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Krankheiten aus der Küche

Hygiene schützt vor Noroviren & Co.

(aid) – Unglaublich, aber wahr: Obwohl sie täglich mit Wasser in Berührung kommen, sind Spülbecken die hygienischen Problemzonen jeder Küche. Wie eine repräsentative Studie der Hochschule Anhalt in Bernburg zeigt, gilt das insbesondere in von Männern geführten Küchen. Professor Ulrike Kleiner und ihr Team untersuchten in Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt insgesamt 390 Küchen von Ein- und Mehrpersonenhaushalten. Die Forscher beurteilten Sauberkeit und Zustand von Küchengeräten wie Kühlschrank, Schneidbrett, Messer und Geschirr, die Nasszone (Spülbecken und Spül-lappen) und den Sauberkeitsgrad der Hände.
Die Ergebnisse sind erschreckend. So fällt zum Beispiel die Nasszone in fast allen Haushalten negativ auf: Spül-lappen, Abtropffläche und Abfluss sind am stärksten mit Keimen belastet. Bei der Händehygiene gibt es, optimistisch ausgedrückt, ebenso großes Verbesserungspotenzial. Nur knapp ein Drittel der Befragten waschen sich die Hände vor und während der Lebensmittelzubereitung. Dabei fallen vor allem die Männer über 65 Jahren auf. 65 Prozent dieser Gruppe reinigen sich lediglich bei Verschmutzung ihre Hände.
Dass Hygienemängel keine Bagatellen sind, zeigt eine aktuelle Meldung des Robert-Koch-Instituts: Norovirus-Erkrankungen könnten sich nach einer Rekordwelle im vergangenen Jahr auch in diesem Winter wieder epidemieartig ausbreiten, vermuten die Experten. Eine Infektion mit dem Norovirus führt vorübergehend zu Brechdurchfällen, insbesondere für Senioren kann er in seltenen Fällen auch tödlich sein. Der Erreger breitet sich am häufigsten über virushaltiges Erbrochenes, den Stuhl der Erkrankten und über den Kontakt mit verschmutzten Türgriffen und Flächen aus. Aber auch über virushaltige Speisen oder Getränke ist eine Ansteckung möglich. Was die wenigsten wissen: Insgesamt haben gut die Hälfte aller Lebensmittelvergiftungen in Deutschland ihren Ursprung in der heimischen Küche. Im Gegensatz zu Gammelfleisch, Acrylamid und anderen Skandalen nehmen die meisten Verbraucher die Gefahren durch eigene Hygienemängel weniger ernst.
Damit die heimische Küche nicht zur "Keimschleuder" gerät, fordert Studienleiterin Kleiner deshalb eine entsprechende Sensibilisierung der Verbraucher. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat dafür eigens eine "Fünf-Schlüssel-Strategie" entwickelt:

1. Hände und Arbeitsflächen in der Küche sauber halten
2. Trennung roher und gekochter Speisen
3. Sorgfältige Erhitzung der Lebensmittel
4. Lagerung von Lebensmitteln bei "sicheren Temperaturen"
5. Sauberes Wasser und saubere Ausgangsprodukte verwenden

aid, Franziska Röseberg

Weitere Informationen:
Der komplette Beitrag "Hygienemängel in der Privatküche" ist in zwei Ausgaben der Fachzeitschrift "Ernährung im Fokus" (03/07 und 04/07) erschienen und unter www.aid.de/fachzeitschriften/eif/eif2007.php zum kostenpflichtigen Download für je 1,00 EUR verfügbar.

Botnetz straft User-Leichtsinn

Passwort-Recycling: Botnetz straft User-Leichtsinn

Cybercrime-Ansatz probiert geklaute Login-Daten auf Banking-Seiten

Passwort: Botnetze nutzen Wiederverwendung (Foto: fotodienst.at)
Passwort: Botnetze nutzen Wiederverwendung (Foto: fotodienst.at)

San Jose (pte028/24.05.2016/11:30) –

Wenn User das gleiche Passwort bei verschiedenen Web-Angeboten nutzen,
kann sich das bitter rächen. Denn mittlerweile gibt es Botnetze, die
sich genau diesen Leichtsinn zunutze machen. Das geht aus dem
"Cybercrime Report Q1 2016" der Firma ThreatMetrix http://threatmetrix.com hervor. Diese testen, ob geklaute Login-Daten wirklich funktionieren –
und falls ja, ob der jeweilige Nutzer leichtsinnig genug war, das
gleiche Passwort beispielsweise auch fürs Online-Banking zu verwenden.

