Archiv der Kategorie: Klassische Medizin

Frauen riechen für Männer besonders gut

Manche Frauen riechen für Männer besonders gut

Wahrgenommener Geruch an fruchtbarsten Tagen im Monat macht besonders attraktiv

Schnüffelprobe: Manche Frauen riechen einfach besser (Foto: unibern.ch)
Schnüffelprobe: Manche Frauen riechen einfach besser (Foto: unibern.ch)

Bern
(pte017/12.09.2018/12:30) – Einige Frauen "duften" an den fruchtbarsten
Tagen ihres Zyklus für Männer besser als andere – nämlich diejenigen,
die für die Fortpflanzung am "fittesten" sind. Das haben Forscher der
Universität Bern http://unibern.ch herausgefunden. Verantwortlich für die "dufte" Wahl der Männer sind die
weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron. Die Studie wurde im
Journal "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht.

Östrogen und Progesteron

"Frauen mit hohen Östrogen- und niedrigen Progesteronwerten sind
olfaktorisch am anziehendsten für Männer", fasst Daria Knoch die
Ergebnisse der Studie zusammen. Was für die Forscherin aus
evolutionsbiologischer Sicht zweifellos Sinn macht: Diese Hormonspiegel –
viel Östrogen, wenig Progesteron – deuten auf eine hohe weibliche
Fruchtbarkeit hin. Männer suchen gemäß Evolutionstheorie nach Frauen,
mit denen sie sich möglichst erfolgreich fortpflanzen können.

Untersucht hatten die Wissenschaftler auch andere Faktoren, die den
Geruch beeinflussen könnten: das Stresshormon Cortisol sowie auch
bestimmte Gene, die das Immunsystem prägen. "Einige Studien postulieren
nämlich, dass die Wahl eines Partners oder einer Partnerin auf möglichst
unterschiedlichen Immunsystemen von Mann und Frau gründet, damit der
Nachwuchs ein möglichst gutes Abwehrsystem gegen Erreger in die Wiege
gelegt bekommt", führt Erstautor Janek Lobmaier von der Abteilung
Sozialpsychologie und Soziale Neurowissenschaft aus. Doch die Resultate
zeigen eindeutig, dass diese beiden Faktoren keinen Einfluss auf die
Attraktivität des weiblichen Geruchs haben.

28 Frauen und 57 Männer

Die Experten haben ihre Studie mit 28 Frauen und 57 Männern
durchgeführt. Die Frauen, die ihren Duft spendeten, folgten "einem
strengen Protokoll, um alle Faktoren zu minimieren, die den Duft
verfälschen könnten", so Lobmaier. So durften die Frauen nicht mittels
Antibabypille die Empfängnis verhüten, in der Zeit der Dufterhebung
nicht mit jemandem ihr Bett teilen, sie wuschen sich mit neutralem
Duschmitteln, tranken an diesen Tagen keinen Alkohol und aßen keine
scharfen Speisen. Zur Zeit der höchsten Fruchtbarkeit klebten sie über
Nacht Baumwolle-Pads in Achselhöhlen, um ihren ganz individuellen Geruch
einzufangen. Über Speichelproben wurden ihre Hormonspiegel bestimmt.

Später im Labor schnupperten die Männer an den Baumwoll-Pads und
verteilten für jeden Geruch, den sie wahrnahmen, null bis 100 Punkte –
mit dem bekannten Resultat. "Reproduktive Hormone sind Hinweise für die
Fruchtbarkeit der Frau. Und je höher deren Spiegel ist, desto
attraktiver wirkt die Frau auf Männer", sagt Lobmaier. Östrogen wirke
auch positiv auf die visuelle weibliche Anziehungskraft: Hohe
Östrogenspiegel machen Gesicht und Körper der Frau attraktiv für Männer.
Und eben auch ihren Duft – auf jeden Fall bei Frauen, die nicht
hormonell verhüten. Wie es sich mit der Pille verhält, wurde nicht
untersucht.

Angesagte Zukunft der Heilkunde: Die Zukunftsmedizin.

