Archiv der Kategorie: Klassische Medizin

Ähnliche Phagengemeinschaften im Darm von Menschen und Primaten

(Uni Kiel) – Internationales Forschungsteam unter Kieler Beteiligung ergründet ökologische und evolutionäre Ursprünge von Phagengemeinschaften als Teil des menschlichen Mikrobioms

Wir leben in einer von Mikroorganismen beherrschten Welt. Sie existierten bereits lange auf der Erde, bevor die ersten vielzelligen Lebewesen entstanden. Als Teil eines Metaorganismus, also der Gemeinschaft eines komplexen Lebewesens mit besiedelnden Mikroorganismen, sind sie auch heute zentraler Bestandteil des Lebens auf unserem Planeten und für die Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze von großer Bedeutung. Zu dieser mikrobiellen Besiedlung eines Lebewesens, dem sogenannten Mikrobiom, zählen auch verschiedene Viren. Bei den Viren, die mit dem Menschen assoziiert sind, handelt es sich meist um Phagen, die im Darm vorkommen. Phagen sind spezielle Viren, die Bakterien infizieren. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat nun die Ursprünge der Phagengemeinschaften im menschlichen Darm untersucht. Dazu haben die Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Forschenden unter anderem vom Berliner Robert-Koch-Institut (RKI), den Max-Planck-Instituten für Evolutionsbiologie und Evolutionäre Anthropologie und der Duke University in North Carolina und weiteren Partnerinstitutionen die Phagen nicht-menschlicher Primaten analysiert, also der nächsten lebenden Verwandten des Menschen. In einem vergleichenden Ansatz untersuchten sie die Darmphagen von 23 wild lebenden Primatenarten, die in sehr unterschiedlichen Ökosystemen auf der ganzen Welt vorkommen. Diese verglichen sie mit den Phagengemeinschaften von Menschen, die in Europa und Afrika leben. Es zeigte sich, dass in wilden Primaten nah verwandte Arten der meisten mit dem Menschen assoziierten Phagen zu finden sind. An der Kieler Universität trugen Forschende im Rahmen des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“ in der Genomsequenzierung und Auswertung der generierten Daten zu dieser Arbeit bei. Die neuen Ergebnisse veröffentlichte das internationale Forschungsteam kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS).

Spiegelbild der evolutionären Entwicklung der Primaten
Die Forschenden untersuchten zunächst die evolutionären Beziehungen der Primaten-Phagen untereinander. Sie fanden heraus, dass die Verwandtschaftsbeziehungen einiger Gruppen von Phagen untereinander auch die evolutionäre Geschichte der Primaten widerspiegeln, die sie beherbergen. Dieser Zusammenhang wurde zuvor auch bei den Bakterien des Darmmikrobioms beobachtet. Dieses Muster, das wissenschaftlich auch als Ko-Divergenz bezeichnet wird, deutet darauf hin, dass einige Phagen über Millionen von Jahren eine Assoziation mit bestimmten Primatenstämmen aufrechterhielten. Dies ist auch überraschend, weil diese Primaten in einigen Fällen das gleiche Ökosystem mit anderen Primaten mit abweichenden Phagengemeinschaften teilten und diese in einigen Fällen diese sogar regelmäßig fraßen. Dr. Sébastien Calvignac-Spencer vom RKI erklärt: „Wir haben manchen Fällen Muster der Ko-Divergenz zwischen Primaten und den Viren, die sie infizieren, beobachtet. Dies zeigt, dass einige Viren eine enge Beziehung zu ihren Wirten über evolutionäre Zeitskalen beibehalten. Aber Phagen infizieren Bakterien, keine Primatenzellen. Daher waren wir sehr überrascht, dass auch einige Phagen ähnliche evolutionäre Muster zeigen“.

„Das Projekt ist Teil einer größeren Forschungszusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Fabian Leendertz am Robert-Koch-Institut, für das wir in Kiel Sequenzierdaten produziert haben, die wir nun auf verschiedenste Weise gemeinsam untersuchen“, sagt Dr. Malte Rühlemann vom CAU-Institut für Klinische Molekularbiologie (IKMB). „Ziel unseres Projekts im SFB1182 ist es, die Mechanismen zu verstehen, die bestimmen, warum das menschliche Mikrobiom so aussieht, wie wir es beobachten. Die evolutionäre Betrachtung der Phagengemeinschaften in Menschen und nicht-menschlichen Primaten stellt dabei einen wichtigen Baustein dar und ist in dieser Form bisher einzigartig“, so Rühlemann weiter.