Recycling-Falle

Viele User nutzen aus Bequemlichkeit das gleiche
Passwort für verschiedene Online-Angebote. Einer Erhebung aus dem
Vorjahr zufolge sind fast drei Viertel aller Nutzer derart leichtsinnig
(pressetext berichtete: http://pte.com/news/20150608014 ). Eben das nutzen mittlerweile Botnetze aus, die deutlich mehr können
als nur Spam verschicken und mittels Distributed Denial of Service
einzelne Webseiten zeitweilig lahmlegen. Denn ThreatMatrix zufolge
testen Betrüger so schrittweise, was genau sie mit gestohlenen
Login-Daten wirklich anstellen können.

Zunächst einmal probieren solche Botnetze, welche der
tausenden von anderen Cyber-Kriminellen zugekauften Login-Datensätze
funktionieren. Das geschieht besonders auf großen Seiten wie Spotify
oder Netflix. Danach "nehmen die Betrüger die kuratierte Liste bekannter
Kombinationen von Passwort und Login und starten auf anderen Seiten
Angriffe mit geringerer Frequenz". Dazu zählen beispielsweise
E-Commerce- und Banking-Seiten – Angebote also, auf denen ein
erfolgreiches Einloggen relativ oft wertvolle Daten oder direkten Profit
einbringt.

Unauffällige Versuche

Die relativ wenigen Zugriffe innerhalb eines längeren
Zeitraums auf E-Commerce-Seiten sind für diese nur schwer von normalem
Nutzerverhalten zu unterscheiden. Somit ist das betrügerische Vorgehen
kaum als solches zu erkennen. Da wundert es nicht, dass sich der Ansatz
bei Cyber-Kriminellen offenbar schon großer Beliebtheit erfreut.
ThreatMatrix zufolge wurden allein im ersten Quartal dieses Jahres 264
Mio. entsprechende Angriffe auf E-Commerce-Seiten beobachtet.

Tipps zum sicheren Umgang mit Leitern

Unfallgefahr bei der Obsternte
Tipps zum sicheren Umgang mit Leitern
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(aid) – Wenn Leitern unsachgemäß verwendet werden, ist die Verletzungsgefahr groß. Im Jahr 2012 sind der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) über 3.000 Leitersturzunfälle gemeldet worden, von denen sechs tödlich waren. Knapp neun Prozent dieser Unfälle ereigneten sich bei der Obsternte. Dabei lassen sich Absturzrisiko und Verletzungsgefahr mit einfachen Maßnahmen deutlich verringern, erklärt die SVLFG.

Stellen Sie die Leiter nur im richtigen Winkel von rund 70 Grad auf. Wer sie an Ästen sichert, muss deren Tragfähigkeit sorgfältig prüfen. Wählen Sie nur gesunde Äste – am besten in Stammnähe, denn dort sind sie in der Regel stabiler. Auf gewachsenem Boden ist es sinnvoll, die Leiter mit geeigneten Hilfsmitteln zusätzlich zu sichern. Metallspitzen verankern die Leiterfüße im Boden und verhindern Wegrutschen und Wegdrehen. Sie sollten mindestens sieben Zentimeter lang sein und insbesondere bei Trockenheit tief genug im Boden stecken. Am Hang sorgen Holmverlängerungen oder ein Niveauausgleich für einen guten Stand. Mit einem einfachen Zurrgurt können sie die Leiter am Baum fixieren. Zudem sollten Obstbauern Leitern und Stützen regelmäßig auf Tauglichkeit prüfen.

Am sichersten ist es natürlich, am Boden zu bleiben und beispielsweise einen Apfelpflücker für die Obsternte zu verwenden. Wer eine Obstplantage neu plant, kann Niederstammkulturen oder Halbstämme pflanzen und dadurch die Unfallgefahr bei der Ernte deutlich verringern.

