Archiv der Kategorie: Klassische Medizin

Einnässen bei Kindern wirksam behandeln

Einnässen bei Kindern wirksam behandeln

Teilnahme am sozialen Leben ist Therapieziel

Tübingen � Einnässen, häufig wiederkehrende Harnwegsinfekte oder ein nicht wahrgenommener Harndrang bei Kindern können Hinweise auf Fehlbildungen und Tumore des unteren Harntrakts sein. Auch wenn diese Erkrankungen eher selten sind, müssen Ärzte gezielt nach den Ursachen suchen, wenn gängige Therapien nicht wirken. Denn der Therapieerfolg von kindlichem Blasen- und Prostatakrebs etwa hat sich in den letzten Jahren vervierfacht. Darauf weist der Tübinger Kinderchirurg Privatdozent Dr. med. Philipp Szavay im Vorfeld des 9. Symposiums der Arbeitsgemeinschaft Urologie der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) hin. Die Experten tagen vom 15. bis 17. November 2012 in Tübingen und diskutieren neue Therapien bei Fehlbildungen und Tumoren des unteren Harntrakts bei Kindern.< o:p>< /span>

Bei Kindern und Jugendlichen ist Harninkontinenz mit über 600 000 Fällen im Jahr das häufigste urologische Problem. Die Ursachen liegen meist in funktionellen oder psychischen Störungen begründet. Doch auch organische Leiden können dazu führen: angeborener, sogenannter embryonaler Blasen- und Prostatakrebs, Fehlbildungen von Harnröhre, Blase und Enddarm, Verletzungen sowie der �offene Rücken� haben häufig Fehlfunktionen der Blase wie Inkontinenz und andere Entleerungsstörungen zur Folge. Mitunter bleibt auch Restharn in der Blase und der Urin staut sich bis in die Niere. Die betroffenen Kinder nässen ein, ihre Harnwege sind dauerhaft entzündet und mitunter verlieren sogar die Nieren ihre lebenswichtige Funktion. �Oft sind die Patienten aufgrund ihrer Beeinträchtigungen auch aus ihrem Freu ndeskreis ausgeschlossen, ihr Selbstwertgefühl ist stark gemindert�, erläutert Dr. Szavay, Vorstandsmitglied der DGKCH. Deshalb verfolge die moderne Kinderurologie mit ihren Behandlungskonzepten vorrangig das Ziel, dass Kinder am altersentsprechenden, sozialen Leben teilhaben können: �Der Erhalt, die Erlangung oder Wiederherstellung einer sozialen Kontinenz, das heißt einer kontrollierten Entleerung von Stuhl und Urin, stehen bei uns im Vordergrund�, führt der leitende Oberarzt und Stellvertreter des Ärztlichen Direktors der Abteilung für Kinderchirurgie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Tübingen aus. Zentral seien auch der Schutz der Nierenfunktion und das Vermeiden, beziehungsweise gezielte Behandeln von Infekten.

Mit modernen Verfahren können Kinderchirurgen heute viele n Patienten helfen. So nutzen sie körpereigenes Gewebe aus dem Darm, um Blasen zu modellieren, Abflusskanäle neu anzulegen und um den gefährlichen Rückstau von Harn in die Niere verhindern. Bei vielen Patienten lässt sich dadurch das Einnässen vollständig verhindern. �In den letzten Jahrzehnten haben wir erhebliche Fortschritte bei diesen Therapien erzielt�, sagt Dr. Szavay. Auch eine Nierenersatz-Therapie, eine Dialyse, sei heute viel seltener nötig. Und bei embryonalen Blasen- und Prostata-Tumoren wie dem Rhabdomyosarkom könnten mittlerweile 60�70 Prozent der Harnblase erhalten und die Überlebensrate von 20 auf heute etwa 80 Prozent angehoben werden.

Nationalakademie richtet Empfehlungen an den G8-Gipfel

Nationalakademie Leopoldina richtet Empfehlungen an den G8-Gipfel in Lough Erne

Resistente Erreger und nachhaltige Entwicklung – diesen Themen sollen die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen in Zukunft ihre Aufmerksamkeit widmen. Dies empfiehlt die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina gemeinsam mit den nationalen Wissenschaftsakademien der G8-Staaten und fünf weiteren Wissenschaftsakademien vor dem G8-Gipfeltreffen. Die Stellungnahmen werden den beteiligten Regierungen vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs am 17. und 18. Juni im nordirischen Lough Erne übergeben, um in deren Verhandlungen einfließen zu können.

Krankheitserreger, die gegen Medikamente resistent sind, stellen eine der größten Gefahren für die Gesundheit der Weltbevölkerung dar, so die Stellungnahme „Drug Resistance in Infectious Agents – A Global Threat to Humanity”. Immer häufiger würden Patienten mit resistenten Erregern infiziert, immer häufiger blieben die gängigen Medikamente zur Behandlung, beispielsweise Antibiotika, wirkungslos. Auch die Bedrohung durch multiresistente Krankenhauskeime nehme zu, warnen die Akademien. „Die Entwicklung von Medikamenten gegen Infektionskrankheiten ist eine der größten Errungenschaften der modernen Medizin. Damit auch künftige Generationen davon profitieren können, müssen wir das Problem der Resistenzen dringend angehen“, sagt Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Leopoldina. „Die Entwicklung neuer Medikamente gelingt nicht von heute auf morgen. Aber es gibt schon jetzt eine steigende Zahl von Patienten, die mit resistenten Erregern infiziert sind und denen nicht mehr geholfen werden kann. Das ist eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft, deshalb gehört das Thema auf die Tagesordnung der Politik“, so Hacker.

