Archiv der Kategorie: Klassische Medizin

Stammzellen-Patente: Verbot gefährdet Forschung

Stammzellen-Patente: Verbot gefährdet Forschung
Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs mit Sorge erwartet

Cambridge (pte011/28.04.2011/11:05) – In Europa ist die Entwicklung von medizinischen Behandlungsverfahren aus embryonalen Stammzellen gefährdet. Wissenschaftler bringen in einem Brief an Nature http://nature.com schwere Bedenken hinsichtlich der Aktivitäten des Europäischer Gerichtshofes zum Ausdruck. Sie gehen davon aus, dass der Patentschutz embryonaler Stammzellen in Gefahr ist. Ein Beamter des Gerichtshofes argumentiert, dass keine Patente zuzulassen sind, bei deren in Forschungsprojekten Embryonen zerstört werden, heißt es in einem BBC-Bericht. Die Richter müssen diesem Ratschlag nicht folgen, haben es aber bereits häufig getan.

Folgen für die Wirtschaft

Menschliche embryonale Stammzellen können zu jedem Gewebe im Körper werden. Viele Wissenschaftler sind daran interessiert, mit Hilfe von Stammzellen neue Zellen zur Behandlung von Krankheiten zu schaffen. Nach mehr als einem Jahrzehnt Forschung werden derzeit im Amerika die ersten klinischen Studien durchgeführt. Die Wissenschaftler argumentierten in ihrem Schreiben, das die Wirtschaft keine Motivation hätte, in diesen Bereich zu investieren, wenn ihre Innovationen nicht mit einem Patent geschützt werden können.

Austin Smith vom Wellcome Trust Centre for Stem Cell Research http://www.cscr.cam.ac.uk , einer der Unterzeichner, betonte, dass es verheerende Folgen haben würde, wenn der Gerichtshof dieser Empfehlung folgen sollte. Damit wäre die Zukunft der biomedizinischen Forschung in Europa gefährdet. Projekte könnten scheitern. Zusätzlich würde damit an die Wissenschaftler die Botschaft geschickt, dass ihre Aktivitäten unmoralisch seien. Das alles sei für die Beteiligten sehr negativ und würde auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in diese Art von Forschung erschüttern. Der Wissenschaftler argumentiert, es stünden heute mehr als 100 Stammzelllinien zur Verfügung, die ohne zeitliche Einschränkung genutzt werden könnten. Die Besorgnis über eine mögliche Kommerzialisierung sei daher deplatziert.

Entscheidung in den kommenden Monaten

Pete Coffey, Leiter des London Project to Cure Blindness, erklärt, es gebe eine ethische Verpflichtung zur Behandlung von Krankheiten. Sollte dieses Verbot kommen, würde Europa seine führende Rolle in diesem Forschungsbereich verlieren. Sein Team hofft nächstes Jahr mit klinischen Tests zur Behandlung von Blindheit beginnen zu können.

Der Fall war ursprünglich von Greenpeace http://www.greenpeace.de Deutschland vor den Gerichtshof gebracht worden. Christoph Then, ein Berater der Umweltschutzorganisation, sagte, dass es keine grundsätzliche Ablehnung gegenüber der Forschung mit Stammzellen gibt. "Wir gehen nicht davon aus, dass die Haltung des Generalanwalts so eindeutig ist. Unser ursprüngliches Ziel war eine Klärung des Patentrechts, vor allem beim industriellen Einsatz von Embryos. Eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes wird innerhalb der nächsten Monate erwartet.

Schlafverhaltensstörung häufig fehlinterpretiert

REM-Schlafverhaltensstörung häufig
fehlinterpretiert

Vor allem Frauen könnten
von
qualifizierten Diagnoseverfahren
profitieren

Darmstadt – Sie sind
angespannt, schlagen im Schlaf um sich, treten und verletzen dabei
nicht
selten den Partner oder sich selbst: Menschen mit einer
REM-Schlafverhaltensstörung (RBD) haben aggressive Träume; meist
richtet
sich die geträumte Gewalt gegen sie selbst. Allerdings könnte
angesichts
des komplexen Krankheitsbildes die Dunkelziffer hoch liegen. Die Deutsche Gesellschaft für Klinische
Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) plädiert deshalb
für
ein Diagnoseverfahren im Schlaflabor, die Polysomnographie. Denn eine
RBD ist weit mehr als eine unangenehme Schlafstörung. Sie ist in mehr
als 80 Prozent der Fälle ein Frühsymptom für neurodegenerative
Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder bestimmte Demenzformen. Darauf
macht die DGKN anlässlich des Tages des Schlafes am 21. Juni 2014
aufmerksam.

