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Stromnetze für die Energiewende fit machen

„Die Energiewende bedeutet für das deutsche
Energiesystem einen Paradigmenwechsel, der neben Herausforderungen in
starkem Maße auch wirtschaftliche Chancen bietet“, sagt Professor Holger
Hanselka, Präsident des KIT und Sprecher von ENSURE (Neue
EnergieNetzStruktURen für die Energiewende). „Unsere Forschung auf
diesem Gebiet wird maßgeblich dazu beitragen, dass die Energiewende
wirtschaftlich erfolgreich ist und Technologielieferanten,
Infrastrukturbetreiber und Stromkunden von ihr profitieren können.“
Holger Hanselka ist gleichzeitig Vizepräsident der
Helmholtz-Gemeinschaft für den Forschungsbereich Energie. „Wir wollen
zeigen, wie wir in Deutschland gleichzeitig Energie aus fluktuierenden
erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind in das Netz dezentral
integrieren und eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare
Energieversorgung gewährleisten können.“

Strukturen für ein zukunftsweisendes Energienetz

Konkret will das Konsortium ENSURE die Frage
beantworten: Was ist eine sowohl unter technischen, wirtschaftlichen als
auch gesellschaftlichen Aspekten sinnvolle Energienetzstruktur und
welche Anteile aus zentraler und dezentraler Versorgung beinhaltet sie?
Dazu werden im Projekt effiziente neue Systemstrukturen, stabile
Systemführungsmechanismen sowie die Integration neuer Technologien auf
breiter Basis erforscht. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem zu
bewältigenden technischen und gesellschaftlichen Transformationsprozess.
Daher stehen Technologien zur Stromübertragung ebenso im Fokus wie
Informations- und Kommunikationstechnologien, die in Zukunft die
Bilanzierung und Stabilität in vernetzten Versorgungsstrukturen
gewährleisten sollen.

Das Kopernikus-Projekt ENSURE ist in drei
Phasen geplant. Nach der ersten Phase für die Erforschung der Grundlagen
(2016 bis 2019) und der darauf folgenden zweiten Phase für die
Umsetzung im Pilotmaßstab (2019 bis 2022), soll in der finalen dritten
Phase (2022 bis 2025) ein multimodaler Netzdemonstrator aufgebaut
werden. Dieser Großdemonstrator soll beispielhaft aufzeigen, wie die
zukünftige energetische Versorgung eines urbanen Systems mit Umland
aussehen kann. Dabei werden auch Möglichkeiten zur Flexibilisierung und
Effizienzsteigerung, beispielsweise durch die Energiesystemintegration
von Strom, Gas, Wärme und Speichertechnologien oder durch
Gleichstrom-Kupplungen zur Mittel- oder Hochspannungsebene, untersucht.

Direktorium und Partner von ENSURE

Das ENSURE-Konsortium setzt sich aus den im
Direktorium vertretenen sechs Kernpartnern und 15 weiteren
Projektpartnern zusammen. Kernpartner sind das KIT und die RWTH Aachen
als Vertreter von Forschung und Lehre, die Unternehmen E.ON
(Energieversorger und Verteilnetzbetreiber) und TenneT TSO GmbH
(Übertragungsnetzbetreiber) sowie die Unternehmen Siemens AG
(Integrierter Technologiekonzern) und ABB (Energie- und
Automatisierungstechnikkonzern). Die weiteren Projektpartner sind: (a)
die Technischen Universitäten Dortmund und Darmstadt sowie die
Universitäten Köln, Wuppertal, Hannover, Kiel, Erlangen-Nürnberg, (b)
die außeruniversitären Forschungseinrichtungen Forschungsgemeinschaft
für Elektrische Anlagen und Stromwirtschaft e.V. Mannheim,
Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik sowie OFFIS
– Institut für Informatik Oldenburg, (c) die Projektpartner
Öko-Institut e.V., Deutsche Umwelthilfe e.V., DVGW e.V. sowie (d) die
Industrieunternehmen Nexans GmbH und Maschinenfabrik Reinhausen GmbH.
Von dem geplanten Budget von über 43 Millionen Euro für die ersten drei
Jahre trägt der Bund rund 30 Millionen Euro.

KIT an weiteren zwei Kopernikus-Projekten beteiligt

Im Kopernikus-Projekt „Systemintegration und Vernetzung der Energieversorgung (ENavi)“ ist das KIT im antragstellenden Direktorium vertreten. Das Projekt wird
den Fokus der „Energiewende“ auf einen gesamtgesellschaftlichen
Transformationsprozess erweitern, da der Umbau des Energiesystems
Herausforderungen erzeugt, die nur im Kontext einer ganzheitlichen
Betrachtung auf Systemebene bewältigt werden können. Ziele sind, unter
anderen ein besseres und tieferes Verständnis des komplex vernetzten
„Systems von Systemen“ im Energiebereich und den damit verbundenen
Bereichen wie Industrie und Konsum zu gewinnen und Optionen für
kollektiv wirksame Maßnahmen zu generieren.

