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Wenn man einen Verfolger körperlich und psychisch nicht los wird

fzm, Stuttgart, März 2019 – Stalking ist ein in der Bevölkerung weit verbreitetes Phänomen. Abhängig von der jeweiligen Definition werden acht bis 25 Prozent einmal in ihrem Leben Opfer eines Stalkers. Ein Beitrag in der Fachzeitschrift „PSYCH up2date“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2019) zeigt auf, welche Auswirkungen Stalking auf das Leben der Betroffenen hat und gibt einen Überblick über Stalking-Typen und ihre Gewaltbereitschaft. Dabei zeigt sich unter anderem, dass die wenigsten Stalker unter einer psychischen Störung leiden und dass es auch „falsche Opfer“ gibt.

Der englische Begriff Stalking entstammt der Jägersprache und bezeichnet das Anpirschen und Heranschleichen an die Beute. Wo die harmlose Kontaktsuche endet und das Stalking beginnt, ist bislang nicht eindeutig definiert. Klar ist jedoch, dass Stalker ihre Opfer verfolgen, belästigen, und mit wiederholten Kontaktversuchen in Angst versetzen. „Stalking stellt für die Betroffenen eine chronische Stresssituation dar. Sie zeigen häufig Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung oder einer Depression“, sagt Professor Dr. med Harald Dreßing, Leiter der Forensischen Psychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim und Autor des Fortbildungsbeitrags.

Das Gefühl der Bedrohung, das die Betroffenen empfinden, ist durchaus berechtigt: Stalking kann gewalttätig eskalieren und in seltenen Fällen sogar in ein Tötungsdelikt münden. „Eine der wichtigsten Aufgaben des behandelnden oder beratenden Psychotherapeuten ist daher die Risikoanalyse“, so Dreßing. Als Warnsignal gilt es etwa, wenn der Stalker bereits Suizid- oder Tötungsgedanken geäußert hat. Auch von Stalkern, die substanzabhängig sind, Zugang zu Waffen haben oder bereits früher gewalttätig geworden sind, geht eine erhöhte Gefahr aus.

Psychiater ordnen die Täter in fünf Stalker-Typen ein. „Fast die Hälfte zählt zu den sogenannten Ex-Partner-Stalkern“, erläutert Dreßing. Diese hatten bereits eine intime Beziehung zum Opfer und beginnen die Verfolgung, nachdem diese Beziehung zerbrochen ist. Weil hier auch Rache als Motiv infrage kommt, besteht ein erhöhtes Risiko für Drohungen und Übergriffe.

Ein erhöhtes Gewaltrisiko geht auch vom sogenannten beutelüsternen Stalker aus: Er wählt sein Opfer mehr oder weniger zufällig aus und verfolgt es, um einen sexuellen Übergriff zu planen. „Das Stalking dient hier definitiv als Vorbereitung einer gewaltsamen Handlung“, sagt Dreßing.

Des Weiteren kennen Experten Liebe suchende Stalker. Sie sind im Liebeswahn davon überzeugt, dass ihr Opfer sie eigentlich auch liebe, auch wenn vorher keine Beziehung bestanden hat. Der Rache suchende Stalker möchte hingegen die Zielperson aufgrund eines vermeintlichen, oft im beruflichen Umfeld geschehenen Unrechts in Angst versetzen. Der inkompetente Stalker hat eine geringe soziale Kompetenz. Es fällt ihm deshalb schwer, Kontakte zu knüpfen und Beziehungen aufrechtzuerhalten. Durch Stalkingverhaltensweisen versucht er eben das zu erreichen, ist aber nicht in der Lage, Zurückweisungen richtig zu interpretieren.

Auch wenn Stalking immer als abnormes Verhalten zu bewerten ist, liegt dem Problem nur selten eine psychotische Störung zugrunde. „Bei der größten Gruppe der Stalkingfälle ist beim Täter keine gravierende psychiatrische Diagnose zu stellen“, ist Dreßing überzeugt. Stalking sei daher in den meisten Fällen als kriminelles Delikt und nicht als Krankheit zu werten.

Umgekehrt müssten Therapeuten bei den von Stalking betroffenen Personen ausschließen, dass es sich um „falsche Opfer“ handele. „Immerhin zwei bis zehn Prozent der Stalkingopfer in einer Spezialambulanz entpuppen sich als falsche Betroffene“, mahnt Dreßing. Oft lebten sie in der wahnhaften Vorstellung, verfolgt zu werden. Zuweilen seien sie aber auch von Rachegefühlen oder der Hoffnung auf materielle Entschädigung geleitet.

Nicht zuletzt können auch Psychiater und Psychotherapeuten in ihrem beruflichen Kontext selbst zu Stalkingopfern werden – und zwar deutlich häufiger als der Bevölkerungsdurchschnitt. Stalkingopfern wird generell dazu geraten, ihren Wunsch nach Beendigung aller Kontakte nur einmal, aber unmissverständlich zu äußern. Alle weiteren Annäherungsversuche sollten dann komplett ignoriert werden. „An diese Regel sollten sich auch Therapeuten halten“, sagt Dreßing. Zu einer professionellen Reaktion gehöre es, das Therapieverhältnis nach dem ersten „Warnschuss“ sofort zu beenden.

Verhaltensregeln für Stalkingbetroffene
  • Nur eine, dafür aber unmissverständliche Erklärung, dass kein Kontakt gewünscht wird
  • Absolutes Ignorieren weiterer Kontaktangebote
  • Herstellen von Öffentlichkeit, d.h. Information von Nachbarn, Kollegen und Freunden
  • Dokumentation aller Vorkommnisse
  • Bei Telefonterror: alte Telefonnummer nicht abmelden, sondern damit die Stalkinganrufe mit einem Anrufbeantworter aufzeichnen (aber nicht entgegennehmen); Entgegennahme von Gesprächen unter einer Geheimnummer
  • Frühzeitige Anzeige bei der Polizei. Die Entscheidung hat aber die betroffene Person zu treffen und sollte dazu nicht gedrängt werden.

H. Dreßing:
Psychiatrische Aspekte von Stalking
PSYCH up2date 2019; 13 (2); S. 175–189

Neue Leitlinie für Lungenfachärzte: Was tun, wenn der Husten nicht aufhört?

fzm, Stuttgart, März 2019 – Die meisten Menschen leiden bei Erkältung oder Grippe auch unter Husten. Das ist normal und meist klingen die Beschwerden nach kurzer Zeit ab. Hält der Husten jedoch an oder tritt ohne erkennbare Ursache auf, ist eine medizinische Abklärung notwendig. Die aktuell in der Fachzeitschrift „Pneumologie“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2019) veröffentlichte Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) zeigt, welche Maßnahmen wann sinnvoll sind. Ein besonderes Augenmerk legen die Experten auf mögliche Ursachen, die mittels üblicher Diagnostik unentdeckt bleiben.

