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Hoffnung bei Dickdarmkrebs

Impfung mit "bispezifischen Antikörpern" gibt Hoffnung

Heidelberg (pte/11.10.2006/12:42) – Einem Wissenschaftsteam der
Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de ist es in Kooperation mit
Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)
http://www.dkfz.de/de/index.html gelungen, eine neue Krebstherapie zu
entwickeln. Vor allem Patienten, die an fortgeschrittenem Dickdarmkrebs
leiden, werden mit ihren eigenen Krebszellen geimpft. Diese speziellen
Zellen wurden zuvor für die Immunabwehr "erkennbar" gemacht, das heißt
mit einem unschädlichen Virus infiziert und mit Antikörpern beladen.
Dem Immunsystem soll es auf diese Weise möglich sein, die krankhaften
Zellen besser zu erkennen und letztlich anzugreifen. Das medizinische
Forschungsprojekt wird von der Dietmar Hopp-Stiftung
http://www.dietmar-hopp-stiftung.de mit rund 780.000 Euro gefördert.

Da bereits bei anderen Tumorarten Erfolge erzielt werden konnten, soll
dieses Therapiemodell nun auch bei der spezifischen Art des
Dickdarmkrebes in verbesserter Form überprüft werden. Dies stellt eine
neue Alternative zur lebensverlängernden, jedoch nicht heilenden
Chemotherapie dar. Im Gespräch mit pressetext weist ein
wissenschaftlicher Mitarbeiter des DKFZ, Abteilung für Zelluläre
Immunologie, darauf hin, dass erste Studien über die Verträglichkeit
der Therapie mit zwölf Patienten durchgeführt werden. Den speziell
geimpften Krebszellen wurde ein Vogelvirus, der üblicherweise Hühner
befällt, integriert. Damit soll das Immunsystem des Krebspatienten
stärker stimuliert werden. Das verwendete Virus sei nicht human
pathogen, das heißt nicht krankheitsbildend und vom menschlichen
Immunsystem innerhalb von zwölf bis 24 Stunden abzustoßen, heißt es auf
Nachfrage von pressetext.

Indem eine Impfung mit eigenen Tumorzellen beim Menschen vorgenommen
wird, lasse sich auch das Überleben von Krebspatienten teils erheblich
verlängern, so Jürgen Weitz, Leiter der Sektion für Chirurgische
Onkologie in der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg.
"Bispezifische Antikörper" sollen einerseits die Krebszelle und
andererseits das Immunsystem binden, so dass der Grad der Wirksamkeit
der Impfung erheblich erhöht werden könnte. Die Chirurgische Klinik in
Heidelberg ermöglicht vor allem Patienten, die an einem bereits
behandelten, fortgeschrittenen Dickdarmkrebs leiden, die Teilnahme an
der Studie. Dickdarmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in
Deutschland, an der im Jahr 2000 rund 65.000 Männer und Frauen
erkrankten. Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen, siedeln sich
bevorzugt an Lunge oder Leber an und gelten als hauptsächliche
Todesursache.

Rezepte und Hinweise zur Lagerung

Lebensmittel-Infos zum Download

Rezepte und Hinweise zur Lagerung

(BZfE) – Das Smartphone auf den QR-Code des gewünschten Obstes oder

Gemüses richten und schon können Rezepte und Hinweise zur Lagerung von

der Seite des Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)

als PDF-Datei heruntergeladen werden. Das Bundeszentrum für Ernährung

(BZfE) hat ein Poster „Lebensmittelinfos zum Download“ erarbeitet, das

sich zum Aushang in Ausgabestellen der TAFELN, in sozialen Einrichtungen,

in Schulen aber auch in Praxen der Ernährungsberatung eignet.

Informationen und Rezepte zu insgesamt 19 Obst- und Gemüsearten und zur

Haltbarkeit von Lebensmitteln sind über einen QR-Code auf dem Poster

zugänglich. So finden Kunden, die einzelne Obst- und Gemüsearten und ihre

Verwendung noch nicht kennen, einen schnellen, einfachen Zugang aber auch

neue Ideen für die Zubereitung ihres Lieblingsobstes- oder gemüses.

