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Franz Rieger Augsburg

Lieber Jean Pütz, ich habe soeben meinen letzten Rest FruSip’s HT 1:20 ‚Marzipan‘ weggeschüttet, den ich seit Jahren noch im Kühlschrank aufgehoben hatte! Vielen Dank für die vielen tollen Hobbythek Sendungen. War eine echte Bereicherung! Sie werden ja heuer schon 80!!! Das hätte ich nicht gedacht. Schön, daß Sie immer noch fleißig unterwegs sind. Alles Gute weiterhin! Viele Grüße, Franz Rieger

Nanostrukturen für den effizienten Transport von Lichtenergie

Neue Nanostrukturen für den effizienten Transport von
Lichtenergie

Uni-Forschern
gelingt Energietransport bei Raumtemperatur in einzelnen Nanofasern
Die Forschergruppe
Die Forschergruppe
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Bayreuth (pts006/10.07.2015/09:30) – Die Umwandlung von Lichtenergie in Strom gewinnt
immer mehr an Bedeutung. Technische Fortschritte auf diesem Gebiet hängen
wesentlich davon ab, dass es gelingt, die durch Licht erzeugte Energie bei nur
minimalen Verlusten zu transportieren.
Dafür werden neuartige Komponenten
und Bauelemente benötigt. Wissenschaftler der Universität Bayreuth und der FAU
Erlangen-Nürnberg berichten jetzt im Forschungsmagazin "Nature" über Nanofasern,
die bei Raumtemperatur einen zielgerichteten Energietransport erstmals über
mehrere Mikrometer ermöglichen. Dies wird durch einen quantenmechanisch
kohärenten Transport entlang der einzelnen Nanofaser gewährleistet.

Nanostrukturen
aus scheibchenförmigen Bausteinen

Die Forschergruppen um Dr. Richard Hildner und Prof. Dr.
Hans-Werner Schmidt an der Universität Bayreuth haben supramolekulare
Nanostrukturen hergestellt, in denen sich die von Licht erzeugte Energie
geradlinig über mehrere Mikrometer fortpflanzt – und zwar bei Raumtemperatur,
ohne dabei wesentlich schwächer zu werden. Diese Nanostrukturen sind aus über
10.000 identischen Bausteinen aufgebaut. Jeder Baustein ähnelt dabei in seiner
Struktur einem Propeller mit drei Flügeln: In der Mitte befindet sich eine
Carbonyl-verbrückte Triarylamin-Einheit; hieran sind drei
Naphthalimidbithiophen-Chromophore befestigt, die nach außen abstehen. Diese
scheibchenförmigen Bausteine bilden spontan durch Selbstorganisation Nanofasern
mit Längen von mehr als 4 Mikrometern und einem Durchmesser von nur 0,005
Mikrometern (zum Vergleich: ein menschliches Haar ist ungefähr 50 bis 100
Mikrometer dick). Entscheidend für den Energietransport ist die
Carbonyl-verbrückte Triarylamin-Scheibe, die von der Forschungsgruppe um Dr.
Milan Kivala an der FAU Erlangen-Nürnberg synthetisiert und an der Universität
Bayreuth chemisch modifiziert wurde.

Effizienter
Energietransport bei Raumtemperatur

Mit einer Vielzahl von Mikroskopietechniken haben die Bayreuther
Wissenschaftler sichtbar gemacht, wie die Energie eine solche Nanofaser in
Längsrichtung durchläuft. Selbst bei einer Distanz von 4,4 Mikrometern treten
nur äußerst geringfügige Verluste auf. Würde man – wiederum auf dem Weg der
Selbstorganisation – die Faser um weitere Bausteine verlängern, könnte die
Energie auch diese größere Reichweite durchlaufen. Beim Energietransport durch
die Nanofaser arbeiten die perfekt angeordneten molekularen Bausteine in einer
präzise aufeinander abgestimmten Weise. Sie geben die Energie in einem
gleichmäßigen Takt von einem Baustein zum nächsten weiter: ein Phänomen, das in
der physikalischen Forschung als quantenmechanische Kohärenz bezeichnet wird.

