Archiv der Kategorie: Klassische Medizin

Körpereigenes Cannabis hilft gegen Schmerzen

Bedeutung der Endocannabinoide erstmals erforscht

Irvine/Athens (pte/23.06.2005/09:15) – Wissenschafter der University of
California http://www.uci.edu und der University of Georgia
http://www.uga.edu haben nachgewiesen, dass eine Cannabis ähnliche im
Gehirn natürlich produzierte Substanz dem Körper bei der
Schmerzlinderung hilft. Diese Forschungsergebnisse sollen zur
Entwicklung neuer Medikamente führen, die diese natürliche Reaktion
anregen können. Bisher hatte sich die Wissenschaft auf die Umwandlung
von Cannabisbestandteilen in Medikamente konzentriert. Die
Wissenschafter schreiben in Nature, http://www.nature.com dass das neue
Wissen um die Funktionen der Gehirnchemie Medikamente mit geringeren
Nebenwirkungen ermöglichen sollte.

Tritt Schmerz unter stressigen Bedingungen wie durch eine Verletzung
beim Sport oder durch eine Schussverletzung auf, ist der Körper eine
Zeitlang durch die so genannte stressinduzierte Analgesie geschützt.
Die aktuelle Studie erforschte erstmals an Ratten, welche Rolle die
Endocannabinoide in diesem Prozess spielen. Es zeigte sich, dass die
Produktion eines Cannabinoidbestandteils, 2-AG, durch mit Stress in
Zusammenhang stehenden Schmerz ausgelöst wird. In der Folge suchten die
Wissenschafter laut BBC nach einer Möglichkeit diese natürliche
Reaktion zu verstärken. Normalerweise stoppt das Enzym Monoacylglycerol
Lipase die Produktion von 2-AG. Das Team um Danielle Piomelli von der
University of California entwickelte eine Chemikalie, die die Reaktion
des Enzyms blockierte. Das bedeutete, dass der Körper theoretisch die
Produktion von 2-AG fortsetzen könnte. "Diese Studie zeigt erstmals,
dass natürliche Marihuana ähnliche Chemikalien im Gehirn mit der
Schmerzunterdrückung in Zusammenhang stehen."

Algorithmus erleichtert medizinische Forschung

Algorithmus erleichtert medizinische Forschung
Computer-Programm findet Heilmittel für Krankheiten schneller
 
Labor: Algorithmus soll Forschungsprozess verkürzen (Foto: pixelio.de, Schütz)

New York/Philadelphia (pte002/03.06.2013/06:05) – Ein komplexer Algorithmus schreibt Bücher autonom und soll künftig auch die medizinische und forensische Forschung revolutionieren. Entwickelt wurde er von Phil Parker von der Wharton School http://wharton.upenn.edu . Gemeinsam mit Wissenschaftlern der New York University http://nyu.edu versucht er komplexe genetische Strukturen zu dekodieren und Heilmittel für jegliche Krankheiten zu finden. Das automatisierte Programm ahmt gesammelte Formeln nach und soll Forschern künftig Zeit bei bestimmten Forschungsprozessen wie der Datensammlung, den Befragungen und Schätzungen sparen. Mithilfe des Algorithmus können wissenschaftliche Neuentdeckungen schneller vorangetrieben werden.

Burnout lässt sich vermeiden

Laut Parker benötigt der Durchschnitts-Forscher 40 bis 50 Prozent seiner Zeit für das Durchlesen vorgehender Studien, was in der Folge zu Burnout und sogar lahmgelegten Studien führt. Der angepeilte Algorithmus soll sie diesbezüglich entlasten und den Fokus auf neue Erkenntnisse legen.

Der Algorithmus könnte in Bezug auf Krankheiten in der Welt der Flora behilflich sein. Er müsse dazu die richtige Methode finden – den Rest macht der Computer. "Derzeit gibt es 400.000 Pflanzen-Spezies und Sub-Spezies weltweit. Die Forschung und Landwirtschaft hat jedoch nur ein Prozent davon abgedeckt. Manche davon könnten jedoch sehr, sehr hilfreich sein", sagt er.