Akuter Husten gehört zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch. Sofern keine weiteren bedrohlichen Symptome wie Bluthusten, Atemnot oder hohes Fieber vorliegen, sind in der Regel keine weiteren Untersuchungen notwendig. Passende Medikamente können dazu beitragen, dass der Husten schneller abklingt: Bei Erkältungen dominiert die Schleimproduktion in den ersten Tagen, hier helfen Medikamente, die das Abhusten erleichtern. Bei trockenem Husten sind Mittel, die den Hustenreiz unterdrücken, die beste Wahl. Hier haben sich auch Hausmittel wie Gurgellösungen, Lutschtabletten, Honig und Hustenbonbons bewährt. Diese Mittel lindern den Husten, indem sie die Hustenrezeptoren im Rachen „umhüllen“ und dadurch vor einer Reizung schützen. Die Wirkung ist allerdings meist von kurzer Dauer. In der Regel verschwindet der Husten innerhalb von zwei Wochen.

Hält der Husten über zwei bis sechs Wochen an, sprechen Lungenfachärzte von einem subakuten Husten. „Schuld sind oft hartnäckige Adenoviren, seltener auch bakterielle Erkrankungen wie Keuchhusten“, erklärt der Facharzt für Innere Medizin, Dr. med. Peter Kardos, der gemeinsam mit weiteren Experten die neue Leitlinie auf den Weg gebracht hat. An der vermeintlichen Kinderkrankheit leiden heute vermehrt Menschen im Jugend- und Erwachsenenalter, weil die Wirkung der Impfung nachlässt. Aber auch chronische Erkrankungen wie Bronchitis oder Asthma können im Falle einer akuten Verschlechterung, auch „Exazerbation“ genannt, einen über Wochen anhaltenden Husten auslösen. Gar nicht selten kann Husten sogar das einzige Symptom einer Asthmaerkrankung sein. Dr. Kardos und seine Kollegen berichten über Fälle, bei denen das typische Giemen und Pfeifen der Atmung fehlte und die Lungenfunktion normal war. Auf Asthmamedikamente sprachen die Betroffenen jedoch gut an.

Wenn ein Husten länger als acht Wochen anhält, raten die Experten zu weiteren Untersuchungen. Mithilfe eines Lungenfunktionstests oder Röntgenaufnahmen können ernsthafte Erkrankungen, wie ein Tumor oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), erkannt beziehungsweise ausgeschlossen werden.

Manchmal liegt die Ursache für den Husten jedoch gar nicht in der Lunge oder den Atemwegen selbst. Gängige diagnostische Mittel wie Lungenfunktionstest und Röntgenuntersuchung laufen dann ins Leere. Verschiedene Erkrankungen können jedoch den Hustenreflex empfindlicher machen: „Dazu zählen chronische Infektionen im Nasen-Rachen-Raum, wie eine Nebenhöhlenentzündung, die gemeinsam mit einem HNO-Arzt diagnostiziert und behandelt werden müssen“, erläutert Dr. Kardos.

Ein weiterer Trigger für chronischen Husten kann Sodbrennen sein. Der aufsteigende Magensaft reizt Rachen und Atemwege. Die Störung ist häufig, so Dr. Kardos. Jeder zweite Hausarztpatient berichte bei Nachfragen über Sodbrennen. Der Reflux könne durch Medikamente gut behandelt werden. Doch leider bessere sich der Husten häufig aufgrund der erhöhten Empfindlichkeit des Hustenreflexes bei diesen Patienten nicht. Konventionelle Hustenhemmer, wie Kodein, sind nur wenig wirksam.

Lungenfachärzte hoffen derzeit auf neue Medikamente, die die Empfindlichkeit des Hustenreizes über längere Zeit hemmen. Die klinischen Tests sind laut Dr. Kardos und Kollegen jedoch noch nicht abgeschlossen.

P. Kardos et al.:
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zur Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten
Pneumologie 2019; 73 (3); S.140–177

Fehlende Hinweise zum richtigen Umgang mit Wirkstoffpflastern

fzm, Stuttgart, März 2019 – In Deutschland werden jedes Jahr etwa drei Millionen sogenannte transdermale therapeutische Systeme (TTS) verordnet. Die in den Pflastern enthaltenen Wirkstoffe werden direkt über die Haut ins Blut abgegeben und somit nicht über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Für Patienten, die ihre Arzneimittel gar nicht oder nicht regelmäßig einnehmen können – etwa aufgrund von Schluckbeschwerden oder wegen einer Demenz –, sind die Pflaster eine gute Alternative. Doch falsch angewendet können auch diese Präparate die Patientensicherheit gefährden. Umso wichtiger ist es daher, dass in den für den Patienten zugänglichen Packungsbeilagen alle aus der Praxis relevanten Informationen dargestellt sind: Angefangen bei der sicheren Anwendung bis hin zur korrekten Entsorgung. Da das bislang für die Zulassung nicht relevant ist, treten bisweilen Informationslücken auf. Das zeigt eine Analyse in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2019).

Die Verwendung der TTS, die beispielsweise in der Hormonersatztherapie, zur Schmerzbehandlung oder zur Raucherentwöhnung eingesetzt werden, verlangt besondere Sorgfalt. Ein Forscherteam aus der Kooperationseinheit Klinische Pharmazie am Universitätsklinikum Heidelberg hat die Informationen in den Packungsbeilagen verschiedener Präparate unter die Lupe genommen. Damit die Wirkstoffe richtig dosiert werden können, muss die Haut unverletzt und frei von Haaren sein. Der Patient sollte sie mit Wasser, aber ohne Seife reinigen und das Pflaster dann mit leichtem Druck aufkleben, erläutern die Autoren. Auf den Packungsbeilagen der von ihnen geprüften 81 Präparate waren diese und weitere Hinweise nicht immer vorhanden.

Keine einzige Packungsbeilage enthielt alle 28 Anwendungshinweise, die das Autoren-Team basierend auf einer systematischen Übersichtsarbeit als Mindestanforderung festgelegt hatte. So fehlte beispielsweise die Erläuterung, dass die Medikamentenpflaster nicht zerschnitten werden dürfen. Zerschnittene oder anderweitig beschädigte TTS könnten die Wirkstoffmenge unkontrolliert oder ungleichmäßig freisetzen und so die Behandlung negativ beeinflussen. Zudem haften sie schlechter auf der Haut.

Nach Ansicht der Arzneimittelexperten sollten die Patienten darüber informiert werden, dass die Wirkstoffe über die Haut ins Blut gelangen. Nach der Entfernung sei deshalb darauf zu achten, dass die TTS mit den Klebeseiten nach innen gefaltet und in einem geschlossenen Behälter entsorgt werden. Danach sollten sich die Patienten die Hände waschen. Die benutzten Pflaster dürften nicht in falsche Hände – etwa von Kindern – geraten, da selbst nach einer mehrtägigen Applikation noch erhebliche Wirkstoffmengen in den Pflastern vorhanden sind.