Forschung für eine neue Ära der Medizin – die Präzisionsmedizin
Fachleute aus aller Welt diskutierten auf Einladung des Exzellenzclusters „Inflammation at Interfaces“
„Präzisionsmedizin ist nicht weniger als der größte
Paradigmenwechsel, den es in der Medizin jemals gegeben hat.“ Mit diesen
Worten stimmte der Neurobiologe und Unternehmer Dr. Friedrich von
Bohlen in seinem Vortrag die Gäste eines internationalen Symposiums auf
das Thema der Tagung ein. Rund 200 Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler diskutierten auf Einladung des schleswig-holsteinischen
Exzellenzclusters „Inflammation at Interfaces“ die neusten Fortschritte
auf dem Gebiet der Präzisionsmedizin. „Die Präzisionsmedizin wird
individuelle, molekular-basierte Diagnosen, sowie sicherere und
vorhersagbarere Therapieoptionen ermöglichen. Es wird eine Werte- und
Nutzen-basierte Medizin sein“, erklärte von Bohlen. Ziel ist: Durch das
gezielte Sammeln, Vernetzen und Analysieren von Daten, vor allem auch
molekularer Daten, Krankheiten im Einzelfall präziser zu verstehen und
behandeln zu können. Aufbauend auf diesem individuellen Krankheitsprofil
können sehr präzise individuelle Therapieoptionen ausgewählt werden,
die sowohl wirksam als auch sicher sind. Das ist die Zukunft der
Medizin. Davon ist nicht nur von Bohlen überzeugt, der als Gründer und
Geschäftsführer des Biotech-Unternehmens „Molecular Health“ die Idee der
Präzisionsmedizin auch wirtschaftlich vorantreibt.
Die Zeiten, in denen verschiedene Menschen identische Medikamente
erhalten, könnten bald der Vergangenheit angehören. Immer
leistungsfähigere Analysen wie beispielsweise die Gensequenzierung und
die bioinformatische Auswertung dieser Daten eröffnen zukünftig neue
Welten. Das Potenzial dieser Methoden und Daten hat auch der
Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces“ erkannt. Seit mehr als
zehn Jahren erforscht der schleswig-holsteinische Forschungsverbund die
Ursachen und molekularen Mechanismen von chronisch entzündlichen
Erkrankungen und leistet damit Pionierarbeit für die Präzisionsmedizin.
Dabei geht das langfristige Ziel dieser Forschungsrichtung über die
Heilung von Krankheiten hinaus. Langfristig soll es möglich sein,
Krankheiten zu erkennen, bevor diese klinisch auffällig werden. „Wir
wollen insbesondere Frühdiagnostik und präventive Intervention bei
chronischen und altersbedingten Erkrankungen voranbringen“, erklärt
Cluster-Sprecher Professor Stefan Schreiber. „Eine Kernkomponente des
Clusters ist die Forschung direkt am kranken Menschen. Sie führt
aufgrund der notwendigen großen Kohorten zu einem hohen Aufwand und zu
sehr großen Datenmengen. Die systematische Analyse von
medizinisch-biologischen Daten und dazugehörigen Patientendaten eröffnet
neue Möglichkeiten, das Verständnis von Entzündungskrankheiten zu
verbessern und Ansätze für individualisierte Therapie zu entwickeln.“
Das internationale Symposium des Clusters behandelte unter der
Überschrift „Precision Medicine in Chronic Inflammation – From
Pathophysiology to Treatment Decision (Präzisionsmedizin bei chronischer
Entzündung – von der Pathophysiologie bis zur Behandlungsentscheidung)“
ein breites Spektrum an Themen. Das (persönliche) Mikrobiom, genetische
Veränderungen, Biomarker, sowie ethische und ökonomische
Herausforderungen standen während der zweitägigen Konferenz im Fokus.
Und in einem waren sich die Teilnehmenden einig: Präzisionsmedizin wird
zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen und die Medizin erheblich
verändern.

Darum fördern Übergewicht und Diabetes den Krebs

DGIM-Experten beim Patiententag in Wiesbaden:

Darum fördern Übergewicht und Diabetes den Krebs

Wiesbaden
– Übergewicht und Adipositas greifen um sich und betreffen inzwischen
mehr als 1,5 Milliarden Menschen weltweit. Damit nehmen auch
Folgeerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer
mehr an Bedeutung zu. Weniger bekannt ist, dass Übergewicht und Diabetes
auch die Entstehung verschiedener Krebsarten fördern. Grund dafür
könnte bei beiden Erkrankungen unter anderem die vermehrte
Insulin-Produktion im Körper sein. Auf der Pressekonferenz am 19. April
2017 anlässlich des 11. Patiententags der Deutschen Gesellschaft für
Innere Medizin e. V. (DGIM) in Wiesbaden erläutern Experten der
Fachgesellschaft den verhängnisvollen Zusammenhang zwischen
Körpergewicht und Krebs.

