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Jäger erkrankt an Hasenpest

Jäger und Ehefrau erkranken an Hasenpest

fzm, Stuttgart, März 2014 – In deutschen
Wäldern lauern mitunter unerwartete Gefahren. So infizierten sich im
Lippischen ein Hobby-Jäger und seine Frau mit der Hasenpest, die laut
dem Fallbericht in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische
Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2014) erst nach mehreren
Wochen diagnostiziert wurde.

Der Hobby-Jäger, ein 63-jähriger Techniker aus dem
Baugewerbe, hatte nach bestandener Jagdprüfung das erste Mal an einer
Hasenjagd teilgenommen. Zur Beute gehörte ein Hase, der später im
Beisein seiner Frau waidmännisch zerlegt wurde. Wenige Tage später
erkrankte der Jäger plötzlich an Husten, von dem er sich in den nächsten
vier Wochen nicht wieder erholte. In dieser Zeit nahm er fünf bis sechs
Kilogramm an Gewicht ab. Weder die Ärzte noch ihr Patient vermuteten
einen Zusammenhang mit dem Jagdausflug. 

Der auffälligste medizinische Befund war eine einseitige
Flüssigkeitsansammlung im Rippenfell, ein Pleuraerguss, berichtet Dr.
Rebekka Kohlmann vom Institut für Medizinische Laboratoriumsdiagnostik
in Bochum, wo die mikrobiologischen Tests durchgeführt wurden. Die Ärzte
hatten zunächst eine Krebserkrankung vermutet. Die langjährige
Tätigkeit auf dem Bau und der Pleuraerguss passen zu einem Mesotheliom,
einer möglichen Spätfolge der Asbestbelastung aus den 70er Jahren.
Sicherheitshalber waren aber Proben des Pleuraergusses zum Nachweis von
Keimen nach Bochum geschickt worden. Dort wurden in einem Brutkasten
nach 72 Stunden Bakterien nachgewiesen. Die genetische Untersuchung
ergab, dass es sich um Erreger der in Europa verbreiteten Form der
Tularämie oder Hasenpest handelte. 

Mit der Pest des Mittelalters hat die Hasenpest außer dem
Namen nichts gemein. Der Erreger ist ein anderer, der Verlauf beim
Menschen in der Regel milde und die Infektion leicht zu behandeln. Eine
vierzehntätige Therapie mit Doxycyclin, einem Antibiotikum, kurierte den
Jäger – und auch seine Frau. Ihr war, nachdem die Tularämie beim
Ehemann diagnostiziert worden war, eine Schwellung in der rechten
Achselhöhle aufgefallen. Da sie beim Ausweiden des Jagdgutes geholfen
hatte, wurde auch bei ihr eine Hasenpest vermutet. Ein Antikörpertest an
einer Blutprobe bestätigte den Verdacht. 

Die Tularämie ist insgesamt selten. Dem Robert Koch-Institut
in Berlin werden jährlich nur etwa 15 Fälle gemeldet. Meistens gelangen
die Erreger über die (verletzte) Haut in den Körper. Dies kann durch
Hautkontakt mit infizierten Säugetieren erfolgen, aber auch durch den
Stich von Zecken, Bremsen oder Mücken. Am Ort der Infektion entsteht
nach einigen Tagen eine offene Stelle. Später dringen die Erreger über
die Lymphgefäße in die Lymphknoten vor, die sich deutlich vergrößern
können. Die Bakterien können auch über die Schleimhäute, wie die
Bindehaut des Auges, oder aber durch den Verzehr infizierter Speisen
über den Darm in den Körper eindringen. Am gefährlichsten ist das
Einatmen, zu dem es beim Jäger beim Ausweiden des Tieres gekommen ist.
Hier sind schwere Verlaufsformen möglich. Im hessischen Landkreis
Darmstadt-Dieburg erkrankten 2005 insgesamt zehn Jäger nach einer
Hasentreibjagd, als die zerlegten Hasen mit einem Wasserschlauch
gereinigt wurden. Einer der Jäger starb damals vermutlich an den Folgen
der Infektion. 