Formell würden alle TTS die Vorgaben der Europäischen Zulassungsbehörde erfüllen. Doch insbesondere die Angaben zur Anwendungsdauer und der Hinweis, dass in den meisten Fällen nicht mehr als ein Pflaster gleichzeitig aufgebracht werden sollte, fehlen nach Ansicht der Autoren und erhöhen so das Risiko für Medikationsfehler. Sie fordern Ärzte und Apotheker auf, die Patienten genau über die Risiken einer falschen Anwendung zu informieren. Langfristig seien jedoch bessere Standards und behördliche Vorgaben für die Packungsbeilagen insbesondere im Hinblick auf eine sicherere Anwendung dieser fehleranfälligen Darreichungsform erforderlich.

Lampert A. et al.:
Informationslücken in Packungsbeilagen: fehlende Hinweise zum richtigen Umgang mit Transdermalen Therapeutischen Systemen
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2019; 144 (5); e36–e41

25.03.2019: Umweltprobleme lösen: Ein Appell an die Vernunft – Ein Manifest von Jean Pütz

Liebe Besucher meiner Homepage,

Deutschland dreht durch. Ich freue mich zwar über das gesteigerte Interesse der jungen Menschen für die Umweltpolitik. Was mit Greta Thunberg geschieht, grenzt an Hysterie. Goldene Kamera und teure Geschenke, was ist mit unserer Medienlandschaft los, steigen wir jetzt völlig auf reine Emotionalität um? Vergessen wir immer mehr, dass wir in Deutschland und Europa die Welt nicht retten können? Werden unsere Kinder – wie seinerzeit vom modernen Rattenfänger von Hameln – indoktriniert und verlieren immer mehr die Perspektive aufs Ganze, dass nicht nur wir sondern ganz Europa nicht allein die Ursache für die CO2-Misere sind?

Umweltschutz ist unbedingt erforderlich, das stimmt, damit werden die Kinder von vielen Instanzen, insbesondere auch von politischen Parteien, geködert und umgarnt. Wer liebt nicht die Natur und die Erhaltung der Umwelt. Aber dass wirtschaftliche und soziale Bedingungen auch berücksichtig werden müssen, verschwindet im Nirwana. Da sich in meinem unmittelbaren Umkreis meiner Meinung anschließen, fühle ich mich verpflichtet, sozusagen ein Manifest zu formulieren mit Elementen, die in den öffentlichen Diskussionen kaum Berücksichtigung finden. Was ist möglich, ohne den von allen gewünschten Lebensstandard zu erhalten und die Klimaproblematik trotzdem zu lösen? Dazu lesen Sie bitte den Anhang sowohl als PDF- als auch als Word-Datei. Gönnen Sie sich die fünf Minuten. Wenn Sie nicht meiner Meinung sind, schreiben Sie mir.

Ihr  Jean Pütz

PS Wer wissen will, wie das Volk tickt, klicke auf folgenden Link:

https://www.facebook.com/jeanpuetzoffiziell/videos/1011163019067473/

Dieses soziale Medium nutze ich niemals für privaten Angelegenheit, sondern nur, um auf logische Widersprüche in Politik, Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft hinzuweisen. Immerhin besitze ich auf meiner offiziellen Seite über 40.000 Abonnenten, so dass sich die Mühe lohnt. 75 Beiträge liefen unter dem Titel ‚Der Vernunft eine Chance‘ – jetzt poste ich unter ‚Der Zukunft eine Chance‘

Umweltprobleme lösen: Ein Appell an die Vernunft  von Jean Pütz

Hier mein persönliches Manifest:

Seit über 20 Jahren lebe ich fast klimaneutral( s. u.: Jean Pütz, überzeugter Umweltschützer ). Trotzdem muss ich Wasser in den Wein gießen und nachfragen, ob die vielfältigen Initiativen in ihrer Außenwirkung auf die Bürger, insbesondere auf die Jugendlichen, falsch verstanden werden können? Der Mainstream – was an sich positiv zu beurteilen ist -heißt Umweltschutz. Selbstverständlich brauchen wir in unserer unmittelbaren Umgebung saubere Luft, sauberes Wasser durch Schutz der Grundwasserreserven, saubere Natur mit ihrer Artenvielfalt, ökologische Landwirtschaft, wir müssen die Meere vor Unrat, insbesondere vor Mikroplastik und Plastikfolien schützen und natürlich vor radioaktiven und giftigen Abwässern wie z. B. Erdöl.

Dass der Klimawandel von Menschen gemacht ist, kann auch nicht in Abrede gestellt werden. Ob allerdings wir in Deutschland mit einer CO2-Erzeugung von 2% weltweit und Europa mit 10% bei strikter Einhaltung der geschlossenen Grenzwerte das Klima retten können, möchte ich inständig bezweifeln.

Was Deutschland anbelangt, so sind wir auf gutem Wege. Noch nie waren jedenfalls die Gewässer und die Luft so sauber wie heute. Auch die Müllentsorgung inkl. Recycling und Müllerverbrennung kann kaum mehr gesteigert werden. Dieser Aufwand hat sich gelohnt und am Anfang brachte das auch einen großen Ertrag. Aber das Problem ist, Aufwand und Ertrag entwickeln sich nicht linear. Wie bei allen Grenzwert-Betrachtungen verhält sich das entlang einer Parabel. Am Scheitelpunkt bringt noch so viel Aufwand keine Verbesserung, der Grenzwert ist gleich Null. Danach geht es -ähnlich wie von Paracelsus beschrieben -in den Gift- bzw. Schadensbereich. Mehr hilft eben nicht mehr und schadet sogar. Auf die lokalen Umweltinitiativen bezogen bedeutet das: Wenn es nicht gelingt, einen Großteil der Staaten in der Welt von der Notwendigkeit z. B. der CO2-Reduzierung zu überzeugen, wird das Problem global nicht gelöst -ganz nach dem Prinzip Ursache und Wirkung. Deutschland ist stets mit positivem Beispiel vorausgegangen, die löblichen Umweltaktivisten glaubten, das Beispiel würde Schule machen, doch leider konnte am Deutschen Wesen die Welt nicht genesen. Nicht einmal in Europa ist ein Konsens möglich.

Was die mit fossilen Brennstoffen befeuerten Kraftwerke anbelangt, so würde unser Verzicht lokal eher eine Steigerung z.B. der Stromproduktion durch diese Kraftwerke in Polen zur Folge haben. Gleiches gilt für die Kernenergie und die im Moment im Bau und in der Planung befindlichen Tausenden von Kraftwerken in der Welt, z. B. in China, Indien und USA, die schon heute und in der absehbaren Zukunft für 50% der globalen CO2-Erzeugung verantwortlich sind.

Auch die Kernkraftwerke scheinen eine neue Renaissance zu erleben. Unter anderen kann Frankreich die CO2-Grenzwerte spielend einhalten, denn es hat voll auf die Kernenergie gesetzt. Über 100 Kernkraftzentralen sorgen dort für elektrische Energie. Sie haben dazu geführt, dass auch der gesamte Wärmemarkt durch Elektrizität beherrscht wird. Was ein Frevel ist, denn besser wäre es, diese Wärme unmittelbar zu erzeugen, entweder in großen oder kleinen Heizkraftwerken, die gleichzeitig dann auch noch Strom erzeugen.

