Archiv der Kategorie: Klassische Medizin

Astrophysik hilft Osteoporose besser zu erkennen

System zur Kartierung des Weltalls erfasst Knochenschwund-Risiko genauer

München (pte/20.10.2005/06:35) – Auf den ersten Blick wirken die beiden
Wissenschaftsdisziplinen extraterrestrische Physik und Knochenmedizin
nicht zusammengehörig. Verkleinert man jedoch das Weltall auf
rechnerischem Weg und schrumpft die Sternsysteme zu Punkten, kommt ein
Bild zum Vorschein, das der Struktur eines durch Osteoporose
geschädigten Knochens gleicht. Das System zur Kartierung des Weltalls
erfasst das Osteoporose-Risiko wesentlich präziser als andere Methoden.
Die Forscher des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik
http://www.mpe.mpg.de haben das Verfahren zusammen mit Medizinern des
Münchner Klinikums rechts der Isar http://www.med.tu-muenchen.de
entwickelt.

Bisher wurde Osteoporose mithilfe von Knochendichtemessungen, die den
Mineralgehalt des Knochens angibt, erfasst. Das Verfahren weist
allerdings einige Schwachpunkte auf, da es immer wieder Patienten gibt,
die zwar normale Werte aufweisen, dennoch unter so genannten
osteoporotischen Frakturen leiden. Wie die beiden Forscher der
unterschiedlichen Disziplinen auf diese Idee gekommen sind, schildert
Christoph Räth von der Abteilung Theorie und komplexe Plasmen am
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching im
pressetext-Gespräch. "Der Mediziner Thomas Link hat das Problem der
Osteoporose geschildert und Bilder gezeigt", so der Wissenschaftler,
der daraufhin die Ähnlichkeit der Struktur mit jener des Weltalls und
den dort vorkommenden Strukturen erkannt hat.

Erfasst wird das ganze mit Magnetresonanztomographen. "Es handelt sich
dabei nicht um eine bessere Bildgebung, sondern um eine
anspruchsvollere und erweiterte Auswertung des Bildmaterials", erklärt
Räth, der sich mit Fragen der theoretischen Astrophysik wie etwa der
Entstehung des Weltalls beschäftigt. Vor Zeiten gab es nichts weiter
als eine heiße Ursuppe, erfüllt mit Energie und ersten, einfachen
Teilchen. Darin liefen physikalische Prozesse ab, die sich in der
Rückschau bisher nur erahnen lassen. Das Ergebnis dieser Prozesse ist
der Kosmos, wie er sich den heutigen Messungen darstellt: mit großen
Massen, konzentriert in Galaxien, zwischen denen sich riesige, fast
leere Räume erstrecken. Vor rund 20 Jahren kamen die Forscher zur
Erkenntnis, dass das All einer Schaumstruktur gleicht. Die Mehrzahl der
Galaxien liegt auf virtuellen Kugelschalen, die aneinander kleben wie
in einem kosmischen Schwamm. Der Schaum erweist sich als äußerst
komplex. Bei der Charakterisierung dieser Strukturen wurden nun
verfeinerte mathematische Beschreibungen entwickelt. Sie geben für
jeden Raumpunkt an, ob er isoliert steht oder zu einer linien- oder gar
flächenartigen Struktur gehört, und wie stark er mit seiner Umgebung
vernetzt ist. Beides liefert ein Maß für die räumliche Anordnung und
Verteilung der Galaxien

"Diese Verfahren bestimmen die Dimensionalität für Strukturen", erklärt
Räth. Das sei auch bei der Osteoporose anwendbar. Auch dabei verändern
sich die Strukturen. Die beiden Wissenschaftler haben zunächst die
Knochenstruktur von Patienten mittels hoch auflösender
Magnetresonanztomografie analysiert. Diese Struktur bildet
wasserstoffhaltige Gewebe ab und liefert, da die Hohlräume des Knochens
mit Knochenmark gefüllt sind, ein Negativbild der knöchernen Substanz.
Auf die so dargestellte schwammartige Struktur wenden die Physiker dann
das Verfahren an, das für die Analyse der Weltallbilder entwickelt
wurde und gewinnen Aufschluss über die räumliche Architektur des
Knochens.