R. Kohlmann et al.:

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Meeresplattform produziert Solar-Wasserstoff

Neue Meeresplattform produziert Solar-Wasserstoff

Innovativer und kostengünstiger Elektrolyseur für Einsatz auf Ozeanen

Schwimmende Plattform produziert Solar-Wasserstoff (Grafik: Daniel Esposito)
Schwimmende Plattform produziert Solar-Wasserstoff (Grafik: Daniel Esposito)

New York (pte020/19.12.2017/12:30) –

Bald soll Wasserstoff mithilfe von Solarstrom auf Plattformen im Meer
erzeugt werden. Das ist der Plan von Daniel Esposito, der an der
Columbia University http://engineering.columbia.edu lehrt. Er hat dazu einen Elektrolyseur entwickelt, der durch seine
Einfachheit besticht. Während die Gase Sauer- und Wasserstoff in
bisherigen Geräten über Membranen getrennt werden müssen, hat Esposito
einen anderen Weg gefunden, den Wasserstoff in reiner Form zu gewinnen.

Kostengünstig und haltbar

Der Chemieingenieur und sein Team nutzen eine andere
Anordnung der Elektroden, an denen sich die beiden Gase bilden. Sie
haben einen Abstand von gerade einmal zwei Millimetern. Esposito nutzt
den Auftrieb der Gasblasen, die praktisch selbstständig in den
Auffangbehälter hineinblubbern. Mit dieser Anordnung erreicht er eine
Reinheit von 99 Prozent. "Der einfache Aufbau unseres Elektrolyseurs
ohne Membran und Pumpe prädestiniert ihn für die Spaltung von
Meerwasser", sagt Esposito.

Aber auch in Sachen Kosten und Haltbarkeit punktet das
System gegenüber konventionellen Geräten. "Wir glauben, dass unser
Prototyp den Weg zu großen schwimmenden Anlagen ebnen könnte, die
Solar-Wasserstoff erzeugen", so der Forscher. Der entscheidende Vorteil
sei, dass dazu kein Land verloren gehe. Der Verzicht auf Membranen habe
große Vorteile. Sie seien die anfälligsten Bauteile herkömmlicher
Elektrolyseure. Ungereinigtes Meerwasser würde sie in kürzester Zeit
verstopfen, weil es Partikel und Bakterien enthält.

Asymmetrische Elektroden

Die direkte Trennung gelingt Esposito und seinem Team
mit einem Trick. Während die Elektroden, also die Kontakte, durch die
Gleichstrom ins Wasser geleitet wird, normalerweise komplett mit einem
Katalysator beschichtet sind, wurde eine Asymmetrie gewählt. Die
Elektroden haben nur an den Außenseiten Katalysatoren, sodass die
entstehenden Gase sich nicht vermischen können, sondern in getrennten
Blasensäulen an die Wasseroberfläche kommen. Einziger Nachteil: Die
Elektroden benötigen teures Platin zur Katalyse.

Wasserstoff gilt als idealer Energieträger, weil bei
seiner Verbrennung oder bei der Nutzung in Brennstoffzellen zur
Erzeugung von Strom und Wärme nur Wasser entsteht. Voraussetzung ist
allerdings, dass das Gas mit regenerativer Energie erzeugt wird, also
komplett schadstofffrei.

Voraussetzung, wenn Energiewende funktionieren soll: Erneuerbare Energien chemisch speichern

2050 sollen 80
Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Um
dies zu erreichen, ist es notwendig, elektrische Energie in chemischen
Energieträgern zu speichern. Im Schwerpunktprogramm „Katalysatoren und
Reaktoren unter dynamischen Betriebsbedingungen für die Energiespeicherung und
-wandlung“ (SPP 2080, DynaKat) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
untersuchen zwölf große Forschungskonsortien, wie sich katalytische
Reaktionssysteme unter solchen Bedingungen verhalten. Das Karlsruher Institut
für Technologie (KIT) koordiniert das Schwerpunktprogramm.

Sonne und Wind
sind neben Biomasse die wichtigsten erneuerbaren Energieträger, aber sie stehen
nicht gleichmäßig zur Verfügung. An wind- und sonnenreichen Tagen fällt mehr
Strom an, als in die Netze eingespeist werden kann. Diese Überproduktionen aus
Windkraft- und Photovoltaikanlagen lassen sich in Chemikalien speichern. So
kann elektrische Energie zu einem späteren Zeitpunkt wieder zur Verfügung
stehen, die Chemikalien können aber auch als nachhaltige Bausteine genutzt
werden, um Treibstoffe oder Plattformmoleküle für die chemische Industrie
herzustellen.