Damit bereits existierende und künftig entwickelte Medikamente länger wirksam bleiben, sei ein durchdachter Umgang mit ihnen notwendig, der in Richtlinien der Mitgliedsstaaten definiert werden sollte, empfehlen die Akademien. Wichtige Maßnahmen seien etwa

·         eine verantwortungsvollere Verschreibungspraxis in der Humanmedizin

·         ein geringerer Einsatz von Antibiotika und anderen Medikamenten in der Tierhaltung

·         Anreize für Pharma-Unternehmen, um neue Medikamente gegen Infektionskrankheiten, insbesondere neue Antibiotika, zu entwickeln

·         Aufklärungs- und Weiterbildungsprogramme

·         ein globales Kontrollsystem, um die Ausbreitung resistenter Mikroorganismen zu verhindern

In der Stellungnahme „Driving Sustainable Development: the Role of Science, Technology and Innovation“ zeigen die Akademien auf, welchen Beitrag Wissenschaft und Forschung für eine nachhaltige Entwicklung leisten können. Viele der drängenden globalen Herausforderungen seien nur zu bewältigen, wenn systematisch vorgegangen und die internationale Wissenschaftsgemeinschaft in die Prozesse einbezogen werde. Das gelte beispielsweise für die Bevölkerungsentwicklung, die nachhaltige Nutzung von Ressourcen sowie die Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Energie. Wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung sei die Alphabetisierung. Diese müsse weltweit vorangetrieben werden, empfehlen die Akademien. Zur Alphabetisierung gehöre auch das Vermitteln wissenschaftlicher Zusammenhänge, beispielsweise hinsichtlich der Ernährung oder Gesundheitsvorsorge.

Die nationalen Akademien der G8-Staaten – Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Russland, Großbritannien und die USA – erarbeiten seit 2005 jedes Jahr gemeinsame wissenschaftsbasierte Stellungnahmen zu globalen, gesellschaftsrelevanten Themen, die die Regierungen bei ihren Verhandlungen während des G8-Gipfels unterstützen sollen. Die diesjährigen Empfehlungen wurden bei einer Konferenz der Akademienvertreter vom 7. bis 9. März in Neu-Delhi vorbereitet. Neben den G8-Wissenschaftsakademien sind daran auch die Akademien der Schwellenländer Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika beteiligt. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina repräsentiert in diesem Kreise der Wissenschaftsakademien die deutsche Wissenschaft.

Einsichten in die Welt der Naturwissenschaft

Faszinierende Einsichten in die Welt der
Naturwissenschaft
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät lädt
zum Tag der offenen Tür
Leben im Weltall oder neue Krebstherapien? – am
Mittwoch, 5. Juni, bietet die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) Einblicke in die Vielfalt ihrer
Fachgebiete. Acht Sektionen von  Biologie über Mathematik bis zur Physik
laden zu spannenden Vorträgen und Experimenten sowie Rundgängen hinter den
Kulissen in normalerweise für die Öffentlichkeit verschlossene Labore ein.
Bereits ab 10 Uhr kann man sich im Biologiezentrum
über „Transgene Modellorganismen in der Forschung“ informieren oder im Institut
für Ur- und Frühgeschichte an einer Führung durch das Archäozoologie-Labor
teilnehmen. Wem morgens eher der Sinn nach Geowissenschaften steht, findet im
Geologischen und Mineralogischen Museum einen Seismometer-Aufbau.
Im Hörsaal
Geographie gibt es um 11 Uhr den Kurzvortrag „Auf den Spuren von Robinson
Crusoe“ gefolgt von der „Mathematik des Zufalls“ im Steinitz-Hörsaal des
Mathematischen Seminars.
Die Mittagspause muss dann leider ausfallen, um
entweder an einer Führung durch den Arzneipflanzengarten im Pharmazeutischen
Institut oder durch ein Labor des Physikzentrums teilzunehmen. Dort geht es zum
Beispiel um Plasmatechnologie, Rastertunnelmikroskopie oder Röntgenstreuung.
Im Zoologische Museum dreht sich zu jeder vollen
Stunde alles um die „Vielfalt und Schönheit von Käfern“, und das Schülerlabor
„Kieler Forschungswerkstatt“ zeigt Videos, Demonstrations- und Mitmachversuche
zu den Themen Ozean, Energie und Nanowissenschaften. 
„Der Tag der offenen Tür soll allen Interessierten
einen Eindruck von der Breite der Arbeitsrichtungen in unserer Fakultät geben.
Machen Sie sich auf den Weg und erkunden Sie selbst die Faszination unserer
Forschungsfelder!“, lädt Professor Wolfgang J. Duschl, Dekan der
Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, herzlich ein.
Alle Neugierigen von 0 bis 100+ Jahren sind
willkommen. Bei einigen Veranstaltungspunkten wird um Anmeldung gebeten. Das
ausführliche Programm sowie aktuelle Hinweise stehen online unter www.50jahre-mnf.de (Tag der offenen Tür).
Die Vorträge zum „Leben im Weltall“ und „Neuen Krebstherapien“ finden übrigens
im Physikzentrum beziehungsweise im Pharmazeutischen Institut statt, jeweils um
11:15 Uhr. Treffen Sie Ihre Wahl!
Die Mathematik und die Naturwissenschaften sind
seit der Gründung der Christian-Albrechts-Universität im Jahr 1665 ein
unverzichtbarer Teil von Forschung und Lehre in Kiel. Traditionell waren sie der
Philosophischen Fakultät zugeordnet. Im Jahr 1963 entwuchsen die Fachbereiche
endgültig ihren philosophischen Ursprüngen, es entstand eine eigene
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät. Ihre Gründung vor 50 Jahren feiert
die Fakultät in diesem Jahr mit zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen unter
dem Motto „Wissen schafft Zukunft“.