Innerhalb des Kopernikus-Projekts „P2X: Erforschung, Validierung und Implementierung von Power-to-X-Prozessen“ koordiniert das KIT den Forschungscluster, der sich mit modularen und
autarken Technologien zur Umsetzung von Synthesegas auf Basis von
Kohlendioxid in Kohlenwasserstoffe und langkettige Alkohole beschäftigt.
Erforscht werden neue, für einen dezentralen Einsatz geeignete
Prozesstechnologien zur Herstellung von Kraftstoffen, synthetischem
Erdgas (SNG) und Chemikalien aus alternativer Energie. Darüber hinaus
ist das KIT an den Clustern "Dezentrale H2-Logistik: Speicherung und
Verteilung über flüssige Wasserstoffträger“ und "Oxomethylenether:
Kraft- und Kunststoffe auf Basis von Kohledioxid und Wasserstoff“
beteiligt.

Über die Förderinitiative „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“

Mit dem Energiekonzept 2050 strebt die
Bundesregierung eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare
Energieversorgung an. Ziel der Förderinitiative „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ ist es als ein Teil der Hightech-Strategie wichtige Weichen zu stellen,
um neue Wege in der Kooperation von Wirtschaft, Wissenschaft und
Gesellschaft zu gehen und die Energieforschung zukünftig effizient und
zielgerichtet aufzustellen. Grundgedanke ist, dass die Gestaltung der
Energiewende nur dann gelingt, wenn die Bedürfnisse und Erwartungen der
Bevölkerung angemessen reflektiert sowie Umweltverträglichkeit und
marktwirtschaftliche Erfordernisse berücksichtigt werden.

Mit der Initiative „Kopernikus-Projekte für
die Energiewende“ werden technologieorientierte Forschungsprojekte mit
systemischem und transdisziplinärem Ansatz gefördert. Das Ziel der
Projekte ist es, für die Umsetzung der Energiewende relevante
Technologien zu identifizieren und bis zur großskaligen Anwendung zu
entwickeln, also die Initiierung von Innovationen für die Energiewende.
Es sollen Forschungsfelder von starker Komplexität, einem hohen
Forschungsrisiko und besonderen Potenzialen für die Umstellung des
Energiesystems wirtschaftlich nutzbringend erschlossen werden. Forschung
und Entwicklung in den Kopernikus-Projekten sollen so dazu beitragen,
die sich aus den technologischen Fortschritten ergebenden Chancen auf
dem Weltmarkt zu nutzen.

Wissenschaftsblogs – eine wichtige Informationsquelle – Mit einer persönlichen Meinung von Jean Pütz

Liebe Besucher meiner Homepage !

Mein Freund, Reiner Korbmann, einer der profiliertesten Wissenschaftsjournalisten Deutschlands, unterhält eine Homepage mit dem Titel ‚Wissenschaft kommuniziert‘. Er organisiert jedes Jahr eine Auswahl der besten Wissenschafts-Blogs. Es wird Sie interessieren, diese Blogs anzuklicken. Unsere Kultur ist auf Wissenschaft aufgebaut, ohne sie, das Verständnis und ihre Würdigung würde dieser ‚Turmbau zu Babel‘ zusammenbrechen. Wir ziehen alle an einem Strang.
Ihr Jean Pütz

Der „Wissenschafts-Blog des Jahres 2018“:

Der Theorieblog der Leibniz-Universität Hannover erhält Gold
Ein Forum für politische Theorie, Philosophie und Ideengeschichte, 2010 ins Leben gerufen von vier jungen Politikwissenschaftlern in Hannover, heute ein bundesweites Netzwerk. Ziel: Der deutschsprachigen Theorie-Community einen Ort zu bieten, der Information, Austausch und Diskussion ermöglicht.  Wissenschaftliche Ideen können hier genauso diskutiert werden wie tagespolitische Ereignisse oder die Befindlichkeiten der Disziplinen. Sein Anliegen: Gleichermaßen nützliche Information zu bieten wie anregende Reflexion.

So finden sich Ankündigungen zu interessanten Tagungen, etwa im Januar in Dresden zu der gerade auch für die Wissenschaftskommunikation spannende Frage, ob angesichts der sich wandelnden Welt auch eine neue Begrifflichkeit für Öffentlichkeit gefunden werden muss, ebenso wie eine tiefgehende Analyse der Tweets von der Tagung der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaften (immerhin 3682 Tweets!) und natürlich ein inhaltlicher Bericht. Ein reiner Wissenschaftsblog, der gar nicht versucht populär zu sein, und dem es dennoch gelingt, durch seine Vielseitigkeit für interessierte Außenstehende attraktiv zu sein. Wieder einmal eine überraschende, aber durchaus stimmige Wahl unserer Leser.

