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Neue Kühltechnik effektiver

Neue Kühltechnik bis zu 300 Prozent effektiver
Magnetflüssigkeit soll Systemzusammenbrüche in Elektronik verhindern
 
Mikrochip: mit neuer Technik absturzsicherer (Foto: pixelio.de/Karl-Heinz Laube)

Cambridge (pte003/21.11.2013/06:10) – Forscher des amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://mit.edu haben eine neue Technik für Kühlsysteme entwickelt, die bis zu 300 Prozent effektiver als Wasserkühlung sein kann. Statt wie bisher nur Wasser durch Leitungen zu pumpen, werden bei der neuen Methode Magnetfelder eingesetzt, um Hitzestaus und damit einhergehende Systemzusammenbrüche zu vermeiden. Mit der Technik könnten alle möglichen elektronischen Geräte bis hin zu Fusionsreaktoren gekühlt werden.

Forscher selbst überrascht

Die Funktionsweise des Systems wurde im International Journal of Heat and Mass Transfer veröffentlicht. Laut Lin-Wen Hu vom MIT-Nuklearreaktor-Labor sind die neuen Erkenntnisse das Resultat von mehreren Jahren Forschung zu Nanoflüssigkeiten, also Nanopartikel aufgelöst in Wasser. Bei der neuen Kühltechnik fließt ein Gemisch von Wasser und winzigen Partikeln Magnetit, eine Form von Eisenoxid, durch die Leitungen. Magnete werden dann außen an den Leitungen angebracht, um diese Nanoflüssigkeit zu manipulieren.

Die Magnete, so Hu, "ziehen die Partikel dann näher an die heiße Oberfläche" der Leitung, wodurch der Hitzetransfer durch die Wand der Leitung in die Flüssigkeit und dann an die Außenluft stark erhöht wird. Ohne die Magnete verhält sich die Flüssigkeit wie normales Wasser, ohne Änderung des Kühlungsgrades. Mit den Magneten dagegen ist der Hitzetransfer viel höher – im besten Fall etwa 300 Prozent. "Wir waren sehr überrascht vom Unterschied", berichtet Hu.

Anwendung in Chips und Fusionsreaktoren

Die Technik ist MIT-Angaben zufolge zwar unpraktikabel für ein komplettes Kühlsystem, aber dort nützlich, wo Hitzestaus an verschieden Punkten auf den Kühlleitungen auftreten. An solchen "Hotspots", die zu Systemzusammenbrüchen führen können, könnte dann eine magnetische Flüssigkeit in Verbindung mit Magneten den Hitzeabtransport erhöhen. Andere Methoden, etwa indem man Kühlflüssigkeit schneller durchpumpt, sind nach Angaben des MIT energieintensiver.

Für die neue Technik gäbe es vielfältige Anwendungszwecke, so Professor Jacopo Buongiorno vom MIT. Zum Beispiel in Mikrochips, die sich stark aufheizen. Denkbar sei sogar eine Anwendung der Methode bei Fusionsreaktoren. Allerdings sei das noch Zukunftsmusik. "Zu diesem Zeitpunkt ist das Grundlagenforschung. Sie zeigt nur, dass der Effekt existiert", unterstreicht Buongiorno abschließend.

PC im Stift-Format

Der neue PULSE™ Smartpen des kalifornischen Herstellers Livescribe,
Inc.™ (Oakland/USA), präsentiert sich als intelligenter Stift mit
integriertem Computer und Flashspeicher für Tonaufzeichnungen. Mit
ihm lassen sich also nicht nur schriftliche Notizen machen – damit
nichts in Vergessenheit gerät, können Nutzer ganze Vorträge oder
Vorlesungen parallel als Tondatei aufzeichnen und diese durch
einfaches Markieren der schriftlichen Notizen später wieder abrufen.
Möglich wird die qualitativ hochwertige Speicherung durch die MPEG
AAC-Codecs des Fraunhofer-Instituts für
Integrierte Schaltungen IIS.

Das Produkt, das zunächst in den USA an den Start geht, soll später
auch in Europa in den Handel kommen. Ermöglicht wird die effiziente
Speicherung der Audiosignale durch den AAC-Codec des Fraunhofer IIS.
AAC, das auch im iPod® für den guten Ton sorgt, garantiert optimale
Tonqualität bei maximaler Aufzeichnungsdauer.

