Archiv der Kategorie: Erde, Klima, Umweltschutz

Klimaneutraler Kraftstoff für Flugzeuge, Lastfahrzeuge, Schiffe … möglich

Fliegen ist
energieintensiv, gleichzeitig nimmt der Luftverkehr stetig zu – mit
negativen Folgen für das Weltklima. Das Karlsruher Institut für
Technologie (KIT) und die Firma Ineratec, ein Spin-Off des KIT, erproben
jetzt gemeinsam mit weiteren Partnern aus Wirtschaft und Forschung die
Herstellung von synthetischen klimaneutralen Kraftstoffen für den Luft-,
Schwerlast- und Schiffsverkehr.


„Wir brauchen dringend CO2-freie
Mobilität“, sagt Professor Roland Dittmeyer, Leiter des Instituts für
Mikroverfahrenstechnik (IMVT) des KIT. In Deutschland stammt rund ein
Fünftel der klimaschädlichen Emissionen aus dem Verkehr. Abhilfe
schaffen könnten Elektroantriebe – sofern sie mit CO2-freiem
Strom gespeist würden. Das Problem: In der Luftfahrt oder im Seeverkehr
ist Elektromobilität nur bedingt tauglich. Die Lösung: Synthetische
Kraftstoffe aus dem Treibhausgas CO2 und erneuerbarem Strom. Geplant ist die Gewinnung von CO2 aus der Umgebungsluft mit einer Direct-Air-Capture-Anlage der Firma
Climeworks. Die Elektrolyse-Technologie, mit der durch Strom aus Wasser
der benötigte Wasserstoff erzeugt wird, stammt von Siemens.

Im Projekt PowerFuel wird am KIT in einer von Ineratec entwickelten Pilotanlage CO2 mit Wasserstoff schließlich in Synthesegas umgewandelt. „Aus letzterem
wird im Reaktor flüssiger Kraftstoff erzeugt“, sagt
Ineratec-Geschäftsführer Tim Böltken. Durch dieses
Power-to-Liquid-Verfahren lässt sich nahezu klimaneutraler Treibstoff
wirtschaftlich herstellen. Die Energieversorgung aus erneuerbaren
Quellen unterliegt naturbedingten Schwankungen. Durch den Einsatz der
kompakten chemischen Reaktoren von Ineratec direkt vor Ort soll auf
diese Schwankungen optimal reagiert werden und Strom, der bisher
ungenutzt blieb in flüssigen Krafstoffen gespeichert werden. „Zudem
haben unsere synthetischen Kraftstoffe im Vergleich zu konventionellem
Benzin, Diesel oder Kerosin sogar bessere Verbrennungseigenschaften“,
sagt Böltken. Die Qualität der synthetischen Treibstoffe sowie der
Einsatz in verschiedenen Verkehrssektoren werden vom Deutschen Zentrum
für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Firma Aviation Fuel Projects
Consulting untersucht und beurteilt. In der Pilotphase soll die Anlage
200 bis 300 Liter Kraftstoff am Tag produzieren.

Parallel zum Betrieb
des Anlagenverbunds führen Siemens, Bauhaus Luftfahrt und die TU Hamburg
Energiesystemanalysen des gesamten Anlagenverbunds durch, welche durch
Simulationen basierend auf Strommarktmodellen unterstützt werden.
Zusätzlich soll analysiert werden, wie der synthetisch erzeugte
Kraftstoff in Verkehr gebracht werden kann.


Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Details zum KIT-Zentrum Energie: http://www.energie.kit.edu

Den Klimaskeptikern ins Gästebuch

Meine
persönliche Bemerkung:

Diesen
hervorragenden Artikel eines kompetenten Wissenschaftsjournalisten habe ich in
der Süddeutschen Zeitung gefunden. Ich möchte ihn Ihnen nicht vorenthalten,
weil bei meinem FaceBook-Posting öfters Beiträge von solchen Skeptiker erhalte,
die die ganze Klimaproblematik vernietlichen.

Zwar können
wir in Deutschland dieses Problem nicht alleine lösen, wir müssen aufpassen,
dass wir den Bogen nicht überspannen, denn selbst dann, wenn wir in unserem
Land alles auf regenerative Energien umstellen könnten, würde das den
weltweiten CO2-Ausstoß nur um 2% reduzieren. Diese Tatsache bedeutet, dass die
Politik alles versuchen muss, insbesondere die Skeptikerstaaten und die
Anhänger von ‚Nationalismus first‘ im eigenen Interesse mitzuziehen, ohne dass
wir die ökonomischen und globale Wettbewerbsbedingungen unserer industriellen
Produktion zu vernachlässigen. Es geht also nicht nur darum, dass wir sämtliche
Grenzwerte streng einhalten, sondern die Kreativität unserer Forscher und
Ingenieure fördern, um Konzepte und Methoden zu entwickeln, die Skeptikerländer
davon zu überzeugen, dass der Umstieg auf regenerative Energien wirtschaftlich
möglich ist und sich lohnt .Den Länder im Zuge der Entwicklung müsste das
kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Global gesehen wäre das erheblich
effizienter als unsere eigene Wirtschaft zu schwächen. Dass etwas geschehen
muss, ist nicht mehr weg zu diskutieren. Dazu dieser Artikel

Klimaskeptiker-Konferenz

Bericht
aus dem Zentrum des Zweifels

Treibhauseffekt und Erderwärmung – alles eine
riesige Lüge? Ein Besuch bei den Leugnern des Klimawandels zeigt: Hier geht es
nicht um Skepsis. Hier geht es um das kategorische Verneinen wissenschaftlicher
Erkenntnisse. Und um Wut.

Von
Patrick Illinger

Am
Morgen des zweiten Konferenztages wird es skurril. Da betritt ein schlanker,
lebhafter Brite namens Piers Corbyn die Bühne und überfällt das Publikum mit
einem Feuerwerk grotesker Thesen darüber, wie Sonne, Mond und das Erdmagnetfeld
das irdische Wettergeschehen bestimmen.

