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Methanol hilft Entwicklungsländer zu einer sozialverträglichen Industrialisierung und rettet das Klima – Ein Briefwechsel mit Bundesministerin Anja Karliczek

Wer hat eigentlich die Forderung aufgestellt, dass Deutschlands regenerative Energieversorgung der Zukunft ausschließlich vom eigenen Territorium aus erfolgen soll?

Diese Ansicht verhindert den Klimawandel. Aber wenn daran die übermäßig mit Sonnen-Energie überfluteten Entwicklungsländer an der Produktion der Zukunfts-Energie regeneratives Methanol mit großen Fotovoltaik-Felden  zur Wasserstoff-Produktion und anschließender Umsetzung in Methanol in grünes Methanol, welches sämtliche fossilen Energie-Träger ersetzen kann, beteiligt werden, hat die Klima-Rettung eine Chance.

Fazit: Eine Win-Win-Situation von Ländern im Zustand technischer Entwicklung und den Industrie-Länder, die durch übermäßigen CO2-Ausstoß die Klimakatastrophe eingeläutet haben. Es ist notwendig, der Vernunft eine Chance zu geben und nicht  einfach auf plausible Lösungen zu pochen. Die vorhandenen Technologien, um Häuser mit Energie zu versorgen, ebenso wie die Industrie und den Verkehr, können in nur leicht modifizierter Form ohne Milliarden Investitionen in angeblich revolutionäre Infrastruktur beibehalten werden.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Lesen Sie dazu meine Mail an die Bundesministerin Frau Anja Karliczek, der diese Idee präzisierte, ihre Antwort und anschließend meine durchaus hoffnungsgetragene Reaktion darauf.

Jean Pütz

Liebe Frau Karliczek,
bitte entschuldigen Sie, dass ich Sie direkt anspreche und diese Mail auch Ihnen persönlich zugeleitet wird.

Nachdem ich erfahren habe, dass das Leibniz-Institut in Strahlsund bzw. Rostock die notwendige Technologie entwickelt hat, um aus solarem Wasserstoff regeneratives Methanol zu gewinnen, habe ich das zu einem Gesamt-Konzept entwickelt, die Entwicklungspolitik und unsere ureigenen Interessen, den Klimawandel zu begleiten, mit sinnvollen Maßnahmen zu verknüpfen. Bitte lesen Sie dazu unbedingt meinen an das Leibniz-Institut geschriebenen Beitrag. Sogar der Präsident, Prof. Kleiner hat mir darauf sehr positiv geantwortet. Bitte legen Sie es nicht ad acta als Beispiel eines Spinners, sondern betrachten Sie es als dringende Notwendigkeit, eine Sackgasse zu verhindern.

Ich hoffe, Sie werden auch nach den Wahlen weiterhin Ihren Posten behalten, ansonsten wäre es ein tolles Abschiedsgeschenk an die deutsche Gesellschaft. Es würde viele weitere Subventionen ersparen. Ich habe sämtliche meiner  Erkenntnisse in Sachen ehem. Dipl. Ing für Elektrotechnik, Physiker und Soziologe zusammengefasst, das ausufernde Spezialistentum wird immer mehr Probleme bereiten, in Ihrer vierjährigen Tätigkeit haben Sie bestimmt darunter gelitten. Vor lauter Bäumen verliert sich den Wald aus dem Blick.

Herzliche Grüße
Ihr Jean Pütz
Wissenschaftsjournalist

Klimarettung mit regenerativem Methanol – ein globales Konzept! Von Jean Pütz

Eine Mail an die Leibniz-Gemeinschaft zu einem Seminar zum Thema: ‚Wo steht heute die
Energiewende?‘
Auf diese Mail hat sogar schon der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Professor Kleiner,
geantwortet. Der Brief richtete sich zunächst an den Pressesprecher der Leibniz-Gemeinschaft, enthält aber das Gesamt-Konzept zur globalen Lösung zur CO2-neutralen Lösung der Klimaerwärmung – weitab vom Wunschdenken und beruhend auf einer genialen Entwicklung (Erfindung) des Leibniz-Instituts Stralsund.

Lieber Herr Herbort-von Loeper,
ich habe eine inständige Bitte: Auch wenn es in sämtlichen Mainstreamdiskussionen nicht
berücksichtigt wird und leider viele Institute, selbst Helmholtz, wegen der üppigen staatlichen Förderung auf political correctness geschaltet haben. Ich will mich auf das Wesentliche beschränken.
Es ist reines Wunschdenken, dass die Energieversorgung in Zukunft in Deutschland ausschließlich aus regenerativen Quellen durch einheimische Solarthermie, Fotovoltaik, Wind-Energie und Wasserkraft bedient werden könnte. Selbst für die elektrische Energie trifft das wegen des Widerstands gegen neue Hochspannungstrassen, Windparks und Anlegen neuer Pumpspeicherwerke nicht zu. Die Fotovoltaik kann zwar noch erweitert werden, aber Deutschland hat das Pech, sich in einem Klimabereich zu befinden, in dem die Sonne nur temporär, also nicht besonders intensiv aktiv ist.

Natürlich müssen alle Anstrengungen erfolgen, um das Maximum zu erreichen. Deswegen schlage ich ein weltumspannendes Ausgleichs-System vor. Zentrale Rolle spielt dabei der solare Wasserstoff. Hierzulande wird er nur diskutiert, um überschüssige Energie von Sonne und Wind, die temporär den Bedarf übersteigt, zu speichern. Aber auch da ist der Wunsch der Vater des Gedankens.
Uniformierten Bürgern wird weißgemacht, Die Energie des Wasserstoffs könnte man eins zu eins in Strom umwandeln, das wird auch noch geglaubt, weil das Wissen um den 2. Hauptsatz der Thermodynamik sehr wenig verbreitet ist. Für die meisten Schüler ist zum Beispiel Entropie ein Unwort, welches sie nicht begreifen.
Also ganz klar, um Wasserstoff in Strom zu verwandeln, entstehen große Verlust und auch die Brennstoffzelle ist diesen Gesetzen unterworfen und nicht besser als ein Verbrennungsmotor, insbesondere angetrieben durch Methanol. Doch das wird in der Mainstream-Diskussion unterdrückt.
Ganz klar, solarer Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft, aber schwer händelbar und nur unter Verflüssigung bei -252°C oder unter sehr hohem Druck speicherbar. Aber Physik und Chemie bieten eine Alternative. Wasserstoff kann unter Mitwirkung der Sonnenenergie und Kohlenstoff in Form von CO2 in Alkohole verwandelt werden. Bekanntlich ist Alkohol flüssig, besonders interessant ist das Methanol. Wenn Sie mich fragen, das ist der Energieträger, der alle fossilen Treibstoffe ersetzen kann.
Übrigens: Wegen seiner hohen Klopffestigkeit kann er bei wesentlich höheren Explosions-Temperaturen z. B. in Otto-Motoren in Bewegungs-Energie und über einen Generator in elektrischen Strom umgesetzt werden. Das bedeutet nach dem 2. Hauptsatz der Energie, dass mit ihm extrem hohe Wirkungsgrade erreicht werden, jedenfalls selbst in Otto-Motoren wesentlich mehr als der Diesel, das heißt über 50%. In Hochtemperatur-Brennstoffzellen ist dieser Wirkungsgrad schon spitze.

Bleibt noch das Problem, dass CO2 bei der Produktion von regenerativem Methanol beteiligt werden muss. Theoretisch könnte das sogar aus der Atmosphäre gewonnen werden – eine Art CO2-Senke.
Praktisch lässt es sich aber auch aus unvermeidbaren Verbrennungsprozessen problemlos abscheiden, unter geringem Druck verflüssigen und in einer Art Kreislauf recyclen.
So, und nun meine Idee, die mir als engagierter Entwicklungs-Stratege gekommen ist: Oft ist es so, dass die Entwicklungsländer, insbesondere in Afrika, über viel mehr Sonnenergie verfügen, als die Industrieländer, die sich bekanntlich in den mittleren Breiten angesiedelt haben. Wie wäre es, wenn in diesen Ländern große, sozial-verträgliche Industriezweige etabliert würden, die dieses Methanol in großer Menge produzieren könnten. Auch die Industrie in unseren Breiten ist historisch dort entstanden, wo zunächst Wasserkraft genutzt werden konnte. Aber richtig ging es erst dort los, wo fossile Energieträger abgebaut werden konnten. Das gilt zumindest für Europa. Nun weiß ich als Soziologe, dass das einen langen Prozess nach sich zieht. Aber uns Europäern würde das schon
heute nutzen, denn das Manko, welches bei uns Mitteleuropäern besteht, ausreichend regenerative Energien zur Verfügung zu haben, könnte durch globalen Methanol-Handel ergänzt werden. Ich bin um so mehr von dieser Möglichkeit überzeugt, als die bisher Erdöl produzierenden Länder mit fliegen Fahnen ebenfalls diese Chance wahrnehmen würden. Die haben genügend Kapital, um bei der Finanzierung entscheidende Impulse zu setzen – eine Win-Win-Strategie im wahren Sinne des Wortes, denn Methanol kann ohne Änderung der Infrastruktur überall dort eingesetzt werden, wo heutzutage Milliarden an Investitionen notwendig würden, um die treibende Kraft der fossilen Treib-und Brennstoffe zu ersetzen. Das gilt sowohl für den Wärmemarkt, auf den z. B. unsere Gebäude zum Heizen und Kühlen angewiesen sind, als auch dem Verkehr, für den eine Industrie-mordende Revolution nicht nötig wird.
Übrigens, in Mecklenburg-Vorpommern gibt es kluge Ingenieure, die helfen werden, das alles von der Theorie in die Praxis zu führen. Es lohnt sich deshalb, den Inhalt des anliegende PDFs zu würdigen.

