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Ebay wird zum Warenhaus

Internet-Flohmarkt steigt gezielt in Neuwarenhandel ein

Berlin (pte/07.09.2005/12:51) – Das Internet-Auktionshaus Ebay
http://www.ebay.de wird künftig den Verkauf von Neuwaren fördern und
sich zu einer Art Shoppingmall erweitern. Für klassische Versandhäuser
bedeutet die Entwicklung von Ebay neue Konkurrenz, da sie einen
Wettbewerbsvorteil verlieren werden. In den kommenden Monaten will der
Internet-Flohmarkt für das Weihnachtsgeschäft Werbung für die neuen
Kaufoptionen machen und den Käufern von Neuware den Vorteil bringen,
Verbraucherrechte einfacher nutzen zu können, berichtet die Financial
Times Deutschland. Der neue Service soll in der letzten Septemberwoche
in Deutschland, Österreich und der Schweiz online gehen.

Mit der Neuorientierung von Ebay wächst auch der Druck auf herkömmliche
Versandhändler wie Quelle, Otto oder Amazon. Auch diese Konzerne bieten
ihre Waren im Internet an, liegen aber im Wachstum hinter Ebay zurück.
Die Internet-Tauschbörse liegt im dritten Quartal mit 39 Prozent
Zuwachs gegenüber dem Vorjahr weit über dem Marktdurchschnitt. "Wir
haben auf die Nachfrage unserer Kunden reagiert. Künftig kann der
Käufer klar getrennt nach gewerblichen Neuwaren-Anbietern suchen", so
PR-Mitarbeiterin Katja Harzbecker von Ebay Deutschland im Gespräch mit
pressetext. Bisher gab es bereits die Kategorie "Sofort und Neu" unter
der die User Neuwaren beziehen konnten, jedoch konnte nicht direkt nach
gewerblichen Händlern gesucht werden. Am meisten Umsatz wird mit den
bei Ebay allgemein stärksten Gruppen von "Motors", "Teile",
"Unterhaltungselektronik und Computer" und "Kleidung und Accessoires"
erwartet. Vor allem im Bereich der Unterhaltungselektronik verzeichnet
der Internet-Flohmarkt stetig hohe Zuwächse.

E-Commerce wachse so stark, dass es sinnvoll sei zu segmentieren, so
Ebay-Deutschlandchef Stefan Groß-Selbeck gegenüber der FTD.
Internet-Shoppern, die nach Neuwaren von gewerblichen Anbietern suchen,
solle ein besseres Einkaufserlebnis geboten werden, so Groß-Selbeck
weiter. In Zukunft müssen sich die rund 10.000 umsatzstärksten Händler,
die so genannten Powerseller, bei Ebay als gewerbsmäßige Verkäufer
registrieren und ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angeben.
Innerhalb von sechs Wochen muss die Anmeldung erfolgen, oder der
Händler muss auf das Etikett des Powersellers verzichten. In Zukunft
sollen auch Verstöße gegen die Marktplatzregeln schneller und strenger
bestraft werden, indem Ebay den Verkäufern den Status wieder entzieht.
Das Prädikat Powerseller sei gewerblichen Verkäufern vorbehalten, so
Harzbecker gegenüber pressetext.

Für Kunden bringen Einkäufe bei registrierten Neuwaren-Händlern
Vorteile, wie sie von den Kataloghändlern oder auf den Internetseiten
von Otto und Amazon angeboten werden. Produkte können innerhalb von
zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zurückgesandt werden und die Kunden
erhalten das Geld zurück. Außerdem ist der Verkäufer dazu verpflichtet
bei Mängeln an der Ware, diese zu ersetzen. Aber nicht nur Konsumenten,
sondern auch die deutsche Steuerfahndung profitiert vom Shoppingcenter
Ebay, da in Zukunft klar zwischen privaten und gewerblichen Händlern
unterschieden wird. Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wird vom
Bundesamt für Finanzen mit internen Listen verglichen werden. Der
Technologieanbieter Entory hat der Behörde eine Suchmaschine verkauft,
die unter anderem auf der Ebay-Webseite nach potenziellen
Steuerhinterziehern fahndet.

Armut beeinflusst Größe von Kindern

Armut beeinflusst Größe von Kindern
Sozialer Status der Eltern wirkt sich auf die Gesundheit aus
 
Professor Jörg Baten (Foto: Eberhard Karls Universität Tübingen)

Tübingen (pte007/05.01.2012/10:45) – Der soziale Status der Eltern wirkt sich auf die Gesundheit und schließlich auch auf die Körpergröße von Kindern aus, wie die Forscher Jörg Baten von der Universität Tübingen http://www.uni-tuebingen.de und Andreas Böhm vom Landesgesundheitsamt Brandenburg http://www.lasv.brandenburg.de in einem Forschungsprojekt zeigen. Dass die Körpergröße ein Indikator für die Qualität der medizinischen Versorgung und Ernährung sein kann, ist bekannt. Betrachtet man die großen Hungersnöte und Versorgungsengpässe ausgelöst durch Kriege und Naturkatastrophen in den vergangenen Jahrhunderten, so ist zu beobachten, dass die davon betroffenen Menschen deutlich kleiner sind als Menschen aus Regionen, in denen eine normale Versorgung besteht.

