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DFG fördert Graduiertenausbildung in der Entzündungsforschung

Graduiertenkolleg „Gene, Umwelt und Entzündung“ geht in die nächste Runde
DFG fördert Graduiertenausbildung in der Entzündungsforschung mit weiteren gut 3 Millionen Euro
Seit
2011 finanziert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das
Graduiertenkolleg „Gene, Umwelt und Entzündung“ (RTG 1743). Dieser
gemeinsame Forschungsverbund von Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
(CAU) und Universität zu Lübeck untersucht seitdem erfolgreich den
Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entstehung chronisch-entzündlicher
Krankheiten wie zum Beispiel Morbus Crohn oder Psoriasis. Zudem sorgt er
für die Ausbildung höchstqualifizierter Nachwuchswissenschaftlerinnen
und -wissenschaftler. Die hervorragenden Ergebnisse der bisherigen
Zusammenarbeit der Kieler und Lübecker Entzündungsforschenden und die
strategische Einbettung des Graduiertenkollegs in den Exzellenzcluster
Entzündungsforschung haben die DFG erneut überzeugt:
Vergangene Woche sagte
sie offiziell die Finanzierung für weitere viereinhalb Jahre zu und
unterstützt das Vorhaben mit weiteren 3,2 Millionen Euro.
CAU-Präsident
Professor Lutz Kipp sieht darin eine weitere Stärkung des
Forschungsstandorts Schleswig-Holstein: „Mein herzlicher Glückwunsch
geht an alle Beteiligten im Graduiertenkolleg! Mit ihrer Förderung
bestätigt die DFG die strategische Forschungsausrichtung der
Universitäten in Kiel und Lübeck im Exzellenzcluster
Entzündungsforschung. Unsere gemeinsame Graduiertenausbildung auf
höchstem internationalen Niveau stellt die Zukunft der Spitzenforschung
im nördlichsten Bundesland auf ein solides Fundament.“
Prof.
Dr. Hendrik Lehnert, Präsident der Universität zu Lübeck, sagt: „Die
Förderung dieses Graduiertenkollegs für weitere fünf Jahre ist ein
großartiger Erfolg für beide Universitäten. Dies bestätigt eindeutig die
konzeptuelle Ausrichtung und Schwerpunktbildung auf beiden Campi und
wird der Forschung im Norden weiteren erheblichen Aufschwung geben.“
Der
Sprecher des RTG 1743, Professor Andre Franke vom Institut für
Klinische Molekularbiologie an der CAU, betont: „In der ersten
Förderphase ist es uns gelungen, das Zusammenspiel von Umweltfaktoren
und genetischer Veranlagung in der Entstehung chronischer Entzündungen
grundlegend zu untersuchen. Die weitere Unterstützung seitens der DFG
bereitet nun den Weg dafür, weitere Grundlagen und Mechanismen für
neuartige Therapiemöglichkeiten zu beforschen und damit weiteres Wissen
in die Krankenversorgung der schleswig-holsteinischen
Universitätsmedizin einfließen zu lassen.“
Aktuell
arbeiten unter dem Dach des Graduiertenkollegs acht internationale
Doktorandinnen und Doktoranden. Aus ihrer Arbeit in den themenverwandten
Forschungsprojekten des RTG 1743 sind bis jetzt insgesamt 16
wissenschaftliche Publikationen mit Erstautorenschaft und 27 weitere
Veröffentlichungen unter Beteiligung von Ko-Autorinnen und Autoren aus
dem Graduiertenkolleg hervorgegangen; sie publizierten unter anderem in
renommierten Fachzeitschriften wie Nature Genetics, Nature oder Nucleic
Acids Research.
Um
an diese Erfolge anzuknüpfen, werden in der zweiten Phase wieder
insgesamt acht Stellen für Doktorandinnen und Doktoranden bis 2021
eingerichtet, fünf davon in Kiel und drei in Lübeck. Weiterhin schreibt
das Graduiertenkolleg über die gesamte Laufzeit insgesamt acht
Jahresstipendien für Studierende der Medizin aus. Allen steht dabei eine
intensive Betreuung während ihrer Graduiertenausbildung zur Verfügung.
Dabei
geht es zunächst um die Vermittlung fachlicher Kompetenzen zum Beispiel
in Form zellbiologischer, tierexperimenteller oder
genetisch-bioinformatischer Methoden. Das Angebot des RTG 1743 umfasst
zusätzlich individuelle Lernprogramme, die nicht-fachliche
Qualifikationen zum Beispiel in Bereichen wie Zeitmanagement, Ethik oder
Führungskompetenz vermitteln. Insgesamt kann das Graduiertenkolleg
„Gene, Umwelt und Entzündung“ nun weiterhin exzellent ausgebildeten
wissenschaftlichen Nachwuchs hervorbringen, der sich auch im
internationalen Vergleich der Forschungsstandorte als konkurrenzfähig
erweist.
Bilder stehen zum Download bereit:
www.uni-kiel.de/download/pm/2016/2016-392-1.png
Bildunterschrift: Professor Andre Franke ist der Sprecher des verlängerten Graduiertenkollegs „Gene, Umwelt und Entzündung“.
Foto: Christian Urban/CAU
Bildunterschrift:
Seit 2011 wird im Kiel-Lübecker Graduiertenkolleg „Gene, Umwelt und
Entzündung“ das Zusammenspiel von Umweltfaktoren und genetischer
Veranlagung bei der Entstehung chronischer Entzündungen untersucht.
Jetzt sollen aus den Erkenntnissen neue Therapiemöglichkeiten entwickelt
werden.
Foto: Christian Urban/CAU
Weitere Informationen:
Graduiertenkolleg „Gene, Umwelt und Entzündung“ (RTG 1743):
Exzellenzcluster Entzündungsforschung:
Kontakt:
Prof. Andre Franke
Sprecher Graduiertenkolleg „Gene, Umwelt und Entzündung“