Nützlich für Prognosen

Die Ergebnisse, die gefunden werden, werden nun auf seiner Seite http://totoagriculture.org/TotoAgriculture.aspx veröffentlicht, die für eine Formel benötigt werden könnten. Wissenschaftler haben Parkers Algorithmus bereits für Chromosomenzahlen angewandt, wobei die Anzahl dieser bei Pflanzen-Spezies vorausgesagt werden konnten und diesen zudem einen Namen gegeben hat. Der Algorithmus sagt somit auch voraus, welche Bezeichnung die Menschen der neuen Spezies geben würden.

Jahrelang arbeitet Parker bereits mit Algorithmen, die ursprünglich für den Printbereich gedacht waren. Ein Buch kann somit beispielsweise innerhalb einiger Minuten ausgedruckt werden. Der Fokus liegt hierbei auf unbekannter Sachliteratur und Poesie. Sein Algorithmus findet, sammelt und stellt Inhalte schnell zusammen und soll in der Wissenschaft ähnlich funktionieren.

„Tadpole Endoscope“ revolutioniert Krebsdiagnose

"Tadpole Endoscope" revolutioniert Krebsdiagnose

Bildgebendes Hightech-Device nimmt Verdauungstrakt unter die Lupe

"Tadpole Endoscope": Mikro-Roboter ferngesteuert (Foto: cuhk.edu.hk)

Hongkong (pte001/22.09.2015/06:00) –

Forscher der Chinese University of Hong Kong http://www.cuhk.edu.hk haben mittels 3D-Druck das "Tadpole Endoscope" (TE) entwickelt, das
einen Durchbruch in der Krebsdiagnose bedeutet. Es handelt sich um einen
Mikro-Roboter, der mit einer Kamera ausgestattet ist und vom Patienten
geschluckt wird. Das TE-Device wird anschließend von den Ärzten mithilfe
einer Fernbedienung gesteuert, während es Bilder aus dem
Verdauungstrakt drahtlos übermittelt.

Pillengroßes Gadget

Gastrointestinale Krebserkrankungen wie
Speiseröhrenkrebs sowie Magen- und Darmkrebs werden mithilfe dieser
Diagnose-Methode frühzeitig erkannt. Traditionelle
Magen-Darm-Spiegelungen, die einen erhöhten Stress für den menschlichen
Körper zur Folge haben, könnten somit umgangen werden. Das pillengroße
TE-Gadget verfügt über eine flexible Hinterflosse, die zur Fortbewegung
dient. Es muss nur vom Patienten geschluckt werden, bevor es
selbstständig zu arbeiten beginnt.

Das TE-Device bewegt sich aufgrund der natürlichen
Darmtätigkeit bis zum unteren Gastrointestinaltrakt. Durch Anpassung der
Körperhaltung des Patienten kann der behandelnde Arzt sogar durch den
entsprechenden Winkel den gesamten Magen erfassen. Wird der Patient
während der Untersuchung nach Hause geschickt, so erhält dieser ein
Sensor-Pad, das die Bilder aufzeichnet, welche später zur Diagnose
herangezogen werden. Bisher ist das TE-Gadget in einem künstlichen
Modell und einem Schweinemagen getestet worden.

Mutation in Tumorzellen als Schlüssel

Blutkrebs: Mutation in Tumorzellen als Schlüssel
Deutsches Krebsforschungszentrum nimmt RAS-Gen unter die Lupe

Heidelberg (pte015/28.04.2014/11:47) – Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) http://dkfz.de haben Mutationen in Tumorzellen bei besonders aggressivem Blutkrebs entdeckt, die wichtig für das Überleben maligner Zellen sind. Werden die Signalwege blockiert, die durch diese Mutationen angeschaltet werden, so führt dies zu einem Absterben der Krebszellen. Für eine besonders aggressive Form von Blutkrebs, das sogenannte "kutante T-Zell-Lymphom", stellt dies einen neuen Behandlungsansatz dar.

Blockierter Signalweg als Ziel

Die Forscher haben in ihrem von der Wilhelm Sander-Stiftung http://sanst.de geförderten Projekt nach tumorspezifischen Mutationen gesucht. Denn in den Tumoren von Patienten, die an einer besonders aggressiven Form des kutanten T-Zell-Lymphoms leiden, konnten die Heidelberger DKFZ-Experten eine Mutation des sogenannten RAS-Gens ausfindig machen. RAS ist ein wichtiger Schalter, der das Zellwachstum steuert. Die nun entdeckte Mutation führt zu einer permanenten Aktivierung des Zellwachstums.

