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Energieinhalt pro Kilogramm diverser Energieträger

a)

Methanol: Dichte 787 kg/m³ flüssig,

Heizwert: 6,49 kWh/kg = 5,1 kWh/l.

Ethanol: Dichte 789 kg/m³ flüssig,

Heizwert 7,44 kWh/kg = 5,9 kWh/l.

 

b)

Superbenzin: Dichte 740 kg/m³ flüssig,

Heizwert 12,0 kWh/kg = 8,9 kWh/l.

 

c)

Diesel: Dichte 830 kg/m³ flüssig,

Heizwert 11,8 kWh/kg = 9,8 kWh/l.

 

d)

Erdgas H-Gas (CNG/GNV):

Dichte 0,81 kg/m³ (Normkubikmeter) gasförmig,

Heizwert 13,0 kWh/kg = 10,5 kWh/m³

 

e) Lithium

Die Energiedichte von Brennstoffen nennt man Brennwert bzw. Heizwert, die von Batterien Kapazität pro Volumen oder Kapazität pro Masse.

Beispielsweise beträgt die Energiedichte eines 

Lithium-Polymer-Akkus: 140–180 Wattstunden pro kg Masse (140–180 Wh/kg) und die eines

Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) 80 Wh/kg

Warum impfen lassen, wenn die Inzidenz über 500 steigt ?

Das Problem ist, dass dann die Krankenhäuser, insbesondere die Intensiv-Stationen Gefahr laufen, überlastet zu werden und lebensnotwendige Operationen behindert werden. Die Erfahrung in den Kliniken zeigt, dass sich auf den Intensiv-Station bis zu 80% Patienten befinden, die nicht geimpft waren. Einerseits beweist diese statistische Quote, dass schwere Verläufe der Corona-Erkrankung mit extrem langer Behandlungszeit bis hin zum Tod durch die Impfung mit dem mRNA-Serum von BionTech weitgehend hätten verhindert werden können, und dass selbst bei Gesundung eine Nachwirkung durch Long-Covid-Syndrom wesentlich schwächer ausfällt.

Dagegen sind Ungeimpfte gegenüber den schweren Corona-Verläufen völlig ausgeliefert. Deswegen  lohnt es sich nicht, auf Impfstoffe mit abgetöteten Viren, die wesentlich mehr Nebenwirkungen erzeugen, oder auf sündhaft teure Medikamente, die sich in der Entwicklung befinden, zu warten.

Leider werden von Impfgegnern, die Impfdurchbrüche und Nebenwirkungen des mRNA-Serums aufgebauscht. Von vornherein war bekannt, dass selbst der beste Impfstoff nur bei etwas mehr als 90% der Menschen eine ausreichende Immunisierung bewirkt. Übrig bleiben also ca. 10%, das sind in Deutschland, wenn alle geimpft wären, fast 8.000.000 Menschen. Wenn man annimmt, dass nur 1% der Bevölkerung infiziert wird, dann sind das immer noch 80.000, die selbst mit regelmäßiger Impfung erkranken können.

Hinzu kommt, dass das heimtückische Virus durch die schwächer werdende Impfwirkung bereits nach 6 Monaten wieder viel Angriffsfläche findet. Umso wichtiger ist die Nachimpfung, bezeichnet mit der neuen Wortschöpfung ‚Booster-Impfung‘. Wenn man das alles in Betracht zieht, ist die verhältnismäßig geringe Anzahl der Durchbrüche verblüffend und macht auf die große Zahl bezogen das Impfen noch wertvoller.

Trotzdem  nutzen die Verschwörungs-Theoretiker diese nach physikalisch-biologischen Gesetzen verständlichen Nebenwirkungen, um ängstliche Bürger zu verunsichern und den Wert der Impfung generell infrage zu stellen. Da bleibt die Frage, welche Absicht steckt hinter diesen oft auch als Querdenker bezeichneten Aktivisten.

Dazu kann ich eigene Erfahrungen beitragen: Nachdem ich objektiv bei Facebook die technische Methode der Impfstoff-Gewinnung mit selbst hergestellten Grafiken dargestellt habe, bekam ich über 750 schriftliche Kommentare meiner Abonnenten. Etwa 100 von ihnen lobten mich über den Klee und verlangten, ich solle in die Politik eintreten. Doch 650 ergossen einen Shitstorm über mich. Was juckt diese Verschwörungs-Idioten, sich überhaupt so zu engagieren. Die Auswertung dieser negativen Zuschriften zeigte mir, dass darunter im Schwerpunkt Menschen standen, die die deutsche Demokratie und den Staat generell verabscheuen. Sie schüren ganz bewusst Ängste, um ihre politischen Ziele, die oft in Richtung  Faschismus oder Extremismus deuten, gegen jegliche Vernunft erreichen zu können. Das ‚Rattenfänger-von-Hameln-Syndrom‘ lässt grüßen.

Wenn Sie das selbst prüfen wollen,  füge ich hier den Link meines Facebook-Beitrags vom 26.10.2021: ‚Joshua Kimmich ins Gästebuch‘, er beschreibt, wie es zu dieser genialen Methode gekommen ist:

Forschende Soziologen finden dort viele Beweise, warum so viele Menschen veranlasst wurden, die Impfung abzulehnen, und warum eine Minderheit besonders in Deutschland verhindert, dass eine Chance besteht, dem Virus mit Mitteln der Vernunft Herr zu werden. Wären  jetzt schon 95% der Bürger geimpft, hätte die 4. Welle  im Herbst  2021 verhindert werden können. In Ländern wie Portugal und Spanien, in denen der Staat noch eine höhere Glaubwürdigkeit auf die Bürger ausstrahlt, spricht alles für meine These. Dort hatte die Bewegung der Querdenker kaum eine Chance.