»Wir freuen uns sehr, dass Livescribe in seinem Pulse Smartpen
unseren höchst effizienten AAC-Codec nutzt. Der intelligente Stift
besticht so mit einer außergewöhnlichen Klangqualität«, sagt
Harald Popp, Leiter der Abteilung für Multimedia Echtzeitsysteme am
Fraunhofer IIS und lobt: »Es war toll, mit einer jungen Firma wie
Livescribe zu arbeiten, die unsere Leidenschaft für höchste
Klangqualität teilt!« Jim Marggraff, CEO der Livescribe Inc, fasst
die Vorteile der Marktneuheit in wenigen Worten zusammen: »Die
exzellenten Möglichkeiten, mit dem Smartpen auch in großen Räumen
Klänge authentisch aufzunehmen und wiederzugeben, zählen zu den ganz
großen Vorzügen des Produkts.« Die Entscheidung mit dem Erlanger
Institut zusammenzuarbeiten war für ihn ganz einfach: »Das
Fraunhofer IIS ist weltweit einfach die beste Adresse für hoch
qualitative Codecs!«

Weitere Informationen zu den Technologien des Fraunhofer IIS finden
Sie unter www.iis.fraunhofer.de/amm.

Selbstheilende Beschichtung

Kratzer im Schutzfilm werden automatisch wiederaufgefüllt
 
Wasserabweisend: selbstheilende Beschichtung (Foto: pixelio.de, Cornerstone)

Eindhoven (pte016/25.07.2012/13:56) – Forscher der Technischen Universität Eindhoven http://tue.nl haben eine wasserabweisende Beschichtung entwickelt, die Kratzer selbständig reparieren kann. Die schmutzresistenten Eigenschaften bleiben dabei erhalten, wie extremetech.com berichtet. Solange die Schicht nicht vollständig durchstoßen wird, funktioniert die Selbstheilung des Materials. Die Beschichtung besteht aus drei Komponenten: Unter einer wasserabweisenden Schicht befindet sich eine Lage aus Polymeren, darunter liegt ein Reservoir der hydrophoben Substanz, aus dem Schäden bei Bedarf gefüllt werden.

Polymer-Stängel als Geheimnis

Wird die Oberfläche der Beschichtung durch Abnutzung oder Kratzer zerstört, richten sich Stängel-artige Strukturen im Polymer neu aus und stellen die Oberfläche wieder her. Aus dem Reservoir wird anschließend das zur Wiederherstellung des wasserabweisenden Effekts notwendige Material geliefert. Damit kann die Lebensdauer von schmutzabweisenden Beschichtungen deutlich erhöht werden. Die Ergebnisse der niederländischen Forscher wurden im Fachjournal Advanced Materials http://bit.ly/QCIfDE veröffentlicht.

Selbstheilende Beschichtungen stehen schon länger zur Verfügung (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/120406002 ). Dass auch die funktionalen Eigenschaften von speziellen Beschichtungen sich erneuern können, ist ein Novum. Die Forscher hoffen die Technologie längerfristig auch für andere funktionale Beschichtungen verwenden zu können, etwa bei antibakteriellen, antikorrosiven oder ölabweisenden Schutzfilmen. Die Entwicklung aus Eindhoven ist interessant für verschiedene Industriezweige. Autos und Handys, die oberflächliche Kratzer selbst reparieren und noch dazu schmutzabweisend sind, finden sicher Käufer.

Derzeit noch Zukunftsmusik

Straßenlaternen und Solarzellen könnten mit einer entsprechenden Schutzschicht länger sauber und damit effizienter sein. Airlines könnten mit der Beschichtung ihrer Flugzeuge den Luftwiderstand senken und so Treibstoff sparen. Noch ist es allerdings zu früh, um die Schutzfolie für den Handybildschirm in die Tonne zu schmeißen. Die Technologie wird momentan in Zusammenarbeit mit anderen Universitäten und der Industrie von den Forschern aus Eindhoven weiterentwickelt. Erste kommerzielle Produkte sind erst in sechs bis acht Jahren zu erwarten, dafür werden sie angeblich nicht teurer sein als heutige Beschichtungen.