Indem der Signalweg gehemmt wird, sterben alle Tumorzellen mit dieser Mutation ab. Der Grund hierfür: Das Überleben der Zellen hängt von diesem Signalweg ab. Gesunde Zellen hingegen überleben unbeschadet. DKFZ-Wissenschaftler Karsten Gülow und sein Team in der Abteilung von Peter H. Krammer erhoffen sich von den neuen Erkenntnissen wichtige Forschungsansätze im Kampf gegen bösartigen Blutkrebs.

Blutverdickung durch Luftverschmutzung

Aerosole begünstigen einen Schlaganfall

Edinburgh (pte, 21. Feb 2005 11:37) – Bei Luftverschmutzung verdickt
sich das Blut und die Wahrscheinlichkeit einer Entzündung steigt. So
lautet das Ergebnis einer Studie der Universität Edinburgh
http://www.ed.ac.uk, die zu erklären versucht, inwiefern miese Luft mit
dem Risiko eines Herzinfarktes oder eines Schlaganfalles zusammenhängt,
berichtet BBC http://news.bbc.co.uk .

Das Forscherteam aus Edinburgh konzentrierte sich auf sehr feine
Schadstoffe – auf Aerosole. Sie nahmen an, dass Aerosole in der Lage
sind, die Zellfunktionen des Körpers abzuändern. Deshalb untersuchten
die Forscher die Entzündlichkeit und die Blutgerinnungsanfälligkeit von
Makrophagen – menschliche Immunzellen – Lungenzellen und Zellen der
Nabelschnur. Sie wurden nach sechs und nach 24 Stunden getestet,
nachdem sie mit Aerosolen in Kontakt gekommen waren. Dabei stellte sich
heraus, dass der Level der Blutgerinnungsfaktoren bei nahezu allen
Zelltypen erhöht war. Die Anzahl abgestorbener Immunzellen stieg
signifikant an und der Kontakt mit den Schadstoffen erhöhte die
Wahrscheinlichkeit einer Entzündung. Die Forscher waren sich nach dem
Test sicher, dass Aerosole die Zellfunktionen verändert.

Das Forscherteam nimmt an, dass Faktoren, die Blutgerinnung auslösen,
auch Entzündungen auslösen und umgekehrt. Setzt das eine ein, lässt das
andere nicht lange auf sich warten. Aerosole sind so winzig, dass sie
beim Einatmen direkt durch die Lungen in den Blutkreislauf gelangen, so
das Ergebnis früherer Studien. Bei Menschen, die eine Herzkrankheit
haben, kann der Einfluss der Aerosole auf die Markophagen tödlich sein.
Makrophagen sind ein Hauptbestandteil der Ablagerungen, die sich an den
Arterienwänden bilden können. Diese Ablagerungen können die
Durchblutung blockieren und zu der Bildung eines Gerinnsels führen,
welches wiederum einen Herzanfall oder einen Schlaganfall auslösen
kann. „Aerosole produzieren viele Freie Radikale, die das Gewebe des
Körpers zerstören. Unsere Untersuchungen beweisen, dass sie das Blut
verändert und sich deshalb vermehrt Gerinnsel bilden“, so William
MacNee von der Universität Edinburgh.

Bluthochdruck: Jüngere Frauen im Vorteil

Bluthochdruck: Jüngere Frauen und ältere Männer im Vorteil

Frauen häufiger von Herz-Kreislauf-Tod betroffen

Heidelberg
� Frauen sterben hierzulande im Alter häufiger an
Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer. Denn Risikofaktoren wie
Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht scheinen sie stärker zu
beeinflussen, zeigen wissenschaftliche Ergebnisse. Die Deutsche
Hochdruckliga e.V. DHL© – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und
Prävention rät Frauen deshalb, insbesondere nach den Wechseljahren
verstärkt auf ihre Gesundheit zu achten und ihren Blutdruck regelmäßig
kontrollieren zu lassen.

