Archiv der Kategorie: Klassische Medizin

Pessimistische Prognose der Nach-Corona-Zeit – aber Nachdenkenswert

Die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht bringt die Vernunft ein helles Licht am Ende des Tunnels

Jean Pütz

(Morning Briefing) – Die Corona-Erkrankung des Gesundheitsministers, eines Mannes von Tatkraft und Besonnenheit, der in dieser Pandemie seine Rolle gefunden hat, macht betroffen. Sie zeigt, dass es jeden erwischen kann. Auch den Umsichtigen, den gut Informierten, den jungen Mann ohne Vorerkrankung, der von Ärzten gut beschützt wird. Ich wünsche Jens Spahn einen milden Krankheitsverlauf und danach gute Besserung.

Wir sollten seine Erkrankung nicht als neuen Höhepunkt eines medialen Spektakels begreifen, sondern als Zäsur, als Einschnitt in unsere bisherige Denk- und Debattenroutine. Diese Pandemie löst ein ökonomisches und soziales Beben aus, von dem wir erst die Vorläufer erleben. Eine Destabilisierung der bisherigen Weltordnung deutet sich an, die durch kein Kurzarbeitergeld verhindert werden kann. Fünf Dinge werden nie mehr sein wie zuvor:

1. Die bisherige Welt beruhte unausgesprochen auf dem Trickle-Down-Effekt, also auf der Annahme, dass wenn es dem oberen Drittel gut geht, auch das untere Drittel profitiert. Dies erweist sich in der Krise als Illusion. Die ökonomischen Eliten – der Staatsdienst, die Kernbelegschaften der Traditionsunternehmen und die von der Börse finanzierten Technologie-Start-Ups – haben sich vom prekären Teil der Arbeitswelt entkoppelt, da wo Tagelöhner, Leiharbeiter und Soloselbstständige sich nun im Überlebenskampf befinden.

2. Was in Amerika die Arbeitslosigkeit, ist in der Dritten Welt der Hunger. Soziale Unruhen, härter werdende Verteilungskämpfe und ein Anwachsen der Migrationsströme dürften mit Zeitverzögerung die Welt von morgen erschüttern. Bis der Impfstoff entwickelt und global verteilt ist, wird das Virus in immer neuen Wellen angreifen.

3. Die europäischen Sozialstaaten versuchen derzeit den Nachfrageausfall durch Billionen-Schulden zu kompensieren, was die Gegenwartsgesellschaft narkotisiert, aber das künftige Leben schwer belasten wird. Die Staatsverschuldung der Industriestaaten übersteigt signifikant heute schon das Niveau nach der Weltfinanzkrise und erreicht in Kürze den Stand der Weltkriegsjahre.

Damals konnte die Schuldenlast durch ein exponentielles Wirtschaftswachstum und insbesondere durch den Aufstieg der USA zur Weltwirtschaftsmacht zurückverdient werden. Die heutige Pandemie aber trifft – zumindest im Westen – auf reife Volkswirtschaften, die Jahre brauchen werden, um überhaupt das Vor-Corona-Niveau wieder zu erreichen.

4. Corona wirkt auf weite Teile der traditionellen Industrie wie eine Sterbehilfe. Der Retterstaat stützt und beteiligt sich in der Hoffnung, das Sterben zu verlangsamen. Doch die digitale Wertschöpfung ersetzt in beschleunigtem Tempo große Teile der Traditionswirtschaft, was im kometenhaften Aufstieg der Technologiebörsen seinen Ausdruck findet. Der von Yuval Noah Harari prognostizierte Einsatz der Mensch-Maschine, die besser und präziser operieren, rechnen und fliegen kann als der Chefarzt, der Controller und der Lufthansa-Pilot, wird dadurch beschleunigt. Homo Deus steht ante Portas – mit allem, was das für Millionen von gut bezahlten Jobs im Mittelbau unserer Gesellschaft bedeutet. Corona hat diese Entwicklung nicht ausgelöst, wohl aber beschleunigt.

5. Was als medizinisches Infektionsgeschehen begann und sich nun in den weitverzweigten Leitungssystemen der Globalwirtschaft fortsetzt, dürfte auch die politische Landschaft verändern. „Seuchen sind die sozialsten aller Krankheiten“, sagt Prof. Malte Thießen. Kosten-Nutzen Relationen, der Freiheitsbegriff, die Rolle des Staates und das Verhältnis gegenüber dem Anderen werden – sagt er – bei jeder globalen Seuche neu verhandelt. Es kommt, wir erleben das bei dieser Neu-Verhandlung zur gesellschaftlichen Kontroverse und womöglich zur Spaltung.

Fazit: Mit der Fortdauer der Pandemie verlängern sich die Schmerzen und vertiefen sich die Gegensätze. Die Welt von morgen wird eine andere sein.