Ökostrom-Tarife

Ökostrom: 
Welche Tarife empfehlenswert sind
Als Folge der Atomkatastrophe in Japan ist die Zahl der Wechsler zu Ökostrom-Anbietern in Deutschland deutlich gestiegen. Doch nicht jeder Ökostromtarif ist sinnvoll. Empfehlenswert Ökostromtarife sind solche, deren Anbieter den Bau neuer Ökostromanlagen fördern und ausschließlich umweltschonend erzeugten Strom verkauft, also weder Atom- noch Kohlestrom im Angebot haben. Im Test von Stromtarifen (test 10/2009) waren das: Greenpeace Energy, Lichtblick, Naturstrom und EWS Schönau. Ökostrom muss nicht teurer sein und ist oft sogar billiger als konventioneller Strom.

Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Stromverbrauch liegt in Deutschland derzeit bei rund 17 Prozent – Tendenz steigend. Wer wechseln möchte, findet auf test.de ausführliche Informationen, worauf zu achten ist. Orientieren kann man sich beispielsweise an den Labels "Grüner Strom Label" und "ok power-Label", die von Naturschutz- und Verbraucherverbänden vergeben werden. Beide Label kennzeichnen Ökostromangebote, die den Neubau umweltschonender Kraftwerke garantieren.

Physikalisch ist Ökostrom nicht von herkömmlichem Strom zu unterscheiden. Bildlich gesprochen speisen alle Stromerzeuger – der Windmüller genauso wie das Atomkraftwerk – ihren Strom in einen großen See ein, aus dem alle Stromkunden gleichermaßen beliefert werden. Je mehr Ökostromkraftwerke gebaut werden, desto mehr Ökostrom wird in den See eingeleitet – und desto umweltfreundlicher wird er.

Der ausführliche Artikel und Tipps zum Wechseln sind auf www.test.de/oekostrom-wechsel veröffentlicht
 

Muster, die für Computer die Welt bedeuten

Muster, die für Computer die Welt bedeuten
Welche Unregelmäßigkeiten deuten im entzifferten Erbgut auf Krankheiten hin? Wie können Kameras hinter der Frontscheibe eines Autos verlässlich Fußgänger, Verkehrszeichen und vorausfahrende Fahrzeuge erkennen, selbst wenn die Sonne strahlt, Regentropfen auf die Scheibe prasseln oder die Nacht alles abdunkelt? Welche neuen Anwendungen ermöglichen Lichtfeldkameras, deren Bilder sich noch nach der Aufnahme scharfstellen lassen? Mit diesen Fragen befasst sich die „German Conference on Pattern Recognition“ vom 3. bis 6. September an der Universität des Saarlandes. Sie wird gemeinsam von den Fachrichtungen Mathematik und Informatik sowie dem Max-Planck-Institut für Informatik veranstaltet.

