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Wenn Marktführer abstürzen: Diese bekannten Konzerne sind grandios gescheitert

(BusinessInsider) – Marktführer werden oft für ihre Stärke und Macht bewundert und beneidet. Doch ihre Größe birgt auch Nachteile. Denn das Unternehmen muss sowohl einen bestehenden Markt und seine Kunden bedienen, als auch neue Entwicklungen in seiner Branche richtig einschätzen und darauf reagieren.

Das muss gerade auch die deutsche Autoindustrie erfahren, die vor einem enormen Wandel hin zu umweltfreundlicheren Antrieben steht, während sie ihr Geld weiterhin hauptsächlich mit Verbrennungsmotoren verdient. So konnte Tesla vom Außenseiter der Autobranche zum Anführer der Elektromobilität heranwachsen.

Nokia
Der Fall von Finnlands einstigem Vorzeigeunternehmen ist ein Lehrbeispiel dafür, wie fatal es ist, neue technologische Entwicklungen falsch einzuschätzen. Zur Jahrtausendwende und in den 2000er Jahren war Nokia Marktführer bei Mobiltelefonen. Lange galten seine Geräte als technisch überlegen. Das Nokia 3310 war legendär. Doch dann kam das iPhone und das Zeitalter der Smartphones begann. Auf die Entwicklung reagierte das Unternehmen zu spät. 2011 überholte Samsung Nokia bei den Marktanteilen.

Der Niedergang von Nokia riss auch die finnische Volkswirtschaft mit sich. Zwischenzeitlich hatte der Handy-Gigant im Alleingang für vier Prozent der Wirtschaftsleistung in dem kleinen Land gesorgt.

Blackberry
Auch ein anderer Handyhersteller verschlief den Epochenwechsel seiner Branche. Das Blackberry mit seiner charakteristischen Tastatur war in den 2000er Jahren das Statussymbol für Geschäftsleute. Als frühes Smartphone machte es das Gerät möglich, auch von unterwegs E-Mails abzurufen und Termine zu vereinbaren.

Der Siegeszug der Touchscreens und des iPhones brachte das Blackberry in Vergessenheit.

Kodak
Auch Kodak wurde von einem Technologiewechsel überrollt. Dabei hat das Geschäftsmodell lange Zeit erfolgreich funktioniert: Der Konzern verkaufte sowohl günstige Kameras als auch die dazu gehörigen Filme und Dienstleistungen. Fotos und Kinofilme waren ohne Kodak kaum vorstellbar. In den 1970er Jahren besaß der Foto-Gigant in den USA einen Marktanteil von sagenhaften 80 Prozent.

Doch dann attackierten erst die billigeren Fuji-Filme den Riesen und schließlich setzte sich immer mehr die Digitalfotografie durch — in einem Tempo, mit dem der Konzern nicht Schritt halten konnte. Dabei hatte Kodak schon 1975 eine Digitalkamera entwickelt, die Technik aber wegen der hohen Erträge mit den Filmen links liegen lassen.

Commodore
In den wilden Anfangsjahren des Personalcomputers war Commodore eine feste Größe. Insbesondere mit dem C64 gelang dem Unternehmen in den 1980er Jahren ein Verkaufshit, der bis heute nostalgisch verehrt wird. Der Preiskampf auf dem Markt und strategische Fehler brachten Commodore jedoch in Turbulenzen. Im April 1994 wurde die Insolvenz verkündet.

Lehman Brothers
Lehman Brothers war einmal ganz bescheiden gestartet. 1844 eröffnete Henry Lehman, ein Einwanderer aus Deutschland, einen kleinen Laden in Alabama, in den später auch seine Brüder einstiegen. 1929 entstand daraus eine Investmentfirma.

Heute gilt der Name als Synonym für Gier, Zockerei und die Hybris einer ganzen Branche. Die Insolvenz der Investmentbank am 15. September 2008, ausgelöst durch das Platzen einer Immobilienblase und den Handel mit undurchsichtigen Finanzprodukten, war der Urknall einer weitreichenden und langanhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise, die mehrere Staaten an den Rand des Zusammenbruchs brachte. Noch ein Jahr zuvor hatte sich Lehman Brothers für seine hohen Umsätze und Gewinne sowie das höchste Handelsvolumen an der Londoner Börse gefeiert.

Duale Ausbildung in der Corona-Krise verlässlich fortführen

(bmwi) – Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung vereinbaren Maßnahmen zur Stabilisierung der dualen Ausbildung

Die Spitzen der Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung haben heute Maßnahmen vereinbart, um die Auswirkungen der Corona-Krise auf die duale Ausbildung abzufedern. Die Vertreter der Bundesregierung, der Bundesagentur für Arbeit, der Länder, der Wirtschaftsverbände BDA, BFB, DIHK und ZDH und der Gewerkschaften haben heute unter Vorsitz von Bundeswirtschaftsminister Altmaier eine Gemeinsame Erklärung der Allianz für Aus- und Weiterbildung angesichts der Corona-Krise verabschiedet. Die Partner wollen dafür sorgen, dass Auszubildende trotz der derzeit schwierigen Situation ihre Ausbildung fortsetzen und ihre Prüfung ablegen können. Zudem verfolgen sie gemeinsam das Ziel, auch in den kommenden Ausbildungsjahren genügend Ausbildungsplätze anbieten zu können.

Bundesminister Peter Altmaier: „Verlässliche Rahmenbedingungen für die duale Ausbildung sind in der jetzigen Krise elementar, wenn wir unsere Fachkräftebasis von morgen weiterhin sichern wollen. Gerade jetzt brauchen Betriebe unsere Unterstützung, damit sie weiter qualifiziert ausbilden können. Mit einer Prämie für Betriebe, die Auszubildende aus insolventen Betrieben übernehmen, setzen wir einen wichtigen Impuls, damit Jugendliche eine bereits begonnene Ausbildung auch in der Corona-Krise erfolgreich zum Abschluss bringen können“.