Neue Impfstoffgewinnungsmethoden strafen Impfgegnern Lügen – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Soeben lese ich von einem ‚Arzt‘, der sich sogar als Doktor bezeichnen darf, und der bei Facebook ernsthaft eine Warnung vor jeglicher Impfung verkündet, gespickt mit Halbwahrheiten, u.a., dass alle Impfstoffe mit Quecksilber verseucht seien. Das ist wohl die erfolgreichste Masse der Verschwörungstheoretiker, der sich mittlerweile auch AFD und extrem Rechte bedienen.

Damit endlich auch in der Öffentlichkeit bekannt wird, dass die heutigen Impfstoffe nur noch Bruchstücke der krankmachenden Bakterien oder Viren enthalten -präzise gesagt, nur die DNA- oder DNR-Sequenzen, auf die das Immunsystem abwehrend reagiert. die Risiken und Nebenwirkungen sind in letzter Zeit extrem verringert worden. Ich verstehe nicht, warum es sich noch nicht herumgesprochen hat, dass die Aktivierung des menschlichen Immunsystems auf die beste Apotheke zurückgreift, die wir alle in uns tragen. Kein Medikament – nach der Erkrankung verabreicht – kann dem auch nur nahe kommen. Außerdem – und das hat mir ein bekannter Immunologe, Prof. Dr. Gerd Uhlenbrock aus Köln, eingetrichtert: Jede Impfung stärkt in hohem Maße das gesamte Immunsystem. nicht nur gegen die Krankheit, für die geimpft wurde. Deshalb finde ich es auch als klugen Vorschlag, die Kinder – im Gegensatz zu früher – gegen Grippe impfen zu lassen. Die neue Methode, Impfstoffe zu gewinnen, wird durch die Förderung der Forschung der beiden genialen Wissenschaftlerinnen aus der Helmholzgesellschaft unterstützt. Aus der Sicht eines kritischen Wissenschaftsjournalisten ist das der richtige Weg und straft hoffentlich allen Verschwörungstheoretikern Lügen

Jean Pütz

(mdc) – Zwei MDC-Wissenschaftlerinnen – Kathrin de la Rosa und Ilaria Piazza – werden mit ERC Starting Grants gefördert. Ihre Arbeit könnte eines Tages die Art und Weise verändern, wie wir Impfstoffe entwickeln und wie wir über den Einfluss kleiner Moleküle auf Genexpression und Krankheiten nachdenken.

Dr. Kathrin de la Rosa und Dr. Ilaria Piazza, beide Juniorgruppenleiterinnen am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), erhalten Starting Grants des Europäischen Forschungsrates ERC. Die begehrte Auszeichnung ist mit einer Förderung in Höhe von jeweils etwa 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre verbunden. Damit können Nachwuchsforscher*innen eigene Teams aufbauen und „high risk, high reward“-Forschung betreiben. Sie müssen seit ihrer Promotion zwei bis sieben Jahre Erfahrung gesammelt haben und über eine vielversprechende wissenschaftliche Erfolgsbilanz verfügen. In diesem Jahr erhalten 436 europäische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen ERC Starting Grants.

„Die ERC Starting Grants unterstützen in der Regel Projekte, die in anderen Zusammenhängen vielleicht scheitern würden, weil die Ideen, um es mal einfach auszudrücken, zu verrückt sind“, sagt Piazza, die die Arbeitsgruppe „Allosterische Proteomik“ leitet. De la Rosa, die Leiterin der Arbeitsgruppe „Immunmechanismen und humane Antikörper“ stimmt zu: „So können wir uns an riskantere Hypothesen heranwagen.“

Kleine Interaktionen, große Wirkung?
Piazza untersucht das Zusammenspiel zwischen Proteinen und kleinen Molekülen (small molecules), bei denen es sich entweder um natürliche Metabolite oder um von Menschenhand hergestellte Medikamente handeln kann. „Wir wissen ziemlich viel darüber, wie Proteine miteinander oder mit Nukleinsäuren wie DNA oder RNA interagieren. Aber ihr Zusammenspiel mit Metaboliten oder Medikamenten in großem Maßstab zu ergründen, das ist neu“, sagt Piazza. 

Ihr Ansatz zur Analyse dieser Interaktionen ist innovativ: Sie kombiniert eine Protease – ein Protein, das andere Proteine zerkleinert oder „spaltet“ – mit Massenspektrometrie, also einer Maschine, die verschiedenste Segmente von Proteinen, die Peptide, erkennt und ausliest. Piazza vergleicht die Peptidketten eines Proteins, die einem kleinen Molekül ausgesetzt waren, mit denen, die keinen Kontakt hatten. Wenn sich die Ketten unterscheiden, ist das ein Hinweis: Es deutet darauf hin, dass das Protein anders geschnitten wurde, weil es an das jeweilige kleine Molekül gebunden war.

Die besondere Stärke des Ansatzes liegt darin, dass Piazza so Tausende Proteine gleichzeitig untersuchen kann, um zu sehen, welche von ihnen an ein bestimmtes kleines Molekül binden. Der „verrückte“ Teil ihrer Hypothese: Sie vermutet, dass ein Zusammenspiel von Proteinen und kleinen Molekülen innerhalb des Zellkerns die Genexpression direkt beeinflussen kann. Ihrer Ansicht nach sind diese Interaktionen der Schlüssel, um die Entstehung von Krankheiten zu erklären – denn im Gegensatz zu einer vorbestimmten Genetik spiegeln sie die Einflüsse der Außenwelt wider.

