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„Hot spots“ für den Abbau von Schadstoffen

Grundwasserökologen des Helmholtz-Zentrums München haben so genannte "hot spots" im Grundwasser nachgewiesen, in denen der Abbau von Schadstoffen durch mikrobiotische Prozesse besonders effizient ist.

Die Elbe im Wandel
Neben Hochwasserereignissen könnten in Zukunft auch niedrigere Wasserstände im Einzugsgebiet der Elbe häufiger auftreten, was zum Anstieg von Schadstoffkonzentrationen führen würde, zeigt eine UFZ-Studie.

Trinkwasser des Gaza-Streifens stark mit Nitrat belastet
90 Prozent der Wasserproben im Gazastreifen weisen Nitratkonzentrationen auf, die zwei bis achtmal höher waren als der empfohlene Grenzwert, zeigten Wissenschaftler der Universität Heidelberg und des UFZ.

Neues Testverfahren zur Grundwassersanierung mittels Pflanzenkläranlagen
Am Rande der alten Raffinerie Leuna wird seit 2007 eine Pilotanlage zur Sanierung des belasteten Grundwassers betrieben, in der UFZ-Wissenschaftler verschiedene naturnahe Verfahren in der Praxis testen.

„ReadingMate“ auf dem Laufband

"ReadingMate" erleichtert Lesen auf dem Laufband
System verschiebt Bildschirmtext passend zur Kopfbewegung
 
Laufend lesen: Textbewegung hilft (Foto: purdue.edu, Mark Simons)

West Lafayette (pte003/17.04.2013/06:10) – Forscher an der Purdue University http://www.purdue.edu haben mit "ReadingMate" eine Lösung entwickelt, dank der Nutzer während des Trainings auf dem Laufband problemlos lesen und somit auch gleichzeitig die grauen Zellen beanspruchen können. Denn das System verschiebt Text auf einem Bildschirm so nach oben und unten, dass die laufbedingte Auf- und Abbewegung des Kopfes kompensiert wird. Dadurch scheint das Gelesene wirklich still zu stehen, sodass es auch für User lesbar wird, die sich normalerweise beim Laufen nicht auf Text konzentrieren können. Die Technologie könnte auch in Industrie und Luftfahrt Anwendung finden.

Gezielte Gegenbewegung

"Nicht viele Menschen können gleichzeitig laufen und lesen", so Ji Soo Yi, Wirtschaftsingenieur an der Purdue. Den meisten ist es aber zu anstrengend, dass sich der Text ständig zu bewegen scheint und die Augen darauf reagieren. Zwar helfen größere Schriften auf größeren Displays, aber das ist Yi zufolge in Fitnessräumen unpraktisch. Daher hat sein Team ReadingMate entwickelt – ein System, das den Text auf einem relativ kleinen Bildschirm vor dem Laufband genau so verschiebt, dass er für den Läufer völlig unbewegt wirkt.

Dazu nutzt das System eine Spezialbrille mit Infrarot-LEDs und passende Sensoren, um das durch das Laufen bedingte Auf und Ab des Kopfes zu messen. Denn diese Kopfbewegung ist letztlich für das ständige Wackeln der Schrift verantwortlich. Das System verschiebt dann die Zeichen auf dem Display im Einklang mit, aber nicht völlig synchron zur Kopfbewegung. Denn die Augen gleichen diese teilweise aus, der Text würde für den User also erst wieder wackeln. Ein speziell Entwickelter Algorithmus berücksichtigt daher auch die Augenreaktion und bewegt die Schrift leicht asynchron zum Auf und Ab des Kopfes – so, dass sie für den Nutzer wirklich stillzustehen scheinen.

Buchstabenzählung

Um ReadingMate zu testen, haben die Forscher einen Test mit 15 Studenten durchgeführt. Diese wurden angehalten, in zwei Zeilen eines längeren Textes die vorkommenden Buchstaben "f" zu zählen. Testpersonen, die das neue System genutzt haben, haben dem Team zufolge eine höhere Genauigkeit erzielt als jene, die ohne das Hilfsmittel auskommen mussten. "Wir haben oft gesehen, dass Leute ohne ReadingMate aufgegeben haben, besonders bei bestimmten Schriftgrößen und geringerem Zeilenabstand", betont der projektbeteiligte Doktorand Bum chul Kwon.