Alle diese meine Beiträge finden Sie auch auf meiner täglich aktualisierten Homepage unter dem Button ‚Gedanken zur Zeit‘. Dabei weise ich auch auf die spannende Rubrik ‚Wissenschaft soeben eingetroffen‘ hin, die versucht, neueste Entwicklungen verständlich darzustellen:

Wenn Sie noch mehr wissen möchten, das ZDF hat sich mit einem interessanten Beitrag diesem Thema gewidmet – empfehlenswert!

 

Provokation und Informationen: Gedanken zur Zeit.

Wenn unsere Volkswirtschaft nicht langfristig geschädigt werden soll, dann geht es nicht nur um CO2 Vermeidung, sondern auch darum Energie zu sparen, und deren Verbrauch zu minimieren.

Auf dem Energiegipfel in Glasgow hat SAP eine Software vorgestellt, die es ermöglicht präzise den CO2 Ausstoß für jedes Produkt nachzuvollziehen. Vielleicht hilft das den Wunschdenkern auf die Sprünge. Dabei geht es nicht nur um Vermeidung auf den ersten Blick, sondern um objektive Feststellungen, dass nicht nur der Verkehr der Bösewicht ist, unsere privaten Autos tragen am CO2 Ausstoß nur 6 bis 8 Prozent am Gesamtaufkommen in Deutschland bei, in den Gebäuden zum Heizen oder Kühlen für unser ganzjähriges Wohlbefinden, sind es über 40%. Das soll nicht heißen, dass auch im Verkehr ein erhebliches Maß an Einsparpotential erreicht werden kann.

Ob allerdings das durch ein generelles Verbot des Verbrennungsmotors erzielt wird, das ist die Frage. Egal ob unsere Autos elektrisch oder durch Treibstoff angetrieben werden, es geht auch um die Minimierung der Energie, die für unsere Mobilität nötig ist. Und dabei hilft ganz entscheidend der rein elektrische Antrieb. Jedoch, auch hier spielen Naturgesetze eine Rolle. Je leichter ein Auto ist, umso weniger Reifen Reibung fällt bei ihm an, so nebenbei auch an Minimierung des dabei entstehenden Feinstaubs und viel weniger Mikroplastik.

Das serielle Hybrid Prinzip, ohne mechanischen Antrieb nur durch Elektromotoren, erfüllt diese Bedingung. Es reduziert den Energieverbrauch jedes so konzipierten Autos um zwei Drittel, denn es braucht keinen schwergewichtigen Motor, da reichen minimale 40 Kilowatt um das Fahrzeug in 4 Sekunden auf 100 km pro Stunde zu hieven. Die dafür notwendige Energie liefert die nur 1/7 zu große Batterie gegenüber dem schwergewichtigen Typ Tesla und Abkömmlinge. Trotzdem reicht in der Stadt ihre Energie um 60 bis 80 km ohne Einschaltung des Verbrennungsmotors. Der größte Vorteil: dieser Ottomotor kann immer im optimalen Wirkungsbereich, bei gleicher Tourenzahl arbeiten, an und abfahren übernimmt die Energie aus der Batterie und indem existierenden Prototypen die Antriebskraft von 2 mal 60 Kilowatt Elektromotoren, die gleichzeitig im Umkehr Betrieb beim Bremsen und bergab fahren die Batterie wieder laden, oder wenn beim geradeaus fahren Energie übrig bleibt, dann durch regelmäßiges wieder aufladen. Das sind keine Wunschträume, sondern Realität, die auch bei den Prototypen, der übrigens auch mit regenerativen Methanol betrieben werden kann, also CO2 neutral, hundertprozentig nachgewiesen ist. Mehr als 2 l Benzin oder vergleichbares Methanol sind für den Antrieb, in der Stadt oder außerhalb ohne Unterschied, nicht notwendig.

Warum jetzt immer noch NGO’s ebenso wie in Birmingham, etliche Länder den Verbrennungsmotor verdammen, das ist ein tragischer Irrtum, der dringend revidiert werden muss. Interessanterweise hat Deutschland bei diesem Beschluss nicht mitgemacht, ein Hoffnungszeichen!

Ob da der Realitätssinn eingetreten ist, denn es ist ganz klar, dass in den nächsten 10 Jahren der Mix der elektrischen Energie höchstens zu 50 % aus regenerativen Quellen stammen kann. Und dann bringt das Elektroauto keinerlei ökologische Vorteile, insbesondere aber auch wegen der teilweise unsozial zu gewinnenden Rohstoffe für die große Batterie. Außerdem wird die deutsche Automobilindustrie in der Zange zwischen Musk-Tesla und chinesischen Modellen zerrieben werden. Sie ist in höchster Gefahr, es sei denn, sie nutzt den enormen Vorteil des seriellen Hybrids, denn diese Kraftfahrzeuge sind in der Produktion nicht teurer als derzeitige Verbrenner. Es lebe die Kreativität der europäischen Ingenieure und Logistiker. Bitte hören sich meinen ausführlichen Beitrag an, er beschreibt alles, was zu diesem Thema gesagt werden muss. Gönnen Sie sich die sechs Minuten, aber es wird sie auf ganz andere Gedanken bringen. Das heißt nicht, dass ich die Batterie schweren Elektroautos Typ Tesla, die derzeit vorwiegend reiche Bürger gekauft haben und wieder mit auf unseren Straßen herumfahren, brandmarken möchte, aber das Bessere sollte das Gute verdrängen können. Dieses serielle Hybrid, vom Hersteller der Prototypen wird es Hyper Hybrid genannt, ist jedenfalls ein Auto für jedermann, es ist nicht teurer als heutige klein und Mittelklasse Autos, auch für die so beliebten SUVs bringt es ein Ersparnis von mindestens zwei Drittel der eingesetzten Energie. Und wer jetzt noch zögert, bedeutende Wissenschaftler warnen vor einer Überlastung unseres elektrischen Versorgungsnetzes. Sie meinen dies wäre eine Form von dezentraler & zukunftsträchtiger Mobilitätsversorgung der Elektromobilität, auf geringsten Energieverbrauch.

