Archiv der Kategorie: Erde, Klima, Umweltschutz

10 Jahre Antarktisstation – sehr wichtig für die Klimaforschung

10 Jahre Neumayer-Station III

Wissenschaft und Politik betonen Bedeutung der deutschen Antarktisforschung

Die Antarktis ist ein eisiger, nur von Forschenden bewohnter Kontinent
jenseits des Südpolarkreises. Hier betreibt das Alfred-Wegener-Institut,
Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) unter extremen
Bedingungen eine Forschungsstation, in der ganzjährig Menschen leben und
arbeiten. Seit 2009 dient die Neumayer-Station III auf dem
Ekström-Schelfeis an der Küste des östlichen Weddellmeeres als Basis für
die deutsche Antarktisforschung. In diesen Tagen feiert die
Stationscrew zusammen mit einer Delegation aus Wissenschaft und Politik
das zehnjährige Jubiläum.

Extreme Kälte, tobende Stürme und eine scheinbar endlose Polarnacht. Die
Antarktis zählt zu den faszinierendsten Lebensräumen der Welt.
Gleichzeitig bestimmt sie maßgeblich unser Klima. Seit zehn Jahren
ermöglicht die Neumayer-Station III deutsche und internationale
Forschungsprojekte in der Antarktis. Nur wenige Kilometer entfernt von
den beiden Vorgängerstationen wurde sie über zwei Sommersaisons
errichtet und Anfang 2009 fertiggestellt. In einer Region, die selbst
nach antarktischen Verhältnissen noch als dünn besiedelt gilt, führen
die Observatorien an der Neumayer-Station III einzigartige Messreihen
fort, die bis in die 1980er Jahre zurückgehen. Gleichzeitig kommen Jahr
für Jahr neue Forschungsfragen hinzu. Dabei dient die Station auch als
Ausgangspunkt für Expeditionen ins antarktische Hinterland, auf denen
unter anderem Raupenkettenfahrzeuge und Polarforschungsflugzeuge des AWI
zum Einsatz kommen.

„Der antarktische Kontinent trägt die größten Eismassen der Erde, das
Südpolarmeer nimmt erhebliche Mengen von CO2 und Wärme auf, daher ist
die Forschung in dieser Region von elementarer Bedeutung. Um die
globalen Veränderungen zu verstehen, sammeln wir an der Neumayer-Station
III Daten über lange Zeiträume – von minutengenauen Wetterbeobachtungen
bis hin zur Erforschung der Klimageschichte anhand von Eisbohrkernen.
Zudem unterstützen wir Beobachtungen der antarktischen Lebensvielfalt,
von Pinguinkolonien bis zu den Kaltwasserkorallen unter dem dicken
Schelfeis“, betont AWI-Direktorin Antje Boetius.

Im Meteorologie-Observatorium der Station werden zum Beispiel regelmäßig
Sonden an einem Wetterballon gestartet, um Temperatur, Luftfeuchte,
Luftdruck, Wind und die Verteilung von Ozon in der Atmosphäre zu messen.
Weitere Schwerpunkte bilden Forschungen zur Luftchemie, zum Magnetfeld
der Erde, zum Meereis und zu einer Kolonie von Kaiserpinguinen. Seit
2017 wird an der Neumayer-Station III unter Projektleitung des Deutschen
Zentrums für Luft- und Raumfahrt das Gewächshaus EDEN-ISS getestet. Es
soll neue Wege bereiten, um Nutzpflanzen auch im All und in klimatisch
ungünstigen Regionen anbauen zu können. So gab es diesen Winter erstmals
regelmäßig frischen Salat für das Überwinterungsteam. Außerdem betreibt
die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hier eine von
weltweit 60 Infraschallstationen, die einen Beitrag zur Kontrolle des
Kernwaffenteststopp-Vertrags bildet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ist
ebenfalls an der Neumayer-Station angesiedelt und ermöglicht mit seinen
Vorhersagen sicheres Arbeiten auch außerhalb der Station. Darüber
hinaus berät der DWD im Dronning Maud Land genannten Teil der Antarktis
internationale Partner beispielsweise aus Russland, Norwegen und
Südafrika mit Flugwettervorhersagen.

Derzeit führt eine vierzehnköpfige Delegation unter der Leitung des
Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und
Forschung, Dr. Michael Meister, eine Inspektionsreise zur
Neumayer-Station III durch.

„Von der Notwendigkeit und der Relevanz der Polarforschung für uns alle
können wir uns in diesen Tagen persönlich überzeugen. Wir brauchen
vertiefte Kenntnisse über polare Prozesse, um das globale Klima und
seine Veränderungen besser zu verstehen und Handlungsempfehlungen daraus
abzuleiten. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eine wesentliche
Voraussetzung für nachhaltige politische Entscheidungen. Ich danke
allen Expertinnen und Experten aus Forschung, Technik und Logistik für
ihren Einsatz unter diesen unwirtlichen Bedingungen“, betont der
Parlamentarische Staatssekretär Meister.