Breite genetische Streuung

"In den Entwicklungsländern sind die Unterschiede von Körpergröße und sozialer Stellung gravierender – dass dieses Phänomen eine wohlhabende Gesellschaft betrifft, ist jedoch neu", sagt Baten im pressetext-Gespräch. Die Forscher zeigen, dass es keiner großen Kriege bedarf, dass Menschen unterversorgt sind und damit auch weniger wachsen als andere. Dabei ist zu beachten, dass diese Körpergröße als Indikator nur für Durchschnitte einer großen Anzahl von Körpergrößen gilt. Die geringe Körpergröße eines einzelnen Menschen sagt nichts über das Wohlergehen aus, weil es eine breite genetische Streuung gibt. "Auf der individuellen Ebene sagen die Ergebnisse nicht viel aus. Eltern mit kleinen Kindern sollen nicht beunruhigt sein", betont Baten.

Untersucht wurde das Wachstum von Kindern aus dem Bundesland Brandenburg. Die Wissenschaftler ermittelten, inwiefern etwa Arbeitslosigkeit das Wachstum von Kindern in dem Zeitraum 1994 bis 2006 beeinflusst. Die Daten im Zuge der Einschulung von Erstklässlern erhoben. Dabei konnte die Körpergröße, das Alter und das Geschlecht von über 250.000 Kindern dokumentiert werden. Es wurden auch sozioökonomische Daten erfasst, wie der berufliche Status der Eltern, deren Ausbildungsniveau sowie die Anzahl der Kinder und Erwachsenen, die im Haushalt leben. Baten und Böhm konnten zeigen, dass die Arbeitslosigkeit der Eltern einen signifikant negativen Einfluss auf die Körpergröße ihrer Kinder hat.

Rolle der Abwanderungsrate

Dabei scheint ein geringeres Einkommen eine weniger bedeutende Rolle zu spielen als der psychologische Stress und die Frustration der Eltern durch ihre Arbeitslosigkeit. Diese Faktoren könnten zu einer Vernachlässigung der Kinder bezüglich ihrer Versorgung führen. Auch die Abwanderungsrate aus dem Bundesland wurde als Maß für die wirtschaftlichen Bedingungen eines bestimmten Gebiets gerechnet und steht in einem negativen Zusammenhang mit der Körpergröße der Kinder.

Die gebildetere Bevölkerungsschicht verlässt die Region wegen der schlechten wirtschaftlichen Bedingungen. Zurück bleiben die weniger Gebildeten. Da gerade Familien mit gebildeten Eltern in der Regel mehr Wert auf eine gesunde Ernährung und medizinische Versorgung der Kinder legen, entwickeln sich diese besser und werden größer.

Von besonderer Bedeutung scheint insbesondere das Ausbildungsniveau der Mutter zu sein. Die Autoren stellten auch fest, dass Kinder von Alleinerziehenden bezüglich ihrer Körpergröße keinen Nachteil gegenüber Kindern aus Familien mit zwei Elternteilen aufweisen. Allerdings zeigt sich ein positiver Einfluss auf die Größe der Kinder, sobald drei oder mehr Erwachsene im gleichen Haushalt leben – wenn also Großeltern vor Ort sind, die die Versorgung der Kinder mit unterstützen. Insgesamt wurde die Körpergröße von Kindern aus Brandenburg in dem Zeitraum 1994 bis 2006 negativ durch die hohe Arbeitslosigkeit der Eltern beeinflusst.

Augen-Screening mit dem Smartphone kann die Sehkraft retten

Augen-Screening mit dem Smartphone kann die Sehkraft retten
Experten halten Einsatz auch in Deutschland für denkbar

München
– Das Smartphone könnte in Zukunft augenärztliche Untersuchungen
ermöglichen. Aus einer Handykamera und bestimmten Aufsätzen haben
Wissenschaftler aus Bonn ein einfaches Untersuchungsgerät getestet, das
vor allem Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern zugutekommen
soll. Mit einer Forschungsförderung der DOG – Deutsche Ophthalmologische
Gesellschaft konnten die Forscher das Verfahren im Rahmen einer
Pilotstudie in Indien erfolgreich testen. Auch in Deutschland wäre ein
Einsatz denkbar, etwa in Pflegeheimen oder ländlichen Regionen.

Rund
250 Millionen Menschen weltweit sind blind oder sehbehindert. Viele
dieser Erblindungen wären durch regelmäßige Untersuchungen beim
Augenarzt vermeidbar. Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern
fehlt es jedoch an ausreichender augenärztlicher Versorgung. Mithilfe
einer modifizierten Handykamera könnte geschultes ärztliches Personal
zukünftig Augenuntersuchungen vornehmen. Schwere Augenerkrankungen
können so frühzeitig erkannt und behandelt werden.