Und wenn Sie, lieber Facebook-Freund, anderer Meinung sind, dann deklarieren Sie bitte meinen Gedankenfehler. Vielleicht begreift auch die Automobilindustrie, dass das für sie eine große Chance ist und 100 000 von Arbeitsplätzen sichert. Diese Einsicht macht mich zum Überzeugungstäter, vielleicht erübrigt sich ihnen zu versichern, dass ich natürlich daraus keine finanziellen Vorteile ziehe, auf Ehre und Gewissen.

Im folgenden Link eine Würdigung der Idee durch die „Welt“

Folge 235: der Vernunft eine Chance.

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Ein Plädoyer für eine besondere Art von Kernenergie: Der Kugelhaufen-Reaktor geht in China ans Netz

Der in Jülich von Prof. Schulten entwickelte Kugelhaufen-Reaktor, dessen Realisierung in der Kernforschungs-Anlage Jülich und später voreilig in Unna verworfen wurde, nachdem fast alle Einrichtungen bereits errichtet waren, der dann mit Millionen-Aufwand zurück gebaut wurde, findet jetzt in China technische Auferstehung, und hilft den Chinesen ihre CO2-Auflagen zu erfüllen. Ein Elendszeichen deutscher Industrie-Politik. German-Angst hat die öffentliche Meinung so gelenkt, dass jegliches auch beherrschbares Risiko zur Kernenergie in Deutschland ausgeschlossen bleibt. Die Frage, ob damit auch ein größeres Risiko verbunden ist, z. B. Verminderung der Atmosphären-Erwärmung, wurde nie gestellt.

Ein weiterer Grund, warum die Kernenergie auf diese Weise so in Deutschland verbrannt wurde, liegt in einer weiteren Angst begründet, weil sich irrtümlicher Weise die Meinung durchgesetzt hat, dass sie die Entwicklung von regenerativen Energien aus Sonne Wind und Erdwärme verhindern würde. Chinesen und in ihrem Trott andere Länder glauben, davon extrem zu profitieren – und das ist nicht auszuschließen.

Die Meinung eines allerdings übertriebenen Befürworters der Kernenergie möchte ich Ihnen, liebe Besucher meiner Homepage, nicht vorenthalten.

Jochen K. Michels
Briefe an die Herausgeber und zuständige Redaktion der FAZ:

Sehr geehrte Damen und Herren,
dass nach jahrelangem Schweigen in vielen Medien – auch der FAZ – nun gewagt wird, wieder über Kernenergie zu diskutieren, lässt hoffen. Energie-Realismus scheint wieder einzukehren: neben den Öko-Energiequellen (Wind und Sonne) benötigen wir auch noch stabile Grundversorgung, wenn wir Industrieland bleiben wollen.
Auch beginnt sich weltweit die Erkenntnis durchzusetzen, dass die bisherige Kernkraftwerks-Technik nicht die beste für alle Zukunft ist. Sie hat zwei immer wieder betonte Schwachpunkte:

1. Den GAU (Three Mile Island, Tschernobyl, Fukushima) – auch künftig nicht auszuschliessen.

2. Die Entsorgung (Endlager, Wiederverwendung)
Daher gibt es eine Vielzahl von Meinungen, Vorschlägen, Konzepten, Plänen, Projekten rund um den Globus. Fachleute erwähnen dann die Generation IV, die in der Initiative GIF konkrete Forderungen aufführt. Sie alle sind noch nicht erprobt, streiten zum Teil miteinander, benötigen noch viel Zeit und Milliardenbeträge um erste Demo-Exemplare vorzustellen. Die Wirtschaftlichkeit wird von einigen bezweifelt, von anderen hervorgehoben. Es gibt keine einzige ehrliche end-to-end Berechnung. Manches kann erst aufgrund von Prototypen und Demo-Reaktoren geklärt werden.

Einzig in China hat man pragmatisch zugegriffen, nicht alles selbst neu zu erfinden. Daher ist man bald imstande, ans Netz zu gehen – wie mir soeben mitgeteilt wurde. Über zehn Jahre hat man gebraucht, den bei uns vor fast 60 Jahren entwickelten Hochtemperatur-Reaktor (Stichworte: Jülich, Hamm, Schulten, Kugelhaufen, Helium, TRISO) so weit voranzutreiben. Man ist sicher, unsere Technik von damals mit eigenen Leistungen und Verbesserungen noch optimiert zu haben. Und bescheiden genug, es nicht an die grosse Glocke zu hängen. Auch wenn er wirklich in Kürze Betrieb aufnimmt, lässt man sich Zeit, bis man den ersten GAU-Test vornimmt. Dieser Test: „Abschalten der gesamten Kühlung“ wurde bisher schon 3 mal in Jülich (AVR) und der Tsinghua Uni bei Peking (HTR-10) erfolgreich bestanden. Bei heute üblichen Reaktoren mag man sich das nicht ausmalen.
Auch die Endlager-Thematik ist schon lange in Prinzip und Praxis gelöst: die strahlenden Restkugeln ruhen seit 30 Jahren friedlich in Ahaus und in Jülich. Sie können die Atmosphäre selbst bei einem Unfall nur wenig belasten, weil kein Dampf entsteht, weil kein Wasser involviert ist. Die Kugeln aus dem Inneren (Core) können nicht fliegen, selbst als Bruchstücke fallen sie gleich zu Boden. Im Inneren befindet sich zu jeder Zeit nur eine kleine Menge an Spaltstoffen, im Gegensatz zu heutigen Reaktoren. Denn er ist kein Meiler, sondern ein Ofen. Es genügt ein Abkling-Lager für einige 100 Jahre, ggf. sogar als Wertstoff-Depot. Das in der EU(Petten) erprobte Verfahren zur Wiedernutzung abgebrannter TRISO-Partikel wäre einzubeziehen. Auch für alle anderen Bedenken (Proliferation, Terror….. ) gibt es klare, teils erwiesene, Antworten.