„Helmholtz leistet mit seinen interdisziplinär ausgerichteten Zentren
und seinen beeindruckenden Forschungsinfrastrukturen wichtige Beiträge
zur Lösung großer Herausforderungen unserer Zeit“, sagt Otmar D.
Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Die langfristige
Forschung der Neumayer-Station III in der Antarktis ist ein
eindrucksvolles Beispiel dafür. Von den einmaligen Möglichkeiten, die
diese Station bietet, profitieren zahlreiche wissenschaftliche
Disziplinen, etwa die Wetter- und Klimaforschung, die Weltraumforschung,
Biologie, Geologie und viele weitere. Sie alle tragen letztlich dazu
bei, unsere Lebensgrundlagen zu schützen oder zu verbessern. Ich freue
mich, die Arbeit auf dieser außerordentlichen Forschungsstation jetzt
persönlich erleben zu können.“

Hintergrund Neumayer-Station:

Seit 1981 betreibt das AWI ganzjährig eine Forschungsstation in der
Antarktis. Benannt nach dem deutschen Polarforscher Georg von Neumayer
wurde 1981 die Georg-von-Neumayer-Station in Betrieb genommen. 1992
wurde sie durch die Neumayer-Station ersetzt, die wie ihre
Vorgängerstation eine Röhrenkonstruktion war. Die jetzige
Neumayer-Station III ist die größte und komfortabelste Station in der
Geschichte der deutschen Antarktisforschung. In den Sommermonaten finden
hier rund 50 Personen Platz. Die Überwinterungsteams setzen sich in der
Regel aus neun Personen zusammen. Im Gegensatz zu den meisten anderen
Forschungsstationen in der Antarktis beherbergt sie so gut wie alle
Arbeitsflächen, Aufenthaltsräume und Vorräte zentral unter einem Dach.
Sowohl beim Bau als auch beim Betrieb wurden höchste
Umweltschutz-Standards berücksichtigt. Die erzeugte Energie bleibt
soweit wie möglich in einem geschlossenen System und wird somit optimal
genutzt. Wenn die Station ihr vorgesehenes Alter erreicht hat, kann sie
zudem bis auf die letzte Schraube rückgebaut werden, sodass die Spuren
der Forschung in dieser schützenswerten Region so gering wie möglich
bleiben.

Die Lage verlangt dem Bauwerk allerdings harte Bedingungen ab. Rund 40
Zentimeter schiebt sich das Schelfeis jeden Tag in Richtung Küste und
gibt damit ein natürliches Verfallsdatum vor. So wird auch der
Untergrund, auf dem die Station steht, in der Zukunft als Eisberg
abbrechen – bei gleichbleibender Fließgeschwindigkeit des Eises dauert
dies aber noch über 100 Jahre. Außerdem müssen Gebäude in der Antarktis
einen endlosen Zutrag an Schnee aushalten. Die Neumayer-Station III
passt sich in dieser Hinsicht jedoch optimal ihrer Umgebung an. Im
Gegensatz zu den beiden Vorgängerstationen droht sie nicht, im Laufe der
Zeit von den Schneemassen zerdrückt zu werden. Stattdessen wird die
Station von 16 hydraulischen Stützen getragen. Regelmäßig heben
Techniker damit das gesamte Gebäude an. So wächst es mit der Schneedecke
und die Plattform liegt immer circa sechs Meter über dem Eis. Diese
ausgefeilte Technik beschert der Station eine deutlich längere
Lebenszeit als die beiden Vorgänger – mindestens bis 2035 soll sie noch
im Einsatz bleiben.

Neuer Sensor gibt tiefe Einblicke in Lawinen

Neuer Sensor gibt tiefe Einblicke in Lawinen

Radarsystem liefert exakte Messdaten für noch besseren Schutz

Christoph Baer: Lawinensensor rettet Leben (Foto: ruhr-uni-bochum.de, Kramer)

Bochum (pte021/30.11.2016/10:30) –

Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum http://ruhr-uni-bochum.de haben einen neuen Radarsensor entwickelt, der tiefe Einblicke in die
inneren Vorgänge von Schneelawinen ermöglicht. Das Messsystem ist
bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer
Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen
damit durchführen möchte. Das neue Wissen um Lawinen könnte dazu
beitragen, bessere Vorrichtungen zur Abwehr zu realisieren.

Dichte und Druck wichtig

"Was genau passiert, wenn sich eine Lawine den Berg
hinunterbewegt, weiß man nicht, da man sie bislang nur von außen
beobachtet hat", sagt Forscher Christoph Baer. Es ist bereits bekannt,
dass Lawinen aus mehreren Schichten bestehen, die sich wie Festkörper,
Flüssigkeiten oder staubhaltige Gase verhalten. Der neue Sensor erfasst
Variationen der Schneedichte in der Staubschicht.

