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Weltrat der Weisen kritisiert Gesundheitssystem

pts20181130009 Medizin/Wellness, Politik/Recht

Weltrat der Weisen kritisiert unser derzeitiges Krankmachsystem: "Krankheit ist gut und bringt allen Geld"

Weltrat: "Medizin muss sich verändern und Ärzte sollten nur nach Gesundheit bezahlt werden"

Bergisch Gladbach (pts009/30.11.2018/09:30) – Es
läuft vieles schief in dieser unserer Welt. Eine große Zahl der
hochkarätigsten und bekanntesten Wissenschaftler dieser Erde hat sich im
Sommer 2018 zum "The World’s Council of Wise People" (Weltrat der
Weisen) formiert, um virulente Probleme klar anzusprechen und für
gesellschaftliche und politische Veränderungen zu sorgen. "Denn die Zeit
drängt und verlangt nach neuen Lösungen für unsere Gesellschaft", so
Michael Weber, der ehrenamtliche Assistent dieses Wissenschaftsrates,
bei dem der berühmte Club of Rome Pate stand.

"Vor allem unser Gesundheitssystem, oder sollte man besser sagen unser
Krankheitssystem, bedarf eines grundlegenden und radikalen Umdenkens. Es
muss schon vor einer Erkrankung eingegriffen werden und unsere Ärzte
sollte man überwiegend für die Gesunderhaltung bezahlen und nicht für
das punktuelle Reparieren von Fehlfunktionen", so eine der drastischen
Forderungen des Weltrates der Weisen, dem auch solche prominenten
Persönlichkeiten angehören wie z.B. Bundesministerin a. D. Prof. Dr. Dr.
hc. mult. Ursula Lehr, Biologin Prof. Michaela Döll und der Beirat der
Gesellschaft für Prävention, Prof. Dr. Georg Rudinger.

Wobei der Rat auch auf den Erkenntnissen so angesehener und
weltbekannter Wissenschaftler fußt, wie etwa des Evolutionsbiologen
Prof. Richard Dawkins und des – leider verstorben – Prof. Stephen
Hawking. Der Anspruch des Weltrates ist hoch: "Wir wollen die Welt für
unsere Kinder zu einer besseren machen." Eine Auflistung des
Forderungskataloges des Weltrates und seiner aktiven sowie
berücksichtigten Wissenschaftler findet man auf: http://www.ratderweisen.net

Alte Glaubensdämme müssen vom Weltrat der Weisen niedergerissen
werden, um in Zukunft ein neues und besseres "Gesundheitssystem"
entstehen zu lassen, das diesen Namen auch verdient

Wie sehr unser aktuelles "Krankheitssystem" in die Sackgasse führt,
zeigen für Michael Weber gerade die letzten Skandale, die die Auswüchse
im System erst verdeutlichen: "Wie kann es sein, dass in manchen
Krankenhäusern bis zu vier Mal häufiger an den Bandscheiben operiert
wird oder drei Mal mehr Herzkatheter gesetzt werden als in anderen? Die
Antwort: Es ist der wirtschaftliche Druck, gute OP-Zahlen zu schreiben
und die Auslastung der Kliniken zu erhöhen. Und warum werden bei uns
jetzt im Herbst und Winter noch immer so massenhaft Antibiotika bei
Verkühlungen und Grippe verschrieben, obwohl eine klassische Grippe
durch Viren hervorgerufen wird. Antibiotika dürfen nur verwendet werden,
um bakterielle Infektionen zu behandeln und sind bei Viren oder Pilzen
absolut wirkungslos. Die Antwort auch hier: Antibiotika bringen enorme
Umsätze. Die Folge: es kommt bei immer mehr Erregern zu Resistenzen
gegen Antibiotika, die dann aber bei bestimmten Erkrankungen zu einem
wirklich lebensbedrohlichen Problem für die Patienten werden. Und denkt
man an den Skandal mit den Implantaten, dann gilt: Je mehr schief geht,
desto mehr Geld wird verdient, denn auch das Entfernen ungeeigneter
Implantate wird gut bezahlt. Da wollen wir aufklären und Fehlanreize
ändern durch einen vollständigen Umbau des maroden Systems."

Die bekanntesten Wissenschaftler der Welt wollen nicht länger schweigen

"Der Weltrat wird kein Blatt vor den Mund nehmen und sich dort zu Wort
melden, wo es nötig ist, um unsere Kinder und Enkel vor einem
Zukunftsdesaster zu bewahren", so Weber. Und zum Beispiel Prof. Manfred
Mertins. Auch er weiß, wovon er spricht, denn er hat sich lange Jahre
mit den Risiken der Atomenergie befasst und dabei die Vorteile von
konsequenter Prävention erkannt. "Derzeit versucht der Mensch, immer
erst nach einer Katastrophe zu reagieren. Auch im Gesundheitssektor."
Erst jetzt kommt es langsam zu einem Umdenken bei Problem-Fetten wie
gehärteten beziehungsweise Transfetten, Salz und Zucker in Lebensmitteln
und es wurden viel zu spät Verbote für Tabak verabschiedet. Dabei sind
in den letzten Jahren nachweislich Millionen Menschen an schlechten
Lebensmitteln und am Rauchen gestorben. Weber: "Wir wollen auch der
Nahrungs-Industrie diejenigen politischen Rahmenbedingungen und Anreize
geben, die sie braucht, um mit guten und gesunden Produkten langfristig
mehr zu verdienen als mit krankmachenden. Der Fokus muss in allen
Bereichen auf Vorsorge und Prävention liegen, damit es nicht zu
Massendiabetes kommt und Krebs eine Seuche wird. Das will der Weltrat
durch Aufklärung, Diskussion in den Medien und Beratung von Regierungen
bis UNO verhindern."