Neben Obst- und Gemüsearten, wie Weißkohl, Kohlrabi oder Chicorée bis

hin zu Kaki und Avocado sind auch Informationen zu Standardlebensmitteln

wie Brot und Eiern verfügbar. In leicht verständlicher Sprache,

unterstützt durch Bilder, beschreiben die jeweils zweiseitigen PDF-Dateien

das Wichtigste über das Lebensmittel, seine Haltbarkeit und die richtige

Lagerung. Vermittelt werden die hygienische Verarbeitung und natürlich die

Zubereitung des jeweiligen Produkts. Kernstück der Infoblätter ist ein

bebildertes Rezept. Mit verständlichen Anweisungen und erklärenden

Bildern wird die Zubereitung Schritt für Schritt gezeigt. Ergänzend zu

den Lebensmittelinfos gibt es ein weiteres Infoblatt zum Thema Haltbarkeit,

denn Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum werden oftmals

missverstanden.

Auf den Websites sind außerdem weitere leckere und einfache Rezepte zu dem

jeweiligen Lebensmittel verlinkt.

Weitere Infos auf der Seite des BZfE . Hier finden Sie viele Poster zum downloaden.

 

Reinigungstücher für elektronische Geräte

Was wäre wohl unser modernes Leben ohne Handys ? Wie der Name schon sagt, legen viele ihr Handy nur selten aus der Hand und gehen auch sonst nicht gerade zimperlich damit um.

Gleiches gilt auch für Taschenrechner, Fernbedienungen, MP3-Player, Spielkonsolen, usw. All diese Kleingeräte bestehen meist aus einem Kunststoffgehäuse mit allerlei Tasten, integriertem Display und Acrylglasabdeckung.

Um die Lebensdauer zu verlängern bedarf es der richtigen Pflege. Um Kratzern vorzubeugen packt man den Taschenrechner, das Handy oder den MP3-Player in eine Schutztasche aus Leder oder Kunststoff. Displays können außerdem durch selbstklebende Display-Folien geschützt werden.

Gegen Staub, Schmutz und Fingerabdrücke empfehle ich unsere milden Reinigungstücher.

Hier das Rezept:

Zunächst benötigen wir entmineralisiertes Wasser. Leitungswasser leitet den Strom besser und könnte beim versehentlichen Eindringen Kurzschlüsse verursachen. Der Widerstand von Leitungswasser ist weitaus geringer als von destilliertem Wasser.

Nehmen Sie also 80 ml destilliertes Wasser oder Wasser aus einem Wasserfilter.

In einem separaten Gefäß vermischen wir 5 ml Spülmittel und 10 ml Spiritus. Bitte nicht mehr Alkohol verwenden, da mache Kunststoffe empfindlich darauf reagieren. Schließlich noch 5 ml reines Silikonöl mit geringer Viskosität. Dadurch entsteht ein leichter anti-elektrostatischer Film der staubabweisend wirkt. Gut verrühren und ins Wasser geben.
In eine Sprühflasche füllen und sparsam auf ein Papier-Pflegetuch oder Mikrofasertuch sprühen. Das Tuch darf nur so feucht sein, dass nichts von der Lösung herunter tropft. Geräte rundherum abreiben – fertig.

Mit dieser Rundum-Pflege geben Ihre Geräte nicht schon vorzeitig den Geist auf.

Idee, Text & Rezept: Horst Minge

Klares Nein zu genetischen Risikoprofilen ohne medizinischen Grund

In der Neuauflage ihres Positionspapiers erteilt die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik (GfH) der Einführung von Gentests, die Hunderte von Krankheitsanlagen auf einem Chip durchtesten sollen, um das allgemeine Erkrankungsrisiko zu ermitteln, eine klare Absage. Die individuelle Fragestellung muss im Vordergrund stehen, es ist das Wohl einzelner Menschen und ihrer Familien, an dem sich die Humangenetik in ihren Handlungszielen orientiert. Diesem Grundsatz verpflichtet, hat die GfH ihre Positionen zu den Themenbereichen Prädiktive Diagnostik, Bevölkerungsscreening, Untersuchung genetischer Dispositionsvarianten, Array-Technologien, Pränataldiagnostik (PND), Präimplantationsdiagnostik (PID) und Gentherapie in ihrem aktuellen Positionspapier (www.gfhev.de) dargelegt.