Bundesminister Hubertus Heil: „Die duale Ausbildung ist ein Markenkern unseres Landes und unser Ticket in eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft. Deshalb müssen wir sie gerade in schwierigen Zeiten am Laufen halten. Mir ist wichtig, dass junge Menschen auch im Jahr 2020 eine Ausbildung beginnen oder abschließen können. Um das zu ermöglichen, haben wir heute verschiedene Hilfsmaßnahmen vereinbart. Wir kämpfen nicht nur um jeden Arbeits-, sondern auch um jeden Ausbildungsplatz.“

Bundesministerin Anja Karliczek: „Die Stärken der dualen Ausbildung zeigen sich gerade auch in der Krise. Sie ist ein wesentliches Fundament unserer Wirtschaftskraft. Wenn wir diese erhalten wollen, tun wir gut daran, auch in die Leistungsfähigkeit unseres dualen Ausbildungssystems zu investieren. Die heute in der Allianz für Aus- und Weiterbildung beschlossenen Maßnahmen werden dazu beitragen, dass auch in diesen Zeiten junge Leute eine Ausbildung erhalten. Wieder einmal bewährt sich die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, insbesondere der Sozialpartner, in unserem Land. Gemeinsam stellen wir sicher, dass Auszubildende ihre Ausbildung erfolgreich beenden können, wenn Prüfungen jetzt ausfallen oder verschoben werden müssen. Mit einem Sofortprogramm im Rahmen des DigitalPakts Schule investieren wir zudem in digitale Lehrformate und Endgeräte. Das kommt auch den Berufsschulen zugute, damit das Lernen unter den Einschränkungen der Corona-Krise weitergeht.“

Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz: „Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie treffen auch Menschen mit Einwanderungsgeschichte und Geflüchtete besonders hart. Viele sind in der Hotel- und Gastronomiebranche beschäftigt oder in Ausbildung. Wir müssen alles daransetzen, dass die erreichten Erfolge bei der Arbeitsmarktintegration nicht zurückgeworfen werden. Die Integration in Ausbildung und Arbeitsmarkt wird deshalb ein Schwerpunkt im Nationalen Aktionsplan Integration der Bundesregierung sein.“

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig: „Die Berufliche Bildung und die Berufsschulen schaffen Zukunftschancen für junge Menschen, leisten einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit und tragen maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen bei. Mit ihren Öffnungskonzepten unter Einhaltung strenger hygienischer Kriterien beweist die Berufliche Bildung unter schwierigen Bedingungen erneut ihre große Leistungs- und Anpassungsfähigkeit. Es ist wichtig, dass Auszubildende ihren eingeschlagenen Weg jetzt fortsetzen können. Die Länder werden mit den Berufsschulen das Ihre dafür tun, dass den Auszubildenden wegen der Corona-Epidemie keine Nachteile entstehen.“

Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit Detlef Scheele: „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, einen „Ausbildungsjahrgang Corona“ zu verhindern. Die Bundesagentur für Arbeit trägt mit Beratung und verlässlichen Unterstützungsleistungen ihren Teil dazu bei, dass Betriebe und Bewerber auch in unsicheren Zeiten sicher zueinanderfinden können. Dabei setzen wir in diesem Jahr noch intensiver auf digitale Angebote für Schülerinnen und Schüler, zum Beispiel mit unserem Online-Selbsterkundungstool Check U. Ausbildungsbetriebe sprechen wir verstärkt persönlich an und beraten zur Begründung und Stabilisierung von Ausbildungsverhältnissen. Wir stehen auch mit unseren arbeitsmarktpolitischen Instrumenten für Jugendliche und Betriebe bereit – die Kapazitäten dafür sind vorhanden.“

DIHK-Präsident Eric Schweitzer: „Wir beschließen heute erste Maßnahmen, die dabei helfen sollen, bestehende Ausbildungsverträge zu erhalten und neue Ausbildungsangebote zu ermöglichen. Wir werden den Ausbildungsmarkt genau beobachten und Unternehmen gezielt nach Region, Branche und Betriebsgröße dort unterstützen, wo Ausbildung ohne Hilfe von außen nicht mehr möglich ist. Vor allem für leistungsschwächere Bewerber ist in diesem Jahr die Chance einer Einstiegsqualifizierung wichtig, um schnell in einen Betrieb zu gelangen und möglichst rasch in ein Ausbildungsverhältnis zu wechseln. Die Kammern und Verbände werden z.B. virtuelle Speed Datings ausprobieren, die Kammern ihre Lehrstellenbörsen ausbauen und sich intensiv dafür einsetzen, dass Auszubildende trotz schwieriger Rahmenbedingungen ihre Abschlussprüfungen ablegen können.“

Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende: „Die Allianz spannt heute einen Schutzschirm für Ausbildung auf. Mit allen Maßnahmen, die wir heute auf den Weg bringen, senden wir ein starkes Signal: Wir kämpfen um jeden Ausbildungsplatz. Übernahmeprämie, Verbund- und Auftragsausbildung und als letztes Auffangnetz die außerbetriebliche Ausbildung werden helfen, die Zukunftschancen der jungen Generation zu sichern. Damit sagen wir den Jugendlichen: Ihr werdet gebraucht. Bewerbt Euch um einen Ausbildungsplatz, geht auf die Betriebe zu, nutzt die vielen Ausbildungsplatzbörsen und Beratungsangebote. Wir sagen aber auch den Betrieben: Bilden Sie aus, kümmern Sie sich um Auszubildende, damit der Corona-Krise nicht die Fachkräfte-Krise folgt.“

Konkret verständigten sich die Partner der Allianz u.a. darauf, dass Firmen, die Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen, zeitlich befristet eine Übernahmeprämie erhalten können. Zudem sollen Betriebe zur Stabilisierung des Ausbildungsjahres 2020/21 die Vorteile der Verbundausbildung und der Auftragsausbildung stärker nutzen können. Außerdem wollen die Allianzpartner Jugendliche und Betriebe – auch mit mehr digitalen Formaten – im kommenden Ausbildungsjahr noch gezielter beraten und vermitteln.

Die Allianzpartner werden die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Pandemie weiter verfolgen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Ausbildungsmarktes ergreifen.

Mit KI in der Landwirtschaft Wasser sparen

(KIT) – Dürre und Wetterschwankungen bedrohen die Landwirtschaft in Deutschland oftmals schon im Frühjahr. Eine wachsende Zahl an Ackerlandwirten bewässert daher künstlich. Doch das Wasser ist begrenzt. Genaue Informationen über den Zustand von Pflanzen und Böden helfen Landwirten dabei, wirkungsvolle Maßnahmen gegen Trockenschäden einzuleiten und gezielter zu bewässern. Das Start-up heliopas.ai aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) analysiert Satellitenbilder mit Künstlicher Intelligenz (KI) und bringt präzise Daten über die Lage auf dem Feld auf das Smartphone der Landwirte. Dazu müssen sie lediglich die Smartphone-App „Waterfox“ installieren und ihre Flächen anlegen.

 Bereits zu Beginn dieser Vegetationszeit hat es in Deutschland wieder viel zu wenig geregnet: Mit knapp 17 Litern pro Quadratmeter erreichte der April 2020 kaum ein Drittel seines Solls von 58 Litern – so  meldet es der Deutsche Wetterdienst (DWD) – nur 1881 und 2007 hat es weniger geregnet. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) zeigt ausgedehnte Regionen mit extremer und teils sogar außergewöhnlicher Dürre. Aufgrund der Dürrejahre 2018 und 2019 ist der Boden zudem bereits bis in 1,80 Meter Tiefe ausgetrocknet.