Mini-Mikroprozessor ermöglicht bienengroße Drohnen

Winziger MIT-Prozessor revolutioniert Mini-Drohnen

Bienengroße Fluggeräte sollen Daten künftig noch besser verarbeiten

Neuer Chip im Größenvergleich mit einer US-Zehn-Cent-Münze (Foto: mit.edu)
Neuer Chip im Größenvergleich mit einer US-Zehn-Cent-Münze (Foto: mit.edu)

Cambridge (pte003/21.06.2018/06:10) –

Nur 20 Quadratmillimeter groß ist ein neuer Prozessor, den Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://web.mit.edu entwickelt haben. Gleichzeitig ist er ein Vorbild beim Sparen von
Strom. 24 Milliwatt reichen schon. Das ist ein Hundertstel dessen, was
die kleinste Birne mit Leuchtdioden beansprucht. Der Winzling soll
Drohnen das Navigieren ermöglichen, die kaum größer sind als Bienen. Die
bisher kleinsten Drohnen reichen an dieses Format noch nicht heran,
können aber ebenfalls mit dem "Navion" genannten Prozessor ausgestattet
werden. Als Start- und Landeplatz dient die Innenhandfläche.

Schnelle Datenverarbeitung

Den Winzling geschaffen hat ein Team um Vivienne Sze,
Juniorprofessorin für Elektrotechnik und Computerwissenschaften, sowie
Sertac Karaman, Juniorprofessor für Luft- und Raumfahrt. Bei dem völlig
neuen Design des Chips wurde neben Größe und Energieverbrauch auch ein
Schwerpunkt auf das Tempo der Datenverarbeitung gelegt.

Der Chip kann bis zu 171 Bilder pro Sekunde
verarbeiten. Das ist eine weitaus höhere Bildfrequenz als bei
hochauflösendem Fernsehen. Gleichzeitig wertet er die Daten eines
Trägheitssensors aus. Beides ist wichtig für eine präzise Navigation.
Selbst sogenannte Nanodrohnen, die fingernagelgroß sind, also weit
entfernt vom Nanoformat, lassen sich mit Navion ausstatten. Ebenso
winzige Roboter, die längere Zeit aktiv sein müssen, aber eine
eingeschränkte Energieversorgung haben.

Navion auch für Körpersensoren

"Ich kann mir sogar vorstellen, dass Navion in
Wetterballons eingesetzt wird, die monatelang mit einer Batterieladung
auskommen müssen", sagt Karaman. Auch Mediziner könnten den Chip nutzen,
etwa in Sensoren, die in der Blutbahn mitschwimmen und
gesundheitsrelevante Daten nach Außen übermitteln.

Winzige Drohnen lassen sich für Überwachungsaufgaben
nutzen. Kameras sind heute so klein und leicht, dass großformatige
Fluggeräte in vielen Fällen überflüssig sind. Oft sind sie
überdimensioniert, damit sie schwere Batterien tragen können, die die
Stromversorgung für eine akzeptable Zeit sicherstellen. Die größten
Stromversorger sind dabei die Motoren, die die Propeller drehen. Der
Chip soll jetzt auf einer handelsüblichen Drohne getestet werden, ehe
sich die Forscher daranmachen, "künstliche Bienen" zu entwickeln.

Forschungspreis für französische Deutschlandhistorikerin Miard-Delacroix

Internationaler Forschungspreis für französische Deutschlandhistorikerin Miard-Delacroix

Bonn, den 6. Februar 2017 – Der Internationale Forschungspreis der Max
Weber Stiftung beim Historischen Kolleg, der 2017 zum dritten Mal
verliehen wird, geht an die international renommierte französische
Deutschlandhistorikerin Hélène Miard-Delacroix. „Mit ihren
Forschungsleistungen, insbesondere zur deutsch-französischen Geschichte
des 20. Jahrhunderts, hat sie Maßstäbe gesetzt. Der wichtige
Forschungstrend der ‚verflochtenen Geschichte‘ (histoire croisée)
verdankt ihren Arbeiten entscheidende innovative Impulse“, begründet
Hans van Ess, Vorsitzender der Auswahlausschusses und Präsident der Max
Weber Stiftung, die Juryentscheidung. Zugleich gehöre sie mit ihren
vielfältigen Aktivitäten auch in der weiteren Medienöffentlichkeit zu
den aktuell wichtigsten Vermittlern zwischen den französischen und
deutschen Wissenschaftskulturen.

Miard-Delacroix wurde 1989 an der Sorbonne zur Frankreichpolitik des
Kanzlers Helmut Schmidt in den 1970er und 1980er Jahren promoviert. Nach
zahlreichen Lehr- und Forschungsaufträgen als Maître de conférence und
Chargée en cours in Tours und an der Sorbonne in Paris habilitierte sie
sich im Jahr 2002 über das Wiederaufkommen des bundesdeutschen
Nationalismus seit den 1950er Jahren und dessen Auswirkungen auf die
Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Frankreich. 2003 erhielt sie
den Ruf an die École Normale Supérieure Lettres et Sciences Humaines in
Lyon und kehrte fünf Jahre darauf als Inhaberin des Lehrstuhls für
deutsche Zeitgeschichte am Institut für Germanistik an die Sorbonne
(Paris IV) zurück. Sie ist Mitglied zahlreicher akademischer Gremien in
beiden Ländern sowie Trägerin des deutschen Bundesverdienstkreuzes und
des französischen Ordre des Palmes Académiques. Dass ihre 2013
erschienene Biografie über Willy Brandt im letzten Jahr auch ins
Englische übersetzt wurde, belegt ihr internationales Renommee.