Bakterien fressen HIV-Virus

Chicago (pte/19.04.2005/15:05) – Ein Durchbruch in der HIV-Forschung
ist amerikanischen Wissenschaftern gelungen: Sie konnten erstmals "gute
Bakterien" finden, die den HIV-Virus angreifen und ihn einschließen.
Die Ergebnisse der Studie wurden heute, Dienstag, am derzeit
stattfinden Kongress der American Society for Microbiology
http://www.asm.org der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Bakterien gehören dem Stamm der Lactobazillen an und sind durchaus
positive Bakterien, die vor allem in der oralen und vaginalen Flora zu
finden sind. Sie greifen die HIV-Viren an, da diese mit Zucker-Mannose
umhüllt sind, die den Bakterien als Nahrungsquelle dienen.
"Verschiedene Bakterien haben jedoch unterschiedliche
Zucker-Präferenzen. Um die HIV-Viren zu blockieren mussten wir gezielt
jene Bakterien finden, die sich von der ungewöhnliche Zucker-Mannose
ernähren und dadurch die HIV-Viren angreifen", erklärte Studienleiter
Lin Tao von der University of Illinois at Chicago http://www.uic.edu .

Dazu isolierten die Wissenschafter verschiedene Lactobazillen-Kulturen
von gesunden Menschen und testeten deren Fähigkeiten Bäckerhefe – ein
Mikroorganismus der ebenfalls mit Mannose überzogen ist – zu binden.
Dabei ermittelten sie einen speziellen Lactobazillus-Stamm, der bei
weiterführenden Tests mit dem HIV-Virus die Fähigkeit aufwies, das
Virus einzufangen und eine weitere Infektion zu blockieren. "Ich
glaube, dass jede Lebensform ihren natürlichen Feind hat und HIV sollte
da keine Ausnahme bilden. Wenn wir diesen natürlichen Feind ausfindig
machen, können wir die Ausbreitung von HIV auf natürlichem Weg und vor
allem kostengünstig in den Griff bekommen", erklärte Tao.

Aufgrund der hohen Mutationsrate sind wiederholte Versuche, einen
Impfstoff gegen HIV zu entwickeln bis jetzt fehlgeschlagen. "Durch
weitere Forschungsarbeiten im Bereich der bakteriellen HIV-Therapie
könnte eine kosteneffiziente Methode entwickelt werden um das Virus
schnell und sicher einzudämmen. Einzig die Finanzierung der weiteren
medizinischen Forschung ist derzeit unser Problem", resümierte Tao.

Erziehung zu mild – Schaden für die Kinder

Zu wenig Disziplin lässt aus Kindern unreife Erwachsene werden


New Orleans (pte, 07. Mär 2005 16:04) – Viele Eltern sind bei der Erziehung ihrer Kinder zu nachsichtig und erziehen durch ein Übermaß an guten Absichten unreife Kinder zu sozial unverträglichen Erwachsenen heran. Zu diesem Ergebnis kommt Dan Kindlon von der Harvard School of Public Health http://www.hsph.harvard.edu in seiner Studie „Parenting Practices at the Millenium“, berichtet der Branchendienst Science Daily http://www.sciencedaily.com . „Viele Eltern versuchen das Leben ihrer Kinder perfekt zu gestalten und sie vor allen Gefahren zu beschützen. Aber wenn Kinder nie eigene, schmerzhafte und frustrierende Erlebnisse machen werden sie nie die Erfahrungen für ein wertvolles Leben sammeln können“, sagte Kindlon.


Kindlon führte seine Studie an 700 Teenagern im Alter von vier bis 19 Jahren und 1.100 Elternpaaren durch. Dabei analysierte er den Besitz der Kinder, die vorherrschenden Regeln im Haushalt und deren Einstellung gegenüber Sex und Drogenkonsum. Sein Resümee: Je freizügiger und nachgiebiger die Eltern sind, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder Drogen und Alkohol konsumieren, Essstörungen entwickeln, unter Depressionen leiden, eine lockere Einstellung gegenüber Sex haben und gemein zu anderen sind. „Die Eltern dieser Kinder sind nicht streng, wenn es um`s Fluchen geht, welche Filme die Kinder sehen und welche Videospiele sie spielen. Ein weiteres Charakteristikum ist, dass die Familien nicht gemeinsam essen“, erklärte Kindlon. Darüber hinaus sind Kinder in höherem Maße egozentrisch, wenn sie eine Erlaubnis bekommen, ohne etwas dafür zu leisten.