„Leider ist das kein regionales Problem“, erklärt der Gründer Ingmar Wolff vom Start-up heliopas.ai. Aufgrund der globalen Klimaerwärmung müsse jetzt weltweit mit einer Zunahme von Extremwetterlagen gerechnet werden: „Trockenschäden in der Landwirtschaft, aber auch feuchtigkeitsbedingte Krankheiten sind jedes Jahr für Milliardenschäden verantwortlich und bedrohen die Nahrungsmittelsicherheit von Millionen Menschen.“ Gemeinsam mit seinem Gründerkollegen Benno Avino will er Landwirten dabei helfen, mit der neuen Situation umzugehen. „Wir nutzen Künstliche Intelligenz, um sehr genau zu verstehen, was eigentlich auf dem Feld passiert, wie es den Pflanzen geht und wo eventuelle Probleme entstehen. Diese Erkenntnisse verwenden wir, um Empfehlungen auf das Smartphone des Landwirts zu bringen, damit er optimal reagieren kann“, so Wolff.

Eine App hilft Landwirten beim Wassersparen
Um den Service von heliopas.ai zu nutzen, müssen Landwirte keinerlei Sensoren oder andere Geräte auf ihren Flächen installieren. Die neue Technologie basiert vielmehr auf der Analyse von tagesaktuellen Satellitenbildern, Niederschlagsmengen und weiteren Daten, in denen eine Künstliche Intelligenz dann relevante Parameter wie die Bodenfeuchte, aber auch einen Krankheitsbefall erkennen kann. Für einen benutzerfreundlichen Zugang zu den Daten sorgt die Smartphone-App „Waterfox“, die ab sofort verfügbar ist. „Dank der einfachen und klaren Empfehlungen bewässert der Landwirt dann nur noch, wo es tatsächlich notwendig ist“, sagt Wolff. „So spart er Wasser bei der Bewässerung und Aufwand bei Planung und Koordination seiner Saisonarbeiter.“

WaterFox ist leicht zu benutzen: Der Nutzer legt Felder auf einer Karte in der App an und ist sofort startklar. Kunden können das Produkt aktuell für einen Monat kostenlos testen, anschließend wird die Nutzung hektargenau abgerechnet – auch für kleine Betriebe ist der Service also attraktiv. Zukünftig wird es neben Empfehlungen zur Bewässerung auch Empfehlungen zur punktgenauen Düngung und einem wohldosierten Pflanzenschutz geben. Landwirte steigern so ihren Ertrag, produzieren gesündere Nahrung und schonen die Umwelt.

 

27.05.20 Konjunkturaufschwung unter dem Motto: Klimaschutz zuerst – Ein Brief an Umweltministerin Svenja Schulze

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Svenja Schulze,

wir kennen uns von einer Pressekonferenz, zu der Sie uns Wissenschaftsjournalisten von der WPK zu einem Hintergrundgespräch über Umweltpolitik in Ihr Ministerium eingeladen hatten. Das war am 21. März vorigen Jahres – also weit vor Corona.

Als ehemaliger Redakteur für ein Umweltmagazin im WDR-Fernsehen, erwartete ich exklusive Informationen. Es war eine Enttäuschung, Sie erschienen mit ‚akademischer‘ Verspätung, hielten uns ein Statement und verschwanden wieder, weil Sie noch andere Termine vorgaben. Fragen zu stellen war nicht möglich. Wenn, dann sollten wir sie Ihrem Staatssekretär stellen. Ich vermute, das war ein Vorwand, denn wenn ich Ihre derzeitige Politik betrachte, sind Sie vor diesen qualifizierten Fragen mangels Fachkenntnis geflohen.

Erst jetzt, zur Corona-Krise, zeigt sich, dass Sie zum Sprachrohr der ‚grünen‘ Populisten geworden sind. Umweltschutz ist in Deutschland sehr wichtig. Das gilt besonders für Reinhaltung unserer unmittelbaren Umgebung: Luft, Erde Wasser,  Artenschutzerhaltung, usw. Aber da haben Ihre Vorgänger bereits enorme Vorleistungen erbracht. Noch nie war es in Deutschland so sauber wie heute.

Um sich zu profilieren, so vermute ich, sind Sie jetzt auf die Klimaproblematik gesprungen und bezeichnen das CO2-Problem als Ihre wichtigste Aufgabe. Glauben Sie wirklich, Sie könnten aus Deutschland heraus das Weltklima retten bei nur 2% globalem CO2-Ausstoß? Sie haben sich offenbar dieser Idee rücksichtslos verschrieben, ohne die Nebenwirkungen und Risiken zu bedenken und der Vernunft eine Chance zu geben. Unvernunft bedeutet für mich zunächst einmal, den Schwerpunkt der CO2-Reduktion dem Autoverkehr anzulasten. Insbesondere unsere privaten PKWs haben es Ihnen und den ‚grünen‘ Ideologen angetan. Im Ziel, die Elektromobilität zu forcieren, sind Sie bereit, die Automobilindustrie auf das reine Elektroauto zu verpflichten. Die Milliarden von Investitionen, die auch durch Ihren Antrieb in diesen Bereich fließen – z. B. durch Kaufanreize im oberen vierstelligen Bereich für das reine Elektromobil bzw. in technisch halbfertige Hybride, haben sogar die Industrie veranlasst, Ihnen auf den Leim zu gehen. Dabei bringt das Elektroauto ökologisch und sozial keinerlei Vorteile. Insbesondere das generelle zukünftige Verbot von Verbrennungsmotoren, vor allem des Diesel- und des Otto-Motors, setzt die Automobil-Industrie vor ähnliche Probleme, wie fast alle anderen Industrie-Zweige, die Deutschland den Rücken gekehrt haben. Darunter ist die Stahlindustrie zu nennen, auch der Maschinenbau, die Chemie und Teile der Pharmazie.

Dabei bietet der Verbrennungsmotor mit Hilfe von in Deutschland entwickelter Kreativ-Technologie viel mehr Möglichkeiten, den CO2-Ausstoß wesentlich stärker zu reduzieren als ohne. Leider hat es der Software-Betrug der Automobilindustrie erleichtert, nicht nur den Diesel als effizientesten Verbrennungsmotor populistisch zu ächten. Dabei ist Feinstaub- oder Stickoxid-Vermeidung heute kein Problem mehr. Ein minimaler Lademotor – nach dem  Diesel- oder Otto-Prinzip –  könnte der Elektromobilität zum wirtschaftlichen Durchbruch verhelfen. Das mit einer Batteriekapazität, die nur 1/5 des bisherigen Autos benötigt.

Prototypen dieser Art, die eine österreichische Firma entwickelt hat, existieren bereits und begnügen sich mit maximal 2 Liter Treibstoff pro 100 Kilometer, und der kann dann auch noch regenerativ gewonnen werden. Das Zauberwort heißt HyperHybrid. Ein Kleinwagen dieser Art kann für weniger als  20.000,00 € angeboten werden und ein Mittelklassewagen á la Tesla unter 30.000,00 €. Aber offenbar passt das nicht in die herrschende Verzichtsideologie hinein, die den Deutschen weismachen will, es gäbe keine Alternative zum Elektroauto. Die hunderte von Milliarden, die die deutsche Automobilindustrie in den Umbau hineinstecken will, fehlen jetzt vor allen Dingen in der Corona-Zeit für notwendigen Aufschwung der Konjunktur. Der Ruf der Autohersteller nach Kaufprämien wird teilweise auch damit begründet, ist aber politisch und ökologisch viel ineffizienter als die Lösung mit dem Verbrennungsmotor zu suchen und auf die HyperHybrid-Methode zu setzen.

