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Schizophrenie-Gen beeinflusst Kreativität

Mutation fördert entweder Kunstsinn oder Geisteskrankheit

Kreativität und Psychosen stehen in engem Zusammenhang (Foto: aboutpixel.de)
 
Budapest (pte/17.07.2009/10:00) – Das Stereotyp des gequälten Künstlers ist weit verbreitet. Salvador Dali oder Sylvia Plath werden in diesem Zusammenhang aufgrund ihrer Erkrankungen immer wieder genannt. Die Wissenschaft scheint jetzt eine Erklärung für dieses Phänomen gefunden zu haben. Eine genetische Mutation, die mit Psychosen und Schizophrenie in Verbindung steht, beeinflusst auch die Kreativität. Die Forschungsergebnisse der Semmelweis Universität http://www.sote.hu/deutsch könnten erklären, warum Mutationen, die das Risiko, an einer Geisteskrankheit wie Schizophrenie oder einer bipolaren Störung zu leiden, erhöhen, in der menschlichen Evolution erhalten oder sogar bevorzugt wurden. Details der Studie wurden in Psychological Science veröffentlicht.

Szabolcs Kéri untersuchte mit Neuregulin 1 ein Gen, das an der Gehirnentwicklung beteiligt ist. Frühere Studien haben es mit einem leicht erhöhten Schizophrenie-Risiko in Verbindung gebracht. Zwischen einer einzelnen DNA-Buchstaben-Mutation, die beeinflusst, wie viel des Neuregulin-1-Proteins im Gehirn gebildet wird und Psychosen, schlechtem Erinnerungsvermögen und der Empfindlichkeit gegenüber Kritik besteht anscheinend ein Zusammenhang. Rund 50 Prozent der gesunden Europäer verfügen über eine Kopie dieser Mutation, 15 Prozent haben zwei.

Um festzustellen, wie diese Variationen die Kreativität beeinflussen, untersuchte Kéri das Erbgut von 200 Erwachsenen, die auf ein Inserat geantwortet hatten. Gesucht wurden kreative Freiwillige mit einer entsprechenden Ausbildung. Die Teilnehmer mussten zwei Tests zu kreativem Denken absolvieren und ein objektiv messbares Ergebnis ihrer Fähigkeiten, wie das Einbringen eines Patents oder das Schreiben eines Buches, liefern. Menschen mit zwei Kopien der Mutation, rund zwölf Prozent der Freiwilligen, schnitten tendenziell deutlich besser als jene mit einer oder gar keiner. Jene mit einer Kopie schienen allgemein kreativer zu sein als jene ohne. Insgesamt erklärte die Mutation laut Kéri zwischen drei und acht Prozent der Unterschiede in der Kreativität.

Wie genau Neuregulin 1 die Kreativität beeinflusst, ist derzeit nicht bekannt. Teilnehmer mit zwei Kopien neigten eher zu schizoiden Charakterzügen wie Paranoia, eigenwilligem Sprechverhalten und unangebrachten Gefühlsäußerungen. Die Verbindung der Mutation mit Geisteskrankheiten scheint daher die Verbindung mit der Kreativität nicht ausreichend zu erklären. Kéri nimmt an, dass die Mutation eine Region des Gehirns dämpft und zwar jene, die Stimmungen und Verhalten unter Kontrolle hält, also den präfrontalen Kortex. Diese Veränderung setzt bei manchen ein kreatives Potenzial frei, bei anderen jedoch psychotische Wahnvorstellungen.

Intelligenz könnte ein Faktor sein, der bestimmt, ob die Mutation die Kreativität fördert oder zum Entstehen einer Psychose beiträgt. Die Studienteilnehmer waren tendenziell überdurchschnittlich intelligent. Im Gegensatz dazu ergab eine frühere Studie laut New Scientist, dass in Familien mit vielen Schizophrenie-Patienten die gleiche Mutation mit einer geringeren Intelligenz und psychotischen Symptomen einherging. Kéris eigene klinische Erfahrungen gehen dahin, dass psychotische Menschen mit einem höheren Intelligenzquotienten über mehr intellektuelle Kapazitäten im Umgang mit diesen Erfahrungen verfügen. Es sei nicht ausreichend, diese Erfahrungen zu haben, sie müssten auch kommuniziert werden.