Mit dem Internationalen Forschungspreis der Max Weber Stiftung beim
Historischen Kolleg sollen herausragende Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler für ihr bisheriges Gesamtschaffen ausgezeichnet werden,
die sich in vorbildlicher Weise um international ausgerichtete,
geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Forschung verdient gemacht
haben. Der Internationale Forschungspreis ist mit 30.000 Euro dotiert.
Mit dem Preis verbunden ist darüber hinaus die Einladung zu einem
Forschungsaufenthalt in München und zur Durchführung eines
internationalen Kolloquiums am Historischen Kolleg. Bisherige
Preisträger waren die US-amerikanische Historikerin Isabel V. Hull und
der französische Kunsthistoriker und Philosoph Georges Didi-Huberman.

Die Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im
Ausland fördert die Forschung mit Schwerpunkten auf den Gebieten der
Geschichts-, Kultur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in
ausgewählten Ländern und damit das gegenseitige Verständnis. Sie
unterhält zurzeit weltweit zehn Institute sowie weitere
Forschungsgruppen und Büros. Mit ihren Infrastrukturen bietet die MWS
beste Voraussetzungen für exzellente geistes- und
sozialwissenschaftliche Forschung, die durch unmittelbare Nähe zu den
Forschungsgegenständen und im Austausch unterschiedlicher Perspektiven
und Herangehensweisen entsteht.

Das Historische Kolleg, gegründet 1980 in München, ist ein „Institute
for Advanced Study“ der historisch orientierten Wissenschaften. Es
gewährt Fellows aus dem In- und Ausland durch ganzjährige Stipendien den
Freiraum, konzentriert an einem Buch zu arbeiten. Durch die Vorträge
und Tagungen der Fellows sowie durch hochkarätige Kooperations- und
Gastveranstaltungen in der Kaulbach-Villa ist das Kolleg zudem ein
internationales Zentrum des geschichtswissenschaftlichen Diskurses.

Künstliche Intelligenz sortiert Kartoffeln

Künstliche Intelligenz sortiert Kartoffeln
Forscher bauen Roboter aus handelsüblicher Technik
 
Webcam: System braucht nur eine einfache Kamera (Foto: pixelio.de, flaisch)

Lincoln (pte003/05.03.2012/06:10) – Eine Webcam für 60 Pfund, eine Grafikkarte und lernfähige Software – aus diesen Teilen haben britische Tüftler eine intelligente Maschine gebaut, die verdorbene von guten Kartoffeln unterscheiden und aussortieren kann. Die banal klingende Idee könnte weitreichende Folgen haben, berichtet die BBC. Alleine in Großbritannien werden pro Jahr Kartoffeln im Wert von 3,5 Mrd. Pfund verkauft – bislang werden sie meist händisch sortiert. Die lernfähige Sortiermaschine könnte das künftig übernehmen – sie soll bereits so genau arbeiten wie der Mensch.

Mensch als Vorbild

Das Prinzip der Sortiersoftware ist denkbar einfach: Per Webcam werden dunkle Flecken auf den Kartoffeln erkannt, die verdorbene Ware wird dann entfernt. Das besondere an dem System ist jedoch die eingebaute künstliche Intelligenz. Die Maschine arbeitet nicht nach vorgegebenen Parametern, sondern orientiert sich am Beispiel menschlicher Vorbilder und lernt so verdorbene Kartoffeln zu erkennen.

"Bestehende Computersysteme mussten programmiert und kalibiert werden. Unser System dagegen lernt am Beispiel eines menschlichen Experten", sagt Tom Duckett von der University of Lincoln http://lincoln.ac.uk , wo die Sortiersoftware entwickelt wurde. Für den Bau des Systems verwendeten die Forscher lediglich günstige Technik aus dem Elektronikhandel – das reiche auch für den Einsatzzweck.

Kein Killer von Jobs

Geht es nach den Entwicklern, soll die Technologie in Zukunft nicht nur bei Kartoffeln, sondern auch bei anderen Gemüse- und Obstsorten zur Anwendung kommen. Dass dadurch Menschen völlig aus dem Arbeitsfeld verdrängt würden, glauben sie nicht. Immerhin müsse es immer noch jemanden geben, der den Systemen das Sortieren "beibringen" kann.

Gedanken-Steuerung erobert Videospiele

Mehrere Unternehmen bieten entsprechende Produkte an
 
Eingabegerät: liest Hirnströme (Foto: neurosky.com)

San Jose (pte002/01.06.2012/06:05) – Die Steuerung von Computerspielen mittels Gedanken macht erste Schritte in Richtung Massenmarkt. Über 1.700 Softwareentwickler arbeiten allein an Videospielen und anderen Anwendungen, die das ein EEG-Headset der Firma NeuroSky http://www.neurosky.com als Eingabemethode akzeptieren, berichtet das Wall Street Journal. Das Plastikgestell um 129 Dollar misst die Hirnströme von außen und setzt sie in Befehle für den Computer um. Bislang erlaubt die Gedankensteuerung lediglich einfache Befehle, die von Testpersonen durch Konzentration oder Entspannung gegeben werden. Die Entwicklung geht schnell voran und soll auch eine positive Beeinflussung der menschlichen Psyche ermöglichen.