„Eigentlich ist der Begriff Musterkennung schon sehr alt und zu eng“, erklärt Joachim Weickert, Professor für Mathematik und Informatik an der Universität des Saarlandes. „Früher ging es eher um einfache Probleme wie automatische Schrifterkennung “, so Weickert. Inzwischen kämen zur Mustererkennung auch neuere Gebiete der visuell basierten Informatik hinzu. Dazu gehörten Bildverarbeitung, Computer Vision und Maschinelles Lernen. „Heute wollen wir, dass Computer unsere Welt verstehen.“

Gesichter erkennen, einer Unterhaltung trotz Partylärm lauschen, Symbole in einem Gemälde finden, verdächtiges Verhalten an einer Person bemerken, was Menschen gedankenschnell schaffen, ist für Computer noch eine große Herausforderung. Die Teilnehmer der Konferenz und die Gruppe um Professor Weickert untersuchen daher Verfahren, die digitale Bilddaten automatisch in Kategorien einordnen. Hilfsmittel sind dabei so genannte „Muster“ – Merkmale, die allen Daten einer imaginären Schublade gemeinsam sind und sie von den Daten anderer Kategorien unterscheiden. „Die Musterkennung soll die Computer und Roboter dazu befähigen, statt präziser Eingaben auch die vielfältigen visuellen Informationen aus einer natürlichen Umgebung zu verarbeiten“, sagt Weickert. Welches Potenzial dieser Ansatz hat, beweisen Fahrassistenzsysteme schon heute. 

„Die Automobilhersteller und deren Zulieferer zeigen großes Interesse an unserer Forschung“, bestätigt Weickert. Dazu nutzen die Informatiker Videos, auf denen Verkehrssituationen zu unterschiedlichen Tageszeiten und unter verschiedenen Wetterbedingungen aus dem Innenraum eines Fahrzeuges heraus zu sehen sind. Sie testen daran, mit welchen Verfahren dieses visuelle Datenmaterial verlässlich verarbeitet werden kann, damit Fahrassistenzsysteme zum siebten Sinn des Fahrers werden. Sie werden dies auf der Tagung unter dem Titel „Robust Optical Flow“ am kommenden Mittwoch diskutieren. „Es ist sehr anspruchsvoll, damit klar zu kommen, wenn sich tagsüber Sonne und Schatten abwechseln oder nachts Regen auf die Scheibe prasselt“, erklärt Weickert, „Selbst Scheibenwischer stellen dann eine Herausforderung dar.“ Laut seiner Aussage haben zahlreiche namhafte Automobilhersteller und Zulieferer  ihre Ingenieure für die Tagung angemeldet, Daimler stiftet Preise, Toyota stellt Fahrzeuge aus und der Zulieferer Bosch gehört zu den Sponsoren. Weickert gibt sich optimistisch: „Der Weg von der Forschung zum konkreten Produkt ist sehr kurz. Fünf Jahre sind durchaus realistisch." Da sich viele solcher Unternehmen im Saarland befänden, sei dies auch eine Chance für die Region, so der Professor.

Doch nicht nur Automobilhersteller, auch der Elektronikkonzern Intel und Google unterstützen die Tagung. Das Suchmaschinen-Unternehmen interessiert sich für neue Ansätze die Datenberge (Big Data), angehäuft von Anwendern in Form von Texten und Bildern, schnell, effizient und präzise verarbeiten zu können.  Auch Vorträge zu medizinischen Anwendungen finden sich im Tagungsprogramm. „Wenn meine Rechenverfahren die Ergebnisse bildgebender Diagnoseverfahren wie der Röntgentomographie verbessern, ich also Bilder scharf rechnen kann, muss ich den Patienten weniger der Strahlung aussetzen“, erklärt Weickert. Um den Bezug zur Medizin und Bioinformatik noch klarer zu machen, konnten die Saarbrücker Organisatoren Gene Myers als Gastredner gewinnen. Der US-amerikanische Informatiker trug mit seinen Rechenverfahren maßgeblich zur vollständigen Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes bei.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Workshop „Ungelöste Probleme in Mustererkennung und Computer Vision“. In lockerere Atmosphäre können hier handverlesene Wissenschaftler darstellen, wo ihre Forschung momentan steht und wohin sie damit in den nächsten zehn Jahren wollen.  

Hintergrund zur Konferenz:

„Die Konferenz gibt es seit gut 35 Jahren an wechselnden Austragungsorten“, erklärt Joachim Weickert. „Damit gilt sie als eine der weltweit  traditionsreichsten Tagungen im Bereich Mustererkennung, Bildverarbeitung, Computer Vision und maschinelles Lernen und wird auch außerhalb von Deutschland beachtet“, führt Weickert aus. Zusammen mit den Saar-Professoren Matthias Hein (Maschinelles Lernen) und Bernt Schiele (Computer Vision und Multimodal Computing am Max-Planck-Institut für Informatik) hat Weickert diese Konferenz organisiert. Bereits 210 Teilnehmer haben sich angemeldet. Sie sind überwiegend deutschsprachig, jedoch befinden sich auch zahlreiche internationale Experten unter ihnen. Ein besonderes Anliegen der Konferenz ist die Nachwuchsförderung. Im „Young Reseachers Forum“ können beispielsweise bereits Bachelor- und Masterabsolventen ihre Arbeiten ausstellen. Nach erfolgreicher Bewerbung müssen sie keine Konferenzgebühren bezahlen. „Darüber hinaus gibt es drei Preise für die besten Tagungsbeiträge. Auch diese Preise gehen typischerweise an Nachwuchswissenschaftler“, so Weickert.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Link zur Konferenz-Website
http://www.gcpr2013.uni-saarland.de/

