Alle Beiträge von Minge

Energie aus Schurkenstaaten für Deutschland

(Tagesschau) – Die Reise nach Katar war für den Wirtschaftsminister ein erster Erfolg – das Emirat will Gas liefern. Die bittere Nachricht: Für den kommenden Winter sei man dennoch weiter auf russisches Gas angewiesen, so Habeck im Bericht aus Berlin.

Nach seiner ersten Station in den Golfstaaten kann Wirtschaftsminister Robert Habeck erste Fortschritte vermelden: Mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, vereinbarte der Grünen-Politiker eine langfristige Energiepartnerschaft. Damit ist die Bundesregierung ihrem Ziel einen Schritt näher, sich von russischen Gaslieferungen unabhängig zu machen. Im Bericht aus Berlin stellte Habeck aber auch klar: „Die bittere Nachricht ist: Wir brauchen noch russisches Gas.“

Denn wie die Partnerschaft mit Katar im Detail aussehen soll, ist noch nicht klar. Laut Habeck waren einige deutsche Firmen schon vor der Reise mit katarischen Unternehmen in Verhandlungen, diese hätten aber noch einen „politischen Push gebraucht und den konnten wir heute erzielen“, sagte der Vizekanzler im Bericht aus Berlin.

Keine Gespräche über Waffenlieferungen

Im Interview betonte er, dass es keine Koppelgeschäfte gegeben habe – also keine Gespräche etwa über Waffenlieferungen für die Kataris im Gegenzug. An keiner Stelle sei das von katarischer Seite angesprochen worden.

Wichtig sei für Katar eine langfristige Strategie Deutschlands: „Sie wollen eben nicht nur Lückenbüßer sein für eine verfehlte Energiepolitik in der Vergangenheit“, so Habeck.

Katar gilt als ein Baustein in Habecks Strategie – die kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele umfasst. Kurzfristig sollen Flüssiggas-(LNG)-Lieferungen auch aus Katar dabei helfen, für den kommenden Winter die Gasversorgung in Deutschland zu sichern. Mittelfristig soll auch LNG-Gas aus Katar an geplanten deutschen LNG-Terminals, etwa in Brunsbüttel, anlanden – dazu braucht es Lieferverträge mit deutschen Unternehmen.

Fehler der letzten Jahrzehnte zu beheben, braucht Zeit

Langfristig aber, und das ist das größte Ziel, will Deutschland komplett raus aus fossilen Energien. Auch das betonte der Wirtschaftsminister im Bericht aus Berlin noch einmal. Das bedeute kurzfristig: „Wir brauchen eine Gasreduktionsstrategie.“ So sollten zum Beispiel keine neuen Gasheizungen mehr gefördert werden und es müsse deutlich mehr in die Gebäudedämmung investiert werden.

„Es ist nichts, was ich gern sage – aber wir werden vorübergehend noch russisches Gas brauchen“, sagte Habeck. Trotz aller Bemühungen bräuchte die Bundesregierung ein bisschen länger, denn „die strategischen Fehler der letzten Jahrzehnte lassen sich nicht innerhalb von drei Wochen ungeschehen machen“.

Ein baldiges Embargo für russisches Gas kommt laut Wirtschaftsminister nicht in Frage – denn die Auswirkungen würden nicht alle Bürger gleich treffen: In einzelnen Regionen würde es kalt werden, bestimmte Arbeitsprozesse zusammenbrechen. Aber alle könnten dazu beitragen, den Bedarf zu reduzieren und politisch müssten entsprechende Regeln gesetzt werden. Etwa mit dem gerade debattierten Entlastungspaket.

Gespräche über Wasserstoff in VAE

Im Gespräch ist ein Energiegeld, dessen genaue Umsetzung noch nicht geklärt ist – etwa, auf welchem Weg jeder Bürger das Geld erhält. Flankiert sein müsse das Projekt allerdings mit Effizienzmaßnahmen, die den Bürgern einen Anreiz für eine weitere Reduktion des Energieverbrauchs böten. Dem von Finanzminister Christian Lindner vorgeschlagenen Tankrabatt für alle erteilte Habeck eine Absage.

Habeck will noch heute in die Vereinigten Arabischen Emirate weiterreisen. Dort sind morgen Gespräche über grünen Wasserstoff geplant, der ohne CO2-Emissionen auf Basis erneuerbarer Energien hergestellt wird.

 

Frieden schaffen und auf Stolz und Hass verzichten

Vorschlag eines meiner Facebook-Abonnenten, der zum Denken anregt

Mark Borchert schrieb mir einen beachtenswerten Kommentar zu meinem Beitrag bei Facebook anlässlich des Russland Ukraine Kriegs, Ausrufezeichen der Titel war David gegen Goliath und David verliert.
Herr Jean Pütz
Ich kann sämtlichen Ihrer Worte zustimmen.
Natürlich möchte jeder sein Hab und Gut schützen und dieses nicht in Feindes Hand geben. Die Bürger der Ukraine haben ihren Stolz aber der wird leider dazu führen das dieses Land in Schutt und Asche gelegt wird und es noch mehr Tote gibt. Diese Toten sind vermeidbar denn als kleiner Koala Bär kann man nicht gegen einen Grizzly anstinken. Noch können die Ukrainer ihr Land und Volk retten. Auch wenn sie sich jetzt bis aufs letzte Hemd aufreiben, werden die Gespräche über die Zukunft der Ukraine von anderen Mächten geklärt.
Stolz kann einen auch töten und das ist den Menschen wohl nicht bewußt. Die Ukraine kann später nur als Pufferzone zwischen dem Westen und Osten fungieren und weder der Osten, noch der Westen dürfen die Ukraine für sich beanspruchen.
Ich hoffe das sich die führenden Ukrainer Gedanken machen und nicht noch weitere Leute in den Tot gehen müssen bevor sie merken, daß sie sich in einem Kampf befinden den sie jetzt nicht gewinnen können.

Neue Hoffnung für die Stammzelltherapie

(Helmholtz) – Kranke durch gesunde Zellen ersetzen: Das ist eines der wichtigsten Ziele der regenerativen Medizin. Besonders viel Hoffnung setzen Forschende auf das Konzept der Zellumprogrammierung, bei dem sie einen bestimmten Zelltyp in einen anderen verwandeln. Forschende von Helmholtz Munich haben es geschafft, die Effizienz der Zellumprogrammierung deutlich zu verbessern. Der neue Ansatz birgt großes Potenzial für Zellersatztherapien.