Für die
Umwandlung von Kohlendioxid oder Wasserstoff in Speichermoleküle wie Methan,
Kohlenwasserstoffe oder Alkohole sind Katalysatoren, elektrochemische Zellen
und Reaktoren notwendig. Wie sich der Einfluss wechselhafter dynamischer
Gegebenheiten von außen – durch das Schwanken von Windstärke und Sonneneinstrahlung
– auf die katalytischen Reaktionssysteme auswirkt, wurde bislang kaum
betrachtet. „Man weiß jedoch, dass sich die Struktur fester Katalysatoren und
damit ihre katalytische Wirkung mit den Reaktionsbedingungen stark ändern kann.
Dies ist wissenschaftlich hochspannend“, sagt Professor Jan-Dierk Grunwaldt von
den Instituten für Technische Chemie und Polymerchemie (ITCP) sowie für
Katalyseforschung und -technologie (IKFT) des KIT. Der Inhaber des Lehrstuhls
für Chemische Technik und Katalyse koordiniert das DFG-Schwerpunktprogramm
DynaKat, an dem neben dem KIT zahlreiche weitere renommierte
Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland beteiligt sind, darunter das
Forschungszentrum Jülich, die TU München und mehrere Max-Planck-Institute wie
das Berliner Fritz-Haber-Institut. Das Kick-off-Meeting fand im Februar mit
über 70 Teilnehmenden in Karlsruhe statt. Die deutschlandweit zwölf
interdisziplinären, überregionalen Forschungsprojekte untergliedern sich in 34
Teilprojekte, sieben von ihnen sind am KIT verortet, das sich mit dem ITCP, dem
IKFT sowie dem Institut für Mikroverfahrenstechnik (IMVT)
beteiligt.    

Die DFG fördert
das auf insgesamt sechs Jahre angelegte Schwerpunktprogramm DynaKat zunächst
für drei Jahre mit 8,5 Millionen Euro. Der projektstärkste Partner ist das KIT.

„Wir wollen
Veränderungen des Materials der Katalysatoren unter dynamischen Bedingungen
grundlegend verstehen und verbessern“, sagt Dr. Erisa Saraçi, wissenschaftliche
Mitarbeiterin am IKFT und Mitorganisatorin des Kick-off-Meetings am KIT. Dafür
werden alle beteiligten Prozesse untersucht, von den Vorgängen auf der atomaren
Ebene des Katalysators bis zur räumlichen Verteilung der Stoffkonzentrationen
und Temperaturen auf Reaktorebene. Für ein grundlegendes Verständnis der Prozesse
und um neue Ansätze im Material- und Reaktordesign zu entwickeln, kommen
klassische etablierte Experimente ebenso zum Einsatz wie neueste
spektroskopische Methoden und Möglichkeiten der Modellierung.

Das Einbeziehen
des wissenschaftlichen Nachwuchses spielt im DFG-Schwerpunktprogramm DynaKat
eine wichtige Rolle, so steht ein Blockkurs am KIT zum Thema „Technologien und
Ressourcen für Erneuerbare Energien: Von Wind und Solar zu Chemischen
Energieträgern“ interessierten Studierenden und Promovierenden offen. „In der
Forschung kommt man ohne Netzwerke und Teamarbeit nicht voran, da die einzelnen
Teildisziplinen sehr komplex sind“, sagt Sebastian Weber, Doktorand am
IKFT/ITCP. Gerade für den wissenschaftlichen Nachwuchs seien der Austausch und
das Zusammenbringen unterschiedlicher Expertisen wertvoll, betonen Saraçi und
Weber. „Es geht darum, Kompetenzen zu bündeln und das Themengebiet
deutschlandweit voranzutreiben, um darin international führend zu werden“, so
Programmkoordinator Grunwaldt.