Das System hat sich also im Experiment für Läufer bewährt, doch könnte der Ansatz langfristig nicht nur für lesewütige Fitness-Fans interessant sein. Die Forscher sehen Anwendungspotenzial bei Personen, die schweres Gerät bedienen, sowie Flugzeugpiloten. "Beide können heftiges Schütteln und Turbulenzen erfahren, während sie Information von einem Display ablesen", erklärt Kwon. ReadingMate wäre geeignet, auch hier das Angezeigte scheinbar stillstehen zu lassen.

Gütesiegel für HDTV

Hersteller müssen Mindestanforderungen zur Qualitätssicherung einhalten

Berlin (pte/02.09.2005/07:30) – Für Transparenz am HDTV (High
Definition Television)-Fernsehmarkt soll das Gütesiegel "HDTV-ready"
sorgen. "Beim Kauf ist darauf zu achten, dass das Gerät dieses Logo
hat. Damit ist sichergestellt, dass die Anforderungen für HDTV erfüllt
sind", sagt Roland Stehle vom Zentralverband Elektrotechnik- und
Elektronikindustrie (ZVEI) http://www.zvei.de gegenüber pressetext. Die
Zertifizierung der einzelnen Geräte wird vom Hersteller durchgeführt.
"Jedoch ist davon auszugehen, dass die Mindeststandards von den
Herstellern dennoch erfüllt werden", ist Stehle überzeugt.

Damit ein Gerät das Gütesiegel erhält muss es die vom Europäischen
Verband für IT, Kommunikations- und CE-Industrie (EICTA)
http://www.eicta.org festgelegten Mindestanforderungen erfüllen. Dazu
gehören das 16:9 Format sowie eine Auflösung von mindestens 720 Zeilen
und 1280 Spalten. Weiters ist neben einem analogen Komponenteneingang
eine digitale Schnittstelle, die den Kopierschutz HDCP unterstützt,
Voraussetzung. Die Formate 720p (1280 x 720 Pixel) und 1080i (1920 x
1080 Pixel) müssen bei 50 und 60 Hertz verarbeitet werden können.

HDTV (High Definition Television) ist auch das Trendthema auf der IFA
(Internationale Funkausstellung) http://www.ifa-berlin.de in Berlin.
Unter dem Motto "TV in new dimension – come in and enjoy" präsentieren
80 Aussteller aus 19 Ländern ihre Produkte. Die Produzenten werben mit
gestochen scharfen Bildern und versprechen den Konsumenten eine neue
Art des Fernsehens.

Pioneer bietet mit seinem Plasma-TV PD-505HDE ein Gerät am
High-End-Bereich an. Mit einer Auflösung von 1280 x 768 Pixel und den
geforderten Anschlüssen erfüllt der 50 Zoll große Pioneer-Fernseher die
Anforderungen für HDTV. Sieben Milliarden Farben werden mit einer
Helligkeit von 1.000 Candela pro Quadratmeter dargestellt. Neben
S-Video- und Euro-SCART-Eingängen bietet der Plasma-TV auch einen
PC-Card-Slot. Die Preisempfehlung von Pineer liegt bei 6.499 Euro.

Günstiger ist der PlasmaSync 50XM4G aus dem Hause NEC. Für 4499 Euro
bekommt man den 50 Zoll großen Schirm mit HDTV-Gütesiegel. Das Gerät
bietet eine Auflösung von 1365 x 768 Pixel mit einer Helligkeit von 700
Candela pro Quadratmeter. Die Lebensdauer des Panels wir von NEC mit
60.000 Betriebsstunden angegeben. Danach reduziere sich die Helligkeit
um 50 Prozent des Ausgangswertes.

Neue Augenzellen erstmals im Labor „ausgedruckt“

Neue Augenzellen erstmals im Labor "ausgedruckt"
Ganglien- und Gliazellen als Teile der Netzhaut erfolgreich hergestellt
 
Sehkraft: Hoffnung auf Zellen aus dem Drucker (Foto: Pasieka/SPL)

Cambridge (pte013/18.12.2013/11:24) – Forscher der University of Cambridge http://cam.ac.uk haben neue Augenzellen "gedruckt", die zur Behandlung des Verlustes der Sehkraft eingesetzt werden können. Im Fachmagazin Biofabrication berichten die Experten, dass das Verfahren mit Tierzellen funktioniert. Damit ist der Weg für maßgeschneiderte Therapien bei Menschen mit Schädigungen der Netzhaut geebnet. Weitere Tests sind jedoch nötig, bevor Studien mit Patienten durchgeführt werden können.