Aufzeichnungspflicht für Pflanzenschutzmittel

(aid) – Am 13. März 2008 ist das Gesetz zur Änderung des Pflanzenschutzgesetzes in Kraft getreten. Die wichtigsten Regelungen zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind in § 6 geregelt. Neu sind Bestimmungen zur Aufzeichnungspflicht. Wer einen landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betrieb oder eine Betriebsgemeinschaft leitet, ist verpflichtet, elektronisch oder schriftlich Aufzeichnungen über die im Betrieb angewandten Pflanzenschutzmittel zu führen. Mindestens sind der Name des Anwenders, die jeweilige Anwendungsfläche, das Anwendungsdatum, das verwendete Pflanzenschutzmittel, die Aufwandmenge sowie das Anwendungsgebiet aufzuzeichnen. Die Aufzeichnungen sind für die Dauer von mindestens zwei Jahren, gerechnet ab dem Beginn des Jahres, das auf das Jahr des Entstehens der Aufzeichnung folgt, aufzubewahren. Die zuständige Behörde kann Einsicht in die Aufzeichnungen nehmen. Für die Anwender wichtige Änderungen betreffen außerdem die Aufbrauchsfrist und die Entsorgungspflicht . Pflanz
enschutzmittel müssen innerhalb von zwei Jahren ab dem Ende des Zulassungsablaufs aufgebraucht sein. Pflanzenschutzmittel, die endgültig ihre Zulassung verloren und keine Aufbrauchsfrist mehr haben, sind "unverzüglich" sachgerecht zu entsorgen.
aid, Renate Kessen

Weitere Informationen:
www.bvl.bund.de, Rubrik Pflanzenschutzmittel, Rechtliche Rahmenbedinungen, Nationale Regelungen

Wissenschaftler zeigen, wie Erinnerungen entstehen

Wissenschaftler zeigen, wie Erinnerungen entstehen

Gehirn-Rezeptor TrkB spielt wichtige Rolle bei Synapsen-Transformation

Bücher: Forscher gehen dem Lernen auf den Grund (Foto: pixelio.de, Lupo)
Bücher: Forscher gehen dem Lernen auf den Grund (Foto: pixelio.de, Lupo)

Durham/Jupiter (pte027/30.09.2016/12:30) –

Erinnerungen werden über Veränderungen in den Synapsen abgespeichert. Forscher der Duke University http://duke.edu und des Max Planck Florida Institute for Neuroscience http://maxplanckflorida.org konnten unerwartete molekulare Mechanismen in diesem Bereich
nachweisen. Die in "Nature" veröffentlichten Ergebnisse könnten neue
Einblicke in die Entstehung von Krankheiten wie Epilepsie ermöglichen.

Kleine Noppen, große Wirkung

Laut Mitautor James McNamara von der Duke University
beginnt die Wissenschaft jetzt zu verstehen, wie Erinnerungen in
gesunden Gehirnen entstehen und auch wie sich ein normales Gehirn in ein
an Epilepsie erkranktes verwandelt. Beim Erwerb neuer Erinnerungen
verstärken sich die Verbindungen zwischen bestimmten Neuronen. Vor allem
die Infos empfangenden Enden der Neuronen, kleine Noppen, werden etwas
größer.

Forscher gehen seit einiger Zeit davon aus, dass der
Gehirn-Rezeptor TrkB beim Wachstum dieser Noppen eine Rolle spielt. Die
aktuelle Studie bestätigt, dass das tatsächlich der Fall ist. Zusätzlich
konnten weitere Erkenntnisse über seine Funktion gewonnen werden.
Entscheidend für die Arbeit der Wissenschaftler war die Entwicklung
eines molekularen Sensors zur Beobachtung der Aktivitäten von TrkB und
entsprechender Mikroskope, die es ermöglichten, eine einzelne Noppe bei
lebendem Gehirngewebe von Mäusen in Echtzeit zu visualisieren.