Der „Wissenschafts-Blog des Jahres 2018“ in Silber:

Der „Zukunftsblog“ der ETH Zürich auf dem zweiten Platz
Die ETH Zürich ist ohne Zweifel eine der renommiertesten Universitäten Europas. Sie will mit dem „Zukunftsblog“ ihre Kompetenz für eine Zukunft mit Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Gesundheit unterstreichen. Der „Zukunftsblog“ war 2017 bereits „Wissenschafts-Blog des Jahres“, im Jahr vorher ebenfalls zweiter der jährlichen Wahl. Im Mittelpunkt des Blogs stehen Nachrichten und Meinungen von Wissenschaftlern zu den Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Gesundheit.

Naturgemäß enthält er Informationen vor allem aus der  ETH-Forschung. Hier berichten die Beteiligten selbst – vom Doktoranden bis zum Professor, auch anderer Hochschulen – umso höher ist das Niveau der Darstellung einzuschätzen: spannend, verständlich, inhaltsreich und direkt aus dem Forscherleben gegriffen. Der Zukunftsblog der ETH ist ein Musterbeispiel, wie eine Hochschule, ein Forschungsschwerpunkt oder ein Institut mit etwas Engagement der Beteiligten Blogs für die Kommunikation nutzen kann. Voraussetzung dafür ist sicherlich ein Redaktionsteam, das sich um Themen, um Beiträge und um die attraktive Aufarbeitung der Posts kümmert.

Der „Wissenschafts-Blog des Jahres 2018“ in Bronze:

„Mikrobenzirkus“ von Susanne Thiele auf Platz drei
Kann man sich für winzige Plagegeister begeistern, wie Bakterien, Viren, Pilze usw.? Man kann! Und wie, das führt Susanne Thiele vor. Die Mikrobiologin ist fasziniert von den winzigsten Organismen und schafft es, diese Begeisterung an die Leser ihres Blogs weiterzugeben: Sie erzählt Geschichten, etwa vom Sauerkraut, sie zeigt wunderschöne Bilder, etwa die unterschiedlichsten Mikroben auf Agarplatten in leuchtenden Farben und sie variiert das Thema Mikroben tatsächlich so kreativ und vielfältig wie ein Zirkusprogramm.

Man mag eine Abscheu gegen die Kleinstorganismen haben (die andererseits so lebenswichtig für uns sind), man kommt aber nicht an ihren attraktiven Seiten vorbei, die die Bloggerin in ihrem Ideenreichtum und ihrem Engagement jeweils neu erfindet. Das ist ein gut gemachter, optisch attraktiver Blog, wie man sich ihn als Blogger wünscht, und der in der Lage ist, eine in der Öffentlichkeit meist nur mit Krankheiten verbundene Disziplin aus den negativen Assoziationen herauszuholen. Da wiederum kommt Susanne Thiele ihr privater Blog auch beruflich zugute, denn sie ist Pressesprecherin des Helmholtz-Instituts für Infektionsforschung in Braunschweig.

Sonderpreis der Redaktion zum „Wissenschafts-Blog des Jahres 2018“:
Baking Science Traveller ist wirklich ein ganz besonderer Blog: Da macht die Mathematikerin Isabelle Beckmann ihre drei Hobbies zum Blog-Thema: Backen, Wissenschaft und Reisen – und verbindet alle drei. Herausgekommen ist dabei ein Blog, der zeigt, dass Wissenschaft irgendwie nah am Menschen und seinem Leben ist, nicht nur funktionierende Ergebnis-Produktion. Da wird dann in Memoriam zum 77. Geburtstag von Stephen Hawking ein Kuchenrezept veröffentlicht: „Der Brownie Nebel, lokalisiert im Sternbild der Kakaobohne!“, angereichert mit Aphorismen des verstorbenen Astrophysikers. Das Leben ist bunt, Isabelle Beckmann macht die Wissenschaft bunt und menschlich. Da kommen natürlich Erklärungen und fassbare Beschreibungen nicht zu kurz, von Eulers Graphentheorie bis zu den Gravitationswellen. Kurzum: Ein Blog, der nie langweilig wird, Wissen mit Genuss verbindet und von der Begeisterung der Autorin lebt. Einziger Nachteil vielleicht, dass man die schön fotografierten Werke von Isabelle Beckmann nicht riechen und schmecken kann ;-).

Mehr Interesse für die „Wissenschafts-Blogs des Jahres 2018“
Noch kurz etwas für die Statistiker: Mit 3.498 Stimmen fanden die „Wissenschafts-Blogs des Jahres 2018“ deutlich mehr Interesse als in den Vorjahren. Wieder schafften nur drei Blogs einen zweistelligen Prozentanteil der Stimmen, bei den anderen Kandidaten ging es ziemlich eng zu. So lagen zwischen dem zehnten – noch hier erwähnten Wissenschafts-Blog und dem elften nur zwei Stimmen. Aber Mehrheit ist Mehrheit. Sehr viel ausgeglichener ging es bei der Wahl zum „Blogteufelchen der Wissenschaftskritik“ zu.