„Warum können Zwillinge, die das gleiche Erbgut teilen, verschiedene Persönlichkeiten haben und andere Krankheiten entwickeln“, fragt Piazza. „Wie wir leben und unsere Umwelt – das beeinflusst, wie die DNA in Proteine übersetzt wird. Und ich glaube, dass das Zusammenspiel von Proteinen und kleinen Molekülen eine enorme Rolle spielt, die noch völlig unerforscht ist.“ 

Vielleicht sei der Effekt am Ende kleiner als sie annimmt. Doch einen ERC Starting Grant zu bekommen, bestärke sie darin, der Idee nachzugehen, sagt Piazza. Dank der Förderung in Höhe von fast 1,7 Millionen Euro für ihr Projekt proteoRAGE kann sie ihr Labor erweitern, das sie seit diesem Jahr am MDC aufbaut. „Ich brauche mutige Menschen, die sich nicht scheuen, über den Tellerrand zu schauen“, sagt sie. 

Der Natur die erfolgreichsten Tricks abschauen
Kathrin de la Rosa, die seit 2018 ihr Immunologie-Labor 2018 am MDC leitet, konnte die Nachricht über die Förderung kaum glauben. „Erst als mir all jene, die mich bei der Bewerbung unterstützt haben, gratuliert haben, habe ich es realisiert und konnte den Erfolg feiern“, sagt sie. Sie bekommt fast 1,5 Millionen Euro für ihr Projekt AutoEngineering.

In dem Projekt will Kathrin de la Rosa körpereigene B-Zellen im Labor genetisch so verändern, dass sie Antikörper produzieren, die noch schlagkräftiger sind als ihre natürlichen Vorbilder. Allerdings wird de la Rosa dafür nicht auf die Gen-Schere CRISPR-Cas9 zurückgreifen. „Wenn diese Schere an der falschen Stelle schneidet, kann das unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Die Zellen können sogar zu Krebszellen werden“, sagt sie. Stattdessen will de la Rosa eine natürliche Fähigkeit der B-Zellen nutzen. 

B-Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen. Diese sind in der Lage, hochspezialisierte Antikörper zu bilden, die Eindringlinge im Körper erkennen und binden können. Damit locken sie wieder andere Abwehrzellen an, die den Erreger wie ein Virus, ein Bakterium oder einen Parasiten zerstören. Wenn die B-Zellen dem Erreger begegnen, werden sie aktiviert. Sie teilen sich und ihre DNA-Stränge brechen besonders oft an den Stellen, die die Erbinformation für die Antikörper kodieren. So entstehen nach dem Zufallsprinzip neue Antikörpervarianten, von denen manche noch besser an den Erreger binden können. Während einer Malaria können die Antikörper in seltenen Fällen sogar Segmente eines anderen Gens „stehlen“. Ein ganz neuer Rezeptor wird eingebaut, es bilden sich breit reaktive Antikörper. „Diesen Antikörpern kann ein Erreger viel schwerer entkommen, selbst wenn der Eindringling mutiert und seine Oberfläche verändert“, sagt de la Rosa.  

De la Rosa will diesen natürlichen Prozess des „Segment-Stehlens“, den sie und ihre Kolleg*innen 2016 zum ersten Mal beobachtet haben, Schritt für Schritt aufklären. Sie will die zugrundeliegenden Mechanismen verstehen und sie in der Petrischale nachstellen. „Zuerst müssen wir effiziente Wege finden, wie wir diese zelleigenen Mechanismen nutzen können. Wir möchten testen, ob unser Ansatz sicherer ist als der Einsatz zellfremder Gen-Scheren wie CRISPR-Cas9 und ihn dann anwenden, um schließlich neuartige Antikörper zu erzeugen“, sagt sie. „Stellen Sie sich nur vor, wir könnten der Natur ihre erfolgreichsten Tricks abschauen, um in Zukunft Erreger wie HIV, die unser Immunsystem überfordern, in Schach zu halten!“ Es reizt sie und ihr Team, an etwas zu arbeiten, das eines Tages ein völlig neuer Ansatz für Impfstoffe sein könnte, sagt de la Rosa. „Das wird eine spannende Reise.“

Wie kann verhindert werden, dass Coronaviren ins Herz eindringen?

(pte) – Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben einen Weg gefunden, das Coronavirus vom Eindringen in das Herz abzuhalten. Das Angiotensin-umwandelnde Enzym 2 (ACE2) gilt als Bindungsstelle und Einfallstor für SARS-CoV 2 in das Lungengewebe. Weil sich ACE2 auch in Herzmuskelzellen befindet, können die Viren auch das Herz befallen und dort massive Entzündungen auslösen. Details wurden im „Journal of Molecular and Cellular Cardiology“ publiziert.