Eine
allumfassende Theorie habe er entwickelt, berichtet Corbyn, extreme Unwetter
könne er mit 85 Prozent Sicherheit vorhersagen – und das Monate im Voraus.
Listenweise präsentiert er Fluten, Starkregen, Blizzards und schwere Dürren,
die er alle mit seiner geheimnisvollen Theorie korrekt vorhergesagt habe.

Die Zuneigung des Publikums sichert er sich mit
Scherzen über etablierte Klimaforscher, denen er schon Paroli bot. Als sich der
selbsternannte Wetterguru schließlich in die Behauptung versteigt, seine
Theorie könne sogar Erdbeben und Vulkanausbrüche erklären, macht sich doch eine
gewisse Ratlosigkeit unter den Zuhörern breit.

Ob
er da nicht ein bisschen übertreibe, fragt höflich ein älterer Herr.
Keineswegs, kontert Corbyn, noch könne er seine Formeln zwar nicht öffentlich
enthüllen, aber das werde bald der Fall sein, "und es wird Sie
begeistern!"

Auf
jeder ernsthaften Wissenschaftlertagung würde ein derartiger Auftritt entweder
Lachsalven provozieren oder einen Eklat. Aber nicht hier, nicht auf der
"4. Internationalen Konferenz über Klima und Energie", die am
vergangenen Wochenende in München stattfand. Zu ernst ist den Organisatoren und
Teilnehmern das höhere Ziel dieses Treffens.

Nicht
weniger als eine weltumspannende Verschwörung soll enthüllt werden. Den
Klimawandel gilt es als riesige Lüge zu entlarven, eine drohende
grün-sozialistische Weltdiktatur abzuwenden und die Menschheit von den düsteren
Szenarien des Weltklimarats IPCC zu erlösen. Wer dieses Ansinnen teilt, darf
hier vortragen. Offenbar ohne Rücksicht auf wissenschaftlichen Gehalt.

Klimaskeptiker"
nennen sich die Zweifler des Klimawandels gern selbst. Doch Ton und Inhalt der
meisten Vorträge zeigen: Hier geht es nicht um Skepsis, hier geht es um
knallhartes Leugnen, um das kategorische Verneinen jeder wissenschaftlichen
Erkenntnis, die menschengemachtes Treibhausgas mit der globalen Erwärmung in
Zusammenhang bringt. Auch ist spürbar viel Wut im Spiel. Wut auf den
Weltklimarat, auf Al Gore, auf die Politik und besonders auf die willfährigen
Medien.

Nicht
der Klimawandel sei die Katastrophe, "sondern die Berichterstattung in den
Medien", schimpft Klaus-Eckart Puls, der früher die Wetterämter von Essen
und Leipzig leitete. Bei der Münchner Tagung fällt ihm die Aufgabe zu, Berichte
über steigende Meeresspiegel als Panikmache zu entkräften.

Mehrmals beruft er sich dabei auf den von
Klimawandel-Leugnern gerne zitierten schwedischen Forscher Nils-Axel Mörner.
Unter Protest sei dieser einst aus dem Weltklimarat ausgeschieden, betont Puls.
Tatsächlich wurde Mörner lediglich im IPCC-Sachstandsbericht von 2001 einmal
zitiert und taucht im Anhang als Reviewer auf.

Reviewer
konnte aber jeder werden, der sich meldete. Mörners eigene Organisation, die
International Union for Quaternary Research, distanzierte sich 2004 von ihrem
Mitarbeiter und löste dessen Arbeitsgruppe auf. Was Puls auch unerwähnt lässt:
Zeitlebens war jener Mörner ein glühender Verfechter des Wünschelrutengehens.

Auch
dass Puls als pensionierter Diplom-Meteorologe kaum als wissenschaftliche
Instanz in Fragen des Meeresspiegelanstiegs gelten kann, stört niemanden. Seine
Seitenhiebe auf "diese Institute" – gemeint sind das
Alfred-Wegener-Institut und das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung –
quittiert das Auditorium mit freundlichem Gelächter. Die meisten der Zuhörer
sind pensionierte, grauhaarige Männer mit höflichen Umgangsformen. Viele kennen
sich offenbar gut, vielleicht kein Wunder, schließlich ist es bereits das
vierte Treffen dieser Art, und so mancher Redner trat schon bei früheren
Tagungen auf.

Viele Fragen sind tatsächlich ungeklärt

Nun
ist es nicht so, dass es über die Grundlagen des Klimageschehens nichts mehr zu
diskutieren gäbe. Viele Fragen sind ungeklärt, wie etwa die Details der
Wolkenbildung. Theoretisch könnte es sogar sein, dass die etablierte
Klimaforschung von der Nasa bis zum Alfred-Wegener-Institut, von der Harvard
University bis zur chinesischen Akademie der Wissenschaften, von
Max-Planck-Instituten bis zur britischen Royal Society, durchweg Unrecht hat.

Tatsächlich gehört es zum wissenschaftlichen
Erkenntnisprozess, im Fall überzeugender neuer Daten frühere Thesen über Bord
zu werfen. Theoretisch könnte es also sein, dass Jahrzehnte der Klimaforschung
von renommiertesten Instituten bis hin zu Nobelpreisträgern auf einen Irrweg
geführt haben, und die Wahrheit über den Klimawandel im Untergeschoss eines
Hotels am Münchner Hauptbahnhof enthüllt wird. Aber es braucht schon sehr viel
Phantasie, um eine Weltverschwörung niederträchtiger Ökokraten zu vermuten,
angetrieben von einem Kartell fördermittelgeiler Wissenschaftler.

So oder so ähnlich sehen
es aber viele Leugner des Klimawandels. Eine aus Kanada angereiste Bloggerin
vergleicht den Weltklimarat mit einem kriminell gewordenen Jugendlichen.