In
Deutschland sterben etwa 36 Prozent aller Männer an
Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Frauen beträgt der Anteil 44 Prozent.
Nach den Wechseljahren nimmt die Gefahr zu. Frauen erleiden zwar
seltener einen Herzinfarkt als Männer. Todesfälle durch Herzschwäche
kommen jedoch doppelt so häufig vor. An den Spätfolgen von Bluthochdruck
auf das Herz sterben Frauen sogar dreimal häufiger als Männer. �Auf
geschlechtsspezifische Risikofaktoren allein lassen sich diese
Unterschiede nicht zurückführen�, sagt Professor Dr. med. Martin
Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga Karlsruhe.

Denn
die meisten Erkrankungen treten erst nach den Wechseljahren auf. Dann
nehmen viele Frauen zu. Dabei zeigen neue Studien, dass gesunde
Ernährung und Bewegung für Frauen sogar mehr Schutz bieten als für Ma�
nner. Professor Hausberg betont: �Hier wäre eine stärkere Prävention von
Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtig und nachgewiesenermaßen wirksam�.
Auch Rauchen scheint Frauen mehr zu schaden als Männern. Dies könnte
nach Einschätzung des Experten an einer höheren Empfindlichkeit der
Schleimhaut in den Atemwegen liegen, aber auch an unterschiedlichen
Rauchgewohnheiten liegen: �Frauen fällt es insbesondere im Alter
schwerer, das Rauchen aufzugeben�, erläutert Professor Hausberg Direktor
der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Nephrologie, Rheumatologie
und Pneumologie des Städtischen Klinikums Karlsruhe.

In
der Behandlung der Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt
es schwer erklärbare Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Ärzte
verordnen Frauen häufiger harntreibende Mittel, Diuretika und
Betablocker zur Hochdrucktherapie. Mittel gegen hohe Cholesterinwerte bleiben
dagegen eher Männern vorbehalten. Dies entspreche aber nicht den
Empfehlungen, die auf Risiko-Scores wie dem PROCAM-Score beruhen, meint
Professor Hausberg. Der PROCAM Risiko-Score erlaubt es, das Risiko
einzuschätzen, innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Herzinfarkt zu
erleiden. Dabei beruht die Risikobestimmung auf den Daten der
Prospective Cardiovascular Münster (PROCAM-) Studie. Allerdings
berücksichtigt dieser Score zwar das Geschlecht der Patienten, nicht
aber die soziale Herkunft, aus der für Frauen eine weitere
Benachteiligung entstehen kann.

Und
auch den Bluthochdruck betreffend � als ein Hauptrisikofaktor für
Herzinfarkt und Schlaganfall � unterscheiden sich Männer und Frauen
deutlich. Jüngere Frauen haben zwar seltener einen erhöhten Blutdruck
als Männer. Im Alter kehrt sich das Verhältnis jedoch um. Sie sind dann
auch stärker von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. �Eine
rechtzeitige
Diagnose der Hochdruckerkrankung ist deshalb bei Frauen besonders wichtig�, sagt
Professor Hausberg. Er empfiehlt neben der Messung des Blutdrucks zu
Hause auch die ärztlich angeleitete 24-Stunden-Messung, um zusätzliche
Anhaltspunkte für die Therapie zu erhalten.

Literatur:

Tschaftary A, Oertelt-Prigione S. Geschlechterunterschiede in der kardiovaskula�ren Pra�vention.
Deutsche Medizinische Wochenschrift 2014; doi: 10.1055/s-0034-1387394

Clusterkopfschmerz

Der Clusterkopfschmerz ist eine primäre Kopfschmerzerkrankung, die mit den „stärksten Schmerzen, die der menschliche Körper zu erzeugen in der Lage ist“ einhergeht. Dabei treten typische Begleitsymptome auf:

–          Gerötetes Auge und/oder verengte Pupille

–           Herabhängendes und/oder geschwollenes Augenlid

–          Tränendes Auge

–          Verstopfte oder laufende Nase

–          Gesichtsschwitzen und/oder –Rötung

Dies aber alles nur auf der einen Kopfseite, auf der auch der Schmerz auftritt; der im übrigen nie die Schmerzseite wechselt. Daneben befällt den Betroffenen ein körperliche Unruhe, die ihn zwingt, umherzulaufen oder mit dem Oberkörper wippend zu sitzen. Hinlegen ist für den Betroffenen in einer solchen Attacke nahezu unmöglich.

