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Drahtlose Kommunikation, Alzheimer, Hanse und mehr

Drahtlose Kommunikation, Alzheimer, Hanse und mehr

28 Projekte erfolgreich beim Wettbewerb der Leibniz-Gemeinschaft

Die
Leibniz-Gemeinschaft fördert 28 neue Forschungsvorhaben von
Leibniz-Instituten. Sie haben beim Leibniz-Wettbewerb 2015 den Zuschlag
bekommen. Insgesamt stehen dafür 26,2 Millionen Euro in den kommenden
drei Jahren zur Verfügung. Der Leibniz-Wettbewerb folgt seit 2005
zentralen Zielen von Bund und Ländern wie �Nachwuchsförderung� oder
�Vernetzung�. Er ist Teil des Paktes für Forschung und Innovation.

Die neu bewilligten Projekte spiegeln die Vielfalt der Leibniz-Forschung wider, darunter:

 �Ökonomische Unsicherheit und Familie� heißt eine neue Forschergruppe am Leibniz ifo Institut für
Wirtschaftsforschung in München. Sie möchte den Zusammenhang zwischen
makroökonomischer Wirtschaftslage und familienrelevanten Entscheidungen
in Europa besser verstehen. Mit einer Vielzahl an ökonometrischen
Methoden und verschiedenen Datensätzen will sie herausfinden, inwieweit
ökonomische Unsicherheit Einfluss auf Geburtenentscheidungen, das
individuelle Heirats- und Scheidungsverhalten oder die Gesundheit von
Kindern hat.

�Johanniskraut
gegen Alzheimer � Begegnung einer gesellschaftlichen Herausforderung
durch neue Wege in der Identifizierung, Gewinnung und Anwendung von
Naturstoffen�
; das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle will  herausfinden,
ob und wie der antidepressive Johanniskraut-Bestandteil Hyperforin den
oftmals raschen Verlauf der Demenzerkrankung Alzheimer hemmen kann. So
sollen gehaltvolle Johanniskraut-Sorten zur Anwendung gezüchtet werden.

�Globale Ernährungssicherung: Herausforderung für Produktion und Konsum�; das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin widmet sich
dem Thema Bevölkerungswachstum und der daraus folgenden weltweit
wachsenden Nachfrage nach Agrarprodukten; also dem steigenden Konsum
sowie dem Bedarf an alternativen Energieträgern. Das Leibniz DIW will
dabei Anreize zu nachhaltigen Angebotssteigerungen, die Folgen der
Landnutzungskonkurrenz zwischen Energie- und Nahrungsmittelproduktion
sowie Möglichkeiten zur Durchsetzung nachhaltigen Konsumverhaltens
untersuchen.

 �Zwischen Nordsee und Nordmeer: Interdisziplinäre Studien zur Hanse� � unter dem Titel untersucht das Deutsche Schiffahrtsmuseum �
Leibniz-Institut für deutsche Schifffahrtsgeschichte in Bremerhaven die
vielfältigen Facetten der Handelsbeziehungen norddeutscher Kaufleute zu
den nordatlantischen Inselgruppen Shetland, Färöer und Island vom 15.
Jahrhundert an. Ausgangspunkt ist dabei die so genannte Bremer Kogge,
ein Schiffswrack, das als Leitbild der Hansezeit gilt.

�Digitale Leistungsverstärker für die drahtlose Infrastruktur der Zukunft�; das
Ferdinand-Braun-Institut � Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik
in Berlin, will bei diesem Vorhaben an der Digitalisierung der letzten
analogen Komponente der drahtlosen Kommunikation auf der
Transmitter-Seite arbeiten. Bisher haben Herausforderungen wie hohe
Ausgangsleistung und Bandbreite, geringe Verzerrungen sowie hohe
Energieeffizienz eine Digitalisierung der Sendeverstärker verhindert.

