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Erste Expedition durch den gesamten polaren Südpazifik

Forschungsschiff Polarstern kehrt zurück aus der Antarktis

Bremerhaven, den 12. Mai 2010. Am kommenden Montag, den 17. Mai wird das Forschungsschiff Polarstern in Bremerhaven zurück erwartet. Hier endet die 26. Antarktisexpedition des Forschungseisbrechers nach über sieben Monaten und mehr als 68.000 zurückgelegten Kilometern (37.000 Seemeilen). Die Expedition war unterteilt in vier Fahrtabschnitte, an denen über 150 Wissenschaftler aus 15 Nationen teilnahmen.

Vergangenen Oktober hatte die Polarstern, die vom Alfred- Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft betrieben wird, Bremerhaven mit Kurs Punta Arenas, Chile verlassen. Von dort aus ging es auf einer zweimonatigen Fahrt durch den polaren Südpazifik bis nach Wellington. Der erste Aufenthalt in Neuseeland war Anlass für einen vom Alfred-Wegener-Institut und der deutschen Botschaft ausgerichteten Empfang auf dem Forschungseisbrecher. Der folgende dritte Fahrtabschnitt führte nach gut zweimonatiger Reise wieder nach Punta Arenas. Von hier aus ist die Polarstern am 7. April Richtung Heimathafen Bremerhaven aufgebrochen, wo sie am Montag, 17. Mai mit dem Morgenhochwasser einlaufen soll.

Auf den beiden Fahrtabschnitten Bremerhaven – Punta Arenas und zurück standen Untersuchungen der Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre im Mittelpunkt. Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften IfM-Geomar erprobten gemeinsam mit Partnern anderer Institute ein autonomes Messsystem, das langfristig für den operationellen Betrieb an Bord von Fracht- und Forschungsschiffen vorgesehen ist.

Der Abschnitt von Punta Arenas nach Wellington unter der Leitung von Dr. Rainer Gersonde vom Alfred-Wegener-Institut stand im Zeichen meeresgeologischer Forschung. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen nahmen insgesamt 1000 Meter Sedimentkerne mit einem Gewicht von etwa 11 Tonnen. Das einzigartige Material wird erstmals detaillierten Aufschluss über die Klimageschichte der letzten 400.000 bis 4 Millionen Jahre in diesem bislang kaum erforschten aber für die Klimaentwicklung wichtigen Raum geben. Bei der Auswertung der Kerne stehen unter anderem die Entwicklungsgeschichte des Antarktischen Zirkumpolarstroms, der Meereisverbreitung, Änderungen von Treibhausgaskonzentrationen sowie Abschmelzereignisse des westantarktischen Eisschildes mit ihren Auswirkungen auf die globale Ozeanzirkulation im Vordergrund.

Auf dem Weg von Neuseeland nach Punta Arenas nahmen Wissenschaftler um Fahrtleiter Dr. Karsten Gohl schwerpunktmäßig geophysikalische Messeprofile entlang des westantarktischen Kontinentalrandes auf, um die Entwicklung des westantarktischen Eisschildes zu untersuchen. Hauptarbeitsgebiet war die Pine-Island-Bucht, bekannt für die dort seit kurzer Zeit beobachteten beschleunigt stattfindenden Rückzüge der Gletschersysteme. Ozeanographische Untersuchungen, geothermische Wärmeflussmessungen und geologische Beprobungen an Meeressedimenten und auf dem Festland haben das Forschungsprogramm ergänzt. Ungewöhnlich günstige Eisverhältnisse ermöglichten eine unvergleichbar hohe Ausbeute an Daten und Proben in diesem normalerweise schwer zugänglichen und daher spärlich erforschten Arbeitsgebiet. Sie bilden die Basis für künftige Prognosen der Entwicklung westantarktischer Eisschilde, die eine große Bedeutung für den globalen Meeresspiegelanstieg haben.

Nach den üblichen Wartungs- und Reparaturarbeiten in der Werft in Bremerhaven wird Polarstern am 10. Juni zur 25. Arktisexpedition aufbrechen.

Neuer Superkleber zur Wundversorgung entwickelt

Neuer Superkleber zur Wundversorgung entwickelt

Tests mit Mäusen erfolgreich – "TAPE" stoppt Blutungen in zwei Minuten

Fingerwunde: Klebstoff stoppt Blutung schnell (Foto: pixelio.de, Maren Beßler)
Fingerwunde: Klebstoff stoppt Blutung schnell (Foto: pixelio.de, Maren Beßler)

Daejeon (pte008/13.04.2015/10:30) –

Ein Klebstoff mit bemerkenswerter Stärke könnte ideal für die Versorgung
von Patienten nach einer Operation sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine
Studie des Korea Advanced Institute of Science and Technology http://kaist.ac.kr . Bei dem "TAPE" getauften Kleber handelt es sich um eine einfache Mischung von zwei kostengünstigen und sicheren Chemikalien.