Ein
britischer Blogger extrahiert Indizien unwissenschaftlichen Verhaltens aus
E-Mails, die von einem Computer der University of East Anglia gestohlen und auf
einer russischen Website veröffentlicht wurden.

Nachdem
mehrere Untersuchungskommissionen diesen in Skeptikerkreisen
"Climategate" genannten Skandal bereits als Skandälchen entkräftet
haben, stellen die Kritiker nun die Unabhängigkeit der Kommissionen infrage.

Schwer
erträglich wird es am Morgen des zweiten Konferenztages, als der emeritierte
Leipziger Geographie-Professor Werner Kirstein seine Redezeit für pseudosoziologisches
Geschwurbel missbraucht. Die Klimadiskussion sei ähnlich wie das Christentum
von apokalyptischen Vorstellungen erfüllt.

Mit
Angstinstrumenten und Schuldgefühlen werde agiert, der CO2-Emissionshandel sei
eine Art Ablasshandel, und das Gutmenschentum stilisiert der ehemalige
Fernerkundungsexperte zu einer modernen "Ersatzreligion".
"Vielleicht kommt es noch zur Hexenverbrennung", witzelt Kirstein.
Derlei Polemik goutiert das Publikum mit zustimmendem Gemurmel.

Deutlich
mehr wissenschaftlichen Gehalt liefert der Vortrag eines emeritierten
Gletscherforschers aus Innsbruck. Aus Baumring-Analysen schließt Gernot
Patzelt: Vor mehreren tausend Jahren waren manche Alpengletscher stärker
zurückgeschmolzen als heute, ein Anzeichen natürlicher Klimavariabilität. Doch
weiß auch er, dass die Gebirgsgletscher nur einen winzigen Bruchteil der
irdischen Eisflächen ausmachen. Unerwähnt lässt er zudem, dass der
Gletscherschwund auch in den Alpen wohl noch nie so schnell vonstatten ging wie
in den vergangenen Jahrzehnten.

Auch einige Physiker
lieferten interessante Diskussionsansätze, so zum Beispiel der ehemalige
Professor für Strömungslehre Horst-

Joachim
Lüdecke. In historischen Temperaturreihen sucht er nach Autokorrelationen,
ähnlich wie es Analysten mit Börsenkursen tun. In dem Bemühen, die
Erwärmungskurven der großen Forschungsinstitute wie der Nasa oder der
US-Atmosphärenbehörde kleinzurechnen, verschweigt Lüdecke jedoch, was
seriöserweise zu diesem Thema gesagt werden müsste: dass es kürzlich eine neue,
umfassende und unabhängige Untersuchung aller Temperaturdaten der vergangenen
200Jahre gab.

Aufgeschreckt
von "Climategate" hatte sich eine Gruppe anerkannter Physiker, unter
ihnen der Astrophysiker Richard Muller und der diesjährige Nobelpreisträger
Saul Perlmutter, darangemacht, die verfügbaren Rohdaten der Vergangenheit von
Grund auf zu analysieren. Wohl in der Hoffnung, dass hierdurch der Klimawandel
als Phantom entlarvt würde, finanzierte sogar die bekanntermaßen klimakritische
amerikanische Koch-Stiftung diese Studie mit 150.000 Dollar.

"Ich bin es gewohnt, dass mich Leute für irr
halten"

Doch
das Physikerteam, das sich den Namen Berkeley Earth Surface Temperature gab,
kam zu dem Schluss: Die Erdoberfläche hat sich in den vergangenen 50 Jahren um
0,911 Grad Celsius erwärmt, was nahezu exakt mit den Ergebnissen
vorangegangener Analysen übereinstimmt. Diese erst einen Monat alte Erkenntnis
fand keine Erwähnung in der Skeptiker-Versammlung. Für fachliche Objektivität
spricht das nicht.

Ebenfalls
unbeeindruckt von konkurrierenden Erkenntnissen präsentierten drei Physiker
Alternativen für die CO2-dominierten Klimamodelle. Der Slowake Jan Veizer hält
den CO2-Haushalt der Erdatmosphäre für unbeeinflussbar. Das vermeintliche
Klimagas folge schlicht dem weitaus dominanteren Wasserdampfkreislauf, sagt
Veizer.

Einen direkten
Zusammenhang zwischen kosmischer Strahlung und dem Wettergeschehen sieht
hingegen der israelische Astrophysiker Nir Shaviv. Seiner Theorie zufolge
schwankt das Erdklima je nachdem, ob die Erde gerade einen Spiralarm der
Milchstraße

durchquert.
Dann prasseln mehr hochenergetische Partikel aus dem All in die Atmosphäre und
fördern die Wolkenbildung. Physikalisch ist das eine interessante Deutung.

Allerdings
ist sie bereits widerlegt. Die globale Erwärmung der vergangenen 100Jahre zeigt
keine Übereinstimmung mit Schwankungen der kosmischen Strahlung. Das stört
Shaviv nicht: "Ich bin es gewohnt, dass mich Leute für irr halten."

Dass
kosmische Partikel in der Tat wie Wolkenkeime wirken können, darüber freut sich
der dänische Physiker Henrik Svensmark. Diesen Mechanismus untersucht er seit
Jahren, und nun haben Teilchenphysiker am CERN mit einem künstlichen
Partikelstrahl und einer riesigen Atmosphärenluftkammer tatsächlich
nachgewiesen, dass schnelle Teilchen winzige Wolkenkeime herstellen.

Doch
verschweigt Svensmark vor den Klimawandelskeptikern eine entscheidende
Information: Dieser Mechanismus könne allenfalls einen Bruchteil der
Wolkenkeime erklären, die man auf der Erde beobachtet, sagen die CERN-Physiker.