Lieber Herr Herbort-von Loeper,
bitte tun sie das nicht ab als die Idee eines Spinners. In meinem Vorleben war ich einmal Dipl. Ing. der Elektrotechnik, Oberstudienrat in Physik und Mathematik mit nebenbei abgeschlossenem Studium der Soziologie.
Ich weiß, die Themen solcher Veranstaltungen werden früh abgestimmt, aber vielleicht können Sie diese Idee noch dazwischen zu schieben. Wenn nicht, wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir meine Denkfehler mitteilen würden.
Mit freundlichen Grüßen
Jean Pütz


Hier geht’s zum Antwortbrief von Bundesministerin Anja Karliczek


Liebe Frau Anja Karliczek,

über Ihren prompten Antwortbrief habe ich mich sehr gefreut, insbesondere, weil er so umfangreich war und viele meiner Wünsche und Hoffnungen abdeckt. Ich möchte nicht an Ihrer Stelle sein mit der Vielfalt Ihrer Aufgaben, denn die Forschung ist mittlerweile so umfangreich geworden, dass es sehr schwer fällt, Entscheidungen zu finden, die unsere Zukunft betreffen. Vielleicht sollte die Politik einmal überlegen, ob diese Aufgaben überhaupt von einem einzelnen Menschen verantwortungsvoll bewältigt werden kann. Seit ich vor über 50 Jahren verantwortlicher Wissenschaftsredakteur geworden bin, hat sich der Umfang der gesamten wissenschaftlich-technischen Erkenntnisse und Methoden um mindestens das Hundertfache vermehrt. Die Folge ist, dass selbst die Auswahl des Beratergremiums eine diffizile Sache geworden ist, auch, weil Sie so viele Spezial-Interessen von diversen staatlichen und Industrie-nahen  Forschungsinstituten, NGOs und Lobbyisten berücksichtigen müssen. Jeder Fachmann, vom Ministerium hinzu gezogen, versucht seine individuellen Erkenntnisse in Ihr Entscheidungsfeld einzubringen. Oft vertreten sie aber nur das Interesse ihres Spezial-Gebietes, so dass es außerordentlich schwer fällt, es jeweils in den richtigen Rahmen einzuordnen und den Überblick zu wahren. Der eigene Tellerrand ist die Grenze und dann kommt noch hinzu, dass die Schwarmintelligenz, von der Soziologie der Kleingruppen getrieben, das Pendel oft willkürlich  in die eine oder andere Richtung treibt. Dann gibt es ja auch noch das Prinzip des political correctnis, die diejenigen dazu verpflichtet, die oft einen so oder so gearteten Volkswillen – genannt Mainstream – zu entsprechen. Alle zerren sie an Ihren Rock, ehrlich gesagt, ich beneide Sie nicht.

Da besteht z. B., was die Klimawende anbelangt, die Forderung, die Energiewende zunächst ausschließlich aus Deutschland heraus als Vorbild zu initiieren. Dann pfuschen Ideologen noch in Ihr Metier, die nach dem Motto verfahren, was nicht sein darf, das nicht sein kann.

Vielleicht wissen Sie, dass ich mir selbst seit meinem Einstieg in den Wissenschaftsjournalismus nicht nur die Aufgabe gesetzt habe, über wegweisende wissenschaftliche und technische Errungenschaft die Bürger zu informieren, unabhängig von ihrem Bildungsstand, sondern auch versuche – ähnlich wie Sie – Vorschläge zu machen, die eine Optimierung notwendiger >Maßnahmen zum Ziel haben – nach dem Motto des kleineren Übels. Das ist übrigens der Grund, weshalb ich nie radikaler Ideologe wurde, alles lässt sich verbessern. Wenn aber das Wunschdenken Verbesserungsvorschläge überdeckt, versuche ich selbst heute noch als ‚Rentner‘ auf diese Widersprüche aufmerksam zu machen.

Es ist wohl selten, dass ein Journalist eine solche Vorgeschichte hat wie ich. Als ehemaliger Handwerker in einem Eisenhüttenwerk, Dipl. Ing., Pädagoge bis hin zum Oberstudienrat für Mathematik und Physik und studierter Soziologe, kann ich auf Erfahrungen zurückgreifen, die Mondschlösser von der Realität unterscheiden. Als Fachmann auf dem Gebiet der Elektrotechnik kann ich Ihnen versichern, dass die Mär von der aus Deutschland heraus mit Ressourcen von Sonne, Wind und Wasserkraft aufbauenden  rein regenerativen Versorgung des Stromnetzes ins Leere greift. Insbesondere, weil der Abruf von elektrischer Energie durch immer mehr anfallenden Anforderungen, wie z. B. Elektromobilität und Wärmeversorgung von Gebäuden sich in nächster Zeit potenzieren wird. Das verkraftet nicht einmal der europäische Hochspannungs-Verbund, es sei denn, es wird wegen der Netzstabilität auf Atomstrom aus Frankreich oder Braunkohle-Strom aus Ost-Europa zugegriffen. Aber das ist ja nicht im Sinne der Erfinder.

Das Verbot von Verbrennungsmotoren ist so schwachsinnig, dass ich es nicht fassen kann, dass das deutsche Volk der Techniker, Erfinder und Denker das für notwendig erachtet und Gesetzes-Charakter bekommt.

Bisher hat mir noch kein Wissenschaftler erklären können, wie die tausende von Tera-Watt-Stunden gespeichert werden können, die nötig sind, um Flauten von Sonne, Wind und Wasserkraft zu überwinden. Der wohlfeile Rückgriff auf grünen Wasserstoff wird manchmal vorgehalten, aber die Energie des schwer zu händelnden Wasserstoffgases muss ja auch erst in elektrischen Strom umgewandelt werden. Das geschieht am wirtschaftlichsten mit Verbrennungsmaschinen, verbunden mit einem intelligenten Generator. Klar, auch Brennstoffzellen können dies ohne sichtbare Bewegung vollbringen, aber die sind auch dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik, das ist der mit der Entropie, unterworfen. Verbrennungsmaschinen haben es in hundertjähriger Entwicklung zur Perfektion gebracht, das mit den Brennstoffzellen liegt noch für den Massenstart im St. Nimmerleins-Land.

Ich freue mich, dass die Forschung in Deutschland – wie Sie mir in Ihrem Brief ausführlich berichtet haben – so vielfältig ist, dass über den grünen Wasserstoff mittlerweile die Technologie entwickelt wurde, in der zweiten Stufe Methanol zu produzieren. Aber bisher lag der Schwerpunkt stets nur auf der Verwertung von regenerativem Strom aus Deutschland. Die soeben in Betrieb genommene Hochspannungs-Gleichstromleitung von 55 Kilovolt im Austausch mit Norwegen, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. OK, auch das scheint notwendig zu sein, bringt aber keineswegs die rettende Stabilität des Netzes, hat also mehr wirtschaftliche Ursachen und reicht bei weitem nicht aus, die regenerative Versorgung Deutschlands zu gewährleisten

Während meines Studiums habe ich mich sehr in der Entwicklungshilfe engagiert und z. B. als Vorsitzender des Internationalen Studentenbundes Arbeits- und Studienaufenthalte in Entwicklungsländern für Studenten organisiert. Aber nicht nur deshalb schätze ich z. B. unseren Bundes-Entwicklungshilfe-Minister Gerhard Müller und habe ihn in seiner wertvollen Arbeit immer unterstützt. Sollten Sie mit ihm Kontakt haben, sprechen Sie ihm bitte mein höchstes Kompliment aus. Leider zieht er sich aus der Politik zurück.

Ich bin sicher, dass er meine folgende Idee begrüßen wird. Den Frieden auf der Welt können wir letztlich nur erreichen, wenn die Entwicklungsländer schon aus sozialen Gründen, in unserem eigenen Interesse, in die Bemühungen um den Klimawandel intensiv einbezogen werden. Am deutschen Wesen allein wird die Welt nicht genesen.

Die übermäßig mit Sonne überfluteten Länder der sogenannten 3. Welt können auf diese Weise an eine nachhaltige Industrialisierung heran geführt werden. Nirgendwo stehen so viel Flächen zur Verfügung, um mit Fotovoltaik grenzenlos Strom zur Wasserstoffproduktion an Ort und Stelle zu erzeugen und in der zweiten Stufe das regenerative Methanol. Zwar ist dazu auch CO2 als Wertstoff erforderlich, aber theoretisch kann der aus der Atmosphäre gewonnen werden oder – viel wirtschaftlicher – aus recyceltem Kohlendioxid. Dieses Kohlendioxid, welches in vielen von notwendigen Verbrennungsprozessen anfällt, lässt sich leicht abfangen.  CO2 abzuscheiden stellt kein technisches Problem dar und ist schon bei geringem Druck verflüssig- und transportierbar.

Die Entwicklungsländer, ebenso wie die Industrieländer, die seit über 100 Jahren für die Klima-Misere verantwortlich sind, könnten sich zu einer idealen Win-Win-Situation zusammenfinden, auf Augenhöhe und sozialverträglich. Methanol ist in der Lage, sämtliche Fossilenergieträger wie Kohle, Erdöl, Erdgas zu substituieren. Auch die meisten Raffinerien werden überflüssig, denn es ist im flüssigen Zustand sowohl in der Chemie als auch als intelligenter Brennstoff in Gebäuden, im Verkehr und in Kraftwerken ohne hohe staatliche Subventionen und Investitionen in revolutionäre Umbauten einsetzbar. So nebenbei erwähnt als Physiker: Methanol besitzt eine sehr hohe Klopffestigkeit, so dass in den Kolben von Motoren höhere Verbrennungstemperaturen möglich sind. als bei Benzin oder Diesel. Damit verbunden bisher unerreichte  thermische Wirkungsgrade von über 50%.