Die Dichte hat unter anderem Auswirkungen auf den
Aufpralldruck der Lawine, welcher maßgeblich für ihre Zerstörungskraft
ist. Nur wenn die Schneedichte bekannt ist, lässt sich das
Lawinengeschehen korrekt strömungsmechanisch simulieren. Mittels Radar
erfasst das in Bochum entwickelte System, wie viele Schneepartikel sich
in der Staubschicht befinden. Je mehr Schnee enthalten ist, desto
langsamer breitet sich die Radarwelle aus. So können die Forscher
Rückschlüsse auf die Schneedichte ziehen und diese in Echtzeit
aufzeichnen.

Abgang noch 2016 erwartet

Der Sensor besteht aus Flugzeugaluminium, da er während
der Messung den enormen Kräften der Lawine standhalten muss. Er ist
etwa einen Meter lang, 30 Zentimeter dick und wiegt 70 Kilogramm. Eine
Lawine hat einen Aufpralldruck von bis zu sechs Bar. "Das entspricht
einem Druck von 3,5 Tonnen – also zwei Autos – auf die Fläche eines
DIN-A4-Blattes", erklärt Baer. "Sie rollt direkt über unseren Sensor. Es
ist eine Herausforderung, dass er an dem Testmast hängenbleibt und
brauchbare Messergebnisse liefert", weiß der Forscher.

Bis zum Jahresende rechnet das Wissenschaftler-Team vom Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung http://slf.ch mit ersten Schneefällen im abgesperrten Testgebiet Vallée de la Sionne.
Sollte dort nicht von selbst eine Lawine abgehen, wird sie am Ende des
Winters durch eine kontrollierte Sprengung ausgelöst. Das würde dann
wertvolle Messdaten liefern.

Klimaarchiv der Arktis geborgen

Köln, 28. Mai 2009. In den vergangenen sechs Monaten hat ein internationales Wissenschaftlerteam aus Russland, Deutschland, USA und Österreich ein Tiefbohrprogramm im äußersten Nordosten Russlands durchgeführt, um hunderte Meter Seesedimente, Impaktbrekzie und dauerhaft gefrorenen Boden zu bergen. Diese ermöglichen neue Einblicke in die Klimageschichte der Arktis, die Kraterbildung des Elgygytgynsees und in die Permafrostdynamik. Mit den ersten Ergebnissen der Bohrkampagne wurde Anfang Mai 2009 ein wichtiger Meilenstein erreicht. Die gewonnenen Bohrkerne werden in den nächsten zwei Jahren wesentliche offene Fragen der arktischen Erdgeschichte klären können.

Am äußersten Rand Nordostsibiriens, rund 900 Kilometer westlich der Beringstraße und 100 Kilometer nördlich des arktischen Polarkreises (67°30′ N, 172°05′ E) liegt der Elgygytgynsee, der vor 3,6 Mio. Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstand. Der See ist im Gegensatz zu den meisten anderen Gebieten dieser Breitengrade nie vergletschert gewesen ­ seine kontinuierlich am Grund des Sees abgelagerten Sedimente stellen somit ein unschätzbares Klimaarchiv der Arktis dar.

Internationale Wissenschaftler verschiedener Disziplinen haben sich zum Ziel gesetzt, dieses Archiv zu bergen. Nach einer Vorbereitungsdauer von elf Jahren begann Ende vergangenen Jahres eine groß angelegte Tiefbohrkampagne. Unter schwierigsten Bedingungen wurde an diesem abgelegenen Ort eine Infrastruktur für bis zu 40 Personen geschaffen ­ Unterkünfte, sanitäre Anlagen und Versorgungseinheiten.

“Bei Temperaturen bis zu -45°C benötigen Menschen und Technik ausreichend Energie, bspw. auch für die Lagerung der Bohrkerne bei konstanten positiven Temperaturen³, so Martin Melles von der Universität zu Köln, Projektleiter des El¹gygytgyn Drilling Projects auf deutscher Seite. Die für die Seebohrungen eingesetzte Bohrtechnik wiegt ca. 70 Tonnen, eine große Herausforderung für die sichere Positionierung auf dem Seeeis.

Ende vergangenen Jahres wurden zunächst mit Hilfe einer russischen Bohrfirma aus dem 260 Kilometer entfernten Pewek Permafrostbohrungen durchgeführt. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Trotz starker Schneestürme und tiefer Temperaturen erreichte das Team eine Bohrtiefe von 142 Metern. Die erbohrten Kerne enthalten Informationen zur Geschichte des Permafrostes und dessen Einfluss auf die Seesedimentation. “Man kann an den Bohrkernen auch Seespiegelschwankungen ablesen³, so Georg Schwamborn von der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts, der die Permafrostbohrungen leitete. Von großer Bedeutung ist auch die Installation einer Temperaturmesskette in dem Bohrloch durch die Wissenschaftler aus Potsdam. Sie dokumentiert die aktuell stattfindenden Veränderungen im Permafrostboden. Deren Verständnis ist für die Klimaforschung von hohem Wert, da eine Freisetzung der im Permafrost gebundenen Gase beim Auftauen den Treibhauseffekt weiter verstärken könnte.