In
den vergangenen Jahren haben wissenschaftliche Studien immer deutlicher
gezeigt, dass Übergewicht und Diabetes die Entstehung einer Vielzahl
von Tumoren begünstigen können. Dazu zählen neben Darmkrebs, Brustkrebs
und Speiseröhrenkrebs auch Tumoren der Nieren, Bauchspeicheldrüse, Leber
und Gebärmutter. „Körpergewicht und Stoffwechsel wirken sich aber nicht
nur auf die Entstehung von Krebs aus“, sagt Dr. med. Cornelia
Jaursch-Hancke, Direktorin der Abteilung für Diabetologie und
Endokrinologie an den DKD-Helios-Kliniken in Wiesbaden. Auch der Verlauf
der Erkrankung und die Überlebenschancen hingen stark vom
Body-Mass-Index ab. So hätten etwa Tumorkranke mit sehr starkem
Übergewicht (BMI über 40 kg/m2) ein um 50 bis 60 Prozent höheres Risiko,
an ihrer Krebserkrankung zu sterben als normalgewichtige
Leidensgenossen.

Wie
kommt es aber zu diesem Effekt? Über welche Mechanismen kann das
Körpergewicht mit so unterschiedlichen Krankheiten wie
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs in Verbindung stehen? „Die
Forschung hierzu ist noch lange nicht abgeschlossen“, sagt
Jaursch-Hancke. Aus einer Vielzahl von Studien ergebe sich jedoch
allmählich ein immer genaueres Bild der Prozesse, die im Körper
ablaufen, wenn die Fettpolster zunehmen. Sowohl Übergewichtige als auch
Typ-2-Diabetespatienten produzieren häufig große Mengen von Insulin, das
den Blutzuckerspiegel niedrig halten soll. Zugleich lässt jedoch die
Wirkung des Insulins nach, sodass der Blutzuckerspiegel dennoch hoch
bleibt und die Insulinproduktion weiter ankurbelt. „Es ist bekannt, dass
permanent hohe Insulinspiegel im ganzen Körper Rezeptoren aktivieren,
die das Tumorwachstum fördern“, erläutert Jaursch-Hancke. Auch die
Fettzellen selbst tragen neueren Erkenntnissen zufolge zur
Krankheitsentstehung bei: Sie produzieren eine Vielzahl von Hormonen und
Botenstoffen (Adipokine), die unterschiedliche Stoffwechselprozesse
steuern und beeinflussen können. Bei starkem Übergewicht setzen die
Fettzellen anstelle schützender Botenstoffe wie Adiponectin und Visfatin
eher schädliche Substanzen wie Resistin frei, die Entzündungen und
Insulinresistenz fördern können. Wissenschaftliche Studien haben auch
gezeigt, dass das hungerbremsende Adipokin Leptin bei Übergewichtigen
zwar vermehrt hergestellt wird, dass es aber ebenso wie Insulin seine
Wirkung verlieren kann. Leptin und andere Adipokine wirken auch direkt
auf das Immunsystem ein. Welchen Effekt jede einzelne dieser Komponenten
hat und wie sie bei Entstehung und Wachstum von Tumoren zusammenwirken,
ist aber noch weitgehend ungeklärt. „Die gute Nachricht ist jedoch,
dass dieser Effekt sich auch wieder umkehren lässt“, macht die
DGIM-Expertin Mut. Wer sein Gewicht reduziere und sich mehr bewege,
könne sein Risiko, an Krebs zu erkranken, auch wieder verringern.

„Den
Patiententag in Wiesbaden möchten wir dafür nutzen, Bürger über genau
solche Prozesse im menschlichen Körper aufzuklären“, sagt Professor Dr.
med. Petra-Maria Schumm-Draeger, Vorsitzende der DGIM. Denn das Wissen
über die eigenen Erkrankungen helfe den Patienten dabei, Therapien zu
verstehen und mitzutragen. Bei der Pressekonferenz am 19. April 2017
geben Experten der DGIM und Vertreter der Stadt Wiesbaden Einblick in
das Programm des Patiententags. Weitere Informationen zum Kongress und
Patiententag finden Interessierte hier:
http://dgim2017.de/download/.