Pflanzliche
Photosynthese als Vorbild

"Wir haben hier sehr vielversprechende Nanostrukturen vor uns,
die deutlich machen, dass die Suche nach optimal geeigneten Materialien für den
effizienten Transport von Lichtenergie ein lohnendes Forschungsgebiet
darstellt", erklärt Dr. Richard Hildner, der sich an der Universität Bayreuth
auf das Forschungsgebiet des "Light Harvesting" ("Lichternte") spezialisiert
hat. Hier geht es darum, die Transportprozesse in der pflanzlichen Photosynthese
möglichst genau zu verstehen, um die dabei gewonnenen Erkenntnisse für die
Energieerzeugung aus Sonnenlicht zu nutzen.

"Die von uns synthetisierten supramolekularen Nanostrukturen
können uns möglicherweise weiteren Aufschluss darüber geben, wie der
Photosynthese-Apparat in Pflanzen oder auch in Bakterien funktioniert. Außerdem
wollen wir in den nächsten Monaten prüfen, inwieweit sich diese Strukturen
beispielsweise als Komponenten für neuartige Architekturen von Solarzellen und
optischen Bauelementen eignen", so Hildner.

Bayerische
Kooperationen in der Polymerforschung

Die jetzt in "Nature" veröffentlichten Forschungsergebnisse sind
aus einer engen und in Deutschland einzigartigen interdisziplinären
Zusammenarbeit zwischen Physikern und Chemikern auf dem Gebiet der
Polymerforschung hervorgegangen. Die Arbeit an neuen Funktionsmaterialien für
organische Solarzellen ist an der Universität Bayreuth ein Schwerpunkt innerhalb
des Profilfelds "Polymer- und Kolloidforschung" und ebenso im DFG-geförderten
Graduiertenkolleg "Fotophysik synthetischer und biologischer multichromophorer
Systeme" (GRK 1640, Sprecher: Prof. Dr. Jürgen Köhler). Die Wissenschaftler
bringen ihre Kompetenzen zudem in den Forschungsverbund SolTech ein, in dem die
Universität Bayreuth und vier weitere bayerische Universitäten ihre Kompetenzen
bündeln.

"Unser Beitrag in ‚Nature‘ ist auch ein Beleg für die
ausgezeichnete Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus
der Chemie und Physik der Universitäten Bayreuth und Erlangen-Nürnberg.
Zukünftig wollen die nordbayerischen Universitäten Bayreuth, Erlangen-Nürnberg
und Würzburg ihre Kooperation im Rahmen des Bayerischen Polymerinstituts (BPI)
weiter intensivieren", so Prof. Dr. Hans-Werner Schmidt, der seitens der
Universität Bayreuth den Aufbau des BPI vorantreibt.

Veröffentlichung:
Andreas T. Haedler et
al.: Long-Range Energy Transport in Single Supramolecular Nanofibres at Room
Temperature, Nature (2015), DOI: 10.1038/nature14570

Recyceltes Wohnen – ein Experiment

die
Weltbevölkerung wächst – und mit ihr der Bedarf an Wohnraum. Doch
herkömmliche Ressourcen für das Bauen werden knapp. Die als
Forschungseinheit „Urban Mining & Recycling“ eröffnete Testwohnung
nahe Zürich besteht ausschließlich aus kompostierbaren,
wiederverwertbaren und weiternutzbaren Materialien für Konstruktion und
Ausbau. Das bewohnte Labor soll den Wandel des Bauens in Richtung
Kreislaufwirtschaft beschleunigen. Gemeinsam entwickelt haben es
Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des Büros
Werner Sobek.