Dies war die achte Wahl zum „Wissenschafts-Blog des Jahres“. Standen früher vor allem die großen Wissenschafts-Blogs mit hohen Zugriffszahlen im Mittelpunkt, etwa (der nach allen zugänglichen Quellen Marktführer) „Astrodicticum“ oder die Wissenschafts-Blogs großer Medien und Organisationen, etwa der FAZ-Blog „Planckton“so sind es heute die thematisch kleineren Blogs, meist von engagierten Einzelpersonen oder von Gemeinschaften betrieben, die ein Thema fördern wollen. Aus Sicht der Redaktion ist das eine gute Entwicklung, denn vor allem geht es mit dieser Wahl darum, unbekannte, gute Blogs aus der Fülle der Websites ans Licht zu holen und damit Ideen und Aufbereitung bekannt zu machen. Um dies aber so fortzusetzen, brauchen wir weiter viele Vorschläge von unseren Lesern. Also bitte: Melden Sie sich.

Balling bleibt in Braunschweig

Niedersachsen investiert 35 Millionen Euro in die Infektionsforschung

Das Land Niedersachsen kann einen erfolgreichen Wissenschaftsmanager für
die Region Braunschweig halten: Professor Rudi Balling,
wissenschaftlicher Direktor am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
(HZI), hat sich gegen ein Konkurrenzangebot und für den Standort
Südniedersachsen entschieden. Insgesamt 35 Millionen Euro investiert das
Land im Rahmen der Wiederberufung in den Ausbau der Infektionsforschung.

Damit ist gewährleistet, dass sich die erfolgreiche Verknüpfung von
translationaler Medizin, Wirkstoffforschung und Systembiologie weiter
positiv entwickelt und Niedersachsen national und international
mithalten kann , sagt Niedersachsens Minister für Wissenschaft und
Kultur, Lutz Stratmann, über den Erfolg. Mit den zugesagten Mitteln
könne nun die Untersuchung von Infektionserregern und die Suche nach
neuen Medikamenten und Impfstoffen deutlich intensiviert werden. Wir
werden die Gelder gemeinsam mit unseren Forschungspartnern in
Braunschweig und in Hannover investieren , umreißt Rudi Balling seine
Pläne. Dabei muss im Vordergrund stehen, die Ergebnisse der
Grundlagenforschung schneller als bisher in die medizinische Anwendung
zu überführen.

Drei wissenschaftliche Projekte haben Wissenschaftsminister Stratmann
und Balling als Schwerpunkte für die anstehenden Investitionen
vereinbart: Gemeinsam mit der Technischen Universität Braunschweig soll
ein Zentrum für Bioinformatik und Systembiologie aufgebaut werden.
Balling: Die Ingenieure sind schon lange in der Lage, komplexe Systeme
wie Großraumflugzeuge zu modellieren und zu simulieren. Das muss uns
Infektionsforschern in ein paar Jahren auch bei Bakterien und Viren
gelingen. Dafür muss aber die Mathematik Einzug in die Biologie halten.
Die Voraussetzungen sind dafür gerade in Braunschweig optimal und wird
in dem geplanten Institut gelingen.

Für die Suche nach neuen Substanzen, mit denen sich Infektionen
bekämpfen lassen, steht auf dem Campus des HZI in Braunschweig der Bau
eines Wirkstoffzentrums an. Dort werden Chemiker gemeinsam mit den
Infektionsforschern chemische Moleküle auf ihre antivirale oder
antibakterielle Wirkung testen und sie für den Einsatz als Medikament
oder Impfstoff optimieren. Maßgeblich an diesem Projekt beteiligt sein
werden die Leibniz Universität und die Tierärztliche Hochschule in Hannover.

All diese wissenschaftlichen Projekte sollen aber auch für die
Patienten in den Kliniken einen Nutzen bringen , fasst Stratmann
zusammen. Deshalb unterstützt das Land mit den zugesagten Mitteln als
dritten Baustein des Pakets den Aufbau eines Klinischen Testzentrums in
Hannover gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule und der Fraunhofer
Gesellschaft. Dort werden die Ergebnisse, die wir in
Rechnersimulationen und Laborarbeit gewonnen haben, unter
standardisierten Bedingungen zum ersten Mal am Menschen überprüft ,
erklärt Balling. Danach sind die potenziellen Medikamente und Impfstoffe
so weit entwickelt, dass sie an die Pharmaindustrie auslizenziert werden
können. Mit diesen Investitionen schließen wir die Kette von der
Grundlagenwissenschaft zur Anwendung im Bereich Infektionsforschung , so
Minister Stratmann: Niedersachsen kann seine führende Position in
diesem Feld enorm ausbauen.