Fehlende Körperzellen für Glatze verantwortlich

Fehlende Körperzellen für Glatze verantwortlich

Versuche mit Mäusen durchgeführt – Letztliche Regeneration als Ziel

Maushaut mit Haaren und Tregs (rot) (Bild: universityofcalifornia.edu)
Maushaut mit Haaren und Tregs (rot) (Bild: universityofcalifornia.edu)

San Francisco (pte014/07.06.2017/10:30) –

Menschen, denen sogenannte regulatorische T-Zellen (Tregs) in der Haut
fehlen, verlieren schneller Haare, wie Forscher der University of
California http://universityofcalifornia.edu ermittelt haben. Bei Versuchen mit Mäusen konnten sie herausfinden,
dass dieser spezielle Zelltyp ein gesundes Haarwachstum anregt. Ohne
diese Immunzellen können die Stammzellen nicht für eine Regeneration der
Haarfollikel sorgen, die sich am oberen Ende der Haarwurzel befinden.
Es kommt zur unterwünschten Glatzenbildung.

Ohne Tregs keine Haare

"Unsere Haarfollikel werden ständig recycelt", sagt
Michael Rosenblum, Dermatologe und Assistenzprofessor in San Francisco.
"Wenn ein Haar ausfällt, sorgt dessen Follikel dafür, dass eins
nachwächst." Bisher habe man gedacht, das sei ein rein interner Prozess,
an dem nur die Stammzellen beteiligt sind. "Doch wenn die Tregs fehlen,
findet kein Haarwachstum mehr statt."

Laut der Studie ist der Mangel an Tregs aber nicht nur
für Alopecia Areata (eine Autoimmunerkrankung, bei der große Mengen an
Haaren ausfallen und nicht mehr nachwachsen) verantwortlich, sondern
auch für andere Erkrankungen, die zur Glatzenbildung führen. Weil die
Stammzellen, die für das Haarwachstum zuständig sind, auch bei der
Wundheilung eine wichtige Rolle spielen, geht Rosenblum davon aus, das
sie ebenfalls von Tregs gesteuert werden.

Allergien auf dem Prüfstand

Tregs sind im Normalfall "Friedensstifter und
Diplomaten", so die poetische Umschreibung für die Eigenschaften dieser
Zellen. Sie informieren das übrige Immunsystem des Körpers darüber, wer
ein Freund ist und wer ein Feind, der bekämpft werden muss. Wenn sie
nicht richtig funktionieren, können Allergien gegen harmlose Stoffe wie
Erdnüsse oder Schuppen aus der Katzenhaut entstehen. Im schlimmsten Fall
zerstört das Immunsystem, derart verunsichert, den Körper, den es
eigentlich schützen soll.

Die meisten Tregs kommen in den Lymphknoten vor. Es
gibt aber auch welche im Gewebe, beispielsweise in der Haut. Sie wirken
wie Katalysatoren bei einer chemischen Reaktion als Assistenten bei
lokalen Stoffwechselvorgängen. Um ihren Verdacht, dass es ohne Tregs
kein Haarwachstum gibt, zu erhärten, entfernten sie diese Zellart aus
der Haut von Mäusen. Dann entfernten sie an einigen Stellen Haare – es
entstanden nackte Flecken.

"Wir konnten schnell sehen, dass an diesen Stellen kein
Haar nachwuchs", so Rosenblum. In weiteren Versuchen stellten die
Forscher fest, dass Tregs sich auf den Weg zu Follikeln machen, deren
Lebensdauer sich dem Ende zuneigen, wobei das zugehörige Haar also kurz
davor ist, auszufallen. Jetzt gilt es laut den Forschern herauszufinden,
wie sie fehlende Tregs ersetzen können, um krankhaften Haarausfall zu
stoppen oder gar rückgängig zu machen.