„Smartphones
sind heutzutage allgegenwärtig und die Kameras vieler Geräte sind so
gut, dass sie sich prinzipiell für die medizinische Bildgebung eignen“,
sagt Dr. med. Maximilian Wintergerst, der die Methode bei einer
Pilotstudie in Bangalore, Indien getestet hat. Dort untersuchte er mit
seinem Team 200 Menschen, die an Diabetes erkrankt waren. Mithilfe eines
speziellen Adapters ist es möglich mit der Smartphone-Kamera Bilder vom
Augenhintergrund aufnehmen konnten. Bei jedem fünften Patienten
entdeckte das Team Anzeichen einer diabetischen Retinopathie – eine
Augenerkrankung, die bei Menschen mit Diabetes häufig vorkommt und
unbehandelt zur Erblindung führen kann.

„Der
große Vorteil dieser Methode sind die geringen Anschaffungskosten für
die Geräte und die hohe Mobilität“, erklärt Wintergerst. Die mobilen
Untersuchungsteams benötigen ein Smartphone mit guter Kamerafunktion und
einen Adapter für einige 100 Euro. Eine sehr preiswerte Variante dieses
Adapters entwickelten die indischen Augenärzte aus Bangalore aus einem
LED-Lämpchen, einer Batterie und einem Klebeband. Die
Smartphone-Aufnahmen reichen qualitativ zwar nicht an die
konventioneller Geräte in einer Augenarztpraxis heran, „für Menschen in
medizinisch unterversorgten Regionen bieten sie aber eine leicht
zugängliche, erschwingliche Alternative“, sagt Wintergerst. Ideal wäre
die Kombination mit Telemedizin, dass die Aufnahmen also von ärztlichem
Hilfspersonal angefertigt werden und an eine Augenklinik übermittelt
werden, wo ein Augenarzt sie ansehen und beurteilen kann. Denn das
Problem in Schwellen- und Entwicklungsländern ist, dass es meist nicht
genügend Augenärzte gibt, um all die notwendigen Untersuchungen zu
machen.

„Denkbar
wäre etwa ein mobiles Augenscreening für Menschen mit Diabetes oder von
Frühgeborenen, die häufig mit Augenproblemen zu kämpfen haben“. In
Deutschland könnte die Methode möglicherweise in Pflegeheimen oder in
ländlichen Regionen zum Einsatz kommen. Dort leiden ebenfalls viele
Menschen an Sehproblemen, der Weg zum Augenarzt stellt aber oft ein
großes Hindernis dar. „Aber auch in bestens ausgerüsteten
Universitätskliniken gibt es Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise zur
Dokumentation des Augenhintergrundes von bettlägerigen Patienten“,
meint Wintergerst.

DOG: Forschung – Lehre – Krankenversorgung

Die
DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für
Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als
7.200 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, lehren
und behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in
der Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche
Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche
Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den
wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum
Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im
Jahr 1857 in Heidelberg ist die DOG die älteste augenärztliche
Fachgesellschaft der Welt und die älteste fachärztliche Gesellschaft
Deutschlands.

Prieto: Neue Lithium-Batterie erhöht Kapazität drastisch

Solid-State-Technology eliminiert schädliches Elektrolyt
 
Prieto: Feststoffbatterie verspricht Revolution (Foto: Prieto Battery)

Boulder (pte014/01.06.2012/11:34) – Prieto Battery http://prietobattery.com , ein Spin-off der University of Colorado http://colorado.edu , arbeitet an einer neuen Technologie für Lithium-Ionen-Batterien. Diese setzt auf dreidimensionale Feststoffe und verzichtet auf das umweltschädliche Elektrolyt herkömmlicher Energiespeicher. Zudem verspricht sie drastische Steigerungen im Bereich von Kapazität und Haltbarkeit.

3D-Struktur für höhere Energiedichte

Bei Prieto rühmt man sich, die erste "echte, dreidimensionale Solid-State-Architektur für Batterien" kreiert zu haben. Herkömmliche Li-Ionenbatterien schicken die Ionen in eindimensionaler Bewegung über eine zweidimensionale Ebene durch ein Elektrolyt zwischen Anode und Kathode hin und her. Die Forscher bemängeln die langfristige Ineffizienz dieser Wirkweise, die sich in langen Ladezeiten, schneller Entladung und hohem Verschleiß äußert. Dazu ist die Leitflüssigkeit hochtoxisch und leicht entflammbar.

Beim Solid-State-Akku greifen Anode und Kathode ineinander. Die so erzeugte, größere Oberflächer ermöglicht die Bewegung der Ionen in alle Richtungen bei gleichzeitiger Reduktion des Diffusionswegs. Daraus ergeben sich laut den Erfindern eine höhere Energiedichte, stärkerer Output, kürzere Ladezeiten und eine größere Haltbarkeit der Batterie. Das Feststoff-Elektrolyt fungiert dabei gleichzeitig als elektronischer Insulator und Lithium-Ionen-Leiter.