Die kritische Auseinandersetzung mit präventivmedizinisch orientierten Ansätzen in der Humangenetik und die praktische Erfahrung aus der humangenetischen Beratung, so der Grundtenor des Positionspapiers, bestimmt die bestmögliche Beratung, Diagnostik und Therapie im Einzelfall zum wichtigsten Handlungsziel der angewandten Humangenetik.

Es kann und darf nicht Aufgabe der medizinischen Profession sein, genetische Diagnostik ohne medizinische Indikationsstellung anzubieten. Die GfH fordert klare Regelungen ein, die jegliche Form der Ausgrenzung von Menschen mit genetisch bedingten Erkrankungen oder Behinderungen in der Bevölkerung verbieten. Solange es in Deutschland noch kein Gendiagnostikgesetz gibt, ist dieses Positionspapier nicht nur ein Appell an den verantwortungsvollen Umgang mit Gentests, sondern auch der Ausdruck des eigenen Anspruchs, die Chancen und Risiken der neuen Technologien zum Wohle des Menschen einzusetzen und Missbrauch entschieden entgegenzutreten.

Platin reinigt quecksilberverseuchte Gewässer

pte20181122013 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie

Platin saugt Quecksilber aus dem Wasser

Platte des Edelmetalls zieht laut schwedischen Forschern giftige Ionen an wie ein Magnet

(pte013/22.11.2018/11:30) – Forscher an der Technischen Universität Chalmers http://chalmers.se/en haben einen völlig neuen Weg gefunden, hochgiftiges Quecksilber aus
Wasser zu entfernen. Der elektrochemische Prozess, den Björn Wickman und
sein Team entwickelt haben, regt die Quecksilber-Ionen dazu an, eine
Verbindung mit einem anderen Metall eizugehen. Das funktioniert sogar
bei geringen Gehalten an Quecksilber, die dennoch gesundheitsgefährdend
sind.

Ionen werden neutralisiert

"Heute ist es noch eine gewaltige Herausforderung, Quecksilber bei
niedrigen Konzentrationen aus großen Mengen an Wasser zu entfernen",
sagt Wickman. Die Industrie brauche bessere Methoden, um das
Schwermetall sicher aus Abwässern zu eliminieren. Um dieses Ziel zu
erreichen, versenkt Wickman eine Metallplatte, die das Edelmetall Platin
enthält, im kontaminierten Wasser. Zwischen Platte und Wasser, den
beiden Elektroden, wird eine elektrische Spannung aufgebaut. Die Platte
zieht die Quecksilber-Ionen an wie ein Magnet. Dort angekommen, werden
die Ionen zu elektrisch neutralen Atomen, die sich fest an die
Platin-Atome klammern. Jedes Edelmetall-Atom hält vier Quecksilber-Atome
fest.

Da das Quecksilber sich nicht nur an der Oberfläche festklammert,
sondern auch in das Kristallgitter diffundiert, kann die
Platin-Elektrode lange Zeit eingesetzt werden, ehe sie gesättigt ist.
Dann werden die Quecksilber-Atome abgetrennt und sicher gelagert. Die
Elektrode kann erneut eingesetzt werden. Von dem kostspieligen Platin
geht nichts verloren. Der Prozess benötigt zudem wenig Energie, wie die
Forscher sagen.

Für Industie und Bergbau

"Es hat schon früher Legierungen aus Quecksilber und Platin gegeben",
sagt Cristian Tunsu, der zum Team gehört. "Aber wir sind die Ersten, die
das machen, um Wasser zu dekontaminieren." Das Verfahren ist zudem
äußerst selektiv. Die Elektrode bindet ausschließlich Quecksilber, keine
anderen Verunreinigungen. In der chemischen Industrie und dem Bergbau
ist das Interesse groß, so Wickman.

