-Nanodrähte im Einsatz

Durch seine Biegsamkeit und seine Robustheit kann das
neue Material auch in einer Reihe von Anwendungen – wie bei Wearables,
flexiblen Displays und Solarzellen oder als elektronische Haut – zum
Einsatz kommen. Der Film aus Silber-Nanodrähten wird durch das Besprühen
mit Nanodraht-Partikeln via Überschallgeschwindigkeit über eine winzige
Spritzdrüse aufgetragen.

Durch die Konvertierung der kinetischen Energie in
Hitze verschmelzen die Nanodrähte miteinander. "Die ideale
Geschwindigkeit ist 400 Meter pro Sekunde", verdeutlicht Studienautor
Alexander Yarin. Wenn die Energie zu hoch ist, werden die Drähte
zerrissen, wenn sie wiederum zu niedrig ausfällt, ist nicht genug Hitze
vorhanden, um die Drähte miteinander zu verschmelzen", fügt Yarin hinzu.
Das Ergebnis ist ein Film, der fast die elektrische Leitfähigkeit einer
Silberplatte und die Transparenz von Glas aufweist.

Um Faktor sieben ausdehnbar

Die Forscher haben die Nanodrähte in flexible
Plastikfilme sowie dreidimensionale Objekte verändert. Der transparente
Film lässt sich wiederholt biegen und bis um den Faktor sieben seiner
ursprünglichen Länge dehnen, ohne seine Eigenschaften zu verändern.
Zuvor hatten schon die Forscher einen transparenten und leitenden Film
entwickelt, indem sie verworrenes Nanofiber mit Kupfer galvanisierten.

Verglichen mit dem neuen Silber-Nanodraht-Film ist
diese Technologie besser skalierbar und daher für die industrielle
Produktion geeignet, erklären die Wissenschaftler abschließend. "Es ist
einfacher in großen Mengen herzustellen, da es sich hierbei um einen
einstufigen und nicht wie beim Silbernanodraht um einen zweistufigen
Prozess handelt", präzisiert Yarin.

Bienensterben nimmt bedrohliche Ausmaße an

Zu wenig blühende Pflanzen

„Es gibt keine Maikäfer mehr…“ sang einst Reinhard Mey. Doch
während es davon in Südhessen inzwischen viel zu viele gibt, könnte es
bald heißen „Es gibt keine Honigbienen mehr!“. Denn das Massensterben
unserer Honigbienen (Apis melifera) nimmt inzwischen bedrohliche
Ausmaße an. In manchen Regionen haben bis zu 80 Prozent der
Bienenvölker den Winter nicht überlebt, meldete kürzlich der Ökoverband
Demeter. Die Ursachen sind nicht geklärt.

War es der lange und kalte Winter oder der zunehmende Befall mit der Varroamilbe? Offensichtlich sind die Bienen in ihrer Vitalität geschwächt. Konnte ein Bienenvolk
vor 15 Jahren noch einen Befall mit 10 000 Varroamilben überleben, ist
ein Befall mit 1 000 bis 2 000 Milben derzeit schon tödlich. Das macht
eine häufigere Bekämpfung der Milben notwendig.

Das Massensterben wird auch dem Mangel an blühenden Pflanzen und dem Einsatz von Insektiziden angelastet. Der Fortbestand der Imkerei könne nur gesichert werden,
wenn sowohl in der Agrarpolitik als auch in der Gesellschaft ein Umdenken einsetze, heißt es in einer Pressmitteilung von Demeter. Bienen produzieren nicht nur Honig, sie bestäuben vor allem die Blüten und sichern so Erträge – vor allem im Obstbau. Das
Zoologische Institut in Greifswald wird in einem Pilotprojekt klären, ob zur Bestäubung der Obstbäume die Rote Mauerbiene geeignet ist. Diese würde aber keinen Honig erzeugen.

Seidenfäden helfen bei Regeneration

Hoffnung auf Wiederherstellung von Rückenmark und Sehnerv
 
Scan: Nervenzellen, die an Seidenfäden (rot) wachsen (Quelle: Uniklinik Leipzig)

Leipzig (pte004/17.12.2011/06:15) – Forscher der Universitätsaugenklinik Leipzig http://augenklinik.uniklinikum-leipzig.de haben mit Kollegen aus den USA und Frankreich elektrisch gesponnene Seidenfäden entwickelt, die verletzten Nerven beim Wachsen helfen könnten. Wenn der Sehnerv durchtrennt wird, erblinden die Betroffenen unabwendbar. Denn: "Anders als Nerven des peripheren Nervensystems, zu denen etwa der Ischiasnerv gehört, sind Nerven des Zentralen Nervensystems, also Gehirn, Rückenmark und Sehnerv, nicht zur Regeneration fähig", so Thomas Claudepierre von der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig gegenüber pressetext.

Biomaterial als Gerüst

Dem Wissenschaftler nach, ist die Hoffnung jedoch hoch, dass der Schaden mit Hilfe der Seide behoben werden kann. "Um einen Nerv des Zentralen Nervensystems zum regenerativen Wachstum zu bewegen, brauchen wir Biomaterialien, die für den verletzten Nerv eine Art Gerüst bilden, an dem er entlang wachsen kann. Gleichzeitig sollten sie sein Wachstum anregen", weiß Claudepierre.

Für ihre Versuche haben die Forscher Zellkulturen von Netzhautnervenzellen der Ratte verwendet. Diese wurden – um die Zerstörung des Nervs zu simulieren – in ein schädigendes Medium gesetzt. Wie sich zeigte, konnten die Zellen an den Seidenfäden auf einem Deckgläschen entlang wachsen. Indem die Seidenfäden bei der Herstellung mit Wachstumsfaktoren versetzt wurden, konnte der Effekt verstärkt werden.