Nur 12 Prozent der untersuchten Kinder leben in Familien, in denen fixe Regeln, Limits und Disziplin herrschten. Diese Kinder nehmen keine Drogen, sind weder aggressiv, gemein, nachlässig oder faul, noch unruhig oder depressiv. Ein zentrales Ritual dieser Familien ist das gemeinsame Essen, des weiteren müssen die Kinder gemeinnützige Arbeiten erledigen und ihr Zimmer aufräumen. „Wenn Eltern auch nur bei einer einzigen Sache streng sind, hat das schon wesentliche Vorteile für das Kind“, resümierte der Experte.


Die Gründe für die fehlende Strenge der Eltern sieht der Experte darin, dass meist beide Elternteile arbeiten und Schuldgefühle durch materielle Dinge kompensieren. Oft sind die Eltern auch einfach nur zu müde um Regeln durchzusetzen und Ordnungen aufzustellen. Darüber hinaus sehen die Eltern ihre Kinder oft als Inhalt ihres Lebens an. „Viele Eltern benutzen die Fröhlichkeit ihre Kinder, um selbst Freude zu empfinden, darum widerstrebt es ihnen, ihre Kinder in irgendeiner Weise gegen sich aufzubringen und ihren Beziehung zu ihnen auf`s Spiel zu setzten“, erklärte Kindlon.

Duales Studium. Ein Zukunftsmodell mit Optimierungsbedarf

Meine persönliche Meinung:

bei
Auszubildenden in Industrie und Handwerk ist die duale Methode, das
heißt Praxis und Schule zu kombinieren, ein Erfolgsmodell, das nicht zu
überbieten ist. In Deutschland ist es für die geringe Arbeitslosigkeit
der Jugend. Leider ist es niemals für andere Staaten zum Erfolgsmodell
geworden. Wenigstens für Entwicklungsstaaten sollte es an vorderster
Stelle von der Bundesrepublik gefördert werden. Ähnliches jetzt auf
akademische Bildung zu richten, ist ein großer Fortschritt. Ich hoffe,
dass es in den klassischen Universitäten recht bald akzeptiert wird und
nicht nur den privaten Universitäten vorbehalten bleibt.

Ihr Jean Pütz


Duales Studium

von Felise Maennig-Fortmann , Nadine Poppenhagen
Ein Zukunftsmodell mit Optimierungsbedarf
Ein duales Studium nimmt eine Schnittstellenfunktion zwischen
beruflicher und akademischer Bildung ein. Für Schulabsolventen ist die
berufsbefähigende Ausbildung an Hochschulen und in Betrieben eine
attraktive Alternative zum klassischen Hochschulstudium: Sie verspricht
eine praxisorientierte Lehre, niedrige Abbruchquote, und einen sicheren
Berufseinstieg. Derzeit studieren allerdings nur rund vier Prozent aller
Studierenden einen dualen Studiengang. Das Policy Paper „Duales Studium
– ein Zukunftsmodell mit Optimierungsbedarf“ beleuchtet zentrale
Handlungsfelder für einen qualitativen und quantitativen Ausbau dualer
Studiengänge.