Ausgereifte menschliche Zellen haben eine besondere Einschränkung: Sie können nur neue Zellen des eigenen Typus hervorbringen. Eine Hautzelle kann beispielsweise niemals eine Muskelzelle bilden, sondern nur weitere Hautzellen. Daher eignen sich diese Zellen nicht für Zellersatztherapien. Im frühen Stadium der embryonalen Entwicklung gibt es jedoch Zellen, die alle Zelltypen unseres Körpers erzeugen können, einschließlich Stammzellen. Deshalb bezeichnet man diese Zellen als totipotente Zellen. Wissenschaftler:innen weltweit versuchen, diese Totipotenz im Labor mit Hilfe der Zellumprogrammierung nachzubauen, um damit neue Therapieansätze für kranke Menschen zu ermöglichen.

Für totipotente Zellen ticken die Uhren anders
Bislang kennen wir noch nicht alle Eigenschaften von totipotenten Zellen. Nun haben Forschende bei Helmholtz Munich eine neue Entdeckung gemacht: „Wir haben herausgefunden, dass in totipotenten Zellen, die wir auch als die Mutterzellen der Stammzellen bezeichnen, die DNA-Replikation in einem anderen Tempo abläuft als in anderen, weiterentwickelten Zellen. Tatsächlich ist die Geschwindigkeit deutlicher langsamer als in allen anderen von uns untersuchten Zelltypen“, erklärt Tsunetoshi Nakatani, Erstautor der neuen Studie.

Die DNA-Replikation zählt zu den wichtigsten biologischen Prozessen unserer Zellen. Im Laufe unseres Lebens erzeugt eine Zelle während jeder ihrer Zellteilungen eine exakte Kopie ihrer DNA, so dass die entstehenden Tochterzellen das identische genetische Material tragen. So wird die korrekte Weitergabe unseres Erbguts ermöglicht.

Darüber hinaus entdeckten die Wissenschaftler:innen, dass die Geschwindigkeit der DNA-Replikation auch in künstlich erzeugten totipotent-ähnlichen Zellen aus dem Labor wesentlich geringer als bei anderen Zelltypen ist. „Nach dieser Beobachtung, stellten wir uns die Frage: Wenn es uns gelingt, die Geschwindigkeit der DNA-Replikation bewusst zu verlangsamen, können wir dann weiterentwickelte Zellen besser in totipotente Zellen umprogrammieren?“, so Nakatani.

Langsameres Tempo führt zu verbesserter Zellumprogrammierung
Der Verdacht bestätigte sich: In einem groß angelegten Experiment stellten die Forschenden fest, dass eine Verlangsamung der DNA-Replikationsgeschwindigkeit (beispielsweise durch eine Begrenzung des Substrats, das die Zellen für die DNA-Synthese benötigen) die Effizienz der Zellumprogrammierung erhöht. Die Zellen konnten sich deutlich schneller in einen anderen Zelltyp umwandeln.

„Das sind faszinierende Ergebnisse“, sagt Studienleiterin Maria-Elena Torres-Padilla. „Wir haben in den letzten Jahren totipotente Zellen ausführlich studiert um herauszufinden, wie sie alle Zellen unseres Körpers erzeugen können. Dies ist eine unserer grundlegenden Forschungsstrategien im Bereich der regenerativen Medizin. Unser neues Konzept ist so simpel und dennoch so bahnbrechend – wir glauben, dass es der Stammzelltherapie zu großen Fortschritten verhelfen wird.“

Zu den Personen
Prof. Maria-Elena Torres-Padilla leitet bei Helmholtz Munich das Stem Cell Center und führt ihr eigenes Institut für Epigenetik und Stammzellen. Sie ist Professorin für Stammzellbiologie an der Ludwig-Maximilans-Universität München. Tsunetoshi Nakatani ist der Erstautor dieser Studie und arbeitet als Postdoc in Torres-Padillas Gruppe bei Helmholtz Munich.

Regenerative Energieversorgung in Deutschland und Europa

Eine regenerative Energieversorgung in Deutschland und Europa – ist das möglich?

Eine Pressemitteilung vom EU-Abgeordneten Dr. Christian Ehler, aktives Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie, veranlasste mich, einen realistischen Vorschlag zur Lösung der Probleme zur Versorgung von Deutschland und Europa mit konkurrenzfähiger regenerativer Energie zu entwickeln, die ein Minimum an Investitionen in die Infrastruktur ermöglicht.

Sehr geehrter Dr. Ehler,

Wir kennen uns von einem Besuch in Brüssel mit der Delegation der Wissenschaftskonferenz – wpk.org. Dank für Ihre Überlegungen zur zukünftigen regenerativen Energieversorgung Europas. Da liegt vieles noch im Wolkenkuckucksheim, deshalb gestatten Sie mir einen konkreten Vorschlag zu machen.

Die wichtigste Basis-Energie für regenerative Versorgung der Zukunft ist tatsächlich der aus Sonne oder Wind gewonnene Wasserstoff. Aber in unseren Breiten ist zumindest der mit Fotovoltaik gewonnene nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Außerdem ist H2 wegen der geringen Dimension seines Moleküls extrem flüchtig, lässt sich nur bei – 252°C verflüssigen, die Alternative der Speicherung unter hohem Druck ist im Alltagsgebrauch, z. B. der Verteilung über Tankstellen, wegen der Flüchtigkeit und dem hohen Druck sehr gefährlich. Außerdem bedarf es enormer Investitionen in die Infrastruktur. Deshalb habe ich ein Konzept entwickelt, welches diese Nachteile inkl. der extrem hohen Investitionen in die Bereitstellung des Wasserstoffs behebt. Die Wasserstoffproduktion über die Elektrolyse ist nur dann konkurrenzfähig, wenn der Strompreis nicht höher als 1 Cent/Dollar pro kWh beträgt. Das ist im Inland in unseren Breiten nicht erreichbar, egal wie kostengünstig Solarpaneele produziert werden können. Da sind einige Technologien, w. z. B. die Perkowskit-Solarzelle in der Pipeline.

Also Wunschdenken weg und dort riesige Wasserstoff-Produktionswerke errichten, wo die Sonne länger, intensiver und regelmäßiger scheint. Das ist in den Subtropen im Übergang zu den Tropen der Fall. Es betrifft also vorwiegend die ärmsten Länder auf diesem Globus, genannt die der 3. Welt, die außerdem besonders von den Folgen der Klimaänderung betroffen sind. Insbesondere am Rande von Wüsten gibt es genügend Nutzungsflächen für die Aufnahme von hunderten von Quadratkilometer-großen Fotovoltaik-Parks.