Stillen gegen Stress

Stockholm (pte/05.08.2006/09:00) – Babys, die gestillt werden, wissen
im späteren Leben signifikant besser mit Stress und Angstgefühlen
umzugehen als Babys, die Flaschennahrung bekommen. Zu diesem Ergebnis
ist ein Wissenschaftlerteam des Karolinska Institutet in Stockholm,
Schweden http://info.ki.se, gekommen. Die Forscher haben fast 9.000
Personen des Jahrgangs 1970 untersucht, wie sie im jungen Alter die
Trennung ihrer Eltern verkrafteten. Dabei entdeckten sie, dass
gestillte Kinder diese negative Situation viel besser bewältigen
konnten als Kinder, die mit Flaschennahrung großgezogen wurden. Die
Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift
Archives of Disease in Childhood http://adc.bmjjournals.com
veröffentlicht.

Die Versuchspersonen wurden bei der Geburt, nach fünf sowie zehn Jahren
untersucht, ob sie gestillt wurden, ob die Eltern getrennt und wie
ängstlich und beunruhigt sie waren. Dabei entdeckten die Forscher, dass
Kinder, von denen die Eltern getrennt waren, mehr Angstgefühle hegten
als Kinder, deren Eltern noch zusammen waren. Es stellte sich jedoch
heraus, dass Kinder, die gestillt wurden, dieses Problem viel besser
bewältigen konnten und "signifikant weniger ängstlich" waren als
Kinder, die mit der Flasche ernährt wurden. Die Forscher stellten fest,
dass gestillte Kinder mit getrennten Eltern fast zweimal so oft
ängstlich waren als gestillte Kinder, deren Eltern noch zusammen waren.
Kinder mit Flaschennahrung und getrennten Eltern waren sogar neunmal so
oft ängstlich als jene Kinder, deren Eltern zusammenlebten.

Einer vorsichtigen Schätzung zufolge sind gestillte Kinder nach der
Trennung ihrer Eltern um zehn Prozent weniger gestresst als Kinder, die
nicht gestillt wurden. Die Forscher entdeckten, dass diese positive
Folge des Stillens sogar standhielt, wenn die Kinder eine junge oder
depressive Mutter hatten oder aus einer niedrigeren sozialökonomischen
Klasse kamen – Stück für Stück Faktoren, die mit einem höheren
Stressniveau assoziiert werden. Der Effekt wird sogar erreicht, wenn
die Kinder nur ein paar Wochen gestillt wurden. Die Forscher räumen
jedoch ein, dass ihre Studie den Zusammenhang nicht direkt beweist.
Dass sich Stillen tatsächlich positiv auf die Stressverarbeitung im
Körper auswirkt, halten sie jedoch für plausibel.

Weniger Herzinfarkte durch Rauchverbote

fzm – Das in verschiedenen Ländern eingeführte Rauchverbot am Arbeitsplatz und in öffentlichen Räumen zeigt Wirkung. Schon nach kurzer Zeit kommt es zu einem messbaren Rückgang von Herzinfarkten. Dies belegen eine Reihe von Studien, deren Ergebnisse Umweltmediziner in der Fachzeitschrift "Das Gesundheitswesen" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2009) zusammenfasst.

In den USA gibt es Rauchverbote am Arbeitsplatz oder in Restaurants schon seit Längerem, wenn auch nicht in allen Bundesstaaten oder Städten. In Europa machte Irland mit einem umfassenden landesweiten Rauchverbot im März 2004 den Anfang, nach und nach folgten andere Länder wie Italien und Frankreich. Auch in Deutschland haben seit 2007 alle Bundesländer Rauchverbote angeordnet, die jedoch hierzulande weiter die Gemüter erregen. Zwar ist unbestritten, dass die Schadstoffbelastung in Büros und Gastwirtschaften sinkt, auch scheint das Verbot viele Menschen zu motivieren, das Rauchen ganz aufzugeben. Doch gerade vonseiten der Tabakindustrie wird immer wieder behauptet, eine positive Auswirkung auf die Gesundheit sei nicht belegt. Dem treten Privatdozentin Dr. Gabriele Bolte und ihre Kollegen vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim jetzt durch einen Überblick zu acht bereits veröffentlichten Studien entgegen. Hinzu kommen fünf weitere Studien, deren Ergebnisse in den letzten Monaten zunächst in Pressemitteilungen vorgestellt wurden. Dr. Bolte: "Alle Studien zeigen, dass nach der Einführung von Rauchverboten weniger Menschen mit Herzinfarkten oder anderen Folgen verengter Herzkranzgefäße in Krankenhäusern behandelt werden müssen."