1. Einordnung in den politischen Kontext
Ein duales Studium stellt eine Ausbildungsform jenseits der herkömmlichen Grenzen zwischen
akademischer und beruflicher Ausbildung dar. Es kombiniert eine betriebliche Ausbildung
oder regelmäßige Praxisphasen mit einem akademischen Studium. Dabei verspricht es, mit
einer bedarfsgerechten und praxisorientierten Lehre die Lücke zwischen akademischem
Wissen und praktischen Anforderungen am Arbeitsplatz zu schließen.
Das Modell soll bei steigenden Abiturientenzahlen einem drohenden Fachkräftemangel entge-
genwirken und gleichzeitig zu einer sozialen Öffnung von Hochschulbildung beitragen. Studie
rende in einem dualen Studiengang profitieren von einem ausgeprägten Praxisbezug, einem
sicheren Jobeinstieg, guten Karrierechancen und einem Einkommen während des Studiums, da
die Studierenden während der Studienzeit eine Ausbildungsvergütung erhalten. Die Abbruch
quote von sieben Prozent liegt deutlich unter der Abbruchquote herkömmlicher Bachelor-Studi
engänge, die bei rund 30 Prozent liegt (BIBB 2017). Aufgrund der Finanzierung von Studienplät
zen durch die beteiligten Unternehmen sind duale Studiengänge auch aus fiskalischer Sicht ein
interessantes Modell, welches die Bildungshaushalte entlasten kann (Thies 2015).
Trotz starker Zuwachsraten und medialer Aufmerksamkeit entscheiden sich bislang weniger
als vier Prozent der Studierenden für ein duales Studium. Dieser geringe Anteil verteilt sich auf
verschiedene Modelle und Studienformen, die einen unterschiedlichen Grad an Wissenschaft
lichkeit und an Verzahnung der Lernorte gewährleisten. Teilweise klagen Studierende, dass die
Verknüpfung von Theorie und Praxis – das Herzstück des dualen Studiums – nicht hinreichend
funktioniere.
Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag vereinbart, Übergänge zwischen akademischer
und beruflicher Bildung zu erleichtern und das duale Studium zu stärken. Im Folgenden wer
den für eine Fundierung der politischen Diskussion, die Rahmenbedingungen, Hauptakteure
sowie wichtige Schritte für eine Stärkung des Studienmodells dargelegt.
2. Duales Studieren in Deutschland
2.1 Geschichte
Nachwuchssorgen der Wirtschaft und der Andrang an den Hochschulen führten bereits in den
1970er Jahren dazu, die ersten Berufsakademien in Baden-Württemberg zu gründen. An die
sen wurde eine theoretische Ausbildung als Ergänzung zur praktischen Ausbildung im Unter-
nehmen angeboten. Ende der 1990er Jahre wurden Berufsakademie-Abschlüsse den Diplom-
Abschlüssen von Fachhochschulstudiengängen gleichgestellt. Durch die Überführung der
einzelnen Berufsakademien in die staatliche Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW)
konnte 2009 erstmalig das duale Studium mit dem Bachelorabschluss beendet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einordnung in den politischen Kontext
2
2. Duales Studieren in Deutschland
2
3. Herausforderungen und Handlungsfelder
6
4. Zusammenfassung und Ausblick
10
Literatur
11
Impressum
13
Politische
Unterstützung
Vorteile des dualen
Studiums

Computertomograph macht 3D-Bilder während OP

Computertomograph macht 3D-Bilder während OP
Patient in 13 Sekunden gescannt – Strahlung bleibt gering
 
OP: CT röngt während des Eingriffes (Foto: pixelio.de, Büdenbender)

Minneapolis/Middlesex/Wien (pte003/07.06.2013/06:10) – Der Scanner "O-Arm" von Medtronic http://medtronic.com produziert qualitativ hochwertige 3D-Röntgenbilder – und das in Echtzeit während der Operation. Derzeit wird das erste rund 590.000 Euro teure Gerät am Royal National Orthopaedic Hospital in Großbritannien http://rnoh.nhs.uk verwendet und erleichtert Chirurgen Eingriffe an der Wirbelsäule. Der Scanner schafft es, innerhalb von 13 Sekunden um 360 Grad um den Patienten herumzufahren, was die Bestrahlung um ein Vielfaches reduziert.

Der O-Arm ist zudem so präzise, dass das Risiko für spinale Verletzungen während des Eingriffs minimiert werden kann. Laut den Anwendern soll diese Art des Live-Röntgens die benötigte Zeit für komplexe Operationen verkürzen, sodass die Patienten kürzer narkotisiert werden müssen. In weiterer Folge soll auch die Genesung der Betroffenen schneller stattfinden.

Röntgen bedarf vorzeitiger Planung

3D-Röntgen während eines Eingriffs ist grundsätzlich mit der Narkose-Zeit des Patienten verbunden. "Das Bild wird nicht einfach ausgedruckt, sondern es bedarf einer sorgfältigen Planung im Vorhinein. Üblicherweise wird vor der Operation eine 3D-Rekonstrution durchgeführt. Wir verwenden beispielsweise ein stationäres 128-Schicht-Gerät mit äußerst hoher Genauigkeit", erklärt der Radiologe und Universitätsdozent Bernhard Partik vom Diagnose Zentrum Brigittenau http://winkelbauer.cc gegenüber pressetext.

Auch Hüftimplantate aus Metall sind dabei sichtbar. "Für intraoperative Eingriffe ist der O-Arm ein vorteilhaftes Gerät für Trauma- oder Akutpatienten", führt er aus.