An
derlei Kritik oder Diskussionsstoff war auf der Skeptiker-Konferenz niemand
interessiert. Auch störte sich kaum jemand an den Widersprüchen, die sich aus
den Referaten selbst ergaben. Da wurde einerseits die Erderwärmung bestritten,
andere Redner hingegen lieferten Theorien darüber, was die Erwärmung statt des
menschengemachten Kohlendioxids antreiben könnte. Und der eingangs genannte
Wetterguru Piers Corbyn nannte die Thesen seines Vorredners Nir Shaviv nebenbei
"geisteskrank".

Unter Skeptikern ist
es offenbar egal, welche These man bekämpft. Die von der Erderwärmung generell.
Oder die von der CO2-betriebenen Erwärmung. Oder die von der Erwärmung durch
menschengemachtes CO2. Egal. Hauptsache dagegen.



Klimagipfel in Doha hat das Tor zur Zukunft geöffnet

BMU: Klimagipfel in Doha hat das Tor zur Zukunft geöffnet
www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/49570.php

Die Weltklimakonferenz in Doha hat nach schwierigen Verhandlungen eine zweite Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll beschlossen. Zugleich wurde ein Arbeitsprogramm für das bis 2015 auszuhandelnde umfassende Klimaschutzabkommen verabschiedet. Bundesumweltminister Peter Altmaier: "Das ‚Doha Climate Gateway‘ hat das Tor in die Zukunft des internationalen Klimaschutzes geöffnet. Mit der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls werden auch in Zukunft völkerrechtlich verbindliche Regeln gelten. Zugleich wurden mit einem klaren Fahrplan die Weichen für ein umfassendes Klimaschutzabkommen gestellt."

Die zweite Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll bildet, auch wenn sie weniger als 15 % der globalen Emissionen abbildet, die Brücke für ein künftiges Klimaschutzabkommen mit robusten Anrechnungs- und Berichterstattungsregeln. Auch für Staaten, die keine Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls sind, konnten robustere Berichterstattungsregeln vereinbart werden.

Zugleich werden alle Staaten aufgefordert, bis 2020 mehr Ambition zu zeigen und ihre Minderungsanstrengungen zu erhöhen. 2014 soll es einen Klimagipfel der Staatschefs geben, der diese Aufforderung unterstützt.

Bundesumweltminister Altmaier: "Ab dem nächsten Jahr werden wir sowohl in der EU als auch international darüber sprechen, wie wir mehr Klimaschutz machen. Das Doha-Paket bildet dafür eine gute Grundlage. Von Doha geht ein Signal der Zuversicht aus, das sich auch auf die guten Beziehungen Deutschlands gerade mit den progressiven Entwicklungsländern stützt."

Altmaier präsentierte die Energiewende als praktisches Beispiel für die Transformation von Staaten zu Niedrigemissionswirtschaften. China, Südafrika und Marokko stellten ihre Strategien vor. Deutschland hat für 2013 ca. 1.8 Mrd. Euro für Klimaschutz in Entwicklungsländern angekündigt und so gemeinsam mit anderen großen Gebern eine robuste Grundlage für verstärkte Aktivitäten dieser Länder gelegt.

Bundesumweltminister Altmaier: "Doha hat gezeigt, dass multilaterale Verhandlungen auch bei komplexen Themen vorankommen. In sieben parallelen Foren wurden thematisch eng verbundene und teils technische Themen durch die 194 Staaten verhandelt. Trotz der überaus unterschiedlichen Erwartungen der Staaten und der Komplexität der Materie gelang es, ein ausgewogenes Paket zu verabschieden und den Verhandlungsprozess zu modernisieren. Deutschland hat die katarische Präsidentschaft dabei tatkräftig unterstützt."

 

Meeresspiegel: 25 Zentimeter Anstieg bis 2100

US-Forscher warnen vor unaufhaltsamer Klimakatastrophe


Washington (pte/18.03.2005/15:05) – Egal was passiert, der Meeresspiegel wird bis 2100 um bis zu 25 Zentimeter ansteigen. Zu diesem Schluss kommen Forscher des US-National Center for Atmospheric Research http://www.ncar.ucar.edu. Die globale Erwärmung wird der Grund für diesen Anstieg sein. Dabei werden die Temperaturen mindestens um ein halbes Grad Celsius ansteigen, meint der Forscher Tom Wigley.


Auch wenn die CO2-Produktion auf der Welt ab sofort eingestellt wird, wird der Meeresspiegel um elf Zentimeter ansteigen. Wigley geht davon aus, dass seine Zahlen sogar noch relativ niedrig angesetzt sind. „Wahrscheinlich wird der Anstieg noch viel größer sein“, so der Experte. Das Worst-Case-Szenario spricht sogar davon, dass dieser Anstieg 30 Zentimeter betragen könnte. Der Temperaturanstieg könnte bis zu 3,5 Grad Celsius ausmachen. Im 20. Jahrhundert ist der Meeresspiegel um fünf Zentimeter gestiegen. Schuld an dem Klimawandel haben nach Angaben der Forscher vor allem die Treibhausgase wie Kohlendioxid, die vom Menschen in großen Mengen in die Atmosphäre geblasen wird.


Dass sich der Klimawandel und der Anstieg des Meeresspiegels nicht aufhalten lassen, ist für die Forscher eindeutig. Die Gründe dafür liegen in der Langlebigkeit des CO2 in der Atmosphäre. Die Wissenschaftler sehen für die meisten europäischen und nordamerikanischen Länder kein Problem, wenn der Meeresspiegel um 25 Zentimeter ansteigt. Zu gewaltigen Katastrophen wird aber ein solcher Meeresanstieg in den Entwicklungsländern führen. Länder wie Bangladesch oder die flachen Inselstaaten Tuvalu, Kiribati, die Malediven oder die Marschall-Inseln würden unter dem Meeresspiegel extrem in Mitleidenschaft gezogen. Neben einer Einschränkung des Siedlungsraumes gehen die Forscher auch von einer rapiden Zunahme von Wirbelstürmen aus. Bis 2400 könnte der Meeresspiegel sogar um einen Meter ansteigen. Die Folgen davon wären aber für die ganze Welt verheerend.