Kupferschaum und Kathodenschlick

Eine Kupferschaum-Struktur in der Batterie dient als Stromabnehmer für die negative Elektrode, die selbst in Form einer Beschichtung aufgetragen ist. Gleiches gilt auch für das Elektrolyt, das über einen Elektropolymerisationsprozess als fehlerlose, selbstheilende Schicht angebracht ist. Die Hohlräume werden mit einer kathodischen, gelartigen Substanz aufgefüllt. Prieto gibt an, dass der komplette Herstellungsprozess ohne giftige Stoffe auskommt und als einzige Säure Zitronensäure eingesetzt wird.

Die Feststoff-Batterie aus den Nano-Labors lässt sich, wie gängige Li-Ionenakkus auch, in verschiedensten Bereichen einsetzen und könnte zukünftig Smartphones, Gadgets aber auch Elektroautos mit Strom versorgen. In Zahlen ausgedrückt lautet das ehrgeizige Ziel, die tausendfache Kapazität und zehnfache Haltbarkeit aktueller Akkus zu bieten. Das Unternehmen hat zur Umsetzung dieser Vision mittlerweile über fünf Mio. Dollar von verschiedenen Interessenten eingesammelt.

Zusammenleben mit Bakterien und Pilzen – Neue Erkenntnisse zu unserem Immunsystem

Wie der Darmpilz Candida
albicans
unser Immunsystem prägt

Mitglieder des
Exzellenzclusters Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen
haben erstmals einen Mechanismus entschlüsselt, wie spezifische Mikrobiota
Entzündungsreaktionen in der Lunge verstärken.

Die Zusammensetzung der Mikroorganismen, die in und
auf unserem Körper leben – das so genannte Mikrobiom – hat enormen Einfluss auf
die menschliche Gesundheit. Noch lässt sich dieser Einfluss nicht gezielt
therapeutisch nutzen, da die zugrundeliegenden Mechanismen weitgehend unbekannt
sind. An der Aufklärung dieser Interaktionen von Mensch und Mikrobiom arbeiten
verschiedene Forschungsgruppen im Exzellenzcluster Präzisionsmedizin für chronische
Entzündungserkrankungen. Ein Team vom Institut für Immunologie und dem Institut
für Klinische Molekularbiologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
(CAU) und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hat jetzt eine
wegweisende Entdeckung gemacht. „Wir haben einen Mechanismus entdeckt, über den
bestimmte Mikrobiota Entzündungsreaktionen in der Lunge verstärken“, erklärt
Studienleiterin Professorin Petra Bacher. „Die jetzt in der Fachzeitschrift Cell
veröffentlichten Ergebnisse bieten neue Ansatzpunkte, solche Krankheitsprozesse
besser zu erkennen und gezielt zu therapieren“, ergänzt der Leiter des
Instituts für Immunologie, Professor Alexander Scheffold.

Der Mensch lebt in enger Symbiose mit seinem
Mikrobiom, also den unzähligen Bakterien, Pilzen und Viren, die unsere
Körperoberflächen, die Haut, den Darm oder die Lunge, besiedeln. Dieses
Zusammenleben ist fein ausbalanciert und bietet viele Vorteile wie den Schutz
vor Infektionen oder die Hilfe bei der Verwertung von Nährstoffen. Ein
verändertes Mikrobiom ist mit unterschiedlichsten Krankheiten assoziiert.
Hierzu zählen unter anderem chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Allergien,
Stoffwechselkrankheiten, Autoimmunerkrankungen, Krebs oder auch psychische
Krankheiten wie Depressionen. Dadurch erregte das Mikrobiom in jüngster Zeit
viel Aufmerksamkeit. Denn prinzipiell ließen sich durch Beeinflussung des
Mikrobioms fast alle wichtigen Zivilisationskrankheiten behandeln. Theoretisch
– aber noch fehlen konkrete Ansatzpunkte. Die enorme Vielfalt des Mikrobioms
erschwert es, die wesentlichen Komponenten auszumachen und zu definieren, was
Ursache und Wirkung ist. Das behindert eine spezifische Behandlung.