Es gäbe noch vieles an anderen Maßnahmen zu kritisieren. Was besonders ins Gewicht fällt ist die Tatsache, dass der private Verkehrssektor nur 6-8% des CO2-Ausstoßes in Deutschland nur ausmachen, während der Gebäudesektor zum Heizen und Kühlen einen Anteil von 45% besitzt. Dass in diesem Sektor am meisten CO2-Reduktion herauszuholen ist,  ist Ihnen offenbar verborgen geblieben, ebenso wie Ihren Vorgängern. Die Bauvorschriften wurden immer stiefmütterlich behandelt und trotzdem steigen die Baukosten ins Unermessliche. Da hätten Sie sich eher profilieren können als auf dem Verkehrssektor. Erklären Sie mir einmal diese enormen Widersprüche. Ich bitte Sie zu verstehen, dass aufmerksame Zeitgenossen diese Verhältnisse umso mehr kritisieren. Hinzu kommen einige weitere Todsünden: Logischerweise hätten Sie z. B. den ideologisch begründeten zukünftigen Abbau der Braunkohlekraftwerke, um angeblich das Weltklima zu retten, ausschließlich in Deutschland verwehren müssen. Dabei ist der Einsatz von Sonnen-, Wind- und Wasser-Energie zwar dringend erforderlich, reicht aber nicht aus, um die sichere Versorgung mit elektrischem Strom zu gewährleisten. Fragen Sie doch einmal Elektro-Ingenieure, die etwas vom Fach verstehen. Dabei sind moderne Kohlekraftwerke wie in Freimersdorf oder Datteln bis ins letzte ausgeklügelt. Doch jedes Mal wird auf die ehemaligen alten ‚Wolkenproduzenten‘ Bezug genommen, um alles in Bausch und Bogen zu verdammen.

Liebe Frau Bundesministerin, diese ganzen Probleme, aus Deutschland heraus das Klima zu retten, sind deshalb zum Scheitern verurteilt, weil nur wenige Länder bereit sind, unserem Beispiel zu folgen. Es gibt zwar viele Lippenbekenntnisse in internationalen Konferenzen, aber letztlich entscheiden nur wenige Länder, wie es mit unserem Globus weitergeht. Schauen Sie nur nach Indien, Brasilien, Indonesien, u. a. v. Selbst in die USA unter Trump, die pfeifen auf unsere wohlgemeinten Ratschläge. Sie bauen am laufenden Band nicht nur hunderte von Kohlekraftwerke, sondern setzen auch auf die Kernenergie. Aber alles dies verschwindet unter dem Giganten China, der zwar Elektroautos favorisiert hat, weil er sonst den Dreck nicht aus seinen Städten herausbekommt. Aber dafür setzt die chinesische Autokratie auf den Neubau von hunderten von Kohlekraftwerke und zig Kernkraftwerke.

Was wir hier in Europa überhaupt nicht offiziell wahrnehmen, dass diese sogenannte ‚gelenkte Demokratie‘ mit dem das Individuum zerstörenden Überwachungsstaat, auf dem Wege ist, nicht nur die wirtschaftliche Weltherrschaft zu übernehmen, sondern auch die Entwicklungsländer durch Billionen Dollar-Investitionen an sich bindet, und damit die Überlegenheit ihres neokommunistischen Systems zu belegen. Dabei hilft ihnen die Tatsache, dass sie mit der angeblichen Überwindung des Corona-Virus der Welt beweisen wollen, dass die westlichen Demokratie-Vorstellungen ebenso wie die soziale und ökologische Marktwirtschaft und die auf Freiheit des Einzelnen  setzende Gesellschaft, ein auslaufendendes Staatsmodell sei.

Meine letzte Frage bittet Sie zu erklären, wie ein nachhaltiger Konjunkturaufschwung in Deutschland und Europa erfolgen soll, wenn die Industrie gegenüber der chinesischen Konkurrenz unfähig wird und wir Milliarden von Subventionen vor allem in den Klimaschutz setzen und behaupten, man könne alles miteinander vereinen. Historisch können wir jedenfalls nicht mehr auf den bisher von der Volkswirtschaft propagierten rhythmischen Wechsel setzen, bei dem auf das Konjunkturtal immer wieder ein Konjunkturhoch folgte, weitgehend gesteuert durch das Defizitspending nach John Maynard Keynes. Wenn die Industrie ihre Konkurrenzfähigkeit verliert, was können wir dann noch dem chinesischen Druck entgegen setzen. Dann möchte ich in Anlehnung an Trumps Sprüchen sagen: ‚Das Hemd ist uns näher als der Rock‘. Aber das ist eher eine Überlebensstrategie.

Ihr Jean Pütz

Corona – Wann sind wir pleite?

(Zeit) – Die Rettungsprogramme in der Corona-Krise werden immer teurer. Doch was Deutschland sich leisten kann, hängt nicht nur von der Schuldensumme ab.

Die Unternehmen bekommen 200 Milliarden Euro, die Selbstständigen 50, die Kommunen 57 – die Corona-Krise reißt immer größere Löcher in den Staatshaushalt. Wachsen uns die Schulden über den Kopf? Geht Deutschland gar „pleite“, wie in der vergangenen Woche in der Bild-Zeitung zu lesen war? Die Antwort auf diese Fragen gibt das sogenannte Bewegungsgesetz der Staatsverschuldung, so eine Art Coca-Cola-Formel der Schuldenpolitik.

Die Grundidee ist schnell erklärt: Die meisten Ökonomen erwarten, dass die deutsche Schuldenquote – also der Schuldenstand im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung – Ende dieses Jahres bei rund 80 Prozent liegen wird und damit 20 Prozentpunkte höher als zu Beginn. Das ist hoch, aber erträglich. Wie sich diese Quote langfristig weiterentwickelt, hängt davon ab, was sich schneller vermehrt: die Schulden oder die Wirtschaftsleistung. Die Veränderung der Schulden wiederum wird bestimmt durch die Höhe des Zinses und der jährlich neu aufgenommenen Kredite. Die Veränderung der Wirtschaftsleistung durch das Wirtschaftswachstum.