Deutschland hat bewiesen, dass auch mit regenerativen Energien durchaus zu rechnen ist, obwohl die Nebenwirkungen und Risiken häufig nicht offenbart werden, z. B. dass Insekten und Vögel extrem durch Windräder vernichtet werden und Photovoltaik in unseren Breiten wesentlich unergiebiger ist als im Süden. Trotzdem wieder ein hohes Lob an Deutschland: Die technologische Kompetenz hat zumindest erreicht, der Welt zu zeigen, dass regenerative Energien wirtschaftlich rentabel sind. Wenn wir allerdings auf Grund dieser Erfolge meinen, wir könnten den CO2-Ausstoß in Deutschland durch weitere extreme Maßnahmen, d. h. durch Abschalten sämtlicher Kernkraftanlagen und jetzt auch noch aller Kohlekraftwerke die Welt retten, dann möchte ich das entschieden in Abrede stellen. Es ist überhaupt nicht geklärt, ob in Zeiten einer Wind- oder Sonnen-Flaute die notwendige elektrische Energie ausreicht, um einen Gau zu verhindern.

Elektrische Energie lässt sich leider nur unter großem Aufwand speichern, z. B. durch Pumpspeicherwerke mit Wasserkraft, aber sonst herrscht Ratlosigkeit. Auch die Abschaltung der Kernkraft bringt generell keine höhere Sicherheit, denn wo sollen die Kernstäbe –teilweise halb abgebrannt –gelagert werden. Ein Endlager wird in Deutschland aus bestimmten Gründen nie gefunden werden. Sie befinden sich jetzt oberirdisch am Standort der abgeschalteten Kernkraftwerke und sind terroristischen und kriegerischen Angriffen weitestgehend ausgesetzt. Gleichzeitig behindern sie dadurch den Rückbau der Anlagen, die übrigens mehr als das Doppelte und Dreifache der ehemaligen Baukosten betragen werden. Da die EVUs nur 50% in der Rücklage haben, muss den Rest der Steuerzahler blechen.

Dieses weitgehende Wunschdenken führt permanent zu Fehlentschlüssen. Leider gibt es auch viele Wissenschaftler, die das bejahen, aber das sind selten Energiefachleute. Diese warnen inständig vor dem elektrischen Gau, denn der Hochspannungsnetzverbund ist besonders durch die vielen dezentralen Einspeisungen von regenerativer Solar- und Wind-Energie für Störungen sehr anfällig geworden. Ich glaube, den überzeugten Ökologen dürfte es nicht besonders angenehm sein, wenn wir dann in diesen Zeiten der Flaute Braunkohle-Energie- oder Kernenergie-Strom aus anderen Ländern beziehen müssen.

Das Ganze wird noch verstärkt, wenn wir unsere Autos auf Elektromobilität umrüsten wollen. Der Mainstream scheint zwar dahin zu wirken, aber dass nur mit Akkumulatoren versehene reine Elektroauto ist noch völlig unausgegoren. Meines Erachtens könnte nur ein modifizierter Hybrid-Antrieb dem Abhilfeleisten. Hier mein Vorschlag: Ein relativschwacher auf optimalem Wirkungsgrad bei gleichbleibender Tourenzahl eingestellter Dieselmotor soll ausschließlich zum Laden der Batterie vorgesehen werden. Im Gegensatz zu den bisherigen Hybridautos wird dann dank der modernen und extrem flexiblen Elektromotoren kein Getriebemehr benötigt. Das macht das Kraftfahrzeug wesentlich leichter und reduziert den Kraftstoffverbrauch. Hinzu kommt noch, dass nur noch die Hälfte der Batteriekapazität benötigt wird, was zusätzlich ein großer Vorteil ist, es halbiert auch die Kosten der aus China und Korea importierten Akkumulatoren, die beim reinen Elektroauto ca. 40% ausmachen. Trotzdem kann die Bremsenergie wieder in elektrische Energie umgewandelt werden, was den mechanischen Bremsabrieb mit seinem Feinstaub erheblich vermindert.

Das alles hätte gleichzeitig auch noch den Vorteil, dass die heutige Automobilindustrie sich nicht völlig umstellen müsste. Die ausgereifte Dieseltechnologie mit Feinstaub- und Stickoxid-Filter würde diese Schlüsselindustrie konkurrenzfähig halten. Dass die Abgase feinstaub- und stickoxidfrei sind, ist schon bewiesen und wurde nur durch verbrecherische Software-Manipulationen verhindert. Dadurch blieben Hunderttausende von Arbeitsplätzen erhalten und Deutschland ebenso wie Frankreich könnte ihre technologische Spritzenkompetenz bewahren. Dass der Dieseltreibstoff schon jetzt regenerativ erzeugt werden kann, ist technisch übrigens bereits gelöst. Dabei werden nur die Rohstoffe solarer Wasserstoff und verflüssigtes CO2, welches in den Kraftwerken anfällt oder aus der Luft gewonnen werden kann, benötigt. Marktwirtschaftlich würde eine CO2-Steuer zunächst in Europa und später in der ganzen Welt eine große Hilfe leisten.

Das extreme Festhalten an sturen Grenzwerten der CO2-Reduktion würde nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa eher schädigen. Die vorbildliche Industrielandschaft, zum Beispiel in Deutschland, die nicht nur aus Großfirmen besteht, sondern aus kleinen unglaublich aktiven mittelständische Produktionsbetrieben, würde revolutionär umgekrempelt, wobei aus Erfahrung die Revolution immer die eigenen Kinder frisst. Die versprochenen Arbeitsplätze auf rein regenerativer Industriebasis,sind nicht einfach aus dem Boden zu stampfen, sondern mehr Wunschdenken als Realität.

Zur Information: Die Bereich der Industrie ist entscheidend beteiligt am deutschen Exporterfolg weltweit und verantwortlich für unseren Wohlstand. Deutschland hat insofern gegenüber anderen europäischen Ländern einen enormen Vorteil, weil die hiesige Industrie noch zu 21% am gesamten Bruttosozialprodukt beteiligt ist.Dagegen schlägt sie in Englandnur noch mit ca. 10% und in Frankreich mit ca. 11% am volkswirtschaftlichen Einkommen zu Buche. Das wird leider oft vergessen. Der Grund: Die Politik vieler europäischer Länder hat damals zu spät den notwendigen Wandel der alten Industrielandschaft in moderne Hightech-Industrien erkannt. Das trifft allerdings nicht mehr auf die heutige Situation zu.