Einzelheiten zu allen neuen Forschungsvorhaben sind im Internet verfügbar unter

www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/leibniz-wettbewerb/gefoerderte-vorhaben/

Jedes
der 89 Institute der Leibniz-Gemeinschaft ist aufgefordert, jährlich
einen Antrag beim Leibniz-Wettbewerb einzureichen. Mit 84 Anträgen 2015
lag die Beteiligungsquote bei nahezu 95 Prozent. Das Auswahlverfahren
ist zweistufig: Es basiert auf Fachgutachten externer Wissenschaftler,
die der Senatsausschuss Wettbewerb (SAW) der Leibniz-Gemeinschaft
einholt. Dieser bewertet dann auf der Basis der Fachgutachten sowie der
Anträge die Projekte und schlägt dem Senat der Leibniz-Gemeinschaft
entsprechende Förderungen vor.

Natürliches Antibiotikum hilft bei Gefässverschluss

Deutsche Forscher verwenden Antibiotikum von der Oster-Insel

München (pte/17.08.2005/10:52) – Das in Pilzen der polynesischen
Osterinsel Rapa Nui entdeckte Antiobiotikum Sirolimus (Rapamycin) hat
sich nach Studien des Klinikum rechts der Isar und der Fakultät für
Medizin der Technischen Universität München
http://www.med.tu-muenchen.de als erfolgreiches Präparat bei der
Behandlung von Herzkranzgefäßverengungen entpuppt. Die Forscher fanden
heraus, dass Metallröhrchen zur Aufdehnung verengter Herzkranzgefäße –
so genannte Stents – einer erneuten Gefäßverstopfung dann besser
vorbeugen, wenn Sie mit dem Antibiotikum Sirolimus statt mit dem
Krebsmittel Paclitaxel beschichtet sind.

Seit den 80-er Jahren erhalten Patienten, die unter
Herzkranzgefäßverengung leiden, Stents zur Aufdehnung der Gefäße. Für
den Eingriff reicht ein kleiner Schnitt in der Leiste. Mithilfe eines
Katheters werden die kleinen röhrenförmigen Drahtgeflechte bis zu den
Herzkranzgefäßen geführt und millimetergenau an der verengten Stelle
platziert. Eine Narkose ist nicht erforderlich und der Patient spürt
während des Eingriffs keine Schmerzen. Jährlich werden weltweit über
zwei Mio. Menschen so behandelt.

Doch die Methode birgt ein Risiko: Bei über einem Drittel der Patienten
kommt es zu Komplikationen, da die künstlichen Gefäßstützen eine
Fremdkörperreaktion hervorrufen. Die irritierte Wand des Blutgefäßes
bildet verstärkt neue Zellen, diese wandern in das Blutgefäß ein und
drohen es erneut zu verstopfen. Bei fast 20 Prozent der Patienten muss
daher nach knapp einem halben Jahr ein erneuter Eingriff erfolgen. Dies
bedeutet nicht nur eine Belastung für den Patienten, sondern verursacht
auch hohe Kosten für das Gesundheitswesen. Die Experten versuchen diese
Reaktion durch die Beschichtung der Stents zu vermindern. Es gelang
ihnen die Zahl einer erneuten Gefäßverengung um zehn Prozent zu
verringern. "Doch auch diese Zahl erschien uns immer noch zu hoch", so
Studienleiter Adnan Kastrati, Oberarzt an der TU-Klinik für Herz- und
Kreislauferkrankungen im Münchner Herzzentrum.

Die Münchner Forscher um Albert Schömig und Kastrati haben nun
nachgewiesen, dass das Antiobiotikum Sirolimus besser dafür geeignet
ist, als der Eibenwirkstoff Paclitaxel, berichten sie im New England
Journal of Medicine http://www.nejm.org . In einer zweiten Studie wurde
diese Untersuchung, die zunächst an Diabetes-Typ-2-Patienten
durchgeführt wurde, auch für andere Patienten erfolgreich bestätigt.
Dieses Ergebnis wird heute, Mittwoch, in der amerikanischen
Fachzeitschrift JAMA http://www.jama.com veröffentlicht.

Krill als Lebensmittel

Was wuselt da im Meer?

Hinter dem Namen Krill verbergen sich ca. 80 Krustentierarten, die im offenen Meer rund um den Erdball leben. Die größten Vorkommen sind in den arktischen und antarktischen Gebieten zu finden. Das Wort stammt aus dem Norwegischen und bedeutet „Walnahrung“. Die Kleinkrebse gehören zur Ordnung der Leuchtkrebse, wobei diese Bezeichnung auf die Leuchtorgane im Körper der Tiere hindeutet, die ein Licht aussenden.