Phagen gehen langfristige Assoziationen mit Wirten ein
Angesichts der Tatsache, dass einige Phagen langfristige Assoziationen mit bestimmten Primatenarten bilden, wollten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachvollziehen, wie solche langfristigen Assoziationen aufrechterhalten werden. Sie fanden zum Beispiel heraus, dass benachbarte soziale Gruppen von Pavianen einzigartige Phagen-Gemeinschaften beherbergen. In diesen Gruppen weisen insbesondere solche Tiere sehr ähnliche Phagen-Gemeinschaften auf, die sozial eng verbunden sind und sich zum Beispiel gegenseitig bei der Körperpflege unterstützen – unabhängig von ihrem genetischen Verwandtschaftsgrad. Erstautor Dr. Jan Gogarten vom RKI merkt an: „Unsere Studie unterstreicht die Bedeutung von Langzeitbeobachtungsstudien an wilden Primaten, wie beispielsweise im Amboseli Baboon Research Project in Kenia. Auf diesem Weg lassen sich Fragen beantworten, die sich beim Menschen kaum untersuchen lassen. So werden zum Beispiel einige dieser Paviangruppen seit Jahrzehnten beobachtet. Daher sind dort die Verwandtschaftsverhältnisse und sozialen Gefüge in den Tiergruppen sehr gut bekannt. Zudem sammeln die Forschenden häufig Kotproben, was eine langfristige Beobachtung der Mikrobiomzusammensetzung ermöglicht. Eine solche detaillierte Auflösung von Daten gibt es für menschliche Populationen nicht.“ Die Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass auch soziale Interaktionen beim Menschen einen Einfluss auf die Übertragung von Phagen haben könnten – was in künftigen Forschungsarbeiten zu klären ist.

In einem nächsten Schritt untersuchten die Forschenden, wie flexibel oder dauerhaft die Verbindungen von Primaten und ihren Phagengemeinschaften sind. Wildlebende Primaten haben ihre Phagenzusammensetzung im Prinzip über Millionen von Jahren beibehalten. Das Forschungsteam analysierte Phagen, die in Primaten in Zoos leben. Sie fanden heraus, dass Primaten in Gefangenschaft die Phagen verlieren, die sie normalerweise in freier Wildbahn beherbergen. Insgesamt bietet die Studie neue Einblicke in die evolutionären und ökologischen Ursprünge der mit dem Menschen assoziierten Phagen und eröffnet interessante Perspektiven für weitere Forschungsarbeiten.

Co-Autor Professor John Baines, der die Sektion für Evolutionäre Medizin an der CAU leitet, fügt hinzu: „Angesichts der drastischen Veränderungen in unseren eigenen mikrobiellen Gemeinschaften, die während des Prozesses der Menschwerdung stattgefunden haben, und der aktuellen Plage von Zivilisationskrankheiten, die mit dem Mikrobiom in Verbindung stehen, kann die Bedeutung dieser unschätzbaren Informationen über die mikrobiellen Gemeinschaften unserer nächsten lebenden Verwandten nicht hoch genug eingeschätzt werden.“

Exemplarischer Brief zu den politischen Widersprüchen der Coronazeit – Brief eines Mathematikers

Diese persönliche Antwort eines kompetenten Mathematikers auf einen Brief von mir, möchte ich meinen Freunden nicht vorenthalten. Er beschreibt treffend die Kalamitäten zwischen Politik und Bürger. Wo bleibt die Vernunft der Machthabenden?

Jean Pütz

Briefantwort von Prof. Ulrich Trottenberg:

Lieber Jean,
Dein Einsatz für die Akademie und für mich persönlich beeindruckt mich sehr (und macht mich, was meine Person angeht, auch ein bisschen verlegen).
Ich schätze übrigens Armin Laschet auch sehr, ich fürchte nur, dass er durch die wechselnden Positionen, die er in letzter Zeit eingenommen hat, an Rückhalt in der Öffentlichkeit und auch in der CDU verloren hat. Aber ich denke wie Du, dass er in NRW bleiben sollte und dort seine insgesamt erfolgreiche Arbeit mit der FDP fortsetzen sollte. (Nur Yvonne Gebauer macht z.Z. keine besonders gute Figur, nach allem, was ich von meinen Enkeln über den Schulbetrieb so mitbekomme.)
Was unsere gemeinsame Sache und unsere Ziele angeht, ein algorithmisches Verständnis und damit eine aktive Offenheit für die fundamentalen digitalen Entwicklungen in die Schulen und möglichst auch in die Öffentlichkeit zu bringen – davon bin ich unverändert überzeugt. Dass wir, obwohl unsere Konzeption vom Schulministerium seit Monaten akzeptiert ist, immer noch mit ministerialbürokratischen und „vergaberechtlichen“ Hindernissen zu kämpfen haben, das kann einen schon mürbe machen. Nachdem wir immer wieder auf die Wünsche und Vorstellungen unseres Ansprechpartners im Ministerium eingegangen sind, erwarte ich jetzt vom Ministerium die Bewilligung unseres Antrags oder zumindest einen konstruktiven Vorschlag, wie es weitergehen kann.

 

Die bürokratischen Hindernisse, ob sie jetzt eher ein Ausdruck von Ängstlichkeit, von Überperfektion oder Inkompetenz sind, findet man ja leider nicht nur im Digitalen, sondern drastisch auch im Impf-Chaos (das sich hoffentlich allmählich auflöst). Die Impfkommission Stiko hat m.E. grobe Fehler gemacht hat. Ich kann mir die statistische Inkompetenz der Stiko nur so erklären, dass die Mitglieder der Stiko zu einer Zeit benannt und berufen worden sind, als statistische Kompetenz noch keine besondere Bedeutung hatte. Aber dass die Politik (und nicht nur die Politik, sondern auch das RKI, das PEI, der Ethikrat usw.) die Stiko einfach so gewähren lässt und ihre Entscheidungen vom Stiko-Votum  abhängig macht, wie das geschehen ist – das ist kaum zu verstehen und zeigt m.E. ein strukturelles Problem.