Die gerade abgeschlossenen Seebohrungen sind nicht minder erfolgreich verlaufen: Bis in insgesamt 315 Metern unter dem Seeboden wurden Seesedimente erbohrt, davon die obersten 110 Meter überlappend, um die beim ersten Bohren verbliebenen Lücken im Archiv zu schließen. Erste Ergebnisse deuten an, dass in den Bohrkernen die Klima- und Umweltgeschichte der vergangenen 3,6 Mio. Jahre weitestgehend dokumentiert ist. So zeigen Messungen der magnetischen Eigenschaften im oberen Teil der Sedimentabfolge zahlreiche Warm- und Kaltzeiten, mit unterschiedlichen Intensitäten und Ausprägungen. “Aus detaillierten Untersuchungen der Übergänge von Kalt- zu Warmzeiten können wir lernen, wie die Arktis auf Klimaerwärmungen in der Vergangenheit reagiert hat, und damit prognostizieren, wie sie in Zukunft reagieren wird³, erläutert Catalina Gebhardt vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. Mit den tiefsten Seesedimentkernen wurde dagegen bis in die Zeit des Pliozäns, vor mehr als 2,6 Mio. Jahren vorgestoßen. “Diese Sedimente sind von besonderer Bedeutung, da das Klima zur damaligen Zeit deutlich wärmer war als heute³, so Martin Melles. “Damit können die Erkenntnisse aus diesen Sedimenten als Modellfall für die Arktis in einigen Jahrzehnten dienen, wenn dort die besonders starke Klimaerwärmung, wie von Klimamodellen vorhergesagt, stattfinden wird³.

Wichtiges Ziel der Seebohrungen war auch die Erbohrung der Impaktbrekzie. Dieses beim Meteoriteneinschlag entstandene Trümmergestein wurde ab 315 Metern unterhalb des Seebodens angetroffen. Die mit Bohrungen bis 200 Meter in die Brekzie gewonnenen Kerne sind von unschätzbarem Wert. “Wir erwarten neue Erkenntnisse nicht nur zur Flugbahn und Zusammensetzung des Meteoriten, sondern insbesondere auch zu Reaktionen der dort verbreiteten vulkanischen Gesteine auf den Einschlag³, so Christian Koeberl von der Universität Wien, der die Bearbeitung der Impaktgesteine durch ein internationales Team koordiniert. Die Erkenntnisse dienen der Risikoabschätzung in anderen Gebieten mit entsprechenden Gesteinsformationen.

Die nahezu 3,5 Tonnen Kerne, die 2009 erbohrt wurden, werden Anfang Juni zunächst zum russischen Arktis- und Antarktisforschungsinstitut (AARI) nach St. Petersburg gebracht. Von dort aus werden die Kerne aus der gesamten Bohrkampagne nach Deutschland transportiert: Die Permafrostkerne an das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, die Seesedimente an die Universität zu Köln und die Impaktbrekzie nach Potsdam zum ICDP. In den kommenden zwei Jahren finden die Auswertungen statt. Insgesamt werden bis zu 30 Gastwissenschaftler neben den deutschen Forschern und zahlreicher Studenten an den Kernen arbeiten.

Informationen zum Projekt unter http://www.geologie.uni-koeln.de/elgygytgyn.html

Spritfresser – Autos bald außer Mode

Hybrid-Antriebstechnik laut Auto-Experten im Vormarsch

Berlin (pte/09.09.2005/14:20) – Automotive-Experten von
PricewaterhouseCoopers (PwC) http://www.pwcglobal.com bescheinigen dem
Hybridfahrzeugs-Markt größere Wachstumschancen als bisher angenommen.
Die Untersuchung kommt zum Schluss, dass angesichts drohender
Energiekriesen und der verschärften Benzinpreisproblematik die
Nachfrage nach Hybridfahrzeugen mit integriertem Verbrennungs- und
Elektromotor vor allem in den USA und Asien, aber auch in Europa in die
Höhe treiben wird. "Für 2010 erwarten wir weltweit etwa 70 Modelle und
eine Gesamtverkaufszahl von 1,2 Mio. Fahrzeuge", so Paul McCarthy,
Leiter von PwC-AUTOFACTS Europa im Interview mit pressetext.

"Nordamerikanische und europäische Fahrzeughersteller werden sich
diesem Trend nicht verwehren können und arbeiten bereits intensiv
daran, die von japanischen Herstellern dominierte Nische mit eigenen
Entwicklungen zumindest teilweise zurückzuerobern", prophezeit
McCarthy, der davon ausgeht, dass die Hersteller das vor allem in den
USA positive Image der Hybridtechnologie nicht ungenutzt lassen wollen.
Mit China habe angesichts der angespannten Energielage außerdem ein
weiterer riesiger Markt Interesse angemeldet, was die Aufmerksamkeit
der Automobilhersteller weiter vergrößere.

