Alle Beiträge von Balu

Suchmaschine „Sobleep“ forscht via SMS

Offline: Suchmaschine „Sobleep“ forscht via SMS
Alghorithmus wandelt gefundene Informationen in einfaches Format um
SMS:
SMS: „Sobleep“ recherchiert ohne Internetverbindung (Peter Freitag/pixelio.de)

Rom (pte008/02.08.2016/06:10) – Mithilfe der Anwendung „Sobleep“ http://sobleep.com können Informationen aus dem Netz auch ohne Breitbandanschluss oder WLAN-Verbindung schnell und kostengünstig gefunden werden. Zwei italienische Hochschulabsolventen entwickelten die innovative App für Offline-Recherchen im Internet.

Konvertierte Website per SMS

„Die Idee kam mir bei einem Ferienaufenthalt in Griechenland, als ich mich gezwungen sah, das Internet im Roaming-Betrieb zu nutzen“, erklärt Firmenmitbegründer Antonio Garufi. An die Stelle des teuren Roaming kann dank seiner daraus resultierenden Erfindung nun ein preisgünstiger und auch im normalen Mobilfunknetz funktionierender Suchdienst treten. Die Funktionsweise ist ebenso einfach wie einleuchtend: Über die kostenlos herunterladbare gleichnamige App kann eine SMS mit einer bestimmten Suchanfrage verschickt werden.

Xby ads

Ein spezieller Algorithmus sorgt dann dafür, dass die im Internet gefundene Seite in ein einfaches Format umgewandelt und als bündige Information via SMS an den Nutzer weitergeleitet wird. Auf seinem Handy erfährt dieser dann in Echtzeit, wo er beispielsweise die nächstgelegene Apotheke oder ein bestimmtes Restaurant finden kann. „Damit entfallen auch die bei vielen Touristen vorhandenen Sprach- und Verständigungsprobleme“, so Garufi.

Aufteilung in „Bleeps“

Das internationale Absatzpotential belaufe sich auf rund 4,8 Milliarden Nutzer, da mehr als die Hälfte des weltweiten Territorium vom Internet-Verkehr abgeschnitten ist. Die kostenfreie Anwendung ist vorerst nur für das iPhone-Betriebssystem iOS verfügbar. Zum Erhalt der jeweiligen Serviceleistung werden Nachrichtenpakete, die sogenannten „Bleeps“, angeboten. Für zehn Bleeps werden etwa 1,99 Euro und für 100 Bleeps 12,99 Euro verlangt.

Fernsehen und Kleinkinder

Kinder unter zwei Jahren sollten nicht fernsehen

Seattle (pte/05.07.2005/09:15) – Eltern, die ihre Kleinkinder vor den
Fernseher setzen, können ihre spätere Lernfähigkeit beeinträchtigen. Zu
diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Washington
http://www.washington.edu gekommen. Fernsehen bei Unterdreijährigen
wurde mit schlechteren Fähigkeiten beim Lesen und Rechnen bei Sechs-
und Siebenjährigen in Zusammenhang gebracht. An der Studie nahmen 1.797
Kinder teil. Die aktuelle Studie bestätigt amerikanische Empfehlungen,
wonach Kinder unter zwei Jahren nicht fernsehen sollten. Fernsehen bei
Drei- bis Fünfjährigen schien die spätere Lese- und Schreibfähigkeit zu
unterstützen. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Archives of
Pediatrics and Adolescent Medicine http://archpedi.ama-assn.org
veröffentlicht.

Die Forscher wiesen nach, dass jede Stunde des durchschnittlichen
täglichen Fernsehens unter drei Jahren später eine negative Auswirkung
auf die Testergebnisse beim Rechnen, Erkennen und Verständnis beim
Lesen hatten. Fernsehen schien jedoch bei Drei- bis Fünfjährigen
zumindest für das Erkennen beim Lesen und Fähigkeiten im Bereich
Kurzzeitgedächtnis von Vorteil zu sein. Das Team um Frederick Zimmerman
untersuchte nicht, warum ein Zuviel an Fernsehen schädlich sein könnte.
Die Wissenschafter nannten eine Reihe von möglichen Ursachen. Eine
Erklärung geht davon aus, dass durch das Fernsehen weniger Zeit für
andere erzieherische oder spielerische Aktivitäten bleibt. Eine andere
macht den intensiven visuellen und auditiven Output des Fernsehens für
Schäden am sich rasch entwickelnden kindlichen Gehirn verantwortlich.

Eine weitere Studie in der gleichen Ausgabe der Archives of Pediatrics
and Adolescent Medicine untersuchte die Auswirkungen des Fernsehens auf
ältere Kinder. Ein Team der University of Otago http://www.otago.ac.nz
wies nach, dass bei jenen Fünf- bis Elfjährigen, die am meisten
fernsehen, ein positiver Schulabschluss am wenigsten wahrscheinlich
war. Eine dritte Studie mit achtjährigen kalifornischen Schülern
zeigte, dass Kinder, die zwar über einen Fernseher aber keinen Computer
in ihrem Zimmer verfügten, bei Tests hinsichtlich der schulischen
Fähigkeiten am schlechtesten abschnitten. Kinder ohne Fernseher aber
mit Zugang zu einem Computer schnitten am besten ab.