Die Kleinkrebse haben eine Körperlänge von einigen Zentimetern und ernähren sich im arktischen Sommer überwiegend vom Phytoplankton. Sie setzen die vom Phytoplankton mithilfe der Fotosynthese gewonnene Energie in Körpermasse um. Im Winter ziehen sie sich unter die sich ausdehnenden Eisflächen zurück. Hier dienen ihnen dann Algen als Nahrungsquelle, die an der Unterseite des Treib- und Packeises leben. Als Krustentiere wachsen die Tiere durch Häutung. Im Winter scheinen sie wegen Nahrungsmangel ihre Körpersubstanz teilweise selbst aufzuzehren.

Krill ist im Sommer seinerseits Nahrung für räuberische Meeresbewohner wie Robben, Wale, Delfine, Fische, Kalmare, Pinguine und Seevögel. Er hält sich bei hellem Tageslicht allerdings in tieferen Wasserschichten auf und kommt eher bei Dämmerung oder Dunkelheit an die Oberfläche. Das Auftauchen des in Schwärmen lebenden Tieres ruft sogleich die Fressfeinde auf den Plan, die sich auf den Krillschwarm stürzen.

Im Mittelpunkt des Interesses als Lebensmittel steht der Antarktische Krill (Euphausia superba DANA). Er besitzt eine Schlüsselstellung im Ökosystem der Antarktis. Die Entdeckung der riesigen Schwärme und der damit verbundenen Biomasse schürte in den 1970er-Jahren die Hoffnung, einen Proteinlieferanten zur Versorgung der rasch wachsenden Weltbevölkerung gefunden zu haben. Allerdings dämpfte der hohe Fluoridgehalt des Krills neben technologischen Herausforderungen diese Erwartungen. Auch wenn der Fluoridgehalt des Krills ein lösbares Problem ist, gilt Krill bisher nur in Japan als Delikatesse, wo tiefgefrorene Krillschwänze angeboten werden.

Ein bedeutender Teil des Fangs wird als Futter in Aquafarmen verwendet. Ansonsten wird das Krillöl wegen seines hohen Gehaltes an Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet. Andere Teile des Tieres wie der Chitinpanzer oder die Enzyme des Magen-Darm-Traktes gehen zur Weiterverarbeitung an die Kosmetik- und Pharmaindustrie.
Dr. Jörg Häseler, (aid)

Carotinoide als „Sonnenbrille“ für die Netzhaut

Nahrungsergänzungsmittel beugen Augenleiden vor
Carotinoide als "Sonnenbrille" für die Netzhaut – Prävention vor AMD
 
Fachfrau Christin Arnold im Labor im Kampf gegen AMD (Foto: J.-Peter Kasper/FSU)

Jena (pte030/16.04.2013/15:22) – Die Altersbezogene Makula-Degeneration (AMD) kann durch die Einnahme von Lutein und Zeaxanthin verhindert werden, sagen Ernährungswissenschaftler der Universität Jena http://www.uni-jena.de . Die AMD ist eine Augenkrankheit, die in Deutschland etwa jeden dritten Menschen über 60 Jahren betrifft. Lutein und Zeaxanthin sind Carotinoide, natürliche Pigmente pflanzlicher Herkunft – sie sind enthalten in Grünkohl, Spinat und Brokkoli.

145 Patienten analysiert

Sie wirken auf die Netzhaut wie eine Art "Sonnenbrille". "Der Mensch kann diese Carotinoide nicht selbst synthetisieren, wir müssen sie über die Nahrung aufnehmen", sagt Forscher Christin Arnold. In Nahrungsergänzungsmitteln finden sich auch Carotinoide. Wird AMD nicht behandelt, kann sie zu einem erheblichen Verlust der Sehkraft führen. Im schlimmsten Fall erscheint das Zentrum des Sehfeldes als blinder Fleck.

Hauptursache für AMD sind absterbende Netzhautzellen. Arnold hat für ihre Studie Unterstützung von der Jenaer Augenklinik bekommen. Die Mediziner wählten insgesamt 145 Patienten aus, die älter waren als 60 Jahre. Ein Teil der Testpersonen nahm über ein Jahr täglich eine Dosis von zehn Milligramm des Carotinoids Lutein ein, eine zweite Gruppe die doppelte Dosis und eine dritte Gruppe bloß ein Placebo.