 

Und wenn sich die Politik auf „die Wissenschaft“ oder „die Wissenschaftler“ beruft – auch daran störe ich mich. Es gibt „die“ Wissenschaft ja nicht, und in diesen auch wissenschaftlich extrem unübersichtlichen Zeiten schon gar nicht. Und wenn mit „den Wissenschaftlern“ die immer gleichen Talkshow-Wissenschaftler gemeint sind, ärgert mich das besonders. Natürlich gibt es in den Talkshows durchaus auch kluge, kompetente Beiträge. Aber wenn es z.B. um die Corona-Ausbreitungsmodellierung geht, sieht man meine für Modellierung hochkompetenten und aktiven Mathematik-Kollegen im Fernsehen überhaupt nicht.
In diesem Zusammenhang: Ich schätze Deine – bisweilen durchaus kontroversen – Diskussionsbeiträge sehr, z.B. Deinen Ostergruß. Wie Du sehe ich – trotz wissenschaftlicher und technologischer  Brillanz in vielen Bereichen – ein massives Umsetzungsproblem in Deutschland: eine unflexible (Ministerial-)Bürokratie und  mangelnde Risikobereitschaft. Wir hinken oft weit hinter den Möglichkeiten her. Da haben wir es mit einem Systemfehler zu tun, der sich in unvorhersehbaren Zeiten wie diesen besonders deutlich zeigt.
Ich bin ja dabei, einen möglichst einfachen Text zur „Corona-Mathematik“ zu schreiben. Das ist reizvoll, erweist sich aber als nicht ganz einfach, weil Corona eine Vielzahl mathematischer Teildisziplinen berührt. Der Text soll einerseits einfach und für die breite Öffentlichkeit verständlich sein, sollte aber nicht ins Banale abrutschen. Ich schreibe über Zahlen, Kurven, Statistik und Modelle. Das geht mit Dreisatz los und könnte bis hoch hinauf in stochastische Differentialgleichungssysteme (mit Zeitverzögerung) und darüber hinaus in die KI  führen. Das geht natürlich nicht. Da den richtigen, verständlichen Mittelweg zu finden – da bin ich noch dran.
Mit lieben Grüßen und noch einmal herzlichem Dank für Deine Unterstützung und Dein Engagement
Dein Ulrich

Auch Kinder durch Corona gefährdet

(Helmholtz) – Eine Studie des Helmholtz Zentrums München kommt zu dem Ergebnis, dass während der zweiten Corona-Welle drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert waren, als über PCR-Tests gemeldet. Zudem wiesen am Ende der zweiten Welle etwa achtmal mehr Kinder Antikörper gegen das Coronavirus auf als am Ende der ersten Welle. Die Ergebnisse besitzen Relevanz für Entscheidungen über Maßnahmen zu Eindämmung des Pandemiegeschehens.

Die Häufigkeit von SARS-CoV-2-Infektionen bei Kindern im Vorschul- und Schulalter ist ein wichtiger Maßstab, um über Kindergarten- und Schulöffnungen zu entscheiden. Mit der Screening-Studie „Fr1da“ untersuchen Forschende unter der Leitung von Anette-Gabriele Ziegler Kinder in Bayern auf ein Frühstadium von Typ-1-Diabetes. Bei diesen Tests werden Blutproben entnommen. Um diese wertvolle Studieninfrastruktur auch für die Corona-Pandemiebekämpfung nutzbar zu machen, beschloss die Forschungsgruppe im letzten Jahr, auch SARS-CoV-2-Antikörpertests mit besonders hoher Genauigkeit in ihre Untersuchungen mit einzubeziehen. Noch während der ersten Welle im Frühjahr 2020 ergaben die Testergebnisse bei den untersuchten Kindern eine SARS-CoV-2-Antikörperhäufigkeit von 0,87 Prozent. Dies bedeutet, dass sechsmal mehr Kinder in Bayern mit dem Coronavirus infiziert waren als über PCR-Tests gemeldet (Link zur Pressemitteilung).

Mehr Infektionen während der zweiten Welle
Durch die Fortführung der Fr1da-Studie in Bayern stellen die Wissenschaftler:innen nun fest, dass der Nachweis von SARS-CoV-2-Antikörpern während der zweiten Welle im Herbst und Winter deutlich erhöht war. Vorschulkinder wiesen im Testzeitraum zwischen Oktober 2020 und Februar 2021 eine Antikörperhäufigkeit von 5,6 Prozent auf. Bei Schulkindern, die von November 2020 bis Februar 2021 getestet wurden, lag der Wert sogar bei 8,4 Prozent. Insgesamt war die Antikörperhäufigkeit am Ende der zweiten Welle (Januar und Februar 2021) etwa achtmal höher als am Ende der ersten Welle (April bis Juli 2020). Außerdem zeigten die Ergebnisse, dass in der zweiten Welle drei- bis viermal mehr Vorschul- und Schulkinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert waren als über PCR-Tests gemeldet.

Viele Kinder sind asymptomatisch
Markus Hippich, Erstautor der Studie und Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München, sagt: „Dass die Häufigkeit der Infektion bei Kindern höher ist, als durch die PCR-basierte Virusüberwachung gemeldet, ist wahrscheinlich zum Teil auf asymptomatische Fälle im Kindesalter zurückzuführen.“ Von den 446 Kindern, die in der zweiten Welle positiv getestet wurden, füllten 92,6 Prozent Fragebögen zu Symptomen aus. Der Anteil antikörperpositiver Kinder ohne Symptome lag bei den Vorschulkindern bei 68,0 Prozent. Bei den Schulkindern waren es 51,2 Prozent.