Herzinfarkte sind eine bekannte Folge des Passivrauchens. Über die Lungen gelangen die Schadstoffe ins Blut, wo sie einen unmittelbaren Einfluss auf die Gefäßfunktion haben, was einen plötzlichen Verschluss der Herzkranzgefäße begünstigt. Deshalb sind die Ergebnisse der Studien nach Ansicht der Umweltmediziner auch aus biologischer Sicht plausibel. Das Ausmaß schwanke von Studie zu Studie und es sei möglich, dass einzelne Untersuchungen das Risiko überschätzten, berichten Dr. Bolte und ihre Co-Autoren. Insgesamt könne aber mit einem Rückgang der Herzinfarktrate um acht bis 19 Prozent gerechnet werden, schreiben die Experten. Dies entspricht auch den Erfahrungen früherer Studien zum Passivrauchen, in denen ein um 25–30 Prozent erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße ermittelt wurde. Passivrauchen sei in Deutschland jedes Jahr für 3800 Neuerkrankungen und 2100 Todesfälle verantwortlich, berichten die Autoren. Rauchverbote könnten deshalb eine sehr effektive Maßnahme zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung sein.

G. Bolte et al.:
Rauchverbote in öffentlichen Räumen: Aktuelle epidemiologische Evidenz für kardiovaskuläre Gesundheitseffekte auf Bevölkerungsebene.
Das Gesundheitswesen 2009; 71 (3):
S. 140-151

Umwelt- und gesundheitswirksame Grenzwerte sind oft diskussionswürdig. Ein Briefwechsel mit einem an der Praxis orientierten Mediziner

Guten Morgen Herr Jean Pütz,

Ganz lieben Dank für Ihre Antwort!!! Manchmal denke ich
schon, ich bin ganz allein mit meiner Ansicht – da tut es gut, aus Ihrem Munde
Bestätigung zu finden!

Zu Ihrer Bemerkung zu der Dieseldebatte:

Auf Grund Ihrer Bekanntheit und Anerkennung in der
Gesellschaft möchte ich Ihnen sowas wie „nationale Bedeutung“ ans Revers
heften:

Hier passiert etwas ungeheuerliches, man möchte schon fast
an Verschwörung denken.

Wenn ich im Zimmer die Adventskranzkerzen anzünde, habe ich
eine höhere Feinstaubbelastung als auf der Strasse.

Ich vermisse im Fachjournalismus eine sachliche Prüfung der
erstellten Grenzwerte. 70% der Richtlinien in Deutschland werden von der EU
vorgegeben zum Umsetzen. In Brüssel werden diese allein von den Fachministern 
– ohne Prüfung durch andere Gremien / Ministerien – in Richtlinien umgesetzt.
Hierzu hatte ich kürzlich einen sehr beeindruckenden Vortrag von Prof. Dr.
Ferdinand Kirchhof, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts a.D. gehört und
mich mit ihm ausgetauscht.

Wie wurde zu Strauss-  / Wehner – Zeiten alles durch
kritischen Journalismus hinterfragt. Heute: Null

So wie Sie in Ihrer Rede „die Verteufelung des
effizientesten aller Motoren mit schwachsinnigen Grenzwerten“ ansprechen 
—  sind Sie auch allein???

Mit nachdenklichen aber lieben Grüßen

Ihr Christoph Wiemer

Dr. med. Christoph Wiemer

Facharzt für
Chirurgie, Visceralchirurgie

Lieber Dr. Wiemer,

überschärtzen sie nicht meinen Einfluss, aber was Sie sagen hat extreme
Relevanz. Schon lange mache ich mir Gedanken darüber, wer die Fachleute sind,
die solche Werte festlegen. Das sind nicht nur die Politiker, aber die werden
von Fachleuten, Gutachtern und Sachverständigen beraten, manchmal bleibt ihnen
nichts weiter übrig, als deren Ratschläge zu übernehmen. Deshalb fordere ich,
dass diese Personen endlich auch aus der Versenkung hervorgehoben und im
Internet benannt werden. Bei den Lobbyisten haben Transparenzy und kritische
Bürger es erreicht, dass Lobbiysten, die im Bundestag aus- und eingehen, im
Internet ausgewiesen werden müssen. Das Gleiche fordere ich für entsprechende
Berater von Ministerien sowohl in Brüssel, in Berlin als auch in den Ländern.
Doch auch solche, die die Parteien und öffentlichwirksame NGOs beraten.