Was Gesamt-Europa anbelangt, so müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass auch heute schon die weltweite Bedeutung unserer Industrie enorm abgenommen hat. Auch Trump versucht mit nationalem Egoismen (‚American first‘) und der Behinderung des globalen Handels dem entgegen zu wirken. In Europa müssen wir dem widerstehen, aber aufpassen, dass wir nicht mit dem vielfach emotional begründeten Umweltbewusstseinden fernöstlichen Einflüssen und ihrer gelenkten Demokratien hilflos ausgeliefert werden. Sie verschaffen sich dadurch einen enormen Konkurrenzvorsprung, in dem sie der notwendigen weltweiten CO2-Reduzierung zwar verbal zustimmen, aber am laufenden Band neue Kern-und fossile Kraftwerke errichten. Sie praktizieren Umweltschutz weitgehend aus egoistischen Gründen, um die Auswüchse ihrer explodierenden Industrialisierung durch Smog und katastrophaler Entsorgung einigermaßen in den Griff zu bekommen. Auch die Tendenz zum Elektroauto, die bei uns so gelobt wird, steht unter dieser Ägide. Sie verkaufen das bei uns unter Umweltschutz, heizen und kühlen ihre Wolkenkratzer und sonstigen Monstergebäudemit extrem hohem Aufwand. Gleiches gilt auch für Indien und Brasilien.

Quintessenz: Starre Umweltideologien, die auf lokalen Grenzwerten bestehen, helfen uns nicht weiter. Wir müssen sehr stark darauf achten, wie andere Länder reagieren, insbesondere, weil die sich abzeichnende Rezession große Probleme bereiten wird. Solche wirtschaftlichen Konjunktur-Probleme werden immer begleitet von großen internen sozialen und politischen Umwälzungen, die möglicherweise nicht mehr zu steuern sind. BREXIT lässt grüßen, wo der Traum vom großen Commenwealth, gesteuert durch Fake News und manipulierte Volksbefragung, die alt-ehrwürdige Demokratie immer mehr infrage stellt.

Zukunft für unsere Jugend heißt auch, nicht nur ein Ziel zu verfolgen, sondern das Gesamtgeschehen im Auge behalten und Nebenwirkungen und Risiken offen plausibel zu machen. Leider helfen dabei die neuen Medien nur bedingt, denn die selektive Wahrnehmung verstärkt Lügengeschichten, Sterne vom Himmel zu holen und Träumereien.

Übrigens, dieses sollten alle diese Wissenschaftler, die die begrüßenswerte Initiative der jungen Menschen unterstützen, berücksichtigen. Ich glaube, die Schulen sollten hier aktiv werden und zeigen, dass Umweltpolitik nicht nur emotional gesteuert werden kann, sondern eine enge Anbindung an naturwissenschaftliche Realitäten und soziale Gesetzmäßigkeiten finden muss. Die Gesamtzusammenhänge dürfen vor allen Dingen nicht wegen pädagogisch verständlicher Fokussierung auf ein Ziel aus dem Blickfeld verloren gehen. Vor 50 Jahren gab es einen wunderbaren Spruch, der das Problem treffend beschreibt: Wir brauchen keine Kraftwerke, bei uns kommt der Strom aus der Steckdose. Leider spielt das im Bewusstsein vieler Menschen immer noch eine Rolle.

Jean Pütz

Jean Pütz, überzeugter Umweltschützer

In letzter Zeit wurden viele Konzepte entwickelt, wie die Klimaproblematik gelöst werden soll. Sogar Kinder und junge Leute engagieren sich mittlerweile, was sehr zu begrüßen ist. Bisher stand die Jugend dem ziemlich (gleichgültig) hilflos gegenüber. Auch die Wissenschaftler meinen, einen entscheidenden Beitrag leisten zu müssen. ‚Scientists for Future‘ nennt sich diese Initiative.

Trotzdem halte ich eine Diskussion darüber für dringend notwendig, wie dieses hehre Ziel erreicht werden kann, jedenfalls nicht nach dem Motto: Viel hilft viel. Erforderlich sind vor allen Dingen, dass soziologische und fachspezifische Kriterien mit berücksichtigt werden.

Hier der Vorschlag als Wissenschaftsjournalist,  der Diplom Ingenieur für Energetik ist, der gleichzeitig aber auch empirische Soziologie an der Universität zu Köln als Überzeugungstäter studiert hat. Überzeugungstäter bin ich auch in Sachen Umweltschutz, denn seit Jahrzehnten ist die Nachhaltigkeit menschlichen Handelns auf unserem Globus ein wesentlicher Inhalt meiner journalistischen Arbeit. Ich habe die Redaktion ‚Naturwissenschaft und Technik‘ im 3. Programm des Westdeutschen Fernsehen ins Leben gerufen und wurde später Leiter dieser sehr erfolgreichen Sparte. Meine erste 13-folgige Sendereihe widmete ich dem Thema ‚Energie, die treibende Kraft‘. Dabei verwendete ich bereits den Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ bevor der Club of Rome‘ mit seiner Initiative die Welt aufrüttelte. In fast über 2000 Sendungen als Redakteur, Autor, Moderator stand dieses Thema immer im Mittelpunkt. Auch in meinem privaten Bereich spielte es immer eine Rolle.

Darmbakterien und Hormone

62. Deutscher Kongress für Endokrinologie vom 20. bis 22. März 2019 in Göttingen

Mikroorganismen mit großer Wirkung: Welchen Einfluss haben unsere Darmbakterien auf Hormonhaushalt und Fruchtbarkeit?