Forschung am Anfang

"Im Bereich Computerspiele halte ich Gedankensteuerung auf absehbare Zeit noch für eine Spielerei. Einfache Eingaben wie links, rechts, oben oder unten sind zwar möglich, erfordern allerdings immense Konzentration. Spaß machen kann das trotzdem, vor allem wenn zwei Spieler gegeneinander simple Spiele spielen. Gewinner ist, wer sich stärker konzentrieren kann", erklärt Spiele-Experte Hans Solar gegenüber pressetext. Die Forschung steckt zwar noch in den Kinderschuhen, potenzielle Anwendungen in der Medizin, etwa Computersteuerung für Querschnittsgelähmte, treiben die Forschung aber voran.

Neben Software können mit Hirnströmen auch reale Gegenstände gesteuert werden. In den USA wurde schon 2009 das Kinderspielzeug "Star Wars Force Trainer" vorgestellt, das es Benutzern ermöglicht eine Plastikkugel mittels gedankengesteuertem Ventilator zum Schweben zu bringen. "Die Eingabegeräte sind noch nicht perfekt. Hautwiderstand und Frisuren wie Dreadlocks können Probleme machen", sagt Solar.

Erste Spiele, die Gehirn-Eingabe unterstützen, gibt es für fünf bis 20 Dollar schon zu kaufen. Die meisten bauen auf den EEG-Helm von NeuroSky. Medizinisch relevante Spiele, die etwa zur Verbesserung der Aufmerksamkeitsspanne verwendet werden, kosten bis zu 150 Dollar.

Therapeutischer Nutzen

"Für Konzentrationstraining ist die Technologie durchaus zu gebrauchen. Vor allem für Kinder ist die Verknüpfung mit einem Videospiel motivierend", so Solar. Auch Spiele, die zur Entspannung beitragen, sind erhältlich. Hier kann ein Spieler nur in den nächsten Level aufsteigen, wenn seine Hirnströme auf hinreichende Entspannung hindeuten. Die britische Firma MyndPlay arbeitet sogar schon an einer Technologie, die es Nutzern erlaubt, das Ende von Filmen durch ihren Entspannungszustand zu beeinflussen. Mediziner sehen längerfristig auch Einsatzmöglichkeiten für Verhaltenstherapien.

"Die Technologie ist mittlerweile preiswert zu haben, es handelt sich ja lediglich um eine handvoll Elektroden. Deshalb ist es für Unternehmen durchaus möglich, kommerziellen Erfolg zu haben, auch wenn es keinen Massenmarkt gibt", erklärt Solar. Andere Anbieter wie Emotiv Systems bieten vergleichbare Eingabesysteme ebenfalls im niedrigen dreistelligen Dollarbereich an. Bis komplexere Steuerungs-Modelle mittels EEG-Lesegerät umgesetzt werden können, wird es auch nach optimistischen Schätzungen noch einige Jahre dauern. Einen Vorgeschmack auf die vielfältigen Möglichkeiten bietet ein Video aus Japan, das gedankengesteuerte Katzenohren zeigt:

Panik verstärkt durch soziale Netzwerk

Meine persönliche Bemerkung:

Noch nie konnte der einzelne
Mensch auf s viele Informationen zurückgreifen wie heute. Trotzdem
führt das paradoxerweise zu einer Verarmung des Wissens. Das ist die
Folge des von mir sogenannten ‚selektiver Wahrnehmung‘. Das heißt, der
Mensch zieht sich aus dem Chaos der Informationen nur das heraus, was in
seine Vorstellung bzw. Vorurteile passt. Hinzu kommt, dass er sich
durch die Vervielfältigung und teilweise durch Manipulation durch
automatische Mailproduktion von Interessen-Gruppen extrem verstärkt
wird. Das haben die Republikaner in Amerika über den Verkauf von
Millionen Daten an  die mittlerweile in Konkurs gegangene Firma
Cambright-Analysis bei der Wahl von Trump rücksichtslos ausgenutzt.
Damit seinen Wahlsieg möglich gemacht und der Demokratie zu einem
Phurrhussieg verholfen.

Aber auch auf dem Bereich
der Wissenschaft können völlig irrsinnige Behauptungen kolportiert
werden, die z. B. dazu führen, dass es in Amerika unzählige Menschen
gibt – man nennt sie Kreationisten – die glauben, trotz Darwin und
genetischer Forschung, dass die Welt in sieben Tagen entstanden ist, wie
in der Bibel seinerzeit beschrieben. Auch diese Gruppe hat Trump zum
Wahlsieg verholfen. Sie sprechen davon, dass Trump durch die Leugnung
der Erderwärmung bei solchen Bevölkerungsgruppen auf fruchtbaren Boden
fällt.

Dazu der folgende Artikel

Bedrohlicher wirkende Welt durch Teilen in sozialen Netzwerken


Coventry
(pte001/11.06.2018/06:00) – Nachrichten, wie etwa über Terrorismus,
Krankheitsausbrüche, Naturkatastrophen und andere potenzielle
Bedrohungen werden laut einer neuen Studie von Forschern der University
of Warwick http://warwick.ac.uk immer negativer, ungenauer und hysterischer, wenn sie von einer Person
zur nächsten in sozialen Netzwerken weitergegeben werden.