Weitere Labortests nötig
„Vor allem ein Kandidat namens miR-200c konnte die ACE2-Aktivität in Herzmuskelzellen von Ratten und in im Labor aus Stammzellen hergestellten menschlichen Kardiomyozyten deutlich herunterregulieren“, sagt Studienleiter Christian Bär. Im nächsten Schritt muss das vielversprechende Ergebnis aus den Zellkultur-Versuchen nun in lebenden Organsimen überprüft werden, so der Wissenschaftler.

Sollte die Studie auch im Mausmodell erfolgreich verlaufen, könnte der Einsatz von miR-200c künftig eine wichtige Strategie im Kampf gegen Coronaviren sein – selbst dann, betonen die Forscher, wenn es einen wirksamen Impfstoff gibt. „Auch die Erreger der schweren Atemwegserkrankungen SARS und MERS gehören zu den Coronaviren, die über ACE2 in die Zellen gelangen“, so Bärs Kollege Thomas Thum. Daher sei es nicht unwahrscheinlich, dass sich auch bei einer künftigen Coronavirus-Pandemie dieser Mechanismus nutzen lässt.

Bewiesen: Masken erzeugen keinen Sauerstoffmangel

(pte) – Das Tragen von Gesichtsmasken führt zu keiner CO2-Vergiftung. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Michael Campos vom Miami Veterans Administration Medical Center und der University of Miami. Die Experten widerlegen damit das von Masken-Gegnern in Corona-Zeiten in Bezug auf das Tragen oft angeführte Gesundheitsrisiko. Die in den „Annals of the American Thoracic Society“ publizierten Ergebnisse beweisen das Gegenteil.

US-Veteranen untersucht
Die Forscher beurteilten Probleme mit dem Gasaustausch, also die Veränderungen der Werte von Sauerstoff und CO2, bei gesunden Personen und Veteranen mit COPD vor und während des Tragens einer chirurgischen Maske. COPD-Patienten müssen sich beim Atmen mehr anstrengen, was oft zu Kurzatmigkeit und Müdigkeit führt. Laut Campos sind die Auswirkungen auch bei Personen mit einer schweren Beeinträchtigung der Lungenfunktion minimal.

Das Gefühl der Atemlosigkeit, das manche gesunde Menschen erleben, ist laut dem Forscher nicht auf Veränderungen des Gasaustauschs zurückzuführen. Dafür verantwortlich sei vielmehr die Einschränkung des Luftstroms mit der Maske. Das sei vor allem dann der Fall, wenn bei Anstrengungen eine höhere Atemfrequenz notwendig werde.

Tragen gegen Infektionen
Campos betont indes die Wichtigkeit des Tragens von Gesichtsmasken zur Prävention einer COVID-19 Infektion. Ist keine chirurgische Maske verfügbar, wird von den Centers für Disease Control and Prevention eine Stoffmaske mit mindestens zwei Schichten empfohlen. Vor allem Patienten mit Erkrankungen der Lunge sollten eine Infektion verhindern.

Die Studienautoren räumen ein, dass die Ergebnisse durch die Größe des Samples eingeschränkt sein könnten. Die Population zeige jedoch deutlich, dass chirurgische Masken unter normalen Bedingungen keine Auswirkungen auf den Gastaustausch haben. Wichtig sei, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass das Unbehagen beim Tragen der Masken nicht zu unbegründeten Sicherheitsbedenken führen sollte und somit die Anwendung eines Verfahrens abschwächen könnte, das erwiesenermaßen die öffentliche Gesundheit verbessert.

Weitere Folgen von Covid-19

(pte) – COVID-19 führt laut der Australian National University auch bei Menschen zu einer schweren psychischen Belastung, die von der Krankheit gar nicht direkt betroffen sind. Die erste derartige australische Umfrage hat ergeben, dass Menschen in Ländern mit geringen Infektionszahlen und Todesfällen immer noch doppelt so häufig an Depressionen und Angstzuständen leiden. Diese Folgen sind oft auf finanzielle Belastungen und Unterbrechungen des Soziallebens zurückzuführen.

Psychische Verletzbarkeit
Laut Forschungsleiterin Amy Dawel ist bereits bekannt, dass Menschen, die erkranken bzw. ins Krankenhaus eingeliefert werden sowie deren Pfleger stärker betroffen sind. „Die Auswirkungen von COVID-19 auf die breitere Bevölkerung in relativ weniger betroffenen Ländern werden jedoch wahrscheinlich erheblich sein. Unsere Daten zeigen, dass die Nebenprodukte von COVID-19 die Bevölkerungen weitgehend beeinträchtigen. Es besteht Anlass zur Sorge, dass in Ländern mit strengen Restriktionen, die die schlimmsten Auswirkungen des Virus zu umgehen scheinen, die indirekten Auswirkungen der Pandemie übersehen werden.“

Das Team hat im März dieses Jahres fast 1.3000 australische Erwachsene befragt. Damals waren die ersten Restriktionen bereits in Kraft getreten. Die Behörden hatten die internationalen Grenzen sowie Bars und Restaurants geschlossen. Die sozialen Kontakte wurden ebenfalls eingeschränkt. Die Studienteilnehmer waren für die Bevölkerung repräsentativ. Es nahmen die gleiche Anzahl von Frauen und Männern sowie Personen aus allen Altersgruppen teil.