Ausdruck dieses neuen Interesses scheint eine Kooperation der
Automobilhersteller BMW Group, DaimlerChrysler und General Motors zu
sein, die in einer gemeinsamen Erklärung vergangenen Mittwoch die
Entwicklung eines neuartigen Hybridantriebs bekannt gegeben haben.
"Ziel des angestrebten "Two-Mode"-Hybridantriebssystem ist es, eine
Verbrauchsreduzierung zu erreichen, ohne Kompromisse bei den
Fahreigenschaften eingehen zu müssen", erläutert Daniel Kammerer,
Leiter des Referates CleanEnergy/Mobilität der BWM Group im Interview
mit pressetext. Absatztechnische Probleme ergäben sich am europäischen
Markt vor allem durch die leistungsstarke Konkurrenz verbrauchsarmer
Dieselfahrzeuge. Darüber hinaus müssten vor der serienmäßigen
Produktion, die nicht vor 2008 zu erwarten sei, noch Fragen bezüglich
der Wertstabilität bzw. des Handlings auf der Straße geklärt werden, so
Kammerer abschließend.

Manfred Daun, Leiter der Produktionskommunikation von General Motors,
Adam Opel AG Deutschland, bestätigt im Gespräch mit pressetext die
genannten Problembereiche, ist aber zuversichtlich, dass die
Hybridtechnologie gerade für den amerikanischen Markt einiges Potenzial
bietet: "In Amerika setzt GM Hybrid-Antriebe bereits seit längerer Zeit
ein. Durch die Kooperation mit den anderen Automobilunternehmen wollen
wir diese Technologien noch weiter nach vorne bringen und auch für den
europäischen Markt tauglich machen." Die Weiterentwicklung des
Hybrid-Antriebs sei außerdem Teil eines größeren Programmes im Bereich
alternativer Antriebsmöglichkeiten bei General Motors. Neben den
bereits serienmäßig produzierten erdgasbetriebenen Modellen, investiere
das Unternehmen weiterhin in die Brennstoffzellentechnologie, deren
serienmäßige Umsetzung aufgrund zu hoher Produktionskosten allerdings
erst nach 2010 oder noch später zu erwarten sei.

Wachstum bei Erneuerbaren Energien

Europas Regierungen locken mit Investitionsanreizen und Fördergeldern

Frankfurt am Main (pte/03.03.2006/06:05) – Der jüngsten Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan http://energy.frost.com zufolge, sind Erneuerbare Energien in Europa weiterhin auf Wachstumskurs. Für zusätzliche Dynamik sorgt das EU-Vorhaben, zwölf Prozent des gesamten Energieverbrauchs bis 2010 aus Ökostrom zu gewinnen. Anreiz dazu bieten Steuererleichterungen, Investitionszuschüsse und günstige Exporttarife für Strom. Die Experten gehen von einer jährlichen Steigerung der Marktumsätze von durchschnittlich 8,9 Prozent aus.

Wie die Analysten von Frost & Sullivan berichten, nutzen bereits jetzt zahlreiche Energieanbieter die Förderprogramme der EU. "Westeuropa setzt immer mehr auf Reserven aus erneuerbaren Energiequellen", so Research Analyst Rajat Kumar. "Dabei hat jedes Land individuelle Richtlinien und Anreize zur Förderung dieser Energiequellen. Auf europäischer Ebene unterstützt die Europäische Kommission entsprechende Förderprogramme." Schon 2001 hat die Kommission in ihrer Gesetzesvorlage angewiesen, den Anteil der umweltverträglichen Energiegewinnung am Bruttostromverbrauch von 14 Prozent im Jahr 1997 auf 22 Prozent im Jahr 2010 zu steigern. Rechtliche Grundlagen sind die in der Kyoto-Konferenz getroffenen Vereinbarungen. Umsetzbar werden diese allerdings nur, wenn die konventionellen Energiequellen ersetzt oder der Energieverbrauch verringert wird. Kumar hält eine anhaltende Steigerung der Marktumsätze von 8,99 Mrd. Dollar im Jahr 2005 auf 17,2 Mrd. Dollar im Jahr 2011 für realisierbar.