Das Wichtigste in Kürze:
Was? Tag der offenen
Tür
Wann? 5.6.2013, 10 bis 14 Uhr
Wo? Campus der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, diverse Adressen siehe Programm unter www.50jahre-mnf.de (Tag der offenen
Tür)

Gelbwurzel löscht traumatische Erinnerungen aus

pte20150121003 Kultur/Lifestyle, Medizin/Wellness

Gelbwurzel löscht traumatische Erinnerungen aus

Gelb-oranger Farbstoff verhindert Festigung schlechter Erfahrungen

(pte003/21.01.2015/06:15) – Der in der Kurkuma-Wurzel enthaltene
Farbstoff Kurkumin kann traumatische Erinnerungen ausradieren. Dies geht
aus einer Analyse von Forschern der City University of New York http://cuny.edu hervor. Die Wissenschaftler hoffen, mithilfe dieser Erkenntnisse einen
Beitrag zur Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von psychischen
Erkrankungen wie einer posttraumatischen Belastungsstörung zu leisten.

Frieren als Indiz für Angst

Der gelb-orange Farbstoff löscht nicht nur bereits existierende
traumatische Erinnerungen aus, sondern verhindert auch, dass neue im
Gehirn abgespeichert werden. Die Forscher trainierten Ratten an, bei
einem bestimmten Geräusch Angst zu haben. Dabei gingen die
Wissenschaftler davon aus, dass jene Ratten, die sich erschrecken,
frieren.

Wenige Stunden später wurde das gleiche Signal einer Gruppe von Ratten
vorgespielt, die gewöhnliche Nahrung bekamen. Das Ergebnis: Diese froren
ebenfalls. Die anderen Tiere, die stattdessen eine kurkuminreiche Kost
zu sich nahmen, froren nicht. Auf Basis dieser Resultate kamen die
Forscher zu dem Schluss, dass der Farbstoff die schlechten Erinnerungen
beseitigt haben muss.

Destabilisierungs-Fenster genutzt

"Diese Studie zeigt, dass Menschen, die von einer posttraumatischen
Belastungsstörung oder einer anderen psychischen Erkrankung betroffen
sind, die mit angstvollen Erinnerungen verbunden ist, von einer
kurkuminreichen Ernährung erheblich profitieren können", erkläutert
Studienleiter Glenn Schafe. Wenn bereits gefestigte Erinnerungen
abgerufen werden, destabilisieren sich diese vorübergehend im Gehirn.

"Passiert nichts, so werden die destabilisierten schlechten Erinnerungen
ins Langzeitgedächtnis übertragen. Mit anderen Worten formuliert: Diese
stabilisieren sich dauerhaft", schildert Schafe. "Wir haben gelernt,
dass wir während dieser Destabilisierungs-Phase in das Gehirn eindringen
können, um die langfristige Festigung der traumatischen Erinnerungen zu
verhindern", resümiert der Professor. Dafür käme der Farbstoff Kurkumin
zum Einsatz.

Mammografie-Screening: Nicht drängen lassen

Mammografie-Screening

Nicht drängen lassen

Stiftung Warentest: Frauen
werden von ihren Ärzten nicht genügend über die Risiken des
Mammografie-Screenings aufgeklärt und bekommen von ihnen häufig eine
einseitige Empfehlung für diese Reihenuntersuchung. Zu diesem Ergebnis
kommt die Stiftung Warentest nach stichprobenartigen Beratungen bei
Frauenärzten. Die Stiftung rät Frauen deshalb, sich nicht drängen zu
lassen, sondern nach einer individuellen Beratung die Vor- und Nachteile
für sich abzuwägen.

Der geringen Chance, seltener an Brustkrebs zu versterben, steht das
höhere Risiko von Überdiagnosen und falsch-positiven Befunden gegenüber.
Darüber erfuhren die Testerinnen in den Beratungsgesprächen aber kaum
etwas. Über Risiken schwiegen sich die Ärzte nahezu gänzlich aus. Frauen
wird so das Gefühl vermittelt, die Nicht-Teilnahme sei die falsche
Entscheidung.