Im HyperHybrid-Lademotor eingesetzt,  fördert es somit auch die erschwingliche Elektromobilität für jedermann mit maximal 2-3 Liter auf 100 Kilometer eines Mittelklasse-Wagens. Die Prototypen existieren – alles garantiert CO2-neutral.

Liebe Frau Bundesministerin Anja Karliczek, zum ersten Mal habe ich Hoffnung, dass in dieser Konstellation mit dem Super-Energie-Träger Methanol – weltweit akzeptiert – die Klimawende gelingen kann. Hoffentlich springen die bisherigen Mainstream-Ideologen über ihren eigenen Schatten und lassen sich darauf ein. Gerne bin ich bereit, mit jedem, der mir einen Gedankenfehler nachweisen kann, zu diskutieren.

Im Moment versucht die CDU, das Wahlprogramm für die Bundestagswahl unter dem wichtigen Aspekt der sozialverträglichen Klimawende und unter Erhaltung der Arbeitsplätze zu entwickeln. Nur mit grünem Methanol ist das möglich, glauben Sie mir. Ihr CDU-Vorsitzender kennt mich sehr gut. Er war auch verantwortlich dafür, dass mir das Bundesverdienstkreuz überreicht wurde. Wie wäre es, wenn Sie ihn dazu bringen würden, in sein Konzept einzubringen. Deutschland kann Industrieland bleiben und die grünen Ideologen würden von ihrem hohen Ross bzw. von ihrem Bau von Mondschlössern heruntergeholt

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Jean Pütz

Offener Brief ‚Kritik an Ethik-Kommission Kernkraft-Moratorium nach Fukushima‘

Zehn Jahre zu spät und trotzdem aktuell: Offener Brief an Matthias Kleiner und die Professoren der Ethikkommission Atomkraft

André D. Thess      Mai 2021

Sehr geehrter Herr Kollege Kleiner,

„Wir haben unsere Arbeit in diesen zwei Monaten in aller Unabhängigkeit getan […] das möchte ich zu Beginn deutlich hervorheben und an dieser Stelle auch meinen Dank insbesondere für diese Unabhängigkeit, die wir genossen haben, an die Bundesregierung, die Bundeskanzlerin sagen.“ Diese Worte[1] sprachen Sie am 30. Mai 2011 auf der Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung des Abschlussberichts „Deutschlands Energiewende – Ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft“.

In Ihrer damaligen Funktion als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) repräsentierten Sie als einer von acht Professoren die Stimme der Wissenschaft in dem siebzehnköpfigen Gremium. Auf der Grundlage Ihres Berichts beschloss der Deutsche Bundestag am 30. Juni 2011 den Atomausstieg.

Am zehnten Jahrestag der Veröffentlichung Ihres Berichts wende ich mich als Fachkollege an Sie.

Im weiteren Sinne richtet sich dieser offene Brief an das gesamte Professorenkollegium der Ethikkommission: Neben dem Umformtechniker Matthias Kleiner von der TU Dortmund  an den Soziologen Ulrich Beck von der LMU München, an den Mikrobiologen Jörg Hacker von der Universität Würzburg, an den Forst- und Bodenwissenschaftler Reinhard Hüttl von der BTU Cottbus, an die Philosophin Weyma Lübbe von der Universität Regensburg, an die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin Lucia Reisch von der Copenhagen Business School, an den Soziologen und Risikoforscher Ortwin Renn von der Universität Stuttgart sowie an die Politikwissenschaftlerin Miranda Schreurs von der TU München.

In diesem Brief geht es nicht darum, ob der Atomausstieg „richtig“ oder „falsch“ war. Ich stelle vielmehr die Frage: Haben die acht Professoren – wie in Ihrer Presseerklärung gesagt – unabhängig votiert und sind damit dem Vertrauen gerecht geworden, welches die Gesellschaft beamteten Hochschullehrern auf Lebenszeit schenkt?

Obwohl Ihr Bericht schon zehn Jahre alt ist, halte ich diese Frage gerade jetzt für zeitgemäß. Viele Deutsche äußern angesichts der gegenwärtigen Pandemie- und Klimapolitik Zweifel an der Unabhängigkeit der Wissenschaft.

An einem solchen Zeitpunkt gilt es deshalb, aufmerksam in die Vergangenheit zu blicken und aus ihr zu lernen. Aus diesem Anlass habe ich die 115 Seiten Ihres Berichts mit zehnjährigem Abstand studiert. Dabei habe ich speziell die Frage beleuchtet, wie Sie bei Ihrer Arbeit in der Kommission den Leitlinien guter wissenschaftlicher Praxis Ihrer eigenen Organisation sowie den von den Kommissionsmitgliedern Hüttl und Renn mitgestalteten Leitlinien Politikberatung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gefolgt sind. Diese Grundsätze betrachte ich bei meiner politischen Beratungstätigkeit stets als Geschäftsgrundlage.

Die Ergebnisse meiner Überlegungen möchte ich zu sechs Thesen verdichten.

  1. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium verfügte nicht über hinreichende Fachkompetenz, um die Risiken eines Verbleibs in der Kernenergie gegenüber denen eines Ausstiegs umfassend und sachgerecht abzuwägen.Im Kollegium befand sich kein Kraftwerkstechniker, kein Elektro­techniker und keine renommierte Ökonomin. Bei der DFG wäre es undenkbar, etwa einen Sonder­forschungsbereich zu Pandemien von einer Gutachtergruppe ohne Virologen zu begutachten. Wie soll ein Gremium ohne spezifisches Fachwissen über Gefahrenanalysen von Kernkraftwerken, über die Stabilität von Stromnetzen sowie über materielle und immaterielle Kosten von Wind- und Kernenergie Risikoabwägungen zur Energieversorgung einer Industrienation vornehmen? Unabhängigkeit der Wissenschaft hätte nach meiner Meinung eine Ablehnung der Mitarbeit in einem Gremium mit ungenügender Interdisziplinarität erfordert.
  2. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat eine Aufgabenstellung mit politisch vorgegebenem Untersuchungsergebnis anscheinend widerspruchslos entgegengenommen.Dem Kapitel 2 „Anlass und Mandat“ fehlt eine professionell formulierte Aufgabenstellung. Es enthält lediglich den dürftigen Satz: „Die Bundesregierung hat die Ethik-Kommission Sichere Energieversorgung berufen, um die verantwortungsethischen Entscheidungsgrundlagen und ihre Schlussfolgerungen ganzheitlich zu betrachten.“ Unmissverständlich wird die Aufgabe hingegen im „Pressestatement[2]von Bundeskanzlerin Merkel, Bundeswirtschaftsminister Brüderle und Bundesumweltminister Röttgen zur Nutzung der Kernenergie in Deutschland“ vom 22. März 2011 formuliert: „Wie kann ich den Ausstieg mit Augenmaß so vollziehen, dass der Übergang in das Zeitalter der erneuerbaren Energien ein praktikabler ist, ein vernünftiger ist, und wie kann ich vermeiden, dass zum Beispiel durch den Import von Kernenergie nach Deutschland Risiken eingegangen werden, die vielleicht höher zu bewerten sind als die Risiken bei der Produktion von Kernenergie-Strom im Lande?“ Diese Aufgabenstellung macht klar, dass Ihre Kommission nicht das „Ob“, sondern lediglich das „Wie“ eines Kernenergie­ausstiegs zu beantworten hatte. Die im Raum stehende Risikoabwägung war damit anscheinend gegenstandslos. Wäre in meiner achtjährigen Amtszeit als gewählter Fachkollegiat bei einem Fördergesuch an die DFG eine Forschungshypothese in solch alternativ­loser Form vorgetragen worden, so hätte ich eine Ablehnung des Projektantrages empfohlen. Die Unabhängigkeit der Professoren der Ethikkommission hätte meines Erachtens durch Widerspruch zu dieser Aufgabenstellung glaubhaft gemacht werden können.
  3. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die politische Vorgabe durch ein Sondervotum zu einer ergebnisoffenen Aufgabe auszuweiten und die Risiken von Kernenergieausstieg versus Kernenergieverbleib aus ganzheitlicher Perspektive fachgerecht abzuwägen.Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis gelten nicht nur für den Forschungs­­betrieb. Sie werden von vielen Kollegen auch als Leitlinien für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft angesehen. Hierzu gehört die Maxime, lege artis– nach den Regeln der Kunst – zu arbeiten. Deren Berücksichtigung hätte erfordert, für jede der beiden Alternativen die Risiken systematisch zusammenzutragen und in einer Gesamtschau zu bewerten. In Ihrem Dokument fehlt hingegen die Abwägung zwischen dem Risiko eines schnelleren Klimawandels ohne Kernenergie und dem Risiko eines langsameren Klimawandels mit Kernenergie. Aber gerade diese Abwägung wäre für eine solche Analyse konstitutiv gewesen! Gute wissenschaftliche Praxis umfasst übrigens auch eine neutrale Darstellung gegensätzlicher Positionen in Wissenschaft und Gesellschaft. Mit den Worten „Hier stehen sich eine kategorisch ablehnende und eine relativierend abwägende Position gegenüber“ stellen Sie den Diskussionsstand einseitig zugunsten der Kernenergiegegner dar. Eine neutrale Formulierung hätte gelautet: „Hier stehen sich eine ablehnende und eine befürwortende Position gegenüber.“ Unabhängige Wissenschaft hätte einen politischen Beratungsauftrag vervollständigt und das gesellschaftliche Meinungsbild unparteiisch dargestellt.
  4. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat den internationalen Stand der Wissenschaft unberücksichtigt gelassen und dadurch einem nationalen Alleingang Deutschlands Vorschub geleistet. Wissenschaft ist international. Zu den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis gehört die umfassende Würdigung sämtlicher weltweit vorliegenden Forschungsergebnisse, auch wenn diese zu eigenen wissenschaftlichen Ansichten im Widerspruch stehen. Dem Dokument fehlt vor diesem Hintergrund eine Einordnung in die internationale Forschung zur Ethik der Kernenergienutzung. Der Bericht erweckt konkret den Eindruck, es gäbe außerhalb Deutschlands keine ethischen Abwägungen zur Atomenergie. Sie sind der Öffentlichkeit eine Begründung schuldig geblieben, in welcher Hinsicht sich die ethischen Maßstäbe einer deutschen Professoren­gruppe etwa von denen einer französischen unterscheiden. Unabhängige Wissenschaft hätte gegenüber der Öffentlichkeit eine sachliche Begründung für eine deutsche Sonderperspektive gegeben und das Abweichen vom Grundsatz europäischer Einheit erklärt.
  5. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat anscheinend versäumt, bei der Formulierung des Abschlussberichts eine klare Trennung von Fakten und Meinungen durchzusetzen.Die Leser des Berichts haben das Recht zu erkennen, welche Aussagen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und wann es sich um persönliche Werturteile handelt. Die Vermengung von Fakten und Meinungen wird an folgendem Kernsatz des Berichts besonders deutlich: „Für die Kernenergie mit ihrem besonders hohen Katastrophenpotenzial ist es ethisch nicht hinnehmbar, die außerhalb dieser (gesetzten) Grenzen befindlichen und durch Fukushima belegten Ereignisabläufe der Havarie und Havarie-Folgen als ‚Restrisiko‘ abzutun.“ Würde es sich bei dieser Aussage um eine wissenschaftliche Erkenntnis handeln, so müsste daraus folgen, dass der Rest der Welt unethisch denkt und handelt. Glaubhafte Unabhängigkeit der Wissenschaft hätte erfordert, auf eine klare Kennzeichnung von Meinungen zu dringen.
  6. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat einem Dokument zugestimmt, dessen Präsentationsform den Grundsätzen wissenschaftlichen Politikberatung nicht gerecht wird. Die Leitlinien Politikberatung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften aus dem Jahr 2008 besagen: „Werden Handlungsempfehlungen gegeben, so sind sie vom wissenschaftlichen Untersuchungsergebnis möglichst klar abzugrenzen.“ Dies ist im Bericht nicht geschehen. Anstatt strukturell zwischen Fragestellung, Voraussetzungen, Methoden, Ergebnissen, Schlussfolgerungen und Empfehlungen zu differenzieren, nimmt das Kapitel 3 „Gemeinschaftswerk Energiezukunft Deutschlands“ wesentliche Aussagen wie „Die Energiewende muss […] gestaltet werden“ vorweg. Dies passiert, bevor in Kapitel 4 „Ethische Positionen“ die Analyse erfolgt. Die Gliederung wird weder wissenschaftlichen Standards gerecht, noch besitzt sie einen für Außenstehende nachvollziehbaren roten Faden. Unabhängige Wissenschaft hätte auf eine klare und stringente Darstellungsform gedrungen.