Von den Anreizen werden besonders solche Marktteilnehmer profitieren, die seit langem unter Preisverzerrungen leiden, attestiert der Experte. Bislang haben die staatlichen Regelungen herkömmliche Technologien übervorteilt, da die Betreiber konventioneller Kraftwerke wie Fossilbrennstoffanlagen nicht für Schäden aufkommen, die durch umweltbelastende Emissionen ihrer Anlagen entstanden sind. Das sei auch der Grund, warum sie bisher billiger Energie produzieren konnten. Eine Belohnung von Betreibern umweltfreundlicher Anlagen blieb bisher aus. "Zugunsten eines fairen Wettbewerbs sollten die Preise für konventionell erzeugte Energie die Kosten für entstandene Umweltschäden widerspiegeln" meint Kumar. Deshalb müssten umweltfreundliche Energieversorger Druck auf die Regierungen ausüben und durchsetzen, dass so genannte "Polluter-Pays"-Maßnahmen eingeführt werden. Eine weitere Hürde für die Erneuerbaren Energietechnologien sind bisher auch die hohen Anschaffungskosten, die Investoren und kleinere Betriebe häufig zögern lassen, auf die natürliche Kraft umzusatteln.

Analyst Kumar geht davon aus, dass trotz der Anlaufschwierigkeiten, erneuerbare Energien eine wichtige Rolle in der globalen Energieversorgung spielen werden. Bei der Windenergie könnten die von der EU vorgegebenen Ziele sogar überstiegen werden. Bis 2010 erwartet Kumar, dass die aus Windenergie gewonnene Leistung 79,3 Gigawatt (GW) erreichen wird. Das ist knapp doppelt so viel wie der von der EU vorgegebene Wert von 40 GW. Die Gesamtleistungen im Bereich der erneuerbaren Energien – Solarthermie ausgenommen – wird 2010 wahrscheinlich bei 127,3 GW liegen. (Ende)

HolzEnergie: 30 Prozent Wachstum

Die IHE HolzEnergie 2005 verzeichnet gemeinsam mit den Partnermessen
RENEXPO und reCONSTRUCT in diesem Jahr mit über 300 Ausstellern ein
Wachstum von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Knapp 20 Prozent der
Aussteller kommen aus dem Ausland. Vom 22. bis 25. September dreht sich
in der Messe Augsburg alles um Energieerzeugung aus Holz, erneuerbare
Energien sowie energieeffizientes Bauen und Sanieren.

Bioenergie ist der größte Wachstumsmarkt unter den erneuerbaren
Energien. In 2004 registrierte die Branche einen Umsatzwachstum von
22,8 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, für 2005 ist nach Schätzung des
Bundesverbands BioEnergie e.V. (BBE) ein Wachstum von sogar 30 Prozent
zu erwarten. "Die Märkte für Bioenergie entwickeln sich durchweg
erfreulich" so Bernd Geisen, Geschäftsführer des BBE.

Ende 2004 gab es 28.000 Pelletsheizungen in Deutschland, bis Ende 2006
werden es voraussichtlich 50.000 sein. Heizen mit Pellets stellt eine
kostengünstige und preisstabile Alternative zum Öl dar, die dank
modernster Technik nicht auf höchsten Komfort verzichten muss. Zwar ist
eine Pelletsheizanlage in der Anschaffung etwas teurer als eine
Ölheizung, jedoch im Betrieb erheblich günstiger.

In der Messe Augsburg treffen sich vom 22.-25. September Entscheider
der Regenerativ- Branche aus der ganzen Welt. Als Gäste werden unter
anderem der Indische Minister für Nicht-Konventionelle Energien sowie
der Thailändische Energieminister erwartet. Darüber hinaus haben sich
Delegationen aus ganz Europa, aus Asien und aus Australien angemeldet.

Die Messen sind von Donnerstag bis Samstag von 9.00-18.00 Uhr geöffnet,
am Sonntag von 9.00-17.00 Uhr. Der Eintritt kostet am Donnerstag und
Freitag je zwölf Euro, am Samstag und Sonntag je acht Euro. Die
Eintrittskarte gilt für alle drei Messen. Weitere Informationen gibt es
unter www.renexpo.de und www.holz-energie.de.

Kontakt und Information:

erneuerbare energien Kommunikations- und Informationsservice GmbH

Unter den Linden 15, 72762 Reutlingen

Tel. 0049-71 21-30 16 – 0, Fax. 0049-71 21-30 16 – 100

redaktion@energie-server.de, www.energie-server.com

Energiesparen mit Passivhaustechnologie für alle

Hohe Energie- und Erhaltungskosten stellen Tag ein, Tag aus einen beträchtlichen finanziellen Aufwand für die heimische Bevölkerung dar. Deshalb stehen derzeit energieeffiziente Bauweisen hoch im Trend.

Auch die schönauerExpertentage greifen diese Aktualität auf und lassen das Passivhaus im Mittelpunkt stehen. Denn obwohl Österreich einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien hat und seine vorhandenen Ressourcen gut einsetzt, ist es doch viel einfacher, erst gar keine Energie zu verbrauchen!

Aus diesem Grund wird nun im Rahmen der 7. schönauerExpertentage die sofortige Umsetzung des Passivhausstandards in Neubau gefordert. Auch die Notwendigkeit des Einsatzes von Passivhaustechnologie in der Sanierung wird thematisiert. Existieren doch in Österreich 1,5 Mio. sanierungsbedürftige Gebäude mit einem Energie-Einsparungspotential von mehr als 50%.
Wohnen muss leistbar bleiben! Bei höchstem Wohnkomfort schafft das Passivhaus diese Zielsetzung optimal.