Schwermetalle im Trinkwasser sind eine große Gefahr für die Gesundheit.
Die größte Bedrohung ist Quecksilber, sagt die WHO. Es gelangt über
Abwässer ins Trinkwasser, dazu noch in Flüsse und letztlich ins Meer.
Hier wird es von Fischen aufgenommen und landet schließlich auf dem
Teller. Obwohl es mittlerweile strenge Grenzwerte für Schwermetalle in
Abwässern gibt, gelangen immer noch große Mengen davon in die Gewässer.
Sie werden aus kontaminierten Standorten ausgewaschen, etwa aus Abfällen
der Goldproduktion.

Wasserstoffgewinnung aus Biomüll

Clostridia-Bakterien sorgen für geringe Betriebstemperatur

Cagliari (pte/26.02.2008/13:43) – Eine Forschergruppe des Dipartimento di Geoingegneria e Tecnologie Ambientali an der Universität von Cagaliari http://geoing.unica.it/ hat ein Verfahren entwickelt, das die Gewinnung von 75 Litern Wasserstoff aus einem Kilogramm Biomüll ermöglicht. Die sogenannte HyMeC-Technologie ist in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der römischen Universität La Sapienza entstanden.

"Problematisch bei der Herstellung von Wasserstoff ist, dass sie meist mit Hilfe von nicht erneuerbaren Energien geschieht und zudem sehr kostenaufwendig ist," erläutert Projektleiter Aldo Muntoni. "Unser biologisches Prinzip hingegen beruht im Wesentlichen auf dem Einsatz von Clostridia-Bakterien, die Abfälle unter Sauerstoffabschluss vergären und wenig Energiezufuhr benötigen. Im Gegensatz zu den an ähnlichen Verfahren arbeitenden Kollegen in Deutschland kommen wir mit 39 Grad Celsius und somit einer deutlich geringeren Betriebstemperatur aus."

"Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass HyMeC ohne chemische Zusatze oder thermische Vorbehandlung der Biomasse funktioniert", meint Muntoni. Hinzu komme die Tatsache, dass neben dem Feuchtmüll auch die bei der getrennten Müllsammlung verbleibende Trockenfraktion weiterverarbeitet werden könne. Dieser Teil sei meist mit verschiedenen organischen Stoffen versetzt, die normalerweise in der Müllverbrennungsanlage oder Deponie landen würden.

Nach zwei bis vier Tagen anaerobischer Vergärung bei 39 Grad entsteht ein stabiles Gemsich aus Wasserstoff und Kohlendioxid. Die verbleibende Masse wird einem zweiten, ebenfalls unter anaeroben Bedingungen arbeitenden Reaktor zugeführt, der je Kilogramm 700 Liter Methangas und CO2 produziert. Um die flüssige Restmasse zu stabilisieren, wird sie mit Holz- und Sägespänen vermengt, um dann als Dünger in der Landwirtschaft oder im Gartenbau eingesetzt zu werden.

Der gewonnene Wasserstoff wird nach der Trennung von Kohlendioxid und Methan in Pemfc-Brennstoffzellen gefüllt. Kohlendioxid und Methan können in Form von Mcfc-Brennstoffzellen weiterverwendet werden. "Im Fall einer großindustriellen Anwendung wird die herkömmliche Verwertung von Biomasse nicht nur durch ein weiteres Element bereichert, sondern gleichzeitig auch die durch Müll hervorgerufene Umweltbelastung reduziert", meint Muntoni abschließend. (Ende)

Mit dem Röntgenlaser gegen die Schlafkrankheit

Mit dem Röntgenlaser gegen die Schlafkrankheit

Neue Methode zur Analyse der Struktur von Schlüsselproteinen

Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam hat ein Schlüsselenzym des Erregers der Schlafkrankheit in einer lebenden Zelle kristallisiert und mit dem weltstärksten Röntgenlaser untersucht. Dieses neue Verfahren eröffne neue Wege zur Untersuchung der Struktur von Biomolekülen, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal „Nature Methods“. Im Falle der Schlafkrankheit, an der bis zu 60 Millionen Menschen vor allem in Zentralafrika leiden, könne die Methode einmal zu einem neuen Behandlungsansatz gegen den Erreger Trypanosoma brucei führen.