Spinnennetze helfen bei Erdbebenprävention

pte20160909002 Forschung/Technologie, Produkte/Innovationen

Spinnennetze helfen bei Erdbebenprävention

Akustisches Metamaterial dämpft und absorbiert Vibrationen

Spinnennetz: ideale Vorlage für Forscher (Foto: pixelio.de, Johannes Westermann)
Spinnennetz: ideale Vorlage für Forscher (Foto: pixelio.de, Johannes Westermann)

Turin (pte002/09.09.2016/06:05) –

Forscher der Universität Turin http://unito.it haben ein akustisches Metamaterial entwickelt, das von der komplexen
Spinnennetz-Architektur der Seidenspinne inspiriert ist. Das Design
führt zu einer neuen Kategorie von Anwendungen, wie zum Beispiel
erdbebensicheren Brücken und Gebäuden oder Lärmreduktion beziehungsweise
Lärmschutz.

Hohe Heterogenität und Elastizität

"Wir haben entdeckt, dass es die
Spinnennetz-Architektur in Kombination mit der elastischen Spinnenseide
erlaubt, Vibrationen zu dämpfen und zu absorbieren – und zwar in weiten
Frequenzbereichen", erklärt Studienautor Federico Bosia. Die Forscher
konnten auch zeigen, dass das neue Design effizienter ist,
niederfrequente Klänge zu dämpfen. Zusätzlich kann das neue Material
leichter auf unterschiedliche Frequenzen ausgerichtet werden als andere
Klangkontrollmaterialien.

Kombiniert mit der Heterogenität der Spinnenseide
lassen sich neue Anwendungen zur Kontrolle von Vibrationen bauen. Das
Geheimnis der akustischen Vorteile des Spinnennetzes liegt – zumindest
teilweise – in den konzentrischen Kreisen des Spinnennetzes. Diese Netze
hallen bei Vibration mit einer bestimmten Frequenz nach. Mit dem Design
kann man auch vibrationsisolierende und erdbebensichere Brücken bauen.
In kleineren Einheiten könnte ein solches Design auch für
Lärmschutzwände an Straßen und Bahnen Verwendung finden.

Selbststeuernde Autos: China legt nach

Selbststeuernde Autos: China legt nach
Hongqi HQ3 fuhr alleine 283 Kilometer – ohne GPS
 
Hongqi HQ3: Fuhr 283 Kilometer und verzichtete auf GPS (Foto: Hongqi)

Changsha (pte139/12.08.2011/11:15) – Nicht nur an verschiedenen Universitäten im Westen und bei Google wird an der fahrerfreien Zukunft motorisierter Vehikel gearbeitet. Chinas Nationale Universität für Verteidigungstechnologie http://english.nudt.edu.cn zeigte vergangenen Juli in einem eigenen Versuch den Stand der Forschung im einwohnerstärksten Land der Erde. Ein Pkw des Modells HQ3 des Autobauers Hongqi http://faw-hongqi.com.cn navigierte sich selbständig über 283 Kilometer über Autobahnen, ohne dabei auf satellitengestützte Navigation zurückzugreifen.

Kommandozentrum im Kofferraum

"Wir haben nur eine Maximalgeschwindigkeit festgelegt und alles andere dem Auto überlassen", sagte Dai Bin, einer der Mitarbeiter des Projektteams gegenüber China Daily. Der PKW der oberen Mittelklasse benötigte für den Trip zwischen den Provinzhauptstädten Changsha und Wuhan lediglich drei Stunden und 20 Minuten. Das Auto war mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 87 km/h unterwegs und überholte 67 andere Fahrzeuge.

Der Verzicht auf GPS stellte die Funktionstüchtigkeit der anderen Sensoren auf die Probe. Das Fahrzeug war mit Kameras, einem Radar und einem Lasermessgerät ausgestattet. Kontrolliert wurde es von einem Kommandorechner im Kofferraum, der mit essentiellen Daten über die Reiseroute – Spurwechsel, Straßen und Geschwindigkeitsbegrenzungen – gefüttert war.

Geringe Reaktionszeit

Auf der Reise musste das Auto auf verschiedenste Einflüsse und Gefahren reagieren. "Es gab Nebel und Gewitterschauer auf der komplexen Route, teilweise waren die Spuren schlecht markiert", schildert Bin. Menschliche Autofahrer waren wegen plötzlicher Spurwechsel ebenfalls eine Bedrohung. Das System des Hongqi HQ3 ist jedoch in der Lage, innerhalb von 40 Millisekunden auf derartige Ereignisse zu reagieren, erklärt der Wissenschafter. Menschen würden im Schnitt rund eine halbe Sekunde, also mehr als die zehnfache Zeitspanne, benötigen.