Ein eindeutiges Für und Wider gibt es aber nicht. Wie jede medizinische
Maßnahme zur Früherkennung hat auch das Mammografie-Screening Vor- und
Nachteile. Die Stiftung Warentest bewertet die Reihenuntersuchung
aufgrund des Nutzen-Risiko-Verhältnisses als mit Einschränkung geeignet.
Nach den Qualitätsansprüchen des Screening Programms sollten alle
Frauen zumindest schriftlich dieselben Basisinformationen erhalten. So
ist es aber nicht. Die Frauen erhielten verschiedene Einladungsschreiben
und zum Teil angsteinflößende Informationsmaterialien, die zur
Teilnahme drängten. Gute Aufklärung ist also nicht Standard, wie der
Test zeigt.

Der ausführliche Test mit Tipps für ein ausgewogenes Beratungsgespräch ist unter www.test.de abrufbar.

Eisendüngung im Südpolarmeer

Durch Eisendüngung im Südpolarmeer könnte weniger Kohlendioxid in der Tiefsee gespeichert werden als bisher angenommen

Bremerhaven,
10. November 2014. Eine neue Studie zur natürlichen Eisendüngung im
Südpolarmeer zeigt, dass zusätzliches Eisen die Wirksamkeit der
sogenannten biologischen Pumpe, die Kohlendioxid aus den oberen
Wasserschichten in die Tiefsee transportiert, reduziert. Wie ein
internationales Forscherteam um Dr. Ian Salter vom
Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und
Meeresforschung (AWI) herausfand, bedingt die Eisendüngung, dass sich
neben Phytoplankton auch Kalkschalen bildende Meeresbewohner vermehren,
welche sich von den Algen ernähren. Diese Tiere setzen Kohlendioxid
frei, wenn sie ihre Kalkschalen bauen. Wachsen und sterben diese
Lebewesen in einem Meeresgebiet mit einem hohen natürlichen
Eiseneintrag, werden dort bis zu 30 Prozent weniger Kohlendioxid in die
Tiefsee verfrachtet als bisher angenommen. Ein wichtiger Effekt: Wird er
ignoriert, hieße das, man überschätzt, wie viel Kohlendioxid der Ozean
bei Eisendüngung speichern kann. Die Studie erscheint heute im
Fachmagazin nature geoscience.

Zwischen dem Ozean und der
Atmosphäre herrscht ein reger Austausch des Treibhausgases Kohlendioxid.
Eine wichtige Rolle spielt hierbei das Phytoplankton, denn die Algen
entziehen den oberen Wasserschichten Kohlendioxid. Stirbt das
Phytoplankton, kann es bis auf den Meeresgrund sinken und dort einen
Teil des Treibhausgases ablagern, den es zuvor durch Photosynthese
gebunden hatte. Diesen Prozess nennen Wissenschaftler die biologische
Kohlenstoffpumpe.

Obwohl die Wassermassen des Südpolarmeeres
gemeinhin als nährstoffreich gelten, gedeiht das Phytoplankton in
großen Bereichen des Südlichen Ozeans nur spärlich. Der Grund: Das
Wasser enthält zu wenig Eisen, als dass Algen großflächig wachsen
könnten.
Im Zuge des Klimawandels wird deshalb häufig die Idee
diskutiert, das Südpolarmeer mit Eisen zu düngen. Mit diesem Vorschlag
verbindet sich zum einen die Hoffnung, dass dadurch mehr Phytoplankton
wächst und somit die biologische Kohlenstoffpumpe angeregt wird. Zum
anderen glauben einige Wissenschaftler, damit erklären zu können, wie
sich der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre in der Vergangenheit
verändert hat.

Zwei Studien aus den zurückliegenden fünf Jahren
haben diese Annahme untermauert. Forscher konnten darin nachweisen, dass
infolge einer Düngung des Südpolarmeeres mit Eisen mehr Kohlendioxid
zum Meeresgrund gesunken ist. Aber: „Die bisher gemachten Untersuchungen
reichen nicht aus, um zu verstehen, welche Mengen Kohlenstoff unter dem
Strich wirklich gebunden werden. Der vom Phytoplankton verfrachtete
organische Kohlenstoff stellt nämlich nur ein Kapitel einer
ausgesprochen komplexen Geschichte dar“, sagt der AWI-Forscher Dr. Ian
Salter. „Das Phytoplankton dient auch als Nahrungsquelle für bestimmte
Zooplanktonarten wie Foraminiferen und Flügelschnecken, die Kalkschalen
bauen – ein Prozess, bei dem die Tiere Kohlendioxid freisetzen.“

Der
AWI-Wissenschaftler und seine Kollegen waren die ersten
Wissenschaftler, die den Tiefsee-Export der Kalkschalen in einem
natürlich gedüngten Gebiet erforscht haben. Dazu führten sie
Untersuchungen im Meer vor der Küste der Crozetinseln durch. An dieser
südöstlich von Afrika gelegenen vulkanischen Inselgruppe gelangt auf
natürliche Art und Weise Eisen in den Ozean – und das mit überraschenden
Folgen: Die natürliche Eisendüngung bewirkt, dass am Ende mehr
Kalkschalen in die Tiefsee gelangen als abgestorbenes Phytoplankton. Ein
Prozess, der tiefgreifende Auswirkungen darauf hat, wie viel
Kohlendioxid der Ozean bei verstärktem Algenwachstum speichern kann.