Täglich zehn Milligramm reichen

"Schon nach einem Monat konnten wir einen deutlichen Anstieg der Lutein-Konzentration im Blutplasma feststellen", so Arnold. Die tägliche Dosis von zehn Milligramm reichte aus. Bei der Patientengruppe mit der doppelten Dosis ergaben sich nur geringfügig höhere Werte. Bei der Placebo-Gruppe hat sich das Blutbild, wie erwartet, nicht geändert. Zwar sei der Verzehr von Gemüse mit den Carotinoiden empfehlenswert: "Die ausreichende Versorgung mit Lutein und Zeaxanthin kann durch die Gabe von Präparaten sichergestellt werden", resümiert Arnold.

„Supercooling“ hält Organe frisch

Transplantation: "Supercooling" hält Organe frisch

Minus sechs Grad und Nährstoffe erlauben Lagerung für drei Tage

"Supercooling": Organe bleiben drei Tage frisch (Foto: Harvard University)

Boston (pte010/30.06.2014/10:30) –

Wissenschaftler der Harvard Medical School http://hms.harvard.edu haben ein neues Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, Organe vor der
Transplantation tagelang frisch zu halten. Für dieses "Supercooling"
wird das Kühlen der Organe mit der Versorgung mit Nährstoffen und
Sauerstoff kombiniert. Laut Nature Medicine http://www.nature.com ergaben Tests mit Rattenlebern, dass die Organe drei Tage lang in einem
einsetzbaren Zustand gehalten werden konnten. Derzeit liegt dieser Wert
sonst bei weniger als 24 Stunden. Ist dieses Verfahren auch bei
menschlichen Organen anwendbar, könnte laut BBC damit das gesamte System
der Organspende grundlegend verändert werden.

Sobald ein Organ aus dem Körper entfernt wird, beginnen
seine Zellen abzusterben. Eine Kühlung hilft, diesen Vorgang zu
verlangsamen, da der Stoffwechsel der Zellen verlangsamt wird. Britische
Chirurgen führten im März 2013 die erste "warme" Lebertransplantation
durch. Dafür wurde das Organ mit Hilfe einer Maschine auf
Körpertemperatur gehalten. Bei der aktuellen Studie wird das Organ mit
einer Maschine verbunden, die das Organ mit Nährstoffen versorgt und
künstlich durchblutet. In einem nächsten Schritt wird es auf minus sechs
Grad heruntergekühlt.

Warten auf Spenderorgan soll überflüssig werden

Bei Experimenten mit den Lebern von Ratten konnten die
Organe drei Tage lang haltbar gemacht werden. Korkut Uygun von der
Harvard Medical School erklärte gegenüber der BBC, dass das Verfahren
eines Tages ermöglichen könnte, dass ein weltweiter Austausch von
Organen denkbar wird. "Damit könnte eine bessere Übereinstimmung
zwischen Spenderorganen und Empfängern erreicht werden. So könnten
langfristig Probleme wie Abstoßung und Komplikationen verhindert
werden." Uygun betonte auch, dass Organe, die normalerweise abgestoßen
werden, durch die Behandlung mit diesem Verfahren doch passend gemacht
werden könnten. "So könnte auch das Warten auf ein geeignetes
Spenderorgan eines Tages entfallen. Das ist jedoch eine sehr
optimistische Vorstellung."

Anwendbarkeit beim Menschen noch nicht erforscht

Weitere Experimente sind jetzt notwendig, um
herauszufinden, ob das Verfahren nicht nur für Rattenlebern mit einem
Gewicht von zehn Gramm, sondern auch für Lebern von Menschen mit einem
Gewicht von 1,5 Kilo eingesetzt werden kann. Die Forscher gehen davon
aus, dass das Verfahren auch bei anderen Organen eingesetzt werden kann.