Dass ich schon vor 10 Jahren unsere Kanzlerin sowie die Minister Röttgen, Altmaier und Gröhe auf diese wichtige Lösung für unser Land hingewiesen habe, hat nicht verfangen. Die allgemeine Befindlichkeit sprach immer dagegen. Wenn aber heute – laut Allensbach – die Befürworter der Atomenergie weiter zunehmen und gegen die Klimarisiken abwägen, könnte auch dies langsam umschlagen. Daher ist pragmatisch zu empfehlen:
Zunächst jetzt noch betriebenen 6 Leichtwasser-Reaktoren einige Jahre länger laufen lassen. In dieser Zeit die GAU- freie Hochtemperatur-Technik aus den Archiven zu holen. Zur Not neueste Erkenntnisse aus USA und China dazu kaufen. Paralle dazu junge Menschen begeistern und mit deutscher Gründlichkeit wieder aufgreifen, was damals einzigartig war. Das gibt Perspektiven für höchst qualifizierte Berufe und Chancen auf dem Weltmarkt. Da aktuellen Informationen in Deutsch oder Englisch schwer zu finden sind, sind auf www.gaufrei.de die wichtigsten zusammengezogen.
Zu wünschen ist, dass auch die deutsche Politik bald eine realistische Einstellung einnimmt und zwischen Grundversorgung und Ängsten eine zukunftssichernde Abwägung triff.

Mit Dank an die Wenigen, die noch leben und damals mit dabei waren.
Jochen Michels, Neuss.

China isoliert sich – eine Gefahr für den Weltfrieden!

(Morning Briefing) – Wenn alles gesagt ist, folgt das große Schweigen. Das ist so in Konfliktpartnerschaften und auch zwischen rivalisierenden Nationen: Nach der polarisierten kommt womöglich die verstummte Gesellschaft.

Die Rede ist von der Beziehung zwischen China und den USA, die man mittlerweile als ruiniert betrachten kann. Die Abwendung Chinas hat vor der Pandemie begonnen und sich seither beschleunigt fortgesetzt. Das Reich der Mitte ist kommunikativ an den Rand gerückt.

Weder zum G-7-Treffen noch zum Klimagipfel ist Staatspräsident Xi erschienen: kein Anschluss unter dieser Nummer. „China befindet sich auf dem Weg in die Selbstisolation“, schreibt der außenpolitische Analyst Gideon Rachman in der Financial Times.

Die Angriffe und Ausgrenzungsversuche in den Jahren von Präsident Donald Trump haben der chinesischen KP in die Karten gespielt. Die Politik der wirtschaftlichen Öffnung und Liberalisierung, die einst Deng Xiaoping, Richard Nixon und Henry Kissinger Ende der 1970er Jahre starteten, barg immer auch unkalkulierbare politische Risiken für die Chinesen. Viele im Westen hofften auf die Konvergenz der Systeme nach dem Motto der Willy Brandtschen Entspannungspolitik: ‘Wandel durch Handel.’

Heute ist in der Tat ein Wandel zu besichtigen, aber ein Wandel, der weg führt vom Westen:

  • Ausländer oder chinesische Staatsbürger, die in das Land einreisen, müssen für mindestens zwei Wochen unter strenge Quarantäne gestellt werden. Zusätzliche Kontrollen gelten, wenn sie nach Peking einreisen, wo die Führung residiert.
  • Xi selbst hat China seit fast zwei Jahren nicht mehr verlassen. Das letzte Mal, dass er einen ausländischen Staatschef persönlich gesehen hat, war bei einem Treffen mit dem pakistanischen Präsidenten in Peking im März 2020. Xis bevorstehendes Gipfeltreffen mit Präsident Joe Biden wird per Videoübertragung stattfinden.
  • Derweil Amerika 750.000 Corona-Tote zu beklagen hat, wurden in China von der WHO nur 5.700 Tote registriert. Das System in Peking wertet diese Differenz als Zeichen der eigenen moralischen Überlegenheit: Die Amerikaner sprechen von Menschenrechten und wir sind es, die unsere Leute beschützen.
  • Für das friedliche Miteinander auf dem Planeten sendet die Selbstisolation Chinas kein gutes Zeichen. Nicht wenige Experten unterstellen, dass der verweigerte Dialog die Vorstufe militärischer Aggression sein könnte.