Der Klebstoff hält auf Gewebe, das mit Blut oder
Schleim bedeckt ist. Er kann laut einem Bericht des "NewScientist" sogar
wie ein Post-it wiederverwendet werden. Die meisten Kleber sind für
medizinische Anwendungen nicht geeignet. Sie sind entweder giftig oder
versagen beim Kontakt mit Feuchtigkeit. Andere Alternativen wie Fibrin
sind kostenintensiv und kleben nicht besonders gut.

Tanninsäure mit PEG gemischt

Das Team um Haeshin Lee hat Tanninsäure mit
Polyethylenglykol (PEG) gemischt. Die daraus entstehende Substanz
erhielt die Bezeichnung "TAPE". Tanninsäure verfügt über antibakterielle
Eigenschaften. PEG kann hingegen dabei helfen, gerissene Nerven wieder
zusammenzufügen. Die Wissenschaftler testeten bei Mäusen die Fähigkeit
von TAPE, Blutungen zu stoppen.

Dafür wurde in die Leber der Tiere ein Loch gebohrt.
Die mit TAPE behandelten Mäuse bluteten nur ein Sechstel so stark wie
die Tiere, die mit Fibrin versorgt worden waren. Nach zwei Minuten
stoppte die Blutung gänzlich. Die Forschungsergebnisse wurden im
Fachmagazin "Advanced Functional Materials" http://bit.ly/1aMm07G veröffentlicht.

Forschende Frauen auf dem Weg an die Spitze

Forschende Frauen auf dem Weg an die Spitze

Schavan: "Wir haben gute Erfolge, aber noch nicht alle Ziele erreicht. Selbstverpflichtung und Strukturänderungen bringen Frauen nach vorne.

Starke Frauen hat das Land, auch in der Wissenschaft. Professorinnen, Habilitandinnen, Doktorandinnen, Studentinnen – der Anteil von Frauen im Wissenschaftssystem hat in den vergangenen Jahren zum Teil deutlich zugenommen. Mittlerweile sind in Deutschland 18,2 Prozent aller Professuren mit Frauen besetzt (2009), das sind rund vier Prozentpunkte mehr als 2005 und eine Steigerung um 10 Prozentpunkte gegenüber 1995. 2009 wurden 44 Prozent der Doktorarbeiten erfolgreich von Frauen abgeschlossen, 2005 waren es noch 39,6 Prozent, 1995 nur 31,5. Der Anteil der Habilitandinnen stieg im selben Zeitraum von 13,8 über 23 auf 24 Prozent. Und bei den erfolgreichen Studienabschlüssen haben Frauen mittlerweile sogar die Nase vorn: Ihr Anteil nahm seit 1995 von 41,6 über 50,6 auf 51,6 Prozent zu.

"Die Zahlen zeigen: Forschende Frauen sind auf dem Weg an die Spitze. In Wissenschaft und Forschung haben wir den richtigen Kurs eingeschlagen. Das Prinzip der Selbstverpflichtung in Kombination mit strukturellen Veränderungen bringt Frauen nach vorne, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan anlässlich der heutigen Eröffnung der Ausstellung "Frauen, die forschen im Foyer des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Fotografin Bettina Flitner hat 25 hochkarätige Wissenschaftlerinnen bei ihrer Arbeit porträtiert und zeigt damit zugleich erfolgreiche Frauen in typischen Männerdomänen wie der Physik, Mathematik und anderen Naturwissenschaften.

"Wir brauchen die Fähigkeiten und Kreativität von Frauen – auch in Führungspositionen. Das ist nicht nur eine Frage der Gleichberechtigung. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen, die aus demografischem Wandel und Fachkräftebedarf resultieren, können ohne Frauen nicht bewältigt werden, betonte Schavan.

Dass der Anteil der Lehrstuhlinhaberinnen steigt, ist auch ein Verdienst des vom BMBF initiierten Professorinnenprogramms, das Bund und Ländern gemeinsam finanzieren. 260 Professorinnen wurden in diesem Rahmen seit 2007 berufen, davon 30 Prozent in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Als Fördervoraussetzung hatten knapp die Hälfte der deutschen Hochschulen Gleichstellungskonzepte zur Begutachtung eingereicht. "Diese Konzepte werden Forschung und Lehre sowie die Organisation der Hochschulen nachhaltig verändern, ist die Ministerin überzeugt.

Dazu tragen auch andere Maßnahmen für Chancengerechtigkeit bei, die in die großen Initiativen des BMBF als zentrales Ziel aufgenommen wurde: in die Exzellenzinitiative, den Hochschulpakt 2020, den Pakt für Forschung und Innovation und die Hightech-Initiative, aber auch in Fachprogramme wie das zur Gesundheitsforschung. Die Bandbreite an Instrumenten, die Antragstellerinnen und Antragsteller zur Förderung von Gleichstellung einsetzen, reicht von der gezielten Berufung und Anwerbung von Wissenschaftlerinnen und der Vergabe von Stipendien für Doktorandinnen und Postdoktorandinnen über die Erforschung von Genderthemen bis hin zur Verbesserung der Kinderbetreuung und der Rückkehr aus der Elternzeit.