Brillen-Kamera: Auch das gibt es demnächst

"PogoCam" verwandelt jede Brille in smarte Kamera

US-Start-up setzt auf modularen Ansatz und plant mehrere Aufstecksätze

Die
Die "PogoCam" fügt sich nahtlos ein und ist gut versteckt (Foto: pogotec.com)

Roanoke (pte003/01.12.2016/06:05) –

Das US-Start-up PogoTec http://pogotec.com wird auf der Consumer Electronics Show http://ces.tech im Januar einen neuen Ansatz für smarte Kamerabrillen vorstellen. Um
sich von Konkurrenzideen à la Google Glass abzuheben, setzt man auf ein
einfaches modulares Konzept, das es Usern erlaubt, ihre herkömmliche
Brille bei Bedarf durch Aufstecksätze in moderne, tragbare
Hightech-Kameras zu verwandeln. Die ultrakompakten "PogoCam"-Module sind
gerade einmal so groß wie ein Lippenstift und sollen 129 Dollar (rund
121 Euro) kosten.

Kamera eine von vielen Ideen

"Brillen sind die ältesten bekannten tragbaren Geräte
der Welt. Sie sind über 700 Jahre alt", zitiert "The Verge" Richard
Clompus, Vice President of Communications bei PogoTec. Doch bisherige
Versuche, die weitverbreiteten Sehhilfen in das moderne
Internetzeitalter zu holen, seien durchwegs nicht sehr vielversprechend
verlaufen. Beispiele wie Google Glass (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20130416013 ) hätten deutlich gezeigt, dass bei derartigen Produkten ein Design
besonders wichtig, welches sich möglichst nahtlos und unauffällig in
herkömmliche Brillen integrieren lässt.

Deshalb habe man sich bei PogoTec auch für ein
schlichtes modulares System entschieden. "Unsere Idee ist ganz einfach:
Wir wollen es den Leuten ermöglichen, aus einer Reihe von verschiedenen
unserer Zusatzmodule zu wählen, die sich dann ganz einfach und
unkompliziert an jeder beliebigen Brille anbringen lassen", erläutert
Clompus den Grundgedanken. Das Kameramodul "PogoCam" sei aber nur die
erste umgesetzte Variante dieses Konzepts. "Wir haben noch viele andere
Ideen", stellt Clompus selbstbewusst in Aussicht.

Magnetisch dank "PogoTrack"

Um ihren Zusatzmodule möglichst einfach und unauffällig
an unterschiedlichen Brillenrahmen zu befestigen, haben die Ingenieure
der US-Firma eine eigene Methode entwickelt. Bei der als "PogoTrack"
bezeichnete Technik werden die runden Stützdrähte in der
Rahmenkonstruktion durch flache Versionen ersetzt, die magnetisiert
werden. Anschließend wird das umliegende Plastik entfernt, um das Metall
freizulegen. Auf diesem bleiben dann die Module, die ebenfalls einen
Metallstreifen aufweisen, aufgrund der magnetischen Wirkung haften.

Was die Spezifikationen der PogoCam selbst betrifft,
müssen sich Kaufinteressenten allerdings mit relativ mageren
Leistungsdaten zufriedengeben. Die lediglich knapp vier Zentimeter lange
und einen Zentimeter dicke Aufstecksatz kann nämlich laut Hersteller
nur rund 100 Fotos oder zwölf Zehn-Sekunden-Videoclips in 720p-Auflösung
speichern. Auch der verbaute Sensor ist mit fünf Megapixel für heutige
Verhältnisse etwas unterdimensioniert.

Zudem sind mit dem Gerät keine kabellosen
Datenübertragungen möglich – hierfür muss die Kamera von der Brille
entfernt und in ein spezielles Gehäuse gelegt werden, das sich mit einem
Computer verbinden lässt. "Wir arbeiten an einer Bluetooth-Lösung",
betont Clompus.

Sichelzellkrankheit früh erkennen

Sichelzellkrankheit früh erkennen

Neugeborenen-Screening auf Blutkrankheit verhindert Todesfälle

Wiesbaden
– Jährlich sterben weltweit etwa eine viertel Million Kleinkinder an
der Sichelzellkrankheit – in Deutschland leiden rund 3000 Menschen an
der seltenen angeborenen Blutkrankheit. Auch hierzulande beeinträchtigt
die Sichelzellkrankheit Betroffene gesundheitlich schwer und endet meist
sogar tödlich. In drei Modell-Projekten in Berlin, Hamburg und
Heidelberg haben Mediziner ein Screening von Neugeborenen nun
erfolgreich angewendet. Ziel ist es, von Sichelzellkrankheit betroffene
Kinder früh zu erkennen und bestmöglich zu behandeln. In anderen Ländern
wie den USA, den Niederlanden und Frankreich ist eine solch frühzeitige
Untersuchung bereits üblich. Das Projekt stellen Experten bei einer
Pressekonferenz über seltene Erkrankungen vor. Diese findet am 14.
Oktober 2015 anlässlich des Herbstsymposiums der Deutschen Gesellschaft
für Innere Medizin e.V. (DGIM) mit ihren Korporativen Mitgliedern in
Wiesbaden statt.