Experimente mit Ratten erfolgreich

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass Tintenstrahldrucker eingesetzt werden können, um zwei Arten von Zellen der Netzhaut erwachsener Ratten zu drucken – und zwar Ganglien- und Gliazellen. Diese übertragen Informationen vom Auge in bestimmte Bereiche des Gehirns und liefern Unterstützung und Schutz für Nervenzellen. Die gedruckten Zellen blieben im Labor gesund und behielten ihre Fähigkeit zu überleben und zu wachsen.

Laut den Co-Autoren der Studie, Keith Martin und Barbara Lorber vom John van Geest Centre for Brain Repair der University of Cambridge http://brc.cam.ac.uk , führt der Verlust von Nervenzellen in der Retina bei vielen Patienten zur Erblindung. Die Netzhaut ist eine sehr komplex aufgebaute Struktur, bei der die genaue Anordnung von Zellen für das Sehen von entscheidender Bedeutung ist.

Lichtempfindliche Photorezeptoren

"Unsere Studie hat erstmals nachgewiesen, dass Zellen aus dem zentralen Nervensystem mit einem piezoelektrischen Tintenstrahldrucker hergestellt werden können. Das Ziel ist es eine Technologie zu entwickeln, die eines Tages für die Wiederherstellung der Retina eingesetzt werden kann", kommentieren die Wissenschaftler. Derzeit arbeitet das Team an dem Versuch, andere Arten von Retinazellen wie etwa lichtempfindliche Photorezeptoren, also Stäbchen und Zapfen, drucken zu können.

Wissenschaftlern ist es bereits gelungen, eine Erblindung bei Mäusen mit Stammzellentransplantaten rückgängig zu machen. Es gibt auch Fortschritte bei elektronischen Retinaimplantaten bei Patienten. Clara Eaglen von der Hilfsorganisation RNIB http://rnib.org.uk zufolge wird es in Zukunft entscheidend sein, wie viel Sehkraft den Menschen wiedergegeben werden kann. "Auch ein klein wenig mehr Sehkraft kann für Patienten wirklich einen Unterschied machen. Es kann bedeuten, dass sie das Haus selbstständig verlassen können", heißt es abschließend.

Schlafmittel Jazz

45 Minuten sanfte Musik für bessere Nachtruhe

Taipeh (pte, 03. Feb 2005 13:15) – Schlafstörungen lassen sich am
besten durch entspannte Musik beheben. Zu diesem Schluss kommen
Forscher der University of Taiwan im Fachmagazin Journal of Advanced
Nursing http://www.journalofadvancednursing.com. Das beste Rezept
entspannt zu schlummern war, so die Forscher, der Genuss von Jazz,
Folkmusik und orchestralen Stücken. 45 Minuten Musik vor dem
Zubettgehen waren ausreichend, berichtet BBC-Online
http://news.bbc.co.uk .

Hui-Ling Lai vom Buddhist Tzu-Chi General Hospital und der University
of Taiwan erklärte, dass die Technik sich mit dieser Methode zur Ruhe
zu begeben einfach zu erlernen sei. Am besten eigneten sich
Musikstücke, die etwa 60 bis 80 Beats pro Minute hatten. Das Musikhören
führte auch zu physischen Veränderungen der Probanden: So verlangsamten
sich Herz und Atemrhythmus und halfen dadurch beim Schlafen. Der
Forscher hatte 60 ältere Patienten mit Schlafstörungen genau untersucht
und einen Teil mit Musiktherapie behandelt, den anderen Teil gar nicht.

Unter den Musiktherapierten konnten 35 Prozent über einen besseren
Schlaf berichten. Dazu zählten das leichtere Einschlafen, längere
Schlafperioden und weniger Dysfunktionen tagsüber. „Bereits nach einer
Woche Musiktherapie berichteten die Probanden über eine deutliche
Verbesserung der Schlafgewohnheiten“, so Lai.