Familienfreundliche Rahmenbedingungen hat das BMBF auch durch Änderungen im BAföG und im Wissenschaftszeitvertragsgesetz geschaffen. Durch Anheben der BAföG-Altersgrenze für Masterstudiengänge von 30 auf 35 Jahre und Anrechnung von Kinderbetreuungszeiten in der wissenschaftlichen Qualifikationsphase ist eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Studium und wissenschaftlicher Karriere möglich.

"So erfreulich die Entwicklung der letzten Jahre ist: Noch ist das Ziel nicht erreicht, unterstrich die Ministerin. Insbesondere könne der bisher erreichte Frauenanteil an wissenschaftlichen Führungspositionen nicht befriedigen. Nach erfolgreicher Promotion schafften zu wenige Frauen den nächsten Karriereschritt. Hier müssten alle Verantwortlichen weiter am Ball bleiben, denn noch sei das Potenzial nicht annähernd ausgeschöpft.

"Frauen in Führungspositionen sind wichtige Vorbilder. Und wo sie Verantwortung tragen, müssen sie auch konsequent dafür sorgen, dass Frauenkarrieren möglich sind, appellierte Schavan. Positives Beispiel ist nicht zuletzt das BMBF selbst, das mit Cornelia Quennet-Thielen eine von insgesamt drei beamteten Staatssekretärinnen dieser Regierung hat. Darüber hinaus werden drei von acht Abteilungen von Frauen geleitet, ebenso ein Drittel aller Fachreferate und vier von sechs Referaten im Leitungsstab, der der Ministerin direkt zuarbeitet.

Geißel Migräne

Migräne: Zurückhaltende Bewertung der neuen Migräne-Spritzen

Die
neuen Migräne-Spritzen, die seit Ende letzten Jahres auf dem deutschen
Markt sind, wecken Hoffnungen bei vielen Betroffenen. Ungefähr 10 bis 15
Prozent der Menschen in Deutschland leiden an Migräne. Verschiedene
Medikamente können das Leiden lindern, darunter Schmerzmittel oder
spezielle Migränemittel, sogenannte Triptane. Die Migräne-Spritzen
gelten als völlig neues Therapieprinzip: sie wirken vorbeugend und
unterdrücken konkret die Ursache der Migräne. Die Arzneimittel-Experten
der Stiftung Warentest haben sich

Die
neuen Migräne-Spritzen blockieren die Auswirkungen eines Stoffs, der im
Nervensystem gebildet wird und beim Entstehen der Erkrankung eine große
Rolle spielt. Mehrere Pharmafirmen forschen an dem Prinzip. Der erste
Wirkstoff namens Erenumab ist seit November 2018 in deutschen Apotheken
verfügbar. Er erwies sich in Zulassungsstudien als gut verträglich. Ob
dies bei der Langzeitanwendung an vielen Patienten auch so bleibt, muss
sich allerdings erst noch zeigen. Die Arzneimittel-Experten der Stiftung
Warentest halten den Einsatz von Erenumab bei häufigen, ernsten
Attacken und wenn mehrere andere Vorbeugemittel versagen, für
überlegenswert. Allerdings scheinen selbst dann laut einer Studie
speziell zu diesem Thema nur etwa 30 Prozent der Patientinnen und
Patienten deutlich zu profitieren.

Neben der Spritze sind gegen
Migräne noch viele weitere Medikamente im Einsatz. Ob Schmerzmittel oder
Triptane zur akuten Behandlung oder Betablocker und sonstige Mittel zur
Vorbeugung – in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift test listen die
Experten der Stiftung Warentest die Mittel auf, die zur Behandlung der
Krankheit geeignet sind. Je nach Schwere, Häufigkeit,
Begleiterkrankungen und Besonderheiten ist aber vor der Einnahme eine
ärztliche Abklärung ratsam.

Der Test Mittel gegen Migräne findet sich in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift test

Berühmtes Wirtschaftsforum warnt vor Weltkrise

Berühmtes Wirtschaftsforum warnt vor Weltkrise

Risikobericht des Weltwirtschaftsforums Verheerendes Bild vom Zustand der Welt

Knapp eine Woche vor
Beginn seiner Jahrestagung in Davos hat das Weltwirtschaftsforum seinen
jährlichen Risikobericht veröffentlicht. Der Ausblick ist wahrlich
düster.