Die
Sichelzellkrankheit ist Folge einer erblich bedingten Veränderung des
roten Blutfarbstoffs Hämoglobin in den roten Blutzellen. Dessen
wichtigste Aufgabe ist der Sauerstofftransport. Bei Menschen mit
Sichelzellkrankheit verklumpt das Hämoglobin. So schädigt es die roten
Blutkörperchen, die dadurch die Form einer Sichel annehmen. Folge sind
Durchblutungsstörungen und Blutarmut. Jeder neunte Patient erleidet noch
vor dem 18. Lebensjahr einen Schlaganfall, insgesamt reduziert die
Krankheit die Lebenserwartung auf rund 50 Jahre. Patienten, bei denen
die Krankheit unerkannt bleibt, sterben häufig noch im Kindes- und
Jugendalter. „Dabei können schon sehr einfache Maßnahmen die schweren
gesundheitlichen Folgen der Krankheit und die frühe Sterblichkeit
drastisch reduzieren“, sagt Dr. med. Stephan Lobitz von der Klinik für
Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie der Charité in
Berlin. „Durch die Schulung der Eltern, eine akute Blutarmut zu erkennen
und bei Fieber des Kindes sofort einen Arzt aufzusuchen, sowie durch
eine Prophylaxe mit Penicillin und Impfungen lassen sich fast alle
Todesfälle im Kindes- und Jugendalter verhindern.“

Voraussetzung
sei jedoch, dass den Eltern die Blutkrankheit bekannt sei. Deshalb
wären Reihenuntersuchungen von Neugeborenen wichtig, meint Lobitz. In
Deutschland gibt es ein solches Screening jedoch nicht, weil die
Krankheit hier mit schätzungsweise 3000 Patienten selten ist. Doch bei
Untersuchungen mit der international etablierten Methode des Screenings
waren in Deutschland von 51 000 Neugeborenen 22 Kinder betroffen. Damit
war es die Sichelzellkrankheit, die Mediziner beim
Neugeborenen-Screening am zweithäufigsten nachwiesen. Deshalb startete
Lobitz ein Projekt, in dem er prüft, ob eine Untersuchung auf die
Sichelzellkrankheit im Rahmen der bei uns üblichen Untersuchungsmethoden
einfach möglich wäre. In Ländern wie den USA, England, Frankreich und
den Niederlanden sind Neugeborenen-Screenings auf die Blutkrankheit
bereits üblich. „International werden dafür Geräte verwendet, mit denen
deutsche Labore in der Regel nicht ausgestattet sind“, sagt Lobitz. Doch
auch mit der in Deutschland im Rahmen des Screenings üblichen
Tandem-Massenspektrometrie können Mediziner die Sichelzellkrankheit
diagnostizieren. Ziel des aktuellen Projekts ist es deshalb,
festzustellen, ob sich diese Methode für die reguläre Diagnose eignet.
„Dabei muss sichergestellt werden, dass rasch zuverlässige Befunde
vorliegen und dass betroffene Neugeborene schnell von einer
Spezialabteilung für Bluterkrankungen versorgt werden“, sagt Lobitz.

„Wichtiges
Anliegen der DGIM und ihrer Korporativen Mitglieder ist es, auch bei
Erkrankungen, von denen nur sehr wenige Menschen betroffen sind,
Lösungsansätze für eine optimale Diagnose und Behandlung zu finden“,
sagt Professor Dr. med. Dr. h.c. Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM
aus Kiel. Daher begrüße die DGIM den Vorstoß der Forschergruppe. Lobitz
stellt das Projekt auf der Pressekonferenz zum diesjährigen
Herbstsymposium der DGIM detailliert vor. Bei dem Symposium diskutieren
Experten aus der Arzt- und Patientenperspektive über Fallanalysen und
moderne Therapieansätze, wie die Behandlungsqualität bei seltenen
Erkrankungen verbessert werden und was die Medizin von ihnen lernen
kann.