Man kann sich das Gesetz an einem Zahlenbeispiel deutlich machen: Angenommen, es werden nach der kräftigen Ausweitung der Neuverschuldung in diesem Jahr vom kommenden Jahr an keine neuen Kredite mehr benötigt. Läge der Zins dann – wie derzeit in etwa – dauerhaft bei null Prozent und das Wachstum bei drei Prozent, dann ginge die Schuldenquote in den nächsten 50 Jahren auf 18 Prozent der Wirtschaftsleistung zurück. Pegelte sich der Zins hingegen bei drei Prozent ein und das Wachstum bei null Prozent, dann stiege die Schuldenquote auf 340 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Welche Größenordnungen aber sind realistisch? Und was heißt das für die staatlichen Schulden ?

Zins
Wenn Olaf Scholz im Moment beim Thema Geld großzügig sein kann, dann hat das vor allem einen Grund: Er muss für neue Kredite keine Zinsen bezahlen. Die Anleger geben ihm sogar etwas dafür, dass sie ihre Ersparnisse beim deutschen Staat parken können. Leiht sich der Bund heute einen Euro, dann muss er in zehn Jahren nach Abzug der zu erwartenden Inflation weniger als 90 Cent zurückerstatten.

Experten führen diese eigenartige Konstellation auf eine Reihe von Ursachen zurück. Die wichtigsten: Die Notenbanken fluten die Märkte mit Geld, die Unternehmen investieren weniger, eine alternde Bevölkerung spart mehr. Das zusätzliche Angebot an Kapital drückt dessen Preis – den Zins. Das hat unmittelbare Folgen für den Staatshaushalt, weil die Zinsausgaben sinken. Im vergangenen Jahr musste Scholz nur elf Milliarden Euro für die Bedienung alter Schulden aufwenden, zehn Jahre zuvor waren es noch knapp 40 Milliarden, obwohl die Gesamtsumme der Verbindlichkeiten sich kaum veränderte.

Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass die Zinsen dauerhaft niedrig bleiben. Experten wie der Bonner Ökonom Carl Christian von Weizsäcker erwarten, dass die Krise das Zinsniveau noch einmal nach unten drücken wird, weil die Haushalte wegen der gestiegenen Unsicherheit noch mehr sparen. Wer schafft sich schon ein Auto an, wenn nicht klar ist, ob es den eigenen Arbeitsplatz morgen noch gibt. Hinzu komme, dass in Krisenzeiten finanziell solide Länder wie Deutschland besonders günstig Kapital erhielten, weil Investoren aus finanzschwachen Ländern ihr Erspartes in Sicherheit bringen wollten.

Andere Fachleute argumentieren hingegen, dass die riesigen Rettungsprogramme die Inflation steigen lassen. Darauf müssten dann die Zentralbanken mit Zinserhöhungen reagieren, um die Preise wieder unter Kontrolle zu bringen. Es gebe mit Blick auf die Zinsentwicklung ein „Umkehrrisiko“, heißt es beim Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Allerdings ist die Bundesregierung diesem Risiko nicht schutzlos ausgeliefert. So könnte der Bund längerfristige Schuldtitel ausgeben als bisher. Die maximale Laufzeit deutscher Staatsanleihen beträgt 30 Jahre, Österreich hat Anleihen mit einer Laufzeit von 100 Jahren ausgegeben. Damit ließe sich das derzeit niedrige Zinsniveau – wohl mit einem kleinen Aufschlag – für die nächsten Generationen sichern.

Wachstum
Wenn ein Virus die Wirtschaft infiziert, dann kommt konjunkturell normalerweise ein V heraus: Es geht zunächst steil abwärts, danach aber ebenso steil wieder aufwärts. So war das zum Beispiel, als vor fünfzehn Jahren in China die Lungenkrankheit Sars grassierte. Auch in den Schuldenprognosen der Bundesregierung ist unterstellt, dass das Wachstum schon kommendes Jahr wieder anzieht und dann die Werte von vor der Krise erreicht – unterstützt durch Konjunkturprogramme und Investitionspakete.

Dieses Szenario ist nicht komplett unrealistisch, schließlich ist die Krise für Deutschlands Unternehmen am Ende auch eine Chance. Sie wird Veränderungsprozesse wie die Digitalisierung oder den Ausbau von Gesundheitsdienstleistungen beschleunigen, was der Wirtschaft neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet. Es kann aber auch ganz anders kommen, was sehr viel mit der Schwere dieser Krise zu tun hat: Wenn die Verbraucher tatsächlich wegen der krisenbedingten Verunsicherung mehr sparen, dann könnten die Unternehmen weniger Waren und Dienstleistungen absetzen. Das Wirtschaftswachstum würde zurückgehen.

Hinzu kommt: Es zeichnet sich ab, dass die Pandemie die internationale Arbeitsteilung einschränkt. Wenn Grenzen stärker kontrolliert und weltweite Lieferketten aufgesprengt werden, dann trifft das vor allem eine Exportnation wie Deutschland hart. Die Wirtschaft wird sich zwar an die neuen Gegebenheiten anpassen – aber das ist ein mühsamer Prozess, der „die Wachstumskräfte negativ beeinflussen könnte“, wie es in einer Studie des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel heißt.

Das Institut erwartet deshalb, dass dem tiefen Einbruch eine schleppende Erholung folgt. Es gibt auch schon einen Namen für diesen Konjunkturverlauf: Swoosh-Recovery, nach dem so bezeichneten Logo der Sportartikelfirma Nike. Das Logo sieht aus wie ein verzerrtes V – es geht steil runter und dann viel flacher wieder nach oben. Für die Schuldendynamik wäre solch eine Wachstumskurve schlecht, zumal die Alterung der Bevölkerung zusätzlich die Wirtschaft zu bremsen droht. Die Mehrzahl der Ökonomen geht inzwischen davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland langfristig nicht mehr so hoch liegen wird wie früher, sondern irgendwo zwischen einem und zwei Prozent pro Jahr.

Etatsaldo
Die dritte Schlüsselgröße in der Schuldenpolitik kann die Politik anders als Zinsen und Wachstum direkt steuern: den jährlichen Etatsaldo. Wenn ein Staat einen Haushaltsüberschuss erwirtschaftet, dann kann er mit dem Geld Schulden abbauen. Der Schuldenstand sinkt. Bleibt am Ende eines Jahres ein Defizit übrig, dann muss der Fehlbetrag durch zusätzliche Kredite gedeckt werden. Der Schuldenstand steigt.

In der Praxis wird für die Berechnung der Schuldenentwicklung allerdings nicht der normale Haushaltssaldo herangezogen, sondern der sogenannte Primärsaldo, also das Haushaltsergebnis ohne Zinszahlungen. Dieser Primärsaldo wird dann wichtig, wenn eine Kombination aus niedrigem Wachstum und hohen Zinsen zu einem starken Anstieg der Verschuldung führen würde. In einem solchen Fall muss die Regierung gegensteuern, indem sie Überschüsse erwirtschaftet. In der Geschichte ist das immer wieder vorgekommen. Das britische Königreich beispielsweise hat seine nach den napoleonischen Kriegen ruinierten Staatsfinanzen im 19. Jahrhundert durch hohe Überschüsse saniert, wie der in Bonn lehrende Wirtschaftshistoriker Moritz Schularick gezeigt hat. Dagegen blieben solche Sparmaßnahmen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges weitgehend aus: Die Konsolidierung gelang, weil das Wachstum hoch war und der Zins niedrig.