AFP

Schmelzender Santa-Ines-Gletscher in Punta Arenas, Chile

Klimawandel,
Datenkriminalität, geopolitische Krisen und weltwirtschaftliche
Spannungen: Der aktuelle Risikobericht des Weltwirtschaftsforums
zeichnet ein verheerendes Bild vom Zustand der Erde. "Globale Risiken
nehmen zu. Gleichzeitig schwächt sich der kollektive Wille, sie zu
bekämpfen, deutlich, und die Spaltung nimmt zu", heißt es in der Studie,
die am Mittwoch in London vorgestellt wurde. Wie ernst die Lage ist,
zeigen die Titel der einzelnen Kapitel: "Out of Control" (Außer
Kontrolle) heißt eines, ein anderes "Fight or Flight" (Kampf oder
Flucht).

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Ein besonders großes Risiko geht demnach vom Klimawandel aus. Erstmals werden in dem jährlich erscheinenden Bericht
Umweltprobleme als die drei drängendsten Herausforderungen genannt.
Konkret sind dies Wetterextreme, Versagen beim Klimaschutz und bei der
Anpassung an den Klimawandel sowie Naturkatastrophen.
"Von allen Risiken ist es bei der Umwelt am offensichtlichsten, dass
die Welt in eine Katastrophe steuert", heißt es in der Studie. Aber auch
Datenbetrug und -raub sowie Cyberattacken zählen demnach zu den großen Bedrohungen.

Knapp eine Woche vor dem Jahrestreffen in Davos von 22. bis zum 25. Januar rief das WEF mit Nachdruck zur Zusammenarbeit auf. "Es gab nie einen
dringenderen Bedarf für einen kollaborativen und gemeinsamen Ansatz für
globale Probleme, die alle betreffen", schreibt WEF-Präsident Børge
Brende im Vorwort des "Global Risk Reports".

Doch das WEF zeigt sich
zugleich äußerst skeptisch, dass die Menschheit die Herausforderung
annimmt und angeht. Mit Blick auf die zunehmenden nationalen Egoismen
und die daraus resultierenden politischen und wirtschaftlichen
Konflikte, so warnt die Organisation, sei es schwieriger geworden,
gemeinsame Fortschritte bei den globalen Herausforderungen zu erzielen.

Diskussionsvorschlag für Davos

Traditionell stellt das WEF
den Weltrisikobericht rund eine Woche vor Beginn der Tagung in den
Schweizer Alpen vor. Die Organisation versteht die Studie als eine Art
Leitfaden für die zentralen Fragen des Jahres 2019.

REUTERS

Davos – Tagungsort des Weltwirtschaftsforums

In Davos diskutieren in
diesem Jahr mehr als 3000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Kultur und
Gesellschaft unter dem Motto "Globalisierung 4.0: Auf der Suche nach
einer globalen Architektur im Zeitalter der vierten industriellen
Revolution". Erwartet werden unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der chinesische Vizepräsident Wang Qishan und Brasiliens neuer Staatschef Jair Bolsonaro. US-Präsident Donald Trump hatte seinen Besuch mit Verweis auf den Haushaltsstreit mit den Demokraten abgesagt, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron bleibt wegen der Proteste der "Gelben Westen" zu Hause.

In ihrem Bericht warnen die Autoren auch vor den Folgen der aktuellen Handelskonflikte,
etwa zwischen den USA und China oder zwischen den USA und der EU.
"Wirtschaftspolitik (…) wird heutzutage zunehmend als Mittel des
strategischen Wettbewerbs gesehen", heißt es. Dabei betont der Bericht,
dass diese Krisen lange nicht ausgestanden sind. So rechnen 91 Prozent
der Befragten mit wirtschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen den
wichtigsten Staaten, und 85 Prozent erwarten ein erhöhtes Risiko
politischer Konfrontation. "In vielen Ländern ist die Polarisierung auf
dem Vormarsch.

Zusammenhalt der Gesellschaften bedroht

In manchen Fällen fasern die
sozialen Verträge aus, die die Gesellschaften zusammenhalten", warnte
WEF-Präsident Brende. Eine gewichtige Rolle dabei spiele die
nachlassende Dynamik des Wirtschaftswachstums.
Hinzu käme, dass die Entwicklung an den Finanzmärkten immer weniger
vorhersagbar geworden sei. Ein weiteres Problem sei die weltweite
Schuldenlast: Sie betrage nun 225 Prozent des globalen
Bruttoinlandsprodukts und damit mehr als vor der jüngsten Finanzkrise.

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Nicht zuletzt warnt das WEF
vor der "menschlichen Seite" globaler Risiken. "Für viele Menschen ist
dies eine zunehmend beängstigende Welt, die unglücklich und einsam
mache", heißt es in dem Bericht. Schätzungen zufolge würden etwa 700
Millionen Menschen weltweit an psychischen Problemen leiden. "Dies ist
ein Zeitalter beispielloser Möglichkeiten und technologischen
Fortschritts, aber für zu viele Menschen ist dies auch ein Zeitalter der
Unsicherheit", mahnte WEF-Präsident Brende.