Vitamine helfen gegen Frühjahrsmüdigkeit nicht

Vitamine helfen gegen Frühjahrsmüdigkeit nicht

Übermäßige Einnahme kann Erkrankungen als Folge mit sich bringen

Vitamin-Ergänzungspräparate können gefährlich sein (Foto: pixelio.de, I-vista)
Vitamin-Ergänzungspräparate können gefährlich sein (Foto: pixelio.de, I-vista)

St. Petersburg (pte004/24.03.2017/06:15) –

Menschen, die die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit mit Vitaminpräparaten
bekämpfen wollen, schaden ihrer Gesundheit. Übermüdung liegt jedoch
nicht am Vitaminmangel, sagt Alexander Ishevskiy, Nahrungsmittelexperte
an der Technischen Universität St. Petersburg http://en.ifmo.ru . "Der menschliche Körper ist ein perfekt ausbalanciertes System", so
der Experte. "Wenn man gesund ist, kann man nicht unter Vitaminmangel
leiden."

Auf den Rat des Arztes hören

Dem Experten nach ist die unkontrollierte Einnahme von
Vitaminen in größeren Mengen für die Gesundheit gefährlicher als ein
Vitaminmangel. Als Beispiel nennt er den Chemie- und
Friedensnobelpreisträger Linus Pauling. Dieser nahm, nachdem er 65 Jahre
alt geworden war, täglich das 300-Fache der von der
US-Gesundheitsbehörde empfohlenen Menge an Vitamin C zu sich. Er
glaubte, damit alle Krankheiten in den Griff zu bekommen. Tatsächlich
wurde er 93 Jahre alt und blieb geistig fit. Doch er starb an Krebs, den
er mit Vitamin C verhindern wollte.

Vitamine sollte man nur zu sich nehmen, wenn ein Arzt
einen spezifischen Mangel festgestellt hat. Die Meinung,
Mangelerscheinungen träten auf, weil es im Winter an frischem Gemüse,
Früchten und Beeren mangele, lässt Ishevskiy nicht gelten. Heute habe
jeder zu jeder Jahreszeit Zugriff auf vitaminhaltige Nahrungsmittel.
Einen Seitenhieb auf die Hersteller kann er sich nicht verkneifen:
"Vitamine werden aus kommerziellen Gründen beworben. Wenn man einen
Menschen davon überzeugt, dass er magische Pillen braucht, wird er sie
kaufen."

Verdauungssystem soll arbeiten

Ishevskiy empfiehlt eine ausgewogene Ernährung.
Darunter versteht er Nahrungsmittel, die nicht so leicht zu verdauen
sind, beispielsweise Kohl und Gurken. "Sie sorgen dafür, dass das
Verdauungssystem härter arbeitet", sagt der Experte. Es werde dadurch
gewissermaßen generalüberholt. Süßigkeiten und stark gesalzene Speisen
sollte man vermeiden.

Spezial-Oberfläche weist alle Flüssigkeiten ab

Spezial-Oberfläche weist alle Flüssigkeiten ab

Neuartige Textur funktioniert für diverse Materialien

Tropfenbildung: die neue Oberfläche im Test (Foto: UCLA Engineering)
Tropfenbildung: die neue Oberfläche im Test (Foto: UCLA Engineering)

Los Angeles (pte004/01.12.2014/06:10) –

Forscher an der University of California, Los Angeles (UCLA) http://ucla.edu haben die erste Oberflächentextur entwickelt, die wirklich jede
Flüssigkeit einfach abtropfen lässt. Dazu ist nicht einmal eine
spezielle Beschichtung wie bei Antihaft-Pfannen nötig. Vielmehr reicht
eine spezielle Struktur, die bei diversen Oberflächen von Glas bis
Metall funktioniert. Entsprechend groß ist laut UCLA das
Anwendungspotenzial, das von Korrosionsschutz in Industrieanlagen über
Solarzellen bis hin zu Kochgeschirr reicht.

Die Antihaftbeschichtung von Pfannen ist hydrophob,
also wasserabweisend. In Verbindung mit einer besonderen
Oberflächenstruktur werden solche Materialien sogar "superhydrophob",
Wasser bildet darauf aufgrund seiner relativ hohen Oberflächenspannung
einfach Tropfen. Ähnliches ist aus der Natur bekannt, beispielsweise von
bestimmten Pflanzenblättern. Doch ölige Flüssigkeiten haften an solchen
Oberflächen. Im Gegensatz dazu ist die neu entwickelte Textur
"superomniphob", wirklich jede Flüssigkeit perlt ab – nicht nur Wasser
und Öl, sondern selbst fluorierte Lösungsmittel, die an bisherigen
ölabweisenden Oberflächen doch anhaften.