Die dreidimensionale Struktur eines Biomoleküls verrät Biologen etwas über seine Funktion –und eröffnet im Fall eines Krankheitserregers zugleich die Perspektive, ein schädliches Protein mit einem maßgeschneiderten künstlichen Molekül zu blockieren. Legt man etwa das Enzym Cathepsin B bei Trypanosoma brucei lahm, stirbt der Parasit. Die Strukturanalyse von Biomolekülen ist jedoch ein schwieriger und langwieriger Prozess. Normalerweise muss das zu untersuchende Protein dafür zunächst im Labor zu einem ausreichend großen Kristall gezüchtet werden, der dann im Röntgenlicht beispielsweise einer Synchrotronstrahlungsquelle untersucht werden kann.

Die Kristallzucht ist kompliziert und benötigt oft Wochen oder gar Monate. Das Forscherteam, darunter Wissenschaftler der Universitäten Tübingen, Hamburg und Lübeck sowie des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY in Hamburg, wählten daher einen anderen Weg. Sie schleusten mit Hilfe eines Virus die Bauanleitung für Cathepsin B in lebende Insektenzellen ein und sorgten dafür, dass diese Zellen das Enzym ungebremst produzieren. Durch die stetig steigende Konzentration kristallisierte das Enzym schließlich aus. Schon nach etwa 70 Stunden waren die mikrometer-kleinen Kristalle im Lichtmikroskop sichtbar, manche stachen sogar aus den Zellen heraus.

Die Forscher schossen am US-amerikanischen Beschleunigerzentrum SLAC in Kalifornien den weltstärksten Röntgenlasers LCLS auf die Kristalle. Sein intensiver Röntgenblitz lässt die Kristalle zwar in weniger als einer billionstel Sekunde komplett verdampfen, ist aber hell genug, dass zuvor ein detailliertes Beugungsbild von dem Kristall gewonnen werden kann. Daraus lässt sich die Struktur des kristallisierten Enzyms errechnen. Allerdings muss der Versuch dafür sehr oft an einer Vielzahl von Kristallen wiederholt werden, was nicht Teil der aktuellen Arbeit war. Das Ergebnis belegt jedoch, dass es mit der neuen Technik möglich wird, Daten zur Proteinstruktur von Nanokristallen in hoher Qualität zu generieren.

„Unsere Experimente haben gezeigt, dass das Versprechen der Röntgenlaser Realität wird, die Strukturbiologie zu revolutionieren“, urteilt DESY-Forscher Prof. Henry Chapman vom Center for Free-Elektron Laser Science (CFEL), der an den Experimenten beteiligt war. „Wir haben gezeigt, dass sich bestehende Grenzen der Protein-Kristallographie mit intensiven Röntgenpulsen überwinden lassen. Die machen aus den Proteinen zwar ein dichtes Plasma, ähnlich den Bedingungen in der Sonne. Aber die Pulse sind so kurz, dass selbst kleine Details sichtbar werden, bevor die Probe zerstört wird“, erläutert Chapmans Institutskollege Dr. Anton Barty.

Neben der vom Bundesforschungsministerium geförderten Nachwuchsgruppe „Strukturelle Infektionsbiologie unter Anwendung neuartiger Strahlungsquellen“ (SIAS) der Universitäten Hamburg und Lübeck und der Hamburg School for Structure and Dynamics in Infection (SDI) der Landesexzellenzinitiative Hamburg, waren ein Forscherteam um Prof. Michael Duszenko von der Universität Tübingen und eine Gruppe um Prof. Henry Chapman vom Center for Free-Electron Laser Science (CFEL) sowie verschiedene DESY-Forscher beteiligt. Das CFEL ist eine Kooperation von DESY, der Max-Planck-Gesellschaft und der Universität Hamburg.