Lippenbekenntnisse: Aktuell zum Welt-Klimagipfel in Glasgow

Zunächst der von mir in meiner freien Moderation versprochene Link:
Geht Ihnen, verehrte Facebook-Freunde, das nicht auch auf die Nerven, was wieder einmal – wie immer auf den Weltklima-Konferenzen – an Grenzwerten beschlossen wird, um die Anhäufung von CO2 in unserer Atmosphäre zu begrenzen. Dabei ist das nicht das einzige Treibhausgas, welches als Missetäter ausgemacht worden ist. Das sind alles Beschlüsse, die allein schon deswegen wenig Bedeutung besitzen, weil keinerlei Sanktionen für die Nichteinhaltung vorgesehen sind – mit Ausnahme von Deutschland und einigen europäischen Ländern als Musterschüler.
Eine Frage besteht, wie soll die Weltgemeinschaft mit Ländern umgehen, die wieder einmal und verstärkt auf die Atommeiler setzen. Es fair, wenn die Kernenergie mit Null CO2-Aausstoß berechnet wird und es diesen Ländern einfach macht, alle Grenzwerte einzuhalten. Hinzu kommt, dass China, um seine Kohlekraftwerke abzuschalten, 15 Jahre mehr Zeit gewährt wird? Und auch sonst werden bestimmten Ländern im Zustand der wirtschaftlichen Entwicklung Vorteile eingeräumt, die ihnen erhebliche Wettbewerbsvorteil eröffnen.
Können wir dieses Ungleichgewicht akzeptieren, oder ruiniert das auf lange Sicht die einheimische Industrie, deren Abwanderung offenbar nicht aufzuhalten ist. Die Mär von der Erschaffung von vielen neuen Arbeitsplätzen durch revolutionierende klimaschonende Alternativen ist bereits im Vorfeld gescheitert, wenn man die ursprüngliche Pioniersituation in der Fotovoltaik und der Ausnutzung der Windenergie betrachtet. Im Gegenteil, bereits jetzt gehen sukzessive hunderttausende von Arbeitsplätzen im Umbau der Automobil-Industrie auf angeblich klimaschonende schwergewichtige batteriegetriebene Elektroautos verloren. Warum wird dieser Typ Tesla mit Null bewertet, obwohl sein Energiebedarf wegen seines hohen Gewichts – ob Strom oder Sprit – viel höher als eine wesentlich ökologischere Alternative, Typ serielles Hybrid ist, der auch noch viel weniger Feinstaub durch die geringere Reifen-Reibung erzeugt. Ich hoffe, dass sich die in der Entwicklung befindliche Ampel-Koalition die Gelegenheit wahrnimmt, den Bürger objektiv aus zu klären. Während die vergangene GROKO an Milliarden Euro teuren alten Beschlüssen herumgedoktert hat, die eindeutig nur populistisch dem Klima dienen, weil die einfachsten physikalischen Gesetze, die jeder Pennäler beherrschen sollte, vernachlässigt wurden. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
Mein letzter Facebook Kommentar bietet die Möglichkeit, Alternativen zu prüfen. Die Reaktion meiner fast 85 000 Abonnenten war umwerfend. Offenbar haben sich viele Bürger meinen Vorschlägen angeschlossen. Alle Achtung, diese schriftliche Bürgerkommentar-Sparte, die Facebook eingerichtet hat, mausert sich immer mehr zu einem informativen Diskussionsforum. Selten habe ich so viele – über 375 – so intelligente und zielführende Zuschriften bekommen. Das gibt zur Hoffnung Anlass. Da können sich die Politiker eine Scheibe abschneiden.
Leider hat die Politik noch nicht darauf reagiert, deswegen bitte ich Sie, lieber Facebook-Freund, dieses den Politikern, die Sie persönlich kennen, darauf aufmerksam zu machen und ihnen den unten stehenden Link zukommen zu lassen. Ich bin bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen.
Nicht jeder Politiker oder Bürger ist Abonnent bei Facebook, deshalb hier mein Kommentar von meiner Homepage:
Vielleicht lohnt es sich auch, dass sie sich diesen Text selbst noch einmal konzentriert durchlesen, denn den deutschen Bürgern werden von der Politik selten Alternativen vorgestellt. Hier finden Sie solche, die garantiert nicht im Wunschdenken verharren, sondern mit Gewissheit Probleme unserer Zeit aufgreifen – nicht nur die des Klimas, sondern auch die der fairen Entwicklungshilfe in Augenhöhe.
Folge 233 Der Vernunft eine Chance

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Energieoptimierung der Mobilität

Nach einem längeren Gespräch mit Hajo Neubert, einem Vorstandsmitglied der ‚Technischen-Literarischen Gesellschaft (TLI), habe ich die wichtigsten meiner Ideen zu dem obigen Thema zusammengefasst. Es ist selten, dass über den Energiebedarf eines Autos generell nachgedacht wurde, ist aber ein sehr bedeutender Umweltfaktor, über den selten nachgedacht wird.

Jean Pütz

Lieber Hajo,

wir haben soeben telefoniert. Vernunftbegabte Bürger müssen zusammenhalten. Meinst Du, dass wir mein großes Ziel unter dem Aspekt der physikalischen Energieoptimierung der Mobilität über die TELI posten können. Genau dafür habe ich seinerzeit die Idee der seriellen Hybridisierung der PKWs durchdacht. Damit bin ich vor 15 Jahren zu Ford Köln gegangen und dort nach monatelangen Diskussion abgeblitzt worden. Ich hatte dort einen Stein im Brett, weil ich dort als Mitorganisator des sogenannten ‚Henry-Ford-Conservation-Price‘ engagiert war. Aber das hat nichts genutzt.