Göttingen, März 2019 – Der menschliche Körper gleicht einer großen Wohngemeinschaft: Auf der Haut, im Darm und an vielen anderen Stellen des Körpers leben Milliarden von Mikroorganismen. In Studien mehren sich die Hinweise darauf, dass die Zusammensetzung des Darmmikrobioms mit darüber entscheidet, ob jemand gesund oder krank ist, an Gewicht zulegt und sich depressiv oder seelisch ausgeglichen fühlt. Ob und wie das Mikrobiom auch unseren Hormonhaushalt beeinflusst und beispielsweise das Polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS), das mit Übergewicht und ungewollter Kinderlosigkeit einhergehen kann, mitverursacht, diskutieren Experten auf der Pressekonferenz des 62. Kongresses für Endokrinologie (20. bis 22. März 2019) am 20. März 2019 in Göttingen.
Entzündliche Darmerkrankungen, Diabetes, Adipositas, Hautkrankheiten und Allergien – viele menschliche Leiden sind in den letzten Jahren mit Veränderungen des Darmmikrobioms in Zusammenhang gebracht worden. „Zu den wenigen Gewissheiten zählt, dass die mikrobielle Gemeinschaft aus Bakterien, Archaebakterien, Viren und Pilzen zum Stoffwechsel beiträgt und die Verdauung von Zucker, Fetten und anderen Nährstoffen beeinflusst“, erklärt Professor Dr. med. Heide Siggelkow, Kongresspräsidentin und Ärztliche Leiterin MVZ ENDOKRINOLOGIKUM Göttingen, Zentrum für Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, Nuklearmedizin und Humangenetik, Osteologisches Zentrum DVO.
Wie das Zusammenspiel der Mikroorganismen aber genau funktioniert, welche Arten und Zusammensetzung für die Gesundheit eines Menschen entscheidend sind und wie Ursache und Wirkung in diesem komplexen Gefüge verteilt sind, sei derzeit noch Gegenstand intensiver Forschung.
Mit Hinweisen auf ein Wechselspiel zwischen Hormonen und Darmbakterien bringen Grazer Wissenschaftler nun ein weiteres Erkrankungsbild ins Spiel: das Polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS). Das PCOS betrifft rund zehn Prozent aller Frauen weltweit und ist unter anderem durch überhöhte Spiegel männlicher Geschlechtshormone gekennzeichnet. Diese führen zu betont männlicher Körperbehaarung, Akne, aber auch zu Haarausfall. Die Regelblutung kann unregelmäßig werden oder ganz ausbleiben. Und es kann zu den namensgebenden „polyzystischen“, also viele Follikelbläschen aufweisenden Eierstöcken
(Ovarien) führen. Frauen mit PCOS haben oft Fertilitätsprobleme, können also nicht schwanger werden, sind häufig deutlich übergewichtig und haben ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, aber unter anderem auch Depressionen und Angststörungen.
Im Rahmen einer Pilotstudie haben Professor Dr. med. Barbara Obermayer-Pietsch von der Medizinischen Universität Graz und ihre Arbeitsgruppe Frauen mit PCOS untersucht und deren Darmmikrobiom mit dem gesunder Probandinnen verglichen. Dabei zeigte sich, dass sowohl die Zahl als auch die Art der Mikroben mit den Symptomen und Hormonveränderungen bei PCOS korrelierte. Auch die Durchlässigkeit der Darmwand und Entzündungsfaktoren bei PCOS standen im Zusammenhang mit der mikrobiellen Vielfalt. „Wir gehen aufgrund unserer Studienergebnisse davon aus, dass die Zusammensetzung des Mikrobioms auch einen Einfluss auf unsere Geschlechtshormone und ihre Funktion hat“, sagt Obermayer-Pietsch, die auch Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechsel ist.
Bislang wird das PCOS hauptsächlich durch Gewichtsreduktion und Hormongaben behandelt. „Wenn sich unsere Beobachtungen in größeren Studien bestätigen, könnte etwa die Anwendung prä- oder probiotischer Therapeutika infrage kommen, um die Darmflora positiv zu beeinflussen“, betont Obermayer-Pietsch. Auch insulinsensitivierende Mittel wie das in der Diabetestherapie schon sehr lange und erfolgreich verwendete Medikament Metformin könnten einen höheren Stellenwert bekommen. „Metformin, das direkt auf die Darmflora wirkt, wird bislang noch zu wenig bei der PCOS-Behandlung eingesetzt. Sollten Studienergebnisse die positive Wirkung bestätigen, wäre das eine weitere Therapieoption“, ergänzt Kongresspräsidentin Siggelkow.

Brexit-Idiotie epischen Ausmaßes

Studie zu Einkommensverlusten So stark trifft der Brexit deutsche Regionen

Wenn die Briten die EU verlassen, drohen auch in Teilen Deutschlands empfindliche Einkommensverluste. Forscher haben berechnet, welche Regionen besonders betroffen wären.

Von David Böcking und Alexander Preker

Der Brexit sei eine „Idiotie epischen Ausmaßes“. Das sagte ein sichtlich wütender Mann im südenglischen Swindon kürzlich britischen Reportern. Seit 24 Jahren arbeitet er nach eigenen Angaben im örtlichen Honda-Werk – das der japanische Autohersteller nun schließt. Hinter der Entscheidung stand offenbar auch die Sorge vor einem ungeregelten EU-Austritt.

Von Hamsterkäufen und Lkw-Staus bis hin zur Angst vor schlechter medizinischer Versorgung wurden schon viele mögliche Brexit-Folgen diskutiert. Doch wie groß ist die Gefahr für einzelne Regionen? Gibt es ähnlichen Ärger wie in Swindon bald auch in anderen Regionen Großbritanniens oder der EU? Das untersucht eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die am Donnerstag veröffentlicht wird und dem SPIEGEL vorab vorlag.

Auf Basis einer Modellrechnung haben die Forscher bis auf die Ebene von Regierungsbezirken und Metropolen prognostiziert, wie sehr die jeweiligen Handelsströme nach Großbritannien durch den Brexit beeinträchtigt werden. Dabei wird zwischen einem weichen und einem harten Brexit unterschieden, also mit oder ohne Vertrag, der die künftigen Handelsbeziehungen regelt.

Mit Abstand am stärksten betroffen wäre demnach wenig überraschend Großbritannien selbst. Bei einem harten Brexit drohen dort Einkommensverluste von jährlich 57 Milliarden Euro – was jährlich im Schnitt rund 900 Euro pro Einwohner entspricht. Den Süden Englands, der besonders enge Handelsbeziehungen zum nahen Festland pflegt, würde es in jedem Szenario am härtesten treffen. In London prognostizieren die Forscher sogar Pro-Kopf-Verluste von rund 2800 Euro im Jahr.

Doch schon an zweiter Stelle nach den Briten folgen die Deutschen. Insgesamt droht ihnen bei einem harten Brexit ein Minus von rund zehn Milliarden Euro, das wären Pro-Kopf-Verluste von 115 Euro. Doch auch hier sind einzelne Regionen besonders stark betroffen.

Die höchsten Verluste hätte mit insgesamt gut zwei Milliarden Euro Nordrhein-Westfalen, und hier insbesondere die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln. Falls Großbritannien ohne Vertrag die EU verlässt, rechnen die Autoren dort mit Verlusten von 650 und 558 Millionen Euro, das entspricht jeweils durchschnittlich 126 Euro pro Kopf und Jahr.

Es folgen der Bezirk Oberbayern, der insgesamt 526 Millionen beziehungsweise 115 Euro pro Kopf verlieren würde, und Stuttgart, wo 473 Millionen Euro auf dem Spiel stehen, 116 Euro je Bürger.

Allerdings könnte Oberbayern die Brexit-Verluste nach Ansicht der Autoren besser abfedern als Düsseldorf oder Köln. Denn dort sitzen weltweit tätige Konzerne wie Audi in Ingolstadt oder BMW in München, für die der Handel mit China und den USA deutlich wichtiger ist.

Chinesen und Amerikaner würden der Studie zufolge zu den Gewinnern eines harten Brexits gehören: Wenn Zölle und andere Hemmnisse den Handel in Europa verteuern, dürfte ein Teil davon sich in ihre Weltregionen verschieben.

Bezirke in Nordrhein-Westfalen dagegen wären den Forschern zufolge besonders stark betroffen. Nach Frankreich und den Niederlanden sei Großbritannien in dem Bundesland der drittwichtigste Handelspartner, sagt Mitautor Dominic Ponattu. „Regionen mit produktivem Mittelstand wären von einem Brexit besonders betroffen.“

Den Berechnungen, die die Autoren für die Regionen entsprechend der Regierungsbezirke in ganz Europa erstellt haben, liegen Daten zum regionalen Bruttoinlandsprodukt zugrunde. Auf dieser Grundlage haben sie ein Gleichgewichtsmodell des Handels entwickelt – und untersuchten, was passiert, wenn die Preise steigen, Zölle erhoben werden und die Produktivität langsamer wächst.