Korrektur bleibt oft aus

"Je mehr Menschen
Informationen teilen, desto negativer werden sie, desto weiter weicht
sie von den Fakten ab und desto resistenter werden sie für eine
Korrektur", betont Studienautor Thomas Hills. Die Forscher haben 154
Teilnehmer analysiert, die in sozialen Medien aktiv sind. Diese wurden
in 14 Ketten von jeweils acht Personen aufgeteilt. Jeweils die erste
Person in jeder Kette las ausgewogene, sachliche Nachrichtenartikel und
sollte eine Nachricht an die nächste Person über die Geschichte
schreiben. Der Empfänger musste dann wieder eine neue Nachricht für die
nächste Person schreiben und so weiter.

Die sechste Person in jeder
Kette erhielt die Nachricht von der vorherigen Person und auch den
ursprünglichen, neutralen Nachrichtentext. In jeder der 14 Nutzer-Ketten
wurden Geschichten über bedrohliche, negative Themen zunehmend
schlimmer und führten zu Panik und Angst. Dieser Effekt wurde auch nicht
gemildert, wenn die ursprünglichen unvoreingenommenen Fakten bei der
sechsten Person wieder eingeführt wurden.

Nebeneffekt von Social Media

Die Ergebnisse der Studie
zeigen laut den Forschern wichtige Faktoren der heutigen Gesellschaft.
Die ständige Verbreitung von Nachrichten (korrekt und gefälscht),
Gerüchten, Retweets und Nachrichten in sozialen Medien sei sehr kritisch
zu beobachten. "Diese Forschungsarbeit erklärt, warum unsere Welt trotz
der konsequenten Reduzierung von realen Bedrohungen immer bedrohlicher
wird", resümiert Hills.

Hochenergetischer Ultraschall hilft auch Leberkrebs zu behandel

Hoch-intensiver fokussierter Ultraschall

Hoffnung im Kampf gegen primären Leberkrebs: Tumoren vielversprechend therapieren

Berlin
– Etwa 9000 Menschen erkranken hierzulande pro Jahr an primärem
Leberkrebs – und die Zahl der Betroffenen ist in den vergangenen Jahren
stark angestiegen. Häufig wird das sogenannte hepatozelluläre Karzinom
(HCC) eher spät erkannt und kann dann nicht mehr operativ entfernt
werden. Dann bietet der hoch-intensive fokussierte Ultraschall (HIFU)
eine effektive Möglichkeit, das Karzinom zu behandeln. Der Vorteil: HIFU
ist die gesundheitsschonendste Methode dafür und mit ihm können – im
Gegensatz zu anderen Verfahren – auch Tumoren in gefährlicher Nähe zu
Gefäßen behandelt werden. Wie HIFU funktioniert und welche Patienten
davon profitieren können, erläutern Experten der Deutschen Gesellschaft
für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) auf einer Pressekonferenz am
Mittwoch, den 5. Dezember in Berlin.

Der
primäre Leberkrebs entsteht in der Leber selbst, im Gegensatz zum
sekundären Leberkrebs (Metastasen), der seinen Ursprung in anderen
Organen hat. Da der primäre Leberkrebs im frühen Stadium nur selten
Symptome verursacht, wird er oft erst spät entdeckt. Doch dann ist der
Tumor häufig nicht mehr operabel. „Sofern das Karzinom nicht zu groß
ist, ist der fokussierte Ultraschall für Leberkrebs-Patienten eine
effektive Methode das Volumen gezielt zu verkleinern“, sagt
DEGUM-Experte Professor Dr. med. Holger Strunk, Oberarzt der
Radiologischen Universitätsklinik Bonn. „Ein großer Vorteil ist, dass
sehr genau gearbeitet werden kann und auch Tumoren in der Nähe von
Gefäßen behandelt werden können.“ Denn bei dem therapeutischen
Ultraschallverfahren müssen keine Nadeln, Sonden oder ähnliches
eingebracht werden. Daher besteht auch keine Gefahr einer Blutung oder
der Tumorzellverschleppung, wie sie bei anderen Maßnahmen durch den
Stichkanal vorkommen kann.

Im
Gegensatz zum diagnostischen Ultraschall werden beim HIFU viel höhere
Energien erzeugt. Die Ultraschallwellen sind hier gebündelt und können
exakt auf ein nur wenige millimetergroßes Gebiet fokussiert werden. „Es
entstehen Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius, wodurch Tumorzellen
effektiv abgetötet werden“, erläutert Strunk.

In
internationalen – etwa in chinesischen – Studien konnte der Nutzen des
HIFU-Verfahrens beim primären Leberkrebs bereits nachgewiesen werden.
Und die deutsche Gesundheitspolitik hat verstärkt einen Fokus darauf
gelegt: So hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ein
Bewertungsverfahren für den Einsatz des HIFU-Verfahrens zur gezielten
Behandlung des nicht-operablen hepatozellulären Leberzellkarzinoms
durchgeführt. Der G-BA kommt dabei zu dem Ergebnis, dass „der Nutzen
dieser Methode als noch nicht hinreichend belegt anzusehen“ ist, sie
aber „das Potenzial einer erforderlichen Behandlungsalternative“ bietet.
Die DEGUM begrüßt diese Erkenntnis. „Nun sollten hierzulande klinische
deutsche Studien durchgeführt werden, die den Nutzen der Methode auch
bei kaukasischen Patienten belegen“, meint Strunk.