Zusammenfassend komme ich zu dem Schluss, dass die drei Professorinnen und fünf Professoren der Ethikkommission dem Leitbild unabhängiger Wissenschaft nicht gerecht geworden sind. Sie haben sich allem Anschein nach vereinnahmen lassen und das politisch erwartete Ergebnis geliefert. Um das in der heutigen Zeit beschädigte Vertrauen der Bevölkerung in die Wissenschaft wiederzuerlangen, sollten sich alle Professoren auf die intellektuelle Freiheit besinnen, die der Staat ihnen durch den Beamtenstatus ermöglicht.

Mit freundlichen Grüßen,

André D. Thess

Professor für Energiespeicherung an der Universität Stuttgart

DFG-Fachkollegiat von 2008 bis 2016

Offener Brief zum Kernkraftausstiegsbeschluss 2011 – Mit einem Brief von Jean Pütz

Sehr geehrter Herr Professor Thess,

soeben habe ich mit großen persönlichen Emotionen Ihren ‚Offenen Brief‘ an Professor Kleiner, den derzeitigen Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft und ehemaligen Präsidenten der DFG, gelesen. Sie bestätigen darin alles, was ich seit 50 Jahren als Wissenschaftsjournalist beobachtet habe. Mit ging es immer um die Unabhängigkeit der Wissenschaft, die sozusagen das Rückgrat unserer technischen Kultur darstellen muss. Das waren immer meine ethischen Vorgaben. Jetzt, im hohen Alter von 84 Jahren, bemühe ich mich immer noch, der Öffentlichkeit die Notwendigkeit und die Prägnanz von Wissenschaft zu vermitteln – insbesondere weil wir einen wissenschaftlichen Turmbau zu Babel gebaut haben, der durch die Schwachstellen, die Sie so treffend in Ihrem Brief offenbart haben, wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen kann.

Vielen Dank, dass Sie den Mut hatten, den Mainstream zu widersprechen. Ich habe zwar als Wissenschaftsjournalist seit den 1960er Jahren die Wissenschaftsberichterstattung der ARD vom WDR ausgehend mitbestimmen können – stets mit hohem Anspruch an Glaubwürdigkeit und Quellenseriosität. Aber seit etwa 30 Jahren fühle ich mich als einsamer Rufer in der Wüste. Meinem Currikulum entsprechend war ich Elektromechaniker, wurde Dipl. Ing. der Elektrotechnik, studierte für für das Lehramt mit zwei Staatsexamen, wurde Oberstudienrat in Physik und Mathematik. Parallel studierte ich acht Jahre lang Soziologie bei René König und Erwin K Scheuch. Letzterer hat mich durch die Setzung empirischer Schwerpunkte geprägt.

Als Quereinsteiger mit der mir vom WDR gewährten Chance, eine Naturwissenschaft und Technik-Redaktion nach meinem Gusto zu gründen, legte ich großen Wert auf Vermittlung von Wissenschaft und Technik für jedermann. Im Vordergrund stand bei mir immer, Zusammenhänge darzustellen gegen die Tendenz der Spezialisierung. So wurde ich auch Mitbegründer der Wissenschaftspressekonferenz WPK.org und war 14 Jahre ihr erster Vorsitzender. Dabei fiel mir immer mehr auf, dass die Politik starken Einfluss auf die Wissenschaft verübte. Der einzige Forschungsminister, der seinerzeit Ahnung hatte, war Professor Riesenhuber, dem ich auch heute noch hohen Respekt zolle. Das kulminiert heutzutage in einer völlig ahnungslosen Ministerin im  BMBF, Frau Karliczek, die völlig auf die Einflüsterungen ihrer Ratgeber angewiesen ist, doch Milliarden an Förderungen veranlasst, die immer mehr die Unabhängigkeit nicht nur der bundeseigenen Institute in wissenschaftlicher Hinsicht beeinflussen. Noch mehr gilt das für die Inkompetenz von Frau Svenja Schulze im Bundesumweltministerium. Beide sind für Entwicklung verantwortlich, die die Konkurrenzfähigkeit in Industrie und Technologie völlig infrage stellt.

So, nun komme ich zu meinem eigenem Problem:

Als ehemaliger Ingenieur für Energietechnik habe ich die Entwicklung und zunehmende Abstinenz von der Kernenergie mit Unbehagen beobachtet. Als Soziologe musste ich akzeptieren, dass eine kleine Gruppe von irrationalen Kernkraftgegnern die deutsche Öffentlichkeit so manipulierte, dass sie zu ‚verbrannten Erde‘ wurde. Schön, dass Sie mir jetzt klar gemacht haben, dass Frau Merkel sich von diesem völlig abwegigen Vergleich mit Fukushima zum Moratorium der Kernenergie sich veranlasst fühlte. Nun weiß ich, dass es der Ethik-Rat war, wie Sie das so treffend beschrieben. Doch Frau Merkel als Physikerin hätte es besser wissen müssen, denn die Probleme, die unserer Versorgung mit elektrischer Energie drohen, hätte sie voraussehen können. Ich habe zum Beispiel dem Fraunhofer-Institut für Energiesysteme in Kassel vorgeworfen, dass sie meine Kollegen irreführten, in dem sie behaupteten, die regenerative Versorgung mit elektrischer Energie sei möglich. Offenbar ist das auch die Meinung der Politiker. Gleiches gilt für das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme in Freiburg, die durch ihren Pressesprecher in einer Radiosendung das Wunschdenken nährte, das sei durch Photovoltaik möglich. Offenbar fühlen sich viele Wissenschaftler und leider auch meine Kollegen in der Öffentlichkeit der Manie des political corectness verpflichtet – wes Brot ich ess, des Lied ich sing. So sehe ich das auch insbesondere heutzutage, wo die Milliarden von Geldern zur Förderung und Subventionierung die Wissenschaft regelrecht korrumpiert. In Ihrem Offenen Brief haben Sie mir das bewiesen. Eine einzige von mir bewusst naiv gestellte Frage wurde nie beantwortet: Wie lässt sich elektrische Energie in tausenden von Terawatt-Stunden zum jeder zeitigen Abruf wirtschaftlich und mit geringen Verlusten speichern. Dem ungebildeten Bürger wird populistisch, dafür haben wir ja Batterien – damit beruhigt er sich. Das ist die Rattenfänger-Methode der Grünen-Ideologie, Aber das Wunschdenken geht natürlich weiter.