 

Leicht verdauliche Games machen glücklich

Leicht verdauliche Games machen glücklich
Spieler werden entspannter und freundlicher
 

Columbus (pte026/07.06.2011/13:40) – Ob die positiven oder negativen Effekte von Videogames auf ihre Spieler überwiegen, ist nach wie vor umstritten. Gerade im Fall gewaltreicher Ego-Shooter bestimmen häufig Vorurteile und bloße Vermutungen die anhaltende Debatte. Uneinigkeit besteht etwa darin, ob die Titel tatsächlich für mehr Aggression und Gewaltbereitschaft sorgen oder nicht. Bei vergleichsweise harmlosen Games zeigen sich hingegen positive Folgen, wie die School of Communication an der Ohio State University (OSU) http://www.comm.ohio-state.edu feststellt. Sie vermitteln Glücksgefühle und machen ihre Anwender ausgeglichener.

Gute Stimmung

"Die Spieler haben die Wahl", hält OSU-Professor Brad Bushman fest. Obgleich gewaltreiche Games aggressiver machen oder nicht – es gibt auch eine andere Realität. Leicht verdauliche Spiele können ihre Anwender glücklicher und freundlicher machen. Sie haben offenbar einen Entspannungseffekt. Der Großteil an Games, der aus den weltweiten Softwareschmieden kommt, wühlt ihre User allerdings vielmehr auf als sie zu beruhigen. Im direkten Vergleich zwischen entspannenden, neutralen sowie gewaltreichen Anwendungen zeigten erstere deutlich positivere Auswirkungen.

In zwei voneinander unabhängigen Studien haben die Experten an der OSU festgestellt, dass Videospiele mit Entspannungsfaktor Menschen in eine "gute Stimmung" versetzen können und das soziale Verhalten fördern. Ihre Gefühle beschreiben die Gamer dabei etwa mit Glück, Freude und ähnlichen positiven Emotionen. Diese überwiegen im Vergleich mit Spielern gewaltreicher Titel. Das bessere Sozialverhalten anderen gegenüber ist Folge der guten Stimmung, urteilen die Wissenschaftler. Neutralere und harmlosere Videospiele bewerten die User dabei als ebenso unterhaltsam und amüsant wie gewaltreiche Games.

CO2 heizt Atmosphäre über Jahrhunderte

CO2 heizt Atmosphäre über Jahrhunderte
Vorindustrielle Ausstöße verantworten neun Prozent des Klimawandels
 
Fabriksschlote: Abgase sind Erbe künftiger Generationen (Foto: Flickr/Gordon)

Hamburg (pte004/09.07.2012/06:15) – Treibhausgase haben eine sehr langfristige Wirkung auf die Atmosphäre. Ein Teil des heutigen Klimawandels geht auf Emissionen zurück, die der Mensch schon vor Jahrhunderten ausgelöst hat. Das behaupten Forscher vom Max-Planck-Institut für Meteorologie http://mpimet.mpg.de und der Carnegie Institution for Science http://carnegiescience.edu in der Fachzeitschrift "Environmental Research Letters". Ihre Ergebnisse verdeutlichen, dass auch heutige Emissionen das Klima bis weit in die Zukunft verändern werden.

Entwaldung mit Folgen

Die Wissenschaftler um Julia Pongratz nahmen bisherige Forschung zur Landnutzung der Jahre 850 bis 1850 unter die Lupe. In dieser Zeit verfünffachte sich die Erdbevölkerung auf schlussendlich eine Mrd. Menschen, wobei die Entwicklung in China und Indien alleine die Hälfte des Wachstums ausmacht. "20 bis 40 Prozent der CO2-Emissionen in der Geschichte dieser beiden Länder gehen auf die Zeit vor der industriellen Revolution zurück", sagt die Studienleiterin im pressetext-Interview.