Räumliche Tiefe für Implantate

Der Vorteil von 3D-Röntgenbildern besteht in Zusatz-Informationen über die mögliche Tiefe für Implantate wie Schrauben. Die gesamte konventionelle Radiologie verwendet aber 2D-Bilder – ein frontales und ein seitliches – für ebenfalls strahlenarme Untersuchungen. "Auch bei diesen Bildern sind Radiologen geübt, sich die räumliche Tiefe vorzustellen", sagt Partik abschließend

Winzigste Schlaganfälle schädigen Gehirn

Sogar winzigste Schlaganfälle schädigen Gehirn
Rasche Injektionen mit Memantin helfen
 
Schlaganfall: Schaden größer als angenommen (Foto: pixelio.de, Gerd Altmann)

San Diego (pte008/18.12.2012/10:00) – Auch der kleinste Schlaganfall kann im Gehirn zu umfangreichen Schädigungen führen. Wissenschaftler der University of Califonia, San Diego http://www.ucsd.edu haben bei Ratten winzige Schlaganfälle herbeigeführt. Das Team um David Kleinfeld blockierte mit den sogenannten Arteriolen kleine Blutgefäße und verhinderte so, dass das Blut die tiefer gelegenen Kapillaren erreichte. Details der Studie wurden in Nature Neuroscience http://www.nature.com veröffentlicht.

Das Blockieren einer einzelnen Arteriole führte zu einem Zelltod in alle Richtungen. Betroffen waren hunderte Mikrometer. Bei mehreren Blockaden können ganze Gehirnregionen außer Gefecht gesetzt werden. Der Schaden bereitet sich sogar in Bereiche aus, die noch von intakten Blutgefäßen versorgt werden. Bisher wurde laut NewScientist angenommen, dass Schlaganfälle dieser Größenordnung ungefährlich seien.

Medikament verhindert Schädigung des Gehirns

Die Schädigung beeinträchtige die Fähigkeit der Tiere zu beurteilen, ob ein Spalt zwischen zwei Plattformen zu breit ist ihn zu überqueren. Erhielten die Ratten innerhalb von 45 Minuten nach dem Schlaganfall Injektionen mit Memantin, konnten die Schädigung des Gehirns und auch der Funktionsverlust verhindert werden. Das funktionierte sogar dann, wenn mehrer Blutgefäße blockiert waren. Dieses Medikament ist bereits für die Behandlung von Alzheimer im Einsatz. Bei vielen Menschen kommt es unbemerkt zu derartigen stillen Schlaganfällen. Sie sind laut Kleinfeld auch durch Gehirnscans nicht nachweisbar. Im Laufe der Zeit habe sie allerdings Auswirkungen auf die Gehirnfunktion.

Typisch Mann, typisch Frau

Typisch Mann, typisch Frau:

Geschlechtsspezifische Unterschiede in den Hirnstrukturen beeinflussen Persönlichkeitsbildung

Bestimmte
Hirnstrukturen können darauf hinweisen, ob Männer extrovertiert,
gewissenhaft und emotional stabil sind. Das deutet eine aktuelle Studie
an, der kürzlich im Fachblatt Cerebral Cortex erschien. Darin
hat der Neurowissenschaftler Professor Dr. med. Simon B. Eickhoff den
Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit von Männern und der Menge an
grauer Substanz in Teilen des Gehirns untersucht. Bei Frauen, fand er
einen solchen Unterschied nicht. Die Ergebnisse könnten zukünftig dabei
helfen, Männer und Frauen mit psychischen Erkrankungen besser zu
behandeln.

Dass
sich bei Frauen kein Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und der Menge
an grauer Substanz zeigte, führt Eickhoff auf den Einfluss von
Geschlechtshormonen zurück. Während der Studie wurden Frauen in
verschiedenen Phasen des Zyklus`, sodass die Hormonkonzentrationen bei
den Untersuchungen stark variierten. Bei Männern dagegen schwankt der
Testosteronspiegel über eine längere Zeitspanne deutlich weniger.
Man
weiß seit längerem, dass Geschlechtshormone sowohl mit der
Persönlichkeit als auch der Neurobiologie verbunden sind“, erläutert
Eickhoff, der am Universitätsklinikum Düsseldorf arbeitet. Vermutlich
habe sich bei den Probandinnen wegen der unterschiedlichen
Hormonkonzentrationen kein Effekt gezeigt. „Wir vermuten außerdem, dass
bei Frauen die Persönlichkeit stärker von der Interaktion zwischen
Hirnregionen bestimmt wird und weniger durch das Volumen der grauen
Substanz in bestimmten Hirnarealen.“