VW aus Sicht deutscher Autofahrer die Nr. 1 bei kraftstoffeffizienten Fahrzeugen

VW aus Sicht deutscher Autofahrer die Nr. 1 bei kraftstoffeffizienten Fahrzeugen
Ipsos-Studie: Volkswagen vor Toyota und Audi
 
Kraftstoffeffizienz bei Automobilen (Ipsos GmbH)

Mölln (pts016/21.08.2013/11:00) – Rund 20 Prozent von Deutschlands Autofahrern sehen in Volkswagen die Marke mit den besten Fahrzeugen in puncto Kraftstoffeffizienz. Toyota (15%) und Audi (8%) folgen auf den Plätzen zwei und drei. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Online-Befragung, die das international tätige Marktforschungsinstitut Ipsos unter 2.000 deutschen Autofahrern durchgeführt hat.

Konsequentes Marketing im Bereich Umweltverträglichkeit stärkt VW-Markenprofil
"Das Image von Volkswagen, besonders kraftstoffeffiziente Fahrzeuge herzustellen, kommt nicht von ungefähr", erklärt Stefan Reiser, der studienverantwortliche Automobilexperte bei Ipsos. So kommuniziere der Konzern und insbesondere seine Kernmarke VW seit Jahren systematisch seine Bestrebungen, innovative und sparsame Fahrzeuge zu entwickeln. "Konsequentes Marketing wie die Markteinführung des Up! oder die Kampagne um den XL1 haben dazu geführt, dass diese Positionierung inzwischen fest in den Köpfen der Kunden verankert ist.", so Reiser weiter. Kraftstoffeffizienz und Emissionsreduktion sind aus Sicht der Autofahrer auch die Innovationsfelder, in denen kurzfristig die größten Fortschritte erzielt werden. So erwarten vier von zehn Autofahrern in Deutschland die größten Innovationen in diesen Bereichen, noch vor Infotainment (29%) und Sicherheitsfeatures (18%).

Deutsche Autofahrer wollen informiert werden
Insgesamt besteht großes Interesse an Innovationen rund um den PKW: Für nahezu die Hälfte der Autofahrer (47%) ist es wichtig, über neue Ausstattungsoptionen und -trends immer auf dem neuesten Stand zu sein; ebenso viele (49%) begrüßen die Integration neuer Features, da so Sicherheit und Komfort gesteigert werden. Allerdings geben auch 27 Prozent der Autofahrer an, angesichts der Vielfalt neuer Ausstattungen überfordert zu sein.

Deutsche Premiumhersteller werden in vielen Innovationsfeldern als führend wahrgenommen
Nicht nur im Bereich der Kraftstoffeffizienz sind die deutschen Premiumhersteller Mercedes-Benz, BMW und Audi diejenigen mit dem innovativsten Image. So wird Mercedes am häufigsten genannt, wenn man nach innovativer Sicherheitstechnologie, Fahrkomfort und einem hochwertigen Innenraum fragt – knapp dahinter folgen jeweils BMW und Audi. Der Innovationsbereich "Infotainment im Auto" hingegen wird von den meisten Kunden mit BMW in Verbindung gebracht (31%) – Audi (23%) und Mercedes (14%) folgen hier mit deutlicherem Abstand auf den Plätzen zwei und drei.

Steckbrief:
Diese Ergebnisse stammen aus einer Ipsos-Umfrage, die zwischen dem 16.07.-26.07.2013 über das hauseigene Online-Panel durchgeführt wurde. Teilgenommen haben 2.000 Autofahrer in Deutschland, die Stichprobe wurde repräsentativ zum PKW-Bestand in Deutschland angelegt.

Über Ipsos:
Ipsos ist ein unabhängiges und innovatives Dienstleistungsunternehmen, das weltweit Services rund um die Markt- und Meinungsforschung anbietet. Um unseren Kunden bestmöglichen Service zu bieten, haben wir uns in sechs Forschungsbereichen spezialisiert. So bestimmen unsere engagierten Forscher Marktpotenziale, zeigen Markttrends, testen Produkte, Werbung und Dienstleistungen, erforschen die Wirkung von Medien und geben der öffentlichen Meinung eine Stimme. Und das in 85 Ländern auf allen Kontinenten. In Deutschland beschäftigen wir in unserem "Home of Researchers" über 500 Mitarbeiter in Hamburg, Mölln, München, Frankfurt und Berlin.

Über Ipsos Automotive:
Ipsos Automotive ist ein langjähriger Partner der Automobilindustrie. Mehr als vierzig Jahre Erfahrung in der Automobilforschung machen uns zu einem der führenden Marktforschungsinstitute in diesem Bereich.