Nägel mit Köpfchen

Fluorierte Lösungsmittel, die industriell
beispielsweise zur Kühlung von Elektronik zum Einsatz kommen, haften
laut UCLA aufgrund ihrer extrem geringen Oberflächenspannung selbst an
bisherigen als superomniphob bezeichneten Oberflächen. Dass die
Neuentwicklung selbst diese Flüssigkeit abweist, liegt an einer ganz
speziellen Struktur. Im Prinzip handelt es sich um eine Anordnung
tausender mikroskopischer Flachkopfnägel, deren Köpfe einen Durchmesser
von nur 20 Mikrometern haben. Dieser Ansatz ist von stark ölabweisenden
Oberflächen bekannt, doch das UCLA-Team hat ihn noch verfeinert.

Der Schlüssel zur echten Superomniphobie ist demnach
eine spezielle Nanostruktur unter den mikroskopischen Nagelköpfen. Die
Mikronägel ähneln im Querschnitt eher einem "T" in einer Serifenschrift.
"Bei unserer texturierten Oberfläche sitzt Flüssigkeit auf einem
Polster, das zu 95 Prozent aus Luft besteht", erklärt Tingyi Liu,
Maschinentechnik-Postdoc an der UCLA. Dadurch bilden selbst
Flüssigkeiten mit viel kleinerer Oberflächenspannung als Wasser stabile
Tropfen, die abrollen. In Tests hat das selbst bei Perfluorohexan
geklappt, einem fluorierten Lösungsmittel, das die Flüssigkeit mit der
geringsten bekannten Oberflächenspannung ist.

Breites Potenzial

Gegenüber bisherigen superomniphoben Oberflächen wie
etwa einer an der University of Michigan entwickelten (pressetext
berichtete: http://pte.com/news/20130118001 ), hat die UCLA-Textur den entscheidenden Vorteil, dass sie kein
spezielles Material benötigt. Wie das Team im Magazin Science berichtet,
funktioniert die neue Struktur auf Glas, Metall und Polymeren. Schon
allein daraus ergibt sich ein sehr breites Anwendungspotenzial.

Zudem betonen die Forscher, dass die
flüssigkeitsabweisenden Eigenschaften der Oberflächentextur weder unter
UV-Licht noch bei Temperaturextremen leiden. Das macht sie für
Anwendungen im Freien – beispielsweise Solaranlagen – besonders
interessant. Die UCLA nennt zudem biomedizinische Geräte als
potenzielles Anwendungsgebiet, da diese dann nicht mehr von
Körperflüssigkeiten angegriffen werden könnten.

Borkum als allergikerfreundliche Insel gekürt

Borkum als allergikerfreundliche Insel gekürt
Europäisches Allergie-Forschungszentrum zeichnet Urlaubsregionen aus
 
Signalstelle: Auf Borkum können Allergiker durchatmen (Foto: pixelio.de, Harms)

Berlin (pte001/13.04.2013/06:00) – Die ostfriesische Insel Borkum http://borkum.de hat von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) http://ecarf.org das Zertifikat für Allergikerfreundlichkeit erhalten. "Wir haben durch unser Hochseeklima ja nicht nur eine besonders pollenarme Luft, sondern jetzt auch Unterkünfte und Einzelhändler, die sogar darauf achten, dass nicht mal Grünpflanzen in der Dekoration sind, die einem die Tränen in die Augen treiben", so Tourismusdirektor Stefan Krieger.

Mit der Zertifizierung ist Borkum die erste Insel, deren touristische Infrastruktur sich nach den medizinisch-wissenschaftlichen Kriterien der Stiftung ECARF auf die Bedürfnisse von Allergikern eingestellt hat. Die an die teilnehmenden Betriebe gestellten Anforderungen sind streng, so ECARF-Pressesprecher Matthias Colli gegenüber pressetext. Glatte Bodenbeläge, ausgezeichnete Inhaltsstoffe der angebotenen Lebensmittel, spezielle gefilterte Staubsauger sowie milbendichte Matratzenüberzüge sind nur einige der Kriterien.

Weitere Allergikerfreundliche Regionen

Neben der Insel Borkum sind auch das Schmallenberger Sauerland mit der Ferienregion Eslohe http://schmallenberger-sauerland.de sowie Baabe auf Rügen http://allergikerfreundliche-gemeinde.de , Bad Hindelang im Allgäu http://bad-hindelang-urlaub.de und der Verbund "Ferienland Schwarzwald" http://dasferienland.de in Deutschland mit diesem Zertifikat ausgezeichnet worden.

"Bad Hindelang ist ein Modellprojekt unserer Arbeit, denn in dieser Region beschäftigen sich die Anbieter vom Bäcker über den Metzger bis zu den Hotelbetrieben seit Jahren mit dem Thema Allergie", so Colli. In Hinblick auf die immer größere Zahl an Allergikern sei das ein sehr wichtiger Punkt, räumt der Experte ein. Daher habe man auch die Plattform ECARF-Travel http://ecarf-travel.org geschaffen, auf der zertifizierte Betriebe aus ganz Europa gelistet sind.