Das Konzept für das
Wohnmodul stammt von Werner Sobek mit Dirk E. Hebel und Felix Heisel.
Professor Sobek ist Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und
Konstruieren der Universität Stuttgart; Professor Hebel ist Leiter und
Heisel Forschungsverantwortlicher des Fachgebiets Nachhaltiges Bauen des
KIT. „Wir wollen beweisen, dass es schon heute möglich ist, so zu
bauen, dass sämtliche Ressourcen zu hundert Prozent und sortenrein
wieder ausbaubar sind“, sagt Hebel. Für die 125 Quadratmeter große
Dreizimmerwohnung wurden Primärrohstoffe wie zum Beispiel unbehandelte
Weißtanne verwendet, aber auch Elemente, die zuvor andernorts verbaut
waren, sowie recycelte Abfallstoffe und neu entwickelte Baumaterialien.
Die Kupferplatten, die die Fassade einfassen, deckten zuvor das Dach
eines Hotels in Österreich, die Türklinken der Wohnung stammen aus einer
Bank in Brüssel. Aus Bauschutt entstanden neue Backsteine, und
Getränkekartons wurden zu Wandverkleidungen verarbeitet. Damit ist die
Wohnung ein gebautes Beispiel für „Urban Mining“: Die Baustoffe stammen
aus Bauwerken und Alltagsgegenständen. Während Rohstoffe aus der Natur
wie Sand oder Kupfer knapp werden, bietet die menschgemachte Umwelt
großes Potenzial als Materialquelle. „Dieses urbane Materiallager zu
nutzen, dient der Nachhaltigkeit und macht unabhängiger vom
Rohstoffmarkt“, sagt Felix Heisel. Statt Verbindungen zu verkleben oder
auszuschäumen, wurde geschraubt, geklemmt oder gesteckt, um die
verwendeten Einzelstoffe unvermischt zurückzugewinnen und
wiederverwenden zu können. Auch vollkommen neue Baustoffe kamen zum
Einsatz, darunter kompostierbare Dämmplatten aus Pilz-Myzel, einem aus
Pilzgewebe und Sägespänen kultivierten Material.

Das in enger
Kooperation mit Industrie und Handwerk entstandene Pilotprojekt für
nachhaltiges Bauen wurde im Frühjahr 2018 eröffnet. Es bietet die
Möglichkeit, durch den Austausch von Elementen und Materialien mit
unterschiedlichen Baustoffen zu experimentieren. Über die Dauer von
zunächst fünf Jahren beobachten die Forscherinnen und Forscher, wie sich
Methoden bewähren und Materialien verhalten. Auch die Alltagserfahrung
von zwei Studierenden, die die Dreizimmerwohnung im Mai beziehen, wird
in die wissenschaftliche Bewertung einfließen. Die Baueinheit „Urban
Mining & Recycling“ wurde komplett im Werk vorfabriziert und
innerhalb eines Tages in ein mehrstöckiges Versuchsgebäude eingebaut.
Sie ist Teil des Forschungs- und Testgebäudes NEST (Next Evolution in
Sustainable Building Technologies) im schweizerischen Dübendorf bei
Zürich auf dem Campus der Eidgenössischen Materialprüfungs- und
Forschungsanstalt. Im NEST arbeiten internationale Forscherteams aus
Universitäten und Fachhochschulen, Architekturbüros und Firmen der
Baubranche zusammen. „Durch das Testen von Innovationen unter realen
Bedingungen wird eine Brücke von der Forschung zur Anwendung geschlagen,
denn die Kreislaufwirtschaft braucht neue Methoden und Produkte“,
betont Hebel.

Weitere Informationen: www.nest-umar.net

Mehr über das
Wohnlabor „Urban Mining & Recycling“ und weitere Beiträge rund um
das Thema Nachhaltiges Ressourcenmanagement bietet die aktuelle Ausgabe
des Forschungsmagazins lookKIT: https://www.sek.kit.edu/kit_magazin.php

Seen entzogen der Atmosphäre langfristig mehr Treibhausgas

Überraschende Klimabilanz: Seen in
Permafrostgebieten entzogen der Atmosphäre langfristig mehr Treibhausgas
als sie bei ihrer Entstehung freisetzten

Bremerhaven, 16. Juli
2014. Seit der letzten Eiszeit haben die sogenannten Thermokarst-Seen
in den arktischen Permafrostgebieten der Atmosphäre mehr Treibhausgase
entzogen, als sie zuvor bei ihrer Entstehung ausgestoßen hatten. Dieses
überraschende Forschungsergebnis präsentiert ein internationales
Wissenschaftlerteam heute in einer Online-Veröffentlichung des
Fachmaga-zins Nature. Die Forscher hatten bis zu 10.000 Jahre alte
Bodenablagerungen aus nordsibiri-schen Seen untersucht und erstmals die
Kohlenstoff-Gesamtbilanz für mehrere hunderttausend Gewässer berechnet.
Ihr Fazit: Die durch die Klimaerwärmung nach der letzten Eiszeit
ent-standenen Tauwasser-Seen emittierten zwar kurzfristig große Mengen
Methan. Auf lange Sicht aber kühlten sie das Klima der Arktis, indem sie
1,6-mal mehr Kohlenstoff aufnahmen und speicherten als sie zuvor
abgegeben hatten. Eine wärmer werdende Arktis könnte diesen Prozess
jedoch innerhalb kurzer Zeit wieder umkehren.