Es gelang zusätzlich, mit Glutamat eine winzige Menge
einer Signal gebenden Chemikalie hinzuzufügen. Das Ziel bestand darin,
nachzuahmen, was während des Lernens geschieht. Es zeigte sich, dass die
Noppen dabei tatsächlich wuchsen. Laut McNamara verfügt das Gehirn
einer Maus über rund 70 Mio. Neuronen, die meisten besitzen eine
Vielzahl dieser Noppen. Auch konnte nachgewiesen werden, dass es ohne
TrkB zu keinem Wachstum der Noppen als Reaktion auf Glutamat kommt.

Wissen um Temporallappen-Epilepsie

Die Wissenschaftler vermuteten, dass mit BDNF ein
weiterer Faktor eine entscheidende Rolle spielt, da er der molekulare
Schlüssel zum Schloss von TrkB ist. Daher entwickelte das Team auch für
BDNF einen Sensor. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Nachahmung
des beim Lernen entstehenden Signals zur Freisetzung von BDNF am
empfangenden Ende der Synapse führt. Das war insofern überraschend, da
bisher davon ausgegangen wurde, dass BDNF nur vom sendenden Neuron und
nicht vom empfangenden freigesetzt wird.

Obwohl diese Experimente bislang nur bei Mäusen
durchgeführt wurden, dürfte die Interaktion zwischen TrkB und BDNF laut
McNamara auch beim Menschen eine wichtige Rolle spielen. Sie dürften vor
allem bei einer der häufigsten Formen von Epilepsie, der
Temporallappen-Epilepsie, von Bedeutung sein. Dabei werden die
Gehirnregionen in Mitleidenschaft gezogen, die für das Lernen und das
Gedächtnis relevant sind.

Schlaganfallrisiko

Schon geringe Lebensstiländerungen können viel bewirken

Bereits geringfügige Veränderungen im Lebensstil können das Risiko für Schlaganfall offenbar deutlich senken. Das ist das Resultat einer US-amerikanischen Studie, an der knapp 23.000 Menschen ab 45 Jahren beteiligt waren. Die Probanden machten in Telefoninterviews und Fragebögen Angaben zu ihrer Ernährungs- und Lebensweise und nahmen an medizinischen Untersuchungen teil. Die Wissenschaftler beurteilten den individuellen Lebensstil anhand der „Sieben Faktoren für ein herzgesundes Leben“ der Amerikanischen Herzgesellschaft.

Dazu gehören Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerte sowie Körpergewicht, Ernährung, körperliche Bewegung und Rauchen. Nach einem einfachen Punktesystem wurde jeder Faktor für jeden Teilnehmer als schlecht (0 Punkte), mittelmäßig (1 Punkt) oder ideal (2 Punkte) für die Herzgesundheit bewertet, sodass insgesamt 0 bis 14 Punkte erreicht werden konnten. Ideal wären zum Beispiel ein normaler Blutdruck, Nichtrauchen, Normalgewicht, ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. In den darauf folgenden fünf Jahren wurden die auftretenden Schlaganfälle registriert und in Zusammenhang mit den zuvor vergebenen Punkten gebracht.

Die Auswertung der Daten zeigte, dass jeder der sieben Gesundheitsfaktoren mit dem Schlaganfallrisiko in Zusammenhang stand. Je mehr Komponenten ideal für die Herzgesundheit waren, desto geringer war die Wahrscheinlichkeit. Jeder Punkt höher auf der Skala verringerte das Risiko um acht Prozent, schreiben die Autoren im Fachjournal Stroke.

War der Lebensstil insgesamt ideal für die Herzgesundheit (10 bis 14 Punkte), sank das Schlaganfallrisiko um 48 Prozent – bei durchschnittlichen Werten (5 bis 9 Punkte) um immerhin 27 Prozent. Der wichtigste Risikofaktor war jedoch der Blutdruck: Mit optimalen Werten ließ sich das Erkrankungsrisiko im Vergleich zu Menschen mit Bluthochdruck um sechzig Prozent verringern. (aid)

Gesunde Ernährung kostet 1,50 Dollar mehr am Tag

Gesunde Ernährung kostet 1,50 Dollar mehr am Tag
Wissenschaftler weisen größten Preisunterschied beim Fleisch nach
 
Frisches Gemüse: vielen Konsumenten einfach zu teuer (Foto: pixelio.de, Lupo)

Boston (pte015/09.12.2013/11:35) – Eine gesunde Ernährung kostet rund 1,50 Dollar oder etwa einen Euro pro Person mehr am Tag als der Verzehr weniger gesunder Lebensmittel, wie die umfassendste Untersuchung der Erschwinglichkeit einer gesunden Ernährung durch die Harvard School of Public Health http://hsph.harvard.edu ergeben hat. Für viele Familien ist laut der leitenden Wissenschaftlerin Mayuree Rao der zusätzliche Betrag pro Tag ziemlich viel. "Das entspricht rund 550 Dollar mehr pro Jahr und Person. Das könnte ein wirkliches Hindernis für eine gesunde Ernährung sein."