Soweit so gut, aber der Wasserstoff ist auch dort nicht der Weisheit letzter Schluss und generell händelbar oder nur unter großen Gefahren. Deshalb bitte ich inständig, an Ort und Stelle vorhandene Technologien zu nutzen ( von Deutschen Leibniz-Instituten  und vom MIT in den USA entwickelt), die dank genialer Katalyse-Filter unter geringem Einsatz elektrischer Energie und zu Hilfenahme von CO2 (Kohlensäure) in Methanol-Methyl-Alkohol umwandeln. Dieses grüne Methanol ist in der Lage, alle bisherigen fossilen Energieträger ohne große Investitionen in die Infrastruktur zu ersetzen. Die Zusatzkosten für seine Produktion an Ort und Stelle machen sich hundert Mal bezahlt, denn selbst für Transport und Verteilung von Methanol sind alle Voraussetzungen bereits vorhanden: Tankschiffe, Tanklaster, vorhandene Tankbehälter an Tankstellen. Aber auch zur Produktion von Elektrizität und Wärme zur Versorgung der Gebäude, in der chemischen Industrie und allen weiteren Industrie-Sparten, umgesetzt in lokalen Brennstoffzellen oder Kleinkraftwerken – alle Vorrichtungen sind weitgehend vorhanden und müssen nicht mit Milliarden-Investitionen neu errichtet werden – oder wenn, extrem Energie sparend.

Der größte Vorteil allerdings besteht auch darin, dass diese Produktionsstätten dezentral über den gesamten Globus verteilt werden können, was die heutige Monopolstellung der Länder, die derzeit fossile Energie liefern, auflöst. Im Nebeneffekt können überall dort, wo in Mitteleuropa und Amerika bisher die meisten Arbeitsplätze entstanden sind, Entwicklungshilfe auf Augenhöhe geleistet werden. Denn eins ist klar, der extreme Terrorismus hat nur dort eine Chance, wo die Familien nicht einmal ihre eigenen Kinder ernähren können. Also mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Ein Kröte muss allerdings geschluckt werden: Woher soll  der für die Produktion aus Wasserstoff notwendige CO2 oder Kohlensäure kommen. Man könnte ihn aus der atmosphärischen Luft gewinnen, aber das ist sehr kostspielig, aber eine Alternative sozusagen CO2-reduzierende Senke aus der Lufthülle, die unseren Globus umschließt.

Viel rationaler wäre allerdings, ihn aus den noch in den nächsten 20 Jahren unentbehrlichen Kraftwerken abzusondern, am besten aus den mit Erdgas betriebenen Kraftwerken. Er könnte mit den gleichen Transportmöglichkeiten, die vorher Methanol geliefert haben, an die Produktionsstätten befördert werden. Das wäre ein intelligentes Recycling von CO2 und würde ein CO2-neutrales Handling mit allen Energieverbrauchern ermöglichen – wohlgemerkt, ohne enorme Investition in die Infrastruktur.

Dieses Konzept liegt so auf der Hand, dass es mich wundert, dass es bisher von den Wissenschaftlern der ganzen Welt noch nicht angedacht wurde.

Lieber Herr Ehlert, vielleicht machen Sie sich als einer der wenigen Politiker, die solche Systeme beurteilen können, die Mühe, dies einmal in Europa zur Diskussion zu stellen.

Übrigens auch eine Energie sparende Elektromobilität, die nicht nur auf mit schweren Batterien betriebene Autos beruht, ist  mit diesem Konzept möglich, alles greift ineinander.

Langfristig würde das auch die unsägliche Abhängigkeit von fossilen Energiequellen aus autoritären Staaten begrenzen und damit dem Frieden dienen.

Mit freundlichen Grüßen
Jean Pütz

Hier geht’s zur Pressemeldung zur Energieabhängigkeit

Wladimir Putin und sein Reichtum

(Manager Magazin) – Wie reich ist Wladimir Putin? Die Schätzungen reichen von einer schlichten 77-Quadratmeter-Wohnung bis hin zu einem Vermögen von 200 Milliarden US-Dollar. Fakt ist: Der Kreml-Chef ist so mächtig, dass er seinen Besitz beliebig vermehren und dessen Nachweis verschleiern kann. Putin liebt Luxus – seine inoffiziellen Besitztümer im Überblick.

 

Um etwas über den offiziellen Besitz des Wladimir Wladimirowitsch Putin (69) zu erfahren, hilft ein Blick in die Wahlliste zur Präsidentenwahl 2018. Eine Wohnung mit 77 Quadratmetern und eine Garage mit 18 Quadratmetern sind dort aufgelistet. Hinzu kommt nach Angaben des Kreml ein Jahresgehalt von umgerechnet rund 140.000 US-Dollar für den amtierenden Präsidenten. Von diesem Einkommen dürfte sich Putin auch ein oder zwei Autos für seine Garage geleistet haben.

So weit die offiziellen Angaben, die als unteres Ende für die Schätzungen von Putins Reichtum dienen. Am oberen Ende rangiert die Schätzung von Hedgefonds-Gründer und Russland-Kenner Bill Browder, der mit seinem Unternehmen „Hermitage Capital“ zeitweise größter Auslandsinvestor in Russland war. Browder schätzte das Privatvermögen von Wladimir Putin bei einer Anhörung vor dem US-Senat im Jahr 2017 auf 200 Milliarden Dollar: Putin sei damit einer der reichsten Menschen der Welt.

Wer Putins Vermögen bemessen will, braucht nicht in Grundbücher zu schauen oder Kontolisten einzusehen. Der Herrscher im Kreml ist so mächtig, dass er mühelos ein Heer von Oligarchen als Strohmänner einsetzen kann, um seinen wahren persönlichen Reichtum zu verschleiern. „Alles, was zu Russland gehört, betrachtet Putin als sein Eigentum“, sagte der im Exil lebende Oligarch Sergej Putatschew dem „Guardian“. „Jeder Versuch, seinen persönlichen Besitz festzustellen, wird daher fehlschlagen.“

Vor allem nach seiner Wiederwahl zum Staatspräsidenten 2012 habe Putin ein System aus Korruption und Mittelsmännern genutzt, um immer größere Vermögen in die eigene Tasche zu lenken. Eine Gruppe von engen Vertrauten – die meisten kennt Putin noch aus KGB-Zeiten – dient ihm dabei als wandelnde persönliche Brieftasche.

Cyanobakterien wandeln Licht in Strom um

(pte) – Forscher der University of Cambridge http://cam.ac.uk sind ein gutes Stück auf dem Weg hin zur lebenden Batterie vorangekommen. Sie haben per 3D-Druck unzählige eng beieinanderstehende Nanotürmchen gebaut, in denen sich Cyanobakterien wohlfühlen. Diese wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um, die sie selbst verbrauchen. Der chinesisch-australischen Chemikerin Jenny Zhang, die derzeit in Cambridge forscht, und ihrem Team ist es gelungen, einen Teil der Elektronen, die die Bakterien erzeugen, abzuzweigen und als elektrischen Strom zu nutzen.