He Hangen, ebenfalls ein Mitglied des Forscherteams, zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Resultat des Testlaufs. "Die Forschung an fahrerlosen Autos hat in China erst spät begonnen, doch einige Technologien sind bereits auf dem Niveau internationaler Standards."

Dehnbare Silizium-Chips für flexible Elektronik

Anwendungen in der Biomedizin als Forschungsschwerpunkt

Biegsamer Silizium-Chip (Foto: John Rogers)
 
Champaign (pte/29.03.2008/06:15) – Forscher haben erstmals einen flexiblen Chip auf Silizium-Basis entwickelt. Er kann in komplexe Formen, etwa die einer Sphäre oder jene von Körperteilen, gebracht werden und erleidet auch bei starker Verformung keine Leistungsverluste. "Die Annahme, dass Silizium nicht für solche Anwendungen geeignet ist, weil es inhärent zu brüchig und steif ist, ist verworfen worden", erklärt der an der Entwicklung beteiligte Professor der University of Illinois at Urbana-Champaign (UIUC) http://www.uiuc.edu John Rogers. Damit öffnen sich der langjährig bewährten Silizium-Elektronik neue Anwendungsmöglichkeiten.

Die Forscher haben sich bei der Entwicklung daran orientiert, dass dünnere Materialien in der Regel auch flexibler sind und haben die Gesamtdicke ihres Chips auf 1,5 Mikrometer gedrückt. Das ist allerdings nicht der ganze Trick. "Wir haben herausgefunden, wie wir hochwertige Elektronik von den üblichen, steifen, brüchigen Halbleiter-Wafers trennen und sie mit weichem Gummi verbinden", erklärt Rogers gegenüber pressetext. Das Silizium wird dabei auf einen deformierten Gummi-Träger aufgebracht, der danach wieder entspannt wird. Das Ergebnis sind Schaltkreise mit einer Art Wellenstruktur, die voll reversibel gedehnt oder komprimiert werden können. Die Leistung ist dabei mit jener von klassischer Silizium-Chips vergleichbar, was einen Vorteil gegenüber flexibler Elektronik auf Basis organischer Halbleiter darstellt.

"Die Anwendungen, die uns am spannendsten erscheinen, liegen im biomedizinischen Bereich", so Rogers. Genau hier galt Silizium-Elektronik bisher als wenig attraktiv, da die Schaltkreise rigide waren. Das Team lege mit seinen Forschungsbemühungen den Schwerpunkt auf diesen Bereich. Ein Beispiel ist eine Zusammenarbeit mit Brian Litt an der University of Pennsylvania http://www.upenn.edu im Bereich der Diagnose und Therapie bei Epilepsie. "Wir arbeiten an dehnbaren Platten mit Sensoren und Elektronik, die direkt an der Oberfläche des Gehirns eines Epilepsiepatienten integriert werden können", erklärt Rogers. Ziel ist es, durch Beobachtung der Gehirntätigkeit epileptische Anfälle vorhersagen und durch elektrische Stimuli sogar verhindern zu können. Zwar sei das noch nicht gelungen, doch seien bereits erste Prototypen der entsprechenden Schaltkreise entstanden.

Die aktuelle Forschungsarbeit wurde vom Journal Science http://www.sciencemag.org in dieser Woche online veröffentlicht und baut auf einer rund zwei Jahre alten Arbeit auf. Gemeinsam mit noch zu veröffentlichen Forschungsergebnissen bildet es "eine Roadmap, um beinahe jede mechanische Charakteristik in Schaltkreisen von beinahe beliebiger Komplexität zu erreichen", so Rogers. Er rechnet damit, dass es in drei bis fünf Jahren erste kommerzielle Anwendungen der dehnbaren Elektronik geben wird. "Ich denke, dass das biomedizinische Geräte für die Prothetik, das Monitoring oder die Therapie sein werden", meint der Wissenschaftler.

Norderney – Glühbirnenfrei

Nordseeinsel auf dem Weg zur ersten deutschen Insel ohne Glühbirnen

Die ostfriesische Nordseeinsel Norderney hat heute das Ziel angekündigt, bis zum Jahresende die erste Insel Deutschlands zu werden, die umfassend auf Glühbirnen verzichtet. Durch anschauliche Informationen über Alternativprodukte zur Glühbirne und zu Einsparmöglichkeiten bei der Beleuchtung sollen für die Norderneyer Haushalte Anreize geschaffen werden, möglichst zügig auf effizientere Leuchtmittel umzusteigen.