Als Denkanstöße für das
Treffen in Davos formulierte das WEF in dem Risikobericht zehn
"Zukunftsschocks" als theoretische Szenarien. Dazu zählen die Autoren
unter anderem sogenannte Wetterkriege – also Klimamanipulationen zur
Schwächung von Gegnern – und die absichtliche Unterbrechung der
Nahrungsversorgung. Weitere Szenarien sind ein Ende der Wasserversorgung
in Großstädten sowie die Verlagerung geopolitischer Konflikte ins
Weltall. Es handele sich bei all diesen Szenarien um eine Mahnung,
kreativ über Risiken nachzudenken und das Unerwartete zu erwarten.

| | Roman Vega | La Palma, Kanaren

Roman Vega La Palma, Kanaren

Hallo Herr Pütz !
Habe gerade einen Beitrag von Ihnen im Internet gesehen, Stichwort die Grünen und das Elektroauto. Warum Elektroauto ? Ich bin inzwischen 72 Jahre alt und als ich im Alter von ca. 14 / 15 war gab es ein Magazin mit Namen Hobby vom Ehapa Verlag. Da erinnere ich mich an eine Artikel, wonach es schon damals einen Antrieb gab mit einem Wasserstoff Motor. Für mich stellt sich die frage, warum hat man diesen Antrieb nicht weiter ausgebaut ? Ganz einfach, Weil die geistig korrupte Politik der Lobby des Öls hörig war. Vielleicht mögen Sie sich dazu in den Medien äussern. Mir freundlichem Gruss, Roman.

Vitamin D hilft bei Rheuma

Sonnenvitamin dringend benötigt

Bochum – Etwa jeder zweite Mensch in Deutschland hat einen Vitamin D Mangel. Für die Betroffenen bringt dies nicht nur ein erhöhtes Osteoporose-Risiko mit sich. Wissenschaftliche Studien liefern zunehmend Hinweise darauf, dass Vitamin D möglicherweise über eine anti-entzündliche Wirkung auch gegen entzündlich-rheumatische Erkrankungen wirksam ist. Über die Bedeutung des Vitamin-D-Mangels bei Arthritis, Morbus Bechterew und anderen rheumatischen Erkrankungen diskutieren Experten auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), der vom 19. bis 22. Sept ember 2012 in Bochum stattfindet.

„Mit der Nahrung nehmen wir in der Regel nur sehr geringe Mengen Vitamin D auf“, erläutert Professor Dr. med. Heike Bischoff-Ferrari, Leiterin des Zentrums Alter und Mobilität der Universität Zürich. Lediglich in fettem Fisch seien nennenswerte Mengen enthalten und davon müsste man täglich zwei Portionen essen. Unser Körper muss das Vitamin daher selbst produzieren – und benötigt hierfür das Licht der Sonne. Dessen UV-B-Anteil ermöglicht es, dass eine Vorläufersubstanz in der Haut zu Vitamin D umgewandelt wird. „In unseren Breitengraden reicht die Sonnenintensität allerdings nur in den Sommermonaten aus, den Körper ausreichend mit Vitamin D zu versorgen und das Tragen von Sonnenschutz Cremes vermindert zudem die hauteigene Vitamin D Produktion“, betont Bischoff-Ferrari.

Wie eine Studie zeigt, die auf dem DGRh-Kongress vorgestellt wird, liegt auch bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen häufig ein Vitamin-D-Mangel vor. Privatdozent Dr. med Hans-Eckhard Langer, Leiter der Schwerpunktpraxis für Rheumatologie, Klinische Immunologie und Osteologie am Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf und sein Team untersuchten hierfür das Blut von 641 Patienten. Nur bei einem Drittel der Erkrankten konnten sie eine optimale Versorgung mit Vitamin D feststellen, bei 7,8 Prozent zeigte sich sogar ein schwerer Mangel. Selbst Patienten, denen bereits Vitamin-D-Pr äparate verschrieben worden waren, waren nur zu knapp 40 Prozent optimal versorgt. Womöglich müssten die geltenden Dosisempfehlungen neu überdacht werden, folgern die Autoren.

„Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung wirkt sich positiv auf die Muskel- und Knochengesundheit aus, außerdem bestehen Hinweise aus großen Beobachtungsstudien, dass sich die anti-entzündliche Wirkung von Vitamin D positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt“, erläutert Bischoff-Ferrari. Die Expertin rät dazu – besonders in den Wintermonaten – den Mangel mithilfe von Vitamin-D-Präparaten auszugleichen. „Um Krankheiten vorzubeugen, müssen über das ganze Jahr hinweg stabile Vitamin-D-Spiegel erreicht werden“, so die Expertin. Bislang gibt es Empfehlungen zur Vitamin-D-Einnahme lediglich für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, sowie für Senioren mit erhöhtem Osteoporose-Risiko. „Ein Vitamin-D-Mangel tritt aber auch in den mittleren Altersgruppen häufig auf“, sagt Heike Bischoff-Ferrari.