Ins Gewicht fällt besonders die Veränderung der Landnutzung. "Der an Kohlenstoff reiche Wald wurde teils zur Flächengewinnung verbrannt, teils abgeholzt. CO2 kam dabei entweder im Laufe der Jahrzehnte durch die Verrottung frei oder im Falle einer Nutzung etwa als Bauholz erst über Jahrhunderte", erklärt die Forscherin. Das Ergebnis der Einspeisung der Landnutzungsdaten in Klimamodelle: Neun Prozent der globalen Temperaturerhöhung um 0,5 bis ein Grad Celsius seit 1850 geht auf CO2-Emissionen der Zeit davor zurück.

Politisch brisant

Relevant könnten derartige Ergebnisse für politische Diskussionen sein, etwa zur Verteilung der CO2-Reduktionen. Berücksichtigt man nämlich auch Emissionen vor 1850, verschiebt sich der Beitrag zum Klimawandel von den Industriestaaten hin zu den weniger entwickelten Ländern um zwei bis drei Prozent, sagen die Forscher. Fraglich ist allerdings, inwiefern man Nationen für ihre Emissionen verantwortlich machen und heutige Generationen für ihre Vorgeschichte belangen kann, wo die schädliche Wirkung doch früher unbekannt war.

Forschung wird zum Schlüssel für die Energiewende

KIT-Präsident: Forschung wird zum Schlüssel für die Energiewende

Frankfurt – Bei der Energiewende ist es nicht allein mit dem Abschalten von Kernkraftwerken und dem Bau von Windgeneratoren getan. Der Au fbau eines nachhaltigen Energiesystems für Deutschland braucht nach Ansicht des Präsidenten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Prof. Eberhard Umbach, vielmehr Veränderungen der gesamten Gesellschaft. Beim FIAS-Forum des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) sagte der renommierte Physiker am Mittwoch in Frankfurt: "Die gesellschaftlichen, sozialen, politischen und ökonomischen Aspekte der Energiewende sind bei weitem noch nicht in dem Maße erforscht wie erforderlich." Entscheidend für einen Erfolg, eine Verminderung der Treibhausgase um 80 Prozent bis zum Jahr 2050, seien Energieeinsparung, Effizienzgewinne und Ressourceneinsparungen, bei denen Kunden und Verbrauchern eine wichtige Rolle zukomme. Durch sozioökonomische Forschung müssten die Möglichkeiten geklärt werden, die Schnittstelle Energiesystem-Mensch zu optimieren. Dies sei die größte Herausforderung bei der Energiewende.

Neb en der gesellschafts- und sozialwissenschaftlichen Forschung, so der Wissenschaftler, müsse aber für einen Erfolg der Energiewende auch noch sehr viel technische Forschungs- und Entwicklungsarbeit geleistet werden. Als Beispiele nannte er die fehlenden Energiespeicher und Energienetze. Vor allem aber forderte er sehr viel Flexibilität bei der Planung und Offenheit für jegliche Art der Optimierung. "Auch auf den ersten Blick verrückt erscheinende Ansätze sollten wir ausprobieren dürfen, also echte Grundlagenforschung betreiben, nicht nur anwendungsgetriebene Zweckforschung", sagte Prof. Umbach. Angesichts der zahlreichen großen Herausforderungen der Menschheit, von der Überbevölkerung bis zum Klima- und Umweltschutz, sieht der KIT-Präsident die sichere und bezahlbare Energieversorgung als Schlüssel: "Denn ausreichende Nahrungsversorgung, sauberes Wasser und Gesundheit sind ohne eine sichere und bezahlbare Energieversorgung nicht zu bekommen – und ohne diese ist keine politische Stabilität zu erreichen."