Die Interaktion mit dem Mikrobiom wird maßgeblich
durch das Immunsystem gesteuert. Zellen des Immunsystems erkennen spezifische
Mikroben und sorgen für ein gesundes Gleichgewicht. Die entscheidende Frage
ist: Wie und durch welche Mikroben werden unterschiedlichen Effekte auf
Körperfunktionen vermittelt? Einem Wissenschaftlerteam der Charité-Universitätsmedizin
Berlin, der Unikliniken Köln und Bochum sowie des Leibniz-Instituts für
Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie und der Universität Jena unter der
Leitung von Petra Bacher und Alexander Scheffold von der CAU und des UKSH ist nun
ein Durchbruch gelungen. „Wir haben den eigentlich harmlosen Pilz, Candida
albicans
, der Darm, Haut und Schleimhäute besiedelt, als einen zentralen
Modulator unseres Immunsystems identifiziert“, erklärt Alexander Scheffold. „Candida
albicans
regt das Immunsystem an, spezifische Abwehrzellen, sogenannte
Th17 Zellen, zu bilden. Diese ermöglichen das friedliche Zusammenleben mit dem
Pilz.“ Für die Studie haben die Forscherinnen und Forscher ein sensitives
Verfahren entwickelt, um die Th17-Zellen aus dem Blut herauszufiltern, die sich
gegen Candida albicans richten. Ein Teil dieser Th17 Zellen erkennt
auch andere Pilze, wie beispielsweise den Schimmelpilz Aspergillus
fumigatus
, wie die weiteren Analysen ergaben. Dieses Phänomen wird als
Kreuzreaktivität bezeichnet.

Schimmelpilzsporen werden täglich über die Atemluft
aufgenommen, sind bei Gesunden aber harmlos. Bei Menschen, die an chronischen
Lungenerkrankungen wie Mukoviszidose, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung
oder Asthma leiden, kann sich der Schimmelpilz hingegen in der Lunge
ansiedeln.  Dies steht im Verdacht, das Krankheitsbild zu verschlechtern.
„Überraschenderweise fanden wir, dass bei diesem Personenkreis die Anzahl der
kreuzreaktiven Th17 Zellen im Lungengewebe erhöht ist, was mit einer Krankheitsverschlechterung
einhergeht. „Die schützende Th17 Reaktion im Darm scheint in der Lunge eher
krankmachende Immunprozesse zu verstärken“, ergänzt Erstautorin Petra Bacher.

Damit konnten die Forscherinnen und Forscher
erstmals nachweisen, wie ein einzelnes Mitglied des Mikrobioms, nämlich Candida
albicans
, die spezifische Immunreaktion gegen eine große Gruppe von
anderen Mikroben prägt. Scheffold: „Kreuzreaktivität ist vermutlich ein
verbreiteter Immunmechanismus, durch den das Mikrobiom das Immunsystem manipuliert,
mit protektiven oder schädlichen Auswirkungen. Die Möglichkeit, solche
spezifischen Effekte einzelner Mikroben zu erfassen, ermöglicht uns nun,
gezielte Therapien zu entwickeln.“

Originalpublikation

Petra Bacher, … Alexander
Schefold, et al. Human anti-fungal

Prickelndes Luxus-Badepulver

Wie wär’s mit einer kniffligen Denksportaufgabe? Auf einer Briefwaage steht ein Glas mit Wasser. Was meinen Sie – wenn ein Finger ins Wasser getaucht wird ohne das Glas zu berühren, was zeigt wohl die Waage an?

Richtig, das Gewicht nimmt zu. Beim Eintauchen des Fingers erfährt der Finger eine nach oben gerichtete Auftriebskraft. Da aber der Finger nicht nach oben ausweichen kann, stößt sich das Wasser gewissermaßen nach unten ab und drückt auf die Waagschale.

Die Auftriebskraft begegnet uns praktisch täglich. Vor allem bei einem Vollbad wird der Körper Dank Wasserauftrieb praktisch schwerelos. Gelenke und Muskulatur werden entlastet und können sich optimal entspannen.
So richtig vollwertig wird ein Vollbad aber erst durch unser prickelndes Luxus-Badepulver mit Algenzusatz.

Spirulina platensis heißt die Wunderalge, die eine Reihe an wertvollen Eiweißen, Vitaminen und Mineralstoffen liefert. Sie stellt eine hervorragende Ergänzung zur allgemeinen Ernährung dar. Empfehlenswert sind vor allem die jodfreien Produkte.

Die blaugrünen Kraftpakete bieten sich aber auch zur Schönheitspflege von außen an:

Hier unser Rezept:

150 g Meersalz. Das wirkt desinfizierend und hält den Feuchtigkeitshaushalt der Haut im Gleichgewicht.
50 Gramm Molkepulver aus dem Bioladen. In der Molke, auch in der getrockneten, stecken viele hautpflegende Proteine und Mineralstoffe.
50 g Kieselsäure, für eine elastische Haut.
50 g geraspelte Kakaobutter zur Rückfettung.
50 g geraspelte und am besten farbige Seife.
10 zerkleinerte Spirulina-Tabletten

Für den Prickeleffekt 100 g Natron und 50 g Zitronensäure.

Alles gut vermischen, dass haben wir hier schon einmal vorbereitet, und schließlich 3 ml Duftöl Ihrer Wahl, z.B. Rosen- oder Lavendelöl, tropfenweise untermischen.

Das fertige Badepulver in ein dekoratives Glas füllen und pro Vollbad etwa 5 Esslöffel ins warme Wasser streuen. Keine Angst, sämtliche Zutaten lösen sich restlos auf.