Ziel ist es einen entsprechenden Umdenkprozess in die Wege zu leiten, und vor allem die entsprechenden Taten folgen zu lassen. Dieser Fachkongress ist genau das richtige Werkzeug dazu. Hier werden Fachleute und Vertreter der Wirtschaft mit essentiellem Wissen und Know-How über Themen wie "Wirtschaftliche Perspektiven", "Energieeffiziente Althaussanierung" oder "Innovative Komponenten und Lösungen" versorgt.

"An dem Tag, an dem Sie diese Zeilen lesen, werden wieder 100 Millionen Tonnen Treibhausgase produziert!" (Zitat Franz Alt)

Hier ein Auszug aus dem hochwertigen Referententeam aus Österreich, Deutschland und Südtirol:
Arch. DI Heinrich Schuller, Ing. Reinhard Weiß (drexel und weiß), Arch. DI Dr. Burkhard Schule Darup, Mag. Andreas Reiter (Zukunfts- und Trendforschungsbüro), Ing. ZM Christof Müller (Weissenseer Holzbau), Dr. Herbert Greisberger (ÖGUT), uvm.

Die Moderation leitet erneut DI Peter Holzer aus dem Department für Bauen und Umwelt an der Donau-Universität Krems. Das Programm im Detail: http://www.sonnenplatz.at/data/media/Programm%2007%20rz%20II_klein.pdf

Wasserstofferzeugung aus Nanostrukturen

Forscher des Instituts für Nanotechnologie in Lyon (INL) haben ein Silizium-Pulver entwickelt, das als
neue ökologische Wasserstoff-Quelle dienen konnte. Das Pulver besteht aus stark wasserstoffhaltigen
Nanostrukturen porösen Siliziums (SiHx, mit x?2), die durch chemische oder elektrochemische
Auflosung von kristallinem Silizium gewonnen werden. Im Pulver sind zahlreiche vernetzte Nanokristalle
(1 bis 3 nm) zu sehen. In diesen Nanokristallen ist jedes Siliziumatom chemisch mit mindestens einem
Wasserstoffatom verbunden. Der Wasserstoff kann entweder durch Erhitzen des Nano-Pulvers oder durch
eine einfache Behandlung mit wässriger Losung bei Raumtemperatur und atmosphärischem Druck
erzeugt werden.
In Zusammenarbeit mit dem PaxiTech Unternehmen, hat das INL die Funktionsweise einer für mobile
Anwendungen bestimmten Brennstoffzelle vorgeführt. Diese wurde von dem in einer experimentellen
Patrone gespeicherten wasserstoffhaltigen Si-Nano-Pulver angetrieben. Dieser erste Versuch hat gezeigt,
dass mit solchen Systemen Energiedichten von 500 bis 600 Wh/kg erreicht werden können (im Vergleich
dazu erreichen Batterien eine Leistung von 150 bis 200 Wh/kg). In den kommenden Jahren sind durch
diese Partnerschaft noch höhere Energiedichten zu erwarten.
Solche neuen Brennstoffzellen-Konzepte eignen sich zunehmend für die Miniaturisierung von
Energieversorgungssystemen, und stellen demzufolge eine immer ernsthaftere Alternative zu Batterien
dar.

Energiewende in den Bundesländern

Neue
Publikation: Jahresreport beleuchtet Energiewende in den Bundesländern

Ministerinterviews, Infografiken, Texte und viele Zahlen und Statistiken
vermitteln ein detailliertes Bild des föderalen Ausbaus Erneuerbarer Energien

Berlin, 15. Mai 2015 – Die
Energiewende ist ein gesamtdeutsches Projekt, das jedoch vor Ort umgesetzt
werden muss. Die Bundesländer dienen hier als entscheidende Vermittlungsstelle,
da sie nicht nur die bundespolitischen Beschlüssen in einen dezentralen Ausbau
Erneuerbarer Energien umsetzen müssen, sondern auch durch eigene
energiepolitische Ziel- und Rahmensetzungen den Umbau des
Energieversorgungssystems enorm befördern oder bremsen können. Der aktuelle Jahresreport
Föderal Erneuerbar
porträtiert umfassend die jeweiligen Strategien,
Schwerpunkte und Erfolge der Länder im Energiewende-Prozess.