Hybrid-Autos in Europa kaum Chancen

In den USA der Hype – in Europa eher geduldet: der Markt bestimmt die Motoren

Wien (pte/13.09.2005/11:00) – Die hohen Spritpreise lassen erneut
Forderungen nach mehr alternativen Antriebssystemen aufkommen.
Hybrid-Autos sind in den USA keine Seltenheit mehr und auch in Europa
gibt es bereits einige wenige Modelle, die bei der Beschleunigung nicht
nur auf Verbrennungsmotoren zurückgreifen. Der Markt bestimmt aber
sowohl in Europa als auch jenseits des großen Teiches die
Produkt-Palette der Automobile. Was den Europäern der Diesel ist, das
ist den US-Amerikanern neuerdings ihr Hybrid-Auto. Für Europa sind sich
die Experten einig: Kurzfristig werden sich die Konsumenten nicht zum
Kauf von Prius & Co überreden lassen. Falls die Spritpreise
weiterhin noch oben klettern, dann wird der Misch-Antrieb jeodch an
zusätzlicher Relevanz gewinnen.

"Den Autofahrern in Europa fehlt der relative Vorteil eins
Hybrid-Antriebs. Diesel-betriebene Fahrzeuge sind nach wie vor
kostengünstig. In den USA gibt es kaum Diesel-Fahrzeuge und die
Hybrid-Autos decken hier dieses Segment ab", so Albrecht Denninghoff,
Autoanalyst der Hypo-Vereinsbank, im pressetext-Gespräch. Die
Hybrid-Mania in den Vereinigten-Staaten ist jedoch nur ein
Marketing-Gag, mit dem Honda und Toyota den US-Markt für sich gewinnen
wollen. In Europa kann sich laut Denninghoff der Hybrid-Antrieb als
Nischenprodukt etablieren, das mit möglichen steuerlichen Anreizen
durchaus überlebensfähig ist. Vor allem für Fahrer von SUVs
(Sport-Utility-Vehicles), die gerne auf leistungsstarke Motoren
zurückgreifen und mit Diesel-Aggregaten nichts anfangen können, sei
diese Motorisierung interessant.

Mittel- und längerfristig sieht der Autoexperte Eric Heymann von der
Deutschen Bank durchaus reale Chancen für eine weite Verbreitung von
Hybrid-Autos in Europa. Die japanischen Hersteller haben in diesem
Segment einen Vorsprung, da die europäischen Autobauer diesen Trend
verschlafen hätten, genauso wie die Hersteller in Fernost den
Diesel-Hype in Europa. "Die Japaner haben gegenüber den Europäern einen
technischen Vorsprung in diesem Segment. Da der Marktanteil dieser
neuen Technologien derzeit noch immer sehr gering ist – in den USA
wurden 2004 insgesamt nur 100.000 Hybrid-Autos verkauft -, ist noch
nichts entschieden. Die europäischen Hersteller können hier durchaus
noch aufholen", so Heymann gegenüber pressetext.

Die Europäer liegen aber auch in der technischen Entwicklung von
Hybrid-Aggregaten nicht so weit hinter den japanischen Autokonzernen,
wie generell vermutet wird. "Die deutschen Ingenieure haben auf der IAA
bereits vor 30 Jahren alternative Antriebsmodelle präsentiert. Diese
Konzepte den Kunden zu erklären, hat sich bis dato jedoch noch nicht
gelohnt, da der Markt kein Interesse gezeigt hat", meint Henning
Wallentowitz von der Technischen Hochschule in Aachen
http://www.rwth-aachen.de im pressetext-Interview. Zusätzlich sind
Hybrid-Modelle teurer. "Den Käufern von Alternativ-Autos bleibt meist
nur die soziale Anerkennung, dass sie die Luft für die anderen
schützen. Emissionsfreie, verbrauchsarme Fortbewegung wird künftig aber
weiterhin ein Thema sein und Hybrid-Autos werden über ihr
Nischen-Dasein hinauswachsen", so Wallentowitz abschließend.

Mailand top bei Feuchtmüll-Recycling

Mailand in Sachen Feuchtmüll-Recycling führend

Branchenverband zählt rund 120.000 Tonnen Küchenabfälle pro Jahr

Küchenabfall: Mailand vorbildlich bei Mülltrennung (Foto: pixelio.de/Hartmut910)
Küchenabfall: Mailand vorbildlich bei Mülltrennung (Foto: pixelio.de/Hartmut910)

Mailand (pte003/17.11.2014/06:10) –

Mailand weist die international höchste Recyclingquote bei Feuchtmüll
auf, wie der Verband italienischer Kompost- und Biogashersteller
Consorzio Italiano Compostatori http://compost.it in seinem Jahresbericht schreibt. Fast 120.000 Tonnen Küchenabfälle
stellen die Mailänder in getrennten Behältern jährlich vor ihr Haustür.
Nahezu alle rund 1,3 Mio. Bewohner der lombardischen Metropole sind an
der getrennten Müllsammlung beteiligt. Das sind deutlich mehr als die
von dieser Dienstleistung erreichten 830.000 Bürger von San Francisco.

92 Kilo pro Bewohner

"Der für Mailand erzielte Durchschnittswert von 92
Kilogramm je Einwohner bedeutet zugleich ein weltweites Rekordergebnis",
so Leonardo Ghermandi, Vorsitzender des Consorzio Italiano
Compostatori. Die Mailänder Zahlen spiegeln sich auch in der Entwicklung
der landesweiten Statistik wider. Das Recycling von Feuchtmüll ist in
Italien seit 2004 um zehn Prozent im Schnitt auf 86 Kilogramm je
Bewohner gestiegen. Bei einem jährlichen Hausmüllaufkommen von 12,5 Mio.
Tonnen im Jahr macht der organische Anteil mittlerweile 42 Prozent aus.