Derartige Attacken treten aus dem Wohlbefinden heraus binnen weniger Minuten bis zu einem Schmerzlevel  auf, der bis zu 50% über dem der Migräne liegen kann. Unbehandelt dauert eine derartige Attacke bis zu 3 Stunden und wiederholt sich bis zu acht mal am Tag – über Wochen und Monate hinweg. Die durchschnittliche Episodendauer beträgt dabei etwa 10-12 Wochen. Daran schließt sich typischerweise eine schmerzfreie Phase von Monaten bis Jahren an, bevor eine neue Episode wieder zuschlägt.

15-20% der Betroffenen erleiden die chronische Form: Sie haben keine schmerzfreien Zeiten oder nur solche von weniger als einem Monat Dauer.

Der britische Maler J. D. Fletcher, der selbst am Clusterkopfschmerz leidet, hat seine Empfindungen in den nachstehenden Bildern zum Ausdruck gebracht. (s. Anl.)

Hilfe bietet der Bundesverband der Clusterkopfschmerz-Selbsthilfe-Gruppen (CSG) e. V. unter www.clusterkopf.de

 

Gentechnische Bakterien verbreiten gefährliche Antibiotika-Resistenzen!!!

Gentechnik-Bakterien im Tierfutter verbreiten Resistenzen gegen Antibiotika
EU-Kommission braucht vier Jahre, um aktiv zu werden 30. November 2018 / Derzeit ereignet sich der bisher wohl größte
Fall einer unkontrollierten Verbreitung von nicht zugelassenen
Gentechnik-Organismen in der Geschichte der EU: In vielen Futtermitteln
befindet sich ein Zusatzstoff mit lebensfähigen Bakterien, die mit
gleich vier Resistenzen gegen Antibiotika ausgestattet sind. Drei davon
wurden mit Hilfe von Gentechnik in das Erbgut eingeschleust. Nach
Einschätzung der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA geht von diesen
Futtermitteln ein Risiko „für Verbraucher, Anwender und die Umwelt“ aus.
Im September 2018 ordnete die EU-Kommission an, dass die betroffenen
Futtermittel bis zum 10. November vom Markt genommen werden müssen –
allerdings mit einer Übergangsfrist bis Mitte 2019. Die EU-Kommission
und die Mitgliedsländer hätten schon wesentlich früher aktiv werden müssen: Bereits 2014 lagen die ersten Meldungen über die Gentechnik-Keime vor. „Der Fall zeigt, dass die EU-Kommission mit den Risiken gentechnisch
veränderter Organismen zu nachlässig umgeht. Diese Bakterien hatten die
Möglichkeit, sich über Jahre in den Tierställen auszubreiten und ihre
Resistenzen an andere, gesundheitsgefährdende Keime weiterzugeben“, sagt
Christoph Then für Testbiotech. „Es handelt sich um eine nicht
genehmigte, massenhafte Freisetzung von gentechnisch veränderten
Organismen. Diese hätte ohne Verzug gestoppt werden müssen.“

Der wohl in China hergestellte und jetzt erst ins Visier geratene
Zusatzstoff wird in der EU über eine große Futtermittelfirma vertrieben.
Die Gentechnik-Bakterien sollen den Futtermittelzusatzstoff Vitamin B2
produzieren (Riboflavin). Es gibt viele natürliche Quellen für
Riboflavin, allerdings setzt die Massentierhaltung zunehmend auf
Zusatzstoffe aus gentechnischer Produktion. Die Europäische
Lebensmittelbehörde EFSA hat bereits viele weitere, ähnliche Präparate
zugelassen. Derartige Stoffe dürfen Futtermitteln nur dann zugesetzt
werden, wenn sie keine Spuren der Bakterien mehr enthalten.