Details zum Schwerpunktprogramm:
http://www.itcp.kit.edu/spp2080/

Weitere
Informationen zum Koordinator Jan-Dierk Grunwaldt: http://www.itcp.kit.edu/grunwaldt

 Details zum KIT-Zentrum Energie: http://www.energie.kit.edu

Online-Saisonkalender

Ständig verfügbar, aber immer eine gute Wahl?
Neuer Online-Beitrag zum "aid-Saisonkalender"
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(aid) – Es fällt einem fast schon nicht mehr auf, so sehr haben wir uns daran gewöhnt: Beim Kauf von Obst und Gemüse ist fast alles immer verfügbar, egal ob Hochsommer oder Winterzeit. Was auf den ersten Blick nur Vorteile zu haben scheint, entpuppt sich aber bei genauerem Hinsehen oft als problematisch. Denn Spargel im Dezember stammt eben nicht vom Acker nebenan, sondern aus Peru oder Chile, und hat damit zigtausende Flugkilometer zurückgelegt. Ähnliches gilt für Erdbeeren, Kirschen oder Aprikosen, die außerhalb der heimischen Saison angeboten werden. Lange Transportwege, aber auch aufwändige Anbaumethoden unter Folie oder Glas, belasten die Umwelt, vor allem das Klima. Die Alternative heißt: Einkaufen nach Saison. Denn Pflaumen, Bohnen und Co. schmecken oft nicht nur besser, wenn sie Saison haben, sie sind in der Regel qualitativ besonders hochwertig. Doch was heißt eigentlich "saisonal einkaufen"? Woran erkenne ich Saisongemüse und -obst beim Einkauf?
Und was muss ich beim Kauf exotischer Früchte beachten? Diese und viele weitere Fragen beantwortet der online-Beitrag zum "aid-Saisonkalender" auf www.aid.de. Er informiert über die Herkunft des Obst- und Gem<

Jostabeere – Erfrischende Kreuzung aus Johannis- und Stachelbeere

(aid) – Es müssen nicht immer Erdbeeren sein. Neben dem Klassiker haben auch weniger bekannte Beerensorten einiges zu bieten. Die Jostabeere beispielsweise. Sie ist – wie der Name schon verrät – eine Kreuzung zwischen der schwarzen Johannisbeere und der Stachelbeere. Die glatthäutigen, braunroten bis fast schwarzen Früchte wachsen an stachellosen Sträuchern. Sie sind rundlich und nicht ganz so groß wie Stachelbeeren.
Die schwarze Johannisbeere hat ihrem Abkömmling einen hohen Vitamin C-Gehalt vererbt, der bei etwa 100 Milligramm pro 100 Gramm Rohware liegt. Auch die farbgebenden Anthocyane in der Schale kommen von der Johannisbeere. Diese zählen zu den gesundheitsförderlichen sekundären Pflanzenstoffen, durch die sich Beerenfrüchte auszeichnen. Die Jostabeere ist nicht nur gesund, sie bietet auch ein neues Geschmackserlebnis. Das köstliche Aroma der Stachelbeere harmoniert mit einer feinen Säure, unaufdringlich ergänzt durch den typischen Geschmack der schwarzen Johannisbeere. Dabei fehlt deren charakteristischer Geruch, da die Jostabeere keine Öldrüsen mehr besitzt.
Die Jostabeere gibt es bereits seit etwa 30 Jahren. Ihre Früchte können Anfang bis Mitte Juli geerntet werden. Allerdings bleiben sie bis zur Vollreife fest am Strauch haften, was die Ernte erschwert. Aus diesem Grund gibt es bis heute keinen Erwerbsanbau, so dass man die Beeren kaum im Handel findet, vielleicht gelegentlich auf regionalen Märkten. "Die Jostabeere ist typisch für den Hobbybereich", sagt Ludger Linnemannstoens, Versuchsleiter im Gartenbauzentrum Straelen/Köln-Auweiler der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. "Sie ist eine vitale, wüchsige Pflanze, die unkompliziert zu halten und außerdem sehr widerstandsfähig ist. aid

Stuhltests sinnlos obwohl die Darmflora sehr wichtig für die gesamte Gesundhei ist.