Gelbverzwergung

Wildgerste liefert neues Resistenzgen

(aid) – Keine Kulturform der Gerste hatte bisher ein Resistenzgen gegen das Gelbverzwergungsvirus. Deshalb haben Wissenschaftler des Julius-Kühn-Instituts (JKI) Wildgerste nach dem begehrten Gen durchforscht. Dabei sind sie nun in der Wildart Hordeum bulbosum auf ein Resistenzgen gestoßen, das auf Kulturgerste übertragen werden konnte. Auf diese Weise haben die Wissenschaftler virusresistente Pflanzen gewonnen, berichtet das JKI. Die wirtschaftlichen Schäden, die das Gelbverzwergungsvirus (Barley Yellow Dwarf Virus) jährlich vor allem durch Ertragsminderungen in Getreide hervorruft, seien enorm, berichtet auch das Internationale Forschungsinstitut Cimmyt (International Maize and Wheat Improvement Center) in Mexico. Das Virus profitiert außerdem vom Klimawandel, so das JKI. Seine Überträger, die Haferblattlaus und die Große Getreideblattlaus, seien wärmeliebend. Deshalb komme es vor allem nach milden Wintern zu erheblichen Ertragseinbußen, weil sich die Vektoren in den ersten Monaten des Jahres stark vermehren können. Bisher konnte man die Übertragung nur mit Hilfe der Blattlausbekämpfung in den Griff bekommen. Einer Alternative zum Insektizideinsatz haben die Wissenschaftler nun die Tür geöffnet: der Anbau von resistenten Gerstensorten. Denn Gerste ist nach Weizen mit einer Anbaufläche von knapp zwei Millionen Hektar in Deutschland die wichtigste Getreideart. Der Fortschritt der neuen Resistenzzüchtung liegt gegenüber lediglich virustoleranten Sorten darin, dass letztere das Virus weiterhin in sich tragen und durch saugende Insekten weiter verschleppt werden kann – auch wenn keine Symptome auftreten. Nach Einkreuzung des neu entdeckten Wildgens sei jedoch eine vollständige Resistenz erzielt worden. Nun müssen die Forscher nur noch einige wenige Züchtungsschritte durchführen, um mit übertragene unerwünschte Gene auszuschalten. Die Wissenschaftler erforschen als eine von nur zwei Arbeitsgruppen weltweit systematisch den so genannten sekundären Genpool der Gerste. Die Wildart Hordeum bulbosum ist nicht so nah mit unserer Gerste verwandt wie zum Beispiel die alten Landsorten im primären Genpool. Das heißt, um ihre Gene erfolgreich in die Kulturgerste einzukreuzen, habe man etwas tricksen müssen. Aber die Suche nach Resistenzgenen in Wildformen erweise sich dennoch als "Schatz". Die Forscher des JKI haben bereits zwei Gene gegen bodenbürtige Gelbmosaikviren, ein Gen gegen Rhynchosporium-Blattflecken, ein Gen gegen Mehltau und eines gegen Zwergrost mit modernen Kreuzungsmethoden aus Hordeum bulbosum in die Kulturgerste Hordeum vulgare übertragen. Momentan arbeiten sie an der Resistenz gegen Ramularia und gegen Fadenwürmer, so genannten Getreidezystennematoden.
aid, Friederike Eversheim

| | Hans-Christoph Dr. Kirch | Düsseldorf-Angermund

Hans-Christoph Dr. Kirch Düsseldorf-Angermund

Lieber Jean Pütz,
zunächst einmal nachträglich alles Gute zum Geburtstag. Als ehemaliger Bennigsen-Foerder-Preisträger, bei dessen Verleihung ich die Ehre hatte, Sie kurz kennen zu lernen und heutiger MINT-Beauftragter unserer Schule freue ich mich immer wieder, dass Sie es waren, der in meinen jüngeren Jahren mir die Freude an Wissenschaft des Alltäglichen und Besonderen, des „to look what’s behind“ erweckt und entwickelt hat. Gerade gestern ist mir ihr tolles hobbythek-Buch „Mediterrane Lebenselixiere“ wieder in die Hände gefallen und ich habe mich heftigst „festgelesen“. Vielen Dank für viele Jahre Wunderbares und Hochspannendes aus Wissenschaft und Leben… Ihr HCK

Kohleausstieg in Kritik

Kohleausstieg in Kritik


Unternehmer zum Kohleausstieg : „Jemand muss das bezahlen – und das werden nicht Umweltverbände sein“

Soviel ist sicher: Der Kohleausstieg kostet Milliarden.