Die speziellen Futtermittelzusatzstoffe wurden 2014 von der EFSA für
sicher erklärt, nach den Unterlagen der Industrie sollten sie keinerlei
lebensfähige gentechnisch veränderte Keime enthalten. Doch im gleichen
Jahr lagen auch erste Berichte aus Belgien über die Keime vor. Im
Oktober 2016 stellten dann ExpertInnen des Bundesamtes für
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gemeinsam mit anderen
EU-Behörden fest, dass die betroffenen Futtermittel nicht hätten
verkauft werden dürfen. Es wurden aber keine Maßnahmen ergriffen, die
Futtermittel vom Markt zu nehmen. Stattdessen verlangte die
EU-Kommission 2016 von der EFSA eine Neubewertung der
Futtermittelzusatzstoffe. Die EU-Behörde veröffentlichte ihr Gutachten
erst im März 2018. Aus diesem geht hervor, dass von den
Gentechnik-Keimen tatsächlich ein erhebliches Risiko ausgeht. Danach
dauerte es noch Monate, bis die Kommission beschloss, die betroffenen
Futtermittel vom Markt zu nehmen. Doch dürfen Mischungen, die die
Zusatzstoffe enthalten, dank einer großzügigen Übergangsfrist noch bis
Mitte nächsten Jahres verfüttert werden.

Es handelt sich bereits um den zweiten Fall einer massiven
unkontrollierten Verbreitung von Gentechnik-Organismen in der EU: 2017
hatte der Fall von gentechnisch veränderten Petunien für Schlagzeilen
gesorgt, die bei Gärtnereien in mehreren Ländern der EU aufgetaucht
waren. Testbiotech mahnt, dass insbesondere die Einführung von
Gentechnik-Organismen der neuen Generation, bei denen Verfahren wie
CRISPR eingesetzt werden, zu einer erhöhten Aufmerksamkeit der Behörden
führen muss, um den Folgen einer unkontrollierten Ausbreitung in der
Umwelt vorzubeugen.

„Um unabhängige Kontrollen zu ermöglichen, ist es zwingend notwendig,
dass genaue Daten veröffentlicht werden, was genau in den jeweiligen
Organismen gentechnisch verändert wurde. Es ist äußerst
besorgniserregend, dass gerade diese Information nach dem Willen der
EU-Kommission in Zukunft geheim gehalten werden soll. Sie hat
entsprechende Regelungen in eine Neufassung der Verordnung 178/2002 über
die Lebensmittelsicherheit eingefügt, über die im Dezember im
Europäischen Parlament abgestimmt werden soll“, sagt Christoph Then für
Testbiotech. Kontakt:

Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.de

Großeltern geben Autismus an Enkel weiter

Großeltern geben Autismus an Enkel weiter
Stille Mutationen haben bei eigenen Kindern keine Auswirkungen
 
Autismus: Großeltern geben Krankheit an Enkel weiter (Foto: SPL)

London (pte008/21.03.2013/10:35) – Das Risiko, an Autismus zu erkranken, könnte an spätere Generationen weitergegeben werden. Eine internationale Studie mit fast 6.000 Teilnehmern kommt zu dem Ergebnis, dass ältere Väter eher Enkel mit Autismus haben als jüngere. Die Ursache dafür ist laut Wissenschaftlern des King’s College Institute of Psychiatry http://kcl.ac.uk/iop unklar.

Viele Faktoren relevant

Den Forschern nach ist es jedoch denkbar, dass stille Mutationen an die Enkel weitergegeben werden. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin Jama Psychiatry http://bit.ly/XrGo4h veröffentlicht. Experten wie Caroline Hattersley warnen indes zur Vorsicht und betonen, dass Autismus die Folge einer ganzen Reihe von Faktoren ist. Laut der National Autistic Society http://autism.org.uk leidet allein in Großbritannien mehr als einer von 100 Menschen an Autismus.

Frühere Studien haben nahegelegt, dass ältere Väter über ein höheres Risiko verfügen, Kinder mit Autismus zu haben. Jetzt gehen britische, schwedische und australische Wissenschaftler aber davon aus, dass das Risiko nicht nur von einer Generation auf die nächste, sondern über Generationen hinweg übertragen werden kann. Die stillen Mutationen dürften keine offensichtlichen Auswirkungen auf die eigenen Kinder der älteren Väter haben. Sie dürften sich in folgenden Generationen jedoch ansammeln, mit anderen Genen und Umweltfaktoren interagieren und so das Autismusrisiko der Enkel erhöhen.