Die Zahl der Menschen mit
REM-Schlafverhaltensstörungen
(RBD)
wird auf etwa 0,5 Prozent geschätzt
rund 90 Prozent
sind
Männer. „Wir gehen
jedoch davon aus, dass
RBD bei Frauen zu selten erkannt wird“, sagt Professor
Dr. med. Geert Mayer, Facharzt für Neurologie,
Psychiatrie und Psychotherapie und Ärztlicher Leiter der Hephata-Klinik
Treysa. „Studien deuten darauf hin, dass Frauen mit Schlafstörung
weniger aggressive Träume haben als Männer und ihre RBD deshalb mit
unauffälligerem nächtlichen Verhalten einhergeht.“ Erschwerend käme
hinzu, dass die Symptome häufig mit denen bei Restless Legs,
Schlafwandeln oder anderen motorischen Auffälligkeiten im Schlaf
verwechselt werden können. Im Falle einer Parkinsonerkrankung, als
deren
Vorbote die Schlafstörung betrachtet wird, liegt der Anteil der
RBD-Betroffenen Frauen schon höher, bei etwa 40 Prozent.

Gerade weil RBD
(rapid-eye-movement sleep behaviour disorder) früh auf eine
Neurodegeneration hinweist, ist eine exakter Befund wichtig. Der
DGKN-Experte Mayer hat mit anderen Wissenschaftlern in einer noch
unveröffentlichten Studie ein dreistufiges Diagnoseverfahren
erarbeitet:
Danach sollten Patienten zunächst einen Fragebogen mit einfachen
Ja/Nein-Fragen beantworten. Es folgt eine persönliche Befragung des
Patienten und Partners. Abschließend führt ein Schlafmediziner eine
Video überwachte Polysomnographie im Schlaflabor durch – laut Mayer die
einzig verlässliche Methode zur sicheren Diagnose. Bei dieser
Untersuchung werden zahlreiche Körperfunktionen wie etwa des Hirns, des
Herzens und die Aktivität verschiedener Muskeln gemessen sowie das
Schlafverhalten videometrisch aufgezeichnet.

Diese Verfahren liefern Hinweise zum Beispiel
über
die Häufigkeit, Heftigkeit und den Verlauf der nächtlichen Bewegungen
sowie über die Schlafphase und messen die Hirnströme der Patienten“,
erläutert Mayer, der Vorsitzender der DGKN-Kommission Polysomnographie
ist. Dabei verweisen abweichende Hirnströme auf eine kognitive Störung,
die mit einem schnelleren Fortschreiten der RBD einhergehen kann. „Die
Ergebnisse vergleichen die Forscher anschließend mit den erfragten
Trauminhalten und bilden Subtypen: RBD-Patienten mit erhöhtem Risiko
für
Parkinson, Lewy-Körperchen-Demenz oder Multisystematrophie.
„Dementsprechend können wir frühzeitig therapeutisch eingreifen“, sagt
der DGKN-Experte.

Sowohl die klinische Befragung als auch die
Polysomnographie müsse ein spezialisierter Schlafmediziner durchführen
und auswerten, betonen die Studienautoren. Für eine
Polysomnographie ist eine
Zusatzqualifikation
nötig, die auch die DGKN anbietet. „Es gibt
bislang
kein einheitliches RBD-Diagnoseverfahren“, erklärt Mayer. „Unsere
Arbeit
soll dafür eine Richtlinie geben und bisher übersehene Fälle vor allem
bei Frauen aufdecken.“

Deutsche Gesellschaft für
Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN)

Sensor schlägt bei Mundgeruch sofort Alarm

Neuer Sensor schlägt bei Mundgeruch sofort Alarm

Farbwechsel bringt User Gewissheit – Ausgangsmaterial Blei(II)-acetat

Mund: Schlechter Atem wird schnell angezeigt (Foto: Uwe Wagschal, pixelio.de)
Mund: Schlechter Atem wird schnell angezeigt (Foto: Uwe Wagschal, pixelio.de)

Daejeon (pte003/08.06.2018/06:10) –

KAIST-Forscher http://kaist.edu haben ein Messgerät entwickelt, das Mundgeruch über einen Farbwechsel
anzeigt. Den Experten nach schlägt der Sensor bereits bei winzigen
Spuren von Schwefelwasserstoff, der in erster Linie für schlechten
Atemgeruch verantwortlich ist, Alarm. Als Ausgangsmaterial wurde
Blei(II)-acetat verwendet, ein farbloser Kristall, auch Bleizucker
genannt, weil er süßlich schmeckt. Details wurden in der Fachzeitschrift
"Analytical Chemistry" publiziert.

Empfindlicher Sensor

Blei(II)-acetat verwandelt sich in braungraues,
metallisch glänzendes Bleisulfid, wenn es mit Schwefelwasserstoff in
Berührung kommt. Die Reaktion findet allerdings nicht statt, wenn das
nach faulen Eiern riechende Gas in einer so geringen Konzentration
vorliegt wie in der Atemluft. Diese liegt bei zwei ppm (parts per
million/zwei H2S-Moleküle in einer Million Luftmolekülen) oder weniger.