Später hat dann die Technologie-Schmiede in Österreich, angeblich ohne meine Initiative zu kennen, diese Idee als Prototypen realisiert und alle Vorhersagen bestätigt: Gegenüber dem Elektro-Auto Typ Tesla mindestens 250 kg Gewichtsersparnis, weil es kein automatisches Getriebe und eine 1/5 so große Batterie benötigt. Der Lademotor verbraucht nur 40 kW Leistung und ist damit auch wesentlich leichter als diejenigen in  üblichen Verbrennungs-PKWs. 2 x 60 kW Elektromotoren, die der Beschleunigung und Fortbewegung dienen, fallen bei der Gesamtbilanz kaum ins Gewicht. Aber sie sichern beim Bremsen und Bergabfahren die Rückgewinnung der kinetischen Energie, die beim Beschleunigen weitgehend der Batterie entzogen wurde. Der Lademotor läuft immer im optimierten Wirkungsgradbereich. Wegen des geringen Gewichts erreicht dieses sogenannte Hyperhybrid ein Minimum an Verlust an Reibungsenergie durch den Widerstand der Reifen und damit auch weniger Feinstaub- und Mikroplastik-Entstehung. Empirisch 100% nachgewiesen: Das Mittelklasseauto benötigt nur 2 Liter auf 100 km und mit seinem 30-Liter-Tank erzielt das Hyperhybrid eine Reichweite von 1.500 km – mit Zwischenladung der Batterie an öffentlichen Elektro-Tanksäulen sogar noch viel mehr, denn die geringe Batteriekapazität reicht auf Grund des minimalen Energie-Verbrauchs für 60 bis 80 km, ohne dass der Lademotor anspringen muss. Das sind alles Fakten, die nicht widerlegt werden können. Mit regenerativem Methanol betrieben (wofür allerdings noch weltweit eine technische Infrastruktur beschafft werden muss), fährt das Hyperhybrid sogar CO2-neutral.

Warum ist diese Idee in den Schubläden der Automobil-Konstrukteure verschwunden? Sie würde der Elektromobilität zum entscheidenden Durchbruch für jedermann verhelfen, denn laut der glaubwürdigen Bekundungen von OBRIST, dem Hersteller von drei Prototypen dieser Art, ist dieses Auto in der Fabrikation und in den Preisen für die Rohstoffe nicht teurer als heutige Verbrenner-Autos – ohne die bisherigen Milliarden staatlicher Subventionen für das tonnenschwere Elektroauto Typ Tesla und Nachbeuten der deutschen Industrie, die damit aber auf keinen grünen Zweig kommen trotz 9.000 € Verkaufsprämie. Selbst in China geraten sie ins Hintertreffen.  Nur einer ist damit bisher reich geworden: Elon Musk dank seiner genialen PR. Auch die Politik ist auf ihn weingefallen, ebenso wie die herkömmliche Automobilindustrie, die allerdings durch unsinnige EU-Begrenzungsauflagen der Minimierung des sogenannten Flottenverbrauchs erst zur Akzeptanz dieses Elektroautos veranlasst wurde. Entscheidend dabei war, dass der Typ Tesla mit Null-Sprit-Verbrauch klein gerechnet wurde, was den Durchschnittsverbrauch so reduzierte, dass sie weiter ihre leistungsstarken Luxuskarossen verkaufen können. So etwas wurde und wird dann als Zukunft der Elektromobilität leider auch von der Presse hochgejubelt – sehr oberflächlich gedacht, nur weil hinten kein Abgas rauskommt. Der ökologische Dreck wurde in die Länder der 3. Welt verlagert, die die Rohstoffe für die tonnenschweren Batterien liefern.

Hier meine versprochenen Links von Facebook. Interessant sind auch die tausenden von Kommentare der Abonnenten und meine Antworten. Ein Diskussionsforum, welches seinesgleichen sucht:

Viele Grüße

Jean

Null-Emissions-Technologien begehrt – 11 Konzerne wollen sie einkaufen

Wenn Batterien zu Schaum werden

(HZDR) – Batterien effizient zu recyceln und die zurückgewonnenen Materialien wieder in die Produktion zu integrieren, stellt die Industrie immer noch vor ein scheinbar unlösbares Problem. Weltweit suchen Forscher*innen deswegen nach neuartigen Methoden. Eine von ihnen ist Anna Vanderbruggen. Die Doktorandin am Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie Freiberg (HIF) – einer Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) – konnte ein Konzept entwickeln, um Graphit aus verbrauchten Lithium-Ionen-Batterien zu recyceln. Am 7. November präsentiert sie ihren Ansatz im Finale des Zukunftswettbewerbs Falling Walls in Berlin.

Die Elektromobilität steigert die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien – und führt weltweit zu einem enormen Bedarf an kritischen Materialien, wie Nickel, Kobalt, Lithium und Graphit, die zum einen nicht unendlich auf unserer Erde vorkommen, und zum anderen häufig unter schlechten Bedingungen abgebaut werden. Daher ist die Entwicklung effizienter Recyclingtechnologien und die Integration der zurückgewonnenen Materialien in die Batteriezellenproduktion zwingend erforderlich. Ziel ist es, mit effizienten Ansätzen Materialkreisläufe zu schließen.

Ein für Lithium-Ionen-Batterien sehr relevantes, aber auch äußerst kritisches Material ist Graphit. Durch die Energiewende im Mobilitätsbereich wird Graphit eines der bestimmenden Materialien bei der Batterieproduktion in den nächsten Jahrzehnten bleiben. Natürliche Lagerstätten von Graphit, welche wirtschaftlich abgebaut werden können, sind jedoch selten. Darüber hinaus können Recyclingunternehmen derzeit Graphit nicht zurückgewinnen. Daher endet es während des Recyclingprozesses als Abfall oder wird als Reduktionsmittel verwendet. Anna Vanderbruggen hat sich dieser Herausforderung des Graphitrecyclings gestellt und ein Konzept zur „Rückgewinnung von Graphit aus verbrauchten Lithiumionenbatterien“ entwickelt, das auch Thema ihrer Doktorarbeit ist.