Urlaub soll auch Allergikern Erholung bringen

"Reisen kann für Allergiker mitunter beschwerlich sein, denn ganz egal ob Tierhaar-, Hausstaub- oder Nahrungsmittelallergie – die Betroffenen müssen auch im Urlaub sehr achtsam sein", so Colli. Das ECARF-Qualitätssiegel, welches die erfüllten Anforderungen des European Center for Allergy Research Foundation auszeichnet, kennzeichnet Produkte und Dienstleistungen, die Allergikern das Leben nachweislich erleichtern. Es ist das einzige europaweit gültige Zertifikat für allergikerfreundliche Produkte und Dienstleistungen.

"Wer als Asthmatiker nachts ruhig durchschlafen kann, wer als Nahrungsmittelallergiker am Frühstücksbuffet Wahlmöglichkeiten hat, wird den Urlaub mehr genießen und sich besser erholen", meint Torsten Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung.

Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien auf Rekordniveau

Zu den Veröffentlichungen des VDEW stellt der BEE klar: Verbraucher zahlen weniger als im Vorjahr

30.01.2007 – Die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien ist im
vergangenen Jahr auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Nach heute
veröffentlichten Zahlen des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft
(VDEW) lieferten Wind, Wasser, Sonne, Bioenergie und Erdwärme in 2006
mehr als 73 Milliarden Kilowattstunden und deckten damit etwa 12
Prozent des deutschen Stromverbrauchs. "Dies bestätigt die uns
vorliegenden Branchenwerte", so Milan Nitzschke, Geschäftsführer des
Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE). Allein der Zuwachs gegenüber
dem Vorjahr übersteige beispielsweise die Jahresproduktion eines
Kernkraftwerkes, wie das zur Disposition stehende AKW Brunsbüttel.

Dabei seien die Kosten, die die Verbraucher für die Förderung von
sauberem Strom aus Erneuerbaren Energien zahlen, gesunken. Hier
widerspricht der BEE der Verlautbarung des VDEW. Nitzschke: "Während
die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien massiv gestiegen ist, sind
die Kosten für seine Förderung auf 2,2 Milliarden Euro gesunken. Das
sind 200 Millionen Euro weniger als im Vorjahr." Verbraucher müssten
für die Kostenumlage gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) etwa einen
halben Cent pro Kilowattstunde zahlen. Am gesamten Strompreis mache das
gerade einmal 2,5 Prozent aus. "Das deutsche Förderinstrument ist das
effizienteste in ganz Europa: Maximaler Ausbau Erneuerbarer Energien
bei minimalen Kosten. Dies wird auch durch die Europäische Kommission
bestätigt."

Hintergrund: Produzenten von Strom aus Erneuerbaren Energien bekommen
für den eingespeisten Strom eine feste Vergütung, die im
Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt ist. Damit wird
Investitionssicherheit auch für kleine und mittelständische Erzeuger
gewährleistet. Durch diese Regelung hat Deutschland im internationalen
Vergleich die Spitzenstellung beim Ausbau Erneuerbarer Energien
einnehmen können. Die Mehrkosten gegenüber konventionell erzeugtem
Strom werden auf alle Stromverbraucher umgelegt. Während die
Einspeisevergütungen für Strom aus neuen Erneuerbare-Energien-Anlagen
in jedem Jahr sinken, steigen die Preise für Strom aus Gas, Kohle und
Kernenergie an der Strombörse weiter an. Zudem haben Erneuerbare
Energien einen dämpfenden Effekt auf den Strompreis. Beispielsweise
sinkt der Börsenpreis an der Leipziger Strombörse an Tagen mit einer
hohen Einspeisung aus Erneuerbaren Energien.

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)

Marienstraße 19/20

10117 Berlin

www.bee-ev.de

Neue Technologie für flache Bildschirme

Vorteile bei geringem Stromverbrauch und variabler Größe

Berlin (pte/06.09.2005/12:10) – Toshiba http://www.toshiba.de hat auf
der IFA in Berlin erstmals Einblicke in die neue SED (Surface
Construction Electron Emitter Display)-Technologie gewährt, allerdings
nur für einige geladene Gäste. Der Prototyp entstand aus einer
Zusammenarbeit von Toshiba und Canon http://www.canon.de , die im
Herbst 2004 vereinbart wurde (pte berichtete
http://www.pte.at/pte.mc?pte=040914022 ) "Mit der SED-Technologie
werden die Vorteile von Röhren- und LCD-Schirmen vereint", sagt Kerstin
Oppermann, Pressesprecherin von Toshiba, gegenüber pressetext.

Bei SED-Displays werden, wie bei CRT (Cathode Ray Tube)-Schirmen,
Elektronen auf den mit Leuchtmittel beschichteten Bildschirm
geschossen. Im Gegensatz zu CRT gehen die Elektronen aber nicht von
einer zentralen Quelle aus. Die Elektronen-Emitter sind in der gleichen
Anzahl vorhanden, wie es Pixel am Schirm gibt. "Somit sind die
möglichen Größen der Displays weder nach oben, noch nach unten
begrenzt", erläutert Oppermann. Schnelle Bewegungen und Lauftexte
werden auf SEDs, dank deren Reaktionszeit von etwa einer Millisekunde,
gut dargestellt. Ein weiterer Vorteil der SED-Technologie ist der
geringe Stromverbrauch.