„Wenn
diese Kalkschalen entstehen und zum Meeresgrund sinken, beeinflussen
sie den Kohlendioxid-Haushalt der obersten Wasserschichten für Hunderte
bis Tausende von Jahren. Unsere Untersuchungen lassen vermuten, dass der
durch das Eisen angeregte Export der Kalkschalen dazu führt, dass in
einer natürlich gedüngten Meeresregion zehn bis 30 Prozent weniger
Kohlendioxid gespeichert wird als bisher angenommen. Wir wissen
allerdings nicht, ob dies auch der Fall wäre, wenn ein Gebiet künstlich
mit Eisen gedüngt wird“, erklärt Dr. Ian Salter.

Interessanterweise
stellten die Forscher bei ihren Untersuchungen außerdem fest, dass der
gestiegene Export von Kalkschalen nicht nur auf die größere Anzahl
kalkbildender Organismen zurückzuführen ist. „In unseren Proben aus den
Sedimentfallen haben wir vermehrt Arten gefunden, die größere
Kalkschalen bauen und somit jeweils auch mehr Kohlendioxid freisetzen“,
erklärt der Biogeochemiker. Eisendüngung wirkt sich somit auch auf die
Artenzusammensetzung eines Lebensraumes aus. Damit löst sie eine
Kettenreaktion aus, die schließlich das Klima beeinflussen kann. „Es ist
allerdings wichtig zu beachten, dass sich unsere Ergebnisse nur auf
eine bestimmte Region im Südpolarmeer beziehen. Die Effekte der
kalkbildenden Organismen können sehr unterschiedlich sein, je nachdem um
welche Art es sich handelt und wo im Ozean sie leben“, sagt Dr. Ian
Salter.

In Folgeprojekten will Dr. Ian Salter nun den Transport
von Phytoplankton und Kalkschalen bildenden Organismen in weiteren,
natürlich gedüngten Meeresgebieten untersuchen – zum Beispiel rund um
die Inselgruppen der Kerguelen und Südgeorgien sowie im Arktischen
Ozean, wo sich das zurückgehende Meereis zusätzlich auf die biologische
Kohlenstoffpumpe auswirken könnte.

Erweiterte Grippe-Impfung gefordert

fzm – Wie gebannt wartet die deutsche Öffentlichkeit auf die ersten
Vogelgrippe-Erkrankungen beim Menschen. Dabei wird leicht übersehen,
dass bereits die normale Grippe hierzulande alljährlich 5.000 bis 8.000
Todesfälle fordert. Im Fall einer Pandemie, etwa durch ein genetisch
verändertes Virus, könnten es auch 96.000 Todesfälle werden. Deshalb
fordert der Virologe Professor Peter Wutzler von der Universität Jena
in der DMW Deutschen Medizinischen Wochenschrift (Georg Thieme Verlag,
Stuttgart. 2006) eine Ausweitung der Grippeschutzimpfung auf jüngere
Menschen, Kleinkinder und eventuell sogar Schwangere.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung allen
Personen über 60 Jahre. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert
eine Impfrate von 50 Prozent, die in Deutschland fast erreicht wird (45
Prozent in der Saison 2002/2003). Darüber hinaus rät die STIKO zur
Impfung aller Menschen mit chronischen Erkrankungen. Hier liegt die
Impfrate in Deutschland nur bei 40 Prozent. Da viele chronische
Erkrankungen im späten Erwachsenenalter auftreten, regt Professor
Wutzler eine Senkung der Altersgrenze auf 50 Jahre an, die in den USA
bereits 1999 vorgenommen wurde. Dadurch würden auch die
Familienmitglieder und Betreuer dieser Menschen besser geschützt, so
Professor Wutzler.

Die höchste Erkrankungsrate an Grippe findet man nicht bei älteren
Menschen, sondern bei Säuglingen und Kleinkinder. Die Grippewelle
beginnt laut Professor Wutzler jedes Jahr an Kindergärten und Schulen,
bevor sich ältere Menschen anstecken. Kinder gelten als "Feuer der
Epidemie". Als Japan zwischenzeitig alle Schulkinder gegen Grippe
impfen ließ, starben 37.000 bis 49.000 ältere Menschen weniger daran.
Nachdem die Schul-Impfungen wieder aufgegeben wurden, stiegen die
Todesfälle bei älteren Menschen erneut an. In Deutschland wird die
Grippe-Impfung bei Kleinkindern mit Risikofaktoren empfohlen. Eine
Impfung ist erst nach dem sechsten Lebensmonat möglich. Deshalb wäre es
laut Professor Wutzler durchaus sinnvoll, wenn Schwangere, deren Kinder
während der Grippewelle zur Welt kommen, geimpft werden. Offiziell wird
dies aber nicht empfohlen.