Material gibt den Ausschlag

Das ist auch anderen Forschern schon gelungen, doch die Ausbeute bei den Mikroorganismen in den Nanotürmchen ist weitaus größer. „Es gab einen Engpass in Bezug darauf, wie viel Energie man tatsächlich aus fotosynthetischen Systemen extrahieren kann, aber niemand verstand, wo der Engpass war. Die meisten Wissenschaftler gingen davon aus, dass der Engpass auf der biologischen Seite lag, in den Bakterien, aber wir haben festgestellt, dass er auf der materiellen Seite lag“, so Zhang.

Um zu wachsen und Elektronen zu erzeugen, brauchen Cyanobakterien viel Sonnenlicht. Um die Energie, die sie durch Fotosynthese produzieren, zu extrahieren, müssen die Bakterien an Elektroden befestigt werden. Die Türmchen, zwischen denen die Cyanobakterien leben und sich pudelwohl fühlen, bestehen aus einem leitfähigen Metalloxid, fungieren also als Elektroden, die die produzierten Elektronen ableiten, sodass sie nutzbar sind. Verglichen mit anderen Techniken erhöhte sich die Ausbeute um eine ganze Größenordnung.

Alleskönner Cyanobakterien

„Ich war selbst überrascht, dass wir eine so hohe Ausbeute haben“, sagt Zhang. Doch schon vor vielen Jahren seien Prognosen abgegeben worden, dass derartige Zahlen erreicht werden können. „Dies ist jedoch das erste Mal, dass diese Zahlen experimentell bestätigt wurden.“ Das lasse auch für andere Prozesse hoffen, in die Cyanobakterien verwickelt sind. Diese Mikroorganismen seien lebende chemische Fabriken, die sich auch zur Herstellung von Kraftstoffen und Chemikalien nutzen lassen. Zhang glaubt, dass die neuen Erkenntnisse die Ausbeute auch bei diesen Prozessen verbessern.

Legt Russland Nord Stream 1 trocken, droht Deutschland der „wirtschaftliche Super-GAU“

Erstmals seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine droht Russland offen mit dem Stopp von Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1. Ein solcher Lieferstopp sei angesichts der „unbegründeten Anschuldigungen gegen Russland bezüglich der Energiekrise in Europa und des Verbots von Nord Stream 2“ gerechtfertigt, erklärte der russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak im staatlichen Fernsehen. Russland habe daher „das volle Recht, eine spiegelgerechte Entscheidung zu treffen und ein Embargo zu verhängen.“ Was hieße ein möglicher Gas-Lieferstopp durch Nord Stream 1 für deutsche Verbraucher? FOCUS Online beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist Nord Stream 1 überhaupt?

Nord Stream 1 ist eine über 1200 Kilometer lange Pipeline durch die Ostsee, die Erdgas aus Russland nach Deutschland transportiert. Abgesehen vom Start- und Endpunkt verläuft die Pipeline ausschließlich durch Seegebiete. Die im September 2011 in Betrieb genommene Pipeline besteht aus zwei Strängen. Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf 7,4 Milliarden Euro.

Wie viel russisches Gas fließt durch die Pipeline?

Durch die Ostsee-Pipeline flossen 2020 um die 59 Milliarden Kubikmeter Gas. Damit lassen sich über 26 Millionen Haushalte versorgen – und somit mehr als die Hälfte aller deutschen Haushalte. Seit Inbetriebnahme wurden bereits über 440 Milliarden Kubikmeter Erdgas durch diese Pipeline transportiert. Das Erdgas ist aber nicht ausschließlich für den deutschen Markt bestimmt. Ein nennenswerter Anteil wird auch ins weitere europäische Ausland transportiert. Über den Neubau der Pipeline Nord Stream 2 sollten 90 Prozent des Erdgases nach Ost- und Südeuropa weitergeleitet werden.

Wie hängt die Pipeline mit dem Ukraine-Krieg zusammen?

Der mögliche Gas-Lieferstopp hängt unmittelbar mit dem Ukraine-Krieg und den Sanktionen der westlichen Staaten zusammen. Das für Russland strategisch wichtige Prestigeprojekt Nord Stream 2 legte die Bundesregierung als Reaktion auf den Einmarsch vorerst auf Eis. Die Betreibergesellschaft soll deshalb bereits Mitarbeiter entlassen und Insolvenz angemeldet haben. Da die westliche Reaktion in Moskau auf großen Unmut stößt, lotet Russland nun geeignete Gegensanktion aus. Da Europa ein großer Importeur russischen Erdgases ist, kann der Lieferstopp über Nord Stream 1 die europäischen Staaten erheblich treffen.

Wie abhängig sind Deutschland und Europa von Nord Stream 1?

Die Abhängigkeit von russischem Erdgas ist groß – in Deutschland sogar noch größer als in der Europäischen Union. Im Jahr 2020 lag der Erdgasverbrauch in Deutschland bei etwa 87 Milliarden Kubikmeter und in der EU bei etwa 380 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums bezieht Deutschland derzeit rund 55 Prozent seines Erdgases aus Russland. Für 2019 beziffert die European Union Agency for the Cooperation of Energy Regulators (ACER) den deutschen Import von russischem Erdgas auf 49 Prozent. In Europa kommen hingegen „nur“ 40 Prozent der Erdgasimporte aus Russland.

Bislang droht Moskau nur mit dem Abdrehen von Nord Stream 1. Daneben gibt es aber noch andere Leitungen von Russland nach Europa. Die meisten werden unter dem Namen „Transgas-Trasse“ zusammengefasst. Durch dieses Pipelinesystem – mit einer jährlichen Transportkapazität von 120 Milliarden Kubikmetern – fließen etwa zwei Drittel des russischen Gases nach Westeuropa. Im Zuge einer Sanktionierung von Nord Stream 1 könnte Russland auch dieses Pipelinesystem schließen – und damit die Gasimporte auf Eis legen.

Allein der Wegfall der Ostsee-Pipeline würde Europa bereits massiv belasten. Zwar reichen die Speicherstände der Gastanks noch für die laufende Kälteperiode aus. Für den kommenden Winter 2023 ist die Gasversorgung aber noch nicht in ausreichendem Maße durch Alternativlieferanten gesichert.