Herzlichen Dank, ich fühle mich bestärkt. Besuchen Sie mich doch einmal
in meinem Landhaus in Heiligenhaus, Sie sind herzlich eingeladen.
Vernunfbegabte aller Länder vereinigt Euch

Ihr Jean Pütz

 

Genom des probiotischen Bakteriums Enterococcus faecalis entschlüsselt

Genom des probiotischen Bakteriums Enterococcus faecalis entschlüsselt

Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen haben das Genom des Bakteriums Enterococcus faecalis aus Symbioflor® 1 entschlüsselt1. Die Analyse zeigte: das Genom besteht aus 2,8 Millionen Basenpaaren und enthält über 2733 Gene. Wie bereits frühere Untersuchungen gezeigt haben, hat das Bakterium keine Eigenschaften, die eine Infektion auslösen könnten. Die vorliegende Gensequenz ermöglicht es jetzt, die immunstimulierenden Eigenschaften des Enterococcus faecalis-Stammes genauer zu untersuchen.

Bereits seit 59 Jahren wird das immunstimulierende Arzneimittel Symbioflor® 1 bei rezidivierenden Infektionen der oberen Atemwege eingesetzt. Das enthaltene Bakterium überlebt die Magenpassage und entfaltet seine Wirkung im Darm. Dort tritt es mit dem Darm-assoziierten Immunsystem in Kontakt. Schlüsselzellen wie die M-Zellen und die dendritischen Zellen erkennen die Bakterien im Darm über spezielle Rezeptoren. Das aktiviert die B-Zellen; sie differenzieren zu Plasmazellen aus und treten über den Ductus thoracicus in den Blutstrom ein. So verteilen sie sich auf die verschiedenen Schleimhäute des Körpers. Durch die Wanderung der Immunzellen sezerniert nicht nur die Darmschleimhaut vermehrt sIgA, sondern auch die Schleimhäute des Nasenrachenraums und des Bronchialtrakts. Das sIgA bindet an Bakterien oder Viren, die in die Bronchien, Nasennebenhöhlen oder den Magendarmtrakt eingedrungen sind; ansch ließend transportieren das Flimmerepithel der Bronchien, das Nasensekret und die Peristaltik des Darms das sIgA samt gebundenen Krankheitserregern ab. Die Bakterien im Darm stärken also die Immunabwehr an allen Schleimhäuten und können so vor Infektionen der Atemwege schützen.

Neben verschiedenen Studien bei Erwachsenen hat eine aktuelle, prospektive Anwendungsbeobachtung die Wirkung von Symbioflor® 1 bei Kindern mit rezidivierender Rhinosinusitis gezeigt2. Insgesamt nahmen 204 Kinder an der Anwendungsbeobachtung teil. Kontroll- und Verumgruppe wurden mit Antibiotika und abschwellenden Nasentropfen behandelt, aber nur die Verumgruppe erhielt anschließend über einen Zeitraum von acht Wochen Symbioflor® 1. Das Ergebnis: Patienten, die zusätzlich mit dem bakterienhaltigen Präparat behandelt wurden, hatten signifikant weniger Rhinosinusitis-Episoden als die Patienten in der Kontrollgruppe. Im Durchschnitt kam es im beobachteten Zeitraum in der Verumgruppe 2, 52-mal zu einer Rhinosinusitis, im Vergleich zu 3,27-mal in der Kontrollgruppe. Am stärksten war die Wirkung in der Gruppe der 2- bis 11-Jährigen. Für die Dauer der Erkrankung konnte ein positiver Trend beobachtet werden.

Literatur:

1)       Fritzenwanker M et al., 2013: Complete Genome Sequence of the Probiotic Entercoccus faecalis Symbioflor 1 Clone DSM 16431. Genome Announc. 1(1):e00165-12.doi:10.1128/genomeA.00165-12.

2)       Kitz R et al., 2012: Probiotic E. faecalis � adjuvant therapy in children with recurrent rhinosinusitis. Cent. Eur. J. Med. 7(3): 362-365.

Die SymbioPharm GmbH in Herborn ist der führende Hersteller medizinischer und pharmazeutischer Probiotika in Deutschland. Seit 1954 ist das mittelständische Unternehmen dem Motto �Heilen mit Bakterien� verschrieben. Die SymbioPharm GmbH beschäftigt derzeit über 70 Mitarbeiter und hat einen Jahresumsatz von über 18 Mio. ¬ (2012). Das Unternehmen exportiert in übe r 20 Länder und ist in der Forschung aktiv.