„Zur Prävention und Behandlung rheumatisch-entzündlicher Erkrankungen müssen wir die Bedeutung des Vitamin-D-Mangels in der Praxis noch stärker berücksichtigen“, sagt Professor Dr. med. Jürgen Braun, ärztlicher Direktor des Rheumazentrums Ruhrgebiet in Herne und diesjähriger Präsident des 40. DGRh-Kongresses. Gemeinsam mit der 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) und der 22. Jah restagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) findet der Kongress vom 19. bis 22. September 2012 in Bochum statt.

Antikollisions-Radar, von EU genehmigt

Erste groß angelegte Ultrabreitbandanwendung in Europa

Brüssel (pte, 18. Jan 2005 15:55) – Die Europäische Kommission http://europa.eu.int
hat heute, Dienstag, den Weg für die Einführung von
Antikollisions-Radar Mitte des Jahres geebnet. Die EU hat dazu den
Kurzstreckenradargeräten, die für mehr Sicherheit auf den Straßen
sorgen sollen, ein bestimmtes Funkfrequenzband zugewiesen. Die Nutzung
des Kurzstreckenradars ist die erste groß angelegte
Ultabreitbandanwendung in Europa.

Kurzstreckenradargeräte, die Kollisionsgefahren erkennen und
automatisch die Fahrzeugbremsen betätigen, werden nach der heutigen
Entscheidung voraussichtlich Mitte 2005 verfügbar sein. Vorausgegangen
ist der Entscheidung eine zweijährige Arbeit von Kommission und
Experten für Frequenzen bzw. Verkehrssicherheit. Durch das Europäische
Aktionsprogramm für Sicherheit im Straßenverkehr soll die Zahl der
Verkehrstoten in der EU bis 2010 um die Hälfte gesenkt werden.

„Die heutige Entscheidung ermöglicht die Nutzung von
Funkfrequenzbändern für das Kurzstreckenradar, wobei gleichzeitig
andere wichtige Nutzer dieser Frequenzen vor schädlichen Störungen
geschützt werden“, sagte die für die Informationsgesellschaft und die
Medien zuständige Kommissarin Viviane Reding. Um die Nutzung des
Kurzstreckenradars zu ermöglichen, musste ein EU-weites
Funkfrequenzband bereitgestellt werden. Da bereits alle Frequenzen
genutzt würden, habe die Herausforderung darin bestanden, eine
Möglichkeit für den Betrieb von Kurzstreckenradargeräten auf
Frequenzbändern zu schaffen, die derzeit anderweitig genutzt werden,
unter anderem für Mobiltelefone, Wettersatelliten, Radioteleskope und
Polizeiradar.

Die Kommission habe sicherstellen müssen, dass das Kurzstreckenradar
nicht die Genauigkeit etwa der Wetterüberwachung oder die
Zuverlässigkeit mobiler Netze beeinträchtige. Durch die heutige
Entscheidung wird die Nutzung des 24-GHz-Frequenzbandes für Kfz-Radar
in der gesamten EU möglich. Nach diesem Zeitpunkt wird das
Kurzstreckenradar dann das Frequenzband 79 GHz nutzen.

Drahtlose Übertragung mittels Ultrabreitband-Funktechnologie basiert
auf dem Übermitteln von Funksignalen mit sehr großen relativen
Frequenz-Bandbreiten. Diese belegen in der Regel mindestens 500 MHz und
damit um den Faktor 100 mehr als zum Beispiel das neue Mobilfunksystem
UMTS. Da mit zunehmender Bandbreite auch die Übertragungskapazität
steigt, bietet die Ultrabreitband-Funktechnologie eine sehr hohe
maximale Übertragungskapazität. Das Verfahren ermöglicht nach neuesten
Schätzungen Funkdatenraten von mehreren hundert Mio. Bit pro Sekunde.

Anwendungsmöglichkeiten für die neue Technologie sieht die Industrie
vor allem im Bereich der Übertragung zwischen Geräten der Heim- und
Büro-Elektronik und in Sensor-Netzwerken. Waldbrand-Monitoring,
Deichfeuchte- und Druck-Monitoring oder Luft- und
Gewässer-Qualitätsüberwachungen könnten wichtige zukünftige
Einsatzmöglichkeiten für die neue Technologie sein.

Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Georg Panovsky

Rheuma-Therapie und neue Impfempfehlungen

Fortschritte in der Rheuma-Therapie und neue Impfempfehlungen

Bremen
– Fast jeder vierte Deutsche ist von einer der mehr als hundert Arten
rheumatischer Erkrankungen betroffen. Die medizinische Situation dieser
Patienten hat sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich verbessert.
Gelenkschmerzen und Behinderungen können heutzutage bei einem Großteil
der Betroffenen verhindert werden. Über die Fortschritte in der
Therapie, immer kleinere Implantate und neue Impfempfehlungen für Kinder
mit Rheuma diskutieren Experten im Rahmen des 43. Kongresses der
Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Dieser findet vom 2.
bis 5. September in Bremen statt. Bundesgesundheitsminister Hermann
Gröhe eröffnet den Kongress mit einem Festvortrag. Es werden 2.500
Teilnehmer erwartet.