„Mein Ansatz nutzt die in der Rohstoffindustrie bewährte Methode der Schaumflotation, um Graphit zu recyceln. Die Schaumflotation ist ein etablierter und effizienter Prozess für die Trennung wertvoller Mineralien von taubem Gestein für Partikelgrößen von etwa 10 bis 200 Mikrometer. Der Prozess basiert auf der selektiven Hydrophobierung, also wasserabweisenden Eigenschaft, von Mineralen und der Anhaftung dieser Partikel an Gasblasen, welche anschließend über einen Schaum ausgetragen werden. Daher sind Oberflächen-, aber auch andere Partikeleigenschaften wie Größe und Morphologie, die wesentlichen Trennmerkmale für die Schaumflotation. Das Hinzufügen einer Schaumflotationsstufe ermöglicht die gemeinsame Rückgewinnung der Metalle und des Graphits“, erklärt Anna Vanderbruggen ihren Ansatz.

Genau solche zukunftsweisenden Ideen sind es, die bei dem jährlich stattfindenden Wettbewerb „Falling Walls“ gesucht werden. Der Wettbewerb, der sich an junge Erfinder*innen, Forscher*innen, Start-up-Unternehmer*innen und Studierende richtet, ist der Falling Walls Conference in Berlin angegliedert. Diese fand erstmalig 2009 zum Jahrestag des Mauerfalls statt und hat das Motto „Mauern einreißen und Grenzen überwinden: In den Köpfen, im Denken und im Handeln“. Anna Vanderbruggen setzte sich zunächst in der nationalen Ausscheidung des Falling Walls Labs durch und sicherte sich damit die Teilnahme am Finale in Berlin am 7. November. Dann muss die Französin die Jury mit ihrem 3-minütigen Kurzvortrag von ihrer Zukunftsidee des Batterie-Recyclings überzeugen, um „Breakthrough Winner of the Year in the Emerging Talents category of Falling Walls” zu werden. Die Gewinnerin bzw. der Gewinner erhält einen Geldpreis und darf ihren bzw. seinen Vortrag am 9. November noch einmal auf der Falling Walls Conference vor großem Publikum halten.

Die Falling Walls Conference wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Helmholtz Gemeinschaft sowie der Robert Bosch Stiftung gefördert. Zudem beteiligen sich eine Vielzahl wissenschaftlicher Einrichtungen und Stiftungen, darunter acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die Leibniz-Gemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Körber-Stiftung, die Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie der Europäische Forschungsrat.

Der Darm und sein Mikrobion immer wichtiger für die Gesundheit – Nachrichten aus dem Zoo

(Uni Kiel) – Umfangreiche Vergleichsstudie an der CAU zur Zusammensetzung der Bakterienbesiedlung von Zootieren liefert neue Erkenntnisse über den Verlust an mikrobieller Vielfalt im menschlichen Körper

Im Mittelpunkt der lebenswissenschaftlichen und medizinischen Forschung steht seit einigen Jahren die Frage, wie die in und auf einem Körper lebenden Mikroorganismen zentrale Lebensprozesse und damit Gesundheit und Krankheit ihres Wirtslebewesens beeinflussen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) konnten zahlreiche Belege sammeln, dass es Zusammenhänge zwischen der Gesamtheit der mikrobiellen Besiedlung des Körpers, dem sogenannten Mikrobiom, und der Entstehung von Krankheiten gibt. Speziell chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind eng mit der Zusammensetzung und Balance des Mikrobioms verknüpft. Gemeinsam mit zahlreichen anderen sogenannten Umwelterkrankungen hat ihre Häufigkeit in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Eine mögliche Ursache sehen Forschende im massiven Rückgang der mikrobiellen Artenvielfalt des menschlichen Mikrobioms. Dessen Verarmung geht vermutlich auf die radikale Änderung der Lebensbedingungen in der westlichen Gesellschaft zurück, die unter anderem von industriell hergestellten Lebensmitteln, umfassenden Hygienemaßnahmen, massiver Antibiotikanutzung und sozial isolierten Lebensweisen geprägt sind. Großes Potenzial sehen Forschende in künftigen Interventionen zur Wiederherstellung eines gesunden Mikrobioms. Wichtige Anhaltspunkte, um einen solchen gesunden Zustand zu definieren, liefern vergleichende Mikrobiomstudien – sowohl mit ursprünglich lebenden menschlichen Gesellschaften, als auch mit Tieren.

Forschende der CAU haben nun in einer umfangreichen Vergleichsanalyse im Rahmen des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“ insgesamt 368 Stuhlproben von 38 verschiedenen Tierarten von Wiederkäuern bis hin zu Primaten analysiert, um die Einflüsse der evolutionären Verwandtschaftsverhältnissen der verschiedenen Arten untereinander und der äußeren Lebensbedingungen auf die Zusammensetzung des Mikrobioms zu untersuchen. Das Probenmaterial sammelten sie in sieben deutschen Zoos und verglichen es sowohl untereinander als auch auch mit menschlichen Proben, indem sie darin enthaltenen Mikrobenarten per Genomsequenzierung bestimmten und so jeweils die verschiedenen Mikrobiomzusammensetzungen der diversen Tierarten charakterisieren konnten. Das Forschungsteam vom Institut für Klinische Molekularbiologie (IKMB) unter Leitung von Professor Andre Franke stellte fest, dass das Vorkommen bestimmter Bakterienarten zum Beispiel bei einigen Affenarten aber auch beim Menschen zurückgeht und ihr Mikrobiom offenbar insbesondere in Anpassung an Veränderungen ihrer Lebensbedingungen verarmt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden, die auch an der DFG-Forschungsgruppe miTarget beteiligt sind, kürzlich in der Fachzeitschrift BMC Microbiology.