Beim FIAS-Forum sprechen im Abstand von wenigen Wochen herausragende Wissenschaftler aus Deutschland und dem Ausland über aktuelle Themen der Zeit und die Möglichkeiten, die Forschung zu ihrer Lösung beitragen kann. Am 5. Juli 2012 etwa spricht der Frankfurter Physiker Prof. Walter Greiner über Chancen und Risiken der Antimaterie.

Das Frankfurt Institute for Advanced Studies führt in der Science-City Frankfurt-Riedberg als "Denkfabrik" engagierte Forscher aus Physik, Medizin, Biologie, Chemie, Neuro- und Computerwissenschaften zusammen. Sie arbeiten daran, durch Vernetzung der Disziplinen die Vielfalt der experimentellen Ergebnisse theoretisch zu verstehen. Über 160 Wissenschaftler/innen und Doktoranten/innen aus mehr als 25 Ländern sind am FIAS tätig. Sie versuchen, Strukturen zu identifiz ieren, suchen nach Regeln und Gesetzmäßigkeiten, erstellen Modelle und verifizieren sie durch Simulation am Computer.

Folgeerkrankungen bei Diabetes und Rauchen

Ärzte fordern: Rauchen aufgeben, mehr Bewegung und ausgewogene Ernährung

Bochum/Stuttgart/Heilbronn (pte/12.10.2006/16:00) – Laut einer
aktuellen Studie der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG)
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de schädigt das Rauchen bei
Menschen mit Zuckerkrankheiten wie Diabetes nicht nur die kleinen
Blutgefäße, sondern kann dadurch auch Erkrankungen an Augen und Nieren
verursachen und weiter beschleunigen. Späterkrankungen wie Diabetes
mellitus, Sammelbegriff für unterschiedliche, heterogene Störungen des
Stoffwechsels mit einer Überzuckerung des Blutes, werden durch das
Rauchen erheblich in ihrem Krankheitsverlauf angetrieben. Petra Busch,
Diabetologin in der Medizinischen Klinik II der SLK Kliniken Heilbronn
http://www.slk-kliniken.de, sowie andere Wissenschaftler werteten für
die Studie knapp 12.000 Menschen mit Diabetes Typ 1 mellitus von
Krankenakten aus 182 Behandlungszentren aus.

Im Gespräch mit pressetext weist Petra Busch darauf hin, dass von den
knapp 12.000 beobachteten Patienten mit Diabetes Typ 1 nur rund 5.900
persönliche Angaben machten. Von dieser Zahl, so Busch, waren über
3.500 Personen Raucher, die mehr als eine Schachtel am Tag konsumieren.
Die Studie bestätigt die strittig diskutierte Frage vieler
Wissenschaftler, dass Diabetiker, die zur Zigarette greifen, einem
2,4-fach häufigeren Risiko ausgesetzt sind, eine Retinopathie, eine
durch Diabetes mellitus verursachte Netzhauterkrankung, zu bekommen.
Außerdem zeigte die Analyse, dass eine vermehrte Eiweißausscheidung im
Urin als wichtiger Indikator für schwere Nierenschäden unter den
rauchenden Diabetikern sogar um den Faktor 5,9 häufiger festgestellt
werden konnte. Hierbei liegt die Vermutung nahe, dass dies teilweise an
der schlechteren Blutzuckereinstellung bei Rauchern mit Diabetes liegt.
Die Studie stützt diese Annahme insofern, als das sie zeigt, dass deren
HbA1c-Wert im Blut, das heißt Glycohämoglobin (GHb) als eine Form des
roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), an den Glukose gebunden hat,
gegenüber Diabetikern, die nicht rauchten, erheblich angestiegen war.
Hinzu kommt, dass Raucher häufiger erhöhte Cholesterinwerte aufwiesen.