„Gleichgültig, welche politische
Farbenkombination die jeweilige Regierungskoalition hat – bei den prinzipiellen
Zielen der Energiewende, nämlich Ausbau Erneuerbarer Energien und Klimaschutz,
sind sich alle Landesregierungen einig“, betont Philipp Vohrer, Geschäftsführer
der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Allerdings gibt es trotz der
gemeinsamen Oberziele deutliche Unterschiede bei den konkreten Zielsetzungen
und Schwerpunkten der jeweiligen Landesenergiepolitik. Mit unserem Projekt
Föderal Erneuerbar, dem dazugehörigen Internetportal sowie dem nun frisch
erschienen Jahresreport versuchen wir, die föderale Energiewende transparent zu
machen.“ Die neue Publikation zeigt auf mehr als 200 Seiten viele Daten und
Statistiken, Grafiken und textliche Einordnungen zur Energiewende in den
Bundesländern. In Interviews mit den für Erneuerbare Energien zuständigen
Ministerinnen und Ministern wird deutlich, wo noch Diskussions- und
Harmonisierungspotenziale stecken.

Dr. Robert Habeck (GRÜNE),
Energiewendeminister des Landes Schleswig-Holstein, will beispielsweise bis
2025 „dreimal mehr Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugen, als hier im Land
verbraucht wird.“ So sollen der Atomausstieg aufgefangen und auch andere Länder
mit grünem Strom versorgt werden. Ilse Aigner (CSU), Energieministerin des
Freistaats Bayern, will dagegen keiner neuen Stromleitung zustimmen, die „nicht
für die Versorgung Bayerns, sondern zum Export von überschüssigem Windstrom
gedacht ist.“ Auch hinsichtlich der konventionellen Energieträger, die die
Erneuerbaren ergänzen, gibt es durchaus unterschiedliche Perspektiven: Albrecht
Gerber (SPD), Energieminister in Brandenburg, meint etwa, dass „wir die
Braunkohle noch für einen längeren Zeitraum brauchen werden“, während Johannes
Remmel (GRÜNE), Klimaschutzminister in Nordrhein-Westfalen, für eine „beherzte
Verkleinerung alter und klimaschädlicher Kapazitäten“ wirbt. 

(Alle Zitate entstammen den
Interviews, die in voller Länge im Jahresreport nachgelesen werden können.)

„Trotz der Differenzen im Detail, schieben
die Länder insgesamt die Energiewende sehr ambitioniert an. Die nach Fukushima
in allen Bundesländern entwickelten neuen Energiekonzepte und -strategien
stellen allerorten die Erneuerbaren in den Fokus des Versorgungssystems. Mit
unserem Projekt Föderal Erneuerbar wollen wir den Umsetzungsprozess begleiten
und die Länder bei ihrem Energiewende-Kurs ermutigen“, stellt Philipp Vohrer
den Bezug zur neuen AEE-Publikation her. 

Die Publikation
„Bundesländer mit neuer Energie- Jahresreport Föderal Erneuerbar 2014/15“ mit
Interviews, vielen Daten und Infografiken sowie weiteren einordnenden Texten
können Sie kostenlos im Shop der AEE
bestellen. Alle Daten und Statistiken zur Energiewende auf Länderebene finden
Sie auch online auf www.foederal-erneuerbar.de.

Mit Miniwespen gegen Schädlinge

Staubgroße Insekten bekämpfen schädliche Larven

Manhattan (pte/21.06.2005/15:48) – Im Supermarkt patrouillierende
Miniaturwespen könnten in etlichen Jahren dazu eingesetzt werden, um
Nahrungsmittel zu schützen. Was sich wie Science Fiction anhört, ist
das Ergebnis einer Studie des US-amerikanischen Agricultural Research
Service (ARS) http://www.ars.usda.gov/main/main.htm. Studienleiter Paul
Flinn hat harmlose und praktisch unsichtbare, parasitische Wespen
gezüchtet, die gezielt Schädlinge vernichten. Die Ergebnisse der Studie
sind auf der Homepage des US-Departments of Agriculture publiziert
worden.

http://www.ars.usda.gov/is/pr/2005/050617.htm .

Eines der problematischsten und am kostenintensivsten zu bekämpfenden
Insekten ist die Indianmeal-Motte, die vor allem in Lagerhäusern
vorkommt. Dort befällt sie die lagernden Lebensmittel, infiziert die
Produkte mit ihren Larven und frisst sich selbst durch das dickste
Verpackungsmaterial. In nur einer Woche kann ein Weibchen bis zu 300
Eier legen.

Derzeit wird dieser Schädling meist mit Chemikalien behandelt. Die
US-Forscher wollten jedoch den natürlichen Feind der Motte – eine
Wespe, die zur Familie der Trichogramma gehört – zur Bekämpfung nutzen.
Dabei entdeckten sie, dass die T.deion-Wespe, die kaum größer als ein
Staubkorn ist, die Fähigkeit besitzt, die Motteneier gezielt zu
entdecken, sie zu stechen und zu töten. Trichogramma-Wespen werden
schon seit Jahrzehnten bei der Schädlingsbekämpfung auf
Baumwollplantagen eingesetzt. Die neue Indoor-Nutzung würde einen
wesentlichen Fortschritt der Schädlingsbekämpfung bedeuten.