„Unser Ergebnis zeigt, dass die Superlaser völlig neue Möglichkeiten in der Strukturaufklärung biologischer Makromoleküle bieten können und vielleicht sind die Zeiten bald vorbei, in denen wir oft Monate oder Jahre brauchten, um von bestimmten Proteinen Kristalle zu züchten, die groß genug für die konventionellen Röntgenstrahlungsquellen an den Synchrotrons sind“, sagt SIAS-Leiter Dr. Lars Redecke, einer der Hauptautoren der Studie.

SIAS, initiiert von den Strukturforschern Prof. Christian Betzel, Universität Hamburg, und Prof. Rolf Hilgenfeld, Universität Lübeck, forscht seit 2010 zur Anwendung neuartiger Strahlungsquellen auf die Strukturbestimmung von Proteinen und anderen biologischen Molekülen. 

Mit dem europäischen Röntgenlaser European XFEL, der zurzeit in Hamburg gebaut wird, wird Forschern künftig ein weltweit einzigartiges Untersuchungsinstrument in Europa zur Verfügung stehen. Schon heute betreibt DESY den Freie-Elektronen-Laser FLASH für weiche Röntgenstrahlung.

Über LCLS

Der Röntgenlaser LCLS (Linac Coherent Light Source) ist eine vom US-Energieministerium finanzierte Großforschungsanlage am Beschleunigerzentrum SLAC in Kalifornien. LCLS ist der erste Freie-Elektronen-Laser für harte Röntgenstrahlung und eröffnet Forschern den Blick auf atomare Details und ultrakurze Prozesse in der Nanowelt. LCLS ermöglicht wegweisende Forschung in der Physik, der Chemie, der Strukturbiologie, der Energieforschung und auf zahlreichen weiteren Feldern.

 

Augenimplantat ersetzt Lesebrille

Wenn das Auge im fortgeschrittenen Alter Probleme hat, nahe Objekte scharf abzubilden, gibt dafür bisher die Lesebrille Abhilfe. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie http://www.kit.edu/ wollen erreichen, dass diese Sehkorrektur in Zukunft im Auge selbst geschieht. Ein groß angelegtes, fünfjähriges Projekt verfolgt die Entwicklung eines intelligenten Implantats, das die fehlende Schärfeneinstellung im Nah- und Fernbereich ausgleichen soll.

Auf seinem Weg durch das menschliche Auge wird einfallendes Licht so abgelenkt, dass an seinem Ziel, der Netzhaut, ein scharfes Abbild des anvisierten Objektes entsteht. Das geschieht durch eine auf die Sehweite angepasste Wölbung der Augenlinse, die das Licht bricht. Die notwendige Elastizität der Linse lässt jedoch bei zunehmendem Alter nach und verschwindet im Fall von Altersweitsichtigkeit fast völlig, wie das bei 1,3 Mrd. Menschen weltweit der Fall ist.

Ziel der Karlsruher Forscher ist es, die Linsenanpassung durch ein ins Auge eingesetztes Implantat künstlich zu erwirken. Dieses Implantat beinhaltet ein aktiv-optisches Element, einen Sensor zur Erfassung des Zielobjekts, eine Steuerung sowie die nötige Energieversorgung. Zu schaffen machen den Entwicklern besonders die winzigen Größenvorgaben für das Implantat: "In einem vier Millimeter hohen Zylinder von einem Zentimeter Durchmesser muss alles Platz haben", so Helmut Guth vom Karlsruher Institut für Angewandte Informatik, Mitentwickler der Optik des Implantats, im Gespräch mit pressetext.