In der Arktis gibt
es heutzutage mehrere Millionen Thermokarst-Seen. Die meisten dieser
flachen Gewässer entstanden vor rund 10000 Jahren, als der
Dauerfrostboden (Permafrost) nach der letzten Eiszeit innerhalb weniger
Jahrzehnte auftaute. Infolgedessen sackte der Untergrund damals in sich
zusammen und bildete Senken, in denen sich anschließend Tau- und
Regenwasser sammelte. Die so entstandenen Seen verstärkten das Auftauen
des Permafrostbodens bis in große Tiefen.

Ein Prozess mit
direkten Auswirkungen auf das Klima in der Arktis: „Wenn der Permafrost
taut und ein solcher See entsteht, zersetzen die am Grund und im
Sediment lebenden Mikroben einen Teil jener Pflanzenreste, die zuvor im
gefrorenen Boden eingeschlossen waren. Dabei produzieren sie das
Treib-hausgas Methan, was uns Forscher bisher zu der Annahme verleitete,
die Seen würden mit ihren Emis-sionen die globale Erwärmung beständig
verstärken“, sagt Dr. Guido Grosse, Permafrostforscher am
Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und
Meeresforschung und Co-Autor der neu-en Studie.

Wie die
Wissenschaftler jetzt wissen, stimmt diese Annahme jedoch nur in Teilen:
„Wir haben die Ablagerungen in den 10000 Jahre alten Thermokarst-Seen
untersucht und herausgefunden, dass diese Gewässer nur in der ersten
Hälfte dieses Zeitraumes große Mengen Methan ausgestoßen haben“, sagt
die Erstautorin Katey Walter Anthony von der University of Alaska
Fairbanks. Vor 5000 Jahren habe sich die Kohlenstoffbilanz der Seen dann
umgekehrt – ausgelöst durch eine natürliche Kettenreaktion.

„Wenn Permafrost taut, setzt er viele Nährstoffe frei, was dazu
führt, dass in den Seen und an ihren Ufern ausgesprochen viele Moose und
andere Pflanzen wachsen. Diese wiederum entziehen der Luft mithilfe der
Photosynthese Kohlenstoff“, so Guido Grosse. Sterben die Pflanzen dann
ab, sinken ihre Überreste zum Grund des Sees und bilden dort dicke
Sedimentschichten. Aufgrund der dynamischen Natur dieser ständig
wachsenden Gewässer laufen viele der Seen aber nach ein paar tausend
Jahren aus. „Ein Phänomen, das in den Permafrostregionen häufig auftritt
und dazu führt, dass die dann frei-liegenden See-Sedimente gefrieren. Es
entsteht neuer Permafrost, der alle Pflanzenreste und damit auch den
darin gebundenen Kohlenstoff einschließt – und zwar in so großen Mengen,
dass die Koh-lenstoff-Speicherquote der Seen und Senken 1,6-mal größer
ist als ihre Emissionsrate und die Seen auf lange Sicht hin einen
klimakühlenden Effekt haben“, sagt Guido Grosse.

Dieser Effekt
aber wirkt nur so lange, wie die Bodenschichten vereist bleiben. Eine
immer wärmer werdende Arktis könnte den Prozess innerhalb kurzer Zeit
wieder umkehren. Guido Grosse: „Unseren Schätzungen zufolge speichern
die arktischen Thermokarst-Seen und -becken etwa 160 Petagramm
Kohlenstoff. Das ist in etwa vergleichbar mit der Speicherkapazität der
tropischen Regenwälder, die mit 212 Petagramm angegeben wird. Wir wissen
außerdem, dass die Luft- und Bodentemperaturen in der Arktis derzeit
steigen und der Permafrost schon in mehreren Regionen auftaut. Die große
Frage lautet jetzt: Was passiert mit diesen großen
Kohlenstoffablagerungen in naher Zukunft?“

Eine Antwort darauf
will er mit seiner ERC Nachwuchsforschungsgruppe PETA-CARB finden,
wel-che im Oktober 2013 ihre Arbeit am Alfred-Wegener-Institut in
Potsdam aufgenommen hat und auf den Erkenntnissen der aktuellen Studie
aufbaut. „Mithilfe der neuen Ergebnisse können wir nicht nur die Rolle
des Permafrostes im globalen Kohlenstoffkreislauf besser verstehen, sie
helfen uns auch Computermodelle dahingehend weiterzuentwickeln, dass sie
die Rückkopplungen zwischen Perma-frostveränderungen und dem Klimawandel
besser vorhersagen. Vor allem die Prozesse des Thermo-karst – darunter
verstehen wir das schnelle Freisetzen und nun auch Speichern des
Kohlenstoffes – werden von gängigen Modellen, wie jenen, die der
Weltklimarat verwendet, bisher noch nicht berück-sichtigt“, so Guido
Grosse.