Solarium – nein danke

Genf (pte/17.03.2005/14:15) – Geht es nach den führenden
Gesundheitsexperten der WHO http://www.who.int/en/, so soll
Jugendlichen bis 18 Jahren der Besuch im Solarium verboten werden. Denn
die Bestrahlung durch UV-Licht führt bei Jugendlichen, anders als bei
Erwachsenen, zu einem erhöhten Risiko einer Hauterkrebserkrankung,
berichtet die BBC. " Als Konsequenz der Besuche im Sonnenstudio konnten
wir eine signifikant höhere Zahl an Hautkrebserkrankungen feststellen",
erklärte Kerstin Leitner von der WHO.

Die aktuelle Studie der WHO stellt einen direkten Zusammenhang zwischen
der Benutzung von Solarien und dem Anstieg der Hautkrebserkrankungen
fest. Schuld daran ist die starke Emission von UV-Licht durch das
Gerät, welches die Strahlenmenge des Sonnenlichts an einem normalen
Sommertag um das Mehrfache übersteigt. Darunter leide besonders die
empfindliche Haut der Jugendlichen, erklären die Experten. Hinter der
Beliebtheit der Solarien vermuten die Forscher soziale Gründe. Da in
vielen Kulturen ein brauner Teint als modisch und trendig gilt, werden
Solarien vor allem jetzt im Frühjahr genutzt um sich für den Sommer
vorzubräunen. "In den vergangenen Jahren konnten wir einen steigenden
Trend in Bezug auf die Benutzung von Solarien registrieren. Besonders
Jugendliche sind zu einer exzessiven Nutzung von Sonnenbänken
übergegangen um voll im Trend zu liegen", erklärte Leitner.

Weltweit registriert die WHO jährlich 132.000 Todesfälle durch
bösartige Formen von Hautkrebs. Allein 66.000 Menschen sterben jährlich
an der gefährlichsten Form des Hautkrebs, dem so genannten malignem
Melanom. Die höchsten Hautkrebsraten finden sich dabei in besonders
hellhäutigen Nationen wie Neuseeland, Australien, Nord-Amerika und
Nord-Europa. Die WHO fordert nun die Einführung strenger Maßnahmen bei
der Benutzung von Solarien, denn bisher haben nur Frankreich und
Kalifornien diesbezüglich ein Verbot für Jugendliche verhängt.

Lungenerkrankungen bei Frauen so gefährlich wie Brustkrebs

Lungenerkrankungen werden bald vierthäufigste Todesursache

London (pte/13.09.2005/09:15) – Viele Frauen sind sich der Gefahren von
chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) nicht bewusst. Zu
diesem Ergebnis ist eine Studie der British Lung Foundation
http://www.britishlungfoundation.org.uk gekommen. In Großbritannien
sterben nahezu gleich viele Frauen an COPD wie an Brustkrebs. Die
Erkrankungszahlen steigen ständig und bald sollen diese Krankheiten die
vierthäufigste Todesursache bei Frauen sein. Nur ein Prozent der
befragten 1.200 Frauen gab jedoch an, dass COPD zu ihren größten
gesundheitlichen Ängsten gehört. Die Teilnehmerinnen fürchteten
Brustkrebs am meisten. 27 Prozent der Frauen gingen fälschlicherweise
davon aus, dass die meisten Frauen in Großbritannien an Brustkrebs
sterben. Tatsächlich sind Herzerkrankungen die häufigste Todesursache.

Raucherinnen waren sich der Gefährdung durch COPD etwas bewusster.
Rauchen erhöht das Risiko einer Erkrankung um das 13fache. Zu COPD
gehören die chronisch obstruktive Bronchitis und Lungenemphyseme. Das
Passivrauchen, Staub und Dämpfe gehören ebenfalls zu den möglichen
Verursachern einer Erkrankung. In seltenen Fällen können die Ursachen
auch genetisch bedingt sein. Derzeit sterben laut BBC rund 12.000
Frauen jährlich an COPD. Nur 15 Prozent der befragten Frauen reihten
COPD unter ihre am meisten gefürchteten Krankheiten. Tatsächlich
sterben an diesen Krankheiten mehr Frauen als an Eierstockkrebs und
Gebärmutterhalskrebs zusammen. Die Anzahl der COPD Erkrankungen bei
Männern hat laut BLF einen bestimmten Plateauwert erreicht. Frauen sind
deutlich anfälliger. Es wird angenommen, dass die geringere Größe der
Atemwege dafür verantwortlich sein könnte. Anders als in anderen
europäischen Ländern, raucht rund ein Viertel der Britinnen. Die Anzahl
der jüngeren Raucherinnen nimmt laut BLF ständig zu.