„Norderney ist bereits heute Vorreiter wenn es darum geht, Ressourcen zu schonen und das Leben von Mensch und Umwelt in Einklang zu bringen. Durch ‚Norderney-Glühbirnenfrei’ wollen wir unsere Mitbürger motivieren, einen weiteren Beitrag zur Schonung der Umwelt zu leisten und damit das grüne Image der Insel weiter zu fördern“, so Norderneys Bürgermeister Ludwig Salverius. „Die gute Nachricht dabei ist, dass dieser Umweltbeitrag sich für unsere Bürger auch finanziell rechnet, denn wer auf energiesparende Lampen umrüstet, spart letztendlich bei der Stromrechnung Kosten ein.“

Symbol für den jetzt erfolgten Start der Aktionsmonate ist die Illumination des historischen Wasserturms von Norderney. Seit gestern Abend wird er durch – höchst energieeffiziente – Philips LED-Strahler nachts grün angeleuchtet. Nach erfolgter Beleuchtungsumstellung der Haushalte wird voraussichtlich im kommenden Winter zu blau, der Farbe der Insel, gewechselt.

Im weiteren Verlauf des Jahres wird das glühbirnenfreie Ziel regelmäßig auf die Tagesordnung gebracht. Ständige Informationsmöglichkeiten und Informations­veranstaltungen, bei denen Glühbirnenalternativen direkt demonstriert werden, stehen dabei auf dem Programm. Ergänzt werden diese Veranstaltungen durch symbolträchtige energieeffiziente Lichtumrüstungen einzelner Bauwerke.

Unterstützung bei seinem Energiesparziel erhält Norderney von verschiedenen Seiten: Das lokale Elektrohandwerk steht bereit, um Privathaushalte und Gewerbetreibende über energieeffiziente Beleuchtung zu beraten, der lokale Energie- und Wasserversorger Wirtschaftsbetriebe Norderney bietet ebenfalls Informationen und Produktdemonstra­tionen. Der Elektrogroßhändler Sonepar und Philips liefern vergünstigte Energiespar­lampen nach Norderney und das Inselmarketing Staatsbad Norderney unterstützt bei der Kommunikation.

„Wir freuen uns sehr, dass wir auf Norderney die Gelegenheit haben anschaulich zu demonstrieren, wie einfach der Wechsel zu energieeffizienter Beleuchtung ist. Außerdem wollen wir deutlich machen, dass es verschiedene qualitativ hochwertige Alternativen zur veralteten Glühbirne gibt. Neben der Energiesparlampe sind es Halogen- und LED-Lösungen mit denen wir zeigen, dass der Wechsel keinen Verzicht, sondern einen Gewinn an Qualität bei gleichzeitiger Einsparung von Ressourcen und auch Stromkosten bedeutet“, so Robert Pfarrwaller, Geschäftsführer der Philips GmbH.

Insgesamt wird kalkuliert, dass die Norderneyer nach erfolgter Umrüstung jährlich mehr als 150.000 Euro Stromkosten sparen. Pro Haushalt liegt die Kostenentlastung bei der Stromrechnung bei kalkulierten 40 Euro pro Jahr.

„Wir appellieren bei unseren Norderneyer Mitbürgern also nicht nur an ihr ‚grünes Gewissen’ und ihren Inselstolz, wenn wir sie motivieren wollen, Norderney zur ersten glühbirnenfreien Insel zu machen. Gleichzeitig zeigen wir ihnen konkrete Sparmöglich­keiten auf“, so Bürgermeister Ludwig Salverius.