„Bio-Batterie“ lädt sich durch Hautpigmente

"Bio-Batterie" lädt sich durch Hautpigmente
Forscher entdecken Melanin als sicheren, effizienten Energiespeicher
 
Sonnenbad: Melanin nicht nur gut für braunen Teint (Foto: flickr.com/j3a8m2e9)

Pittsburgh (pte002/12.12.2013/06:05) – Materialforscher der Carnegie Mellon University http://www.cmu.edu/index.shtml in Pittsburgh sind einer besonders kreativen Idee auf der Spur, wie sich elektronische Geräte im Inneren des menschlichen Körpers mit Energie versorgen lassen. Um etwa Implantaten oder Sensoren, die im Körper verschiedene Aufgaben wahrnehmen, ausreichend Strom bieten zu können, greifen sie einfach auf einen Stoff zurück, der dort ohnehin bereits natürlich vorkommt: den Hautpigmentstoff Melanin. Dieser wird von den Wissenschaftlern kurzerhand in eine Art "Bio-Batterie" umfunktioniert, die durch ihre speziellen chemischen Eigenschaften in der Lage sein soll, elektrische Ladungen besonders effizient zu speichern.

"Wenn es uns gelingen könnte, verschiedene Geräte ohne Probleme sicher in den menschlichen Körper zu integrieren, wäre es uns möglich, eine ganze Reihe von Kernfragen zu klären, die uns heute noch in Bezug auf Implantate beschäftigen", zitiert der NewScientist Projektleiter Christopher Bettinger vom Department of Materials Science and Engineering der Carnegie Mellon University. In diesem Zusammenhang verweist er beispielsweise auf die Problematik von Infektionen und Entzündungen. "Unsere Forschung verfolgt die ziemlich clevere Idee, Batterien aus biologisch abbaubaren Materialien zu produzieren, die bereits auf natürliche Weise im Körper vorhanden sind", erklärt Bettinger die Zielsetzung.

Fünf Stunden Laufzeit

Um die neuartige Bio-Batterie herstellen zu können, haben der Materialforscher und sein Team aus einer Mixtur mit hohem Melaninanteil – jener Hautstoff, der beim Menschen und bei vielen Tieren für die Pigmentierung zuständig ist – positiv geladene Anoden gebastelt. Diese wurden daraufhin auf einer Stahldrahtkonstruktion angebracht und mit Natrium-Ionen angereichert. "Die einzigartige chemische Struktur von Melanin erlaubt es, prinzipiell recht viele Ionen unterzubringen. Je mehr Ionen hineinpassen, desto größer wird die Ladekapazität der Batterie", erläutert Bettinger. Im aktuellen Versuchsstadium schafft diese Variante bis zu fünf Stunden Laufzeit, hat aber eine geringere Ausgangsleistung als herkömmliche Batterien.

Bevor die US-Wissenschaftler Melanin als vielversprechenden Werkstoff entdeckt haben, wurde auch mit einigen anderen Materialien experimentiert. Diese hatten aber alle das Problem, dass zusätzliche chemische Modifizierungen notwendig waren, um eine elektrische Ladung aufrechterhalten zu können. "Im Gegensatz dazu kann Melanin in seiner natürlichen Form eingesetzt werden und es ist sogar gut möglich, dass es ganz einfach aus der menschlichen Haut gewonnen werden kann", betont Bettinger.

Vorreiter USA

Dass die Forschung im Bereich von auf Silizium basierenden Elektroimplantaten und -sensoren bereits seit geraumer Zeit mit Hochdruck vorangetrieben wird, ist längst kein Geheimnis mehr. Vorreiter sind wieder einmal die USA. Dort forschen Wissenschafter und verschiedene Start-ups an einer völlig neuen Form der Computertechnologie, die sich zur Gänze in winzige Pillenkapseln zwängen lässt. Diese können einfach geschluckt werden, um dann im Körper verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Einige Modelle überwachen beispielsweise die Körpertemperatur oder sammeln Gesundheitsdaten, andere wiederum verschicken E-Mails oder öffnen Garagentore (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20130626019 ).