Berlin
– Das Darm-Mikrobiom ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus
der Wissenschaft geraten. Auch in der Öffentlichkeit stößt die Thematik
auf großes Interesse. Denn immer mehr Untersuchungen zeigen, dass die
Millionen Mikroorganismen, die unseren Darm besiedeln, nicht nur
unverzichtbare Dienste bei der Verdauung und Verwertung der Nahrung
leisten, sondern die Zusammensetzung dieser Mikroorganismen auch eine
Rolle bei der Entstehung verschiedenster Erkrankungen – von
Herz-Kreislauf-Leiden, psychischen Störungen bis hin zu
Lebererkrankungen und Adipositas – spielt. Einige Hersteller und Labore
bieten deshalb Untersuchungen von Stuhlproben zur „Analyse“ der
Darmflora an und leiten aus den Ergebnissen Ernährungs- und
Handlungsempfehlungen ab. Die Deutsche Gesellschaft für
Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) rät
davon ab, Stuhltests zur Untersuchung des Mikrobioms zu nutzen. Diesen
fehle derzeit die wissenschaftliche Grundlage, so die Experten der
Fachgesellschaft.

Stuhltests
haben in vielen Bereichen der Gastroenterologie ihren festen Platz:
Etwa in der Darmkrebsvorsorge, wo mit dem IFOB-Test verstecktes Blut im
Stuhl aufgespürt wird. Auch die DNA von Darmbakterien lässt sich aus dem
Stuhl isolieren und analysieren – dies kommt beispielsweise bei der
Diagnostik einzelner pathogener Erreger wie Clostridium difficile zum
Einsatz. „Eine Analyse des gesamten Spektrums der Mikroorganismen im
Darm ist allerdings weitgehend sinnlos, da die Zusammensetzung des
Mikrobioms und eventuelle Krankheitssymptome nicht unbedingt etwas
miteinander zu tun haben“, sagt Professor Dr. med. Stefan Schreiber,
Direktor der Klinik für Innere Medizin I des Kieler
Universitätsklinikums. „Die Mikrobiom-Forschung steht noch relativ am
Anfang: Welche Korrelationen bestehen und wie sie sich im Einzelfall
auswirken, ist derzeit noch nicht ausreichend bekannt. Darüber hinaus
liefert die Analytik auch noch keine konsistenten Ergebnisse, die
zwischen verschiedenen Laboren vergleichbar wären.“

Die
bakterielle Zusammensetzung der Darmflora kann individuell höchst
unterschiedlich ausfallen und ist zudem ständig kurzzeitigen
Schwankungen unterworfen, etwa durch die Einnahme von Medikamenten,
durch bestimmte Nahrungsmittel oder auf Reisen. „Aus bakteriellen
Verschiebungen, die sich in solchen Stuhltests möglicherweise zeigen,
lässt sich deshalb noch lange kein krankhafter Zustand oder ein
Zusammenhang mit einer chronischen Erkrankung herleiten“, so Schreiber.
Dennoch würden aus den Ergebnissen von Darmflora-Stuhltests oft
Ernährungs-empfehlungen abgeleitet, die die Lebensqualität des Patienten
einschränken und im schlimmsten Fall sogar zu einer Mangelernährung
führen könnten. Die Kosten für solche Tests, die mitunter mehrere
hunderte oder tausende Euro betragen, werden von den Krankenkassen
regelmäßig nicht übernommen. Oft werden diese Tests im Internet,
manchmal auch als sogenannte IGeL, individuelle Gesundheitsleistungen,
beim Arzt angeboten.

„Die
Erkenntnisse, die wir in den letzten Jahren über das Mikrobiom gewonnen
haben, zeigen, dass in seiner Erforschung ein riesiges Potenzial
liegt“, ist Professor Dr. med. Christian Trautwein, Direktor der
Medizinischen Klinik III der RWTH Aachen und Mediensprecher der DGVS,
überzeugt. Die genauen Zusammenhänge zwischen Ernährung, Mikrobiom,
Darmgesundheit und dem Zustand anderer Organe seien bislang jedoch nur
unzureichend verstanden. Vor allem die mit dem Mikrobiom in Verbindung
gebrachten molekularen Prozesse, die zur Entstehung so unterschiedlicher
Krankheiten wie Entzündungen, Leberzirrhosen, Krebserkrankungen oder
koronarer Herzkrankheit beitragen, müssten genauer erforscht werden. „Um
die wissenschaftlichen Bemühungen in der Mikrobiom- und Genomforschung
stärker zu bündeln, plädiert die DGVS deshalb für die Einrichtung eines
Deutschen Zentrums für Gastroenterologische Gesundheit“, so Professor
Trautwein. Dieses soll die bestehenden Gastro-Zentren in Deutschland
vernetzen und so die Entwicklung von Präventions-, Früherkennungs- und
Behandlungsstrategien erleichtern. Weitere Informationen hierzu finden
Interessierte unter
https://www.dgvs.de/wp-content/uploads/2018/07/DGVS_Positionspapier-Stand-19.07.2018.pdf

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)

Die
Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche
Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute
vereint sie mehr als 5500 Ärzte und Wissenschaftler aus der
Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich
wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und
Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und
Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen
der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten.