Die
graue Hirnsubstanz, findet sich im Sulcus Parietooccipitalis, einer
Großhirnfurche zwischen Hinterhaupts- und Scheitellappen. Sie besteht
überwiegend aus den Zellkörpern von Nervenzellen des zentralen
Nervensystems. Die Ausläufer dieser Nervenzellen befinden sich in der
sogenannten weißen Substanz. Eickhoff entdeckte einen Zusammenhang
zwischen der Menge an grauer Substanz in der betreffenden Hirnregion und
Charaktereigenschaften wie Extrovertiertheit, Pflichtgefühl und
emotionaler Stabilität – aber eben nur bei Männern. Da die Region um den
Sulcus Parietooccipitalis im Zusammenhang gesehen wird mit Seh- und
Wahrnehmungsfunktionen sowie dem Gedächtnis und Impulskontrolle, könnten
Männer mit höherem Volumen an grauer Substanz auch in diesen Bereichen
bessere Leistungen zeigen. „Dies müsste aber noch einmal gezielt
untersucht werden“, schränkt der DGKN-Fachmann ein, dessen Studie sich
auf die Unterschiede zwischen Männern und Frauen konzentrierte.

Genderunterschiede
sind in der Vergangenheit oft vernachlässigt worden“, sagt der
Forscher. „Dabei unterscheiden sich Männer und Frauen nicht nur in Bezug
auf Verhalten und Persönlichkeitsmerkmalen. Auch die neuronalen
Korrelate von Persönlichkeitseigenschaften  weichen voneinander ab“,
hebt Eickhoff hervor, dessen Arbeit mit jeweils 182 Männern und Frauen
als Probanden die bisher mit Abstand größte ihrer Art ist. Als Verfahren
setzte er die sogenannte
Voxel-basierte
Morphometrie ein, bei der – vereinfacht gesagt – das Volumen an jeder
Stelle des Gehirns auf Basis von strukturellen MRT-Aufnahmen geschätzt
und dann analysiert wurde.

Der
Neurowissenschaftler will jetzt in weiteren Experimenten die
Unterschiede zwischen den Geschlechtern in Bezug auf die Interaktion
zwischen Hirnregionen, die mit Persönlichkeit in Verbindung stehen,
untersuchen. Praktische Bedeutung könnten die Ergebnisse seiner Arbeit
haben bei der Frage, warum bestimmte psychische Erkrankungen häufiger
bei Männern beziehungsweise Frauen auftreten. „Psychische Erkrankungen
und Persönlichkeitsstruktur hängen eng zusammen“, sagt er. „Wenn wir
mehr darüber wissen, könnten sowohl Prävention als auch Therapie
entsprechend angepasst werden.“

Quelle:

Correlations Between Personality and Brain Structure: A Crucial Role of Gender

Fettsucht: Neubeurteilung der Gefährdung gefordert

Fettsucht: Neubeurteilung der Gefährdung gefordert
Mehr als 15 Jahre der Krankheit verdoppeln Sterberisiko
 
Übergewicht: Forscher sehen schwere Langzeitfolgen (Foto: pixelio.de, D. Schütz)

Victoria (pte011/24.08.2011/10:00) – Experten argumentieren, dass die Gefährdung der Gesundheit durch Fettsucht bislang drastisch unterschätzt wurde. Denn Risikoberechnungen haben sich bis dato nur auf die Gewichtszunahme konzentriert und außer Acht gelassen, wie lange das Übergewicht bestehen bleibt. Einer Studie der Monash University http://monash.edu.au nach hat jedes weitere Jahrzehnt Fettsucht das Sterberisiko mehr als verdoppelt. Das Team um Asnawi Abdullah schreibt im International Journal of Epidemiology, dass die neue Maßeinheit "Fettsuchtjahr" nötig ist. Ähnlich wie das Packungsjahr bei Rauchern soll diese eine weitere Quantifizierung ermöglichen.

Faktor Zeit entscheidend

Allein in Großbritannien ist ein Viertel der Erwachsenen übergewichtig. Eines von zehn Kindern unter elf Jahren ist fettsüchtig. Schreitet diese Entwicklung mit der derzeitigen Geschwindigkeit voran, werden in zehn bis 15 Jahren drei Viertel der Bevölkerung an den schädlichen Auswirkungen von Übergewicht zu leiden haben, schreibt die BBC. Die Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass der Preis höher sein wird, da diese Schätzungen den Faktor Zeit nicht berücksichtigen. Die aktuelle Studie weist nach, dass das Fettsuchtjahr eine direkte Auswirkung auf das Sterberisiko hat. Faktoren wie Alter oder der Grad der Fettsucht sind davon unabhängig zu sehen.