 

Armut und Flucht – Kaffeekonsum als Teil des Problems?

Wenn man in diesen Tagen nach den Ursachen der Fluchtbewegungen
sucht, landet man neben der Fluchtursache „Krieg“ auch schnell bei der
Ursache Nummer zwei: „Armut und Perspektivlosigkeit in
Entwicklungsländern“. Arbeitslosigkeit und Niedriglöhne führen dazu,
dass Millionen Menschen nicht von dem leben können, was sie verdienen.
Soziale Netze gibt es in vielen Staaten kaum, so dass die Flucht schnell
als eine probate Lösung erscheinen mag. Dabei geht es wohl weniger um
das Streben nach Luxus, sondern darum, nicht zu verelenden.

Unsere Konsumgewohnheiten, verbunden mit niedrigen Preisen für die
Produkte aus solchen Ländern, können indirekt zu diesem Problem
beitragen. Kaffee zum Beispiel, einst ein Luxusgut, ist heutzutage zu
Schleuderpreisen unter 5 Euro pro Pfund zu haben. Die Farmer und
Farmarbeiter in den Anbaugebieten Afrikas, Süd-Amerikas und Asiens haben
mit den Konsequenzen zu leben. Der Kaffeekonsum der Industrienationen
hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass der Graben zwischen
armen und reichen Ländern eher breiter als schmaler geworden ist – das
ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie der US-Universität
Kansas. Die Kaffeefarmer hätten nicht oder nur unzureichend vom
Kaffeekonsum profitiert, fanden die Wissenschaftler heraus.

Seit die Produktion in weiten Teilen technisiert worden ist, bestehe
zudem eine hohe Abhängigkeit, da die Investitionen ausschließlich durch
Kaffeeanbau amortisiert werden könnten. Der ausgedehnte Anbau habe in
solchen Regionen dann aber auch zu ökologischen Konsequenzen durch den
enormen Wasserverbrauch geführt. Auch bedingt durch wasserintensive
Sorten, die aber besser „technisierbar“ seien.

Ökologische Veränderungen zählen ebenso mit zu den Fluchtgründen: Wo
Kleinfarmer nur noch geringe Erträge erwirtschaften können, wird das
bisherige Auskommen gefährdet. „Mit jedem Produkt, das wir als
Verbraucher kaufen, verursachen wir eine bestimmte Wirkung auf jemand
anderen – darüber müssen wir uns bewusst sein“, betont Alexander Meyers,
der die Studie betreute. Bei unseren Kaufentscheidungen sollten wir
dies immer im Hinterkopf behalten – und uns gelegentlich fragen, warum
Menschen ihr Land verlassen und was wir eigentlich damit zu tun haben.

Friederike Heidenhof (aid)

Musik macht Teenager zu Analyse-Genies

Musik macht Teenager zu Analyse-Genies

Häufiger
Medienkonsum fördert Sprach- und Denkfähigkeiten
Musik hören: Melodien trainieren das Gehirn (Foto: Jörg Brinckheger/pixelio.de)
Musik hören: Melodien
trainieren das Gehirn (Foto: Jörg
Brinckheger/pixelio.de)

Evanston (pte017/21.07.2015/12:30) – Jugendliche, die ein
Instrument beherrschen oder häufig mit Musik in Kontakt kommen, haben bessere
Sprach- und Analysefähigkeiten als ihre sportlichen Altersgenossen. Zu diesem
Ergebnis kommen Forscher der Northwestern University http://northwestern.edu . "Obwohl Musik-Stunden im
Schulunterricht oft als erstes gestrichen werden, sobald das Budget knapp wird,
unterstreichen unsere Ergebnisse deutlich, wie wichtig Musik im Stundenplan
ist", erklärt Studienautorin Nina Kraus.

Sportler im
Nachteil

"Auch wenn das Musizieren selbst nicht direkt relevant ist für
die meisten angestrebten Karrieren, löst das reine Üben an einem Instrument
schon den angenehmen Effekt des ‚lernen zu lernen‘ aus", so Kraus. Die Hälfte
aller in der Studie beobachteten Schüler hatten sich zu einem zwei- oder
dreiwöchigen Musikkurs eingeschrieben. Die anderen waren bei einem
Fitnessprogramm angemeldet. Beide Gruppen gingen zu den gleichen Schulen und
gehörten vergleichbaren Wohnvierteln an.