So wird die heimische Badewanne zu einer sprudelnden Oase der Sinne.

Emotionen lenken Kommunikationsverhalten

Meine persönliche Bemerkung:

Noch nie in der Geschichte
der Menschheit konnte der Einzelne, das Individuum, über so viele
Nachrichtenquellen verfügen wie heutzutage. Auf den ersten Blick müsste
das der Idee der Demokratie Vorschub leisten. Leider ist das Gegenteil
der Fall. Dem steht die von mir als sozial-psychologische
Gesetzmäßigkeit formulierte ‚selektive Wahrnehmung‘ entgegen. In der
Praxis bedeutet dass, das Menschen vorwiegend die Nachrichten aufnehmen
und verarbeiten, die in ihnen bekannte Strukturen passen. Darunter
befinden sich – insbesondere bei vorwiegend emotional reagierenden
Bürgern, eine große Zahl von Vorurteilen. Diese werden sehr oft durch
Wunschdenken gespeist. Viele Gefühle rühren aber auch, sozusagen
instinktiv verankert, aus Zeiten, in denen der Homo sapiens im Sinne von
Charles Darwin entstand. Damals waren diese Gefühle lebensnotwendig und
lebenserhaltend und brachten dem Träger enorme Vorteile, so dass er
sich besser vermehren konnte als andere. Das ist der Grund, dass  sich
auch in unseren Genen wiederspiegeln und zu Instinkten wurden. Dazu
gehören u. v. a. Fremdenfeindlichkeit, vorschießender
Selbstbehauptungswillen, Hass, Neid und das Verhalten von
Gemeinschaften, sich – koste es was es wolle – zusammenzuschließen, wenn
eine äußere Bedrohung entsteht.  Solche Instinkte sind in der heutigen
Zeit, wo der Verstand des Menschen immer mehr durch Bildung und
Erfahrung obsiegte, kontraproduktiv. Genau diese in uns verankerten
Gefühle und Instinkte nutzen Populisten als Köder, um wie der
Rattenfänger von Hameln Menschen hinter sich zu scharen.

Das zweite Phänomen, das ich
nennen möchte, bedroht genauso auf den Verstand notwendigen
demokratischen Strukturen. Es ist der sogenannte Tunnelblick, der
verhindert, dass andere für die Gesamtbeurteilung der Situation
notwendige Fakten unterdrückt werden. So ist nur zu erklären, dass der
Einzelne so leicht auf emotionalisierende Fake News herein fällt. Das
machen sich die Extremisten, vom Faschismus bis zum Kommunismus, von
aller Arten von Mafiosi bis hin zu religiösen Sektierern geschickt
zunutze, das soweit führt, dass selektive Selbstmorde möglich werden. Um
eine Gesellschaft zu kontrollieren reicht es aus, etwa bis 2 % der
Bevölkerung, die zum Terror bereit ist, ganze politische Systeme zu
unterwandern. Dem könnte nur gegengesteuert werden, wenn auf die
 Zivilcourage  des einzelnen Bürgers weiter entwickelt wäre. Das ist
aber nur äußerst selten verbreitet, wie die historische Erfahrung lehrt.
So konnten in der Vergangenheit unter dem Motto: bist Du nicht für
mich, dann bist du gegen mich, ganze Gesellschaft manipuliert werden.
Große Königreiche, Fürstentümer zusammengehalten und moderne
faschistische und kommunistische Terrorregime entstehen.

Die Idee der Demokratie
sollte dem Einhalt gebieten und hat es zumindest zeitweise erreicht wie
z. B. in der Bundesrepublik Deutschland und anderen Staaten, was bei uns
immerhin 70 Jahre Frieden brachte.

Neuerdings machen sich
jedoch Autokraten wie z. B. in der Türkei Erdogan, in den USA á la
Trump, in Brasilien mit Bolsonaro, auf den Philippinen mit Duterte, in
vielen postsowjetische Staaten, und viele andere, die unter dem Signum
der Demokratie diese Urinstinkte zunutze. Bei uns sind es die
populistischen Parteien, die den Bürgern einfache Lösungen vorgaukeln
und versprechen, die Sterne vom Himmel zu holen.

Dies alles ist der Grund,
weil leider die sozialen Medien der Demokratie wider alle Erwartung
keinen Vorteil leistet, sondern unsere Demokratie auf lange Sicht
gefährden. Das z. B. so etwas wie der Brexit entstehen konnte und ein
britisches Parlament zu Statisten des Populismus degradierten oder ein
Präsident Trump ohne Scharm die Erkenntnisse der Wissenschaft was die
Erderwärmung anbelangt, völlig negieren konnte.

Aber Demokratie ist auf
Vernunft angewiesen, die eben nur in Grenzen manipuliert werden kann.
Sie funktioniert nur, wenn ‚vernunftbegabte aller Länder sich
vereinigen‘ . Ganz nach Marx, der das seinerzeit aber auf die
Proletarier bezog, die nicht mehr existieren müssen.