Wie Ärzte die Diätberatung verbessern könnten

Übergewicht: Wie Ärzte die Diätberatung verbessern könnten
Stuttgart, Mai 2013 – Obwohl die WHO die Fettleibigkeit heute als behandlungsbedürftige Krankheit einstuft, wird nur wenigen Patienten eine medizinische Diät verordnet. Eine Ernährungswissenschaftlerin empfiehlt in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2013) die Unterstützung durch kommerzielle Anbieter. Ein solches Abnehmprogramm war jüngst in einem Vergleich erfolgreicher als haus- und fachärztliche Empfehlungen.
An der internationalen Studie nahmen über 700 Übergewichtige aus England, Australien und Deutschland teil. Sie waren nach dem Los auf eine intensive ärztliche Beratung oder auf das kommerzielle Programm der „Weight Watchers“ verteilt worden. Für alle Patienten war die Teilnahme kostenlos. Beide Diätberatungen waren erfolgreich, doch bei den Weight Watchers war die Gewichtsabnahme höher als unter der hausärztlichen Beratung. Das berichtet die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Christina Holzapfel, die an der Technischen Universität München den deutschen Teil der Studie betreute.
Die deutschen Teilnehmer hatten bei den Weight Watchers nach einem Jahr im Durchschnitt gut dreieinhalb Kilogramm abgenommen gegenüber rund zwei Kilogramm unter ärztlicher Anweisung. Die Teilnehmer, die ihre Diät durchhielten, speckten bei dem kommerziellen Programm im Durchschnitt sogar fünf Kilogramm ab, etwa doppelt so viel wie unter den ärztlichen Diäten. Noch deutlicher war der Unterschied bei den Teilnehmern, die ihr Körpergewicht um mehr als zehn Prozent senken konnten. Dies schafften bei den Weight Watchers 27 Prozent, unter ärztlicher Anleitung dagegen nur 12 Prozent.
Im Unterschied zu den Hausärzten, die in der Studie neun verschiedene Ernährungsstrategien verfolgten, haben die Weight Watchers nur ein Konzept. Im Prinzip hätten die von den Ärzten eingesetzten Methoden zur Gewichtsreduktion durchaus ein Verbesserungspotenzial, findet die Ernährungsexpertin Dr. Holzapfel. In der Praxis würden diese Diäten jedoch am Zeitmangel scheitern und daran, dass die Beratung von den Kassen kaum honoriert wird.
Viele Ärzte stehen kommerziellen Abnehmprogrammen aufgeschlossen gegenüber: In der Studie betrachteten etwa ein Drittel der Ärzte Initiativen wie die Weight Watchers als sinnvolle Alternative, um ihre Patienten bei der Gewichtsreduktion zu unterstützen. Auch die Patienten fühlten sich dort gut aufgehoben: Rund 88 Prozent gaben an, ausreichend oder viel Unterstützung erhalten zu haben. Unter der ärztlichen Beratung waren es immerhin knapp 72 Prozent. In der Arztpraxis fühlten sich aber fast dreimal so viele Patienten „nicht genug“ unterstützt. Ein Grund könnte die fehlende Honorierung der Ärzte sein, glaubt Dr. Holzapfel. Das deutsche Gesundheitssystem erkenne im Gegensatz zur Weltgesundheitsorganisation Fettleibigkeit nicht als Krankheit an. Entsprechende Therapieleistungen würden deshalb nur sehr begrenzt erstattet.
Die Studie wurde von Weight Watchers International finanziert. Die Initiative war zuvor von den Ernährungswissenschaftlern ausgegangen, die die Studie für das britische Medical Research Council konzipiert hatten. Die Ergebnisse wurden ohne Einfluss durch den Sponsor ausgewertet. Dr. Christina Holzapfel und eine Kollegin wurden über Studienmittel finanziert. Der Studienleiter Prof. Hans Hauner, der an der Technischen Universität München den Lehrstuhl für Ernährungsmedizin inne hat, ist Mitglied im International Scientific Advisory Board von Weight Watchers. Die Ärzte erhielten 500 Euro pro Teilnehmer, der die Studie abschloss.
A. Gstettner, C. Holzapfel, J. Stoll, H. Hauner:
Gewichtsreduktion: Evaluation der Möglichkeiten auf hausärztlicher Versorgungsebene und der Patientenzufriedenheit. Ergebnisse einer Gewichtsreduktionsstudie.
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2013; 138 (19);
S. 989-994