Der starke Anstieg der SARS-CoV-2-Infektionen während der zweiten Welle ist nach Vermutung der Forschungsgruppe Ergebnis einer Kombination verschiedener Ereignisse. Dazu gehören eine allgemein höhere Virusexposition im Herbst und Winter, Schulöffnungen und neue, infektiösere Virusvarianten. Studienleiterin Anette-Gabriele Ziegler erklärt: „Oft wird angenommen, dass Kinder eine geringere Anfälligkeit für eine SARS-CoV-2-Infektion haben als Erwachsene. Die Datenlage dazu ist jedoch spärlich. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich, dass sowohl Kinder im Vorschul- als auch im Schulalter für eine SARS-CoV-2-Infektion empfänglich sind. Um das Infektionsgeschehen in dieser Bevölkerungsgruppe besser in den Griff zu bekommen, könnten entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung der Virusausbreitung in Kindergärten und Schulen hilfreich sein.“

Antikörper über mehrere Monate nachweisbar
Innerhalb der Studie konnten Kinder, die positiv auf SARS-CoV-2-Antikörper getestet wurden, eine weitere Probe zur Überprüfung der Entwicklung des Antikörperstatus abgeben. Die Wissenschaftler:innen beobachteten, dass der Titer der Antikörper im Blut innerhalb eines Zeitraum von durchschnittlich drei Monaten nach der ersten Probe zunahm. Insgesamt blieben 64 von 66 Kindern in der Nachverfolgung positiv für SARS-CoV-2 Antikörper. Die Forschungsgruppe geht davon aus, dass dies weniger das Ergebnis einer erneuten Infektion als vielmehr der natürliche Verlauf nach einer Corona-Infektion ist.

Kein Zusammenhang zwischen Typ-1-Diabetes und COVID-19 bei Kindern
Die Fr1da-Studie untersucht Kinder in Bayern bis zu einem Alter von 10 Jahren auf präsymptomatischen Typ-1-Diabetes, der durch multiple Inselautoantikörper definiert ist. Weder während ersten noch der zweiten Welle konnte ein Zusammenhang zwischen präsymptomatischem Typ-1-Diabetes (positiver Test auf Inselautoantikörper) und einer durchgemachten Erkrankung an COVID-19 (positiver Test auf SARS-CoV-2-Antikörper) festgestellt werden.

Einschränkungen der Studie
Antikörper gegen SARS-CoV-2 sind erst nach einer bis vier Wochen nachweisbar. Deshalb können diese Messwerte nicht dafür genutzt werden, um Aussagen über das aktuelle Infektionsgeschehen zu treffen.

Über die Studie
Diese Studie wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) unterstützt. Förderer der Fr1da-Studie sind die LifeScience-Stiftung, JDRF und The Helmsley Charitable Trust.

Deutlich mehr Kinder mit SARS-CoV-2 infiziert

(pte) – Während der zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet. Zudem wiesen am Ende der zweiten Welle etwa achtmal mehr Kinder Antikörper gegen das Coronavirus auf als am Ende der ersten Welle. Zu dem Fazit kommen Forscher vom Helmholtz Zentrum München im Zuge der Screening-Studie „Fr1da“.

Asymptomatische Fälle
Vorschulkinder wiesen zwischen Oktober 2020 und Februar 2021 eine Antikörperhäufigkeit von 5,6 Prozent auf. Bei Schulkindern, die von November 2020 bis Februar 2021 getestet wurden, lag der Wert sogar bei 8,4 Prozent. Insgesamt war die Antikörperhäufigkeit am Ende der zweiten Welle (Januar und Februar 2021) etwa achtmal höher als am Ende der ersten Welle (April bis Juli 2020).

„Dass die Häufigkeit der Infektion bei Kindern höher ist, als durch die PCR-basierte Virusüberwachung gemeldet, ist wahrscheinlich zum Teil auf asymptomatische Fälle im Kindesalter zurückzuführen“, so Erstautor Markus Hippich. Von den 446 Kindern, die in der zweiten Welle positiv getestet wurden, füllten 92,6 Prozent Fragebögen zu Symptomen aus. Der Anteil antikörperpositiver Kinder ohne Symptome lag bei den Vorschulkindern bei 68,0 Prozent. Bei den Schulkindern waren es 51,2 Prozent.

Kinder bis zu zehn Jahre alt
Die Wissenschaftler beobachteten, dass der Titer der Antikörper im Blut innerhalb eines Zeitraum von durchschnittlich drei Monaten nach der ersten Probe zunahm. Insgesamt blieben 64 von 66 Kindern in der Nachverfolgung positiv für SARS-CoV-2-Antikörper. Die Forschungsgruppe geht davon aus, dass dies weniger das Ergebnis einer erneuten Infektion als vielmehr der natürliche Verlauf nach einer Corona-Infektion ist.

Die Studie untersucht bis zu zehn Jahre alte Kinder in Bayern auf präsymptomatischen Typ-1-Diabetes, der durch multiple Inselautoantikörper definiert ist. Weder während ersten noch der zweiten Welle konnte ein Zusammenhang zwischen präsymptomatischem Typ-1-Diabetes (positiver Test auf Inselautoantikörper) und einer durchgemachten Erkrankung an COVID-19 (positiver Test auf SARS-CoV-2-Antikörper) festgestellt werden.