Holunder – essbare Blüten aus Garten, Wald und Wiese

(aid) – In der Lebensmittel- und Getränke-Industrie gilt Holunder als Trendaroma. Neben den schwarzen Beeren der Gewürz- und Heilpflanze Sambucus nigra werden auch ihre Blüten immer häufiger für Sirupe und Essenzen verwendet. Die süßlich-herbe Note verleiht Erfrischungsgetränken, Milchprodukten, Bonbons und vielem mehr das gewisse Etwas. Im Juni und Juli stehen die üppigen Blüten des schwarzen Holunders in voller Pracht und laden zum Pflücken ein. Die weißen Blütendolden wachsen an drei bis zehn Meter hohen Sträuchern, die man in Gärten, an Lichtungen oder Bachufern findet. Damit die Gewächse keinen Schaden nehmen und später im Jahr noch genug Beeren tragen, rät Wildkräuter- und Pflanzenexpertin Helga Schmidt aus Köln Feinschmeckern dazu, nur einzelne Dolden mit einem kleinen Messer oder einer Schere vorsichtig abzuernten. "Die schirmförmigen Dolden setzen sich aus kleinen Blümchen zusammen und sind sehr vielseitig in der Küche und Naturheilkunde einsetzbar", so die Expertin. Holunderblüten eignen sich zum A
romatisieren von selbstgemachten Bowlen, Limonaden, Essigen und Gelees. Darüber hinaus lassen sie sich in süßem Pfannkuchenteig ausbacken. Für die Blütenküchlein benötigt man vollständig aufgeblühte Dolden. Diese fasst man am Stiel und taucht sie in den Teig. Etwas abgetropft, bäckt man sie anschließend in heißem Fett.
"Eine köstliche Erfrischung für die heiße Jahreszeit ist ein Holunderblüten-Sorbet. Auf einen halben Liter Orangensaft gibt man etwa zehn Holunderblütendolden. Das Ganze lässt man über Nacht im Kühlschrank ziehen, so dass sich der Duft der Blüten mit dem Fruchtsaft verbindet. Am nächsten Tag füllt man den abgefilterten Saft in eine Eismaschine oder kann ihn in kleinen Förmchen im Tiefkühlfach gefrieren lassen", so Schmidt. Mit Gelierzucker aufgekocht, kann der durchgezogene Saft ebenso zu einem raffinierten Gelee werden. Holunderblüten enthalten unter anderem Flavonoide, ätherische Öle und Gerbstoffe. In manchen Gegenden kennt man das Moschuskrautgewächs unter dem Namen "Hollerbusch" oder "Deutscher Flieder".
aid, Ira Schneider

Mit den besten Clustern weltweit kooperieren

Mit den besten Clustern weltweit kooperieren
www.kooperation-international.de/clusterportal

Das interaktive Clusterportal bei Kooperation international bietet Überblickswissen und Ansprechpartner zu den wichtigsten Clustern weltweit.
Mit den weltweit wichtigsten Clustern zusammen zu arbeiten heißt, weltweit mit den leistungsfähigsten Akteuren in den jeweiligen Themenfeldern zu kooperieren und das weltweit verfügbare Wissen zu erschließen. Zugleich sind die weltweit führenden Cluster ein Benchmark für die eigene Positionsbestimmung im internationalen Standortwettbewerb. Das Clusterportal der Initiative Kooperation international unterstützt Cluster und deren Partner dabei, diese Potenziale zu erschließen. 

Was bietet das Clusterportal?

•Auf dem Clusterportal finden Sie die Profile der weltweit wichtigsten Cluster. Dabei werden die Themenfelder der Hightech-Strategie der Bundesregierung besonders berücksichtigt. Das Clusterportal wird laufend um weitere Clusterportraits ergänzt.
•Das Clusterportal bietet Orientierung, um die Potenziale der weltweit wichtigsten Cluster zu erschließen – sei es für Kooperationsprojekte, für Investitionsvorhaben oder für die eigene Positionsbestimmung.
 