Nach Einschätzung der EU-Kommission hat Europa jedoch das Potenzial, von den 155 Milliarden Kubikmetern aus Russland importierten Erdgases effektiv 112 Milliarden Kubikmeter zu ersetzen. Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien soll dabei insbesondere Flüssiggas (LNG) eine erhebliche Rolle spielen. Das Problem: Es fehlt kurzfristig an ausreichenden Transportkapazitäten – also an Tankern und Häfen. Daher plant die Bundesregierung bereits den Bau von mehreren Flüssiggasterminals, beispielsweise in Brunsbüttel und Stade. Der Bau solcher Terminals dauert in Deutschland jedoch mehrere Jahre. Kurzfristig bleiben Deutschland und Europa damit abhängig von russischem Erdgas – und so anfällig für Versorgungsengpässe im kommenden Winter.

Wird meine Gasrechnung noch teurer, wenn Nord Stream 1 gestoppt wird?

Davon ist auszugehen. Zum einen wird der in den letzten Tagen stark gestiegene Erdgaspreis die Verbraucher mittelbar treffen, da die Erdgaspreise in der Regel erst zeitlich versetzt an die Verbraucher weitergegeben werden. Zum anderen könnte es „erhebliche Fehlentwicklungen am Erdgasmarkt“ geben, wie die „Zeit“ die Wissenschaftler der Leopoldina in einer kürzlich veröffentlichten Kurzstudie zitiert.

Wenn die europäischen Staaten es nämlich über den Sommer schaffen, die Gasspeicher zu füllen, „könnte Russland den Markt mit billigem Erdgas fluten und so den europäischen Gasimporteuren einen erheblichen Schaden zufügen“. Denn diese könnten ihr teuer eingekauftes Erdgas nicht mehr an die Verbraucher verkaufen. Wenn die Staaten hingegen ihre Gasspeicher in der Hoffnung auf niedrigere Gaspreise nicht füllen, könnte Russland das Angebot künstlich verknappen, wodurch der Erdgaspreis noch weiter steigen könnte. Und das trifft dann mittelbar auch den Verbraucher.

Bereits Mitte Februar warnte DIW-Chef Marcel Fratzscher bei „ntv“ vor den Folgen eines Gas-Lieferstopps. So könne es sein, dass Unternehmen eine Zeitlang schließen müssten, da das Heizen von Wohnungen wichtiger als die Industrie sei. Dies könnte dann neben einem starken Anziehen der Inflation – die ohnehin schon bei 5,1 Prozent liegt – auch in einer Rezession münden. Das wäre wirtschaftlich gesehen „dann wirklich der Super-GAU“.

Wie hoch die Kosten eines Gas-Lieferstopps wären, berechneten jüngst Ökonomen der Universitäten Bonn und Köln. Demzufolge könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,5 Prozent bis 3 Prozent zurückgehen. Das entspricht zwischen 100 bis 1000 Euro Kosten pro Einwohner. Zum Vergleich: Durch die Corona-Pandemie sank das BIP um 4,5 Prozent.

Wie geht es jetzt weiter?

Kurzfristig bleibt Europa von russischem Erdgas abhängig. Ein Gas-Lieferstopp durch die Pipeline Nord Stream 1 würde Europa – insbesondere Deutschland – nochmals hart treffen. Verbraucher müssen sich daher auf weiter steigende Gas- und Ölpreise einstellen.

Langfristig spielt die Zeit aber für Europa. Die europäischen Staaten werden sich aus der russischen Abhängigkeit lösen können. Dadurch sollten sich die Preise wieder auf einem etwas höherem Niveau als zuvor normalisieren können. Doch der daraus für Russland entstehende wirtschaftliche Schaden kann die Langfristwirkung der westlichen Sanktionen sogar noch übertreffen.

Ein Euro pro Kilowattstunde wird das neue Normal sein

(Wirtschaftswoche) – Wenn jemand viel Eisen und Energie braucht, dann die mittelständische Gießerei Siempelkamp. Sie stellt riesige Strukturbauteile für Schiffsmotoren, Pressen für die Elektromobilität und Mühlen für die Erzeugung von Kupfer, Nickel und Gold in Handarbeit her. Die Geschäftsführer Dirk Howe und Georg Geier berichten, wie sie die Arbeit an ihren Öfen trotz der Verwerfungen der Märkte durch den Krieg in der Ukraine am Laufen halten.

WirtschaftsWoche: Wie erleben Sie die Verwerfungen auf den Rohstoff- und Energiemärkten in Ihrem Unternehmen?
Dirk Howe: Wir sind systemrelevant für viele Bereiche der Realindustrie. Unsere Strukturbauteile werden dringend gebraucht, da gibt es bei den Aufträgen keinen Abriss. Internationale Kunden stehen zu uns – auch in diesen schwierigen Zeiten. Wir fahren zu 150 Prozent auf Krisenmodus, arbeiten seit Monaten schon täglich 14 Stunden und mehr. Das ist ein Ausnahmezustand, bei dem man an seine physischen Grenzen kommt.

Was ist am stressigsten?
Georg Geier: Oft gibt es beim Materialeinkauf nur ein Zeitfenster von einer Stunde, in der man eine sehr weitreichende Entscheidung treffen muss, zu der es dann am nächsten Tag schon neue Informationen gibt. Unser Schmelzprozess ist vom Strompreis abhängig. Was der in Zukunft kosten wird, weiß ich nicht. Es bleibt uns nur übrig, immer wieder mit unseren Kunden zu sprechen und herauszufinden, wer bei den Preiserhöhungen noch mitkommt. Es gibt aktuell einen Hyperbedarf an unseren Produkten. Weil wir nicht nach Russland liefern, merken wir von der Krise in der Ukraine in der Nachfrage bisher noch nichts.

Das ist vielleicht die Ruhe vor dem Sturm.
Howe: Die aktuelle Lage darf man nicht unterschätzen. Was jetzt am Energie- und Rohstoffmarkt passiert, hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und die deutsche Wirtschaft. Es wird einschneidende soziale Konsequenzen geben. Wenn ganze Unternehmen ihre Produktion abschalten müssten, würde es erneut Kurzarbeit geben, und das so kurz nach Corona. Das wäre eine extreme Herausforderung für die Gesellschaft.

Halten Sie die aktuelle Krise für schlimmer als die Weltfinanzkrise 2008?
Howe: Für uns ist diese Situation mit 2008 nicht vergleichbar. Das war eine Weltfinanzkrise nach bekanntem Muster. Zwar hatten die Verwerfungen in der Finanzwelt durch Liquiditätsengpässe Rückwirkungen auf die reale Wirtschaft. Aber die funktionierte damals noch.