Das Bild von schmerzgeplagten und gebrechlichen Rheuma-Patienten ist längst nicht mehr aktuell. „Im Laufe der letzten Dekade ist die Krankheitsaktivität der rheumatoiden Arthritis bei rheumatologisch betreuten Patientendeutlich heruntergegangen“,
so DGRh-Tagungspräsident Professor Dr. med. Jens Gert Kuipers, Chefarzt
der Klinik für internistische Rheumatologie am Roten Kreuz Krankenhaus,
Bremen. Für medikamentös gut eingestellte Patienten sei auch Sport kein
Problem. Sie können zudem uneingeschränkt einem Beruf nachgehen.

Ähnlich
gute Ergebnisse erzielen Medikamente bei der chronischen
Gelenkentzündung im Kindesalter, der juvenilen idiopathischen Arthritis
(JIA). Zwar sei die Erkrankung nicht heilbar, sagt Professor Dr. med.
Hans-Iko Huppertz, Tagungspräsident der Gesellschaft für Kinder- und
Jugendrheumatologie (GKJR). Rheuma-Therapien werden aber immer früher
und häufiger angewendet. „Kein rheumakrankes Kind muss heute noch
fürchten, dauerhaft nicht am Sportunterricht teilnehmen zu dürfen oder
gar auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein“, so der Klinikdirektor der
Professor-Hess-Kinderklinik in Bremen im Vorfeld des DGRh-Kongresses.

Die
Fortschritte in der Behandlung von Rheuma-Patienten zeigen sich auch
bei chirurgischen Eingriffen. „Einige Betroffenen, darunter vor allem
Menschen mit Arthrose, benötigen innerhalb von 20 Jahren ein künstliches
Gelenk“, erklärt Dr. med. Ingo Arnold, Tagungspräsident Deutschen
Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh). Durch die moderne
medikamentöse Rheumatherapie ist ein Trend zu mehr gelenkerhaltenden
Eingriffen aber auch minimalisierten Implantaten erkennbar. Damit steigt
auch die Möglichkeit für die Betroffenen wieder Sport zu treiben, so
der Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und operative Rheumatologie im
Roten Kreuz Krankenhaus, Bremen. Wo die Grenzen der konservativen zur
operativen Therapie liegen, erörtern die Ärzte auf dem Rheuma-Kongress.
Auch hat die Rheumaforschung das Verständnis der Arthrose-Entstehung
verbessert. Wie zukünftige Behandlungsoptionen aussehen könnten wird in
zwei großen Sessions dargestellt.

Neuigkeiten
haben die Rheumatologen auch in Sachen Impfungen zu berichten. „Ein
guter Impfschutz ist für Rheuma-Patienten besonders wichtig und Bedenken
hinsichtlich der Verträglichkeit gewisser Vakzine sind in den meisten
Fällen nicht berechtigt“, so Kuipers. Dennoch sind die Impfquoten nicht
ausreichend. Auch jedes vierte rheumakranke Kind sei unzureichend
geimpft, ergänzt der GKJR-Kongresspräsident. Die neue Leitlinie
empfiehlt nun erstmals, Mädchen mit JIA bereits früher, im Alter von 9
bis 14 Jahren, gegen das Humane Papillomavirus zur Prävention von
Gebärmutterhalskrebs zu impfen. „Somit können wir häufig noch vor der
Behandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, einen
wirksamen Impfschutz herbeiführen“, erklärt Huppertz den Vorteil für die
Patientinnen. Das sei deshalb so wichtig, weil diese Medikamente den
Impferfolg gefährden können, die dem Gebärmutterhalskrebs zu Grunde
liegende Infektion aber besonders aggressiv verlaufen kann.

Für
Rheuma-Patienten, Angehörige und Interessierte bietet die Deutsche
Rheuma-Liga einen Patiententag am 5. September 2015 auf dem
DGRh-Kongress in Bremen an. Zudem führt die DGRh wieder das erfolgreiche
Programm für den Nachwuchs durch: Medizinstudenten können sich beim
Kongress unter der Obhut erfahrener Rheumatologen intensiv über das
Fachgebiet informieren.

Wenn Muttermilch Gift ist…

Tag der Seltenen Erkrankungen am 28. Februar 2019

Wenn Muttermilch Gift ist… – Initiative macht auf die seltene Stoffwechselerkrankung Galaktosämie aufmerksam

Düsseldorf
– Galakto … was? Galaktosämie, die genetisch bedingte und
neurodegenerative Stoffwechselerkrankung, betrifft in Deutschland nur
etwa 600 Patienten. Zu wenig, um Forschungsinvestitionen zu
rechtfertigen und zu wenig, um im Alltag von behandelnden Ärzten präsent
zu sein. Die Selbsthilfegruppe „Galaktosämie Initiative Deutschland“
(Gal ID) ist Ansprechpartner für Betroffene und ihre Stimme in der
Öffentlichkeit. Sie wünscht sich
– ebenso wie die Betroffenen von weltweit etwa 8000 seltenen Krankheiten
dass mehr Menschen auf diese aufmerksam werden. Der Tag der Seltenen
Erkrankungen am Donnerstag, den 28. Februar, soll die Öffentlichkeit für
diese Krankheiten sensibilisieren.