Lebensweise beeinflusst das Mikrobiom bei Mensch und Tier
Die Zusammensetzung des Mikrobioms hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die Ernährung, Umwelteinflüsse oder die Verwandtschaftsbeziehungen der Wirtslebewesen untereinander. Um ihre Daten unter kontrollierten Bedingungen gewinnen zu können, sammelten die Kieler Forschenden Proben von in Gefangenschaft lebenden und nach einheitlichen Standards gefütterten Tieren, unter anderem in Zoos in Hamburg, Berlin und Neumünster. Für die Wissenschaft sind solche Kooperationen von hohem Wert, da sie einfach zugängliches Probenmaterial und damit wichtige Datenquellen für ein ganzes Spektrum von Forschungsfragen zur Verfügung stellen können. In der aktuellen Arbeit bildet das in den Zoos gesammelte Probenmaterial zum Beispiel die Grundlage einer neuartigen Biobank, die teilweise noch gänzlich unbekannte Mikrobenarten beinhaltet und daher von großem wissenschaftlichem Interesse ist. „Bei der Analyse der Mikrobiomdaten stellten wir zunächst fest, dass die Geografie keinen großen Einfluss auf die Bakterienbesiedlung des Darms zu haben scheint und die Zusammensetzung der Mikroorganismen weitgehend unabhängig vom Standort ist“, sagt Erstautorin Dr. Corinna Bang, Leiterin des Mikrobiomlabors am IKMB. „Die Phylogenie, also die evolutionären Verwandtschaftsverhältnisse von Lebewesen – und damit auch das eigene Erbgut – spielt dagegen grundsätzlich die wichtigste Rolle für die Mikrobiomkomposition. Je näher verschiedene Arten miteinander verwandt sind, desto ähnlicher ist auch ihr Mikrobiom, denn es hat sich über lange evolutionäre Zeiträume weitgehend parallel entwickelt“, so SFB 1182-Mitglied Bang weiter.

Unter gewissen Umständen kann es aber im Tierreich dazu kommen, dass dieser eigentlich bestimmende Faktor in den Hintergrund tritt und von den Auswirkungen spezieller Lebensbedingungen überlagert wird. Diesen Aspekt konnten die Forschenden des SFB 1182 nun beleuchten, als sie die Mikrobiomdaten bestimmter afrikanischer Affenarten mit jenen von Affen aus Südamerika verglichen. Obwohl sie relativ nah verwandt sind, weichen ihre Lebensweisen stark voneinander ab: Im Falle der afrikanischen Tiere leben sie in großen sozialen Verbänden am Boden, ihre südamerikanischen Verwandten leben, vor allem in Zoos, auf Bäumen in relativ isolierten Kleingruppen. Überraschenderweise spiegelten sich ihre gegensätzlichen Lebensweisen auch in deutlichen Unterschieden in der Zusammensetzung ihres jeweiligen Mikrobioms wider: „Die Unterschiede in der Lebensweise überlagern hier also den Einfluss der relativ engen Verwandtschaft. Konkret bedeutet dies, dass es bei den südamerikanischen Affen zu einem deutlichen Rückgang charakteristischer einzelner Bakterienarten im Vergleich mit den afrikanischen Tieren kommt. Wir vermuten, dass diese Verarmung ihres Mikrobioms mit ihrer vergleichsweise kontaktarmen Lebensweise zusammenhängt“, so Bang weiter.

In diesem Aspekt sehen die Kieler Forschenden eine wichtige Parallele zur Entwicklung des menschlichen Mikrobioms. „Der Verlust bestimmter Bakterienarten des Mikrobioms – insbesondere Spirochaeta und Prevotella, die bei der Verdauung ballaststoffreicher, pflanzlicher Nahrungsbestandteile helfen – ist nicht nur bei den südamerikanischen Affen, sondern auch beim Menschen zu beobachten. Diese übereinstimmenden Muster untermauern die Annahme, dass die Verarmung des Mikrobioms mit den schnell geänderten menschlichen Lebensbedingungen zusammenhängen könnte“, betont Dr. Louise Thingholm, Bioinformatikerin am IKMB.

Gesundes Mikrobiom fördern
Der Übergang zur industriell und urban geprägten Lebensweise in der westlichen Welt hat in den vergangenen Jahrzehnten aus evolutionärer Sicht in sehr kurzer Zeit stattgefunden. Eine Hypothese der Forschenden ist daher, dass sich die menschlichen Mikrobengemeinschaften -nachdem sie sich wie im Tierreich über Jahrtausende nur wenig veränderten – an das abrupte Aufkommen des westlichen Lebensstils nicht mehr anpassen konnten. So sei der drastische Rückgang der mikrobiellen Vielfalt mit seinen zahlreichen gesundheitlichen Folgen zu erklären. „Eine fundamentale Aufgabe für die künftige Mikrobiomforschung wird es daher sein, genau zu definieren, welche Bestandteile der ursprünglichen Bakterienbesiedlung des Körpers wiederhergestellt werden müssen, um bestimmte Mikrobiom-assoziierte Krankheiten zu lindern oder zu vermeiden“, fasst miTarget-Sprecher Franke zusammen, der auch ein Teilprojekt im SFB 1182 leitet. „Dies könnte künftig einerseits durch gezielte Eingriffe in das Mikrobiom auf therapeutischem Wege geschehen. Ebenso wichtig wird es aber sein, eine präventive Lebensweise zu fördern, die wieder mehr mikrobielle Diversität zulässt“, so Franke weiter. Bei der Identifizierung von therapeutischen Zielen im Mikrobiom steht die Forschung trotz vielversprechender Perspektiven zurzeit noch am Anfang. Eine Mikrobiom-freundliche Lebensweise hingegen lässt sich bereits heute realisieren und besteht im Wesentlichen darin, die aus mikrobiologischer Sicht problematischen Aspekte des westlichen Lebensstils zumindest abzumildern und in vielfältiger Weise wieder mehr Kontakte mit Mikroorganismen zuzulassen.