Cholesterin, Leber und Darm: Neue Erkenntnisse

Dass der Darm und die Darmflora bzw. das Mikrobiom einen wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit insbesondere auf unser Immunsystem besitzt, habe ich schon vor 45 Jahren, allerdings im Vorwissenschaftlichen Raum, erkannt. Seinerzeit war ich einer der ersten, der in seiner ‚Wissenschaftsshow‘ die Deutschen Bürger über die Krankheit AIDS informiert hat. Ja, ich veranstaltete sogar  (1986) zusammen mit dem BR einen großen AIDS-Abend in der ARD.

Sie fragen sich, was das mit dem Mikrobiom zu tun hat?

Nun bei der AIDS-Krankheit greift das Virus die wichtigste Zentrale des Immunsystems an, das sind Bestandteile der weißen Blutkörperchen, genannt T4-Helferzellen. Genau wie bei Corona dringt das AIDS-Virus in diese Zelle ein und benutzt sie, um die Viren zu vervielfältigen. Die T4-Helferzellen sind dann außerdem nicht mehr in der Lage, die Armada von Gegenmaßnahmen zu erfüllen, die aus Fresszellen, Makophagen, Antikörper, Gedächtniszellen usw. bestehen. Mit dem Versagen des Immunsystems bricht die gesamte Abwehr zusammen, der Körper kann sich nicht mehr gegen das Eindringen der Krankheit wehren. Daran sind viele Menschen gestorben. Erst Jahrzehnte später gelang es Forschern, mit einem Cocktail von Medikamenten den AIDS-Kranken das Überleben zu ermöglichen.

Genau beim Entstehen der Armada weißer Blutkörperchen spielt der Darm mit seiner vielfältigen Flora eine entscheidende Rolle.

Das war der Grund, weshalb ich auf die Idee kam, dieses Mikrobiom zu unterstützen, in dem ich mit einer dänischen Firma eine Zusammensetzung  gefriergetrockneter Bakterien entwickeln ließ, um krankmachende Darmbewohner in Schach zu halten.

Außerdem kam ich auf die Idee, diese gefriergetrockneten Bakterien in Milch einzurühren, damit sie sich vermehren können, denn sie benötigen dazu den Milchzucker, die Lactose. So entsteht Joghurt einer speziellen Art. Diese Bakterien wurden so ausgesucht, dass sie die Magenschranke mit dem hohen salzsäurehaltigen Magensaft überwinden  und in größerer Menge in den Darm gelangen können.

Diese immunstärkenden Eigenschaften waren damals Spekulation, sozusagen im vorwissenschaftlichen Raum. 30 Jahre danach wurde meine Annahme bestätigt und bildet mittlerweile einen wichtigen Bereich der Forschung, in dem die Besiedlung unseres Körpers mit nicht nur krankmachenden Mikroben eine wichtige Rolle spielen. Den damaligen Namen ‚Lapida‘ erhielten diese probiotischen Joghurt-Bakterien, weil in dieser Mischung bestimmte Lipido-Lactobazillen – die z. B. einem frischgeborenen Säugling die Verdauung der Muttermilch ermöglichen – enthalten sind.

Seit 40 Jahren profitiere ich von dieser Idee. Heute bin ich davon erzeugt, mein selbstgemachter Joghurt ist dafür verantwortlich, dass ich 84 Jahre alt geworden, immer noch kerngesund und – nebenbei bemerkt – wegen des in der Milch enthaltenen Calciums noch keinen Zentimeter kleiner geworden bin. Ich nehme täglich 300 ml dieses Joghurts zu mir, nachdem ich Früchte der Saison oder gefriergetrocknete hineingerührte habe.

Jean Pütz

(pts) – Die Leber ist eines der wichtigsten Organe des Menschen, leidet aber still, wenn sie angegriffen oder überlastet ist. Genau das ist eine der großen Gefahren bei Übergewicht und zu hohem Cholesterin. Ein Team aus deutschen Forschern hat den ursächlichen Zusammenhang zwischen Mikrobiom und Darmgesundheit bestätigt und zeigt gleichzeitig auf, wie man das Cholesterin senken, die Leber entgiften und damit sein körperliches Wohlbefinden steigern kann.

„Der Schlüssel sind präbiotische Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavanone (Apigenin, Naringin und Naringenin), die sich mittelbar und unmittelbar auf den gesamten Fettstoffwechsel und leberschützend auswirken“, so Dr. Ing. Henning Rosenfeld, Wissenschaftler und Gründer von PhytoEffekt.

Mikrobiom ist die Tür zu unserer Gesundheit – Flavanone der Schlüssel
Bakterien in unserem Darm haben nicht nur die Aufgabe, bei der Verdauung zu helfen, sondern sie produzieren für uns aus ihrem eigenen Stoffwechsel diverse Botenstoffe, die direkten Einfluss auf die Gesundheit nehmen. Dazu gehören kurzkettige Fettsäuren (engl. Short Chain Fatty Acids – SCFA), die den Darm verlassen, in alle Gewebe eindringen und einen gesundheitsfördernden Effekt haben. Es gibt praktisch kein Organ mehr, das dadurch nicht durch die Darmbewohner beeinflusst wird.