Professor Wutzler rechnet übrigens damit, dass die Angst vor der
Vogelgrippe viele Menschen zur Grippeimpfung motivieren wird. Ob diese
Änderung nachhaltig sei, wenn das Medieninteresse wieder nachlässt,
bleibt abzuwarten. Eine Schlüsselstellung kommt Ärzten zu, wie eine
Telefonumfrage von Professor Wutzler gezeigt hat: Empfehlungen durch
Arzt oder Krankenschwester gehören zu den stärksten "Motivatoren" für
eine Impfung. Doch Ärzte und Krankenschwester gehen selten mit gutem
Beispiel voran. Die Impfrate liegt in dieser Gruppe sogar niedriger als
im Bevölkerungsdurchschnitt, obwohl die STIKO Ärzten und Personal zur
Impfung rät.

P. Wutzler et al.:

Influenza-Schutzimpfung – Wo steht Deutschland?

Deutsche Medizinische Wochenschrift 2006; 131 (9): 453-457

Lasertherapie zur Behandlung der Prostatavergrößerung

Köln / Jena, 14. August 2008 – www.biolitec.de – Als eines der ersten LIFE™ Laserzentren in Deutschland bietet das Heilig-Geist-Krankenhaus in Köln-Longerich seit über einem halben Jahr die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung mit dem innovativen Hochleistungslaser Evolve™ 150. Dr. Moritz Braun, Chefarzt der Klinik für Urologie des Heilig Geist-Krankenhauses, zieht jetzt eine viel versprechende Bilanz: „Die LIFE™ Laserbehandlung ist besonders für Hochrisikopatienten gut geeignet. Mehr als 30 dieser bei Operationen gefährdeten Patienten haben sich inzwischen im Heilig Geist-Krankenhaus erfolgreich dieser Behandlung unterzogen.“

Dabei profitieren vor allem Patienten, die Mittel zur Blutverdünnung einnehmen müssen, von dem Eingriff. Denn hier ist eine blutungsarme Operation – eine besondere Stärke des Evolve™ Lasers – von entscheidender Bedeutung. Auch bei vorhandener Herzschwäche, Lungen- oder Kreislauferkrankungen bietet der Laser eine risikoarme Alternative zur herkömmlichen Operation.

Durch geringere Belastung und verminderte Nebenwirkungen verkürzen sich Klinikaufenthalt und ärztliche Nachbehandlungsdauer, Risiken für Impotenz und Inkontinenz sind deutlich reduziert. 

Die stationäre Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung mit dem Evolve™ Diodenlaser  – Hersteller ist die biolitec AG aus Jena – in öffentlichen Kliniken wird seit Januar 2008 von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Hintergrund:

Das LIFE™ Lasersystem:

Die spezifische Wellenlänge des Evolve™ Lasers von 980nm ermöglicht die  gleichzeitige Absorption in Hämoglobin und Wasser. Dadurch eignet er sich ideal zum Abtragen von Weichteilgewebe wie der Prostata, das neben feinen Blutäderchen auch einen hohen Wasseranteil aufweist. Gleichzeitig wird das umliegende Gewebe geschont und durch die Koagulation – die Gerinnung des Blutes – ein schneller Verschluss der Wunde und optimale Blutstillung erreicht. Die Absorption in Wasser verhindert auch, dass der Laserstrahl bei der Behandlung die Blase perforiert.

Ein weiterer Vorteil des Evolve™ Lasers liegt in seinem breiten Anwendungsspektrum: Auch bei der Behandlung von Harnröhrenengen kann das überschüssige Gewebe mit dem Laser abgetragen werden. Wie bei der Prostata wirkt dieser Laser mit seiner spezifischen Wellenlänge hier optimal, da auch das Harnröhren-Gewebe sowohl Wasser als auch Blut enthält. Einer erneuten Verengung (Rezidiv), die in bis zu 50% der Fälle nach einer herkömmlichen Behandlung auftreten kann, beugt das Einschneiden mit dem Laser vor: Gewebeschäden sollen so vermindert werden und die Rezidivrate soll sinken.      

Auch auf anderen Gebieten hat sich die LIFE™ Lasertechnik bewährt: Hautveränderungen, zum Beispiel Feigwarzen (Condylome) können durch den Laser nicht nur gezielt und schonend abgetragen werden, es wird auch ein sehr gutes kosmetisches Ergebnis erzielt.

Zum Heilig-Geist-Krankenhaus

Die urologische Abteilung am Heilig Geist-Krankenhaus deckt das gesamte Spektrum der konservativen (nicht operativen) und operativen Urologie ab. Den über 50 Mitarbeitern stehen alle diagnostischen und therapeutischen Verfahren der urologischen Behandlungen in einer modernen Einrichtung zur Verfügung. Die Mitarbeiter der Abteilung sind stets darum bemüht, den rund 2600 stationären und 500 ambulanten Patienten in jedem Jahr neben den Standardverfahren auch innovative Therapien zur Verfügung zu stellen, sobald diese ihre ersten Bewährungsproben an den internationalen Universitätskliniken bestanden haben.