Finanzielle Nöte als Problem
Um eine Verzerrung der Ergebnisse zu verhindern, wussten die Teilnehmer vorab nichts über die Ziele der Studie. Stattdessen wurde die Umfrage in Panels zur Marktforschung integriert. Während der Rekrutierung für die Studie wurde weder COVID-19 noch die psychische Gesundheit erwähnt. Da die Umfrage in der Frühphase der Pandemie durchgeführt wurde, gaben nur 36 Teilnehmer an, dass sie eine entsprechende Diagnose erhalten oder engen Kontakt mit einer erkrankten Person hatten. Zusätzlich waren erst bei wenigen Personen Tests durchgeführt worden. Das Gleiche galt bei der Anzahl derer, die sich selbst in Isolation begeben hatten oder jemanden kannten, der über eine dieser Erfahrungen verfügte.

Überraschend war, dass Personen mit Kontakt zu COVID-19-Patienten keinen Zusammenhang mit Auswirkungen auf die psychische Gesundheit aufwiesen. Im Gegensatz dazu standen finanzielle Notlagen und Unterbrechungen bei der Arbeit sowie sozialen Aktivitäten deutlich mit Symptomen von Depressionen und Angstzuständen sowie einem geringeren psychischen Wohlbefinden in Verbindung. Das Arbeiten von Zuhause aus stand nicht mit negativen Auswirkungen in Zusammenhang. Psychische Probleme waren bei jüngeren Menschen häufiger, die weiblich waren oder angaben, bereits an einer psychischen Erkrankung gelitten zu haben. Details wurden in „Frontiers in Psychiatry“ veröffentlicht.

Honig und Propolis in der Zahnpflege – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Ich bin selbst Imker und habe in diesem Jahr über 150 kg Honig mit 4 bienen-Völkern geeerntet. Natürlich weiß ich auch, dass Honig und der antibakterielle Wirkstoff Propolis gesundheitlich Vorteile bringt. Beim Honig ist das erstaunlich, denn er enthält nicht nur wegen seiner Zuckerbestandteile eine Menge Kalorien, aber auch Zusatzstoffe, die dafür sorgen, dass der bienenstaat gesund bleibt. Das heißt, er unterstützt das natürliche kollektive Immunsystem des bienenvolkes. Dabei spielt aber auch Propolis eine Rolle, welches die Bienen zum Abdichten der Bienenwaben und als Schutz vor Eindringlichen nutzen. Propolis ist daher in der Naturmedizin ein wirksames Mittel wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften. Dass beide, Honig und Propolis, aber in der Zahnmedizin eingesetzt wird, ist mir neu. Offenbar hat ein Zahnarzt damit hervorragende Erfolge bei der Mundpflege erzielt. Deswegen gebe ich diese Information weiter. Allerdings um Werbung auszuschließen, habe ich seinen Namen unkenntlich gemacht

Jean Pütz

(pts) – Die heilenden Eigenschaften von Honig sind in vielen Kulturen seit Jahrtausenden bekannt. Auch in der westlichen Medizin wird Honig als entzündungshemmender, antibakterieller Zusatz zu vielen Medikamenten verwendet. Eine Praxis in Backnang, in der Nähe von Stuttgart, hat sich auf den Einsatz der Wundermittel aus dem Bienenstock in der Zahnmedizin spezialisiert. Der Zahnarzt und sein Team setzen bei Wurzelbehandlungen, Aphthen, Parodontose und Zahnfleischentzündungen erstaunlicherweise auf das süße Bienengold – Honig und Propolis.

Eines der größten Probleme bei Wurzelbehandlungen und invasiven Eingriffen im Mundraum, so die Experten der Praxis, sind Infektionen der Wunden. Die Patienten müssen essen und trinken, auch wenn die offene Wunde noch nicht weit genug verheilt ist. So können Keime und Bakterien eindringen. Ein Verschluss mit Propolis, aber auch Mundspülungen mit Propolis-Zusatz haben sich hier als wirksam erwiesen.

Bienenvölker stellen rund um die Aufzucht ihrer Larven viele verschiedene honigähnliche Substanzen her. Neben dem flüssigen Honig, der den Bienenhonig in der Wabe umschließt und nährt, wird auch das begehrte Königinnenfutter namens Gelee Royal produziert. Einer der wichtigsten Bestandteile des Stockes ist jedoch Propolis, ein formbarer Stoff aus Harzen und Bienenwachs, der den Bienenstock vor Bakterien, Viren und Pilzen schützt und steril hält.