Daher fixierten die Forscher Blei(II)-acetat auf einem
dreidimensionalen Gewebe aus Nanofasern, die vielfach dünner sind als
ein menschliches Haar. Dadurch vergrößerten sie massiv die Fläche, auf
der die beiden Materialien miteinander reagieren konnten. Derart
präpariert fand der Wechsel von farblos zu braun schon bei einer
Konzentration von 0,4 ppm. Die Farbänderung ist mit bloßem Auge zu
erkennen. Dann wird es Zeit für ein Pfefferminzbonbon. Der Sensor ist so
empfindlich, dass er zuweilen schlechten Atemgeruch schon bei Menschen
anzeigt, die gar nicht darunter leiden.

Vielerlei Anwendungen

Nach Angaben der US-Zahnkundevereinigung leidet jeder
Zweite an schlechtem Atem. Das liegt nicht immer an fehlender
Mundhygiene. Es kann auch an schwerwiegenden Krankheiten liegen, etwa an
Magenleiden oder der tückischen Zahnkrankheit Parodontose. Viele
Menschen mit schlechtem Atem wissen davon nichts, es sei denn, jemand
anderes macht sie darauf aufmerksam. Der neue Sensor, den es allerdings
noch nicht zu kaufen gibt, wäre auch hilfreich für Ärzte, die bisher
keine Möglichkeit haben, schlechten Atem zweifelsfrei nachzuweisen.

Bluthochdruck ist eine häufige Ursache für Nierenversagen

Weltnierentag am 8. März 2018:

Weltnierentag am 8. März 2018:

Bluthochdruck ist eine häufige Ursache für Nierenversagen

Heidelberg
– Ein zu hoher Blutdruck ist nach dem Diabetes die zweithäufigste
Ursache für schwere Nierenerkrankungen. In Deutschland könnte er für ein
Viertel aller Dialyse-Fälle verantwortlich sein. Die rechtzeitige
Diagnose und eine konsequente Behandlung können chronische Nierenschäden
verhindern, teilt die Deutsche Hochdruckliga (DHL
®) anlässlich des Weltnierentags am 8. März mit.

Etwa
300 Mal am Tag wird das Blut in den Nieren gefiltert und von
Schadstoffen befreit. Die Arbeit erledigen in jeder Niere etwa eine
Million mikroskopisch kleine Nierenkörperchen mit einem angeschlossenen
Kanälchen, in denen der Urin entsteht. Zusammen werden diese Einheiten
als Nephrone bezeichnet.

Ein
zu hoher Blutdruck kann die Nierenkörperchen zerstören. „Bereits beim
gesunden Menschen kommt es im Verlauf des Lebens zu einem Verlust von
Nephronen“, erklärt DHL®-Vorstandsvorsitzender Professor Dr.
med. Bernhard Krämer, Direktor der V. Medizinischen Klinik an der
Universitätsmedizin Mannheim: „Bei Menschen mit Bluthochdruck ist dieser
Prozess beschleunigt, so dass am Ende nicht mehr genügend Nephrone
vorhanden sind, um das Blut von Stoffwechselschlacken zu befreien.“

In
Deutschland haben etwa 20 bis 30 Millionen Menschen einen zu hohen
Blutdruck. Zu den Folgen gehören neben Schlaganfall und Herzinfarkt auch
Nierenschäden. Die nephrologischen Fachverbände schätzen, dass ein
chronisches Nierenversagen in Deutschland zu 24 Prozent auf den
Bluthochdruck zurückzuführen ist. „Damit wäre der Bluthochdruck in
Deutschland für 20.000 von über 80.000 Dialysefällen verantwortlich“,
sagt Professor Krämer.

Viele
Erkrankungen können durch eine rechtzeitige und gute Behandlung des
Bluthochdrucks vermieden werden. Professor Krämer erläutert: „Wir
verfügen nicht nur über eine Reihe von Medikamenten, die den Blutdruck
senken und damit die Nieren schonen. Einige Mittel wie die ACE-Hemmer
oder AT1-Antagonisten können über eine Hemmung von Angiotensin II auch
bei Nierenerkrankungen den Blutdruck senken und häufig eine weitere
Verschlechterung der Nierenfunktion verhindern.“

Wegen
der engen Beziehung zwischen Blutdruck und Nieren, rät die Deutsche
Hochdruckliga allen Patienten mit hohem Blutdruck, die Nierenfunktion
regelmäßig überprüfen zu lassen. Dies geschieht heute durch eine
Untersuchung des Urins auf Albumin, das bei vielen Nierenerkrankungen
vermehrt ausgeschieden wird. Eine 24-Stunden-Blutdruckmessung gibt einen
ersten Hinweis, ob der Bluthochdruck seine Ursache in den Nieren hat.
„In diesem Fall fehlt häufig der leichte Abfall des Blutdrucks, zu dem
es in den Nachstunden kommt“, erläutert Professor Dr. Ulrich Wenzel vom
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Eine Ultraschall- und
Laboruntersuchungen können dann häufig die Ursache aufdecken. Bei einer
Verengung der Nierenarterien können in ganz ausgewählten Fällen eine
Angiografie mit Aufweitung und Stent-Einlage Blutdruck und
Nierenfunktion verbessern. Bei Patienten, deren Blutdruck sich durch
Medikamente definitiv nicht senken lässt, kann eine Verödung von
Nervenfasern in den Nierenarterien zur Blutdrucksenkung erwogen werden.
Laut Professor Wenzel kommt sie aber derzeit nur in besonderen
Ausnahmefällen und im Rahmen von klinischen Studien zur Anwendung.