Nun führen Sie ja Institutsleiter an der Universität zu Stuttgart für Energiespeicherung. Ich habe gute Beziehungen zum KIT, doch auch von dort bekomme ich keine Antwort auf diese Frage. Aber Sie können mir bestimmt eine Antwort zu geben, denn Sie scheinen unabhängig zu sein. Wie soll die Netzstabilität aufrecht erhalten werden mit sehr variablen regenerativen Einspeisungen – ab 2045 ja komplett – ohne Kernenergie aus Franzosen und Braunkohle-Strom aus Osteuropa. Ich habe ein Gesamt-Energie-Konzept entwickelt, welches aber heute mit dem Mainstream-Lösungen nicht vereinbar ist. Gerne würde ich einmal mit Fachleuten aus Ihrem offenbar unabhängigen Institut diskutieren. Im Mittelpunkt steht das regenerative Methanol, welches für mich die Zukunftsenergie darstellt.

Hier ein Link, in dem ich einen Brandbrief an die Leibniz-Gemeinschaft gesendet habe. Übrigens, der von Ihnen so gebrandmarkte Professor Kleiner hat mir persönlich geantwortet. Das wäre doch ein Ansatz.

Und hier der Link von meiner Homepage

Ihren Offenen Brief werde ich sowohl auf meiner wissenschaftlichen Homepage und als Link auf meinem Facebook-Kanal veröffentlichen

Mit freundlichen Grüßen
Jean Pütz

 

 

Sehr geehrter Herr Kollege Kleiner,

„wir haben unsere Arbeit in diesen zwei Monaten in aller Unabhängigkeit getan […] das möchte ich zu Beginn deutlich hervorheben und an dieser Stelle auch meinen Dank insbesondere für diese Unabhängigkeit, die wir genossen haben, an die Bundesregierung, die Bundeskanzlerin sagen.“ Diese Worte[1] sprachen Sie am 30. Mai 2011 auf der Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung des Abschlussberichts „Deutschlands Energiewende – Ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft“.

In Ihrer damaligen Funktion als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) repräsentierten Sie als einer von acht Professoren die Stimme der Wissenschaft in dem siebzehnköpfigen Gremium. Auf der Grundlage Ihres Berichts beschloss der Deutsche Bundestag am 30. Juni 2011 den Atomausstieg.

Am zehnten Jahrestag der Veröffentlichung Ihres Berichts wende ich mich als Fachkollege an Sie.

Im weiteren Sinne richtet sich dieser offene Brief an das gesamte Professorenkollegium der Ethikkommission: Neben dem Umformtechniker Matthias Kleiner von der TU Dortmund  an den Soziologen Ulrich Beck von der LMU München, an den Mikrobiologen Jörg Hacker von der Universität Würzburg, an den Forst- und Bodenwissenschaftler Reinhard Hüttl von der BTU Cottbus, an die Philosophin Weyma Lübbe von der Universität Regensburg, an die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin Lucia Reisch von der Copenhagen Business School, an den Soziologen und Risikoforscher Ortwin Renn von der Universität Stuttgart sowie an die Politikwissenschaftlerin Miranda Schreurs von der TU München.

In diesem Brief geht es nicht darum, ob der Atomausstieg „richtig“ oder „falsch“ war. Ich stelle vielmehr die Frage: Haben die acht Professoren – wie in Ihrer Presseerklärung gesagt – unabhängig votiert und sind damit dem Vertrauen gerecht geworden, welches die Gesellschaft beamteten Hochschullehrern auf Lebenszeit schenkt?

Obwohl Ihr Bericht schon zehn Jahre alt ist, halte ich diese Frage gerade jetzt für zeitgemäß. Viele Deutsche äußern angesichts der gegenwärtigen Pandemie- und Klimapolitik Zweifel an der Unabhängigkeit der Wissenschaft.

An einem solchen Zeitpunkt gilt es deshalb, aufmerksam in die Vergangenheit zu blicken und aus ihr zu lernen. Aus diesem Anlass habe ich die 115 Seiten Ihres Berichts mit zehnjährigem Abstand studiert. Dabei habe ich speziell die Frage beleuchtet, wie Sie bei Ihrer Arbeit in der Kommission den Leitlinien guter wissenschaftlicher Praxis Ihrer eigenen Organisation sowie den von den Kommissionsmitgliedern Hüttl und Renn mitgestalteten Leitlinien Politikberatung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gefolgt sind. Diese Grundsätze betrachte ich bei meiner politischen Beratungstätigkeit stets als Geschäftsgrundlage.

Die Ergebnisse meiner Überlegungen möchte ich zu sechs Thesen verdichten.

  1. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium verfügte nicht über hinreichende Fachkompetenz, um die Risiken eines Verbleibs in der Kernenergie gegenüber denen eines Ausstiegs umfassend und sachgerecht abzuwägen. Im Kollegium befand sich kein Kraftwerkstechniker, kein Elektro­techniker und keine renommierte Ökonomin. Bei der DFG wäre es undenkbar, etwa einen Sonder­forschungsbereich zu Pandemien von einer Gutachtergruppe ohne Virologen zu begutachten. Wie soll ein Gremium ohne spezifisches Fachwissen über Gefahrenanalysen von Kernkraftwerken, über die Stabilität von Stromnetzen sowie über materielle und immaterielle Kosten von Wind- und Kernenergie Risikoabwägungen zur Energieversorgung einer Industrienation vornehmen? Unabhängigkeit der Wissenschaft hätte nach meiner Meinung eine Ablehnung der Mitarbeit in einem Gremium mit ungenügender Interdisziplinarität erfordert.
  2. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat eine Aufgabenstellung mit politisch vorgegebenem Untersuchungsergebnis anscheinend widerspruchslos entgegengenommen. Dem Kapitel 2 „Anlass und Mandat“ fehlt eine professionell formulierte Aufgabenstellung. Es enthält lediglich den dürftigen Satz: „Die Bundesregierung hat die Ethik-Kommission Sichere Energieversorgung berufen, um die verantwortungsethischen Entscheidungsgrundlagen und ihre Schlussfolgerungen ganzheitlich zu betrachten.“ Unmissverständlich wird die Aufgabe hingegen im „Pressestatement[2] von Bundeskanzlerin Merkel, Bundeswirtschaftsminister Brüderle und Bundesumweltminister Röttgen zur Nutzung der Kernenergie in Deutschland“ vom 22. März 2011 formuliert: „Wie kann ich den Ausstieg mit Augenmaß so vollziehen, dass der Übergang in das Zeitalter der erneuerbaren Energien ein praktikabler ist, ein vernünftiger ist, und wie kann ich vermeiden, dass zum Beispiel durch den Import von Kernenergie nach Deutschland Risiken eingegangen werden, die vielleicht höher zu bewerten sind als die Risiken bei der Produktion von Kernenergie-Strom im Lande?“ Diese Aufgabenstellung macht klar, dass Ihre Kommission nicht das „Ob“, sondern lediglich das „Wie“ eines Kernenergie­ausstiegs zu beantworten hatte. Die im Raum stehende Risikoabwägung war damit anscheinend gegenstandslos. Wäre in meiner achtjährigen Amtszeit als gewählter Fachkollegiat bei einem Fördergesuch an die DFG eine Forschungshypothese in solch alternativ­loser Form vorgetragen worden, so hätte ich eine Ablehnung des Projektantrages empfohlen. Die Unabhängigkeit der Professoren der Ethikkommission hätte meines Erachtens durch Widerspruch zu dieser Aufgabenstellung glaubhaft gemacht werden können.
  3. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die politische Vorgabe durch ein Sondervotum zu einer ergebnisoffenen Aufgabe auszuweiten und die Risiken von Kernenergieausstieg versus Kernenergieverbleib aus ganzheitlicher Perspektive fachgerecht abzuwägen. Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis gelten nicht nur für den Forschungs­­betrieb. Sie werden von vielen Kollegen auch als Leitlinien für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft angesehen. Hierzu gehört die Maxime, lege artis – nach den Regeln der Kunst – zu arbeiten. Deren Berücksichtigung hätte erfordert, für jede der beiden Alternativen die Risiken systematisch zusammenzutragen und in einer Gesamtschau zu bewerten. In Ihrem Dokument fehlt hingegen die Abwägung zwischen dem Risiko eines schnelleren Klimawandels ohne Kernenergie und dem Risiko eines langsameren Klimawandels mit Kernenergie. Aber gerade diese Abwägung wäre für eine solche Analyse konstitutiv gewesen! Gute wissenschaftliche Praxis umfasst übrigens auch eine neutrale Darstellung gegensätzlicher Positionen in Wissenschaft und Gesellschaft. Mit den Worten „Hier stehen sich eine kategorisch ablehnende und eine relativierend abwägende Position gegenüber“ stellen Sie den Diskussionsstand einseitig zugunsten der Kernenergiegegner dar. Eine neutrale Formulierung hätte gelautet: „Hier stehen sich eine ablehnende und eine befürwortende Position gegenüber.“ Unabhängige Wissenschaft hätte einen politischen Beratungsauftrag vervollständigt und das gesellschaftliche Meinungsbild unparteiisch dargestellt.
  4. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat den internationalen Stand der Wissenschaft unberücksichtigt gelassen und dadurch einem nationalen Alleingang Deutschlands Vorschub geleistet. Wissenschaft ist international. Zu den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis gehört die umfassende Würdigung sämtlicher weltweit vorliegenden Forschungsergebnisse, auch wenn diese zu eigenen wissenschaftlichen Ansichten im Widerspruch stehen. Dem Dokument fehlt vor diesem Hintergrund eine Einordnung in die internationale Forschung zur Ethik der Kernenergienutzung. Der Bericht erweckt konkret den Eindruck, es gäbe außerhalb Deutschlands keine ethischen Abwägungen zur Atomenergie. Sie sind der Öffentlichkeit eine Begründung schuldig geblieben, in welcher Hinsicht sich die ethischen Maßstäbe einer deutschen Professoren­gruppe etwa von denen einer französischen unterscheiden. Unabhängige Wissenschaft hätte gegenüber der Öffentlichkeit eine sachliche Begründung für eine deutsche Sonderperspektive gegeben und das Abweichen vom Grundsatz europäischer Einheit erklärt.
  5. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat anscheinend versäumt, bei der Formulierung des Abschlussberichts eine klare Trennung von Fakten und Meinungen durchzusetzen. Die Leser des Berichts haben das Recht zu erkennen, welche Aussagen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und wann es sich um persönliche Werturteile handelt. Die Vermengung von Fakten und Meinungen wird an folgendem Kernsatz des Berichts besonders deutlich: „Für die Kernenergie mit ihrem besonders hohen Katastrophenpotenzial ist es ethisch nicht hinnehmbar, die außerhalb dieser (gesetzten) Grenzen befindlichen und durch Fukushima belegten Ereignisabläufe der Havarie und Havarie-Folgen als ‚Restrisiko‘ abzutun.“ Würde es sich bei dieser Aussage um eine wissenschaftliche Erkenntnis handeln, so müsste daraus folgen, dass der Rest der Welt unethisch denkt und handelt. Glaubhafte Unabhängigkeit der Wissenschaft hätte erfordert, auf eine klare Kennzeichnung von Meinungen zu dringen.
  6. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat einem Dokument zugestimmt, dessen Präsentationsform den Grundsätzen wissenschaftlichen Politikberatung nicht gerecht wird. Die Leitlinien Politikberatung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften aus dem Jahr 2008 besagen: „Werden Handlungsempfehlungen gegeben, so sind sie vom wissenschaftlichen Untersuchungsergebnis möglichst klar abzugrenzen.“ Dies ist im Bericht nicht geschehen. Anstatt strukturell zwischen Fragestellung, Voraussetzungen, Methoden, Ergebnissen, Schlussfolgerungen und Empfehlungen zu differenzieren, nimmt das Kapitel 3 „Gemeinschaftswerk Energiezukunft Deutschlands“ wesentliche Aussagen wie „Die Energiewende muss […] gestaltet werden“ vorweg. Dies passiert, bevor in Kapitel 4 „Ethische Positionen“ die Analyse erfolgt. Die Gliederung wird weder wissenschaftlichen Standards gerecht, noch besitzt sie einen für Außenstehende nachvollziehbaren roten Faden. Unabhängige Wissenschaft hätte auf eine klare und stringente Darstellungsform gedrungen.