Die
DEGUM fordert vom G-BA, den Stellenwert des HIFU-Verfahrens bei anderen
Erkrankungen – etwa bei Lebermetasen – weiter zu überprüfen. „Hier hat
der G-BA bisher noch keinen Nutzen erkannt – mit der Begründung, dass
dazu noch keine ausreichenden Studien vorliegen“, so der Experte. „Doch
nur weil derzeit dazu keine unseren Qualitätsstandards entsprechenden
Untersuchungen vorliegen, kann man diese doch nicht a priori
ausschließen.“ So habe die Praxis gezeigt, dass einige Patienten auch
bei der Behandlung von Lebermetastasen vom HIFU-Verfahren profitieren.

Wie entsteht Leberkrebs?

Ein
relevanter Risikofaktor für die Entstehung von primärem Leberkrebs ist
eine Leberzirrhose, die auch als „Schrumpfleber“ bekannt ist. Dabei
handelt es sich um eine schwere Leberschädigung, die häufig durch
jahrelangen Alkoholmissbrauch entsteht. Auch Personen, die an einer
dauerhaften Leberentzündung – also an einer Hepatitis-Erkrankung –
leiden, haben ein deutlich erhöhtes Risiko an einem Leberkarzinom zu
erkranken. Ein weiterer relevanter Faktor ist die Fettleber, die etwa
durch erhöhten Alkoholkonsum, Diabetes mellitus und starkes Übergewicht
entstehen kann.

Quelle:

Beschluss des G-BA: https://www.g-ba.de/downloads/40-268-4254/2017-03-16_137h_BVh-16-002_USgHIFU-hepatozellulaeres-Karzinom_TrG.pdf

Revolution in der Protetik: Mehr Gefühl für künstliche Hände

„Innovationen schaffen im Großen Lösungen für
gesellschaftliche Herausforderungen und können im Kleinen unser Leben
einfacher machen“, unterstreicht Professor Holger Hanselka, Präsident
des KIT. „Es freut mich besonders, dass hier das Know-how von
Mitarbeitern des KIT bei der Inklusion von Menschen mit einem Handycap
konkret hilft. Ich gratuliere Vincent Systems zu dem tollen Erfolg.“

„Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des
KIT loten das Potenzial ihrer wissenschaftlichen und technologischen
Entwicklungen für Innovationen kontinuierlich aus“, erklärt Professor
Thomas Hirth, Vizepräsident für Innovation und Internationales am KIT.
„Zu sehen, dass der Brückenschlag von der Forschung zu der Anwendung wie
bei Vincent Systems gelingt, und sich in Produkten für Gesellschaft und
Wirtschaft niederschlägt, macht mich stolz auf die Arbeit des KIT und
seiner Mitarbeiter.“

Jedes Jahr erhalten weltweit rund 10.000
Menschen eine elektronisch gesteuerte Prothese. Manchen Nutzergruppen
blieb ein solcher Handersatz verwehrt. Denn die verfügbaren
Hightech-Prothesen waren zu schwer und groß. Die Firma Vincent Systems
hat es geschafft ein Baukastensystem für künstliche Handprothesen mit
Tastsinn für nahezu alle Altersstufen und Verletzungsniveaus zu
entwickeln, und wurde dafür für den Deutschen Zukunftspreis des
Bundespräsidenten nominiert. Damit tritt sie ein in den „Kreis der
Besten“, der Gruppe von Innovatoren, die in den letzten 21 Jahren für
die jeweiligen Zukunftspreise nominiert waren.

„Unsere Entwicklung ist die leichteste und
beweglichste Handprothese der Welt“, erklärt Dr. Stefan Schulz, Gründer
und Geschäftsführer der Vincent Systems und bis 2009
Forschungsgruppenleiter am Institut für Angewandte Informatik des KIT.
„Sie kann im Gegensatz zu den aktuellen Standardlösungen jeden Finger
einzeln aktiv bewegen.“ Insbesondere Kinder und Jugendliche erhalten so
in einer wichtigen Lebensphase – voller Zukunftsplanung, beruflicher
Orientierung und Sport – mehr Möglichkeiten. Die modulare Technologie
ermöglicht auch Hilfe für Menschen, denen nur einzelne Finger, der
Daumen oder Teile der Hand fehlen. Erstmals ermöglicht serienmäßig ein
Tastsinn dem Prothesenträger, mit der künstlichen Hand sensibel und
sicher zuzugreifen. Elektrische Signale der Muskeln steuern alle
Funktionen der Prothesen. Die Prothesensteuerung ist intuitiv und
schnell zu erlernen, sie kommt dabei ohne jedes Hilfsmittel wie Taster
oder Smartphone aus.

Kern der Innovation ist die weltweit kleinste
Einzelfingerprothese mit miniaturisierten Antrieben. Die
unterschiedlich großen aktiven Finger und Daumen bilden zusammen mit
Rahmenelementen ein sehr flexibles modulares System, das sich an den
individuellen Teilhandstumpf jedes Nutzers anpassen lässt. Durch die
Verwendung von robusten Leichtbaumaterialien und einer
softwaregestützten Optimierung der Gestalt erreicht das neue System ein
geringeres Gewicht, ohne dadurch an Stabilität zu verlieren: Die
Handprothese wiegt etwa genauso viel wie eine menschliche Hand.