Jetzt dagegen knirscht es in der realen Wirtschaft.
Geier: Heute machen viele Faktoren in der physischen Welt echte Probleme. Viel baut sich schon seit Monaten auf: Die Energieverteuerung, die Lieferkettenprobleme, die Frachtraten, die Chipkrise. Jetzt stößt die Kriegswirtschaft mit dem Sanktionsregime auf ein bereits fragiles, von der Pandemie geschwächtes System.

Die Energiepreise sind dramatisch gestiegen.
Howe: Aktuell machen uns die Rohstoffpreise sogar noch mehr zu schaffen. Wir brauchen die Metalle für unseren Geschäftsbetrieb. Der Markt ist seit drei bis vier Tagen schlichtweg außer Kontrolle. Vergangene Woche kostete die Tonne Nickel noch 25.000 Euro – das war bereits doppelt so viel wie üblich. Gestern erreichte der Preis 101.000 Euro, dann stoppte die LME den Handel und strich alle heutigen Orders – es gab Unregelmäßigkeiten bei einem chinesischen Großunternehmen.

Ein Hilfeschrei am ‚Runden Tisch‘ Erneuerbare Energien

Sehr geehrte Damen oder Herren oder sehr geehrte Frau Jung, sehr geehrter Herr Dr. Lenz, sehr geehrter Herr Herr Oberzig,

Als ehemals bekannter Wissenschaftsjournalist

engagiere ich mich seit 50 Jahren in vielen Sendungen schon damals für die Klimaziele, die später in Paris Weltweit postuliert wurden. Wenn die Möglichkeit besteht, würde ich gerne mitarbeiten.

Was mich allerdings extrem bedrückt, ist die Tatsache, dass man sich auf die notwendigen Klimaziele geeinigt hat, doch, wenn es darum geht, die technischen, physikalischen und soziologischen Voraussetzungen, den Weg dahin, zu bestimmen, kneift die gesamte Riga der Klimaschützer. Es wird zwar behauptet, dass wissenschaftliche Institute dies zum Zeitpunkt 2030 als möglich erachten, aber diese Institute entbehren jeglicher Glaubwürdigkeit, weil sie genau so dem Wunschdenken verhaftet sind: Was nicht sein darf, das nicht sein kann.

Als ehemaliger diplomierte Elektroingenieur, Physiker und studierter empirischer Soziologe beobachte ich mit großer Soge diese Entwicklung, denn diese Institute erhalten meist nicht geringe Summen und ermöglichen so ihre Existenz. In der Diskussion wird nie der enorme Wärmebedarf berücksichtigt, der neben dem steigenden Bedarf an elektrischer Energie für die Realisierung dieses Wunschdenkens entscheidend ist. Der Fokus liegt im Moment im Mainstreaming auf dem Verkehr, obwohl unsere privaten Autos bestenfalls 6-8% CO2 ausstoßen – gegenüber dem Energiebedarf in den Gebäuden von 35-40%.

Auf meine Frage, wie denn diese Hunderttausende von Terawatt-Stunden elektrisch gespeichert werden soll, habe ich keine konkrete Antwort bekommen. Ich brauche Sie nicht daran zu erinnern, dass die vorhandenen Pumpspeicherwerke in Deutschland ebenso wie Biogas, die Monokulturen in unserer Landwirtschaft produzieren, bei weitem nicht ausreichen. Auch die anderen europäischen Länder sind bereits heute nicht mehr bereit, dies im Hochspannungsverbund auszugleichen. Gerade heute hat Norwegen mit dem wir mit einem extrem teuren und fast 400 Kilometer Gleichstrom-Hochspannungskabel verbunden sind, auf Grund von Bürgerprotesten den Export von Strom nach Deutschland infrage gestellt. Nebenbei gesagt, aus topografischen, physikalischen und soziologischen Gründen wird die in Deutschland gewonnene regenerative Energie aus Wind und Sonne niemals ausreichen, um die notwendigen ökologischen Ziele zu erreichen.

Meine Idee, den Bezug regenerativer Energien nicht nur aus Deutschland zu befriedigen, sondern insbesondere die Länder mit einzubeziehen, in denen die Sonne und der Wind regelmäßiger und stärker geerntet werden können, und zwar auf dem Basisträger Wasserstoff. Das wird zwar andiskutiert, doch ich vermisse konkrete Planungen. Hinzu kommt, dass die zu schaffende Infrastruktur der immer knapper werdenden finanziellen Ressourcen praktisch nicht realisiert werden kann. Diesem Wolkenkuckucksheim setze ich mein Methanol-Konzept entgegen. Aus Wasserstoff lässt sich mit wenig Energie-Einsatz und vorhandenen Katalysatoren problemlos Methanol an Ort und Stelle dort produzieren, wo er kostengünstig hergestellt werden kann. Die dafür notwendige Infrastruktur, bzw. den notwendigen Kohlenstoff in Form von CO2 lässt sich entweder aus der Atmosphäre gewinnen oder durch ein weltweites Recycling-Konzept, welches dem bei intelligenter Verbrennung von Erdgas als flüssige Kohlensäure herausgefiltert wird. Methanol kann alle fossilen Energieträger ohne besondere Investitionen ersetzen und im Verbrennungsmotor schafft es den bestmöglichen thermischen Wirkungsgrad von nachweislich über 56%.

Gerne bin ich bereit, den Beweis dafür zu erstellen. Die weltweiten Transportmittel, das  heißt Tanklaster und Tankschiffe sind vorhanden, ebenso wie die Tankstellen und Tanksäulen. Dafür braucht es also keine Investitionen.

Stellen Sie sich einmal vor, der unter einem Druck von über 700 bis 800 bar gespeicherte reine Wasserstoff H2 würde dort gezapft. H2 ist so flüchtig, dass Explosionsgefahren nicht zu vermeiden sind.

Dieses gesamte Energiekonzept basiert auf dezentralen in der ganzen Welt verteilten Wasserstoff/Methanol-Fabriken und gibt auch den Ländern in der Welt eine große Chance, Arbeitsplätze zu schaffen, was auch historisch überall dort in den Industrieländern geschah, wo Energie gefördert werden konnte.

Bitte beantworten Sie mir die Frage, warum ich als unbedeutender Bürger mit diesen Ideen weltweit keinen Widerhall finde. Auf Anhieb würde es die extreme Armut in den sonnen- und windverwöhnten Ländern beseitigen, und zwar auf Augenhöhe und unabhängig von Monopolen der derzeitigen Erdgas, Erdöl und Kohle produzierenden Länder.

Ich bitte Sie, diesen Beitrag an Fachleute zu verteilen und mir ggfs. eine unabhängige Antwort zu geben.