Neue interessante Waffen gegen Krebs

Th17-Zellen verfügen über unerwartete Eigenschaften

   
Houston (pte/30.10.2009/10:00) – Autoimmunerkrankungen haben verheerende Auswirkungen auf das gesunde Gewebe. Jetzt wurden die Zellen, die den Körper zur Zerstörung treiben können, bei Mäusen im Kampf gegen Krebs eingesetzt. Es handelt sich um den erst 2005 entdeckten Immunzellen-Typ Th17. Experten nehmen an, dass Th17-Zellen eine wichtige Rolle beim Auslösen von Entzündungen und Gewebezerstörungen spielen, die mit Autoimmunerkrankungen in Zusammenhang gebracht werden. Sie helfen allerdings auch bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen.

Verhalten der Th17-Zellen überrascht

Dem Team um Natalia Martin-Orozco vom MD Anderson Cancer Center http://www.mdanderson.org fiel auf, dass Th17-Zellen kanzeröse Tumore infiltrieren. Entzündungen fördern jedoch bekanntlich das Krebswachstum, also nahmen die Wissenschaftler an, dass die Zellen die Tumore beim Wachstum unterstützen. Zur weiteren Untersuchung schufen die Forscher Mäuse mit einem Mangel an Th17-Zellen und injizierten ihnen Melanom-Zellen, die die Lungen angreifen. Diese Tiere litten jedoch in der Folge an einem weitaus aggresiveren Krebswachstum als normale Mäuse. Innerhalb von 16 Tagen waren die Lungen vollständig mit Krebszellen bedeckt. Damit sei, betont Martin-Orozco, genau das Gegenteil des Erwarteten eingetreten.

In einem nächsten Schritt wurden Th17-Zellen mit Proteinen inkubiert, die für Melanome der Lunge spezifisch sind. Damit sollte den Zellen ermöglicht werden, einen Tumor zu erkennen. Dann wurden diese Tumor-spezifischen Zellen Mäusen gleichzeitig mit den Melanom-Zellen verabreicht. Nach 16 Tagen verfügten die Tiere mit diesen Zellen kaum über erkennbare Tumore. Wurden diese Zellen Tieren injiziert, die bereits Tumore hatten, verringerte sich die Masse der Tumore um 75 Prozent.

Chemikalien bringen dendritische Zellen zum Einsatz

Martin-Orozco geht davon aus, das die Th17-Zellen die Tumore erkennen und als Reaktion Chemikalien freisetzen, die dendritische Zellen auf den Tumor aufmerksam machen. Diese erfassen die Tumorproteine und bringen sie in die Lymphknoten, wo die dendritischen Zellen T-Zellen dazu bringen, den Tumor zu erkennen und zu zerstören. In einem nächsten Schritt soll laut NewScientist erforscht werden, ob menschliche Th17-Zellen auch diese Wirkung haben und eines Tages zur Behandlung eingesetzt werden können.

Details der Studie wurden im Fachmagazin Immunity http://www.cell.com/immunity veröffentlicht.

Dünndarmtransplantationen erfolgreich in Berlin

fzm – Der Ausfall des Dünndarms bedeutete für die betroffenen Menschen bis früher eine lebenslange künstliche Ernährung. Erst seit wenigen Jahren besteht die Möglichkeit, den Patienten durch eine Transplantation wieder zu einem funktionsfähigen Dünndarm zu verhelfen. Eines der führenden Zentren in Europa ist die Berliner Charité. Dort wurde im Juni 2000 die erste Dünndarmtransplantation durchgeführt. Von den ersten 13 Patienten sind heute noch zehn am Leben. Das Team um Prof. Peter Neuhaus zieht in der DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift (Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2005) eine erste positive Bilanz.


Der Dünndarm des Menschen ist etwa fünf Meter lang. Mindestens ein Meter wird benötigt, um genügend Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen zu können. Die in Berlin operierten Patienten hatten nur noch weniger als 30 Zentimeter funktionsfähigen Dünndarm. Die Ärzte sprechen von einem Kurzdarmsyndrom. Ursache ist häufig die Verlegung der Blutgefäße des Dünndarms mit Gerinnseln (Thrombosen). Den Patienten müssen dann die zum Leben notwendigen Nährstoffe über Infusionen zugeführt werden. Diese Ernährung scheitert früher oder später, weil die Ärzte keine Venenzugänge mehr finden oder weil es zur Blutvergiftung (Sepsis) kommt, an denen viele Patienten früher starben.