Milch,
für die meisten von uns Teil einer gesunden Ernährung, ist für Menschen
mit Galaktosämie Gift. Ein Hauptbestandteil der Milch ist der
galaktosehaltige Milchzucker (Laktose), ein Stoff, der in vielen
Nahrungsmitteln, auch in Muttermilch vorhanden ist. Für an Galaktosämie
erkrankte Babys kann das zur tödlichen Falle werden.

Was
dann passieren kann, erklärt Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland,
Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), der auch dem
wissenschaftlichen Beirat der Galaktosämie Initiative Deutschland
vorsitzt: „Eine grundlegende Störung aller Formen der Galaktosämie ist,
dass Galaktose nicht ausreichend verstoffwechselt wird und es hierdurch
zu einer Anreicherung von Galaktose und Veränderungen des Stoffwechsels
in den Geweben kommen kann.“ Akute Komplikationen treten beim
Neugeborenen nach erstem Stillen auf und können lebensgefährlich sein.
Daher wird heutzutage schon im Kreissaal mit dem Fersenbluttest danach
gefahndet und bei einer entsprechenden Diagnose die Säuglingsnahrung zum
Beispiel auf Soja-Basis umgestellt.

Aber
die Flaschenzeit ist kurz, Kinder sind neugierig und an jeder Ecke
locken Versuchungen. Das tägliche Essen wird eine aufwändige Aktion:
Streng tabu sind die meisten – auch laktosefreien – Milchprodukte. Bei
Margarine, Backwaren, Wurst, Fertiggerichten, Würzmischungen und
Süßigkeiten muss die Deklaration ganz genau beachtet werden. Noch
schwieriger wird es, wenn die Kinder selbständiger werden: Was haben die
Kindergartenfreunde in ihrer Brotdose? Darf mein Kind die Torte bei der
Geburtstagsparty essen? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen die
Eltern von betroffenen Kindern.

Schon
bald weicht aber in vielen Familien die Sorge ums Essen anderen
Problemen:  Während einige wenige an Galaktosämie erkrankten Menschen
das Abitur schaffen und studieren, gelingt es den meisten nicht, in der
Schule und in der Ausbildung mit anderen Schritt zu halten. Sie sind
langsamer in ihrer kognitiven und körperlichen Entwicklung, lernen
schwerer zu sprechen, weil ihre Mundmotorik eingeschränkt ist, oder
beginnen zu zittern, wenn sie in Stress geraten. Mädchen kommen meist
nicht ohne Hormontherapie in die Pubertät und der Kinderwunsch wird zum
Problem. „Zu den Spätkomplikationen gehören eventuell Funktionsstörungen
des Nervensystems, der hormonellen Entwicklung und des
Knochenstoffwechsels. Eine lebenslange galaktosearme Diät trägt dazu
bei, dass Spätkomplikationen milder auftreten“, weiß Professor Dr. med.
Dirk Müller-Wieland. „Die Krankheit ist schwerwiegend, aber selten und
in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Daher sind Fördergelder für
die Forschung zu diesem Thema kaum vorhanden und der Kreis von Forschern
sehr klein.“ Eine wesentliche Barriere sei, dass die Erkrankung und ihr
damit verbundenes Leid der Betroffenen und Familien völlig unzureichend
bekannt ist. So müsse mehr Aufklärung betrieben und Verständnis für die
Galaktosämie und der von ihr betroffenen Menschen in der breiten
Öffentlichkeit geschaffen werden.

Mehr
Aufklärung für die Öffentlichkeit – das ist ein zentrales Vorhaben der
Gal ID. Die Initiative ist ein Selbsthilfeverein für Eltern, Angehörige
und Betroffene. Vor 30 Jahren wurde dieser Verein von Eltern gegründet,
die ratlos waren, wie sie in Zeiten vor Google und Facebook Ärzte,
Therapeuten und Ernährungstipps finden sollten. „In erster Linie geht es
darum, zu fühlen: Wir sind nicht allein! Deshalb machen wir
Jahrestreffen, Kinder-, Jugend und Erwachsenenworkshops“, berichtet
Kirstin Krei, die Vorsitzende des Vereins. „Aber natürlich ist uns auch
Forschung wichtig: Was ist das eigentlich für eine Krankheit, warum hat
mein Kind sie und was kann man dagegen tun? Diese Frage beschäftigt
viele Eltern – und eine Antwort darauf zu finden, ist nur mit intensiver
Forschung möglich.“

Kontakt:

Gal ID – Galaktosämie Initiative Deutschland e.V.