 

Unterschätzte Einzeller

Unterschätzte Einzeller: Archaeen
können
menschliches Immunsystem beeinflussen

Viren, Bakterien und Protozoen (Urtierchen) sind die Organismen,
die mit
dem Immunsystem des Menschen interagieren. Nach neuesten Erkenntnissen
von
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der
Christian-Albrechts-Universität zu
Kiel (CAU) und des Forschungszentrums Borstel gehören in diese Reihe von
nun an
auch die bisher oft unterschätzten Einzeller, genannt Archaeen. In der
heute
(Dienstag, 10. Juni) erschienenen online-Ausgabe der Fachzeitschrift
PLOS ONE
wird gezeigt, dass auch natürlich im Darm vorkommende archaeelle Stämme
an
Entzündungsreaktionen beteiligt sein können.   
Archaeen bilden neben den Bakterien und den Eukaryoten (Organismen
mit
Zellkern) die dritte Domäne des Lebens. Sie sind einzellig und besitzen
ebenso
wie Bakterien keinen Zellkern. Bei essentiellen zellulären Prozessen
ähneln sie
aber eher den Eukaryoten. Daneben weisen Archaeen auch einzigartige
Eigenschaften auf: Der sehr diverse Aufbau ihrer Zellhülle findet sich
beispielsweise in keiner anderen Domäne wieder und erlaubt es diesen
Organismen,
nahezu jeden Lebensraum zu besiedeln. Obwohl lange angenommen wurde,
dass
Archaeen lediglich an Standorten mit extremen Milieubedingungen
vorkommen, weiß
man heute, dass sie überall verbreitet sind und zum Beispiel auch als
Bestandteil der normalen Mikrobiota des Menschen nachgewiesen werden.
Hier
besiedeln sie unter anderem die Haut und den Darm, ohne dass bislang
tiefere
Einblicke in ihre Interaktion mit dem menschlichen Epithel erzielt
wurden.
Professorin Ruth Schmitz-Streit und Dr. Corinna Bang vom Institut
für
Allgemeine Mikrobiologie der CAU sowie Professor Holger Heine aus der
Forschungsgruppe „Angeborene Immunität“ vom Forschungszentrum Borstel
haben es
sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Interaktion dieser Mikroorganismen
mit dem
Immunsystem des Menschen zu entschlüsseln. In einer von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie untersuchten sie die
zwei
archaeellen Stämme Methanobrevibacter smithii und Methanosphaera
stadtmanae.
„Hierfür haben wir menschliche Immunzellen aus der Darmschleimhaut
und
Blutzellen mit den zwei archaeellen Stämmen im Labor zusammen inkubiert
und dann
die Reaktionen in Form von Ausschüttung verschiedener
Entzündungsmediatoren wie
beispielsweise Zytokinen und antimikrobiellen Peptiden untersucht“,
erklärt
Bang, wissenschaftliche Mitarbeiterin im CAU-Institut und Erstautorin
der
Publikation, die Vorgehensweise des Teams. „Die Ergebnisse dieser
Versuche
weisen eindeutig darauf hin, dass Archaeen ähnlich wie Bakterien
spezifisch vom
menschlichen Immunsystem erkannt werden und mit Komponenten des
Immunsystems
interagieren“, so Bang weiter. Außerdem würden die Ergebnisse nahelegen,
dass
die beiden Archaeen-Stämme unterschiedliche Reaktionen des menschlichen

Immunsystems auslösen. „Der Stamm M. smithii, welcher in einer früheren
Studie
in Stuhlproben nahezu aller getesteten Personen gefunden wurde, hat nur
zu einer
geringen Immunantwort geführt. Dagegen löste eine Stimulation mit dem
seltener
vorkommenden Stamm M. stadtmanae die Ausschüttung äußerst hoher Mengen
entzündungsfördernder Zytokine aus“, ergänzt Schmitz-Streit. Aus diesen

Ergebnissen schließen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass
der
Stamm M. smithii sehr wahrscheinlich ein kommensaler Mikroorganismus
(miternährend, Gegenteil: parasitär) ist, während der Stamm M.
stadtmanae das
Potenzial haben könnte, entzündliche Prozesse im Darm zu fördern. 

Seit vor wenigen Jahren gezeigt wurde, dass die mikrobielle
Besiedlung
essentiell für den menschlichen Gesundheitszustand ist, bildet die
Erforschung
der Interaktion von Mikroorganismen und dem menschlichen Immunsystem
einen der
wichtigsten Forschungsschwerpunkte in den
Naturwissenschaften/Lebenswissenschaften. Dabei steht oft die Frage im
Mittelpunkt, wie kommensale Mikroorganismen dazu beitragen, das
Immungleichgewicht des Menschen zu erhalten und wie eine gestörte
Mikroflora zur
Entstehung von Allergien und entzündlichen Erkrankungen des Darmes
führen kann.
„Bei diesen Untersuchungen fanden Archaeen bislang jedoch wenig bis
keinerlei
Beachtung. Unsere Studie zeigt nun, dass diese Organismen wie Bakterien
mit dem
menschlichen Immunsystem interagieren. Die weiterführende Erforschung
dieser
Interaktion könnte deshalb für die Prävention und vielleicht auch für
die
Behandlung von Autoimmun- und chronisch-entzündlichen Erkrankungen des
Darms
eine bedeutende Rolle einnehmen“, ordnet Professor Holger Heine die
Entdeckung
ein.   
Als nächstes will das Team seine Ergebnisse überprüfen, um den
Zusammenhang
zwischen Archaeen und pathogenen Reaktionen zu belegen. Hierfür werden
sie
beispielsweise Zellproben aus dem Darm von kranken und gesunden Menschen