Elektrodenaufzeichnungen, die zu Beginn der Kurse und drei Jahre
später gemacht wurden, zeigten, dass die Gehirne der musizierenden Gruppe eine
Veränderung durchlebt hatten. Die Schüler reagierten sensitiver auf feine
Details in Tonaufnahmen. Auch die Sprachfähigkeiten hatten sich im Gegensatz zu
den zuvor aufgezeichneten Ergebnissen verbessert.

Parallele Web-Nutzung zum TV auf der Überholspur

Parallele Web-Nutzung zum TV auf der Überholspur
250-prozentiger Anstieg in drei Jahren – Boom bei 16- bis 24-Jährigen
 

Düsseldorf (pte008/01.08.2013/11:22) – Der Trend zum "Second Screen", also die zeitgleiche Smartphone- oder Tablet-Nutzung parallel zum regulären TV-Konsum, erfreut sich bei rund jedem zweiten Deutschen wachsender Beliebtheit. Wie der Bundesverband Digitale Wirtschaft http://bvdw.org mitteilt, liegt die Bundesrepublik mit diesem Nutzungswert im europäischen Durchschnitt, der um die 48 Prozent beträgt. Der Vergleich mit dem Jahr 2010 verdeutlicht den Unterschied. Zu dieser Zeit surfte noch nicht einmal ein Viertel der Deutschen (20 Prozent) parallel zum Fernsehen, was im Vergleichsbezug auf heute einer Zunahme von 250 Prozent entspricht.

77 Prozent abends zeitgleich online

Der Umgang mit Medien unterliegt mit der zunehmenden Verbreitung mobiler Geräte einem tiefgreifenden Wandel. "Vor allem das Bedürfnis nach Unterhaltung und Information bildet bei der Multiscreen-Nutzung in Deutschland den Schwerpunkt", verdeutlicht Marco Zingler, Vorsitzender der Fachgruppe Agenturen beim Bundesverband Digitale Wirtschaft. Vor dem Hintergrund sollten Unternehmen bei der Planung ihrer eigenen Kommunikationsstrategie diesen Umstand berücksichtigen, rät der Fachmann. 77 Prozent der TV-Nutzer in Deutschland sind vor allem abends parallel online. Jeder Vierte bestätigt einen Bezug zum TV-Programm.

Wie die Analyse auf Basis der Studie "Mediascope 2012" zeigt, suchen deutsche Nutzer besonders bei Entertainment-Sendungen (67 Prozent), Nachrichten (57 Prozent) und Dokus (51 Prozent) parallel im Web nach verwandten Inhalten zur Vertiefung in behandelte Themen. Vor allem das Dokumentationsgenre spornt die Deutschen zum gezielten Surfen an. Im EU-Vergleich ist nur jeder Dritte (35 Prozent) bei solchen Sendungen im World Wide Web aktiv. Die parallele Nutzung des Second Screen ist jedoch vom Alter abhängig. In der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen ist sie mit 78 Prozent am ausgeprägtesten. In der Gruppe der 25- bis 54-Jährigen surft immerhin etwa jeder zweite Deutsche (56 bis 49 Prozent) parallel im Web.

Impfstoff gegen Lungenentzündung senkt Kindersterblichkeit

Genf/London (pte/25.03.2005/09:15) – Ein Impfstoff gegen
Lungenentzündung könnte die Leben von Tausenden Kindern retten. Zu
diesem Ergebnis ist eine von der WHO http://www.who.int und dem Medical
Research Council http://www.mrc.ac.uk unterstützte Studie gekommen.
Erstmals wurde nachgewiesen, dass ein Impfstoff einen derart großen
Einfluss auf die Sterblichkeit in Afrika haben kann. Die Forscher
vergleichen die Auswirkungen mit jener von Moskitonetzen bei Malaria.
Das Impfen von 17.000 Kindern gegen eine Bakterie, die Lungenentzündung
verursacht, verringerte die Sterblichkeit um 16 Prozent. Streptococcus
pneumoniae tötet weltweit jährlich bis zu eine Mio. Kinder unter fünf
Jahren. Die meisten Kinder sterben in den Entwicklungsländern. Die
Ergebnisse der Studie wurden in The Lancet http://www.thelancet.com
veröffentlicht.