Wie können Sie das Clusterportal nutzen?

•Nutzen Sie das Clusterportal z. B.,
•wenn Sie die Beteiligung an europäischen Programmen vorbereiten und dazu die richtigen Partner suchen;
•wenn Sie internationale Kooperationen anstoßen wollen, etwa um mit den besten Forschern weltweit zusammen zu arbeiten oder um die Internationalisierung Ihres Unternehmens zu unterstützen;
•wenn Sie sich einen Überblick über die im internationalen Maßstab leistungsfähigsten Cluster in Ihrem Themenfeld und/oder in einem bestimmten Land bzw. in einer bestimmten Region verschaffen wollen.  
 

Welche Informationen finden Sie auf dem Clusterportal?

•Zu jedem Cluster gibt es einheitlich strukturierte Basisinformationen, etwa zum Spezialisierungsprofil, den wichtigsten Akteuren oder der Positionierung des Clusters in internationalen Rankings. Ebenfalls werden die für den Cluster relevanten Bildungsinstitutionen vorgestellt. Diese Basisinformationen werden regelmäßig aktualisiert.
•Es werden jeweils Ansprechpartner – in der Regel vor Ort – genannt, so dass schnell und gezielt ein erster Kontakt hergestellt werden kann.
•Zu jedem Cluster werden umfangreiche, laufend aktualisierte Informationen geboten, etwa im Rahmen des Nachrichtenkanals, des Terminkalenders oder der Clusterbibliothek, in der Sie wichtige (Strategie-)Dokumente zum Cluster finden.
•Der Zugang zu den Clusterportraits erfolgt – nach Themen und Ländern selektierbar – wahlweise über eine Listenfunktion oder eine interaktive Landkarte. Neu ist die erweiterte Suchfunktion: Mit dieser kann sehr gezielt und nach den persönlichen Kooperationsbedürfnissen recherchiert werden – mit der Möglichkeit, bei Bedarf Suchergebnisse zu erweitern oder zu verfeinern oder das relevante Kontextwissen, zum Beispiel zu Förderprogrammen, Experten oder Strategiedokumenten, ebenfalls zu erschließen.
 

Facts & Figures zum Clusterportal

•Aktuell bietet das Clusterportal 41 Clusterportraits aus 26 Ländern; weitere Portraits sind in Vorbereitung.
•Im Schnitt werden die Seiten des Clusterportals monatlich über 6000 Mal aufgerufen, Tendenz steigend.

Facebook fördert Suizidgedanken

Zu viel Facebook fördert Suizidgedanken bei Teens

Zwei Stunden Social Media pro Tag begünstigen mentale Probleme

Teen mit Handy: Viele verbringen zu viel Zeit im Web 2.0 (Foto: Lupo/pixelio.de)
Teen mit Handy: Viele verbringen zu viel Zeit im Web 2.0 (Foto: Lupo/pixelio.de)

Ottawa (pte001/27.07.2015/06:00) –

Wenn Teenager allzu viel Zeit im sozialen Web verbringen, kann sie das
psychisch belasten, warnen Forscher von Ottawa Public Health http://bit.ly/1MoUj7z in einer aktuellen Studie. Jugendliche, die sich Facebook, Twitter,
Google+ und Co mehr als zwei Stunden pro Tag widmen, haben demnach eher
Suizid-Gedanken und andere mentale Probleme. Angesichts des
Nutzungsverhaltens moderner Jugendlicher ist das ein durchaus
verbreitetes Risiko. Denn ein Viertel der befragten Schüler verbringt
täglich so viel Zeit mit sozialen Medien.

Seelsorge im Social Web

Die Mediziner haben für ihre Analyse 753 kanadische
Teens der siebten bis zwölften Schulstufe befragt. Während nur jeder
Fünfte davon das soziale Web kaum oder gar nicht nutzt, sind schon 25,2
Prozent über zwei Stunden täglich darauf unterwegs. Eben diese
Viel-Nutzer haben selbst häufiger Zweifel an ihrer geistigen Gesundheit
und suizidale Gedanken. Auch Jugendliche, die einem Mangel an
psychologischer Betreuung orten, sind tendenziell eher intensive
Social-Media-Nutzer.