vergleichen. Außerdem soll untersucht werden, durch welchen Rezeptor die

Archaeen durch zum Beispiel Blutzellen erkannt werden. „Es gibt also
noch viel
zu entdecken“, so Schmitz-Streit.  

Originalpublikation:
Bang, C., Weidenbach,
K.,
Gutsmann, T., Heine, H., and Schmitz, R.A. (2014).
The intestinal
archaea
Methanosphaera stadtmanae and Methanobrevibacter
smithii activate
human
dendritic cells. PLOS ONE.
doi: 10.1371/journal.pone.0099411.

Hormontherapie häufig nicht gerechtfertigt

Aktuelle Studienergebnisse beim Psychosomatik-Kongress

Wechseljahre: Hormontherapie häufig nicht gerechtfertigt

Berlin
– Die Wechseljahre der Frau gelten als Ursache zahlreicher körperlicher
und psychischer Beschwerden, gegen die in vielen Fällen eine
Hormontherapie verschrieben wird. Wissenschaftler haben nun jedoch
herausgefunden, dass lediglich Hitzewallungen typisch für die
hormonellen Umstellungen vor und nach der Menopause sind. Sie fordern
deshalb, den Einsatz der Hormontherapie kritischer und individualisiert
zu gestalten. Detaillierte Ergebnisse stellen Experten auf der
Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Kongresses für Psychosomatische
Medizin und Psychotherapie vor, die am 26. März 2015 in Berlin
stattfindet.

Die
Liste der körperlichen und psychischen Beschwerden, die mit den
Wechseljahren in Verbindung gebracht werden, ist lang. Sie reicht von
Hitzewallungen, Muskel- und Gelenkschmerzen über Schlafstörungen,
Stimmungsschwankungen, Ängstlich- und Vergesslichkeit bis hin zu
Trockenheit der Scheide und dem Nachlassen sexueller Lust. „Diese
Symptome werden mit dem sinkenden Östrogenspiegel erklärt und deshalb
häufig mit einer Hormontherapie behandelt, die aber zu unerwünschten
Nebenwirkungen, etwa einem höheren Brustkrebsrisiko, führen kann“, sagt
Professor Dr. med. Kerstin Weidner, Direktorin der Klinik und Poliklinik
für Psychotherapie und Psychosomatik der Uniklinik Dresden. Ein
Forscherteam unter ihrer Leitung hat in einer umfangreichen Studie
untersucht, welche Beschwerden tatsächlich auf die hormonellen
Veränderungen in den Jahren vor und nach der Menopause zurückzuführen
sind.

Das
Team hat dazu im vergangenen Jahr rund 1400 Frauen im Alter von 14 bis
95 Jahren und rund 1200 Männer befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass
körperliche Beschwerden sowohl unter den Frauen als auch unter den
Männern mit steigendem Alter zunehmen. Typisch für die Wechseljahre sind
bei den Frauen lediglich Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Keine
alterstypischen Zusammenhänge fanden die Forscher bei den psychischen
Symptomen. Deren Auftreten hänge vielmehr mit Faktoren wie
Selbstwirksamkeit, Bildungsabschluss, Einkommen, Partnerschaft und
Berufstätigkeit zusammen.

„Die
Wechseljahre sind immer mit zahlreichen Beschwerden in Verbindung
gebracht worden, was durch unsere Ergebnisse in Frage gestellt werden
muss“, sagt Weidner. „Eine allgemeine Deutung dieser Phase als krankhaft
und eine vorschnelle Zuschreibung der Symptome muss in jedem Fall
unterbleiben.“ Nur bei schweren Beeinträchtigungen, gegen die
Verhaltensänderungen nicht helfen – zum Beispiel das Tragen von
Schichtenkleidung bei Hitzewallungen – sei eine zeitlich begrenzte
Hormontherapie gerechtfertigt. „Letztendlich handelt es sich bei den
Wechseljahren im psychosomatischen Sinne um eine typische
Schwellensituation mit körperlichen, psychischen und sozialen
Veränderungen“, so Weidner.