Deutschland hat jetzt einen
Plan für den Kohleausstieg. Der Unternehmer Reinhold von Eben-Worlée
erklärt gegenüber FAZ.NET, wieso er ihn schlecht findet.

Herr von
Eben-Worlée, Sie warnen davor, dass der geplante Kohleausstieg gerade
die deutschen Familienunternehmen treffen wird. Wieso?

Weil er extrem teuer ist,
und irgendjemand ihn bezahlen muss. Das werden nicht die Umweltverbände
sein. Bezahlen werden die Verbraucher, etwa mittelständische
Unternehmen, die heute schon die höchsten Strompreise in Europa
bezahlen. Oder der Staat, der das dann umlegt – und auch dann landet die
Rechnung wieder bei Unternehmen oder Bürgern, die Steuern zahlen.

Was schlagen Sie stattdessen vor?

Vertrauen auf
Marktmechanismen. Durch den Emissionshandel wäre der Kohleausstieg von
selbst gekommen. Durch Energie-Nationalismus, wie wir ihn nun weiter
betreiben, wird die Energiewende nicht gelingen. Es wird bloß alles
teurer und sonst nichts. Und die CO2-Emissionen verlagern sich in
Kohlekraftwerke unserer Nachbarländer.

Sie beziffern die
Kosten für den Kohleausstieg, wie er nun vorgeschlagen wird, auf 100
Milliarden Euro bis zum Jahr 2038. Eine gewaltige Summe – wie kommen Sie
darauf?

40 Milliarden Euro sollen in
die Kohleländer fließen, um den Strukturwandel abzumildern. Mit 32
Milliarden Euro sollen die Verbraucher entlastet werden.

Da klafft aber noch eine Lücke zu den von Ihnen geschätzten 100 Milliarden Euro.

Sowohl für
Steinkohlekraftwerke als auch für Braunkohlekraftwerke wird
Entschädigung fließen – das dürfte einige Milliarden ausmachen. Dazu
kommt die Umstellung der Grundlastkraftwerke. Wenn Kohle wegfällt, wird
mehr Gas benötigt, das treibt die Preise in die Höhe. Da reichen zwei
Milliarden Euro jährlich zur Strompreisentlastung bei weitem nicht aus.

Reinhold von Eben-Worlée ist Präsident des Verbands „Die Familienunternehmer“. : Bild: Unternehmen

War es das?

Nein. Es werden vermutlich
Kosten für zu installierende Reserven anfallen. Die Infrastruktur muss
angepasst werden – sowohl im Strom- wie auch im Gasbereich. Auch wird
die Energiewirtschaft wohl eine Förderung für die Umstellung auf Gas
erhalten. Hinzu kommen volkswirtschaftliche Verzerrungen, die Kosten
hervorrufen: Die belastete Industrie wird entweder weniger Gewinne
machen oder Investitionen woanders tätigen müssen. Auch werden die
Erneuerbaren nicht annähernd so viele Arbeitsplätze schaffen, wie auf
der anderen Seite wegfallen. Diese Kosten werden fast immer
unterschlagen. Aber sie sind da. Ich gehe sogar davon aus, dass wir im
Endeffekt eher über die 100 Milliarden Euro kommen, als darunter zu
bleiben.

Depression: Gedächtnisdefizite heilbar

Depression: Gedächtnisdefizite heilbar
Aminosäure gibt Patienten gutes Erinnerungsvermögen zurück
 
Depressive Frau: Grübeln belastet Gedächnis (Foto: pixelio.de, Kurt Michel)

Stockholm/Hildesheim (pte018/01.03.2012/11:30) – Depressive leiden häufig an Gedächtnisdefiziten. Dem wollen Forscher aus Schweden entgegenwirken: "Wir konnten Gedächtnisstörungen bei depressiven Ratten heilen, indem wir ihnen die Aminosäure D-Serin verabreicht haben", sagt Mia Lindskog vom Karolinska Institutet Department of Neuroscience http://ki.se . Ob die pharmalogische Therapie auch beim Menschen hilfreich ist, muss noch erforscht werden.