Augenärzte warnen vor Silvesterraketen und Böllern

Jeder dritte Verletzte ist ein Kind

Augenärzte warnen vor Silvesterraketen und Böllern

München–
Verletzungen durch Silvesterraketen und Böller betreffen vor allem
Kinder und junge Erwachsene bis 25 Jahre. Das ergab eine Erhebung der
DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft an deutschen Augenkliniken.
Oftmals hatten die Betroffenen den Knallkörper nicht einmal selbst
gezündet. Die Fachgesellschaft für Augenheilkunde fordert mehr
Aufklärung und bessere Schutzmaßnahmen, um Augenschäden durch
Feuerwerkskörper zu verhindern.

Mit einer Umfrage zum Jahreswechsel
2016/2017 hat die DOG das Ausmaß von Augenverletzungen durch
Feuerwerks- und Knallkörper untersucht. Insgesamt meldeten 41
Augenkliniken 350 Betroffene – ein Drittel von ihnen waren Kinder oder
Jugendliche im Alter von ein bis 17 Jahren. Bei den jungen Erwachsenen
war
der Großteil der Verletzten zwischen 18 und 30 Jahre alt. Ein Drittel
der Unfallopfer hatte zusätzliche Verletzungen im Gesicht und an den
Händen. „Nur die Hälfte der Kinder hat den verursachenden
Feuerwerks-oder Knallkörper selbst gezündet“, sagt Professor Dr. med.
Hansjürgen Agostini von der Klinik für Augenheilkunde am
Universitätsklinikum Freiburg. „Diese Zahlen belegen, wie unberechenbar
und gefährlich Raketen und Böller sind und dass wir mehr Schutzmaßnahmen
brauchen.“

Insgesamt
konnten drei Viertel der Patienten mit Verletzungen am Augenlid sowie
an Horn- und Bindehaut ambulant behandelt werden. Jeder vierte Patient
jedoch erlitt eine schwere Verletzung, die stationär oder sogar in einer
Notoperation behandelt werden musste – dazu zählten Prellungen oder
Risse im Augapfel oft kombiniert mit Lid- und Oberflächenverletzungen.
Bei einem Zehntel der Patienten ist infolge der Verletzung ein
Sehverlust zu erwarten. „Unsere Ergebnisse insbesondere zur Anzahl
verletzter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener, die am Anfang
ihrer Berufstätigkeit stehen, sind mit denen internationaler Studien
vergleichbar. Ebenso vergleichbar und dramatisch ist das hohe Risiko als
unbeteiligter Zuschauer oder Passant getroffen zu werden.“, sagt Dr.
med. Ameli Gabel-Pfisterer vom Ernst von Bergmann-Klinikum in Potsdam.

Um
die Belastbarkeit dieser Zahlen weiter zu erhöhen, ist für Silvester
2017 eine weitere Umfrage geplant. „Mit dieser Erhebung wollen wir der
Diskussion um ein Verkaufsverbot für Feuerwerks- Knallkörper an
Privatpersonen eine statistische Basis geben“, sagt die Expertin. Die
Ergebnisse der Umfrage wurden auf dem diesjährigen DOG-Kongress
präsentiert und können
online eingesehen werden.

Ein
solches Verkaufsverbot wurde von internationalen Fachgesellschaften
bereits im vergangenen Jahr gefordert. Auch in Deutschland plädieren
Augenärzte für mehr Bewusstsein für die Risiken von Eigen- und
Fremdgefährdung, die von Knallkörpern ausgehen. „Alljährlich erleiden in
der Silvesternacht tausende Menschen in Deutschland Verletzungen, weil
leichtsinnig, unsachgemäß und unter Alkoholeinfluss mit
Feuerwerkskörpern hantiert wird“, sagt Agostini. Wer nicht auf das
Feuerwerksspektakel verzichten möchte, sollte zu seiner eigenen
Sicherheit eine Schutzbrille tragen, empfiehlt der Experte. „Besser wäre
jedoch, die Feuerwerkskörper den Händen von ausgebildeten Profis zu
überlassen.“

Quelle:

A. Gabel-Pfisterer, D. Böhringer, H. Agostini,

Zukunftsstadt auf Deutschlandreise

Zukunftsstadt
auf Deutschlandreise

Ausstellungsschiff
MS Wissenschaft startet Tour zum Wissenschaftsjahr in Dresden / Wanka gibt
Gewinner im Städtewettbewerb bekannt

Berlin,
15.4.2015.
Bundesforschungsministerin
Johanna Wanka hat heute die Gewinner im bundesweiten Wettbewerb Zukunftsstadt
bekanntgegeben. Der Wettbewerb ist die zentrale Initiative im Wissenschaftsjahr
2015 zur Zukunftsstadt sowie Teil der Nationalen Plattform Zukunftsstadt (NPZ).
168 Städte, Gemeinden und Landkreise hatten sich beworben und wurden von einer
Expertenjury bewertet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
fördert nun in 52 Städten, Gemeinden und Landkreisen quer durch Deutschland
Bürgerdialoge zur zukünftigen Stadtentwicklung.