Anders als in früheren Handelsmodellen berücksichtigen die Autoren hier auch die geografische Entfernung zwischen den Handelsmärkten, laut Ponattu ein entscheidender Faktor. Auch kulturelle Faktoren wie Sprache spielen eine Rolle, da die Forscher etwa davon ausgehen, dass auch die Verbreitung von Englischkenntnissen in einem Land sich auf die Handelsbeziehungen nach Großbritannien auswirken.

 

Quantenforschung trifft Praxis

Nummer: 022/2019 | 21.03.2019

Die Quantenwelt verstehen – und wirtschaftlich nutzen

30 Millionen Euro für Quantenbildgebung und Quantensensorik

Erkenntnisse aus der Quantenforschung sollen rasch in die Anwendung gelangen, das ist das Ziel einer Forschungsinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Fraunhofer-Gesellschaft. Rund 30 Mio. Euro stehen dafür bereit, knapp 80 Prozent davon (24 Mio. Euro) aus dem Haushalt des BMBF finanziert. Die verbleibenden Mittel stellen die Bundesländer, insbesondere Baden-Württemberg mit einer Sonderfinanzierung in Höhe von 5 Mio. Euro.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek betont: „Deutschland will die Chancen von Quantentechnologien nutzen und ihre Entwicklung aktiv mitgestalten. Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung wollen wir in die Anwendung bringen. Dafür schaffen wir als Bundesregierung mit dem Programm ‚Quantentechnologien‘ jetzt die Voraussetzungen. Die technische Beherrschung der Quanteneffekte bis hin zu einzelnen Atomen, Elektronen und Photonen birgt enorme Potenziale, beispielsweise kann sie mit hochpräziser Bildgebung eine bessere Diagnostik ermöglichen. Wir wollen die Vernetzung von Forschung und Wirtschaft verstärken, damit wir diese Potenziale künftig nutzen können. Neben der quantenbasierten Bildgebung und Sensorik planen wir weitere Leuchttürme zur Quantenkommunikation und zum Quantencomputing. Damit machen wir große Schritte in das wichtige Zukunftsfeld der Quantentechnologien.“

Deutschland ist stark in der Quantenphysik und Quantentechnologien der ersten Generation. Diese Stärke möchte die Bundesregierung nutzen. Dafür hat sie im September 2018 das Rahmenprogramm „Quantentechnologien – von den Grundlagen zum Markt“ beschlossen.

Auf dieser Basis startet jetzt eine strategische Initiative des Bundesforschungsministeriums und der Fraunhofer-Gesellschaft zur Quantenbildgebung und Quantensensorik. Insgesamt elf Fraunhofer-Einrichtungen arbeiten im Rahmen der Initiative für das Ziel, mehr Forschungswissen aufzubauen und anwendungsnahe Technologien für enge Kooperationen mit der Wirtschaft zu entwickeln.

Die neuartigen Bildgebungsverfahren und Sensoren nutzen Quanteneffekte, um Abbildungen mit einem neuen Maß an Empfindlichkeit und Präzision über optische Verzerrungen hinweg zu erfassen oder kleinste Magnetfelder und elektrische Ströme zu vermessen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: Messungen werden wesentlich genauer, beispielsweise in der medizinischen Diagnostik oder in neuartigen Navigationssystemen. Mit Quantentechnologien können auch elektronische Komponenten und Speichermedien auf kleinsten nanometrischen Dimensionen entwickelt werden.

Im Rahmen der Initiative werden die Quantum Photonics Labs (QPL) am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik in Jena gefördert. Damit entsteht ein Transferzentrum für universell einsetzbare quantenoptische Technologien. Das Zentrum besitzt Modellcharakter für das strategische Ziel einer nationalen Infrastruktur von Applikationslaboren – für und mit Partnern aus Forschung und Industrie.

Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, fasst die zukünftige strategische Ausrichtung zusammen: „Die Fraunhofer-Gesellschaft erachtet die Quantentechnologien als bedeutende Chance für die Zukunft des Hightech-Standorts Deutschland und Europa. Im Schulterschluss mit dem BMBF werden wir die Quantentechnologien intensiv und mit Nachdruck fördern. Es wird Zeit, die wertvollen Erkenntnisse aus langjähriger Forschung zu nutzen. Diese besondere Technologie ist der Grundstein für den Aufbau einer international kompetitiven Industrie und einer selbstbestimmten Gesellschaft in den globalen Entwicklungen des digitalen Wandels.“

Hässliches monokromates Licht der Natriumdampf-Straßenbeleuchtung kann durch noch sparsamere LED-Leuchten ersetzt werden

Eine neuartige, noch sparsamere LED-Straßenleuchte haben Forschende am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt. Indem sie die herkömmlichen Hochleistungsdioden durch eine spezielle Anordnung schwächerer LEDs ersetzten, konnten die Wissenschaftler den Stromverbrauch noch einmal um 20 Prozent senken. Das vermindert den CO2-Ausstoß und Kommunen könnten Millionen an Stromkosten sparen. Die Pfalzwerke Netz AG hat im Rheinland-Pfälzischen Maxdorf jetzt erstmals Straßenlaternen mit den neuen Leuchtköpfen ausgestattet.

„Es ist uns gelungen, den Wirkungsgrad und die Lebensdauer der Lampen gegenüber herkömmlichen LED-Leuchten noch einmal deutlich zu steigern“, sagt Michael Heidinger vom Lichttechnischen Institut (LTI) des KIT. Er hat eine trickreiche Schaltung erdacht, die Alterung und Versagen einzelner Leuchtdioden abfängt. Eine größere Zahl von LEDs parallel zu schalten, sei schwierig, da der Ausfall einer einzelnen Diode zu einem Versagen des gesamten Systems oder Teilbereichs führt – ein Phänomen, das man etwa von dekorativen Lichterketten kennt. Die Alternative, die LEDs in Reihe zu schalten, habe ebenfalls Nachteile, da hier mit steigender Zahl der Dioden sehr hohe Spannungen benötigt werden. Weil die als nicht lebensbedrohlich geltende Berührungsspannung bei 120 Volt liegt, konnten bislang nur bis zu 40 LEDs in einer Reihenschaltung verbaut werden. Jetzt ist es möglich, viele Leuchtpunkte – bei den hier eingesetzten Leuchtmodulen sind es 48 – kostengünstig auf einer Platine zu montieren. Dazu sind die Leuchten sicherer zu handhaben, da es Heidingers neues Schaltkonzept erlaubt, mit Spannungen von 20 Volt zu arbeiten, wo sonst über 120 Volt notwendig sind.

Von den stromsparenden Eigenschaften der neuartigen LED-Leuchte dürften zukünftig auch Städte und Gemeinden profitieren: Die Umstellung der alten konventionellen stromfressenden Straßenbeleuchtung auf LED-Technik ist vielerorts bereits in vollem Gange. So umfasst etwa die Stadtbeleuchtung einer mittleren Großstadt mit rund 320 000 Einwohnern wie Karlsruhe nach Angaben der Stadtwerke über 55 000 Lampen (etwa 35 Prozent davon LEDs), deren Stromverbrauch im Jahr 2018 etwa 10 800 Megawattstunden betrug. Jährliche Strom- und Wartungskosten: rund drei Millionen Euro. Die zusätzlichen Einsparpotenziale sind erheblich. „Bei einer vollständigen Umstellung auf die neuartigen LEDs sind noch einmal finanzielle Einsparungen von bis zu 30 Prozent möglich“, sagt Stefan Lang, bei den Pfalzwerken verantwortlich für Technologie und Innovation.