Impfstoffe gegen Lungenentzündung stehen laut BBC seit rund vier Jahren
zur Verfügung. Studien in Amerika und Südafrika wiesen die Wirksamkeit
dieser Impfstoffe nach. Nicht untersucht wurde, ob die Impfstoffe die
Sterblichkeit senkten. Die aktuelle Studie wurde für die Dauer von vier
Jahren in Gambia durchgeführt. Sie ergab, dass der Impfstoff nicht nur
die Zahl der Todesfälle verringerte, sondern auch die Zahl der
Einweisungen ins Krankenhaus und der Erkrankungen selbst. Bei geimpften
Kindern kam es zu 15 Prozent weniger Krankenhausaufenthalten und 37
Prozent weniger Erkrankungen.

Die leitende Wissenschafterin Felicity Cutts betonte, dass
Lungenentzündung, Gehirnhautentzündung und Blutvergiftung zu den
Hauptursachen für Sterblichkeit und schwere Erkrankungen bei
afrikanischen Kindern gehörten. Die Ergebnisse der Studie seien sehr
viel versprechend. Mitautor Brian Greenwood von der London School of
Hygiene and Tropical Medicine erklärte, dass damit erstmals direkt
nachgewiesen wurde, dass eine Impfung Todesfälle durch Lungenentzündung
verhindern kann. WHO-Generaldirektor Lee Jong-wook wies darauf hin,
dass die Herausforderung jetzt darin bestünde, den Impfstoff für die
Kinder Afrikas zur Verfügung zu stellen. Laut Greenwood ist die
Versorgung mit Impfstoffen in Afrika von sehr unterschiedlicher
Qualität. Die Kosten von 150 Dollar pro Kind spielten zusätzlich eine
entscheidende Rolle.

Geruchsfernsehen in naher Zukunft ?

Tokio (pte/13.07.2006/11:00) – Der japanische Tüftler Takamichi
Nakamoto hat ein Gerät entwickelt, das Gerüche aufnehmen, analysieren
und reproduzieren kann. Mithilfe von 15 Sensoren wird der registrierte
Duft in seine Grundbestandteile zerlegt und das Ergebnis digital
gespeichert. Anhand dieses erstellten Rezepts kann Nakamotos Apparatur
den Geruch anschließend wieder zusammengestellen, indem 96 verschiedene
Chemikalien im richtigen Verhältnis gemischt werden, berichtet die
Japan Times.

Die Vision des Erfinders ist, dass Düfte künftig per Handy verschickt
werden können. Passende Anwendungsbeispiele hat er auch parat. Im
Lebensmittelhandel könnte anhand des verschickten Geruchs die Frische
von Fisch auch aus der Ferne beurteilt werden. Im Onlinehandel sieht
Nakamoto Potenzial bei Blumen- oder Parfumhändler, die Vorabproben
ihrer Düfte via Handy an den Käufer bringen. Schließlich könnte
jedermann mit dem Geruchsrecorder Düfte einfangen und sozusagen als
Souvenir von einem Urlaub oder schönem Erlebnis mitnehmen.

Derzeit ist das Gerät mit den Maßen von einem Meter mal 70 Zentimetern
noch eine ziemlich unhandliche Maschine. Nakamoto ist jedoch schon
damit beschäftigt, sie zu miniaturisieren. Der schwierigste Teil der
Konstruktion seien die Sensorchips gewesen, die das Aroma in die
digitale Duftformel umwandeln sollen, so Nakamoto. Der nächste Schritt
in der Entwicklung soll die Ausweitung des Gruchsangebots sein, denn
bislang ist die elektronische Nase auf fruchtige Gerüche spezialisiert.
Laut Nakamoto sei jedoch jede Aromarichtung machbar, vom Fischgestank
bis zum Benzingeruch.

Vor kurzem stellte das japanische Telekom-Unternehmen NTT DoCoMo ein
ähnliches System vor, mit dem in Kinos Filme duftmäßig untermalt
werden. Dabei wurden Aromaabsorber unter den Sitzen der Zuschauer
installiert. Bei einigen Szenen des Hollywood-Streifens "The New Yorld"
wurden zum Film passende Gerüche abgegeben.