Ein
nierenbedingter Bluthochdruck lässt sich auch durch einen gesunden
Lebensstil beeinflussen. Wichtig ist aus Sicht der DHL ein Verzicht auf
das Rauchen, da damit eine vorzeitige Verkalkung der Nierenarterien
verhindert wird. Auch eine salzarme Kost kann die Nieren entlasten, zu
deren Aufgaben die Ausscheidung von übermäßig mit der Nahrung
aufgenommenem Kochsalz gehört.

Heidelberg
– Ein zu hoher Blutdruck ist nach dem Diabetes die zweithäufigste
Ursache für schwere Nierenerkrankungen. In Deutschland könnte er für ein
Viertel aller Dialyse-Fälle verantwortlich sein. Die rechtzeitige
Diagnose und eine konsequente Behandlung können chronische Nierenschäden
verhindern, teilt die Deutsche Hochdruckliga (DHL
®) anlässlich des Weltnierentags am 8. März mit.

Etwa
300 Mal am Tag wird das Blut in den Nieren gefiltert und von
Schadstoffen befreit. Die Arbeit erledigen in jeder Niere etwa eine
Million mikroskopisch kleine Nierenkörperchen mit einem angeschlossenen
Kanälchen, in denen der Urin entsteht. Zusammen werden diese Einheiten
als Nephrone bezeichnet.

Ein
zu hoher Blutdruck kann die Nierenkörperchen zerstören. „Bereits beim
gesunden Menschen kommt es im Verlauf des Lebens zu einem Verlust von
Nephronen“, erklärt DHL®-Vorstandsvorsitzender Professor Dr.
med. Bernhard Krämer, Direktor der V. Medizinischen Klinik an der
Universitätsmedizin Mannheim: „Bei Menschen mit Bluthochdruck ist dieser
Prozess beschleunigt, so dass am Ende nicht mehr genügend Nephrone
vorhanden sind, um das Blut von Stoffwechselschlacken zu befreien.“

In
Deutschland haben etwa 20 bis 30 Millionen Menschen einen zu hohen
Blutdruck. Zu den Folgen gehören neben Schlaganfall und Herzinfarkt auch
Nierenschäden. Die nephrologischen Fachverbände schätzen, dass ein
chronisches Nierenversagen in Deutschland zu 24 Prozent auf den
Bluthochdruck zurückzuführen ist. „Damit wäre der Bluthochdruck in
Deutschland für 20.000 von über 80.000 Dialysefällen verantwortlich“,
sagt Professor Krämer.

Viele
Erkrankungen können durch eine rechtzeitige und gute Behandlung des
Bluthochdrucks vermieden werden. Professor Krämer erläutert: „Wir
verfügen nicht nur über eine Reihe von Medikamenten, die den Blutdruck
senken und damit die Nieren schonen. Einige Mittel wie die ACE-Hemmer
oder AT1-Antagonisten können über eine Hemmung von Angiotensin II auch
bei Nierenerkrankungen den Blutdruck senken und häufig eine weitere
Verschlechterung der Nierenfunktion verhindern.“

Wegen
der engen Beziehung zwischen Blutdruck und Nieren, rät die Deutsche
Hochdruckliga allen Patienten mit hohem Blutdruck, die Nierenfunktion
regelmäßig überprüfen zu lassen. Dies geschieht heute durch eine
Untersuchung des Urins auf Albumin, das bei vielen Nierenerkrankungen
vermehrt ausgeschieden wird. Eine 24-Stunden-Blutdruckmessung gibt einen
ersten Hinweis, ob der Bluthochdruck seine Ursache in den Nieren hat.
„In diesem Fall fehlt häufig der leichte Abfall des Blutdrucks, zu dem
es in den Nachstunden kommt“, erläutert Professor Dr. Ulrich Wenzel vom
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Eine Ultraschall- und
Laboruntersuchungen können dann häufig die Ursache aufdecken. Bei einer
Verengung der Nierenarterien können in ganz ausgewählten Fällen eine
Angiografie mit Aufweitung und Stent-Einlage Blutdruck und
Nierenfunktion verbessern. Bei Patienten, deren Blutdruck sich durch
Medikamente definitiv nicht senken lässt, kann eine Verödung von
Nervenfasern in den Nierenarterien zur Blutdrucksenkung erwogen werden.
Laut Professor Wenzel kommt sie aber derzeit nur in besonderen
Ausnahmefällen und im Rahmen von klinischen Studien zur Anwendung.