Darüber hinaus haben die bislang einzigartigen Lampen Leuchteigenschaften, die für das menschliche Auge angenehmer sind. „Viele kleine LEDs werden aus einiger Entfernung als Flächenstrahler wahrgenommen. Sie blenden dadurch weniger als Hochleistungs-LEDs, die als Punktlichtquelle wahrgenommen werden“, sagt Klaus Müller, Geschäftsführer der Gratz Luminance GmbH, welche die neuen Außenleuchten im baden-württembergischen Weinsberg herstellt. Obendrein sind sie günstiger in der Anschaffung: Denn Kleinleistungs-LEDs sind billiger als Hochleistungs-LEDs, sodass das neue System zu einem niedrigeren Preis hergestellt und angeboten werden kann – obwohl mehr Leuchtdioden benötigt werden. Schließlich sei der Umstieg auf die neue Lampentechnik unkompliziert und damit preiswert: „Unser Leuchtenkopf kann einfach auf bestehenden Masten montiert werden“, erklärt Müller.

Die Leuchten werden im Feldtest in Maxdorf nun eingehend erprobt. Auch andere Kommunen interessieren sich für die Technik. Die Serienfertigung wird vorbereitet. „Wir hoffen die Leuchte im zweiten Halbjahr 2019 ausgewählten Pilotkunden anbieten zu können“, so Müller.

Details zum KIT-Zentrum Information · Systeme · Technologien (in englischer Sprache): http://www.kcist.kit.edu

Beton aus abgefangenem Kohlendioxid (CO2)

21. März 2019

Neue Ideen zur Nutzung von CO2 ausgezeichnet:

Beton aus Kohlendioxid

• Unternehmen aus Kanada, Norwegen und Deutschland prämiert
• Covestro sponsert Innovationspreis von Forschungsinstitut

Beton, Treibstoff oder Chemikalien aus CO2 herstellen – für diese bahnbrechenden Ideen sind drei Unternehmen aus Kanada, Norwegen und Deutschland mit einem neuen Innovationspreis prämiert worden. Sie nahmen die Auszeichnung des renommierten nova-Instituts am Mittwoch auf einer Konferenz zur CO2-Nutzung mit rund 200 Teilnehmern in Köln entgegen. Der Preis wird vom Werkstoffhersteller Covestro gesponsert, der selbst intensiv und erfolgreich an der Erforschung und praktischen Verwendung von Kohlendioxid als Rohstoff arbeitet.

Im Vorfeld hatte es 20 Einreichungen für den Preis „Best CO2 Utilisation 2019“ gegeben, den das nova-Institut erstmals vergibt. Dabei spielt das Recycling von Kohlendioxid eine zentrale Rolle. Jede Idee hat den Anspruch, langfristig industriell umgesetzt werden zu können. Dies zeige, welche Bedeutung das Thema inzwischen habe und wie aktiv zahlreiche Unternehmen auf diesem Gebiet bereits seien, so Michael Carus, Geschäftsführer des nova-Instituts.

CO2 mit anderen Augen sehen

„CO2 wird zunehmend mit anderen Augen gesehen, nämlich als wertvoller Rohstoff“, betonte auch der Covestro-Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Steilemann, der die drei Preisträger kürte. „Damit gelingt es der Chemieindustrie, ihre Produktion nachhaltiger zu machen, fossile Ressourcen wie Erdöl zu ersetzen und die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.“

Fünf nominierte Unternehmen stellten ihre Lösungen auf der Konferenz in Kurzvorträgen vor, die Sieger wurden anschließend vom Publikum gewählt. Der erste Preis ging an das Unternehmen Carbicrete aus Kanada. Es hat ein Verfahren entwickelt, um Beton ohne Zement herzustellen. Dieser wird durch gemahlene Stahlschlacke ersetzt und die Mischung anschließend durch CO2 anstelle von Wärme und Dampf ausgehärtet. Das neue Produkt ist kostengünstiger, hochwertiger und nachhaltiger als Beton auf Zementbasis.

Auf den zweiten Platz kam die norwegische Firma Nordic Blue Crude, der es gelungen ist, aus CO2, Wasser und erneuerbarer Energie synthetisches Rohöl zu produzieren. Dieses kann als Diesel oder Kerosin verwendet und zu Benzin veredelt werden. Auf Rang drei folgte die Gesellschaft b.fab aus Dortmund – für ein Verfahren, um CO2, Wasser und erneuerbare Energie effizient in wertschöpfende Chemikalien wie Milchsäure umzuwandeln.

Covestro selbst hat mit wissenschaftlichen Partnern eine Technologie entwickelt, um CO2 in der Kunststoffproduktion zu nutzen. Das Unternehmen stellt damit bereits chemische Komponenten (Polyole) für Schaumstoff und für Bindemittel her, die in Matratzen und Sportböden Verwendung finden. Zahlreiche weitere Anwendungen sind in der Entwicklung.

Unabhängige Presse unbedingt notwendig für die Demokratie

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble: „Die Presse ist zwingend systemrelevant“

Deutscher Presserat fordert Presseauskunftsgesetz auch für den Bund

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat bei einer Plenumssitzung des Deutschen Presserats eine starke und unabhängige Presse als zwingend notwendig für die Demokratie bezeichnet. „Unsere Medienlandschaft ist vielfältiger als in anderen Ländern, aber sie ist unter großem Druck. Die Presse ist zwingend systemrelevant. Ich habe deshalb inzwischen viel Sympathie dafür, dass wir Rahmenbedingungen schaffen, um die Zeitungsvielfalt in Deutschland zu erhalten“. Ohne Pressevielfalt könne Demokratie nicht funktionieren, so Schäuble weiter.

Der Presserat unterstrich bei dem Gespräch am 20.3.2019 die Forderung nach einem Presseauskunftsgesetz für den Bund. „Die Presse benötigt für die Berichterstattung einen schnellen und unmittelbaren Zugang zu relevanten Informationen, sofern nicht berechtigte schutzwürdige Belange dagegensprechen“, forderte Presserats-Sprecher Volker Stennei. „Das betrifft auch einen schnellen Zugang zu amtlichen Dokumenten. Vertrauen in die Politik braucht auch Transparenz“.

2013 hatte das Bundesverwaltungsgericht den Auskunftsanspruch der Landespressegesetze bei Bundesbehörden für nicht anwendbar erklärt. Die Richter forderten ein Bundesgesetz, das derzeit wieder diskutiert wird.

„Behörden sind vorsichtig. Sie wollen durch Antworten an Journalisten keine Entscheidungen vorwegnehmen“, erwiderte Schäuble. Zugleich betonte er: „Politische Prozesse brauchen vertrauliche Räume, Transparenz darf Politik nicht lähmen.“
DEUTSCHER PRESSERAT