Diese unglaublichen Eigenschaften werden auch in der modernen Medizin mittlerweile erkannt und gezielt eingesetzt. Die Zahnarztpraxis setzt Propolis bereits in vielen Bereichen ein. „Wir setzen hier auch auf die Eigeninitiative der Patientinnen“. „Honig kann nicht überdosiert werden, er kann aber den Heilungsprozess beschleunigen. Darum empfehlen wir beispielsweise bei einer Parodontitis, einen Löffel Honig nach der Behandlung in den Mund zu nehmen und so die Wirkstoffe über das Zahnfleisch aufzunehmen.“

Mehr Forschung rund um Propolis benötigt
Das Team der Praxis in Backnang ist sich sicher, dass hier noch weitere Anwendungsmöglichkeiten verborgen sind. Sie hoffen auf noch intensivere Forschung rund um Bienenprodukte, um ihren Patienten einen umfassenden Behandlungsplan mit Unterstützung der fleißigen Insekten anbieten zu können.

Ein Corona-Genesener ist noch lange nicht gesund – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Allen Bürgern ins Gästebuch die glauben, Covid-19 sei nur eine Art Grippe

Covid-19 ist nicht mehr von der Erdoberfläche zu verbannen, wir müssen damit leben, ob wir Verschwörungstheoretikern glauben oder nicht. Die vielen Anstrengungen, ein Impfserum zu finden und einzusetzen, steht und fällt mit der Tatsache, ob das Immunsystem wie bei anderen Seuchen – z. B. Pocken oder Kinderlähmung – in der Lage ist, eine Art Gegenwehr zu schaffen. Solange das nicht der Fall ist, sind wir auf Mund-Nase-Masken und Abstandhalten angewiesen. Es ist erwiesen, dass Aerosole – das heißt, kleinste Wassertröpfchen, die das Virus tragen, vorwiegend an dessen Verbreitung beteiligt sind. Deshalb ist die Maske so wirksam. Allerdings schützt die Maske nicht den Träger, sondern sein Gegenüber. Ohne wissenschaftliche Belege halte ich persönlich dagegen, indem ich auf die Maske vor Gebrauch ein paar Tropfen Teebaumöl gebe. Teebaumöl killt nicht nur Bakterien, sondern auch Viren sehr wirksam, sogar die hartnäckigsten Warzenviren, die sich damit auf die sanfteste Art entfernen lassen. Ein mit Pflaster befestigtes und mit Teebaumöl getränktes Tampon – mehrere Tage aufgetragen – wirkt Wunder. Diesen Tipp so nebenbei.

Ihr Jean Pütz

Nun empfehle ich Ihnen den Link zum Video mit Markus Lanz

 

 

Deutschland kommt besser durch die Corona-Krise als andere europäische Länder – Warum und weshalb?

(Spiegel) – Die Coronakrise trifft die Wirtschaft weltweit hart. Doch verglichen mit Ländern wie Frankreich, Italien, Großbritannien oder Spanien kommt Deutschland bislang glimpflich durch die Rezession. Das hat Gründe.

 

Nachwirkungen Nebenwirkungen einer Covid-19 Infektion

(LR) – covid-19 ist doch dann gefährlich wenn nur eine Infektion ohne Krankheit Symptome entstanden ist Punkt die Nachwirkungen sind schlimmer als die eigentliche Krankheit.

Das Coronavirus hatte im Laufe der vergangenen Wochen mehrere unangenehme Überraschungen parat. Dazu gehörte zunächst, dass sich Sars-Cov-2 als viel ansteckender erwies als der eigentlich eng verwandte Vorgänger Sars-Cov-1 in den Jahren 2002/2003. Auch die Annahme, dass es nur Risikogruppen wie Älteren oder chronisch Kranken ernsthaft etwas anhaben kann, erwies sich als falsch. Und die künstliche Beatmung, für schwere Fälle eine bevorzugte Behandlung, um die schweren Lungenschäden auszugleichen, da es noch keine Medikamente gegen die Covid-19 getaufte Erkrankung gibt, erweist sich viel zu oft als wenig hilfreich.

Zustand der Patienten verschlechtert sich, nachdem sie am Beatmungsgerät angeschlossen sind

Viele Mediziner beobachten, dass sich der Zustand von Covid-19-Patienten verschlechtert, sobald diese an ein Beratungsgerät angeschlossen wurden. In Italien starb der größte Teil der beatmeten Patienten. Krankenhäuser in den USA versuchen deshalb, die Beatmung so lange wie möglich hinauszuzögern. In Deutschland sterben 30 Prozent der Covid-19-Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt wurden. Wer die Behandlung mit künstlicher Beatmung überlebt hat, kann davon Schäden davontragen. So betont SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, selbst Arzt, dass nach längerer Beatmung „das spätere Demenzrisiko erhöht ist oder oft Nieren und andere Organe geschädigt werden“.

Die Berichte über Schäden an Lunge, Hirn und Herz häufen sich

Zwar wird gern betont, dass vier von fünf Corona-Erkrankungen mild verlaufen, etwa mit Fieber und trockenem Husten. Aber immer häufiger wird auch von dauerhaften Schäden an Lunge, Hirn oder Herz berichtet. Scheinbar harmlose Krankheitsverläufe führen plötzlich zu schweren Beeinträchtigungen, auch bei Nicht-Risko-Patienten.