Die Forderung der Fachärzte wie von Busch und anderen Wissenschaftlern
richtet sich somit an alle Diabetiker, nicht nur das Rauchen
aufzugeben, sondern auch mit ausreichender Bewegung und ausgewogener
Ernährung gesünder zu leben. Die vorgestellte Studie bietet dabei eine
wesentliche Argumentationsgrundlage und verleiht bisherigen Annahmen
und Vermutungen neue Beweiskraft. Denn die durch das Rauchen generell
verursachten Folgeerkrankungen, wie Gefäßverkalkung (Atherosklerose) in
den großen Blutgefäßen und bei Diabetikern die so genannte
Makroangiopathie, führen im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt,
Schlaganfall oder Raucherbein. Auch eine Schädigung der kleinsten
Blutgefäße, die so genannte Mikroangiopathie ist als Folgeerkrankung
nicht auszuschließen. Diabetiker, die gleichzeitig auch Raucher sind,
riskieren daher Durchblutungsstörungen in Auge (Retinopathie) und Niere
(Nephropathie), was seinerseits zu Erblindung und Nierenversagen führen
kann. Buschs Forderung richtet sich jedoch nicht nur an Patienten
selbst, sondern auch an behandelnde Ärzte, solche Patienten auf ihr
zusätzliches Risiko hinzuweisen.

Heroin und Methadon können Alzheimer fördern

Drogenabhängige Jugendliche haben Alzheimer-Gehirne

Edinburgh (pte/23.06.2005/10:10) – Die Gehirne von jungen
Drogenabhängigen weisen Schäden auf, die normalerweise nur bei viel
älteren Personen oder bei Alzheimerpatienten im frühen Stadium
auftreten. Zudem haben süchtige Jugendliche ein dreifach höheres Risiko
einen Hirnschaden zu bekommen als cleane Teens. Das geben die Forscher
der University of Edinburgh http://www.ed.ac.uk/ auf der Homepage von
Neuropathology and Applied Neurobiology http://www.nan.org.uk/ bekannt.

"Unsere Untersuchung zeigt, dass es einen direkten Zusammenhang
zwischen der Höhe des Gehirnschadens und dem Konsum von harten Drogen –
wie Heroin oder Methadon – gibt", erklärte Studienleiterin Jeanne Bell.
Das Forscherteam untersuchte posthum die Gehirne von 34 Drogentoten im
Alter von 17 bis 26 Jahren, die sich regelmäßig intravenös Drogen
gespritzt hatten. Diese verglichen sie mit den Gehirnen von 16 cleanen
Jugendlichen. Dabei konnten sie feststellen, dass wichtige Nervenzellen
in jenen Schlüsselregionen des Gehirns beschädigt waren, die für das
Gedächtnis, das Lernen, die Erinnerungsfähigkeit und das Wohlbefinden
zuständig sind.

Zudem konnten in den Gehirnen zwei Proteine ermittelt werden, die eine
Schlüsselfunktion bei der Bildung von Gehirnschäden haben. Das
Tau-Protein und das Amyloid-Percursor-Protein führen schwerwiegende
Schädigungen von Nervenzellen herbei. "In einer vorangegangenen Studie
konnten wir feststellen, dass der Drogenmissbrauch eine leichte
Entzündung des Gehirns hervorruft. Zusammen mit den neuen Erkenntnissen
können wir nun davon ausgehen, dass der intravenöse Drogenkonsum ein
frühzeitiges Altern des Gehirns auslöst", resümierte Bell.

Quantenpunkt-Spektrometer en miniature

Quantenpunkt-Spektrometer passt jetzt ins Handy

Minigerät ermöglicht schnelle Analyse von Gewebe- und Urinproben

QD-Spektrometer: Illustration des Druckprozesses (Foto: MIT/Mary O'Reilly)
QD-Spektrometer: Illustration des Druckprozesses (Foto: MIT/Mary O’Reilly)

Cambridge (pte002/03.07.2015/06:05) –

Forscher haben ein Spektrometer entwickelt, das so klein ist, dass es in
eine Handy-Kamera passt. Mithilfe der Quantenpunkt(QD)-Technologie ist
es ihnen gelungen, ein winziges Gerät zu erschaffen, mit dem Krankheiten
diagnostiziert werden können, vor allem Hauterkrankungen. Die Forscher
Jie Bao und Moungi Bawendi stammen vom MIT http://web.mit.edu .