 

Kein Schnitt, keine Narbe

Kein Schnitt, keine Narbe

Gutartige Gebärmuttertumore ohne OP mit Ultraschall behandeln

Berlin
– Gutartige Geschwulste in der Gebärmutter, sogenannte Myome, gehören
bei Frauen zu den häufigsten Tumoren. Etwa jede vierte Frau im
gebärfähigen Alter ist betroffen. In der Regel sind Myome nicht
behandlungsbedürftig, doch bei zehn bis zwanzig Prozent der Patientinnen
verursachen sie Beschwerden. Diesen Frauen können Ärzte nun mit einem
neuen Verfahren, dem sogenannten Hochintensiven fokussierten
Ultraschall, kurz HIFU, helfen. Hiermit zerstören sie Myome ohne Schnitt
oder Punktion – und damit ohne sichtbare Narbenbildung – durch die
intakte Haut. Mit der Technik ließen sich Operationen und in einigen
Fällen auch die Entfernung der Gebärmutter vermeiden, betonen Experten
der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

„Große
Myome oder solche, die ungünstig in der Gebärmutter liegen, können zu
Menstruationsstörungen führen oder Grund für unregelmäßige, starke oder
lang anhaltende Regelblutungen sein“, erläutert DEGUM-Experte Professor
Dr. med. Holger Strunk, Oberarzt in der Radiologischen
Universitätsklinik Bonn.

Eine
neuartige Methode, Myome zu beseitigen, bietet der „Hochintensive
fokussierte Ultraschall“: der Ultraschallkopf bündelt die
hochenergetischen Schallwellen wie bei einem Hohlspiegel in einem
Brennpunkt innerhalb des menschlichen Körpers. Durch die Absorption der
Ultraschallwellen entsteht Wärme, die das Gewebe im Fokus des HIFU auf
über 60 Grad erhitzt. Bei diesen Temperaturen gerinnt das Eiweiß, und
die Zellen der Geschwulste sterben ab. „Ein großer Vorteil ist, dass die
Gebärmutter erhalten bleibt und die Frauen nach wie vor schwanger
werden können. In Einzelfällen wird eine Schwangerschaft durch das
Abtragen eines Myoms sogar überhaupt erst möglich“, erklärt Strunk.
Zudem erfolge die Behandlung ambulant. „Anstelle einer Vollnarkose
bekommen die Patientinnen ein Beruhigungsmittel und sie können nach ein
bis zwei Tagen wieder ihren Alltagsgeschäften nachgehen“, so der
Experte.

Üblicherweise
behandeln Ärzte Myome operativ, entweder indem sie die ganze
Gebärmutter herausnehmen oder die Myome einzeln abtragen. Je nachdem wie
groß die Tumore sind und wo sie sich in der Gebärmutter befinden,
kommen hierfür offene Operationen, „laparoskopische“ Eingriffe mittels
Bauchspiegelung oder Behandlungen über die Scheide in Frage. Eine
weitere Behandlungsmethode ist die so genannte „Myomembolisation“:
Hierbei führen Ärzte über die Leiste einen Katheter ein. Über ihn
verstopfen sie die Gefäße, die das Myom mit Blut versorgen, mittels
winziger Kunststoffkügelchen. Das Myom wird von der Blutversorgung
abgeschnitten und stirbt allmählich ab. „Allerdings muss die
Punktionsstelle durch einen Druckverband versorgt werden und die
Patientinnen werden während der Behandlung einer potentiell schädigenden
Röntgenstrahlung ausgesetzt“, erläutert Strunk.

HIFU
kommt hingegen ohne den Einsatz von Röntgen aus. Seit knapp einem Jahr
steht Professor Strunk und seinen Kollegen in Bonn ein HIFU-Gerät zur
Verfügung, bei dem sowohl die Steuerung als auch die Behandlung mittels
Ultraschall erfolgt. „Das ist insofern etwas Besonderes, als das bislang
alle anderen HIFU-Geräte in Deutschland mit Magnetresonanztomografie,
auch „MR“ genannt, gesteuert werden“, erklärt Dr. med. Dr. rer nat.
Milka Marinova, Assistenzärztin in der Radiologischen Universitätsklinik
Bonn. Die Ultraschallsteuerung biete den Vorteil, dass die Ärzte
während der Behandlung Atmung und Bewegung der Patienten berücksichtigen
können. „So stellen wir sicher, dass kein umliegendes, gesundes Gewebe
geschädigt wird“, erläutert Marinova. Zudem sei das
Ultraschall-gesteuerte Gerät leistungsstärker. „Die Behandlung geht
schneller und wir können mitunter Myome behandeln, die mit
MR-gesteuerten Geräten nicht zugänglich sind“, so die Expertin.

Allerdings
kommen nicht alle Patientinnen für eine Behandlung mit HIFU in Frage.
Idealerweise sollten die Patientinnen nicht mehr als fünf Myome haben,
die jeweils nicht größer als zehn Zentimeter sind. Außerdem gehört die
Therapie bislang nicht zu den Standardleistungen der gesetzlichen
Krankenkassen. „Die Kassen entscheiden nach Anfrage im Einzelfall, ob
sie die Kosten übernehmen“, erklärt Marinova.