Die Wissenschaftler analysierten den Gesundheitszustand von 5.036 Amerikanern, die an der sogenannten Framingham Cohort Study http://www.framinghamheartstudy.org/participants/original.html teilgenommen hatten. Von ihnen wurden über Jahrzehnte alle zwei Jahre aktuelle Daten gesammelt. Das Sterberisiko stieg um sieben Prozent pro zwei zusätzliche Jahre, in denen diese Personen fettsüchtig waren. Fettsucht wurde mit einem BMI von 30 oder mehr definiert. 15 bis 25 Jahre Fettsucht verdoppelten das Sterberisiko im Vergleich zu Gesunden.

Verkürzte Lebenszeit prognostiziert

Das Sterberisiko verdreifachte sich für jene Personen, die länger als 25 Jahre extrem übergewichtig waren. Die Wissenschaftler warnen nun davor, dass Fettsucht inzwischen immer früher beginnt. Das bedeutet, dass die Kinder von heute mit einer niedrigeren Lebenserwartung zu rechnen haben als frühere Generationen. Heute sei der Beginn dieser Krankheit rund zehn Jahre früher anzusetzen. Der Bericht im International Journal of Epidemiology ist unter http://www.ije.oxfordjournals.org/content/40/4/985.abstract abrufbar.

 

Kontrollierter Herzinfarkt

fzm – Normalerweise ist ein Herzinfarkt ein lebensgefährliches Ereignis, das die Pumpfunktion des Herzens gefährdet und eine sofortige medizinische Behandlung erfordert. Bei einer seltenen Herzerkrankung verursachen die Ärzte jedoch in voller Absicht einen Herzinfarkt, um die Herzleistung der Patienten zu verbessern. Eine jetzt in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2008) veröffentlichte Studie zeigt, dass diese Therapie langfristig erfolgreich ist.

Die Patienten, die seit 1996 am Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen mit einem "kontrollierten Herzinfarkt" behandelt werden, leiden an einer hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie. Es handelt sich um die angeborene Variante einer Herzmuskelerkrankung die Kardiomyopathie, bei der es zu einer krankhaften Vergrößerung der Wand (Septum) zwischen den beiden Herzkammern kommt. Dies hat im fortgeschrittenen Stadium eine Einengung im Ausführungsgang zur Hauptschlagader zur Folge. Sie behindert zunehmend die Herzleistung. Die Patienten leiden, zunächst nur unter Belastung, später auch in Ruhe, unter Luftnot. Außerdem leben sie in der Angst, dass Herzrhythmusstörungen jederzeit den plötzlichen Tod herbeiführen können.

Anfangs kann den Patienten noch mit Medikamenten geholfen werden, später wurde bisher eine Operation notwendig. Dabei entfernt der Herzchirurg mit dem Skalpell den Teil des Herzmuskels, der den Ausführungsgang einengt. Diese Myektomie ist eine riskante Operation, die auch heute noch ein bis zwei Prozent der Patienten nicht überleben. Früher starben bis zu 20 Prozent.

Unter der Katheterbehandlung hat es in Bad Oeynhausen seit 2000 keine Todesfälle mehr gegeben, berichten der Kardiologe Privatdozent Lothar Faber und Kollegen. Dabei ist die perkutane transluminale septale Myokard-Ablation (PTSMA), wie die Behandlung heißt, nicht ohne Risiken. Die Ärzte führen durch die Haut einen Katheter in die Schlagader ein, den sie innerhalb des Gefäßes bis in jene Arterie vorschieben, welche das Septum mit Blut versorgt. Durch Injektion weniger Milliliter reinen Alkohols wird das Gefäß verödet. Wie beim Herzinfarkt stirbt danach ein Teil des Herzmuskels ab – in diesem Fall aber mit der günstigen Folge, dass das Septum sich verdünnt, das Hindernis beseitigt und die Herzleistung verbessert wird.

Die Therapie war anfangs umstritten, doch die Langzeitergebnisse zeigen, dass der "therapeutische Herzinfarkt" effektiv und sicher ist. Bis 2005 wurden in Bad Oeynhausen 347 Patienten behandelt. Vor der Operation waren die Patienten stark in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Heute sind neun von zehn Patienten in Ruhe beschwerdefrei, schreiben die Autoren. Das Septum hat sich verdünnt, bei drei von vier Patienten ist die Verengung des Ausführungsgangs verschwunden und die Herzleistung hat sich spürbar verbessert.