Bereits im kommenden Jahr will Toshiba den ersten SED-Fernseher auf den
Markt bringen. Angesiedelt werden diese im hochpreisigen Segment sein,
da vorerst nur kleine Stückzahlen vom Band laufen sollen. Mit der
Massenproduktion starten die Partnerunternehmen Ende 2007. Ziel ist es
bis 2010 den Markt für übergroße Displays ab 40 Zoll zu dominieren.

„Beispielhaftes Projekt!! Ist das die Zukunft der dezentralen Energieversorgung?“

"Beispielhaftes Projekt!! Ist das die Zukunft der dezentralen Energieversorgung?"

Insel Pellworm wird energieautark

12.09.2013: Die nordfriesische Insel Pellworm, auf der 1983 der damals größte

Solarpark Europas installiert wurde, soll durch ein intelligentes Stromnetz mit

Großspeichern energieautark werden. Dazu wollen der Stromkonzern Eon und der

norddeutsche Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz AG in den kommenden Monaten

auf der Insel ein sogenanntes hybrides Speichersystem für die Stromproduktion aus

Windkraft-, Photovoltaik- und Biomasseanlagen errichten. Ziel ist es, die

Stromverbraucher über moderne Datenleitungen mit den Erzeugungsanlagen zu

verknüpfen, so dass Erzeugung und Verbrauch besser aufeinander abgestimmt sind.

Überschüsse können zukünftig direkt in Lithium-Ionen- und Redox-Flow- Batterien

sowie in dezentrale Haushaltsspeicher gespeist werden. Das von einem Verbund

verschiedener Partner aus Industrie und Wissenschaft getragene Projekt wird im

Rahmen der Energiespeicherinitiative der Bundesregierung gefördert. Das

Investitionsvolumen beträgt fast zehn Millionen Euro.

© PHOTON

Einzelgängertum schlecht für Immunsystem und Herz

Pittsburgh (pte/02.05.2005/13:15) – Eine geringe soziale Verbundenheit
kann negative Auswirkungen auf den Körper haben. Betroffen sind vor
allem das Immunsystem und die Gesundheit des Herzens. Zu diesem
Ergebnis sind zwei aktuelle Studien gekommen. Die erste Untersuchung
ergab, dass Studienanfänger, die wenig Kontakt hatten oder sich einsam
fühlten eine schlechtere Immunreaktion auf eine Grippeimpfung aufwiesen
als ihre geselligeren oder sozial zufriedeneren Jahrgangskollegen.

Eine zweite Studie ergab, dass sozial isolierte Männer über erhöhte
Werte des Entzündungsmarkers Interleukin-6 verfügen, der bei
Arterienverkalkung eine Rolle spielt. Es war laut New Scientist
bekannt, dass Isolation einen nachteiligen Effekt auf die Gesundheit
des Herzens hat. Diese Studien ermöglichen laut Sarah Pressman von der
Carnegie Mellon University http://www.cmu.edu erste Einblicke in die
genauen Zusammenhänge. Die Ergebnisse der Studien wurden in dem
Fachmagazin Health Psychology http://www.apa.org/journals/hea
veröffentlicht.

Es zeigte sich, dass kleine soziale Netze und Einsamkeit die
Antikörperreaktion der Studenten auf die Grippenimpfung verringerten.
Überraschender Weise waren diese Effekte voneinander unabhängig. Laut
Pressman stehe bei der Einsamkeit das eigene Empfinden der Situation im
Vordergrund. Die Größe sozialer Netze könne einfach durch die Zählung
der Kontakte eines Menschen ermittelt werden. "Man kann wenige Freunde
haben und sich trotzdem nicht einsam fühlen. Andererseits kann man sich
auch inmitten von Freunden einsam fühlen."

Die Forscher teilten Fragebögen an 83 Studenten aus um zu ermitteln mit
wie vielen Menschen sie innerhalb von 14 Tagen Kontakt hatten.
Zusätzlich verteilten sie Palm Computer für die Aufzeichnung von
Einsamkeitsgefühlen und ermittelten die Werte des Stresshormons
Cortisol. Die Studenten, die sich am ein einsamsten fühlten, verfügten
über eine um 16 Prozent verringerte Antikörperreaktion auf einen im
Impfstoff enthaltenen Stamm ("A/Caledonia"). Studenten mit den
kleinsten sozialen Netzen, die im Untersuchungszeitraum mit vier bis 12
Menschen Kontakt hatten, verfügten über eine elf Prozent schlechtere
Reaktion auf den gleichen Bestandteil als Teilnehmer mit mehr als 20
Kontakten.