Ohne Präbiotika gibt es kein gesundes Mikrobiom
Nur leider werden einige Pflanzenstoffe (insbesondere Flavanone) vom Körper ausgeschieden, bevor sie das Mikrobiom erreichen. In Zeiten des erhöhten Bedarfs müssen diese direkt in den Dickdarm eingebracht werden, wo der Hauptteil des Mikrobioms sitzt, um auch direkt ihre Wirkung zu entfalten. Der Effekt ist ein dreifacher:
1. Die Stoffe werden absorbiert.
2. Es ist Futter für die „guten“ Bakterien (Akkermansia spp.), was die Darmbarrierefunktion verbessert und die so Leber und Immunsystem entlastet.
3. Aus den Stoffen werden Metabolite erzeugt, die den Darm verlassen und sowohl Fett- als auch Zuckerstoffwechsel positiv beeinflussen.

Die Flavanone blockieren und fördern insgesamt drei Proteine aus dem Leberstoffwechsel, was zu einem verstärkten Abbau von Fettsäuren und letztlich zur Senkung des „schlechten“ LDL-Cholesterins führt. Über das Mikrobiom regen sie Stoffwechselprozesse an und bauen Fettsäuren ab, die normalerweise für die langfristige Lagerung aufbereitet werden. Das passiert in einem Ausmaß wie bei einer Fastenkur – nur ohne den ständigen Hunger- und Willenskampf.

„Die Flavanone genau dort hinzubringen, wo sie vom Körper ideal verarbeitet werden können, genau das ist uns mit den Kapseln von JO2-Phyto gelungen. Sie sind der Anfang einer Reihe von mikrobiomaktiven Pflanzenstoffen, deren positive Wirkung über den Dreifach-Effekt verstärkt wird und somit auf natürliche Weise vielfältige Leiden lindern, heilen oder vorbeugen kann“, so Dr. Ing. Henning Rosenfeld, der mit seinen Forschungsergebnissen die Fachwelt beeindruckt und damit vielen Zivilisationskrankheiten den Kampf ansagt.

JO2-Phyto ist ein mikrobiomaktives Nahrungsergänzungsmittel gegen Cholesterin und hohe Blutfettwerte
Durch diese bahnbrechende Entwicklung aus dem Labor von Phytoeffekt werden Leber und innere Organe entlastet, der Cholesterinwert normalisiert und ein ausgewogenes Mikrobiom im Darm hergestellt. JO2-Phyto-Kapseln sind vegan, enthalten rein natürliche Inhaltsstoffe.

Warnhinweis: JO2-Phyto enthält Grapefruitextrakt, der nicht zusammen mit bestimmten Medikamenten eingenommen werden darf. Das betrifft zum Beispiel drei der sehr häufig zur Cholesterinsenkung verordneten Statine: Atorvastatin, Lovastatin und Simvastatin. Schauen Sie am besten genau in der Packungsbeilage nach oder fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker, ob ihr Arzneimittel zusammen mit Grapefruit Probleme bereitet. Wenn das der Fall ist, verzichten Sie während der Behandlung komplett auf Grapefruit-Produkte.

Wie können Corona-Viren in der Raumluft reduziert werden?

(DPG) – Die Covid-19-Pandemie wird uns noch lange in Atem halten. Schutzscheiben können das direkte Infektionsrisiko mit Coronaviren in Schulen, Büros, Sitzungsräumen, Restaurants, Warte- oder Empfangsbereichen sowie an Kassen oder Theken in Geschäften allerdings wirkungsvoll reduzieren. In Kombination mit Raumlüftern sind sie wichtige Elemente zum Schutz gegen Ansteckungen.

Das zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, die ein neues Physikkonkret der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) vorstellt. Gestaltete man die Schutzscheiben clever, können sich Personen sogar eine Zeit lang über kurze Abstände ohne lästige Maske unterhalten. Die Mimik bleibt dadurch sichtbar, was in Handel, Verkauf und insbesondere im Schulunterricht wichtig ist. Masken müssen dann nur noch getragen werden, wenn kein ausreichender Abstand voneinander mehr möglich ist: Beim Laufen über Gängen beispielsweise oder wenn die Lehrerin oder der Lehrer der Schülerin oder dem Schüler am Platz etwas zu erklären hat.

Der Einbau von Schutzwänden sowie von Ventilatoren und mobilen Raumluftreiniger sollte daher nach Ansicht der Deutschen Physikalischen Gesellschaft konsequent gefördert werden. Über die Vorteile der technischen Lüftung informierte kürzlich auch ein Offener Brief, den die DPG veröffentlichte.

Viagra verlängert Leben von Herzkranken

(pte) – Männer, die an einer chronischen Erkrankung der Herzkranzgefäße leiden und wegen einer erektilen Dysfunktion Viagra einnehmen, scheinen länger zu leben und ein geringeres Risiko zu haben, einen Herzinfarkt zu erleiden. Das geht aus einer Studie des Karolinska Institutet hervor. Details wurden im „Journal des American College of Cardiology“ publiziert.