Mit freundlichen Grüßen

Jean Pütz

Wissenschaftsjournalist

Dies ist ein Positionspapier des Runden Tisches Erneuerbare Energien (RT EE). Dieser dient als gemeinsame Plattform von Energiewende- und Klimaschutzorganisationen und hat zu der von Minister Habeck angekündigten gesetzgeberischen Initiative, dem sogenannten Osterpaket [1], die folgenden energie- und klimapolitischen Forderungen und Vorschläge erarbeitet. Sie orientieren sich am konkreten Ziel einer vollständigen Energiewende mit Erneuerbaren Energie bis 2030 [2]. Wir gehen dabei davon aus, dass der EEE-Dreiklang weiterhin als Leitbild dienen muss: Energie einsparen, effizient nutzen und jeglichen Verbrauch aus erneuerbaren Quellen decken – gerade auch dezentral mit Bürgerenergie.

Unsere Forderungen zur Neufassung eines EEG 2.0
1. Zielsetzung des neuen EEG bzw. der EEG-Überarbeitung
Die Bundesregierung strebt bis 2030 einen Grünstromanteil von 80% an und eine Steigerung des Bruttostrombedarfs von bisher 580 auf 715 TWh. Wir gehen von einem deutlich höheren Bruttostrombedarf bis 2030 aus, unter Beachtung der Strombedarfe aus den Sektoren Wärme und Verkehr. Es existieren dazu wissenschaftliche Studien, die sich am Pariser Klimaabkommen orientieren [3] Wir präferieren den in der Studie der Energy Watch Group (EWG) „100 % Erneuerbare Energien für Deutschland bis 2030“ vorgeschlagenen Weg [4]. Er ist mit dem Zieldatum 2030 der Einzige, der die Einhaltung der Pariser Beschlüsse realisieren würde. Als Leitwert für den Ausbau der Erneuerbaren Energie, an dem sich auch die Bundesregierung orientieren sollte, wird dort ein Endenergiebedarf von 2.069 TWh im Jahr 2030 prognostiziert. Die Konkretisierung entsprechend den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort sollte den regionalen und kommunalen Gebietskörperschaften überlassen bleiben.

2. Umfassende inhaltliche „Reformation“ des EEG

Nach langem Missbrauch als „Energiewende-Behinderungsgesetz“ muss das EEG wieder für seine Aufgabe, die EE optimal voranzubringen, ertüchtigt werden. Insbesondere sind hierfür nötig:

2.1 Bürokratie-Abbau
Die EEG-Regelungen müssen rechtssicher und so gestaltet werden, um Investitionen anzuregen, statt abzuschrecken. Hemmnisse sehen wir u.a. in:

  • unklaren, zeitlich ausgedehnten Antragsverfahren zum Netzanschluss
  • pauschalen Pflichten zur Abregelung der EE-Anlage statt Speicherung vor Ort
  • restriktiven Unzumutbarkeitsregeln für einen zwingenden Netzausbau zum Anschluss von Anlagen (25%-Regel)
  • umfassenden Abrechnungs- und Messpflichten zur Abrechnung von EEG-Umlagen und minimalen Wechselrichter-Strombedarfen
  • Personenidentität für und „Sonnensteuern“ auf die Eigen- und Drittversorgung (sollte die EEG-Umlage entfallen, würde sich die „Sonnensteuer“ erübrigen)
  • Festlegung und Abrechnung von Mischvergütungen beim Ersatz und Zubau von EE-Anlagen auf einem Grundstück
  • Komplexe Meldepflichten bei der Bundesnetzagentur, bei den Gewerbeämtern, sowie für die Stromsteuer bei den Zollämtern und daran anschließende Vergütungskürzungen und sonstige Restriktionen bei nicht fristgerechter Erfüllung
2.2 Beseitigung aller Ausbaudeckel und Ersetzung durch Vorgaben zum Mindestausbau
Der monatlich jeweils neu festzusetzende „atmende Deckel“ zur Berechnung der Einspeisevergütungen muss abgeschafft und durch jährliche Vergütungsfestlegung im Konsens von Regierung und Branche (analog zur Regelung im EEG 2004) ersetzt werden. Werden die jährlich notwendigen Ausbaupfade für 100% EE bis 2030 nicht erreicht, müssen die Vergütungen angehoben werden.

2.3 Gewinnbringende Einspeisevergütung für alle EE-Arten
Die Vergütungen für sämtliche Arten der EE müssen so bemessen werden, dass sich Investitionen – auch unabhängig von den durch Eigenversorgung vor Ort gegebenen Vorteilen – lohnen und somit dazu führen, dass sämtliche Ausbaupotentiale – insbesondere alle solargeeigneten Dächer – vollständig genutzt werden. Die Orientierung sollte 5-7% jährliche Rendite sein. Überhöhte Renditen sollen genauso verhindert werden, wie ein Absinken unter die Renditeschwelle.

2.4. Finanzierung der Förderung Erneuerbarer Energien
Der Vorschlag zur „Abschaffung“ der EEG-Umlage für bestehende Anlagen ist gut, da er zur finanziellen Entlastung der Stromkunden beiträgt. Vor dem Hintergrund einer EU-beihilferechtlich konformen Finanzierung empfehlen wir allerdings die Beibehaltung einer Umlagefinanzierung für Neuanlagen aller EE-Erzeugungsarten.

2.5. Abschaffung der Restriktionen und erhöhte Vergütung für Synergie-PV-Anlagen
Die Flächenkulisse für Solarenergie muss erweitert werden. Hierzu zählen

  • Agri-PV
  • Parkplätze
  • Fassaden
  • Floating-PV
  • Biodiversitäts-PV
  • Hierzu zählen folgende Mehrnutzungsstrategien: Lärmschutzwände bei Autobahnen, Fahrradwegeüberdachungen.
Investitionen in diese neuen und mit zahlreichen Synergieeffekten verbundenen Solarmöglichkeiten müssen gefördert werden: durch lohnende Vergütung und durch Regelungen, die statt der bisherigen restriktiven gesetzlichen Vorschriften Ideenreichtum und Kreativität ermöglichen und anregen.

2.6. Entfesselung der Bürgerenergie
Die Bürgerenergie muss als tragende Säule der dezentralen Energieversorgung erkannt und gestärkt werden. Ihr Potential: Resilienz und Akzeptanz, gemeinschaftliche, verbrauchsnahe Erzeugungs- und Versorgungskonzepte (Energiegemeinschaften, Mieterstrom), einfache Verfahren zur regionalen Direktvermarktung (Energy Sharing) und Bürgerenergiefonds muss befreit werden [5]. Für Bürgerenergieprojekte muss die Befreiung von Ausschreibungen im Rahmen der EU-De-Minimis-Regel [6] bürokratiearm umgesetzt werden.