27 Studien aus zehn Ländern

Die Experten analysierten insgesamt 27 Studien aus zehn Ländern mit hohem Einkommen. Untersucht wurden vor allem Studien aus den USA. Verglichen wurden die Preise für gesunde und ungesunde Zutaten und Ernährung. Eine Studie stellte zum Beispiel eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse jener gegenüber, die wenig an diesen Bestandteilen enthält.

Die einzelnen Bestandteile wurden beim Preis sehr genau miteinander verglichen. Die größten Unterschiede zeigten sich beim Fleisch. Gesündere Produkte kosteten pro Portion durchschnittlich 29 Cent mehr. Der Vergleich der gesamten Ernährung zeigte jedoch auch, dass eine gesündere Alternative durchschnittlich 1,48 Dollar pro Tag mehr kostete.

Anreize durch Politik wichtig

Laut Rao ist damit nachgewiesen, dass Vergleiche einer einzelnen Zutat nicht das ganze Bild sichtbar machen. "Es zeigt sich, dass es – durchschnittlich bezogen auf einen Bestandteil – nicht mehr kostet, gesünder zu essen. Es gibt jedoch immer mehr Hinweise darauf, dass die Kombination der Zutaten das Krankheitsrisiko stärker erhöht als nur ein einzelner Bestandteil."

Den Wissenschaftler zufolge könnten die Regierungen gesünderes Essen leistbarer machen, indem gesunde Nahrungsmittel gefördert und höhere Steuern auf ungesunde Nahrungsmittel eingeführt werden sollten. Das wurde in den USA bereits bei Zucker und zuckerhaltigen Getränken versucht. Die Forscherin geht davon aus, dass höhere Preise für gesunde Nahrungsmittel das Interesse der Kunden schmälern.

"Andere Studien unseres Team haben gezeigt, dass sich in den USA in den letzten Jahrzehnten ein komplexes System bestehend aus Herstellung, Lagerung, Transport, Verarbeitung und Marketing entwickelt hat, das die geringen Kosten von sehr stark verarbeiteten Lebensmitteln bevorzugt. Ein vergleichbares Unterstützungssystem gibt es für gesündere Lebensmittel wie Obst und Gemüse nicht."

Billigere Alternativen bevorzugt

Laut Adrian Curtis vom Trussell Trust’s Foodbank Network http://trusselltrust.org/foodbank-projects , das Menschen mit geringem Einkommen in Großbritannien mit Lebensmitteln versorgt, können viele Menschen in Großbritannien ihre Rechnungen kaum bezahlen, geschweige denn ein gesundes Essen auf den Tisch zu bringen.

"Es ist klar, dass die Betroffenen sich für die billigeren und weniger gesunden Alternativen entscheiden werden, um länger mit dem Geld auszukommen", so Curtis. Die Wohltätigkeitsorganisation fordert die Regierung dazu auf zu untersuchen, warum immer mehr Menschen Hilfe gerade in diesem Bereich benötigen. Details der Studie wurden im Fachmagazin BMJ http://bmj.com veröffentlicht.

 

Drogen beeinflussen nur weibliches Hirnvolumen

Drogen beeinflussen nur weibliches Hirnvolumen

Erstaunlich: Tomographie von Männern weist kaum Unterschiede auf

Drogen: Frauen verlieren an Hirnvolumen (Foto: Bernd Kasper/pixelio.de)
Drogen: Frauen verlieren an Hirnvolumen (Foto: Bernd Kasper/pixelio.de)

Aurora (pte002/15.07.2015/06:05) –

Drogenmissbrauch reduziert das Gehirnvolumen von Frauen deutlich,
während bei Männern kaum Auswirkungen darauf zu beobachten sind. Zu
diesem Ergebnis kamen Forscher der University of Colorado Denver School
of Medicine http://ucdenver.edu im Rahmen einer aktuellen Forschungsarbeit.

Regionale Verkleinerungen

In der Studie wurden mit Hilfe der
Magnetresonanztomographie (MRI) 127 Männer und Frauen analysiert. 59 von
ihnen waren bereits einmal in ihrem Leben über ein Jahrzehnt von
Kokain, Amphetaminen oder Metamphetaminen abhängig gewesen. Die anderen
gleichaltrigen 68 Probanden waren hingegen völlig gesund.