Neu ist auch der integrierte Tastsinn. Er
gibt dem Träger Rückmeldung über die ausgeübten Kräfte. Dazu wird die
Griffkraft in spürbare leichte Vibrationen übersetzt. Der künstliche
Tastsinn erlaubt es, die Prothese sehr sensibel zu verwenden und auch
ohne Sichtkontakt sicher zu greifen. Zudem kann er helfen, eventuell
bestehende Phantomschmerzen zu lindern. Zum Steuern der Prothesen dienen
elektrische Signale der Muskeln. Die Technologie ist bereits sehr
erfolgreich am Markt eingeführt. Derzeit werden orthopädische
Fachwerkstätten in Deutschland, Europa und den USA mit den
Vincent-Prothesen beliefert.

Der Deutsche Zukunftspreis – dotiert mit
250.000 Euro – ehrt herausragende technische, ingenieur- und
naturwissenschaftliche Leistungen, die zu anwendungsreifen Produkten
führen. Die Entscheidung, welches der nominierten Teams den Deutschen
Zukunftspreises 2017 erhält, fiel gestern Abend in einer feierlichen
Abendveranstaltung im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter
Steinmeier in Berlin und wurde vom ZDF übertragen.

Mehr Information:

www.deutscher-zukunftspreis.de/de/nominierte/2017/team-3

www.vincentsystems.de

Kälte als Auslöser oder Hemmer von Schmerzen

Paradoxe Effekte: Kälte als Auslöser oder Hemmer von Schmerzen

Experten diskutieren Schmerzmechanismen auf dem Deutschen Schmerzkongress 2017

Mannheim – Während
Kälte bei gesunden Menschen mit akutem Schmerz schmerzhemmend sein
kann, existiert bei Patienten mit Nervenschmerzen ein gegenteiliger
Effekt: Sie reagieren häufig überempfindlich auf Kälte und empfinden
manchmal schon bei einem leichten Luftzug starke Schmerzen.
Verantwortlich dafür sind Eiweiße der Zelloberfläche der Nerven, die die
Nervensignale um ein Vielfaches steigern und zu der unangenehmen
Wahrnehmung führen. Wie lokale Kälte Schmerz auslösen, aber auch
reduzieren kann, diskutieren Schmerzforscher auf dem Deutschen
Schmerzkongress 2017 in Mannheim (11. bis 14. Oktober) und stellen erste
Erkenntnisse auf der Pressekonferenz am 12. Oktober 2017 vor.

Dass
Temperatur auf Schmerzen unterschiedlich wirkt, ist ein bekanntes
Phänomen. „Bei einem akuten entzündlichen Schmerz kann es
schmerzlindernd sein, wenn man die entsprechende Stelle kühlt, während
bei chronisch entzündlichen Schmerzen auch eine lokale Wärmebehandlung
helfen kann“, sagt Professor Dr. med. Martin Schmelz, Präsident der
Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. Kleine Temperaturänderungen der Haut
nehmen Menschen mit besonderen Sensoren wahr. Diese sitzen auf
Nervenzellen, die für das Kalt- und Warmempfinden verantwortlich sind:
Abkühlen schaltet die Kaltsensoren ein und die Warmsensoren ab. „Durch
vermehrte Nervensignale von Kaltsensoren und verminderte Signale von
Warmsensoren fühlen wir also eine Abkühlung“, erklärt Schmelz.

Patienten,
die wegen eines Krebsleidens mit Platinsalz (Oxaliplatin) behandelt
werden, empfinden die Abkühlung oft als viel stärker. Solange das
Platinsalz im Körper wirkt, sind die Patienten ausgesprochen
kälteüberempfindlich, und selbst kurze Kaltreize lösen ein lang
andauerndes übersteigertes Kältegefühl aus. Die Ursache dafür liegt
jedoch nicht in den „Fühlern“ für Kälte, sondern in den Eiweißen der
Zelloberfläche („Natriumkanäle“), die für die Weiterleitung der
Nervensignale entlang der Nervenfasern verantwortlich sind. „Man kann
sie sich wie Türen entlang eines Ganges vorstellen, die nacheinander
geöffnet und dann schnell wieder geschlossen werden“, sagt Schmelz, der
an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg im
Bereich der Experimentellen Schmerzforschung tätig ist. Das Platinsalz
wirkt nun wie eine Art „Fuß in der Tür“: Unter Kälte wird die Tür nicht
vollständig geschlossen, sondern springt wieder auf und schlägt so in
rascher Folge auf und zu. „Damit wird also das ursprüngliche
Nervensignal um ein Vielfaches gesteigert und der Patient fühlt die
Kälte als unnatürlich stark und unangenehm“, erklärt Schmelz. Calcium
kann dieses „Türklappern“ reduzieren und wird daher bei Patienten mit
Neuropathie zur Therapie eingesetzt.

Schaut
man sich die Wirkung von Kälte bei Patienten mit Nervenschmerzen, also
neuropathischen Schmerzen, an, fällt auf, dass sie Kälte nicht nur als
unangenehmer, sondern sogar als brennenden Schmerz empfinden. „Wir
bezeichnen diesen Effekt als Kaltschmerzüberempfindlichkeit, eine
Kälteallodynie. Auch Patienten, die mit Platinsalzen behandelt wurden,
können im späteren Verlauf einen solchen Nervenschmerz erleiden, der
dann aber völlig unabhängig von dem Medikament ist“, erklärt Schmelz.
Der Mechanismus, der diesen Schmerz hervorruft, ist noch ungeklärt.
Allerdings gibt es Hinweise, dass das „Türklappern“ bei diesen Patienten
nicht nur die Natriumkanäle der Nervenfasern für die Kaltempfindung
betrifft, sondern auch die für den Schmerz.