Und heute? Wenn das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren im Schnitt eineinhalb Prozent beträgt und die Zinsen bei null Prozent liegen, dann müsste die Regierung einen Primärüberschuss von einem Prozent erwirtschaften, damit die Schuldenquote in zehn Jahren wieder auf den Stand von Anfang 2020 fällt. Wenn für dieses Ziel 20 Jahre angesetzt werden, dann reicht sogar ein ausgeglichener Primärhaushalt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahrzehnt lag Deutschlands Überschuss immer bei über zwei Prozent.

Das bedeutet: Auch wenn das Staatsdefizit derzeit rasant ansteigt – falls die Wirtschaft nicht komplett abstürzt und falls die Zinsen nicht deutlich steigen, dürfte sich die Staatsverschuldung auch ohne einschneidende Sparmaßnahmen oder Steuererhöhungen wieder unter Kontrolle bringen lassen.

Neues Material fungiert als effizienter Frequenz-Vervielfacher

(HZDR) – Höhere Frequenzen gleich schnellerer Datentransfer und leistungsfähigere Prozessoren. Diese Formel prägt seit Jahren die IT-Branche. Technisch jedoch ist es alles andere als einfach, Taktraten und Funkfrequenzen immer weiter zu steigern. Neue Materialien könnten diese Probleme lösen. Ein vielversprechendes Ergebnis haben nun Experimente am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) geliefert: Ein internationales Forscherteam konnte ein neuartiges Material dazu bringen, die Frequenz eines Terahertz-Strahlungsblitzes um das Siebenfache zu erhöhen: Ein erster Schritt für mögliche Anwendungen in der zukünftigen Informationstechnologie, wie die Gruppe im Fachmagazin Nature Communications (DOI: 10.1038/s41467-020-16133-8) berichtet.

Wenn Smartphones Daten empfangen und Computerchips Rechnungen ausführen, ist das immer mit elektrischen Wechselfeldern verbunden, die Elektronen auf klar definierte Reisen schicken. Dabei gilt: Je höher die Frequenzen dieser Felder, umso schneller können die Elektronen ihre Arbeit verrichten und umso größere Datenübertragungsraten und Prozessorgeschwindigkeiten sind möglich. Aktuell bildet hier der Terahertz-Bereich eine Art Schallmauer – weshalb Forscher in aller Welt verstehen wollen, wie Terahertz-Felder mit neuartigen Materialien interagieren. „Mit der Terahertz-Anlage TELBE besitzt das HZDR eine herausragende Quelle, mit der sich diese Wechselwirkungen detailliert untersuchen und dadurch vielversprechende Materialien identifizieren lassen“, schätzt Jan-Christoph Deinert vom HZDR-Institut für Strahlenphysik ein. „Ein möglicher Kandidat könnte zum Beispiel Cadmiumarsenid sein.“

Gemeinsam mit Forschern aus Dresden, Köln und Shanghai hat der Physiker diese Verbindung untersucht. Cadmiumarsenid (Cd3As2) gehört zur Gruppe der sogenannten dreidimensionalen Dirac-Materialien. In diesen können die Elektronen sehr schnell und effizient sowohl miteinander als auch mit schnell schwingenden elektrischen Wechselfeldern interagieren. „Besonders interessiert hat uns, ob Cadmiumarsenid auch Terahertz-Strahlung bei höheren Frequenzen aussendet“, erläutert TELBE-Beamline-Wissenschaftler Sergey Kovalev. „Dies haben wir bereits sehr erfolgreich im Graphen beobachtet, einem zweidimensionalen Dirac-Material.“ Die Forscher vermuteten, dass die dreidimensionale elektronische Struktur von Cadmiumarsenid hilft, eine hohe Effizienz bei dieser Umwandlung zu erreichen.

Um dies zu prüfen, fertigten die Fachleute mit einem Spezialverfahren hauchdünne und hochreine Plättchen aus Cadmiumarsenid. Diese Materialproben beschossen sie mit starken Terahertz-Pulsen aus der TELBE-Anlage. Detektoren hinter der Rückseite des Plättchens erfassten, wie das Cadmiumarsenid auf die Strahlungspulse reagierte. Das Resultat: „Wir konnten zeigen, dass Cadmiumarsenid als sehr effizienter Frequenz-Vervielfacher fungiert und diese Effizienz vor allem auch bei den sehr starken Terahertz-Pulsen, die bei TELBE erzeugt werden können, nicht verliert“, berichtet der ehemalige HZDR-Forscher Zhe Wang, der mittlerweile an der Universität Köln arbeitet. Mit dem Experiment gelang eine Premiere: Erstmals zeigte sich das Phänomen der Terahertz-Frequenzvervielfachung bis zur siebten Harmonischen bei dieser noch jungen Materialklasse.

Elektronen nicht ganz im Takt
Neben dem experimentellen Nachweis lieferte das Team außerdem zusammen mit Forschern des Max-Planck-Instituts für Physik komplexer Systeme eine detaillierte theoretische Beschreibung des Geschehens: Die Terahertz-Pulse, die auf das Cadmiumarsenid treffen, bringen ein starkes elektrisches Feld mit sich. „Dieses Feld beschleunigt die freien Elektronen im Material“, beschreibt Deinert. „Als würde man eine Platte sehr schnell hin und her kippen und dadurch eine riesige Zahl kleiner Stahlkugeln ins Rollen bringen, die auf der Platte liegen.“

Die Elektronen im Cadmiumarsenid antworten auf die Beschleunigung, indem sie elektromagnetische Strahlung abgeben. Das Entscheidende: Dabei folgen sie nicht exakt dem Taktstock des Terahertz-Feldes, sondern schwingen auf komplizierteren Bahnen – eine Folge der ungewöhnlichen elektronischen Struktur des Materials. Deswegen senden die Elektronen neue Terahertz-Pulse mit ungeraden ganzzahlig Vielfachen der ursprünglichen Frequenz ab – ein nichtlinearer Effekt ähnlich wie bei einem Piano: Spielt man auf der Klaviatur den Kammerton a, lässt das Instrument nicht nur den Grundton erklingen, sondern ein reiches Spektrum an Obertönen, den Harmonischen.

Für die Welt nach 5G
Perspektivisch verspricht das Phänomen zahlreiche Anwendungen, etwa in der drahtlosen Kommunikation. Hier geht der Trend zu immer höheren Funkfrequenzen: Auf denen lassen sich deutlich mehr Daten übermitteln als auf den heute verwendeten Kanälen. Derzeit implementiert die Branche den 5G-Standard. Bauteile aus Dirac-Materialien könnten eines Tages noch höhere Frequenzen nutzen – und damit noch mehr Bandbreite als 5G ermöglichen. Auch für den Computer der Zukunft scheint die neue Materialklasse interessant: Bauelemente auf Dirac-Basis könnten im Prinzip höhere Taktraten ermöglichen als die heutigen siliziumbasierten Technologien.