Die Studie legt nahe, dass speziell Teens mit
seelischen Problemen stark die Flucht ins soziale Web antreten. "Die
Ergebnisse weisen auf eine Chance hin, dass Gesundheitsdienstleister
ihre Präsenz auf Social-Networking-Seiten verbessern, um Jugendlichen
Unterstützung zu bieten", schreiben daher die
Ottawa-Public-Health-Experten in "Cyberpsychology, Behavior, and Social
Networking". Die Idee wäre es, junge Menschen mit seelischen
Beeinträchtigungen dort abzuholen, wo sie sind – zunehmend eben im
Social Web.

Depressionen, Essstörungen

Für den von den Experten geforderten Ansatz spricht
auch, dass die kanadische Studie nur eine in einer immer länger
werdenden Liste ist, die auf eine Verbindung zwischen Social Media und
psychischen Problemen hindeutet. So gibt es bereits einige
Untersuchungen, die eine Verbindung zwischen Facebook und Depressionen
herstellen. Auch Essstörungen scheint die Plattform zu begünstigen
(pressetext berichtete: http://pte.com/news/20140307018 ). Erste Reaktionen darauf gibt es bereits. So plant die britische
Regierung Online-Angebote zur psychologischen Betreuung Jugendlicher
auszubauen.

Studie "Frequent Use of Social Networking Sites Is
Associated with Poor Psychological Functioning Among Children and
Adolescents": http://bit.ly/1MrmGCW

Die exotische Kaktusfeige in der Küche

Vorsicht stachelig!

Die Kaktusfeige ist nach wie vor eine große Unbekannte in der heimischen Küche. Dabei hat das Obst ein erfrischend süß-säuerliches Aroma und lässt sich vielseitig verwenden. Der Geschmack erinnert ein wenig an Melone oder Birne.

Kaktusfeigen schmecken pur und im Joghurt, im Obstsalat und in einem gemischten Blattsalat mit Datteltomaten. Eine delikate Vorspeise sind kugelförmig ausgestochene Kaktusfeigen mit Serrano-Schinken und Ziegenkäse. Die exotischen Früchte verfeinern aber auch pikante Gerichte mit Räucherfisch, Wild oder Geflügel und orientalische Spezialitäten. Ein leckeres Dessert sind Blätterteigtaschen mit Kaktusfeige und etwas Honig, zu denen Vanillesoße gereicht wird. Die Früchte kann man auch einfach in Scheiben schneiden, mit Zitronensaft beträufeln und mit Vanillezucker und etwas Schlagsahne servieren. Das Fruchtfleisch wird gerne zu Konfitüre sowie Chutney verarbeitet oder gibt Cocktails eine besondere Note.

Der Feigenkaktus ( Opuntia ficus indica ) ist ursprünglich in Mexiko beheimatet und wird heute auch im Mittelmeerraum angebaut. Er ist an extreme Sonneneinstrahlung, Dürre und nährstoffarme Böden angepasst und kann einige Meter hoch werden. Aus den gelben Blüten wachsen ovale Früchte, die auch Feigenopuntien genannt werden. Sie haben eine warzige dornige Schale, die je nach Sorte gelb über lachsfarben bis dunkelbraun gefärbt ist.

Die feinen Dornen auf der Schale haben kaum sichtbare, äußerst unangenehme Widerhaken und werden vor dem Verkauf abgebürstet. Dennoch ist bei der Zubereitung Vorsicht geboten. Am besten vor Verletzungen geschützt, sind die Hände in Küchenhandschuhen. Die Früchte lassen sich wie eine Kiwi aufschneiden und auslöffeln. Alternativ kann man die Enden flach abschneiden, die Schale anritzen und abziehen. Die kleinen schwarzen Kerne im wässrigen Fruchtfleisch können mitgegessen werden.

Kaktusfeigen sind ganzjährig im Handel erhältlich. Da die Früchte nicht nachreifen, sind weiche und saftige Exemplare die beste Wahl. Achten Sie auf einen unversehrten Stiel, da die Früchte ansonsten rasch verderben. Kühl gelagert sind Kaktusfeigen einige Tage haltbar.
Heike Kreutz, aid

aid: Infodienst für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Der gemeinnützige Verein löste sich 2016 auf.