Potenzmittel gut verträglich
Viagra und auch das Konkurrenzpräparat Cialis hemmen das Enzym Phosphodiesterase5 (PDE5) im Penis, um den Blutfluss zu erhöhen. Da diese Hemmer den Blutdruck allgemein senken, wurden sie bisher aufgrund des angeblichen Risikos eines Herzinfarkts nicht für Männer mit Herzkrankheiten empfohlen. Schon 2017 konnte Holzmann mit seinem Team zeigen, dass herzkranke Männer Viagra und Cialis gut vertragen.

In ihrer Studie sind die Forscher mit S-PDE5-Inhibitoren einen Schritt weiter gegangen. Sie verglichen die Wirkung von Alprostadil, das direkt in den Penis gespritzt wird, und PDE5-Inhibitoren bei Männern, die chronisch herzkrank sind. Die Patienten sollten mindestens sechs Monate vor Beginn der Behandlung der erektilen Dysfunktion entweder einen Infarkt, eine Ballondilatation oder eine Bypass-Operation an der Koronararterie gehabt haben.

Neue Studie für finalen Beweis
„Das Risiko eines neuen Herzinfarkts ist in den ersten sechs Monaten am größten. Danach betrachten wir die Erkrankung der Herzkranzgefäße als stabil“, so Hauptautor Martin Holzmann. Endgültige Beweise für die These, dass Viagra und Cialis bei Männern mit Herzerkrankungen lebensverlängernd wirken, gibt es noch nicht. Es bestehe eine Art „Anfangsverdacht“, heißt es.

„Vieles deutet darauf hin, dass es einen Kausalzusammenhang gibt“, unterstreicht Holzmann. Um herauszufinden, ob es diesen Zusammenhang wirklich gibt, sei eine weitere Studie mit Männern nötig, die Viagra oder Cialis nehmen, und Männern, die das nicht tun. Die bisherigen Ergebnisse legten eine Überprüfung nahe, um Gewissheit zu bekommen.

Bei der Geburt: Baby findet von selbst zur Mutterbrust

(BZfE) – Stillen ist die natürliche Ernährung für Säuglinge, denn Muttermilch enthält alles, was Säuglinge brauchen. Um den Stillstart zu erleichtern, sind die ersten Stunden nach der Geburt entscheidend. Schon kurz nach der Geburt kann das Baby intuitiv den Weg zur Brust der Mutter finden. Wichtig sind dafür ungestörter Hautkontakt und Zeit. Mit kleinen Kriech- und Krabbelbewegungen erreicht es eigenständig die Brustwarze und beginnt zu saugen. „Dieser so genannte Breast Crawl wurde wissenschaftlich erstmals 1987 beschrieben,“ erläutert Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung. „Es ist faszinierend, wie eigenständig und zielstrebig neugeborene Babys ihren Weg zur Brust finden können.“

Unmittelbar nach der Geburt muss sich das Baby erst einmal ausruhen. Bäuchlings auf dem Bauch der Mutter liegend macht es dann kleine Bewegungen mit Kopf und Schultern, erste Mund- und Saugbewegungen folgen, das Baby öffnet die Augen und schaut die Mutter an. Nach kurzen Ruhepausen geht es weiter und nach rund einer Stunde hat das Baby die Brustwarze erreicht, selbstständig angedockt und zu saugen begonnen. Jedes Kind hat seine eigene Geschwindigkeit. Während der Geburt verabreichte Medikamente, etwa wegen einer Periduralanästhesie (PDA), können den Breast Crawl etwas verzögern.

Der direkte Haut- und Blickkontakt nach der Geburt fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind: Urvertrauen und Geborgenheit werden gestärkt und sein biologischer Rhythmus stabilisiert. Auch für das Stillen spielt der frühe Hautkontakt eine wichtige Rolle. Die Nationalen Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen des Netzwerks Gesund ins Leben empfehlen daher, Müttern und Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt den Hautkontakt zu ermöglichen.

Bei der Auswahl der Geburtsklinik können sich werdende Mütter erkundigen, ob ein ungestörter Stillstart in der Regel möglich gemacht wird: Wie sind die Abläufe nach der Geburt, wieviel Zeit haben Mutter und Kind im Kreissaal und findet die erste Vorsorge-Untersuchung auf dem Bauch der Mutter statt? Ob nach einer Spontangeburt oder nach einem Kaiserschnitt, einer Geburt in der Klinik, im Geburtshaus oder zu Hause: Oft lässt es sich gut einrichten, dass Mutter und Kind die wertvolle Zeit direkt nach der Geburt miteinander erleben können.

Bei all dem gilt: Jede Geburt und jedes Baby ist anders. Manchmal ist aus den verschiedensten – medizinischen – Gründen ein ausgiebiger, ungestörter Hautkontakt nicht möglich. Manchmal sind Babys zu erschöpft um selbstständig zur Brust zu finden oder der Start ins Leben verläuft anders als gedacht. „Kein Grund zu verzweifeln, dann kann die Mutter das Baby so früh wie möglich selber anlegen und ihm helfen, die Brust zu finden. Die Freude auf einen gemeinsamen Start ins Leben sollte im Vordergrund stehen“, so Flothkötter.