Aktuell berichtet etwa das Universitätsklinik Innsbruck, dass es bei sechs Tauchern, die allesamt nicht stationär behandelt werden mussten, sondern zu Hause Covid-19 auskurierten, nicht nur mit dem Tauchen vorbei ist, sondern sie wohl lebenslang in Behandlung bleiben werden. Die Schäden an der Lunge seien irreversibel, sagt Oberarzt Frank Hartig. Das sei „schockierend“, weil man die Gründe dafür nicht verstehe. Ein junger Mensch, um die 40 Jahre alt, der sich wegen Corona eine Woche krank gefühlt habe, sei einen Monat später zur Kontrolle erschienen. Und der Röntgen-Befund zeige: Der vermeintlich gesunde Patient müsste angesichts der Lungenschädigung „eigentlich beatmet werden“.

Vereinzelt wurden auch neurologische Schäden durch Corona beobachtet

Das Robert-Koch-Institut (RKI) als oberste Behörde für Infektionskrankheiten betont zwar, es lägen bisher „nur wenige belastbare Informationen zu Langzeitfolgen von Covid-19 vor“, verweist dann aber selbst auf neue Studien, die neurologische Langzeitfolgen nahelegen. So werde von krankhaften Gehirnveränderungen und Hirnhautentzündungen berichtet. Auch Schäden am zentralen Nervensystem, die Lungenversagen begünstigten, wurden demnach beschrieben. Zudem könne man laut RKI auch Rückschlüsse aus der ersten Sars-Verbreitung ziehen. Hier wurden später verschiedene körperliche und psychische Langzeitfolgen entdeckt. So wurde von anhaltender Einschränkung der Lungenfunktion und geminderter physischer Leistungsfähigkeit, aber auch von Angststörungen, Panikattacken, Depressionen berichtet.

Lungenfibrose: Lunge wird steifer – das begünstigt Atemnot

Was bei beiden Sars-Varianten definitiv bereits gleichermaßen beobachtet wurde, ist das Auftreten von Lungenfibrose. Mit dem Begriff werden chronische Entzündungen des Lungengewebes beschrieben, die normalerweise etwa durch Rauchen oder Asbest begünstigt werden. Dabei vernarbt das Bindegewebe zwischen den Lungenbläschen. Auch wird die Lunge steifer, kann sich nicht mehr wie gewohnt ausdehnen. Das begünstigt Atemnot und ist unheilbar – im schlimmsten Fall sogar tödlich.

In Japan wiesen Ärzte Corona-Viren im Nervenwasser nach

Auch neurologische Erkrankungsanzeichen häufen sich. Eine Studie aus dem Corona-Ausbruchsort Wuhan macht bei etwa jedem Dritten Covid-19-Patienten Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Geschmacks- und Riechstörungen aus. Auch aus Italien werden Kopfschmerzen, Übelkeit und Bewusstseinsstörungen berichtet.
In Japan fanden Ärzte das Coronavirus im Nervenwasser des Gehirns eines 24-Jährigen, der nach Müdigkeit, Kopfschmerz, Übelkeit und Fieber plötzlich mit epileptischen Anfällen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Der Nasen-Rachen-Abstrich auf Sars-Cov-2 hingegen war negativ. Für die Deutsche Gesellschaft für Neurologie „verdichten sich damit die Hinweise, dass Covid-19 nicht nur ein pneumologisches Krankheitsbild ist“ – also Hirnhautentzündung statt Lungenentzündung. Es zeige sich, so DGN-Generalsekretär Professor Peter Berlit, „dass das Nervensystem bei Covid-19-Erkrankungen befallen sein kann, und zwar auch bei sehr jungen Patienten“.

Herzmuskel und Blutgefäße können durch das Corona-Virus geschädigt werden

Gefahr kann Corona auch für das Herz bedeuten. Von den Patienten mit schweren Verläufen haben ein Fünftel Herzmuskelschädigungen. Es scheint möglich, dass das Virus das Herz direkt angreift und zu bleibenden Schäden führt. Auch die Blutgefäße könnten betroffen sein, was Herzinfarkte und Schlaganfälle hervorrufen könnte. Für Joachim Thiery, Dekan der Medizinischen Fakultät der Kieler Universität, wo man jetzt in einer Datenbank Erkenntnisse zu erkrankten Norddeutschen sammeln will, ist Covid-19 „eine Systemerkrankung“, über die Ursachen und die Bekämpfung dieser Folgeschäden „wissen wir praktisch noch nichts“.

Offen ist auch, ob genesene Corona-Patienten anschließend immun sind

An Wissen fehlt es zudem in Sachen Immunität. So betonen RKI-Chef Lothar Wieler und Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, unisono, dass es noch völlig unklar ist, ob man nach durchgestandener Covid-19-Erkrankung auf Dauer immun ist. Oder man sich erneut anstecken kann und sich deshalb impfen lassen muss – vielleicht jährlich wie bei der Grippe. Wenn es denn einmal einen Impfstoff geben sollte.
Obwohl mittlerweile also mehr als die Hälfte der in Deutschland Infizierten als geheilt gilt, heißt das nicht, dass all die mit dem Schrecken davongekommen sind. Es drohen diversen Betroffenen Langzeitfolgen oder erneute Ansteckung – und damit Schrecken ohne Ende. Zumindest so lange es keine Therapie und keinen Impfstoff gibt.
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Hintergründe zum Coronavirus in der Lausitz finden Sie in diesem Dossier.