Ein
nierenbedingter Bluthochdruck lässt sich auch durch einen gesunden
Lebensstil beeinflussen. Wichtig ist aus Sicht der DHL ein Verzicht auf
das Rauchen, da damit eine vorzeitige Verkalkung der Nierenarterien
verhindert wird. Auch eine salzarme Kost kann die Nieren entlasten, zu
deren Aufgaben die Ausscheidung von übermäßig mit der Nahrung
aufgenommenem Kochsalz gehört.

‚Health made in Germany‘ etabliert sich

Gemeinschaftsprojekt ‚Health made in Germany‘ etabliert sich als Drehscheibe für Marktchancen
www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=470840.html

Fünf Monate nach ihrem offiziellen Start hat sich die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft als wichtige Drehscheibe bei der Exportförderung der Wachstumsbranche Gesundheitswirtschaft etabliert.
Auf der ersten Jahresversammlung der beteiligten Fachverbände, die heute unter Leitung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin stattgefunden hat, sagte der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Stefan Kapferer: "Wir können eine sehr positive Bilanz der Anlaufphase der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft ziehen. Sie hat sich innerhalb kurzer Zeit als wichtige Anlaufstelle in der Außenwirtschaftsförderung etabliert. Die Initiative hat Fahrt aufgenommen und wird als gemeinsames Projekt mit den Unternehmen und Fachverbänden der Gesundheitswirtschaft zunehmend als Drehscheibe für Geschäftschancen auf Auslandsmärkten wahrgenommen." 

Im August 2011 war die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft offiziell vorgestellt worden. Mit der Umsetzung ist die Bundesagentur Germany Trade & Invest beauftragt. Bereits in der Anlaufphase war die Exportinitiative mit einer Reihe von Einzelprojekten auf fast allen Kontinenten aktiv. So hat die Exportinitiative ein "Frühwarnsystem" für regulatorische Änderungen auf dem russischen Pharmamarkt entwickelt. Weitere wichtige Projekte waren die Bereitstellung von zielgenaueren Marktinformationen für deutsche Medizintechnik-Hersteller für die Regionen Lateinamerika und Australien sowie die erstmalige Erstellung eines deutschen Biomanufacturing-Verzeichnisses. 

Im Jahr 2012 sollen die Aktivitäten der Initiative ausgeweitet werden. Beispielsweise sind weitere Präsentationen zur Leistungsfähigkeit der deutschen Gesundheitswirtschaft auf Auslandsmärkten sowie eine gezielte Medizintechnik-Kampagne in Lateinamerika und Australien geplant. 

Die Gesundheitswirtschaft gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Branchen in Deutschland. Ihre Unternehmen erwirtschaften rund zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts und gehören mit einem Beschäftigtenanteil von etwa 13 Prozent zu den größten Arbeitgebern der deutschen Wirtschaft. 

Mit der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft unterstützt das BMWi die deutsche Gesundheitswirtschaft noch stärker als bisher. Ziel ist es, Deutschlands Stellung als eines der führenden Exportländer gesundheitswirtschaftlicher Produkte und Dienstleistungen zu sichern und auszubauen. Als zentrale Informationsplattformen wurden dazu die Internetportale www.exportinitiative-gesundheitswirtschaft.de (deutsch) und www.health-made-in-germany.com (englisch) eingerichtet.

Schilddrüsen überfunktion geht auch ans Herz: Hochnormale Schilddrüsenhormon-Konzentrationen steigern das Risiko für Vorhofflimmern

Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Hochnormale Schilddrüsenhormon-Konzentrationen steigern das Risiko für Vorhofflimmern

Bochum, 20. November 2018:

Nicht nur erhöhte Konzentrationen von freiem Thyroxin (FT4) im
Rahmen einer manifesten Schilddrüsenüberfunktion, auch bereits relativ
hohe FT4-Spiegel im Referenzbereich steigern das Risiko für
Vorhofflimmern. Dies hat eine Studie der Gruppe um Jeffrey L. Anderson
vom Intermountain Medical Center Heart Institute in Salt Lake City
erbracht, die vor wenigen Tagen auf der Scientific Session Conference
der American Heart Association in Chicago präsentiert wurde [1].

Untersucht wurden Datensätze aus der Datenbank von Intermountain
Healthcare, einem integrierten Gesundheitsdienstleister in Utah und
Idaho. Einschlusskriterien waren, dass die FT4-Konzentration gemessen
worden war und die Patienten keine Substitution mit Schilddrüsenhormonen
erhielten. 174.914 Akten wurden aufgrund dieser Kriterien
eingeschlossen und die Fälle über 6,3 ± 4,4 Jahre nachverfolgt. Der
Referenzbereich für die FT4-Konzentration (0,75 bis 1,5 ng/dl in diesem
Labor) war zuvor aufgrund der geordneten anfänglichen Messwerte in vier
Bereiche (Quartile) eingeteilt worden.