Kleinstes Radio der Welt besteht aus Nanoröhrchen

Forscher sehen in Nano-Radio-Technik großes Potenzial

Berkeley (pte/02.11.2007/13:45) – Physiker der Universität Berkeley in Kalifornien http://www.berkeley.edu haben das kleinste Radio der Welt entwickelt. Es besteht aus einem einzigen Nanoröhrchen, so dick wie ein Zehntausendstel des Durchmessers eines menschlichen Haares. Der Radio-Winzling empfängt dabei Signale auf völlig neue Weise: Er wandelt elektromagnetische Wellen direkt in Vibrationen um und ist damit gleichzeitig Antenne, Tuner, Demodulator und Verstärker in einem. Für die Wiedergabe von Rundfunksendungen im heute üblichen Frequenzbereich werden nur noch Batterie und Lautsprecher benötigt.

Laut Peter Jacob, Fachspezialist im Bereich Mikro- und Leistungselektronik der Schweizer Forschungsinstitution für Materialwissenschaften und Technologie Empa http://www.empa.ch, stellt sich in Anbetracht der Entwicklungen im Nanotechnologiebereich nur eine Frage: Wie weit kann man gehen? "Wir erleben alle zwei Jahre eine Verdoppelung der Integrationsdichte", erläutert Jacob gegenüber pressetext. Man müsse aber aufpassen, ob eine Entwicklung auch tatsächlich mit dem Begriff Nanotechnologie in Verbindung gebracht werden könne. "Oft wird dieser Begriff als Modewort missbraucht, da man sich so erhofft, eher einen Forschungsantrag bewilligt zu bekommen", so der Experte. Unklar sei des Weiteren die genaue Grenzziehung zwischen Mikro- und Nanotechnik. Hier befinde man sich in einer Grauzone der Definitionen, die vielfach für Unklarheiten sorgt.

Das von einem Forscherteam des Center of Integrated Nanomechanical Systems (COINS) der Universität Berkeley entwickelte Nano-Radio ist 100 Mrd. mal kleiner als die durchschnittlichen ersten Radiogeräte bei ihrer Markteinführung im frühen 20. Jahrhundert. Dennoch ist es eine voll funktionsfähige Rundfunksempfangseinrichtung. "Dieses einzelne Nanoröhrchen verrichtet alle Radiofunktionen gleichzeitig und extrem effizient", erklärt Alex Zettl, Physikprofessor und Leiter des Teams. Dreht man den Aufbau des Radioempfängers um, lässt er sich auch als Signal sendender Transmitter nutzen. "Diese Röhrchen aus gerollten Kohlenstoff-Flächen sind extrem stabil und zeigen ungewöhnliche elektronische Eigenschaften", berichtet Zettl. Es sei lächerlich einfach, aber gerade das mache die Schönheit des Nanoröhrchen-Modells aus.

Die Nano-Radio-Technik eignet sich aber nicht nur zur Rundfunkübertragung, sondern auch für winzige Funkempfänger und -sender, die sich in mikroelektrische Schaltkreise integrieren lassen. Die angewandte Methode lässt sich nach Angaben der kalifornischen Forscher einfach herstellen und würde in weiterer Folge auch die Entwicklung von radikal neuen Anwendungen ermöglichen. Als Beispiel nennt man etwa funkgesteuerte Mikrogeräte im Blutkreislauf oder Sensoren, die ihre Messwerte selbständig per Funk übermitteln. "Vielleicht werden die Kids ja bald Nano-Radios anstelle von iPods in ihren Ohren tragen", verkündet Zettl scherzhaft.