Erste Versuche mit Dünndarmtransplantationen hat es bereits Ende der 1980er-Jahre gegeben“, berichten die Berliner Chirurgen. Damals wurde auch in Kiel eine Frau operiert. Doch die Überlebenschancen waren gering. Neuhaus: „Das Problem waren die hohen Abstoßungsraten und Infektionen, die von Erregern aus dem Dickdarm ausgingen“. Seit einigen Jahren stehen stärkere Medikamente zur Verfügung, die eine Abstoßung besser verhindern. Nur deshalb wurde es möglich, ab 2001 mit dem Aufbau eines Dünndarmtransplantationsprogramms zu beginnen.


Die bisherigen Ergebnisse des Berliner Teams sind gut. Nur drei Patienten verstarben. Einmal kam es zu einer schweren Infektion, einmal ging das Transplantat wegen schlechter Durchblutung (Ischämie) zugrunde und einmal trat eine schwerste Abstoßungsreaktion auf. Den meisten anderen Patienten gehe es heute gut, versichern die Chirurgen: „Die Lebensqualität beträgt in einem Score 90 bis 100 Prozent. Vier Patienten sind berufstätig, davon zwei in Vollzeit. Eine fünfte Patientin konnte ihr Medizinstudium fortsetzen.“


Die Operation ist technisch anspruchsvoll. Im Durchschnitt werden drei Meter Dünndarm verpflanzt. Inzwischen ist sie aber fast Routine. In Berlin wurde inzwischen auch die erste „Multiviszeraltransplantation“ durchgeführt. Dabei wurde neben dem Dünndarm, der Magen, der Zwölffingerdarm, die Bauchspeicheldrüse, die Leber, Teile des Dickdarms sowie eine Niere samt Nebenniere transplantiert. Hinzu kam, um die Blutversorgung der neuen Organe sicher zu stellen, ein Teil der Bauchschlagader.


A. Pascher et al.:
Klinische Ergebnisse der Dünndarm- und Multiviszeraltransplantation an der Berliner Charité
Deutsche Medizinische Wochenschrift 2005; 130 (8): 387-392

Der Rest vom Paradies

Wie wichtig sind Wale und Robben für die polaren Ökosysteme?

Die Polargebiete gehören zu den unwirtlichsten Gegenden der Erde, und
doch leben hier die größten Tiere  im Meer. Der Grund für die
Vielzahl von Walen und Robben in Arktis und Antarktis schien bisher in
dem scheinbar unerschöpflichen Nahrungsreichtum zu liegen. Nun mehren
sich Hinweise, dass die Großsäuger ihr Überleben vor allem der
Menschenfeindlichkeit dieser Gebiete verdanken und einstmals viel
weiter verbreitet waren. Und es erscheint nicht unwahrscheinlich, dass
in den gemäßigten Meeren ihr Verschwinden tief greifende Veränderungen
des gesamten Ökosystems nach sich zog.

Ein besseres Verständnis der ökologischen Bedeutung von Walen und
Robben ist nach Ansicht von Prof. Dr. Victor Smetacek vom
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung und Dr. Stephen
Nicol von der tasmanischen Universität in Hobart, Australien, eine
wichtige Voraussetzung für Prognosen zum Wandel der polaren Ökosysteme
im Rahmen eines globalen Klimawandels. In einem jetzt im
Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Beitrag stellen die
Forscher die These auf, dass die großen Meeressäuger einen formenden
und stabilisierenden Einfluss auf marine Ökosysteme haben und einst in
allen Meeren weit verbreitet waren.