„Einmal
mehr zeigen uns diese Ergebnisse, das medikamentöse Therapien als
Monotherapie leider häufig nicht Teil eines Gesamtbehandlungsplans sind
und häufig vorschnell zum Einsatz kommen“, ergänzt Kongresspräsident
Professor Dr. med. Stephan Zipfel, Ärztlicher Direktor der Abteilung
Innere Medizin VI, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am
Universitätsklinikum Tübingen. Körperliche Beschwerden resultierten
häufig aus zahlreichen Einflüssen, denen Patienten alternativ auch mit
integrativen, psychosomatischen Behandlungsansätzen begegnen könnten.

Die
detaillierten Ergebnisse der Studie stellt Weidner auf der
Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Kongresses für Psychosomatische
Medizin und Psychotherapie am 26. März 2015 in Berlin vor.

Roboter der Zukunft mit Urin angetrieben

Roboter der Zukunft mit Urin angetrieben
Künstliches Herz wandelt Harn in elektrische Energie um
 
Verkabelter Urin-Tank: Sprit für Roboter der Zukunft (Foto: brl.ac.uk)

Bristol (pte022/08.11.2013/13:15) – Ein neues Gerät soll menschliche Ausscheidungen in die Motorräume selbsterhaltender Roboter pumpen und somit deren Energieversorgung sicherstellen. Forscher der Bristol Robotics Laboratory http://brl.ac.uk haben die Apparatur dem menschlichen Herzen nachempfunden. Sie könnte dafür verwendet werden, die nächste Öko-Robotergeneration mit menschlichem Urin zu versorgen, die diese dann in elektrische Energie umwandelt.

Mikrobielle Brennstoffzellen genutzt

Bereits vier Generationen von Öko-Robotern haben die Wissenschaftler in den vergangenen zehn Jahren entwickelt, wobei jede einzelne Generation mikrobielle Brennstoffzellen, welche mit Hilfe von Mikroorganismen organische Substanzen verarbeiten, zur Energiegewinnung nutzt. In der Zukunft könnten solche Öko-Roboter in Gebieten hoher Verschmutzung oder hoher Gefahren eingesetzt werden. Ziel es es, dass nur geringe menschliche Instandhaltungsarbeiten vonnöten sind.

Roboter mit Urin als Treibstoff könnten Überwachungs- und Kontrolldienste leisten. Dazu gehören Temperatur-, Feuchtigkeits- und Luftqualitätsmessung. Gemeinsam können dabei mehrere solcher Roboter als Sensorennetzwerk fungieren, meint Peter Walters, einer der Forscher an dem Projekt. "In den Städten könnte man den Urin aus den öffentlichen Pissoirs gewinnen, auf dem Land wiederum aus den Schmutzwässern der Farmen", meint der Entwickler.

Künstliche Muskelfasern als Pumpe

Derzeit werden konventionelle Motorenpumpen verwendet, um die Brennstoffzellen der Roboter mit den notwendigen Abfällen zu beliefern. Jedoch sind diese anfällig für mechanisches Gebrechen. Die neue Gerätegeneration hingegen arbeitet ähnlich wie das menschliche Herz. Sie komprimiert den Körper der Pumpe und drängt dabei die Flüssigkeit nach außen. Dazu wurden intelligente Werkstoffe als künstliche Muskelfasern verwendet, die selbstständig und ohne Regelung von außen auf verändernde Umweltbedingungen reagieren.

Im Versuch konnte der urinbetriebene Roboter genug Energie generieren, um einen Kondensator aufzufüllen, der dann verwendet werden konnte, um einen neuerlichen Pumpzyklus des künstlichen Herzens zu beginnen. "Der künstliche Herzschlag ist mechanisch simpler als eine konventionell angetriebene Elektromotorpumpe mit dem Vorteil, dass wir künstliche Muskelfasern und keinen Elektromotor, der viel komplizierter im Aufbau ist, verwenden um, den Pumpvorgang zu ermöglichen", stellt Walters klar.