Hornhaut-Chirurgie vor neuer Revolution

Hornhaut-Chirurgie vor neuer Revolution
SMILE ersetzt als Lasermethode zunehmend LASIK
 
Dan Reinstein, London Vision Clinic
[ Foto, PDFs ]

London (pte004/02.02.2013/06:15) – Seit rund 20 Jahren sind Laser-Operationen an und unter der Oberfläche der menschlichen Hornhaut eine gängige Methode, Sehschwächen zu korrigieren. An ihre Grenzen stoßen solche Operationen allerdings, wenn das Auge deutlich über zehn Dioptrien oder eine sehr dünne Hornhaut hat. Dann bedarf es echter Spezialisten. Jetzt feiert eine neue Laser-Methode Furore, die Korrekturen nahezu unsichtbar unter der Oberfläche möglich macht, ohne vorher – wie bei der LASIK-Methode – eine Gewebe-Flappe (Epithel) abtragen zu müssen.

Bei der sogenannten ReLEx SMILE-Methode (Small-Incision Lenticule Extraction) wird das Gewebe zur Korrektur der Sehschwäche unter der Hornhaut-Oberfläche (Lentikel) entfernt und dann durch einen kleinen Zwei-Millimeter-Seitenkanal entfernt, der sich rasch wieder schließt. Dadurch bleibt die Hornhaut an der Oberfläche nahezu unverletzt und erspart Folgewirkungen wie trockene Augen oder Kratzen im Anschluss an die Operation. Gelasert wird durch die Oberfläche hindurch, der entsprechende Laser wurde von der deutschen Carl Zeiss Meditec entwickelt. http://bit.ly/W60O3C

Prof. Dr. Dan Reinstein, medizinischer Direktor der London Vision Clinic http://londonvisionclinic.com und international anerkannter Laser-Chirurg, berichtet in den jüngsten wissenschaftlichen Publikationen (Refractive Eyecare und EyeWorld, September 2012 > siehe PDF-Attachments) von einem Durchbruch. Reinstein operiert mittlerweile nahezu 80 Prozent mit der SMILE-Methode, je nach Beschaffenheit des jeweiligen Auges knapp 20 Prozent mit LASIK. Die ältere PRK-Methode (Lasern an der Hornhautoberfläche) kommt nur noch selten zur Anwendung – auch wegen des langsameren Heilungsprozesses (von einer Woche) und erheblicher Beschwerden, die manche Patienten beklagen.

Mehr Komfort für Patienten

Dan Reinstein nennt gegenüber pressetext eine Reihe von Vorteilen, die SMILE für Patienten hat, in erster Linie sind es postoperative: bessere Verträglichkeit für die Hornhaut und die weniger trockenen Augen, da die oberen Nervenpartien intakt gelassen werden. Darüber hinaus bleibt mit der neuen Methode das starke obere Stromagewebe unversehrt und die biomechanische Stärke der Hornhaut damit voll intakt. Nicht zuletzt ist der minimal-invasive Laser-Eingriff attraktiv für Patienten, sagt Reinstein. Beispiel für eine SMILE-Operation: http://bit.ly/9pdBIC

Das ReLEx-SMILE-Verfahren ist erst seit knapp zwei Jahren im Einsatz und wird von einer wachsenden Zahl von Chirurgen weltweit angewendet. Die Technik erfordert den Einsatz des VisuMax-Femtosecondlasers von Carl Zeiss Meditec, der wie kein anderer Laser die Präzision liefert, mehr als nur Flaps für die klassische LASIK-Methode zu generieren. In den USA läuft seit Sommer 2012 eine FDA-Studie, die Genehmigung wird aufgrund der üblichen Verzögerungen bei technologischen Neuerungen in vier bis fünf Jahren erwartet. Reinstein ist jedenfalls überzeugt, dass ReLEx SMILE aufgrund der geschilderten Vorteile LASIK den Rang als beliebteste refraktive Methode ablaufen wird. "Alle Daten deuten darauf hin, dass die Verträglichkeit der neuen Methode deutlich höher ist", sagt Reinstein in London gegenüber pressetext.

London Vision Clinic

Dan Reinsteins London Vision Clinic ist eine der international führenden Adressen für refraktive Laser-Korrekturen. Mit einem Team von über 45 Chirurgen, Krankenschwestern und Optometristen behandelt er pro Jahr mehr als 1.000 Patienten, darunter viele Prominente, Popstars, Hollywood-Schauspieler, Sport-Profis wie Golfer und Formel-1-Fahrer. Die Klinik ist ausschließlich auf das Gebiet der refraktiven Laser-Chirurgie spezialisiert und blickt auf eine Expertise von über 25.000 Operationen zurück.