Ähnlich wie der Fischreichtum afrikanischer Binnengewässer entscheidend
von den Flusspferden abhängt, prägen Großsäuger vielleicht auch in den
kältesten Meeren der Erde ihren Lebensraum. Schon jetzt ist klar, dass
das Bild von kurzen Nahrungsketten mit wenigen beteiligten Organismen
eine zu stark vereinfachte Sicht polarer Ökosysteme ist. Die
Produktivität in Arktis und Antarktis ist vergleichbar hoch wie in den
Meeren der gemäßigten Breiten. Große Unterschiede finden sich
allerdings beim Vergleich zwischen Arktis und Antarktis mit Blick auf
die Verfügbarkeit von Nährstoffen und auf die Schlüsselorganismen der
Nahrungskette. In der Antarktis begrenzt vor allem die Verfügbarkeit
von Eisen das Wachstum im System. Der in ungeheuren Mengen auftretende
Krill, eine Krebsart, bildet eine wesentliche Nahrungsgrundlage der
größeren Tiere. In der Arktis nehmen Fische die ökologische Bedeutung
des Krills ein, die Produktivität der arktischen Meere wird häufiger
durch die Verfügbarkeit von Nährstoffen begrenzt. Weitgehend ungeklärt
ist in jedem Fall die Bedeutung der großen Säugetiere in den kältesten
Meeren der Erde, welchen Einfluss ihre Fraßtätigkeit und ihre
Ausscheidungsprodukte auf die Stabilität der Ökosysteme haben.

Besser verstanden ist die Rolle der großen Säugetiere an Land. Nicht
nur in Ostafrika prägten große Pflanzenfresser entscheidend ihren
Lebensraum. Vor dem Erscheinen des modernen Menschen waren sie weltweit
verbreitet. Mit der Ausrottung der Mammute und fast aller Landgroßtiere
in Europa, Asien, Amerika veränderten sich auch die Landschaften. Heute
soll in Sibirien durch Wiederansiedlung großer Pflanzenfresser die alte
Mammutsteppe renaturiert werden, ähnliches schlagen US-Forscher für
Nordamerika vor.

Mit der Erfindung der Schifffahrt brachte das Landtier Mensch den
Exodus auch in die Meere. Die Ausrottung des europäischen Grauwals und
der Steller¹schen Seekuh im Nordpazifik sind ebenso Beispiele hierfür
wie der drastische Rückgang fast aller anderen Großtiere in den Meeren
der gemäßigten Breiten. Am längsten überlebten die Riesen der Tierwelt
in den für Menschen unzugänglichen Regionen der Erde. Ein weitgehend
intaktes Ökosystem und Restbestände früherer Vielfalt erhielten sich
vor allem in Arktis und Antarktis, den polaren "Serengetis³, und vor
allem hier ist eine Erforschung der Wechselwirkungen zwischen marinen
Großsäugern und ihrer Umwelt heute noch möglich  und nötig.

Denn mit dem weltweiten Anstieg der Temperaturen verändern sich auch
die polaren Gebiete, wobei die Veränderung aufgrund der Unterschiede in
Geographie und Funktion des Ökosystems in Arktis und Antarktis
vermutlich nicht gleichartig verlaufen wird. Ein besseres Verständnis
der ökologischen Bedeutung der Großtiere in den Meeren ist eine
Voraussetzung, um sinnvolle Maßnahmen zu Schutz und Erhalt dieser
Gebiete durchführen zu können.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den
Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die
Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den
Forschungseisbrecher Polarstern für die internationale Wissenschaft zur
Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn
Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten
Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Neubau der Wattenmeerstation Sylt

List/Sylt, den 21. Mai 2008. Am 21. Mai 2008 wird der Neubau der Wattenmeerstation Sylt des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft eingeweiht. Dietrich Austermann (Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein), Ministerialdirektorin Bärbel Brumme-Bothe (Bundesministerium für Bildung und Forschung) und Staatssekretär Dr. Arne Wulff (Finanzministerium des Landes Schleswig-Holstein) werden Grußworte sprechen. Der 5,9 Millionen Euro teure Bau wurde zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Schleswig-Holstein finanziert. Mit dem Neubau wird die Fläche der 1924 gegründeten Wattenmeerstation um 60 Prozent erhöht. Auf 2500 Quadratmetern werden moderne Labors und Büros für bis zu 80 Wissenschaftler, Techniker, Gastforscher und Studenten bereitgestellt. Die Biologen und Geologen an der Wattenmeerstation erforschen die Auswirkungen von Umweltveränderungen auf die Küstengebiete der Nordsee aber auch weltweit. Das Verständnis von Biodiversität und Funktion von Küstenökosystemen soll dazu beitragen, einen nachhaltigen Nutzen und Umgang mit den sensiblen Küsten zu erreichen.