Das Emotionen ganz
entscheidend an der Willensbildung beteiligt sind, beweist auch die
nachfolgende wissenschaftlich Untersuchung:

pte20190115022 Computer/Telekommunikation, Medien/Kommunikation

Emotionen lenken Kommunikationsverhalten

Neutrale Nachrichten werden laut Forschern der WU Wien deutlich seltener weiterverbreitet

Social Media: Emotionale News häufiger verbreitet (Foto: pixabay.com, geralt)
Social Media: Emotionale News häufiger verbreitet (Foto: pixabay.com, geralt)

Wien
(pte022/15.01.2019/13:30) – Emotionale Nachrichten werden signifikant
häufiger weiterverbreitet als neutrale News. Zu diesem Schluss kommen
Forscher der Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien) http://wu.ac.at in ihren aktuellen Studien. "Dies wurde zum Beispiel auch bei der
Detailauswertung zu den Ausschreitungen beim G20-Gipfel 2017 deutlich",
so WU-Wien-Wissenschaftler Mark Strembeck.

"Undoing Hypothesis" bestätigt

Im Zuge der Analysen wurde im großen Maßstab die Existenz sogenannte
"Undoing Hypothesis" in sozialen Medien nachgewiesen. "Dies bedeutet,
dass auch in Bezug auf negative Ereignisse eine erstaunlich große Zahl
an positiven Nachrichten versendet wird. Die ‚Undoing Hypothesis‘ stammt
aus dem Bereich der psychologischen Forschung und besagt, dass bei
negativen Ereignissen dennoch in signifikantem Ausmaß positive Emotionen
auftreten."

Laut Studienautor Strembeck ist der Grund hierfür vor allem der Versuch,
positive Emotionen gewissermaßen als "Gegenmittel" gegen negative
Emotionen einzusetzen. Aber auch der Einfluss von Social Bots wächst.
Insbesondere bei polarisierenden Ereignissen, wie zum Beispiel Wahlen,
versuchen sie die Diskussion mithilfe emotionaler Botschaften gezielt zu
beeinflussen. Dem Experten nach hat sich zudem gezeigt, dass
menschliche User generell eher der Grundstimmung einer Diskussion
folgen, während Social Bots versuchen, die Stimmung durch
entgegengesetzte Emotionen, sogenannten "Shifted Emotions" zu drehen.

Programmierschnittstellen genutzt

Im Rahmen des Projekts wurden mithilfe der öffentlichen
Programmierschnittstellen, die von Facebook, Twitter und YouTube zur
Verfügung gestellt werden, systematisch verschiedene Datensätze
gesammelt. Die Sammlung der Daten umfasste Ereignisse, die vornehmlich
als positiv wahrgenommen wurden (wie Feiertage oder Geburtstag eines
Prominenten), als auch solche, die mehrheitlich als negativ wahrgenommen
wurden (wie Terroranschläge oder Kriegshandlungen) und solche, die
polarisierend wirken (wie Wahlen).

Walkman gegen iPod

Walkman-Reihe soll iPod Konkurrenz machen

Tokio/Wien (pte/09.09.2005/15:32) – Der Unterhaltungskonzern Sony
http://www.sony.com bringt noch im Herbst einen Walkman auf den Markt,
mit dem das Unternehmen dem Konkurrenten Apple Kunden abspenstig machen
will. Die Ankündigung kam kurz nach der Präsentation des iPod nano (pte
berichtete http://www.pte.at/pte.mc?pte=050908019 ). "Wir sind mit der
Situation, in der wir uns jetzt befinden, nicht zufrieden", sagte
Koichiro Tsujino von Sony Connect, der Sony-Abteilung für portable
Musikgeräte.

"Mit den beiden neuen Modellen wollen wir unsere Anstrengungen in
Richtung Online-Musikmarkt verstärken", so Tsujino. "Wir sind in einer
guten Position, weil wir sowohl die Abspielgeräte als auch die
Musik-Inhalte anbieten können", sagte der Sony-Manager. Auch wenn einer
der Hauptkonkurrenten ebenfalls ein neues Produkt herausbringe hoffe
man, die Herausforderungen des Marktes besser meistern zu können, zeigt
sich Sony kämpferisch.

Die Geräte mit der Bezeichnung NW-A1000 und NW-A3000 haben eine
Kapazität von sechs bzw. 20 Gigabyte. Analog zu iTunes betreibt Sony
einen Onlineshop http://www.connect-europe.com , über den Musik bezogen
werden kann. Derzeit sind die Musikdatein nur im Sony-Format ATRAC-3 zu
bekommen und damit auch nur auf bestimmten Geräten abspielbar. "Sony
arbeitet jedoch daran, die Daten auch im mp3-Format zu vertreiben", so
Helmut Kolber von Sony Österreich gegenüber pressetext. Zeitliche
Angaben konnte Kolber jedoch keine machen.