Neuer Wirkstoff für Medikamente gegen Corona ?

(pts) – Im Kampf gegen die weltweite Corona-Pandemie entwickelt das Berliner Forschungs- und Entwicklungsunternehmen ImmunoLogik ein Breitband-Virostatikum, das Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung zu einer schnellen Genesung verhelfen soll. Die als IML-206 bezeichnete Substanz blockiert zelluläre Strukturen, die sehr wahrscheinlich für die Vermehrung des Virus unerlässlich sind. Die Erwartung der Wissenschaftler ist, dass die Ausbreitung des Virus im Körper zuverlässig gestoppt werden kann.

„Wir glauben, dass unser neuartiger Wirkstoffkandidat wesentlich effektiver wirkt und dazu besser verträglich ist als die bislang getesteten umgewidmeten Medikamente“, so Dr. Christian Setz, Geschäftsführer der Berliner ImmunoLogik GmbH. Da das Corona-Virus, wie alle Viren, mutiert, besteht bei vielen anderen, momentan getesteten Ansätzen, welche direkt Bausteine des Virus angreifen, die Gefahr, dass sich Medikamenten-Resistenzen bilden und die Therapie nach kurzer Zeit unwirksam wird. Diese Gefahr ist bei IML-206 sehr gering, da die Substanz nicht das Virus selbst, sondern genetisch stabile Bausteine der Wirtszellen, die weitaus weniger mutationsanfällig sind, beeinflusst.

Weiterhin ist diese Substanz sehr wahrscheinlich geeignet, um auch bei zukünftigen Ausbrü-chen von Coronaviren als zuverlässiges Breitband-Virostatikum zum Einsatz zu kommen, da die blockierten Bausteine der Zelle für eine ganze Bandbreite von Coronaviren unerlässlich sind. Anders als bei den zurzeit im Test befindlichen umgewidmeten Medikamenten, sind beim Einsatz von IML-206 zudem weniger Nebenwirkungen zu erwarten.

Hilfreiche Erkenntnisse aus der HIV-Forschung
Die Forscher von ImmunoLogik haben bereits sehr viel Know-how zu dieser Wirkstoffklasse aus ihrer jahrelangen Forschungsarbeit zur Bekämpfung des HI-Virus sammeln können. Hier ist das Ziel, mit einem Wirkstoff derselben Substanzklasse wie IML-206 den Ausbruch von AIDS bei austherapierten Patienten zu verhindern. Wie auch bei einer SARS-CoV-2-Infektion, gibt es bei HIV-Patienten das Risiko einer Resistenzbildung und von Unverträglichkeiten aufgrund von Nebenwirkungen der bislang eingesetzten Medikamente. Beide Entwicklungsprojekte laufen derzeit parallel und werden sich in den Studienergebnissen ergänzen. Erste Tests für IML-206 an menschlichen Probanden sollen 2022 beginnen.

Allein in den letzten zwei Jahrzehnten traten zwei aus dem Tierreich stammende Coronaviren – SARS und MERS – auf und verursachten teils lebensbedrohliche Erkrankungen. „Nach dem Ende des Ausbruchs von SARS endete damals unglücklicherweise auch die intensive Forschung an einem Wirkstoff gegen neu auftretende Coronaviren, sonst wären wir heute wahrscheinlich bereits besser gewappnet. Dieser Fehler sollte bei der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie nicht wieder passieren“, sagt Dr. Christian Setz. „Solche Coronavirus-Pandemien werden aller Voraussicht nach auch in Zukunft immer wieder auftreten. Daher ist die Entwicklung eines wirksamen Breitband-Virostatikums unerlässlich“, so Setz weiter.

Über ImmunoLogik
Die ImmunoLogik GmbH mit Sitz in Berlin wurde 2012 gegründet mit dem Ziel, antivirale Wirk-stoffe zu entwickeln. Der Schwerpunkt der Forschung liegt auf der Entwicklung eines Wirkstoffes für die Behandlung von austherapierten HIV-Patienten, um den Ausbruch von AIDS zu verhindern. Im Februar 2020 wurde diese Forschungsarbeit in Zusammenarbeit mit einem Forscherteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg um den Fokus der Behandlung von COVID-19-Patienten erweitert. Zur Finanzierung der weiteren Forschungsarbeiten startet ImmunoLogik eine Kampagne auf der Crowdinvesting-Plattform Aescuvest und ist damit Teil der Allianz #CrowdBeatsCorona. Strategischer Investor ist die Athenion Gruppe, die der ImmunoLogik im Verbund Zugriff auf interdisziplinäre Expertenteams aus Wirkstoffentwicklung, Projekt- und Qualitätsmanagement, Spezialisten im Bereich Business Development und Patentrecht ermöglicht.