Es fand sich, dass die 4,2% der Personen, die eine FT4-Konzentration
über der Obergrenze des Referenzbereiches aufwiesen (also an einer
manifesten primären oder sekundären Hyperthyreose litten), während der
Nachbeobachtung einem doppelt so hohen adjustieren Risiko für
Vorhofflimmern wie die Personen im untersten Quantil des
Referenzbereichs ausgesetzt waren. Allerdings konnte ein zunehmendes
Risiko auch mit steigendem FT4-Quartil innerhalb des Referenzbereichs
beobachtet werden: Im obersten Quartil lag die Prävalenz des
Vorhofflimmerns beim 1,4-fachen des untersten Quartils und die
3-Jahres-Inzidenz beim 1,3-fachen. Interessanterweise gab es einen
U-förmigen Zusammenhang zwischen dem TSH-Spiegel und der Inzidenz von
Vorhofflimmern: Hier war das Risiko am geringsten im zweiten Quartil und
sowohl in den ersten und vierten Quartilen als auch außerhalb des
Referenzintervalls deutlich erhöht. Ähnlich, aber schwächer ausgeprägt,
fand sich auch ein U-förmiger Zusammenhang zur FT3-Konzentration.

Kommentar

Die Studie bestätigt – mit einer wesentlich größeren Fallzahl –
Beobachtungen der Rotterdam Study, die an 9.166 Personen ebenfalls ein
erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern bei hochnormalen FT4-Konzentrationen
festgestellt hatte [2]. Ein möglicher Bias der aktuellen Studie (die
Messung der FT4-Konzentration bei den Patienten wird möglicherweise
einen klinischen Grund gehabt haben) bestand bei der
bevölkerungsbasierten Rotterdam Study nicht.

Die Ursache für diesen frappierenden Zusammenhang, der in ganz
ähnlicher Weise auch bereits für das Risiko eines plötzlichen Herztods
gefunden wurde (s. DGE-Blogbeitrag vom 19. September 2016,

Variation von Schilddrüsenhormonen innerhalb des Referenzbereichs – Welche Bedeutung haben „sublatente“ Funktionsstörungen?


), liegt möglicherweise in der Tatsache, dass bei steigender
FT4-Konzentration durch minimale Veränderungen der Schilddrüsenfunktion
bei immer mehr Personen der persönliche Set-Point („Sollwert“) der
Schilddrüsenhomöostase überschritten wird.

Die U-förmigen Zusammenhänge zu den TSH- und FT3-Konzentrationen sind
schwieriger zu interpretieren. Offensichtlich geht auch eine beginnende
Hypothyreose mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern einher, wie
auch kürzlich in einer Meta-Analyse bestätigt [3]. Ob dies an der
Hypothyreose selbst liegt oder an erhöhten Konzentrationen
nicht-klassischer Schilddrüsenhormone wie 3,5-T2, dessen Spiegel invers
zur FT3-Konzentration korreliert [4], ist derzeit noch ungeklärt.

Vorhofflimmern ist bekanntlich ein starker Risikofaktor für
Schlaganfälle und sogar klinisch inapparente Hirnläsionen in
bildgebenden Untersuchungen [5]. Auch eine Hyperthyreose ohne
Vorhofflimmern ist mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden, aber
am höchsten ist das Risiko bei hyperthyreotem Vorhofflimmern [6; 7].

Diese Studien haben eine große Bedeutung insbesondere für die
Substitutionstherapie mit L-Thyroxin: Bei einer latenten Hypothyreose
mag es vorteilhaft sein, auf eine Therapie zu verzichten, jedenfalls so
lange die FT4-Konzentration in der Mitte des Referenzintervalls liegt
(s. DGE-Blogbeitrag vom 4. Oktober 2018,

Subklinische Hypothyreose: Thyroxinbehandlung ohne Nutzen


). Wenn substituiert wird, dann wäre wohl für die meisten Patienten
ebenfalls eine mittige FT4-Konzentration ein sinnhaftes Therapieziel,
zumindest wenn keine eindeutigen Gründe für ein anderes Therapieregime
vorliegen.

PD Dr. med. Johannes W. Dietrich

Medizinische Klinik I

BG Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH

Begehbare Prostata

Vom unerfüllten Kinderwunsch bis Prostatakrebs: Urologen tagen in Braunschweig

Wissen teilen Nachwuchs fördern unter diesem Motto treffen in Braunschweig 1000 Spezialisten, Fachärzte und medizinisches Fachpersonal vom 14. bis 16. Mai beim Nordkongress Urologie zusammen, um die neuesten Entwicklungen und Behandlungsmethoden zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Die Urologie ist ein faszinierendes Fachgebiet mit vielen neuen medizinischen Entwicklungen und Innovationen, erklärt Kongresspräsident Prof. Dr. Peter Hammerer. Beim Nordkongress werden die Uroonkologie und medikamentöse Tumortherapie im Vordergrund stehen.