Die Experten freut, dass die befürchteten Komplikationen nicht eingetreten sind. Der "therapeutische Infarkt" ist nicht zum Ausgangspunkt von tödlichen Herzrhythmusstörungen geworden. Zwar sind seit dem Eingriff 26 Patienten gestorben, davon allerdings nur zehn Patienten an einem plötzlichen Herztod. Dr. Faber gibt zu bedenken, dass die PTSMA die Kardiomyopathie nicht heilt. Die Grunderkrankung bestehe fort und die Patienten müssen weiter in kardiologischer Betreuung bleiben.

Innere „Bürste“ bekämpft Lungenkrankheiten

Innere "Bürste" bekämpft Lungenkrankheiten
Versagen von Schleim spielt bei Mukoviszidose entscheidende Rolle
 
Lunge: bleibende Schleimansammlungen machen krank (Foto: SPL)

Chapel Hill (pte012/24.08.2012/10:00) – Wissenschaftler der University of North Carolina http://northcarolina.edu haben laut eigenen Angaben eine "innere Bürste" identifiziert, die dabei hilft, die Lungen von unerwünschten Substanzen zu befreien. Diese Entdeckung soll dem Team um Michael Rubinstein helfen, mehr über Lungenerkrankungen zu erfahren. Diese bürstenähnliche Schicht sondert einen klebrigen Schleim ab und damit die Fremdkörper. Diese Entdeckung könnte helfen zu verstehen, was bei Mukoviszidose, Asthma und ähnlichen Leiden genau im Körper der Patienten geschieht.

Schutz vor eingeatmeter Luft

Der Schleim hilft, die eingeatmeten Schadstoffe einzusammeln und ist vergleichbar mit einer "rinnenden Nase", die Husten mit Auswurf produziert. Bis heute gingen die meisten Experten davon aus, dass eine wasserähnliche Substanz zur Trennung des Schleims von den die Luftwege auskleidenden Zellen diente. Das passte jedoch nicht dazu, dass dieser Schleim in seiner eigenen charakteristischen Schicht verblieb. Die Wissenschaftler nutzen bildgebende Verfahren, um herauszufinden, was in den Lungen genau vor sich geht.

Den Forschern gelang es, ein Bronchialepithelzellen sichtbar zu machen. Die bürstenähnliche Schicht besteht aus schützenden Molekülen, die den klebrigen Schleim daran hindern, die Flimmerhärchen und die Epithelzellen zu erreichen und damit einen normalen Transport des Schleims zu gewährleisten. Laut Rubinstein ist die eingeatmete Luft nicht unbedingt sauber und der Mensch mit jedem Atemzug viele schädliche Substanzen in den Körper aufnimmt. "Wir brauchen einen Mechanismus, der den ganzen Müll, den wir einatmen, entfernt. Das geschieht mit Hilfe eines klebrigen Gels, sprich Schleims, der diese Partikel aufnimmt und mit Hilfe der Flimmerhärchen wieder entfernt."

Flimmerhärchen-Ausfall problematisch

Flimmerhärchen sind immer aktiv, auch wenn der Mensch schläft. "Sie entfernen in einem koordinierten Ablauf, den mit den Fremdkörpern angereicherten Schleim aus den Lungen, der in der Folge entweder geschluckt oder ausgespuckt wird. Sie vibrieren auch noch einige Stunden nach dem Tod. Würden sie ihre Funktion einstellen, sammelten sich große Mengen an Schleim an, die einen idealen Nährboden für Bakterien darstellen." Laut den Wissenschaftlern schützt diese "Bürstenschicht" die Zellen vor dem klebrigen Schleim und fungiert damit als zweite Barriere gegen Viren oder Bakterien, die versuchen in den Schleim einzudringen.

Bei Krankheiten wie Mukoviszidose oder einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit funktioniert diese "Bürste" nicht mehr richtig. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie zerdrückt werden und den Schleim nicht mehr transportieren, der sich dann an den Zellen ablagert. Laut Rubinstein kann das Versagen dieser Bürste zu einer unbeweglichen Ansammlung von Schleim führen, die in der Folge für Infektionen, Entzündungen und schließlich für eine Zerstörung des Lungengewebes und damit der Organfunktion verantwortlich ist.