2.7. Langzeitspeicher-Förderung nach dem SMARD-Modell
Ein Umstieg auf 100% Erneuerbaren Energien kann nur mit Langzeitspeichern gelingen. Damit möglichst bald entsprechende Techniken kostengünstig zur Verfügung stehen, müssen wir jetzt mit deren Markteinführung beginnen und für ihre Verbreitung sorgen. Mit der Umsetzung der EU-Vorschriften im Energiewirtschaftsgesetz muss der Elektrizitätsmarkt flexibler gestaltet und neue Energiedienstleistungsunternehmen, einschließlich  Energiespeicherbetreiber und Lastmanager eingebunden werden [7].

2.8 Kurzzeitspeicher und bidirektionales Laden
Auch bidirektionales Laden spielt eine entscheidende Rolle bei der Kurzzeitspeicherung und sollte ermöglicht, sowie von bürokratischen und finanziellen Auflagen befreit werden.

Ein bemerkenswerter Text zum Zeitgeist 2022

(Morning Briefing) – Wir erleben in diesen Tagen einen Rückruf in die Geschichte: Eine alte Öl- und Militärmacht greift den Westen an und katapultiert ihn binnen weniger Tage zurück in seine eigene Vergangenheit – eine Welt, in der die Leopard-Panzer rollen, das fliegende Lazarett abhebt und der Krieg in Großbuchstaben auf Seite eins der Zeitungen steht.

Das Modewort der Saison heißt nicht mehr Nachhaltigkeit, sondern NATO. Aus den Lautsprechern dringt jetzt nicht mehr Hip-Hop, sondern leichte Marschmusik.

Der Kern vom Kern unseres Unbehagens an dieser Moderne, die so gar nicht modern wirkt, ist ein philosophischer. Mit Fug und Recht darf man sich die Frage stellen: Gibt es überhaupt Fortschritt?

Die kurze Antwort lautet: Im Moment nicht. Die längere Antwort lautet: Ja, aber anders als wir dachten.

Wir träumten von Frieden, Dialog und Interessenausgleich. Aber die Herrscher in weiten Teilen der Welt und die mit ihnen eng verbundene Rüstungsindustrie träumen einen anderen Traum. Wir sind gerade aus unserem Traum aufgewacht und in ihrem gelandet.

Geradezu panikartig erhöhen wir unsere Versicherungsprämie für die nationale Sicherheit, was nichts anderes bedeutet, als dass wir verstärkt mit den alten Mächten paktieren. 100 Milliarden Euro zusätzlich für die Bundeswehr, das fünffache dessen, was der Ministerin für Bildung und Forschung zur Verfügung steht. Kein Wunder: Die Rüstungsaktien (und nicht die Hersteller von Solaranlagen und Windparks) sind die Gewinner der Saison.

Die Demokratie erlebt ihren Siegeszug auf der ganzen Welt. Das ist das, was wir hofften. Aber das ist nicht das, was wir sehen. Die Autokratien wachsen und sie halten zusammen. Die Taliban haben eben erst den Westen aus Afghanistan vertrieben. Im UN-Sicherheitsrat wurde der Angriff von Russland auf die Ukraine von elf der 15 Länder verurteilt, Russland stimmte erwartungsgemäß dagegen, China, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate enthielten sich.

Die fossilen Brennstoffe seien ein Auslaufmodell und die Ölkonzerne die Dinosaurier der Moderne. Das ist das, was man uns erzählt hat.

Der Blick auf die Performance der Öl- und Gaskonzerne und ihre Wertpapiere malt ein anderes Bild: Die fünf Branchengrößen Exxon Mobil, Chevron, Shell, BP und Total Energies melden die höchsten Gewinne seit sieben Jahren. Das Nettoergebnis von „Big Oil“ lag im vergangenen Jahr bei fast 90 Milliarden Dollar.

Wenn wir im derzeitigen Tempo die fossilen Rohstoffe weiter ausbeuten, sagt eine Studie der TU München, können wir uns noch 100 Jahre an Mutter Erde schadlos halten. Das bedeutet: Das Ende des Öl-Zeitalters kommt. Aber nicht mal mehr zu Lebzeiten unserer Enkelkinder.

Die Hoffnung war diese: Im Internet-Zeitalter kann man sich digital austauschen und demnächst auch in 3D im Metaverse. Diese Entwicklung werde die Fortbewegung mit Auto, Bahn und Flugzeug disruptieren, sprich limitieren. Die Welt erblüht klimaneutral.

Die Wahrheit ist: Der Autoverkehr und der Flugverkehr erleben einen nicht enden wollenden Boom. 2019 wurden 8,5 Milliarden Personenkilometer in der Luft zurückgelegt. Die Prognosen von Boeing gehen davon aus, dass sich diese Kapazität bis 2040 auf fast 20 Milliarden Personenkilometer mehr als verdoppeln wird.

Und was wurde für die Welt des Geldes nicht alles geweissagt? Neue, dezentrale Währungen würden den Dollar, den Euro und den Yen ablösen, hieß es in den Wirtschaftsteilen der Zeitungen. Und richtig ist: Der Bitcoin und die Blockchain-Technologie beherrschen die großen Kongresse. Doch in Wahrheit ist die Dollardominanz ungebrochen. Amerika denkt nicht daran, seine stärkste Waffe aus der Hand zu legen. „Der Bitcoin ist wie eine Geschlechtskrankheit und muss besiegt werden,“ sagte erst kürzlich Charlie Munger, der Stellvertreter von Warren Buffett.

Die Auflistung dieser Irrtümer, die auch dann Irrtümer bleiben, wenn sie populär sind, sollte uns nicht mutlos, wohl aber realistisch stimmen. Die Welt bewegt sich. Es gibt ihn, diesen geheimnisvollen inneren Motor. Die Geschichte der Menschheit ist eine Fortschrittsgeschichte.

Aber: Die alte Welt ist wehrhafter als wir bisher gedacht hatten. Womöglich ist Putins Invasion nur das Wetterleuchten einer Übergangszeit, in der die Jahrhunderte sich nicht nur berühren, sondern ineinander verkeilen.

Die Moderne kommt. Aber die Vergangenheit will nicht vergehen. Und wenn sie vergeht, dann auf keinen Fall kampflos. Wir sind Zeitzeugen einer historischen Auseinandersetzung, die auf mehreren Plätzen gleichzeitig ausgefochten wird: Die Vergangenheit hat die Moderne zum Duell herausgefordert.