Im Rahmen des Fachkogresses wird auch ein öffentlicher Informationsnachmittag am 15. Mai von 16 19 Uhr in der Stadthalle angeboten. Spezialisten beantworten die Fragen der Besucher zu Themen wie Inkontinenz, unerfüllter Kinderwunsch und Prostata-Krebs. Höhepunkt des Nachmittags ist eine überdimensionale, begehbare Prostata, die erstmals in Braunschweig zu sehen ist.

Die Entartung der Prostata ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Wird die Krebserkrankung früh genug erkannt, kann sie in den meisten Fällen geheilt werden. Leider wird diese Erkrankung jedoch bei der Mehrzahl der Patienten immer noch zu spät erkannt, so dass eine Heilung in aller Regel nicht mehr möglich ist. Trotzdem nutzen nur rund 15 Prozent der Männer die angebotenen Früherkennungsmaßnahmen ab dem 45. Lebensjahr. In der Prostata vereinigen sich die wichtigen Harn- und Samenwege. Erkrankungen der Prostata können daher vielfältige Konsequenzen nach sich ziehen.

Während der Jahrestagung in Braunschweig finden zahlreiche Workshops, Kurse und Symposien statt. Es werden auch Mediziner für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Urologie ausgezeichnet. Der Verband norddeutscher Urologen verleiht zwei Stipendien in den Bereichen Forschung und Promotion, die Berliner Urologische Gesellschaft vergibt den Leopold-Casper-Preis.

Alzheimer-Therapie: Roter Laser mit grünem Tee

Alzheimer-Therapie: Roter Laser mit grünem Tee
Kombinationsmethode gibt Hoffnung auf Behandlungsansatz
 
Neuroblastome: Rechts gelbe A-Beta-Plaques (Foto: Uni Ulm)

Ulm (pte032/11.01.2012/13:50) – Grüner Tee, kombiniert mit rotem Laserlicht: So lautet das Therapiekonzept für Alzheimer, das Materialwissenschaftler der Universität Ulm http://uni-ulm.de/in/nano in der Fachzeitschrift "Photomedicine and Laser Surgery" präsentieren. Sie schafften im Modell-Experiment einen deutlichen Rückgang der Substanz Beta-Amyloid in Neuroblastomzellen. Aus dieser Substanz bestehen die senilen Plaques, die bei Alzheimer-Demenz die schlechtere Signalübertragung zwischen Neuronen und somit die typischen Krankheitssymptome auslösen.

60 Prozent der Plaques verschwunden

Grundlage des Ansatzes ist die Erkenntnis der Forscher um Andrei Sommer, dass sich nanoskopisch dünne Wasserschichten bei Bestrahlung mit rotem Laserlicht ausdehnen und anschließend wieder zusammenziehen. Das gilt auch für Wasserfilme lebender Zellen, die beim Zusammenziehen Substanzen aus der direkten Umgebung aufnehmen. Kombiniert wurde dies mit dem Wissen, dass Alzheimer-Plaques (A-Beta) durch Epigallocatechingallat (EGCG) zurückgehen, das im Extrakt von grünem Tee enthalten ist.

Den Forschern gelang es nun an einer menschlichen Neuroblastomzelle die Überprüfung eines Therapieansatzes, der beide Mechanismen kombiniert. Sie reicherten dafür die Zelle im Inneren mit A-Beta-Plaques an, setzten sie der EGCG-Substanz aus und bestrahlten sie mit Laserlicht von 670 Nanometer Wellenlänge. Der Erfolg stellte sich ein: Die Ablagerungen wurden auf diese Weise um 60 Prozent weniger.

Therapie in Reichweite

"Laserlicht mit Bestrahlungsparametern, wie sie in der Wundheilung verwendet werden, wirkt stimulierend auf die Proliferation der Neuroblastomzellen. Der Effekt ist am stärksten in Zellen, in denen nicht gleichzeitig A-Beta und EGCG vorhanden sind", erklärt Sommer auf pressetext-Anfrage. Zudem bewirkt das Laserlicht auch, dass die Zellen das Nukleotid ATP produzieren, das für die Proliferation als auch für den A-Beta-Abbau von Bedeutung ist.

Die Ergebnisse der in-vitro-Forschung sind motivierend und machen Hoffnung, betont Sommer. "Die Wirkung des verwendeten Laserlichts ist durch viele Studien gesichert. Nach potenziellen A-Beta-Zerstörern sucht man derzeit weltweit intensiv", betont Sommer. Durchaus sei es möglich, dass daraus eines Tages ein Ansatz für die Behandlung von Alzheimer-Demenz und auch von ähnlichen Alterskrankheiten entsteht.