Doch erst einmal gilt es, die Grundlagen weiter zu erkunden. „Unser Forschungsergebnis war nur der erste Schritt“, betont Zhe Wang. „Bevor wir an konkrete Anwendungen denken können, müssen wir die Effizienz der neuen Materialien noch steigern.“ Dazu wollen die Fachleute herausfinden, inwieweit sich die Frequenzvervielfachung durch Anlegen eines elektrischen Stroms gezielt steuern lässt. Und sie wollen ihre Proben dotieren, also mit Fremdatomen spicken – in der Hoffnung, die nichtlineare Frequenzkonversion dadurch zu optimieren.

 

16.05.20 Demonstration gegen Corona, Verschwörungstheorien und politische Hintergründe

Befinden wir uns in Deutschland im Banne von Verschwörungstheoretikern, Untergangspropheten und AFD-Anhängern ? Lohnt es sich gegen Naturgesetze zu demonstrieren ?

Die erste Frage, die ich in meinem frei moderierten Beitrag stelle ist, ob wir uns noch im Mittelalter befinden und ob die Naturgesetze sich offenbar nicht bei jedem herumgesprochen haben? So sehe ich jedenfalls die derzeitigen Demonstrationen gegen die Corona-Seuche, gegen die ergriffenen Maßnahmen und deren Lockerung bzw. Aufhebung, ebenso wie die Verniedlichung der Folgen.

Es ist erstaunlich, dass fast alle Seuchen – ob sie nun im Altertum oder im Mittelalter aufgetreten sind – ähnliche Reaktionen erzeugen wie heute bei der Covid-19.

Sie ist mittlerweile zu einer Pandemie geworden, weil die Wissenschaft und die Technik die Erde zu einem Ort gemacht haben, der für jedermann erreichbar ist.
Trotzdem hat es sich offenbar noch nicht bei jedem Bürger herumgesprochen, dass die Erde keine Scheibe. So etwa muss man die Tatsache interpretieren, dass Naturgesetze für viele Menschen, die den Verschwörungstheorien glauben schenken, völlig unbekannt sind.
Deshalb ist es möglich, Populisten Chancen zu eröffnen, uns Demokraten regelrecht an der Nase herumzuführen. Der Rattenfänger von Hameln lässt grüßen.
Die Schwarmintelligenz der Deutschen, aber auch leider die der gesamten Weltbevölkerung, scheint nicht mehr den Chancen und Möglichkeiten moderner Technik zu entsprechen. Wir sind im Begriff, einen Turmbau zu Babel zu errichten, der – wenn nicht bald der Vernunft eine Chance gegeben wird – in sich zusammenfallen wird.

Und das gilt für die gesamte Kultur auf, der wir unseren Wohlstand aufbauen. Das Wasser läuft halt nicht den Berg rauf, sondern die Schwerkraft treibt es nach unten.
Leider findet in den Schulen heute der naturwissenschaftliche Unterricht fast nur noch am Rande statt. Bestimmte Kultur-Apostel brüsten sich sogar damit, dass sie von Naturwissenschaft keine Ahnung hätten. Aber unsere gesamte Gesellschaft baut auf diesem Wissen auf, wenn das Verständnis dafür für die Masse der Menschen verschwindet, ist auch unsere Demokratie in Gefahr.

Bitte entschuldigen Sie, liebe Freunde, dass ich solche banalen, selbstverständlichen Texte hier poste, aber mein ganzes berufliches Leben habe ich der Vermittlung von Wissen für jedermann bezüglich der Gesetze der Natur gewidmet, deswegen entwickelte ich auch TV-Sendungen wie die Hobbythek, die jedermann zeigen sollten, dass Wissen enorme Vorteile bereitet, weitgehend unabhängig macht von Interessen von Konzernen und Wissenschaft niemals nur Herrschaftswissen werden darf. Den gleichen Zielen dienten die Fernsehreihen ‚Wissenschaftsshow (heute in Quarks umbenannt), ‚Bilder aus der Wissenschaft‘, die Ökologie-Sendung ‚Dschungel – leben und leben lassen‘ und viele andere

Ich weiß, es war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber wenn beispielsweise in den höheren Schulen die Naturwissenschaften Physik, Chemie oder Biologie abgewählt werden können, weil unsere Schüler glauben, sich damit ihre Abiturnoten zu vermasseln, dann „Gute Nacht Deutschland !“

Ich begrüße es deshalb sehr, dass die fünf der Naturwissenschaft gewidmeten wissenschaftlichen Gesellschaften sich in einem Memorandum an die deutsche Öffentlichkeit gewandt haben.

Hier der Link, mit einem persönlichen Kommentar meinerseits:

https://jean-puetz.net/corona-krise-mit-hilfe-von-mathemati…

Welche Ängste und Irritationen Verschwörungstheorien bei jedem einzelnen Bürger auslösen können, finden Sie im folgenden Link, in dem eine bekannt orientalische Tänzerin, die den Inhalt meines Hobbythekbuchs ‚Lebenselixiere aus dem Orient‘ ernst genommen hat:

https://jean-puetz.net/28-04-2020-verschwoerungstheorien-un…

Kopf hoch, bleiben Sie gesund

Ihr Jean Pütz

Folge 89 ‚Mit Vernunft in die Zukunft, oder?

 

Wirtschaftsentwicklung in Corona-Zeiten – Stand Mitte Mai 2020

(Morning Briefing) – Mitten im Frühling hat der Schlussverkauf begonnen: Aber nicht der von T-Shirts, Turnschuhen und Bademoden, sondern der von Dax-Konzernen und familiengeführten Unternehmen des Mittelstandes. Die Nebenwirkungen der Pandemie-Bekämpfung haben die Preise für die deutschen Unternehmen radikal gesenkt.

► ThyssenKrupp ist nur noch ein Schatten seiner selbst. 4,93 Euro wurde zuletzt pro Aktie aufgerufen, das bedeutet eine Marktkapitalisierung von 3,1 Milliarden Euro. Im Januar 2018, als der Konzern seine höchste Marktkapitalisierung der vergangenen Jahre vorweisen konnte, war das Unternehmen noch das Sechsfache wert. Vergangenheit vergeht.

► Beim Düngemittelkonzern K+S sieht es nicht besser aus. Lag die Marktkapitalisierung im Juni 2015 noch bei 7,4 Milliarden Euro, sind es mit einem Wert von einer Milliarde Euro heute 85 Prozent weniger. Der Abstieg eines Superstars.