Tests an Ratten

"Depressive neigen zum Grübeln und das besetzt ihren Speicher", sagt Johannes Michalak, Psychologe bei der Stiftung Universität Hildesheim http://uni-hildesheim.de , gegenüber pressetext. Das komme aber nur vor, wenn die Situation für den depressiv Erkrankten unstrukturiert erscheint. Michalak hält bei leichten und mittleren Depressionen eine Therapie als geeignete Maßnahme. "Durch eine Psychotherapie kann zumindest das Grübeln reduziert werden, die Defizite im Gedächtnis zeigen sich dann nicht mehr", sagt er.

Forscherin Lindskog und ihr Team verwendeten Ratten, die speziell mit einer Disposition für eine Depression gezüchtet wurden. Die depressiven Ratten wurden mit normalen Laborratten verglichen. Die Tests prüften das Gedächtnis der Tiere. Die Forscher untersuchten auch die synaptische Aktivität im Hippocampus der Ratten, einem Teil des Gehirns, der eine wichtige Rolle bei der Erinnerung spielt.

Mögliches Medikament

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die synaptischen Aktivitäten in den Gehirnen der depressiven Ratten wesentlich höher waren als in der Kontrollgruppe. Allerdings reagierten die Gehirne erkrankter Ratten kaum, wenn die Forscher versuchten, sie über äußere Reize zu stimulieren. Nur wenn den Nagetieren D-Serin verabreicht wurde, verbesserte sich die Gehirnleistung der depressiven Ratten. "D-Serin scheint ein Kandidat für ein neues Medikament zu sein", sagt Lindskog.

 

Drohnen und Internet überall

pte20181231001 Computer/Telekommunikation, Forschung/Technologie

Rückblick 2018:

Drohnen und Internet überall

Wachsendes Internet der Dinge bleibt auch weiterhin eine mehr als große Sicherheitslücke

(pte001/31.12.2018/06:00) – Modernste Entwicklungen wie neue
Space-Age-Materialien sind zwar ein Versprechen, wirklich den Alltag
durchdrungen haben sie aber 2018 noch nicht. Praktisch allgegenwärtig
ist dagegen mittlerweile das Internet, insbesondere das Internet der
Dinge, das eben kein klassischer Computer ist und meist noch schlechter
gegen Hacker abgesichert als jeder PC. Dabei fahren und schwirren derlei
Dinge inzwischen fast überall umher, sind doch Drohnen mittlerweile
selbst schon als Kinderspielzeug zu haben.

Spielzeug für alle

Lange waren sie eher ein Spielzeug für Geeks, doch mit der gestengesteuerten "Air Hogs Supernova" (siehe: http://pte.com/news/20180220018 ) haben günstige Drohnen nun auch das Kinderzimmer erreicht – das
vielleicht deutlichste Beispiel, dass die Gadgets mittlerweile praktisch
jeden Bereich des Lebens durchdringen. Nützliche Anwendungen reichen
von der Landwirtschaft über die Überwachung aktiver Vulkane bis hin zu
Systemen, die vor Schadstoffen und giftigen Gasaustritten in der Luft
warnen. Wobei zugegeben, der schwebende Schirm (siehe: http://pte.com/news/20180604013 ) ist wohl doch mehr ein Spielzeug für Geeks.

Verspielte Geeks sind wohl auch der Grund, warum sich Behörden mehr mit
dem Thema Drohnen befassen. Der US-Bundesstaat New Jersey beispielsweise
wurde Anfang 2018 zum Vorreiter mit einer Gesetzgebung gegen
betrunkenes Drohnenfliegen. Die Forschung indes bringt Drohnen immer
neue Tricks bei, etwa das Flügelanlegen bei Engstellen, und arbeitet
fleißig an immer kompakteren, leistungsfähigen Drohnen. Das
Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen extrem kompakten
Prozessor vorgestellt, der Drohnen im Bienen-Format ermöglichen soll
(siehe: http://pte.com/news/20180621003 ) – und die NASA träumt bereits davon, mit Schwärmen von Bienen-Robotern den Mars zu erforschen.