Auch
bei anderen Krankheitsbildern kommt HIFU zum Einsatz. So hat sich die
Methode als wertvolle Therapie bei der Adenomyose erwiesen. Bei dieser
Erkrankung, einer Form der Endometriose, verursachen kleine Inseln von
Gebärmutterschleimhaut innerhalb der Gebärmuttermuskulatur Schmerzen.
Auch setzen Ärzte ultraschall-gesteuerten HIFU erfolgreich zur
Schmerzbehandlung bei nicht operablen Pankreaskarzinomen oder bei
Lebertumoren ein. Urologen nutzen die Methode seit Beginn des
Jahrtausends zur Therapie der krankhaft vergrößerten Prostata und des
Prostatakrebs. „Medizinischer Ultraschall ist sehr viel mehr als ein
diagnostisches Instrument“, betont DEGUM-Präsident Professor Dr. med.
Dirk Becker. Besonders bei der Behandlung von Krebserkrankungen biete
HIFU in der Zukunft noch große Chancen.

Die
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein
Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch
auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint mehr als 9
000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten,
Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das
am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin.
Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende
Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM 
zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: www.degum.de

Volkskrankheit Neurostress

Baar (pts/08.05.2006/13:50) –

Der Name dieser Erkrankung ist relativ neu. Er bezeichnet ein
scheinbares Sammelsurium von Gesundheits- und Befindlichkeitsstörungen.

Der medizin-wissenschaftliche Bereich, der sich seit Anfang der
Neunziger Jahre damit beschäftigt, nennt sich
Psychoneuroendokrinoimmunologie (PNEI), wobei man auch sehr einfach
Leib-Seele-Medizin dazu sagen könnte. Die Forschungen und Arbeiten auf
diesem Gebiet haben insbesondere in Amerika grosse Erfolge erwirkt und
es gibt Mediziner, die behaupten, dass die PNEI für das 21. Jahrhundert
eine ähnlich grosse Bedeutung haben wird, wie die Entschlüsselung des
Erbmaterials und die Gentechnik im letzten Jahrhundert. Die wichtigsten
Erkenntnisse dieser neuen Forschungsrichtung ergaben sich aus den
Untersuchungen des Netzwerkes der Neurotransmitter. Dieses sind
chemische Botenstoffe und Hormone, die die Verbindung zwischen zwei
Nervenzellen herstellen. Das gesamte Nervensystem, das Denken, Fühlen
und Handeln basiert auf der elektrischen Reizweiterleitung in den
Nerven.

Die neurobiologische Forschung konnte inzwischen zeigen, wie wichtig
die Ausgewogenheit dieser Substanzen für Psyche und Verhalten sind. Die
Neurotransmitter Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Serotonin stellen
also das funktionale Regelsystem des Nervensystems in bezug auf
Stimmung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Motivation und Lernen dar.

Wenn diese wichtigen Botenstoffe, die unser Wohlbefinden beeinflussen,
zum Beispiel durch großen Stress ins Ungleichgewicht geraten, entstehen
Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit,
Schlafstörungen, Ängste, Hyperaktivität, Panikattacken,
Muskelschmerzen, Depression, Kopfschmerz, Migräne, Heißhungerattacken
und Übergewicht. Erkrankungen wie z.B. Fybromyalgie, Chronisches
Müdigkeitssyndrom (CMI), Burnout-Syndrom, Borreliose, M. Sudeck,
Rheumatoide Arthritis, ADS /ADHS und viele mehr stehen in direktem
Zusammenhang mit Neurostress.

Nahezu jeder Mensch hat heute Stress und fühlt sich oft ausgebrannt.

Die Folgen sind dann Schlafprobleme, Migräne, Kopfschmerz etc..

Meist werden die ersten Anzeichen einer Stressbedingten Erschöpfung
unterschätzt und außer Acht gelassen. Auslöser und Ursachen des
Neurostresses können fundamentale Veränderungen in der Lebensweise,
zunehmende komplexe Umweltbedingungen, falsche und zu energiereiche
Ernährung, Bewegungsmangel, Reizüberflutung, übermässiger TV/PC-Konsum
und wachsende schulische, berufliche und Freizeitbelastungen sein. Man
geht heute davon aus, dass bei ca. 40-50% der Patienten, die eine
Arztpraxis aufsuchen, Störungen im Bereich dieses komplexen Netz- und
Regelwerkes vorliegen.

Mittlerweile sind die Erkenntnisse aus den USA auch in der Schweiz
(6340 Baar) angekommen, wo ärztliche Fachspezialisten einfache
anwendbare Möglichkeiten entwickelt haben, die persönliche
Neurostress-Balance zu bestimmen, um dann effektiv Defizite oder
Überaktivierungen der Neurotransmitter zu beheben.

Man misst dazu im Speichel und Urin morgens, mittags und abends die
wichtigsten Neurotransmitter unter ‚häuslichen‘ Bedingungen. Eine
stationäre Aufnahme ist dafür nicht notwendig. Speichelproben sind in
diesem Bereich zudem exakter als Blutanalysen. Die Erfolge dieser
Diagnostik haben schon manche ‚Patientenkarriere‘ beendet und ein sog.
Sabbatical erst gar nicht in Betracht ziehen lassen. Mit einem sog.
vierstufigen Behandlungskonzept wird die Neurotransmitterdysbalance
nebenwirkungsfrei auf fast natürliche Art und Weise durch den Einsatz
von Körperbausteinen behoben.

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wenden Sie sich bitte an die
SwissHealthCare GmbH, die eng mit den Spezialisten der
Praxisgemeinschaft St. Martin in 6340 Baar (Zug) zusammenarbeitet.