In Summe eher geringes Risiko

Die Wissenschaftler nutzten nationale schwedische Datenbanken und analysierten die Daten mit der Diagnose Autismus. Zusätzlich wurden die Daten von über 30.000 nicht erkrankten Personen inklusive des Alter ihrer Eltern und Großeltern untersucht. Es zeigte sich, dass Männer, die im Alter von 50 Jahren oder mehr eine Tochter hatten, 1,79-fach so wahrscheinlich einen Enkel mit Autismus hatten als Männer die zwischen 20 und 24 Jahren Vater wurden. Ältere Väter mit Söhnen hatten 1,67-fach wahrscheinlich einen Enkel mit dieser Krankheit.

Laut den Fachleuten ist das Risiko zwar erhöht, bleibt aber doch eher gering. Avi Reichenberg vom King’s College Institute of Psychiatry, einer der Autoren der Studie: "Wenn man sich in höherem Alter für ein Kind entscheidet, kann das Auswirkungen haben. Das sollte berücksichtigt werden. Leider verfügen wir derzeit über keine genauen Zahlen in Hinblick auf das Risiko. Die meisten Kinder mit älteren Vätern oder Großvätern haben jedoch keine gesundheitlichen Probleme."

Auch Infrarot-A-Strahlung schädlich für die Haut

Nicht nur UV-Strahlen, sondern auch Infrarot-A-Strahlen können zu Haut- und Zellschäden sowie vorzeitiger Hautalterung führen. Wurde Infrarotlicht bisher zur Therapie bei Entzündungen in Form von Wärmelampen eingesetzt, so ist nun ein Teil dieser Strahlung, das kurzwellige, nahe Infrarotlicht (so genannten IR-A-Strahlen) in Verruf geraten, da es ebenfalls Hautalterung begünstigen und ev. sogar krebsfördernd sein soll

Bekanntermaßen dringen UVB-Strahlen bis zur Basalzellenschicht in der Epidermis vor. Dort lösen stimulieren sie die Melaninproduktion, lösen Sonnenbrand aus und können die Erbsubstanz der Zellen schädigen. Sie schwächen die Abwehr der Haut und können somit Hautkrebs begünstigen.

UVA-Strahlen dringen noch tiefer ein – bis in die Dermis. Dort schädigen sie die elastischen Fasern und bedingen Hautalterungsprozesse. Auch diese Strahlen erhöhen das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

IR-A-Strahlen sind erst vor Kurzem in den Blickpunkt geraten: Sie reichen bis in die Dermis, können jedoch sogar bis zur Unterhaut (Subcutis) vordringen und dort die Mitochondrien, die sogenannten „Kraftwerke der Zellen“, beeinflussen. Aufgabe der Mitochondrien ist es, die für alle Vorgänge im Körper notwendige Stoffwechselenergie zu produzieren. Als Abfallprodukt entstehen dabei reaktive freie Radikale (reactive oxygen species, Abkürzung ROS). Unter IRA-Strahlung bilden sich vermehrt diese reaktiven freien Radikale, die die Kollagen abbauen und die Synthese verhindern.

Im Gegensatz zur UV-Strahlung gibt es bisher keine Filter gegen IRA-Strahlung, die in Sonnenschutzmitteln eingesetzt werden können. Doch man kann gegen die Freien Radikale vorgehen, die durch IR-A-Strahlung vermehrt gebildet werden: In vielen Sonnenschutzprodukten werden Antioxidantien wie Vitamin E, Flavonoide, Karotinoide, oder Vitamin C eingesetzt. Diese können ebenfalls bis in die Mitochondrien eindringen, die Hautzellen vor den schädlichen Strahlen abschirmen und dort die Entstehung der ROS verhindern.

Auch DNA-reparierende Wirkstoff-Extrakte (z.B. aus Blaualgen) und pflegende, feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe wie Glycerin oder Dexpanthenol werden vermehrt eingesetzt, um bereits geschädigte Zellen zu regenerieren.

Quelle: medicalpress