Die MRI-Ergebnisse zeigen nach Abschluss der Messungen
auf, dass bei einer durchschnittlichen Zeit der Abhängigkeit von 13,5
Jahren signifikante Veränderungen im Gehirn auftreten. Die Frauen, die
in der Studie unter den Betroffenen waren, hatten deutlich weniger
Volumen in frontalen, limbischen und temporalen Regionen des Gehirns zur
Verfügung als die gleichaltrigen männlichen Probanden.

Impulsives Verhalten

Die Forscher untersuchten auch, wie sich die
unterschiedlichen Kapazitäten auf das Verhalten auswirkten. "Die mit den
geringen Volumenwerten reagieren auf Eindrücke sehr viel impulsiver und
zeigen ein Streben nach Belohnungen für ihr Verhalten an. Aber auch ein
weiterer Drogenmissbrauch wird durch die Benachteiligung begünstigt",
erklärt Studienautorin Jody Tanabe.

Fettleibigkeit macht Brustkrebs aggressiver

Botenstoffe, die bei Fettleibigkeit
ins Blut abgegeben werden, beeinflussen den Stoffwechsel von
Brustkrebszellen, die dadurch aggressiver werden. So berichten es
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München,
der Technischen Universität München (TUM) und des Universitätsklinikums
Heidelberg in ‚Cell Metabolism‘. Das Team konnte den Mechanismus
bereits durch einen Antikörper unterbrechen.

Die Zahl der Menschen mit hohem Übergewicht
steigt weltweit rasant. Erst kürzlich berichtete das Deutsche
Krebsforschungszentrum, dass sich nach WHO Schätzungen die Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Adipositas zwischen 1975 und 2016 verzehnfacht habe.
Starkes Übergewicht kann zu verschiedenen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen führen. Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt
Adipositas beispielsweise auch die Entstehung von Krebs und die Bildung
von Metastasen.

In der aktuellen Studie beschreiben die
Forscherinnen und Forscher einen bislang unbekannten Mechanismus, der
dafür sorgt, dass sich Brustkrebs stärker ausbreitet. „Dabei spielt das
Enzym ACC1* eine entscheidende Rolle“, erklärt Dr. Mauricio Berriel
Diaz, stellvertretender Direktor des Instituts für Diabetes und Krebs
(IDC) am Helmholtz Zentrum München. Er leitete die Studie gemeinsam mit
Prof. Dr. Stephan Herzig, Direktor des IDC und Professor für Molekulare
Stoffwechselkontrolle an der TUM sowie am Universitätsklinikum
Heidelberg. „ACC1 ist eine zentrale Komponente der Fettsäuresynthese“,
führt Berriel Diaz aus. „Allerdings kann es durch die Botenstoffe Leptin
und TGF-β an seiner Arbeit gehindert werden.“ Diese Botenstoffe treten
im Blut von schwer übergewichtigen Menschen besonders häufig auf.

Fettsäurevorstufen begünstigen Metastasen

Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass diese Hemmung von ACC1 dazu
führt, dass sich Acetyl-CoA, eine Fettsäurevorstufe, in den Zellen
ansammelt und bestimmte Genschalter (Transkriptionsfaktoren) aktiviert.
Dadurch werden vor allem Gene abgelesen, die bei Krebszellen zu einer
verstärkten Metastasierungsfähigkeit führen. 

„Anhand von menschlichem Gewebe aus
Brustkrebsmetastasen konnten wir zeigen, dass ACC1 dort signifikant
weniger aktiv war“ erklärt Marcos Rios Garcia, Erstautor der Studie.
Blockierten die Wissenschaftler den bisher unbekannten Signalweg mit
einem Antikörper (gegen den Leptin-Rezeptor), so führte das im
Versuchsmodell zu einer deutlich reduzierten Ausbreitung und
Metastasierung von Brustkrebstumoren. Ob es sich dabei um eine mögliche
Therapieoption handelt, müsse sich zeigen, so die Forscher.