Zusammenfassend komme ich zu dem Schluss, dass die drei Professorinnen und fünf Professoren der Ethikkommission dem Leitbild unabhängiger Wissenschaft nicht gerecht geworden sind. Sie haben sich allem Anschein nach vereinnahmen lassen und das politisch erwartete Ergebnis geliefert. Um das in der heutigen Zeit beschädigte Vertrauen der Bevölkerung in die Wissenschaft wiederzuerlangen, sollten sich alle Professoren auf die intellektuelle Freiheit besinnen, die der Staat ihnen durch den Beamtenstatus ermöglicht.

Mit freundlichen Grüßen,

André D. Thess

Professor für Energiespeicherung an der Universität Stuttgart

Artikel der NZZ zum Thema: Energiewende

CO2 bewirtschaften statt verteufeln!

(pts) – Im Bestreben, das Pariser Klimaabkommen von 2015 zu erfüllen, streben insbesondere europäische Regierungen einen Totalverzicht auf die Nutzung fossiler Energieträger an. Diese Strategie ist jedoch – wie inzwischen selbst der Weltklimarat IPCC erkennen musste – auf diese Art und innerhalb der vorgegebenen Deadline von 2050 weder technisch noch finanziell realisierbar. Der IPCC regt deshalb an, das „Netto Null“-Ziel mit sogenannten „Negativ-Emissionen“ zu verfolgen. Was konkret bedeutet, dass der Atmosphäre CO2 entzogen und sequestriert wird. Und er schlägt dazu verschiedene Verfahren vor, die allesamt zwingend an der Kostenfrage scheitern müssen.

So ist es beispielsweise ein völlig abwegiges Konzept, CO2 integral von der Umgebungs- oder Verbrennungs-Abluft abzuscheiden und in erschöpften Erdöl-Lagerstätten einzulagern. Denn das Problem ist nicht der Sauerstoff, sondern dessen Verbindung mit Kohlenstoff und das sich daraus ergebende dreifache Volumen. Es grenzt somit an Schwachsinn, das volatile CO2-Gas zu sequestrieren, wenn man es zu erschwinglichen Konditionen in völlig unproblematischen Sauerstoff und stabilen Kohlenstoff trennen kann. Diese Technologie existiert tatsächlich. Sie wird vom Köhlergewerbe seit Jahrhunderten praktiziert und steht heute in einer modernisierten, umweltverträglichen und gut praktikablen Form zur Verfügung. Und sie ist nicht nur technisch beherrschbar und völlig ungefährlich, sondern auch absolut erschwinglich.

Die Rede ist von der Biopyrolyse, mit deren Hilfe sich aus Biomasse aller Art (vom Holz über die Ernteabfälle, Essensreste und den Gartenabraum bis hin zum Klärschlamm) Wärme und Biokohle gewinnen lässt. Dabei entspricht jedes Kilo Biokohle der Menge an Kohlenstoff, die bei der Verbrennung von 1 Kilo Heizöl oder Diesel in der Form von CO2 freigesetzt wird. Ein perfekter Kreislauf also, der das Übermass an Kohlenstoffdioxid, das durch die Nutzung gewaltiger Mengen fossiler Brenn- und Treibstoffe laufend in die Atmosphäre gelangt, vollständig neutralisieren und dadurch den aus dem Lot geratenen natürlichen Kohlenstoff-Kreislauf wiederherstellen kann.

Und das Beste dabei: Gemäss einer Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich steht weltweit genügend ungenutzte Biomasse für eine vollständige Kompensation aller verbrauchten fossilen Energieträger zur Verfügung und die Kosten der Rückführung des Kohlenstoffs schlagen mit lediglich 40 bis 50 Euro pro Tonne CO2 zu Buche. Mit jenem Betrag somit, der vom US-Nobelpreisträger Prof. William D. Nordhaus als wirtschafts- und sozialverträglich bezeichnet wurde.

Paradox erscheint, dass diese disponible und rasch umsetzbare Technologie, die bereits vor über 10 Jahren von den beiden britischen Universitäten Edinburgh und Newcastle in einer Studie als Königsweg beschrieben wurde – einem Paper nota bene, welches bei den meisten Umweltämtern, Klima-Organisationen und universitären Instituten für Klima und Umwelt unbeachtet herumliegt – beharrlich ignoriert wird. Ganz offensichtlich deshalb, weil Regierung, Parlament und Administration heute weitaus stärker an einer Bewirtschaftung denn an einer Lösung der grossen Probleme unserer Zeit interessiert sind.

Die Energie-, Umwelt- und Klima-Fachleute der im deutschen Sprachraum grenzübergreifend engagierten Arbeitsgemeinschaft Innovationscontainer haben deshalb den Entschluss gefasst, durch die Gründung und den Aufbau einer genossenschaftlich strukturierten NGO in dieser Frage selbst aktiv zu werden.

Das entsprechende Engagement bildet auch Gegenstand einer Buchpublikation unter dem Titel „CO2 bewirtschaften statt verteufeln!“, die mit Blick auf die bevorstehende Abstimmung über das neue schweizerische CO2-Gesetz erscheint. Deren wichtigste Inhalte können in der Webdomain eingesehen werden, wo auch Angaben zur in Gründung begriffenen „Genossenschaft zur Förderung des Kohlenstoff-Kreislaufs und des CO2-Recyclings KOBEREC“ zu finden sind.

Kiri, ein Wunderbaum, der alles leichter macht – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Diesen Kiribaum, der in der Universität zu Bonn aus dem japanischen Ur-Kiribaum entwickelt wurde, hat erstaunliche Eigenschaften. Sein Holz ist leichter als Balsaholz, doch genau so stabil wie Pappel-Holz. Mittlerweile gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Spanien große Plantage. Dieser Baum wächst pro Jahr angeblich 2,5 Meter und – wenn er richtig behandelt wird – wachsen seine ersten Äste erst ab 4 Metern Höhe, was ihn zu einem idealen Nutzbaum macht. Z. B. im anschließenden Beitrag kann man damit Paddelboote bauen.

Ich selbst habe 14 dieser Bäume eingepflanzt, noch sind sie sehr klein, aber sie bilden im Moment nach schlechtem Wetter blaue Blüten und die Blätter kommen auch schon. Ich bin gespannt und werde weiter darüber berichten.

Jean Pütz

(KiriNews) – Mit unserem Kiriholz haben zwei Bootsbauer aus Kiel das wohl nachhaltigste Stand-up-Paddleboard der Welt gebaut. Das „Ray Eco“ – schnell, leicht und stabil – besteht zu 95 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Der wichtigste davon: Kiriholz von unserer Anbaufläche in Ladenburg (Baden-Württemberg).