► Der Modekonzern Boss kam im August 2015 noch auf einen Marktwert von 7,7 Milliarden Euro, gestern waren es nur noch 1,7 Milliarden – ein Minus von 78 Prozent. Die Amerikaner würden von einem blowout sale sprechen: Alles muss raus.

Insgesamt haben die Dax-gelisteten 30 Unternehmen seit dem Höchststand am 19. Februar dieses Jahres 21,5 Prozent ihrer Performance verloren. Und das ist nur der Durchschnittswert, der durch erfolgreiche Unternehmen wie SAP und Linde nach oben frisiert wird. Übernahmekandidaten erkennt man daran, dass sie weit überdurchschnittlich verloren haben und heute oft weniger wert sind, als der Buchwert in der Bilanz ausweist:

► War Daimler am 21. Mai 2015 noch 96,7 Milliarden Euro wert, waren es mit Börsenschluss gestern Abend nur noch 33,1 Milliarden Euro – ein Wertverfall von rund 66 Prozent.

Überall da, wo kein starker Ankeraktionär vor feindlicher Übernahme schützt, wirken diese Schnäppchenpreise am Unternehmensmarkt wie ein Köder für ausländische Investoren. Dem aufmerksamen Chef des Kartellamtes sind die Begehrlichkeiten nicht entgangen. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagt Andreas Mundt:

„Es kann durchaus eine Übernahmewelle geben. Das wird kein Gang durch den Rosengarten. Denken sie an sogenannte Sanierungsfusionen, wenn Unternehmen in großer Not übernommen werden. Oder denken Sie an mögliche Übernahmen durch ausländische Großunternehmen, etwa durch chinesische Staatsunternehmen.“

 

Bevölkerungsentwicklung in westlichen Ländern, abhängig von der Geburtenhäufigkeit: Der Islam setzt da Maßstäbe

Liebe Freunde,
dieses Video (s.u.) fand ich auf meiner Cloud-Seite. Ich habe die Zeit genutzt, um in den IT-Wolken ein bisschen Ordnung zu schaffen. Vermutlich wird der Inhalt auch Sie interessieren!

Es handelt sich um ein heikles Thema. Doch ich denke, genau wie bei der Corona-Seuche die Statistik eine wichtige Rolle spielt, besonders die richtige Interpretation, ist das auch bei der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung der Fall. Es geht um die Verbreitung des Islam in westlichen Ländern. Ich erinnere mich da an den sogenannten ‚Kalifen von Köln‘, ein umstrittener Imam, der genau diese Gesetzmäßigkeit bewusst verwendet hat, um die türkischen Gläubigen um sich zu scharen. Er war sich dieser statistischen Gesetzmäßigkeit voll bewusst und erklärte frank und frei: Damals im 17. Jahrhundert misslang die Verbreitung des Islams über ganz Europa dadurch, weil das Osmanische Großreich der Türken durch die Niederlage in der Schlacht vor Wien scheiterte. Aber das sei heutzutage kein Problem mehr, denn das würde sich von selbst ganz friedlich einstellen, weil die Geburtenhäufigkeit der türkischen Familien um eine Größenordnung höher liege als die der Deutschen.

Trotz allem sollte uns die Religionsfreiheit wichtig sein, allerdings unter der Maßgabe, dass der Islam unser Grundgesetzt respektiert und nicht versucht, auf lange Sicht Gesetze wie beispielsweise die Scharia durch die Hintertür einzuführen. Das bedeutet, dass der Begriff des Ungläubigen aus dem Koran neutralisiert wird, mit dem man keine Verträge einhalten muss. Die religiöse Toleranz, die die Moslems hier genießen, sollte Ihnen für Andersgläubige genauso heilig sein. Das darf nie zu einem Staat im Staate führen, angeleitet durch den autoritären Herrscher Erdogan. Genau darüber müssen wir in Deutschland nachdenken und nicht wie der Vogel Strauß, den Kopf in den Sand stecken.

Alles das hat auch etwas mit der Flüchtlingsproblematik zu tun. Es erstaunt schon,  dass fast nur Islam-Gläubige diesen gefährlichen Weg antreten, und zwar zu 95%.

Übrigens ich werde demnächst auch noch einen Beitrag posten, der belegt, dass nicht im Mittelmeer die meisten Menschen Opfer werden, sondern vor allen Dingen in der Sahara, wo mehr als drei- bis viermal so viele Afrikaner auf der Flucht umkommen. Die Gefahren durch rücksichtlose Verbrecher, die nicht nur die gutgläubigen Flüchtlinge abzocken und ausbeuten, teilweise indem sie die Männer und ganze Familien inkl. Kinder umbringen oder verkaufen, sowie Frauen und Mädchen vergewaltigen und zu Sexsklaven machen. Darüber findet man selten in unseren Hauptnachrichten authentische Berichte.

Gestern, Sonntag, 10. Mai, 11:00 Uhr (s. WDR-Audiothek),  habe ich im WDR-Hörfunk ein erschütterndes Feature gehört, in dem die schrecklichen Verhältnisse in Lybischen Flüchtlingslagern geschildert wurden. Leider vergisst man dann immer wieder darauf hinzuweisen, dass wir alle Energie verwenden sollten zu verhindern, dass sich Menschen diesen extremen tödlichen Gefahren aussetzen, um ins gelobte Land Europa zu gelangen. Dazu gehört vor allen Dingen, dass alle Medien in den Ländern südlich der Sahara entsprechend mithelfen zu verbreiten, dass den Bürgern diese Gefahren bewusst werden, inkl. Einer Ansprache von Angela Merkel, die dort einen hohen Respekt genießt. Parallel dazu gehören natürlich Entwicklungshilfen, die weit über das bisherige Maß hinausgehen und tatsächlich bei den Einwohnern ankommen.

Nachdenklich sollte uns auch stimmen, dass nicht nur das Elend wie Hunger und Krankheit die Menschen zur Flucht animiert, sondern sie werden auch bewusst durch die fundamentaristischen islamischen Terroristen wie boko haram und al qaida vertrieben. Die wollen, wie schon im Vormittelalter, in Zentral-Afrika den Islam mit dem Schwert verbreiten. Unsere Vorstellungen von Menschenrechte spielen da keine Rolle. Diese zerstörerischen Terroristengruppen zu bekämpfen ist meines Erachtens auch eine wichtige Aufgabe des europäischen Militärs. England und Frankreich und zum Teil auch Deutschland haben mit ihrem Kolonialismus und der Auflösung der damaligen Gemeinschaft der Eingeborenen zu dem Elend beigetragen. Daher unterstütze ich die militärischen Maßnahmen der Bundeswehr.

Ich hoffe, dass mir jetzt nicht Zustimmung von der falschen Seite kommt, insbesondere von den Anhänger der AFD, sondern es soll vor allen Dingen ein Diskussionsbeitrag sein. In der Demokratie haben wir das Recht, auch über unangenehme und fast schon mathematische Gesetzmäßigkeiten informiert zu werden. Nichts für ungut

Ihr Jean Pütz