Eine
weitere Wirkung der Kälte betrifft die Eiweiße der Zellmembran
(Kaliumkanäle Kv1.1/2), die beim Abkühlen aktiviert werden und als
„Bremse“ der neuronalen Erregung beziehungsweise als Gegenspieler der
„Kaltfühler“ funktionieren. Fehlt nun diese Bremse, wirkt die Kälte viel
stärker und kann nun auch Nervenzellen mit sehr wenigen Kaltfühlern
aktivieren, die vorher nicht erregbar waren. „Selbst Nervenzellen, die
überhaupt keinen Kaltfühler besitzen, können durch einen ähnlichen
Mechanismus kälteempfindlich werden. Daher verspüren einige Patienten
mit Nervenschmerzen schon bei leichtem Abkühlen der Haut, beispielsweise
durch einen Luftzug, starke Schmerzen“, so Schmelz.

Neben
den speziellen „Kaltfühlern“ können also auch spezielle Kaliumkanäle
Schmerzen durch Kälte erklären. Medikamente, die eine Übererregbarkeit
von Nervenzellen durch ihre Wirkung an Kaliumkanälen erzielen, werden
bereits zur Behandlung von bestimmten Epilepsieformen eingesetzt. „Es
ist zu hoffen, dass dies in Zukunft auch für die Behandlung des
Schmerzes gelingt“, sagt der Präsident der Deutschen
Schmerzgesellschaft.

„Solange
wir die Wirkmechanismen nicht ganz durchschauen, ist es schwierig, eine
geeignete Therapie gegen die Schmerzen zu finden“, sagt Professor Dr.
med. Matthias Keidel, Kongresspräsident des Deutschen Schmerzkongresses
und
Chefarzt der Neurologischen Klinik am Campus Bad Neustadt/Saale.
Die Forschungen zu Temperaturänderungen und zur Erregbarkeit von
Nervenfasern helfen daher enorm, das zunächst verwirrend erscheinende
Bild mit scheinbar widersprüchlichen Effekten zu klären.

Auf
der Pressekonferenz am 12. Oktober zum Deutschen Schmerzkongress (11.
bis 14. Oktober 2017) diskutieren die Experten, welche diagnostischen
und therapeutischen Schlussfolgerungen aus einer kälteabhängigen
Verschlechterung beziehungsweise Reduktion von Schmerzen gezogen werden
können.

Vitamin E gegen Demenz

Aktuelle Studie zur Alzheimer-Demenz und Vitamin E
 
 
München/Großhesselohe (pts/06.10.2009/11:04) – Vitamin E schützt unseren Körper vor aggressiven freien Radikalen – so viel ist schon länger bekannt. Mittlerweile verdichten sich aber die Erkenntnisse, dass der Vitalstoff auch den Verlust geistiger Fähigkeiten im Alter aufhalten kann. Denn das Gehirn ist von den Oxidationsschäden besonders betroffen: Es hat einen besonders hohen Sauerstoffbedarf und verfügt über wenig schützende Enzyme.

Freie Sauerstoffradikale stehen im Verdacht, Krankheiten wie die Alzheimer-Demenz mit auslösen zu können. Vor allem im Alter finden sich erhöhte Konzentrationen dieser Verbindungen im Gehirn. Dort können die von ihnen verursachten Schäden dann das für Alzheimer so typische Massensterben der Nervenzellen mit hervorrufen. In einer Vielzahl von Untersuchungen ließ sich bereits zeigen, dass Antioxidantien – also Stoffe, die den schädigenden Einfluss der freien Radikale verhindern – derartige Verfallsprozesse verlangsamen können. Im besonderen Fokus der Demenz-Forscher steht dabei immer wieder Vitamin E. Man weiß, dass Nerven den natürlichen Radikalfänger benötigen, weil er sie vor Schädigungen schützt und ihre reibungslose Funktion aufrecht erhält.

Nun liefert eine aktuelle Langzeitstudie am Massachusetts General Hospital weitere vielversprechende Resultate: Der Verlauf von Alzheimer lässt sich durch die tägliche Einnahme von Vitamin E messbar positiv beeinflussen. So war der Verlust geistiger Leistungsfähigkeit bei den Patienten, die über mehrere Jahre zusätzlich zu Standardmedikamenten (so genannte Cholinesterase-Hemmer) täglich hoch dosiertes Vitamin E (200 – 2.000 I.E.) erhielten, merklich gebremst. Auch konnten sie alltägliche Aufgaben wie selbstständiges Ankleiden besser erledigen als diejenigen Personen, die nur mit den Cholinesterase-Hemmern behandelt wurden.

Damit könnte die Supplementierung mit Vitamin E eine Option sein, den Betroffenen die persönliche Unabhängigkeit möglichst lange zu erhalten und somit zu einer spürbaren Verbesserung der Lebensqualität beizutragen. Hoch dosiertes Vitamin E ist als zugelassenes Arzneimittel rezeptfrei in Apotheken erhältlich (Optovit fortissimum).

Weitere Informationen unter http://www.optovit.de