Details zur Studie unter http://www.liebertonline.com/doi/abs/10.1089/pho.2011.3073

App warnt vor Medikamenten-Wechselwirkungen

App warnt vor Medikamenten-Wechselwirkungen

Anwendung macht das, was E-Health-Gesetz von Medizinern verlangt

"MyRxProfile": App scannt Medikamente ein (Foto: myrxprofile.com)

Trenton/Berlin (pte004/06.10.2016/06:10) –

Die App "MyRxProfile" http://myrxprofile.com verhindert, dass Patienten keinen für sie ungeeigneten Mix aus
unterschiedlichen Medikamenten einnehmen. Die Software dokumentiert die
eingenommenen Arzneien genau und weist dabei auf mögliche
Wechselwirkungen hin. Allein in Amerika sind unerwünschte
Wechselwirkungen zwischen Arzneistoffen die vierthäufigste Todesursache.
In Deutschland nehmen etwa 25 Prozent aller über 65-Jährigen regelmäßig
drei oder mehr Medikamente ein, wie eine Forsa-Umfrage zeigt.

Medikationsfehler vermeiden

"Nachdem ich 30 Jahre beobachtet habe, was Patienten
brauchen und dass sie nicht alle Informationen an einem Ort finden,
wusste ich, dass etwas für sie getan werden kann", berichtet Robert
Baker, Apotheker und Erfinder von MyRxProfile. "Es ist die perfekte App
für Konsumenten und Fachkräfte und sie wird die Aufmerksamkeit für
ungünstige Wechselwirkungen zwischen Medikamenten erhöhen, was ein
deutlich steigendes Problem beziehungsweise eine häufige Todesursache in
unserem Land zu sein scheint."

Mithilfe der neuen App können Patienten die Barcodes
von rezeptfreien und rezeptpflichtigen Medikamenten einscannen, ein
persönliches Profil mit ihren regelmäßig eingenommenen Medikamenten
anlegen sowie gefährliche, moderate und leichte Wechselwirkungen
zwischen den Wirkstoffen einsehen. Und wenn ein Arztwechsel bevorsteht,
kann das Medikationsprofil einfach per E-Mail an den Mediziner gesendet
werden.

E-Health-Gesetz ab Oktober

Dem grassierenden Problem der Wechselwirkungen hat sich
inzwischen auch der Deutsche Bundestag angenommen: Seit dem 1. Oktober
2016 hat jeder Patient, der drei oder mehr Medikamente einnehmen muss,
im Rahmen des neuen E-Health-Gesetzes http://bit.ly/1FMwvJW Anspruch auf einen Medikationsplan vom Arzt oder Apotheker.

Hightech-Handprothese verleiht Fingerspitzengefühl

Hightech-Handprothese verleiht Fingerspitzengefühl
Empfindliche Sensoren sind direkt mit Nerven des Oberarms verbunden
 
Hand: Prothese stellt Gefühl in den Fingern wieder her (Foto: flickr.com/mnsc)

Cleveland/Linz (pte022/09.12.2013/13:15) – Eine revolutionäre Handprothese ermöglicht es ihren Trägern zu fühlen, mit welcher Intensität ein Gegenstand berührt wird. Die Hightech-Hilfe ist von Forschern des Cleveland Veterans Affairs Medical Centers http://www.cleveland.va.gov in Zusammenarbeit mit der Case Western Reserve University http://case.edu entwickelt worden. Mithilfe von 20 eingebauten Sensoren, die direkt mit den Nervenbahnen des Oberarms verbunden sind, kann das Gefühl in den Fingern wiederhergestellt werden.

Implantate im Schädel überflüssig

"Diese Prothese lässt sich definitiv als neuartiger Ansatz im Bereich der Prothetik einzustufen. Obwohl Modelle mit Feedback schon seit einiger Zeit in Entwicklung sind, lässt sich mit dieser Methode durch die Vermeidung von Implantaten, die in den Schädel eingesetzt werden müssen, das Risiko deutlich verringern", erklärt Klemens Springer, Universitäts-Assistent des Instituts für Robotik in Linz http://www.robotik.jku.at , im pressetext-Interview.

Ältere Modelle konnten zwar über das Gehirn gesteuert werden, gaben aber keine Auskunft darüber, wie stark ein Objekt tatsächlich berührt wird. Im Gegensatz dazu werden mithilfe dieser innovativen Methode genau jene Nervenenden stimuliert, die auch ohne einer Verletzung bei einem Handmanöver zum Einsatz kämen. Der wesentliche Vorteil des Ansatzes liegt darin, dass dieser auf Dauer präzise funktioniert, während bisherige Prothesen bereits nach 18 Monaten weniger effektiv werden.

Versuch stellt Präzision unter Beweis

Die Sensibilität des Hightech-Devices wurde anhand eines simplen Versuchs demonstriert. Der Testperson Igor Spetic ist aufgetragen worden, mithilfe der Prothese den Stiel einer Kirsche zu entfernen, nachdem die Sensoren ausgeschaltet wurden. Dabei war es Spetic nicht möglich, diese einfache Handlung durchzuführen, ohne dabei die Kirsche zu zerdrücken. Als beim zweiten Durchgang die Sensoren wieder aktiviert worden waren, konnte Spetic den Stiel entfernen, ohne dabei die Kirsche zu beschädigen.