Der begeisterte Österreich-Fan und Hobby-Jazzsaxophonist Reinstein half bei der Entwicklung des MEL-80-Excimerlasers und VisuMax-Femtosekundenlasers von Carl Zeiss Meditec in Jena mit und verfügt über zahlreiche Patente auf dem Gebiet der refraktiven Chirurgie. Er ist regelmäßiger Referent bei wichtigen internationalen Konferenzen und Erfinder des "Blended Vision"-Verfahrens zur gleichzeitigen Korrektur von Kurz- und Alterssichtigkeit, wodurch Brillen und Linsen selbst im Alter überflüssig sind.

Anmerkung: Der Autor des Beitrags, Wilfried Seywald, unterzog sich im Januar 2013 an der London Vision Clinic erfolgreich einer Korrektur seiner Kurzsichtigkeit von minus sieben Dioptrien einschließlich 1,5 Dioptrien Astigmatismus und Alterssichtigkeit und kann nun 125 Prozent auf Distanz sehen und selbst kleinste Druckschriften in der Nähe ohne Brille lesen. Laser-Eingriffe werden in der Klinik von Dan Reinstein zu Kosten (für beide Augen) von 4.800 Pfund (rund 5.520 Euro) bis zu 6.300 Pfund (rund 7.240 Euro) (je nach Komplexität) berechnet.

 

HIV ist in Indien außer Kontrolle

Genf-Cointin (pte/20.04.2005/09:25) – HIV ist in Indien außer
Kontrolle. Diese Diagnose stammt vom verantwortlichen Direktor des
Global Fund to Fight Aids, Tuberculosis and Malaria
http://www.theglobalfund.org/en, Richard Feachem. Laut Feachem breitet
sich die Epidemie in Indien rasch aus. Es würde nichts unternommen, um
sie zu stoppen. Nach Angaben des Experten hat Indien Südafrika als das
Land mit den meisten Aidskranken oder HIV-positiven Patienten überholt.
Die Epidemie habe sich so rasch ausgebreitet, dass Indien "aufwachen"
und das Problem ernst nehmen müsse. Anderenfalls würden Mio. Menschen
sterben. Die offiziellen Statistiken zeigten Südafrika an erster
Stelle. Diese Statistiken seien jedoch falsch.

Die letzten von UNAids http://www.unaids.org im Juli 2004
veröffentlichten Zahlen gingen in Südafrika von 5,3 Mio. infizierten
Erwachsenen und Kindern mit einem Spielraum zwischen 4,5 und 6,32 Mio.
aus. Indien wurde auf 5,1 Mio. Betroffene geschätzt. Der Spielraum der
Schätzungen war mit 2,5 bis 8,5 Millionen jedoch viel größer.
Zuverlässige Zahlen für die Berechnung fehlen laut BBC großteils.
Feachem warnte, dass sich die Krankheit rascher unter der
Hindubevölkerung als unter der muslimischen Bevölkerung ausbreiten
würde. Muslimische Männer seien häufiger beschnitten. Die Beschneidung
biete bekanntermaßen einen gewissen Schutz gegen das Aidsvirus. Die
meisten Menschen in Indien stecken sich bei heterosexuellem
Geschlechtsverkehr mit Prostituierten an.

Die bestehenden Probleme würden durch eine verbreitete Ignoranz
gegenüber HIV noch verschlimmert. Medikamente gegen HIV seien in Indien
zusätzlich sehr teuer. "Es ist leichter indische Generika in Afrika zu
bekommen als in Indien. Das ist ein Skandal und muss geändert werden."
Der Global Fund hat für den Kampf gegen HIV/Aids, Tuberkulose und
Malaria mehr als drei Mrd. Dollar für 300 Programme in 127 Ländern zur
Verfügung gestellt. Er wurde 2001 von der Gruppe der acht führenden
Wirtschaftsnationen (G8) gegründet. Der Fund stellt die Finanzierung
von Projekten zur Prävention sicher. Es gibt jedoch Voraussetzungen,
unter denen auch die Behandlung finanziert werden soll.