Wir haben den beiden dafür extra lange Kiriholzbohlen zur Verfügung gestellt – mehr als 4,50 Meter maßen sie. Peter Diessenbacher, Gründer und Geschäftsführer der WeGrow-Gruppe, ist von dem Ergebnis angetan: „Wir als Kiriholzpioniere sind stolz darauf, als Kooperationspartner einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung dieses nachhaltigen Sportgeräts zu leisten. Das Board sieht toll aus, ist superleicht und macht einen sehr stabilen Eindruck.“

Holz statt Glas- und Kohlefasern – und Fanatic als Marktpartner

Das nachhaltig angebaute Kiriholz ersetzt bei dem Stand-up-Paddlingboard die sonst üblichen Glas- oder Kohlefasern. Auch der Kern – bei gewöhnlichen Boards aus Schaum – besteht aus einer Spantenstruktur aus Kiri. Für Kiri entschieden sich die Boardbauer unter anderem wegen der herausragenden Ökobilanz des Baumes. Er bindet außergewöhnlich viel CO2, verbraucht vergleichsweise wenig Wasser – und das Holz ist im Gegensatz zu anderen Holzarten seewasserbeständig.

Vermarktet wird das Board vom renommierten Markenhersteller Fanatic, der seit rund 30 Jahren Bretter für den Wassersport produziert. Es wird das nachhaltigste Produkt der SUP-Linie sein. „Wassersportartikel sind reine Luxusprodukte, die kein Mensch zwingend benötigt. Daher ist es hier umso wichtiger, ein kritisches Auge auf den Ressourcenverbrauch und die Auswirkungen auf die Umwelt zu haben“, sagt Michael Walther, einer der Board-Bauer.

Keine Marketing-Geschichte, sondern wirklich nachhaltig und umweltverträglich

Walther und sein Partner legten während des gesamten Produktionsprozesses Wert auf Nachhaltigkeit und umweltverträgliche Bio-Öle und Pigmente. Das Board soll während seines vollständigen Lebenszyklus einen minimalen Einfluss auf die Natur haben. Den Konstrukteuren war wichtig, dass es keine Marketinggeschichte wird, die sauber aussieht, aber bei genauerer Betrachtung kaum Vorteile gegenüber herkömmlichen Boards bietet.  Profi-Sportler Michael Walther wird das Kiriboard demnächst auf mehreren Touren prüfen, um sicherzustellen, dass es allen Anforderungen gewachsen ist. Wir sind gespannt auf seinen Bericht!

Auch wenn Wassersportgeräte nur einen kleinen Nieschen-Anwendungsbereich von Kiriholz darstellen, so zeigt dieses Projekt dennoch sehr anschaulich wie vielseitig einsetzbar und nachhaltig unser Holz ist.

 

Vom grünen Wasserstoff zu regenerativem Methanol – die Wissenschafts-Methode

(LIKAT) – Kaskade von Methanol zu Wasserstoff – Metha-Cycle entkoppelt Windkraft vom Strombedarf Forschende am Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) in Rostock können bei milden Bedingungen von unter hundert Grad Celsius und Umgebungsdruck aus Methanol Wasserstoff erzeugen, und zwar in der für Brennstoffzellen notwendigen Ausbeute und Reinheit. Dafür optimierten sie ein eigenes Verfahren, das sie seinerzeit in NATURE veröffentlicht hatten. Die katalytische Reaktion ist Herzstück des Projektes Metha-Cycle, eines vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Konzeptes zur Speicherung und Nutzung regenerativer Energien. Erstmals wurden dabei Windkraft, Elektrolyse und CO2-basierte Methanolsynthese sowie die Rückverwandlung des Methanols in H2 direkt miteinander verbunden. „Eine solche direkte Kopplung hat es bisher noch nicht gegeben“, sagt Projekt-Koordinator Dr. Henrik Junge, Themenleiter am LIKAT. Das Konzept kann die Energiewende auf dem Lande wesentlich beschleunigen: Es erlaubt Unternehmen und Kommunen sich vom Windkraftaufkommen unabhängig mit „grünem“ Strom zu versorgen. Denn Elektroenergie aus Windkraft fällt bekanntermaßen nicht immer dann an, wenn sie am nötigsten gebraucht wird. Speicher für Wasserstoff So funktioniert Metha-Cycle: Windkrafträder (wahlweise Photovoltaik-Anlagen) produzieren Elektroenergie. Mit diesem Strom wird aus Wasser elektrolytisch Wasserstoff erzeugt, der wiederum mit CO2 in Methanol umwandelt wird. Methanol, einfachster Vertreter in der Gruppe der Alkohole, fungiert somit als Speicher für Wasserstoff, wie es Chemiker seit langem vorschlagen. Dr. Junge: „Methanol lässt sich im Unterschied zu Wasserstoff gut handhaben und auch über weite Strecken transportieren.“ Bei Bedarf wird Methanol in H2 rückverwandelt und direkt im Anschluss in einer Brennstoffzelle zur Stromerzeugung genutzt. Im Forschungsverbund Metha-Cycle unter Leitung des LIKAT nutzten die Partner außerdem die Abwärme der Brennstoffzelle, um der Wasserstoff-Rückgewinnung einen Teil der nötigen Reaktionswärme zuzuführen. Die Testanlage der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg hat im Frühjahr mit knapp 500 Stunden Laufzeit die Funktionstüchtigkeit des Konzepts demonstriert. Die Brennstoffzelle, entwickelt vom Zentrum für Brennstoffzellentechnik (ZBT) Duisburg, produzierte kontinuierlich Strom mit einer Leistung bis zu 39 Watt.

Grünes Methanol als Treibstoff für die Zukunft

Forschern aus Stralsund und Entwicklern aus Leipzig ist es jetzt gelungen: Sie können Wind in flüssiges Methanol verwandeln. Ein Durchbruch – für den Verkehr und die Speicherung von Windenergie.

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Es wirkt fast wie ein Wunder, als ob Stroh zu Gold gesponnen würde. Wind wird eingefangen, umgewandelt und treibt schließlich als flüssiger Kraftstoff Maschinen an. Was wie ein modernes Märchen klingt, ist jetzt Wissenschaftlern der Hochschule Stralsund zusammen mit Entwicklern des Leipziger Unternehmens bse Engineering gelungen. Erstmals produzierten sie Methanol direkt aus Wasserstoff (H₂) und Kohlendioxid (CO₂) – ohne die sonst erforderliche aufwendige und kostspielige Pufferspeicherung.

WASSERSTOFF ALS ENERGIETRÄGER FÜR DIE WIRTSCHAFT
„Mit diesen Verfahren erschließen wir dem Wasserstoff als Energieträger ein neues Anwendungsfeld mit globalem Markt“, sagte Johannes Gulden, Leiter des Stralsunder Instituts für Regenerative EnergieSysteme (IRES). Weil jetzt bewiesen sei, dass die Umwandlung von Wasserstoff in Methanol keine Pufferspeicherung mehr benötige, sei dem „Einsatz von Wasserstoff als Energieträger im Transportsektor und anderen großen Wirtschaftsbereichen die größte Hürde genommen“.

UMWANDLUNG IN HAUSEIGENER METHANOL-SYNTHESE-ANLAGE
Die Stralsunder Forscher wandelten den Wasserstoff in der hauseigenen Methanol-Synthese-Anlage mit einem thermochemischen Verfahren um. Zusammen mit den Leipziger Entwicklern gelang es, Windstrom in erneuerbares, regeneratives Methanol umzuwandeln. „Nach zwei Jahren Konstruktion und Bau läuft die Anlage jetzt. Das ist ein großer Schritt für diese Art der Energiespeicherung“, erklärte IRES Ingenieur Andreas Sklarow. Mit der nun einwandfrei funktionierenden Anlage könne die Energiegewinnung und Energiespeicherung „direkt von der Elektrolyse auf die Synthese überführt werden“. Das IRES hat es geschafft: Endlich flüssiger Strom – Johannes Gulden, Leiter des Instituts für Regenerative EnergieSysteme, und Christian Schweitzer, Geschäftsführer der bse Engineering Leipzig GmbH, ist die Produktion von Methanol aus Wasserstoff und Kohlendioxid gelungen Das IRES hat es geschafft – endlich flüssiger Strom: Johannes Gulden, Leiter des Instituts für Regenerative EnergieSysteme, und Christian Schweitzer, Geschäftsführer der bse Engineering Leipzig GmbH, ist die Produktion von Methanol aus Wasserstoff und Kohlendioxid gelungen. Bildrechte: Dr. Jane Brückner, Hochschule Stralsund

FLÜSSIGES METHANOL ALS KRAFTSTOFF FÜR DIREKTE VERBRENNUNG
Diese Umwandlung von Wasserstoff in flüssiges Methanol gilt unter Experten als Baustein für einen Durchbruch in der Energiewende. Flüssiges Methanol lässt sich als Energieträger gefahrlos transportieren und lagern. Als zentrale Grundchemikalie der Industrie kann Methanol zudem als Kraftstoffzusatz heute schon für die direkte Verbrennung in Motoren eingesetzt werden und wird damit hochinteressant für die gesamte Industrie. „Deshalb ist die Umwandlungsmöglichkeit von H₂ zu Methanol so wichtig“, schreiben die Forscher.

Katrin Tominski

Prof. Lesch deckt die Ursachen der schlechten Ökobilanz des E-Autos auf

Liebe Freunde,

dieser
Link
führt sie zu einem Statement des glaubwürdigen Professors Dr. Harald Lesch, Wissenschaftsjournalist des ZDF, der nicht umsonst eine Popularität erlangt hat, die für einen Wissenschaftler erstaunlich ist. Er ergänzt meine Ausführungen, die ich aus Platzgründen nicht oder noch nicht in meinem Facebook-Kommentar erwähnt habe.