"Im November werden die Musik-Player bei uns erhältlich sein", sagte
Kolber. Die Kosten belaufen sich auf 299 Euro für die 20 GB-Version und
249 Euro für den kleineren Bruder. Sony hatte vor 25 Jahren den Markt
für tragbare Abspielgeräte begründet. Mit seinem Focus auf CD- und
MiniDisc-Player konnte das Unternehmen in der digitalen Ära jedoch mit
Apple nicht mehr mithalten.

Siegeszug der Unvernunft??? Noch nie war es so leicht, Fakten fälschen?

Noch nie war es so leicht, Fakten zu
prüfen, Argumente abzuwägen. Trotzdem ist irrationales Denken enorm
erfolgreich, sagt der Journalist Jens Bergman in der Redezeit. Er
erklärt, warum so etwas Vernünftiges wie die "Vernunft" weltweit aus der
Mode gekommen ist.


"Vernunft ist eine schöne Sache, aber
Nachdenken ist auch anstrengend", weiß der Vize-Chefredakteur des
Wirtschaftmagazins ‚brand eins‘ Jens Bergmann. Alle Voraussetzungen sind
da, um die Kernidee der Aufklärung, wahr werden zu lassen und sich des
gesunden Menschenverstandes zu bedienen. Gemeint ist die Bereitschaft,
Kritik zuzulassen, den eigenen Standpunkt zu überdenken oder
Unterschiede in der Wahrnehmung der Welt zu erkennen.

Stattdessen triumphieren Unvernunft und
irrationales Denken. Das strikte Gegeneinander von Gefühl und Ratio, als
ob sie erbitterte Gegner wären.

Für Jens Bergmann gibt es "keine Wahrheit des
Gefühls. Gefühle können nur dann vernünftig genutzt werden, wenn der
Verstand mit ins Spiel kommt." Umgekehrt braucht die abwägend kühle
Ratio immer auch unsere Herzensbildung, wie der Psychologe es nennt.

Dazu ein Interview im WDR-Hörfunk als Podcast

https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/180/1809053/wdr5neugiergenuegtredezeit_2019-01-02_siegeszugderunvernunftjensbergman_wdr5.mp3

Portionsgrößen werden oft falsch eingeschätzt

Zu viel gegessen?

Häufig unterschätzen Konsumenten die Portionsgrößen und ernähren sich dadurch zu kalorienreich. Wer ein Produkt gerne isst und gleichzeitig weiß, dass es ungesund ist, kann die Mengen dagegen realistischer beurteilen. So lautet das Fazit einer internationalen Studie, an der auch das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) und die Universität Bonn beteiligt war.

Das Forscherteam hat drei verschiedene Experimente durchgeführt: Für die erste Untersuchung wurden 84 Grundschülern Fotos präsentiert. Diese zeigten Teller mit je fünf Schokoladenstückchen und kleinen Karotten. Anschließend zeigten die Wissenschaftler Bilder mit zunehmenden Mengen (10, 20, 40, 80, 160), die die Kinder einschätzen sollten. Je größer die Menge, desto mehr unterschätzten die Grundschüler die Anzahl der Schokoladenstücke und Karotten. Oft empfanden die Schüler die Portionen als nur halb so groß, als sie tatsächlich waren.

In einem zweiten Experiment sollten 115 Studenten das Gewicht von Packungen mit Gummibärchen einschätzen. Die Süßigkeit war entweder als ungesunde Variante gekennzeichnet oder als Lebensmittel mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen. Ein Teil der Probanden durfte die Gummibärchen vorher probieren. Testpersonen, die kosten durften und die „ungesunden“ Gummibärchen bekamen, schätzten die Portionsgrößen am genauesten ein.

Für den dritten Versuch haben die Wissenschaftler 116 Männer und Frauen aus einem Fitnessstudio ausgewählt und zu ihrem Gesundheitsbewusstsein befragt. Anschließend zeigten die Wissenschaftler den Probanden unterschiedliche Mengen Chips, die zum Teil als fettreduziert deklariert waren. Die Portionsgrößen wurden am besten eingeschätzt, wenn sich die Probanden als gesundheitsbewusst einstuften und die „ungesunde“ Chips-Variante mit normalem Fettgehalt vor sich hatten.

Demnach können Menschen offenbar Portionsgrößen am besten einschätzen, wenn sie das Lebensmittel verlockend finden aber gleichzeitig wissen, dass es eher ungesund ist. Weitere Untersuchungen sind aber notwendig, um die Resultate zu untermauern und die Hintergründe für diesen Effekt zu verstehen. Es wäre auch interessant zu beobachten, ob sich das bessere Einschätzungsvermögen der Portionsgrößen im Essverhalten widerspiegelt. aid

aid: Infodienst für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Der gemeinnützige Verein löste sich 2016 auf.

Weitere Informationen: Bundeszentrum für Ernährung