Durch die unterschiedliche Angebotslage bei den
kommunalen Sammlungseinrichtungen sind starke regionale Unterschiede
beim Feuchtmüll-Recycling zu beobachten: Während der Mittelwert in
Norditalien bei 108 Kilogramm je Einwohner liegt, kommt Mittelitalien
nur auf 77 Kilogramm und Süditalien lediglich auf 62 Kilogramm je
Einwohner.

Industrielle Größe erreicht

Studien des Verbands nach hängt die getrennte Sammlung
von Feuchtmüll stark vom technischen Stand und der Verbreitung der
Kompostierbetriebe ab. Seit den auf das Jahr 1993 zurückgehenden
Anfängen, so Ghermandi, hat sich die Anlagenzahl auf 240 erhöht. Davon
weisen 130 Betriebe eine industrielle Größenordnung auf. Die Zahl der
Anlagen mit anaerobischer Vergärung ist in drei Jahren auf 43 gestiegen.

Schwangerschaft : Schädliche Chemikalien gelangen in den Fötus

Greenpeace und WWF fordern Verbot

Godalming/London (pte/08.09.2005/09:15) – Chemikalien, die in Parfüms
und Reinigungsmitteln enthalten sind, können über die Plazenta das Kind
im Mutterleib erreichen. Zu diesem Ergebnis ist eine Untersuchung von
WWF-UK http://www.wwf-uk.org und Greenpeace
http://www.greenpeace.org/international gekommen. Tests mit
Nabelschnurblut zeigten, dass viele Chemikalien, die unter anderem für
die Herstellung von Plastik und künstlichem Moschus eingesetzt werden,
nachweisbar sind. Die Umweltschutzorganisationen fordern Gesetze, die
diese Substanzen aus Alltagsprodukten verbannen. Gesundheitsexperten
wie Andrew Shennan erklärten laut BBC, dass schwangere Frauen durch
diese Forschungsergebnisse nicht beunruhigt sein sollten. Es gäbe keine
klaren Beweise dafür, dass diese Chemikalien das Ungeborene schädigten.

Für die Studie wurden Tests an Blutproben der Nabelschnüren von 27
Neugeborenen und von 42 frischgebackenen Müttern durchgeführt. Das Blut
wurde auf acht Gruppen von Chemikalien untersucht. Dazu gehörten jene
Substanzen, die in Reinigungsprodukten sowie in ein Ankleben
verhindernden und wasserfesten Beschichtungen enthalten sind. In allen
Proben konnten zumindest einige der 35 getesteten Chemikalien
nachgewiesen werden. Manche der Proben des Nabelschnurbluts enthielten
bis zu 14 Substanzen. Zwei der Mütter lieferten 17 positive
Testergebnisse. Die Wissenschafter zeigten sich aufgrund dieser
Ergebnisse besorgt. Helen Perivier von Greenpeace International
erklärte, dass es schockierend sei, dass sich diese Chemikalien zu
irgendeinem Zeitpunkt im menschlichen Körper befänden. Andrew Lee von
WWF-UK ergänzte, dass diese Chemikalien sich nicht in Produkten
befinden sollten und schon gar nicht in Babys nachweisbar sein dürften.
Die Europäische Union beschäftigt sich derzeit intensiv mit ihren den
Einsatz von Chemikalien betreffenden Richtlinien.

Schnelltest für Fluorid-Nachweis im Trinkwasser

BAM-Pressemitteilung 2/2014
21. März 2014

Neuer Schnelltest für Fluorid-Nachweis im Trinkwasser

Der Zusatz von Fluorid zum Trinkwasser oder
Zahncreme ist weit verbreitet und dient vor allem der Zahngesundheit und
als vorbeugende Maßnahme gegen Kno­chenkrankheiten.
Doch eine zu hohe Konzentration an Fluorid kann zu gesundheit­lichen
Problemen führen. Markantes Zeichen dieser Fluorose, die vor allem in
Ent­wicklungsländern auftritt, sind bräunlich-gelbe Flecken auf den
Zähnen. Nicht über­all ist das fluorierte Trinkwasser
auch unter ständiger Überwachung, so dass be­sonders Kinder zu viel
Fluorid zu sich nehmen können. Ein von der BAM Bundesan­stalt für
Materialforschung und -prüfung entwickelter sehr einfacher
Farbschnelltest kann in Zukunft helfen, die Fluoridkonzentration
leichter festzustellen.

Ähnlich wie der Lackmustest zur Bestimmung
des pH-Wertes sieht man auf einem Papierstreifen mittels
Farbveränderung, ob und wie viel Fluorid im Wasser gelöst
ist. Die Konzentration wird durch gelb-grüne Punkte angezeigt. Je
dunkler der Spot ist, desto mehr Fluorid liegt vor. Zum Einsatz kommt
ein von der BAM entwickelter Farbstoff. �Dieser
BODIPY-Amidothioharnstoff-Farbstoff wird als kleiner Punkt auf einen
Streifen
Nitrocellulose aufgebracht�, berichtet Pichandi Ashokkumar, der
zu­sammen mit Knut Rurack den Test entwickelt hat.