Spektrometer sind normalerweise große Geräte, die die
Eigenschaft des Lichts messen und in physikalischer, chemischer und
biologischer Forschung eingesetzt werden. Anwendungsgebiete sind das
Studieren atomarer Prozesse und Energielevels oder die Analyse von
Gewebeproben. Optische Instrumente wie Beugungsgitter nehmen viel Platz
in den Geräten ein. Um Miniaturspektrometer zu entwickeln, mussten die
optischen Elemente ersetzt werden.

Filterfähigkeit der Quantenpunkte ausgenutzt

Bao und Bawendi griffen zu Quantenpunkten, einer Art
von Nanokristallen, die durch unterschiedliche Mischverhältnisse der
Grundkomponenten verschiedene elektrische Eigenschaften annehmen. Diese
Unterschiede werden als Bandlücke bezeichnet, die bestimmt, welche
Wellenlängen des Lichts jeder Punkt absorbiert. Quantenpunkte werden
bereits in der Kennzeichnung von Zellen und in neuen Typen von
TV-Bildschirmen eingesetzt, die lediglich die Fluoreszenz der
Quantenpunkte ausnutzen.

Das Miniaturspektrometer nutzt hingegen die
Filterfähigkeit der Quantenpunkte aus. Diese werden als dünner Film
gedruckt und auf einem Lichtsensor angebracht, wie zum Beispiel einem
ladungsgekoppelten Bauelement, das in Handy-Kameras eingesetzt wird. Mit
einem Algorithmus wird die Anzahl der Photonen, die von jedem Filter
absorbiert werden, berechnet, wodurch die Intensität und Wellenlänge der
ursprünglichen Lichtstrahlen berechnet werden können.

Viele Einsatzmöglichkeiten für winziges Gerät

"Die zentrale Komponente solcher Spektrometer – die
Quantenpunkten-Filterreihe – wird durch lösungsbasierte Verarbeitung und
Druck hergestellt, wodurch eine signifikante potenzielle
Kostenreduktion ermöglicht wird", freut sich Bao. Durch diese
kostengünstige Anwendung könnten die Spektrometer in kleinen
Handheld-Geräten Hautveränderungen oder Urinproben analysieren. Sie
könnten auch die Belastung der Haut durch verschiedene Frequenzen des
ultravioletten Lichts messen, die sich stark in ihrer Schädigungskraft
der Haut unterscheiden.

"Bawendi und Bao haben einen sehr schönen Weg gezeigt,
wie man die kontrollierte optische Absorption von
Halbleiter-Quantenpunkten für Miniaturspektrometer ausnutzen kann. Sie
demonstrieren ein Spektrometer, das nicht nur klein ist, sondern auch
einen hohen Durchsatz und eine hohe spektrale Auflösung hat, was noch
nie zuvor geschafft wurde", lobt der nicht an der Studie beteiligte
Physikprofessor Feng Wang von der University of California at Berkeley http://berkeley.edu .

Adulte Stammzellen universal

Adulte Stammzellen sind ebenso multiplikationsfähig wie embryonale Stammzellen

Pittsburgh (pte/24.06.2005/10:45) – Ein Durchbruch in der
Stammzellenforschung ist den Forschern des Children’s Hospital
Pittsburgh http://www.chp.edu gelungen: Sie haben entdeckt, dass adulte
oder postnatale Stammzellen dieselbe Fähigkeit zur Multiplikation wie
embryonale Stammzellen haben. Das ist ein bisher unbekanntes
Charakteristikum welches bedeutet, dass post natalen Stammzellen eine
entscheidende Rolle bei der Entwicklung von neuen Therapieansätzen
zukommt. Die Entdeckung könnte die ethische Diskussion um die
Verwendung von embryonalen Stammzellen zum Verstummen bringen. Die
Ergebnisse der Studie werden in der kommenden Ausgabe von Molecular
Biology of the Cell http://www.molbiolcell.org/ veröffentlicht.