Vitamin D-Versorgung und Infektionsschutz – Keine Nahrungsergänzung nötig

(BZfE) – Können Vitamin-D-Präparate einer Infektion mit dem Corona-Virus vorbeugen bzw. den Schweregrad der Covid-19-Erkrankung reduzieren? Diese Frage wird derzeit in Fachkreisen diskutiert. Hintergrund: Vitamin D hat nicht nur wichtige Funktionen für den Knochenstoffwechsel, sondern trägt auch zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Wissenschaftler vermuten zwar, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Serumspiegel und einem erhöhten Infektionsrisiko bzw. für einen schweren Krankheitsverlauf gibt. Dennoch: Laut einer Fachinformation der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) reichen die Studienergebnisse nicht aus, um einen eindeutigen kausalen Zusammenhang zu erkennen.

Momentan gebe es keine Belege dafür, dass Vitamin D-Präparate bei Personen mit einer adäquaten Versorgung vor einer Infektion mit dem Virus schützen oder den Schweregrad der Erkrankung verringern können. Trotzdem empfiehlt die DGE grundsätzlich eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung. Da der Körper rund 80 bis 90 Prozent des Bedarfs durch die Sonneneinstrahlung in der Haut erhält, sollte man sich regelmäßig im Freien aufhalten. Den Rest sollte man durch Vitamin D-haltige Lebensmittel wie fettreiche Fische (zum Beispiel Hering, Makrele und Lachs) sowie Pilze und Hühnerei zu sich nehmen.

Bereits vor der Pandemie poppt das Thema „Vitamin D“ regelmäßig im Winter auf. Auch wenn dann weniger „Sonnenvitamin“ in der Haut gebildet wird, kann der Körper in den Frühlings- und Sommermonaten in der Regel ausreichend davon „tanken“. Er kann es speichern und in den Wintermonaten davon zehren. Mit Vitamin D angereicherte Lebensmittel wie Fruchtsäfte oder Milch, die immer häufiger in Lebensmittelregalen angeboten werden, sind nicht notwendig. Ebenso wenig wie Nahrungsergänzungsmittel.

Im Zweifel sollte man zunächst ärztlich abklären lassen, ob eine Unterversorgung vorliegt. Denn: Ein dauerhaftes Zuviel durch entsprechende Präparate kann beispielsweise zu Nierensteinen führen. Aufpassen müssen höchstens Risikogruppen wie ältere Menschen, die sich wenig im Freien aufhalten und vollverschleierte Frauen.

Wie funktioniert die mRNA-Methode ? Mit einer Einführung von Jean Pütz

Diese Innovation wurde überhaupt erst möglich durch die Erfolge der Nanotechnologie. Auf den Millimeter bezogen bedeutet das, dass es heutzutage möglich ist, in den Bereich eines Millionstel Millimeter gezielt einzugreifen. Die mRNA-Methode fußt auf der spontanen Bildung von Membranen, die jede Zelle umschließen. Wenn man im Lexikon nachschaut, wird dort von sogenannten Lipiden berichtet, aus denen diese Membranen bestehen. Aber präzise gesagt sind es Phospho-Lipide, Moleküle, die einen wasserliebenden Bereich besitzen und gleichzeitig einen fettliebenden. Deswegen können sie sich auch auf Grund ihrer elektrostatischen Eigenschaften zu Membranen zusammenfinden, sie sind sozusagen die Brückensubstanz zwischen wässrigen Körpersäften und den Fettbestandteilen. In der Kosmetik benutzt man sie als Emulgatoren.

Vor etwa vierzig Jahren machte eine französische Kosmetik-Firma Furore mit den sogenannten Liposomen, die allerdings unter einem normalen Mikroskop erkennbar sind. Nun muss man sich das in den Nanobereich vorstellen, und auch dort fügen sich die Phospho-Moleküle zu extrem winzigen Kügelchen zusammen, die mit noch kleineren Molekülen gefüllt werden könne. Z. B. durch die Genschere CRIPS aus einer Erbsubstanz herausgelösten RNA-Strängen. Das genau ist die geniale Methode, die es ermöglicht, die immunisierenden Teile einer Virus-RNA zu stabilisieren, in dem sie Mikro-Lipid-Kügelchen als Träger aufgenommen werden.

Jean Pütz

Präzise beschreibt diese Methode der folgende Artikel:

mRNA-Impfstoffe sind eine neue Art von Impfstoffen, die einen beispiellosen Aufschwung in der Grundlagen- und klinischen Forschung erlebt haben. Zur Jahreswende 2020 wurden zwei mRNA-Impfstoffe von der EU-Kommission zugelassen: BioNTech/Pfizer-Impfstoff kurz vor Weihnachten und dann Moderna-Impfstoff Anfang Januar. Diese Impfstoffe gehörten zu den ersten verfügbaren Impfstoffen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie und sie demonstrierten die Potenz und Vielseitigkeit der mRNA-Technologie zum Schutz vor Infektionskrankheiten.

Die fantastische Beschleunigung der Entwicklung von mRNA-Impfstoffen ist mit neuen Formulierungen verbunden, die auf Lipid-Nanopartikelsystemen (LNPs) basieren, die seit Jahrzehnten als innovative Verabreichungssysteme entwickelt werden.
Da diese neue Verabreichungstechnologie bei Hunderten von Millionen Menschen in der Europäischen Gemeinschaft und auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen wird, werden in diesem Webinar die wichtigsten Merkmale der Lipid-Nanopartikel (LNPs) vorgestellt, die für den mRNA-Impfstoff COVID-19 verwendet wurden, und es werden erste Erkenntnisse für die weitere Impfstoffentwicklung und darüber hinaus für neue mRNA-Therapien gewonnen