Die Küste ist eine empfindliche Landschaft, eingebettet in ein komplexes Ökosystem. Für den Menschen ist sie ein attraktiver Lebensraum, aber auch Wirtschaftsstandort und Erholungsfläche. Meeresspiegelanstieg, milde Winter, Stürme, eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten, sowie die verstärkte Nutzung durch den Menschen verändern die Küstenlandschaften zunehmend. Die Biologen und Geologen der Wattenmeerstation Sylt untersuchen, wie sich menschliche Eingriffe und Klimaveränderungen auf die Biodiversität und die Funktion von Küstenökosystemen auswirken. Dabei konzentrieren sie sich nicht nur auf die Nordsee, sondern vergleichen Küsten in verschiedenen Klimazonen, von der Arktis bis in die Tropen. Ihr Ziel ist es, die Belastbarkeit und die Reaktion auf Veränderungen abzuschätzen und Prognosen zur Entwicklung der Küstensysteme abzugeben. “Die Küstenforschung bewegt sich in einem Spannungsfeld verschiedener Interessen, da hier Natur und wirtschaftliche Nutzung von Nationalparks bis hin zum Bau von Häfen und Großstädten, aufeinander treffen. Unsere Aufgabe ist es, zu beobachten und analysieren, sowie zu bewerten und empfehlen, wenn es darum geht, die ökologischen Auswirkungen von Eingriffen in die Natur abzuschätzen³, sagte Dr. Ragnhild Asmus, Leiterin der Sektion Küstenökologie an der Wattenmeerstation Sylt.

Forschung in Watt und Wasser
Die Wattenmeerstation Sylt bietet aufgrund ihrer Lage direkt am Watt und in fußläufiger Entfernung zum Lister Hafen hervorragende Arbeitsmöglichkeiten für Küstenforscher. So konnten die Biologen zeigen, dass sich die Fischfauna in der Sylter Bucht verändert: Wärme liebende Arten wandern ein, Kälte liebende Arten wie der Dorsch sind nahezu verschwunden. “Welche Auswirkungen dies auf das Nahrungsnetz hat, untersuchen wir sowohl in den Aquarientanks im Institut, als auch mit Freilandexperimenten im Watt und an Bord des Forschungskatamarans Mya³, sagte Florian Kellnreitner, Doktorand an der Wattenmeerstation.
Etwa 250 Gastforscher nutzen jedes Jahr die Expertise und die Arbeitsmöglichkeiten an der Wattenmeerstation, um im Rahmen von internationalen Kooperationen im Wattenmeer zu forschen. Die Ausbildung von wissenschaftlichem Nachwuchs ist ein wichtiges Anliegen des Alfred-Wegener-Instituts. Jährlich kommen etwa 20 Studentenkurse mit je 16 bis 20 Teilnehmern verschiedener Universitäten aus dem In- und Ausland nach List. Sie finden in dem neuen Gebäude nun speziell an die Bedürfnisse der modernen Lehre angepasste Seminar- und Laborräume vor.

Einmaliges Datenarchiv
Auf der Basis von Langzeitstudien, die 1924 mit der Gründung der Wattenmeerstation als Austernlabor begannen, ist ein europaweit einmaliges Datenarchiv geschaffen worden, das Veränderungen an der Nordseeküste dokumentiert. So konnte ein Anstieg der mittleren Temperaturen um 1 Grad Celsius in den letzten 20 Jahren nachgewiesen werden. Aktuelle Studien zeigen zudem, dass die Eutrophierung abnimmt, dass jedoch die Rate zunimmt, mit der sich fremde Arten im Wattenmeer etablieren. Zurzeit kommt etwa eine neue Art pro Jahr hinzu, zuletzt die Rippenqualle Mnemiopsis leydii. Diese hat im Schwarzen Meer zu starken Einbrüchen in der Anchovis-Fischerei geführt. Welche Auswirkungen die Qualle auf die Nordsee haben könnte, wird derzeit an der Wattenmeerstation untersucht.

Der Neubau
Durch den Neubau ist die Gesamtfläche der Wattenmeerstation von 1600 auf 2500 Quadratmeter angestiegen. Die Nutzfläche hat sich um 60 Prozent erhöht. 119 Räume, hauptsächlich Labore (38) und Büros (39), sowie Aquarienanlagen auf dem Freigelände bieten bis zu 80 Personen moderne Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten.
Im Mai 2001 hat das dänische Architekturbüro Khras den Zuschlag für den 5,9 Millionen Euro teuren Bau bekommen. Vier Jahre später, im Mai 2005, erfolgte die Grundsteinlegung. Mit der Baudurchführung war die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) beauftragt.