Es ist vorwiegend die schwergewichtige Lithium-Ionen-Batterie die dem Elektroauto die miserable Ökobilanz verleiht. Das liegt einerseits an den Rohstoffen wie das von Professor Lesch gebrandmarkte Lithium, welches bisher vorwiegend in sehr problematischen und Umwelt anfälligen Gegenden z. B. der Atacama-Wüste in Chile gewonnen wird. Der ungeheure Wasserverbrauch bei der Gewinnung und Verarbeitung des Erzes ist unerträglich. Hinzu kommt, dass die Eigentümer dieser Lithium Lagerstätten von dem Clan des ehemaligen faschistischen chilenischen Diktators José Ramón Pinochet beherrscht werden. Ich war damals auf Einladung des Goethe-Instituts in Chile, um chilenische Wissenschaftsjournalisten auszubilden. Plötzlich erschienen sie nicht mehr, weil von oben meine freie Sprache und Formulierungen moniert wurden. Erst auf Intervention der Deutschen Botschaft in Santiago de Chile konnte der Unterricht weitergehen.

Aber es ist nicht nur die Schuld des Lithium, weshalb die Ökobilanz des Elektroautos so miserabel ausfällt, auch die seltenen Erden und das Element Kobalt. Seine Lagerstätten befinden sich im Kongo, dort wird es auch unter unmenschlichen Umständen geschürft. Der Kongo, ein afrikanisches Land, das politisch sehr fragil ist und sogar Kinderarbeit nicht verhindern kann.

Einen wichtigen Aspekt möchte ich Ihnen auch nicht vorenthalten, der offenbar auch den Grünen  nicht aufgefallen ist. Ein E-Auto ist immer ungeheuer Gewichts-trächtig, es ist also wesentlich schwerer als die heutigen Verbrenner, sogar schwerer als die oft so kritisierten SUVs. Das hat seine Konsequenzen. Es  braucht zum Fahren mehr Energie, zwar kein Benzin oder Diesel, sondern die besonders aus der Batterie gezogene wertvolle elektrische Energie. Das wird insofern immer verschwiegen bzw. mit dem Argument glattgebügelt, dass man ja beim Bremsen einen großen Anteil der Bewegungsenergie wieder rückgewinnen kann. Das stimmt zwar, aber die verstärkte Reibung der Reifen bewirkt mehr Reifenabrieb. Auch das wäre zu verkraften, wenn dabei nicht Feinstaub besonderer Art entstünde. Solche Reifen bestehen häufig aus synthetischen Kunststoffen, und der Feinstaub aus Mikroplastikteilchen,  die bekanntlich die Gewässer und die Ozeane extrem belasten – viel mehr als die immer noch völlig überflüssig in der Kosmetik eingesetzt werden.

Alles das ins Gästebuch der fanatischen Befürworter des E-Autos, insbesondere der nur für betuchte – meist als Zweitwagen – verwendete Tesla oder E-Autos aus Deutschland, Frankreich, China und Japan. Die Chinesen werden sowieso demnächst auf dieses Segment mit billigen, aber ökologisch problematischen chinesischen Fahrzeugen überschwemmen. Dort entstehen viele Start-ups, die an Ort und Stelle selbst die hochpreisigen deutschen Produkte verdrängen. Ich fordere die Politik auf, das nicht aus dem Auge zu verlieren und sich einmal mit der Idee des extrem umweltfreundlichen HyperHybrid-Autos zu beschäftigen – Ideologie hin, Ideologie her.

Leider sind auch vielen Journalisten diese angesprochenen Nachteile noch nicht eingefallen und bezeichnen immer noch das E-Auto als die Zukunft der Mobilität – auch die Öffentlich-rechtlichen Sender, die genügend Recherchemöglichkeiten haben. Kritische Wissenschaftsjournalisten an die Front.

Jean Pütz

Herzlichen Dank an den Facebook-Freund Stefan Volk, der mir den Link mit Professor Lesch in der Rubrik ‚Kommentare‘ zugesendet hat.

Mikroben gegen Klimakatastrophe? – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Sollte die Erderwärmung auch die Böden der Tundra im Therma-Frostbereich auftauen, dann wird das dabei freiwerdende Methan alle noch so wirksamen Klima-Rettungs-Maßnahmen extrem beeinträchtigen. Dass bei uns als Erdgas bekannte Methan – chemische Formel: CH4 – fördert den Treibhauseffekt 25 mal stärker als der Bösewicht CO2. Ob es aber jemals möglich ist, diesen Einfluss zu vermindern, ist fraglich. Die Entdeckung des Arche-Bakteriums: Brockarchaeota , das die Methan-Bildung bei Verrottung von Pflanzen offenbar begrenzt, könnte – und das ist ein Vorschlag von mir – sich auch beim Auftauen des Therma-Frostes nützlich machen. Die Hoffnung stirbt zuletzt

Ihr Jean Pütz

(pte) – Brockarchaeota können helfen, die Klimakatastrophe zu verhindern. Die Mikroorganismen, die für Mensch und Tier höchst unwirkliche Umgebungen wie heiße, schwefelhaltige Quellen lieben, sind hilfreich. Sie können abgestorbene Pflanzen abbauen, ohne dabei Methan zu erzeugen. Dieses Gas hat eine 25 Mal schlimmere Auswirkung auf die Erderwärmung als CO2, wie Forscher der University of Texas und der Sun Yat-Sen University berichten.

Berücksichtigung in Modellen

„Klimaforscher sollten diese neuen Mikroben in ihren Modellen berücksichtigen, um genauer zu verstehen, wie sie sich auf den Klimawandel auswirken werden“, sagt US-Forscher Brett Baker. Die Mikroorganismen sind nach dem amerikanischen Mikrobiologen Thomas Brock benannt, der am 4. April 2021 starb. Er hat sein ganzes wissenschaftliches Leben der Erforschung sogenannter Hyperthermophilen gewidmet.

Bisher konnten diese Mikroorganismen noch nicht im Labor gezüchtet werden. Auch mikroskopische Aufnahmen gibt es nicht. Dennoch konnten sie identifiziert werden, indem die Forscher die Genome der Mikroorganismen aus genetischem Material rekonstruieren, das sie aus heißen Quellen in China und hydrothermalen Sedimenten im Golf von Kalifornien sammelten.

Einzigartige ökologische Position

Die Wissenschaftler haben auch Gene identifiziert, die darauf hinweisen, wie sie Nährstoffe verbrauchen, Energie produzieren und Abfall erzeugen. „Sie verwenden einen neuartigen Stoffwechsel, von dem wir nicht wussten, dass er existiert“, sagt Valerie De Anda, die zum Team gehört. „Das ist sehr wichtig, weil marine Sedimente das größte Reservoir an organischem Kohlenstoff auf der Erde sind. Diese Mikroben recyceln Kohlenstoff, ohne Methan zu produzieren. Dies gibt ihnen in der Natur eine einzigartige ökologische Position.“ Sie vermutet, dass dieser Stoffwechsel in der Biotechnologie, der Landwirtschaft und zur Herstellung von umweltverträglichen Treibstoffen eine Rolle spielen könnte.

Kennen Sie Geoengineering?

Interessant für alle, die sich um den Klimawandel kümmern und ihn beeinflussen wollen

Auszug aus einer Pressemitteilung

Reduktion von Emissionen kommt nur schleppend voran

Obwohl bereits seit Jahrzehnten ein wissenschaftlicher Konsens darüber besteht, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt und dieser eine Bedrohung darstellt, kommen die Bemühungen, klimaschädliche Emissionen zu reduzieren, nur schleppend voran. Um die Zeit bis zur Klimaneutralität zu überbrücken und die schädlichen Folgen des Klimawandels abzumildern, wurden deshalb in der Vergangenheit verschiedene technische Methoden vorgeschlagen, um gezielt in das Klimasystem der Erde einzugreifen. Diese Methoden werden unter dem Begriff Geoengineering zusammengefasst.

Globale Auswirkungen erfordern differenzierte Betrachtung

OHB beschäftigt sich seit 2018 mit dem Thema Geoengineering. Im Rahmen verschiedener interner Studien wurde ein Konzept zur teilweisen Abschattung der Erde aus dem Weltraum entwickelt und das Thema Geoengineering in seiner Gesamtheit analysiert. Da Geoengineering die Auswirkungen des Klimawandels im globalen Maßstab abmildern soll, müssen bei der Entwicklung konkreter Konzepte nicht nur technische und finanzielle, sondern auch politische, soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt werden.

Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, hat OHB den Kontakt zu Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichem Hintergrund gesucht. Diese bringen ihr eigenes Fachwissen in das Konsortium ein und bieten auch ihren Studierenden die Möglichkeit, sich in Form von Projekt- und Abschlussarbeiten zu beteiligen. „Unser Ziel ist es nicht, ein bestimmtes Geoengineeringkonzept voranzutreiben, sondern die Umsetzbarkeit der generellen Idee zu untersuchen“, betont Tomas Hamann, Projektleiter bei OHB.

„Deshalb arbeiten wir mit einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen, um ein detailliertes, umfassendes und möglichst objektives Bild zu erhalten.“ Durch diesen Ansatz können nicht nur einzelne Geoengineeringkonzepte aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden, sondern es werden auch vielfältige Möglichkeiten geschaffen, unterschiedliche Zielgruppen auf das Thema Geoengineering aufmerksam zu machen und Diskussionen außerhalb der Fachwelt anzustoßen. Um den aktuellen Projektstand zu präsentieren und Ergebnisse auszutauschen, treffen sich die Mitglieder des Konsortiums monatlich in virtuellen Meetings.