Allgegenwärtiges Netz

Vernetzte Drohnen sind zudem einer der sichtbareren Bestandteile des
rasant wachsenden Internets der Dinge (Internet of Things, IoT), das
bald praktisch überall sein könnte. So haben Forscher gezeigt, wie sie
Toilettenpapier zum Smart-Sensor (siehe: http://pte.com/news/20180214020 ) oder mit einfachen Tags praktisch jeden Alltagsgegenstand zum Teil
des IoT machen. Immer mehr und auch immer kompaktere Wearables und
andere Smart-Gadgets wollen freilich auch Strom. Daher arbeitet die
Forschung intensiv an neuen Quellen wie triboelektrischen
Nanogeneratoren und Speicherformen wie Garn, der für Akku-Kleidung
geeignet wäre (siehe: http://pte.com/news/20180403002 ).

Zudem stellt sich mehr denn je die Frage, wie der Mensch sinnvoll mit
all den Maschinen interagieren kann, und Wissenschaftler probieren immer
neue Ansätze. Die Palette reicht von Headsets, die einen praktisch
denken hören, über die Idee, Eye-Tracking in (Daten-)Brillen zu verbauen
(siehe: http://pte.com/news/20181031005 ) bis hin zum Konzept, ganze Wände zu Touchscreens zu machen. Für den
mobilen Alltag etwas praktischer scheint aber eine Idee der Carnegie
Mellon University: Warum nicht Wearables über die eigene Haut steuern
(siehe: http://pte.com/news/20180502019 )? Die hat man immer dabei und größer als ein Smartwatch-Display ist sie allemal.

Knackpunkt IT-Security

Eines der größten Herausforderungen des IoT bleibt die Sicherheit. Die
ist bislang oft mangelhaft. Viele Geräte nutzen standardmäßig unsichere,
unverschlüsselte Verbindungen, so auch der verbreitete humanoide
Roboter "Pepper" (siehe: http://pte.com/news/20180529025 ). Energieeffizientere Chips für die Hardware-Verschlüsselung könnten
helfen, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Ein Forscher hat dieses
Jahr aber auch vorgeschlagen, die unvermeidbaren Abweichungen zwischen
eigentlich baulichen CPUs als Basis für die Verschlüsselung zu nutzen.

Wichtig wäre bessere IT-Security auch im Verkehr, denn das IoT macht in
Form smarter Autos letztlich auch Straßen Cyber-unsicher. Entsprechend
wichtig ist es, die Fahrzeuge gegen Hacker-Angriffe abzusichern (siehe: http://pte.com/news/20180530029 ). Das scheint umso dringlicher, desto mehr auch selbstfahrende Autos
tatsächlich auf die Straßen gelangen – in den USA gibt es bereits Tests
mit autonomer Pizzazustellung. In den Verkehr selbst sollen sich solche
Fahrzeuge übrigens auch dadurch besser einfügen, dass sie sich eher so
verhalten, wie wir das von menschlichen Fahrern kennen – aggressive
Spurwechsel inklusive (siehe: http://pte.com/news/20180523023 ).

Nicht von dieser Welt

Apropos Autos: Elon Musk hat dieses Jahr als PR-Stunt einen Tesla
Roadster in den Weltraum geschossen und so unbeabsichtigt auch die
Diskussion darüber angeregt, wie viel Müll die Menschheit schon ins All
geblasen hat. Immerhin ist Weltraumschrott ebenso wie natürliche
Meteoriten ein Risiko für die Raumfahrt und insbesondere die menschliche
Eroberung des Sonnensystems. Daher arbeiten Forscher bereits an
intelligenten Sensoren, die Einschläge in aufblasbare Habitate erfassen
könnten (siehe: http://pte.com/news/20180312002 ).

Für die Raumfahrt interessant sind auch neueste Errungenschaften der
Materialforschung, wie beispielsweise extrem temperaturbeständige
Materialien, die härter und leichter sind als Carbide. Das nun schon
etwas bekanntere Kohlenstoff-Wundermaterial Graphen indes könnte die
Kühlung von Satelliten revolutionieren. Und manchmal finden
Weltraum-Technologien in überraschender Weise ihren Weg zurück auf die
Erde – beispielsweise zum Schutz von Shaolin-Büchern (siehe: http://pte.com/news/20180517027 ).