Im Gegensatz zu embryonalen Stammzellen, wurde der Bedeutung von
adulten Stammzellen in der Debatte um den therapeutischen Einsatz von
Stammzellen wenig Gewicht beigemessen. Bisher hat man angenommen, dass
embryonale Stammzellen sich besser vervielfältigen können als adulte
Stammzellen. "In der Forschung ging man davon aus, dass post natale
Stammzellen schneller altern und viel früher sterben als embryonale
Stammzellen. Doch unsere Forschungsergebnisse beweisen, dass dies nicht
der Fall ist", erklärte Studienleiter Johnny Huard.

"Die ganze Welt verfolgt gespannt die Entwicklungen auf dem Gebiet der
Stammzellenforschung, in der Hoffnung, dass damit von Diabetes bis
Parkinson alles heilbar wird", so der Experte. Da es jedoch auch eine
Vielzahl ethischer Bedenken im Umgang mit den embryonalen Stammzellen
gibt, kommt es immer wieder zu aufflammenden Diskussionen. Diese
Bedenken könnten durch die Verwendung von adulten Stammzellen
ausgeräumt werden, erklärte Huard.

Olivenöl mit ungeahnten Eigenschaften

Extra-Natives-Öl wirkt wie Ibuprofen – Chance als Krebsmittel

Philadelphia/Wien (pte/01.09.2005/15:49) – Gute Nachrichten für
Olivenöl-Liebhaber haben Forscher der University of the Sciences in
Philadelphia: Sie haben im Bestandteil Oleocanthal einen Wirkstoff
gegen Schmerzen gefunden, der ähnlich wirkt wie Ibuprofen. Bereits 50
Gramm öl pro Tag reichen aus, um gegen Schmerzen zu wirken, berichten
die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature http://www.nature.com.

"Die Dosis wird zwar nicht ausreichen, um Kopfschmerzen wegzubringen,
dennoch entstehen daraus einige langfristige Vorteile", so Paul Breslin
vom Monell Chemical Senses Center an der Universität von Philadelphia,
der den Effekt entdeckt hat. Oleocanthal ist zwar mit Ibuprofen in
keiner Weise strukturverwandt, allerdings wirken beide Stoffe auf die
Schmerzwege, dem so genannten Prostaglandin-System. Darüber hinaus
haben Forscher auch festgestellt, dass Olivenöl sogar als Krebsvorsorge
herhalten kann.

Breslin hat allerdings festgestellt, dass nicht jedes Olivenöl gleich
viel Oleocanthal enthält: "Die meisten Supermarkt-Olivenöle haben
relativ wenig davon", so der Forscher. Ausnahmen bilden die so
genannten "Extra-Vergine-Typen" – das sind jene Öle, die in der EU
"Nativ-Extra" bezeichnet werden. "Dabei handelt es sich um die höchste
Qualitätsstufe", erklärt Dieter G. Oberg von der
Informationsgemeinschaft Olivenöl http://www.olivenoel-info.net und dem
deutschen Olivenölpanel gegenüber pressetext. Insgesamt werden in
Europa vier Olivenöl-Güteklassen voneinander unterschieden:
"Natives-Olivenöl-extra" und "Natives Olivenöl" werden direkt aus
Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren gewonnen. "Olivenöl"
bestehend aus raffiniertem Olivenöl und nativem Olivenöl. "Entspricht
das gepresste Olivenöl nicht den Anforderungen für native Olivenöle,
wird es raffiniert – wie die meisten Pflanzenöle – und wieder mit
würzigem Olivenöl vermischt", so der Fachmann. "Aus dem Restöl des
gepressten Olivenbreis wird in einem völlig anderen
Herstellungsverfahren Oliventresteröl hergestellt, das auch als solches
auf dem Etikett bezeichnet werden muss."