Der Papierstreifen wird dann zum Beispiel in
ein Wasserglas getaucht. Anhand der Veränderung des Farbeindrucks kann
der Tester die Konzentration ablesen.
Auf­grund des gewählten chemischen Farbstoffes ist der Teststreifen
auch wiederver­wendbar. Doch so einfach das klingt, so schwierig
gestaltete sich die Umsetzung. Denn das Fluorid lagert sich mittels
Wasserstoffbrückenbindung an den Thioharn­stoff an. Durch
die Bindung kommt es zu einem Elektronentransfer, der die Fluores­zenz
des Farbstoffs abschwächt, das heißt, der Farbstoff erscheint dann
dunkler. �Der Trick war nun, ein Verfahren zu entwickeln, dass trotz der
wässrigen Umge­bung das Fluorid immer noch an
den Thioharnstoff bindet und nicht der Sauerstoff des Wassers�, sagt
Projektleiter Knut Rurack. Wie Tests zeigen, ist dies den
Wissenschaftlern gelungen.  Um das Ablesen der Farbveränderung noch
besser als mit dem menschlichen Auge auswerten zu können, kann
der Teststreifen auch mit der eingebauten Kamera eines Mobiltelefons
erfasst werden.

Die Fluorierung von Trinkwasser ist eine
verbreitete Praxis. In Europa wird dies bei­spielsweise in
Großbritannien, Irland und der Schweiz praktiziert.
Auch die USA fluoriert ihr Trinkwasser. Erst im Jahr 2011 hatte die US
Environmental Protection Agency (EPA) den Richtwert für Fluorid in
Trinkwasser von 1 auf 0,7 Parts per Million (ppm) reduziert und sich
damit anderen Ländern angeschlossen. Die Nach­weisgrenze
des neuen Fluoridtests liegt bei 0,2 ppm. Der Test wurde mit
verschie­denen Wasserproben getestet, unter anderem mit Leitungs- und
Meerwasser. �Der Test wird durch andere Ionen, die im Leitungs- oder
Salzwasser vorkommen, nicht gestört�, berichtet Rurack.
Probleme können allerdings zu hohe Phosphatkonzent­rationen bereiten,
wie sie beispielsweise in einigen Zahncremes zu finden sind. Ein
mögliches Einsatzgebiet ihres Testes sehen die Wissenschaftler vor allem
in Asien und Afrika.

Kontakt:

Bioenergie – Bakterien in Batterien

Im Labor Ampere in Lyon arbeiten Wissenschaftler zurzeit an der Entwicklung eines zumindest
originellen Stromgenerators: einer mikrobiologischen Brennstoffzelle (BS-Zelle). Durch die intelligente
Nutzung der Eigenschaften vorhandener Mikroorganismen soll diese seit einem Jahr entwickelte
erstaunliche Anlage die Kosten der Abfallbehandlung senken.
Um sich zu ernahren, bauen bestimmte Bakterien die organischen Molekule ihrer Umwelt ab und setzen
dabei Elektronen und Protonen frei. Aus diesem Grund wurde bereits ofter theoretisch die Moglichkeit
untersucht, diese Partikel auf Elektroden zu ubertragen, um so Elektrizitat auf der Grundlage von
Brennstoffzellen zu produzieren. Diese "Biobatterien" konnten somit selbststandige oder abgelegene
Anlagen versorgen, zum Beispiel Baken in Berg- oder Wustenregionen, Ausrustungen fur die
Internationale Raumstation oder sogar Roboter. Derzeit ist die Leistung der Prototypen jedoch noch zu
gering, so dass das Team eine zusatzliche Brennstoffzelle fur die Abfallindustrie entwickelt hat. Diese
BS-Zelle, die in den Reaktoren von Klaranlagen installiert werden soll, wird kontinuierlich mit den
Haushaltsabwassern gespeist. In der Startphase des "Generators" bilden die im Schlamm vorkommenden
Bakterien einen Film auf der Oberflache einer Elektrode (Anode), die speziell konzipiert wurde, um die
leistungsfahigsten "elektroaktiven" Mikroorganismen auszuwahlen. Nach funf Tagen wird eine
Stromleistung von nicht einmal 1 Watt pro Quadratmeter Anode zwischen den Anschlussklemmen
erzeugt. Diese Leistung konnte dennoch ausreichen, um einen nicht unwesentlichen Teil des Bedarfs an
Elektrizitat einer Abfallaufbereitungsanlage zu decken. Um die Nutzflache der Anode – jedoch nicht die
Mase des Systems – zu vergrosern, konnte ein poroses Material verwendet werden. Die Ergebnisse dieser
vor Ort im Sommer durchgefuhrten Tests, werden in Kurze ihre Geheimnisse luften.

Der Energieausweis für Wohngebäude

Welche Ausweisvariante ist die richtige? / Was Hausbesitzer wissen müssen

München (pts/20.07.2007/11:27) – Am 1. Oktober 2007 tritt die neue Energie-Einsparverordnung (EnEV 2007) in Kraft. Ihr wichtigster Bestandteil ist die verbindliche Einführung von bundesweit einheitlichen Energieausweisen für Bestandsgebäude, wie sie für Neubauten seit 2002 Pflicht sind. Künftig müssen Eigentümer, die ihr Haus oder ihre Wohnung verkaufen oder neu vermieten, dem Käufer oder Mieter auf Anforderung einen Energieausweis vorlegen. Auch wer sein selbst genutztes Haus umfassend modernisiert oder ausbaut, muss das Dokument erstellen lassen. Für Gebäude, die bis 1965 errichtet wurden, ist der 1. Juli 2008 Stichtag für die Einführung, für später errichtete Gebäude der 1. Januar 2009.