Künftig wollen sie die Datenlage zum neu
gefundenen Mechanismus in weiteren Studien erhärten. Darüber hinaus
denken sie über mögliche Stellschrauben nach, durch die man
therapeutisch eingreifen könnte. „Die Blockade der genannten Signalwege
beziehungsweise das Abschalten der Metastasierungsgene könnten einen
therapeutischen Angriffspunkt darstellen“, blickt Studienleiter Herzig
voraus. „Im Rahmen einer sogenannten neo-adjuvanten** Therapie könnte
man schon vor der operativen Entfernung des Tumors das Risiko von
Metastasen beziehungsweise des Wiederauftretens von Tumoren reduzieren.“

Weitere Informationen

* ACC1 steht für
Acetyl-CoA-Carboxylase 1, eine zentrale Komponente der
Fettsäuresynthese. ACC1 vermittelt die chemische Addition von
Kohlenstoffdioxid an Acetyl-CoA, wobei Malonyl-CoA entsteht. Diese
Reaktion ist der erste und geschwindigkeitsbestimmende Schritt bei der
Fettsäuresynthese aller Lebewesen.

** Der Begriff neo-adjuvante Therapie
bezeichnet eine Therapie, die vor der geplanten operativen Behandlung
einer Tumorerkrankung verabreicht wird. Sie kann aus einer
Chemotherapie, Bestrahlung oder Hormontherapie bestehen. Ziel ist es,
eine verbesserte Ausgangssituation für die Operation zu erreichen, eine
Erkrankung überhaupt erst operabel zu machen oder auf verstümmelnde
Eingriffe verzichten zu können. (Quelle: http://flexikon.doccheck.com/de/Neoadjuvante_Therapie)

Handy-Fahndung: Bürger unter Generalverdacht

Handy-Fahndung: Bürger unter Generalverdacht
Funkzellenabfrage der Polizei laut Piratenpartei-Anfrage Gang und Gäbe
 
Funkmast: Abfrage tausender Handys möglich (Foto: pixelio.de/Uwe Schlick)

Berlin/Washington (pte004/09.12.2013/06:15) – Polizeibehörden in Deutschland und den USA nutzen verstärkt Handy-Rasterfahndungen zur Ermittlung von Straftätern, wodurch jeden Tag die Standort- und Verbindungsdaten von tausenden unschuldigen Bürgern systematisch ausgewertet werden. Eine Antwort der nordrhein-westfälischen Landesregierung auf eine Anfrage der Piratenpartei http://piratenpartei.de hat ergeben, dass die Landespolizei in den vergangenen drei Jahren über 10.000 Funkzellenabfragen bei den Mobilfunkbetreibern durchgeführt hat. In den USA steht aktuell ein Sheriff Department in South Carolina für dieselbe Praxis in der Kritik.

Systematische Auswertungen

"Diese skandalöse Menge an Funkzellenabfragen ist kaum zu glauben. Bei jeder dieser 10.330 Abfragen wurden Mobilfunkdaten aller der in der Zelle befindlichen Handys an die Polizei übermittelt. Das können pro Abfrage und Zelle schnell weit über tausend Handys sein. So kommen millionenfache Daten von unbescholtenen Bürgern zusammen, die durchsucht und ausgewertet werden", kritisiert Frank Herrmann, Sprecher für Datenschutz bei der Piratenfraktion im NRW-Landtag.

Rein rechnerisch gibt es somit etwa zehn Funkzellenabfragen pro Tag in dem Bundesland, von denen wiederum jeweils tausende Menschen betroffen sind. Aus Antworten auf parlamentarische Anfragen in Berlin, Schleswig-Holstein und Sachsen geht aber hervor, dass in den vergangen Jahren auch in diesen Bundesländern tausende Handy-Rasterfahndungen stattgefunden haben. Zahlen aus anderen Regionen Deutschlands sind bisher nicht bekannt.

50 Funkzellenabfragen pro Tag

Hochgerechnet auf ganz Deutschland ergäben sich aber etwa 50 Funkzellenabfragen pro Tag, wie Netzpolitik.org schätzt – das wären also täglich zehntausende Betroffene. Jährlich handelt es sich auf jeden Fall um Millionen Bürger. Wie die Antworten der Landesregierungen zeigen, wird diese Art der Fahndung nicht nur bei besonders schweren Straftaten wie Mord angewendet, sondern auch bei Delikten wie Betrug. In mehr als einem Drittel der Fälle in NRW haben die Behörden zudem gar keine Straftat als Überwachungsgrund angegeben.

In South Carolina geht aktuell ein Fall durch die Presse, in dem ein Sheriff eine Handy-Rasterfahndung zur Klärung von Autoaufbrüchen eingeleitet hatte. Bereits 2012 hatte aber die New York Times berichtet, dass entsprechende Polizeianfragen bei Telekommunikationsbietern landesweit "explodieren", es gäbe Millionen Fälle. Wie in Deutschland erfolgt offenbar keine Benachrichtigung der unschuldig Überwachten. In den USA bezweifeln Bürgerrechtler und Anwälte inzwischen die Verfassungsmäßigkeit der Maßnahmen.