Im Unterschied zu bisherigen Implantaten soll künftig "keine Linse, sondern ein mechatronisches System" in den Kapselsack des menschlichen Auges eingebaut werden. Das Implantat passt sich an unterschiedliche Bedingungen des Nah- und Fernsehens an. Wie beim jugendlichen Auge soll die Scharfstellung laut Guth in weniger als einer halben Sekunde erfolgen. Der Einsatz ins Auge geschieht in einer Operation, bei der die Augenlinse herausgenommen und durch das Implantat ersetzt wird. Von außen wird das Implantat nicht sichtbar sein, so der Forscher abschließend.

 

Antarktis. Lebensraum der Pinguine

Pinguinkot zeigt Klimawandel in der Antarktis

Forscher nehmen Essgewohnheiten der Tiere auf NASA-Satellitenfotos genauer unter die Lupe

Antarktis: Lebensraum für Adeliepinguine (Foto: Catie Foley, lynchlab.com)
Antarktis: Lebensraum für Adeliepinguine (Foto: Catie Foley, lynchlab.com)

 

Forscher der Stony Brook University haben mit Unterstützung der NASA  Unmengen von Satellitenbildern ausgewertet, um einen guten Einblick in die Entwicklung der weltweiten Population von Adeliepinguinen zu bekommen und auch deren Essgewohnheiten zu erforschen. Die Aufnahmen aus dem Weltall zeigen nicht die Tiere selbst, aber ihre Exkremente, die aufgrund ihrer Einfärbung Rückschlüsse auf die Ernährung erlauben.

Gradmesser für Klimawandel

„Satellitenaufnahmen haben sich als sehr hilfreich erwiesen, wenn es darum geht, Veränderungen in den Ernährungsgewohnheiten von Adeliepinguinen in der Antarktis zu beobachten“, zitiert das chinesische Nachrichtenportal „Xinhua“ Heather Lynch vom Lynch Lab for Quantitative Ecology  , Associate Professor am Department of Ecology & Evolution der Stony Brook University. Diese Veränderungen seien ein guter Gradmesser, um die Folgen des Klimawandels auf den gesamten Lebensbereich der Antarktis zu untersuchen. „Auch wenn ihre Population global gesehen leicht zugenommen hat, sind die Bestände in einigen Regionen bereits signifikant zurückgegangen“, stellt die Forscherin klar.

Die Aufnahmen, die man von der NASA erhalten habe, seien allerdings nicht dazu geeignet, individuelle Tiere aufzuspüren, sondern nur die Überbleibsel deren Stoffwechselprozesse, die als „Guano“ bezeichnet werden. „Männliche und weibliche Pinguine wechseln sich beim Brüten ab. Das Guano, das sie zurücklassen, bleibt überall dort liegen, wo sie ihre
Nester haben“, erklärt Lynch. Wenn man also die Exkremente findet und zählt, könne man auch die Zahl der in einer Kolonie lebenden Tiere sehr gut abschätzen. „Wir kommen auf 3,8 Mio. Brutpaare“, so die Expertin.

Kot hat verschiedene Farben

Die Zusammensetzung des Speiseplans der Adeliepinguine ergibt sich wiederum aus der Farbe ihres Kots, der auch auf den Satellitenbildern zu erkennen ist. „Die Farbe von Pinguin-Guano reicht von weiß über rosa bis dunkelrot. Weißes Guano entsteht durch den Verzehr von Fisch, rosa und rotes dagegen kommt meist von Krill“, erläutert Lynch.

Nach der akribischen Auswertung der Aufnahmen aus der Antarktis zeigte sich, dass die untersuchte Pinguingattung ihre Essensvorlieben anscheinend immer wieder ändert. „Das war für uns eine große Überraschung. Wissenschaftler hatten eigentlich angenommen, dass ihre Nahrung im Laufe der vergangenen 40 Jahre eher gleich geblieben ist. Doch durch die gravierenden Veränderungen in ihrem physischen Lebensraum und die zunehmende Krillfischerei gehen wir davon aus, dass sich das in Zukunft dramatisch verändern wird“, meint Lynchs Kollegin Casey Youngflesh.

New York (pte003/13.12.2018/06:10) pte20181213003 Forschung/Technologie, Umwelt/Energie