"Die EnEv 2007 kennt zwei Arten von Energieausweisen: Sie unterscheidet zwischen dem Bedarfsausweis, der auf Grundlage des ingenieurmäßig berechneten Energiebedarfs des Gebäudes erstellt wird, sowie dem Verbrauchsausweis, der auf Grundlage des erfassten Energieverbrauchs des Gebäudes erstellt wird", erläutert Lothar Müller, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel e. V., München. Bis zum 1. Oktober 2008 gilt für alle Bestandsgebäude Wahlfreiheit zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis. "Für Wohngebäude, die umfassend umgebaut oder erweitert werden, muss nach dem Stichtag zwingend ein Bedarfsausweis erstellt werden", weiß Müller. Auch für Wohngebäude mit bis zu vier Wohneinheiten, für die der Bauantrag vor November 1977 gestellt wurde, ist der Bedarfsausweis Pflicht. Ausnahme: Wenn das Gebäude bei der Fertigstellung die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1977 erreichte oder durch nachträgliche Sanierungsmaßnahmen inzwischen erreicht, besteht weiterhin Wahlfreiheit. "Die Höhe des Energieverbrauchs hängt wesentlich vom Nutzer ab. Damit ein objektiver Vergleich der energetischen Qualität verschiedener Gebäude möglich wird, sollte ein sinnvoller Energieausweis aber unabhängig vom Verhalten und Verbrauch einzelner Nutzer sein", gibt Lothar Müller zu bedenken. "Eigentümer haben daher gute Gründe, in jedem Fall schon heute auf den Bedarfsausweis zu setzen."

Die Gesamtenergieeffizienz entscheidet

Beim Bedarfsausweis wird anhand genormter Kriterien eine objektive Bewertung von Gebäude- und Heizungstechnik vorgenommen und rechnerisch der Primär- sowie der Endenergiebedarf des Gebäudes ermittelt. Der Endenergiebedarf gibt die jährlich benötigte Energiemenge für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung an. In den Primärenergiebedarf fließt auch der Aufwand ein, der zum Beispiel für Gewinnung, Verteilung und Umwandlung des verwendeten Energieträgers notwendig ist; er gibt Auskunft über die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes. "Je geringer der Primärenergiebedarf, desto effizienter und Umwelt schonender die Energienutzung", so Müller. Primär- und Endenergiebedarf werden in Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr, kurz kWh/(m²*a), angegeben.

Das Haus wird auf Herz und Nieren geprüft

Für den Bedarfsausweis werden allgemeine Gebäudedaten erfasst wie der Grundriss, das beheizte Gebäudevolumen, die Gebäudenutzfläche, der Flächenumfang von Außenwänden, Fenstern und Dach sowie die Dachform. Aber auch spezifische Daten zur Gebäudehülle, zur Qualität der verarbeiteten Baumaterialien, zum Aufbau der Bauteile, zur Wärmedämmung sowie zum Heizungssystem und zur Art der Warmwasserbereitung fließen in die Analyse ein. "Die Aufnahme der notwendigen Daten, die so genau wie möglich zu ermitteln sind, erfolgt am besten bei einer Gebäudebegehung durch den Energie-Fachberater im Baustoff-Fachhandel", rät Müller. Im Anschluss daran wird der Energieausweis vom Energie-Fachberater mit Hilfe einer speziellen Berechnungssoftware erstellt. Komfortabel und bundesweit einmalig: Der Energie-Fachberater im Baustoff-Fachhandel bietet dazu ein kostenfreies Erstgespräch vor Ort an. "Eine unverbindliche Beratungsanfrage an den Energie-Fachberater in ihrer Nähe können Hausbesitzer ganz einfach und bequem im Internet auf dem Ratgeberportal http://www.energie-fachberater.de stellen", empfiehlt Lothar Müller.

Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre werden erfasst

Der Verbrauchsausweis erfasst den Energieverbrauch für Heizung und Warmwasserbereitung. Dafür werden lediglich die Verbrauchsdaten aus Abrechnungen von Heizkosten nach der Heizkostenverordnung beziehungsweise von Energielieferanten benötigt. Aus dem durchschnittlichen Verbrauch der letzten drei Jahre wird der Energieverbrauchskennwert festgestellt und in kWh/(m²*a) angegeben. Um den Einfluss außergewöhnlicher Wetterverhältnisse sowie regionale Unterschiede auszugleichen, werden Klima, Witterung und Leerstände berücksichtigt.

Energetische Qualität auf einen Blick vergleichbar

Beide Ausweisarten illustrieren die Energieeffizienz des Gebäudes anhand des so genannten Tachobands. "Die Einordnung in einen Farbverlauf von grün (gut) nach rot (schlecht) dient dem schnellen Überblick und ermöglicht den direkten Vergleich mit anderen Gebäuden", sagt Müller. Beim Bedarfsausweis zeigt das Tachoband den Primär- und Endenergiebedarf des Gebäudes. Diese Werte lassen Rückschlüsse auf die zu erwartenden Nebenkosten für Heizung und Warmwasser, den energetischen Zustand und die CO2-Emissionen zu, und bieten die Möglichkeit, die energetische Qualität unterschiedlicher Gebäude zu vergleichen. Im Unterschied dazu zeigt das Tachoband beim Verbrauchsausweis den Energieverbrauchskennwert. Dieser lässt nur Rückschlüsse auf den Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser unterschiedlicher Gebäude zu. Das ist wenig aussagekräftig, denn der Wert hängt entscheidend vom Verhalten der Bewohner ab.

Alles eine Kostenfrage?

Bei allem Nutzen werden Hausbesitzer die Frage nach den Kosten für einen Energieausweis stellen. Diese lassen sich derzeit noch nicht endgültig beziffern. Das Bundesbauministerium geht im Minimum von 40 bis 60 Euro für den Verbrauchsausweis und von 80 bis 120 Euro für den aussagekräftigen Bedarfsausweis aus. Die Energie-Fachberater im Baustoff-Fachhandel beraten Hauseigentümer ausführlich, welcher Ausweis der richtige für sie ist und welche Kosten auf sie zukommen. Sie zeigen auch auf, wie mit ihren Modernisierungsempfehlungen Energie eingespart und damit gleichzeitig die Umwelt und der Geldbeutel geschont werden können. Den Energie-Fachberater in ihrer Nähe finden Hausbesitzer im Internet unter http://www.energie-fachberater.de.

Weitere Informationen bei:

"Energie-Fachberater im Baustoff-Fachhandel"
Lothar Müller, Edelsbergstraße 8, 80686 München
Tel. 0 89/57 83 67 -31, Fax 0 89/57 83 67 -34
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