"Native Olivenöle kommen quasi vom Baum in die Flasche: nach der Ernte
werden sie zermahlen, gepresst, zentrifugiert und gefiltert", erklärt
Oberg. "Die nativen, kaltgepressten Öle werden seit langem auch in der
Ernährungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin TCM verwendet",
führt Andreas Bayer, Rektor der Wiener TCM-Privatuniversität
http://www.tcm-university.edu aus. Die Ernährungslehre sieht in den
Ölen einen Stimmungsbeleber, der auf Herz, Lunge, Wirbelsäule und Blase
wirkt. "Olivenöl stärkt das Qi und das Blut", erklärt Bayer im
pressetext-Interview. Bayer verweist auch darauf, dass das Olivenöl
entzündungshemmend wirkt und sich positiv auf das Herz auswirkt. Auch
in der ayurvedischen Medizin kennt man Anwendungen mit Olivenöl.

Gesetz zur Regelung von CO2

Der BDG Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e.V. begrüßt das Vorhaben der Bundesregierung, der Nutzung unterirdischer geologischer Speicher zur dauerhaften Speicherung von Kohledioxid eine gesetzliche Grundlage zu geben. So ist Klarheit über Verfahren, Zuständigkeiten und Genehmigungen zu erlangen, wenn das Ziel, durch die CO2-Speicherung zur Klimaschonung beizutragen, erreicht werden soll. Nach Ansicht des BDG bietet die CO2-Speicherung in unterirdische geologische Speicher die Chance, dass die Bundesrepublik Deutschland ihrer globalen Verantwortung für die Klimaschonung nachkommt, ohne das Gebot der CO2-Vermeidung zu vernachlässigen. Dieses Gesetzesvorhaben bietet darüber hinaus die Chance, auf diesem zukunftsträchtigen Gebiet einen Know-how-Vorsprung zu erzielen.

In diesem Zusammenhang hält der BDG es für wichtig, den geologischen Sachverstand der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe – wie vorgesehen – einzubinden. Leider wurde auch die BGR seit Jahren nicht von einer Personalreduzierung verschont. Wenn ihr jetzt neue oder zusätzliche Aufgaben z. B. im Rahmen der CO2-Speicherung übertragen werden, so muß sie finanziell und personell in die Lage versetzt werden, diesen Aufgaben in der erforderlichen Qualität nachkommen zu können.

Das Gesetz stellt die Benennung der zuständigen Behörden der Länder in die Entscheidungskompetenz der Bundesländer, was voraussetzt, dass das geologische Fachwissen der Landesbehörden für die Erfüllung der im Gesetz vorgesehenen Aufgaben auch zur Verfügung steht. Häufig jedoch existieren Staatliche Geologische Dienste als eigene Fachbehörde nicht mehr, sondern sind – vollständig oder teilweise – in andere Behörden integriert, so dass der geologische Sachverstand und geowissenschaftliche Daten nicht mehr an einem Ort konzentriert vorhanden sind. Der BDG fordert daher die Länder auf, der Zersplitterung geowissenschaftlichen Sachverstandes entschieden entgegenzuwirken Darüber hinaus sind bundesweite Standards zur Behandlung geologischer Daten in den Landesbehörden erforderlich. Der Informationsfluss zwischen BGR und Länderdiensten ist sicherzustellen.

Um Konflikte mit der Nutzung der Geothermie zu vermeiden, sollte nach Auffassung des BDG auch die geothermische Nutzung des Untergrundes auf eine gesetzliche Basis gestellt werden. Die Geothermie kann einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung des Verbrauches fossiler Energieträger und damit zur Schonung des Klimas beisteuern und kommt weitgehend ohne CO2-Emissionen aus. Bei ihrer Nutzung ist größter Wert auf ein klares behördliches Genehmigungsverfahren und die Einbindung geologischen Sachverstandes zu legen. Auch dies setzt eine Stärkung der Staatlichen Geologischen Dienste voraus.