Implantate als Vision

"Wachstumsfaktoren, die in die Fasern eingeschlossen sind, können ihre Funktion über einen langen Zeitraum beibehalten", erklärt Claudepierre. Der Einsatz beim Menschen sei theoretisch möglich. Wann die Wissenschaftler aber die Seidenfäden im menschlichen Nervensystem nutzen könnten, sei offen. Das nächste Ziel der Forscher ist die Entwicklung eines 3-D-Gerüsts, das an der Stelle einer Nervenschädigung implantiert wird.

Dieses Gerüst soll die Zellen dabei unterstützen, ihre Nervenfortsätze zu regenerieren. Claudepierre und sein Team wollen untersuchen, inwieweit auch die Gliazellen, die das Stützgewebe der Nervenzellen bilden, mithilfe der Seidenfasern ihre Orientierung wiedererlangen können. Dieses Modell soll zunächst im Tierversuch getestet werden. Sollten die Versuche erfolgreich verlaufen, könnte die Methode eines Tages dabei helfen, Menschen etwa vor einer Erblindung zu bewahren.

Steckfertige Solarmodule zur Selbstmontage

Steckfertige Solarmodule und Kleinwindanlagen zur Selbstmontage –
Einige Überlegungen zur elektrischen Sicherheit

In den vergangenen Monaten fand eine Idee immer mehr Aufmerksamkeit:
Solarmodule zur Selbstmontage auf Balkons und an Fensterbrüstungen von
Mietswohnungen. Der SFV begrüßt diese Idee grundsätzlich, weil sie neue
Teilnehmer für die Umstellung der Stromerzeugung auf Erneuerbare
Energien aktivieren kann.

Damit diese Idee auch von elektrotechnischen Laien umgesetzt werden
kann, müssen einige offene Fragen, z.B. zur Zulässigkeit des
Anschlusses, zur Abrechnung mit dem Netzbetreiber und insbesondere zur
elektrischen Sicherheit geklärt werden. Im folgenden werden die beiden
erstgenannten Fragen (Zulässigkeit und Abrechnung) zunächst explizit
ausgeklammert. Es soll hier ausschließlich nur um Fragen der
elektrischen Sicherheit gehen, denn die muss Priorität haben.

Die derzeit dazu im Handel angebotenen Solarmodule sind kombiniert mit
einen an der Rückseite angebrachten Wechselrichter (manche auch mit
einer aufladbaren Batterie). Außerdem ist bereits ein Anschlusskabel mit
(je nach Fabrikat unterschiedlichem) Stecker vorhanden.
Wir sprechen hier im folgenden von "steckfertigen Solarmodulen", ohne
uns auf ein bestimmtes Fabrikat zu beziehen.

Landwirtschaft für die Schule

Neue Handreichungen für Lehrkräfte vorgestellt

Die Leistung der Bäuerinnen und Bauern bei der Herstellung von Lebensmitteln und die Lebensmittel selber können wir erst dann wirklich wert schätzen, wenn wir sie auch selbst kennen gelernt haben“. Dieser Überzeugung ist Dr. Margareta Büning-Fesel, Geschäftsführender Vorstand vom aid infodienst, Bonn. Gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsminister Helmut Brunner (Landwirtschaft) und Staatssekretär Bernd Sibler (Unterricht und Kultus) hat Büning-Fesel Ende Juni 2012 die ersten vier von acht Handreichungen für den Unterricht in allgemeinbildenden Schulen auf einem Bauernhof in Landsham bei München der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die zentralen Fragen dieser neuen Reihe an Unterrichtsmaterialien sind: Wie funktioniert Landwirtschaft? Wie gehen wir mit unserer Umwelt, unseren Ressourcen, den Nutztieren und -pflanzen um? Wovon leben die Menschen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb
heute? Die Antworten sind mit Hilfe der aid-Lehrerhandreichungen für die vier Jahrgansstufen der Grundschule sowie für die Sekundarstufen I und II ganz leicht. Jede Handreichung enthält umfangreiche Hintergrundinformationen sowie eine Vielzahl von Unterrichtseinheiten mit Arbeitsblättern, Lösungsvorschlägen, Folien und Tafelbildern sowie Illustrationen. Die jeweils beiliegende CD-ROM ermöglicht eine individuelle Anpassung an den Lernstand der jeweiligen Klasse.

Das Unterrichtsmaterial für alle Schulstufen ist das Ergebnis einer gelungenen Partnerschaft. Es wurde von Lehrkräften aus Bayern ausgearbeitet, fachlich von der Landesanstalt für Landwirtschaft, didaktisch vom Landesinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung in München sowie redaktionell vom aid infodienst bearbeitet. Die
Themenhefte bieten Unterrichtsmaterialen und Unterrichtseinheiten mit schneller Orientierungsmöglichkeit und breitem Einsatzspektrum für die Lehrenden, ausgerichtet auf Kompetenzorientierung und Differenzierung.

Büning-Fesel hob bei der Präsentation hervor, dass Kinder in vielen Industriestaaten
heute leider eine verzerrte Vorstellung von der Herkunft Ihrer Lebensmittel haben, so dass die Vermittlung von Wissen dazu umfassender im Rahmen der Allgemeinbildung verankert werden muss: „Der aid infodienst will mit der Bereitstellung dieser Unterrichtsmaterialien in ganz Deutschland mit dazu beitragen, dass möglichst vielen Schülerinnen und Schülern von der ersten bis zur zwölften Klasse ein realistisches Bild unserer vielfältigen Landwirtschaft und der Produktion unserer Lebensmittel vermittelt wird.“ (aid)