 

�Unser
Ziel ist es, Menschen vor Ort ins Gespräch über die Zukunft ihrer Stadt zu
bringen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln�, erläuterte Wanka den Wettbewerb
Zukunftsstadt. Jede der Zukunftsstädte erhält in der nun beginnenden ersten
Phase bis zu 35.000 Euro, insgesamt unterstützt das BMBF die Städte mit bis zu
1,75 Millionen Euro.

In
den 52 geförderten Zukunftsstädten entwickeln Bürgerinnen und Bürger gemeinsam
mit Stadtpolitikern, Ratsvertretern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern
eine nachhaltige und umfassende Vision für ihre Kommune. �Angesichts der großen
Zukunftsaufgaben der Kommunen wie Klimaanpassung, Energieversorgung,
demografische Entwicklung oder sicheres Wohnen und Arbeiten sind die Dialoge vor
Ort sehr wichtig für eine erfolgreiche Stadtentwicklung�, sagte Wanka. �Die
Prozesse in den Kommunen sollen als Anregung für andere Städte dienen.� Der
Wettbewerb reicht weit über das Wissenschaftsjahr hinaus: In einer zweiten und
dritten Phase des Wettbewerbs, in den Jahren 2016 sowie 2017 und 2018, sollen
die Pläne dann weiterentwickelt und bis zur Umsetzung begleitet werden. Der
Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie der Deutsche
Landkreistag sind Partner des Wettbewerbs.

Möglichst
viele Lebensbereiche und Akteure sollen in die Entwicklung des Zukunftsbildes in
den Kommunen einbezogen werden. So will beispielsweise die Stadt Dresden ihre
Entwicklung zur Gemeinschaftsaufgabe machen und mit Bürgerinnen und Bürgern
Fragen der Mobilität, Nachhaltigkeit und neue Formen der Beteiligung
diskutieren. Die Nordseestädte Norden, Borkum, Norderney, Juist, Baltrum,
Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge haben ein gemeinsames Konzept eingereicht
und wollen sich insbesondere dem Spannungsverhältnis von Tourismus und
bezahlbarem Wohnraum für Einheimische widmen.

Wanka
informierte über den Wettbewerb Zukunftsstadt anlässlich der Eröffnung der neuen
Ausstellung zum Wissenschaftsjahr auf der MS Wissenschaft. Das
Ausstellungsschiff startet seine diesjährige Tour in Dresden und fährt
anschließend 40 Städte in Deutschland und Österreich an. Die Ausstellung auf dem
Schiff soll dazu einladen, sich auf anschauliche Weise mit der Zukunft der
Städte zu beschäftigen. Forschungsorganisationen beteiligen sich an der
Ausstellung. Schulklassen und andere Besucherinnen und Besucher haben die
Möglichkeit, an 30 Exponaten zu erkunden, wie sich Städte in Zukunft entwickeln
könnten. Dabei erfahren sie unter anderem, wie in Städten Nahrungsmittel
angebaut werden, wie Stadtbewohner trotz hoher Bevölkerungsdichte mobil bleiben
und wie es Wildtieren in Städten ergehen wird.

Die Initiative
Wissenschaft im Dialog (WiD) hat die Ausstellung im Auftrag des BMBF umgesetzt.
Die Tour ist eine zentrale Aktivität im Wissenschaftsjahr 2015 des BMBF.
Zahlreiche Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen
das Jahr.

Informationen
zum Wettbewerb Zukunftsstadt finden Sie unter
www.wettbewerb-zukunftsstadt.de. Eine
Übersicht über die Gewinner im Wettbewerb Zukunftsstadt finden Sie in der
Anlage. Informationen zur Ausstellung und zur Route finden Sie unter
www.ms-wissenschaft.de.

Die
52 Gewinner-Städte, Gemeinden und Landkreise nach Bundesländern
:

·Baden-Württemberg:
Freiburg, Igersheim, Karlsruhe, Konstanz, Ludwigsburg, Reutlingen,
Ulm

·Bayern:
Bad Hindelang, Erlangen, Freyung, Grafing, Landkreis Rottal
Inn

·Berlin:
Charlottenburg-Wilmersdorf (2 x)

·Brandenburg:
Ahrensfelde, Finsterwalde, Gransee, Perleberg gemeinsam mit
Wittenberge

·Hessen:
ZuBRA-Region (Bebra, Rotenburg an der Fulda, Alheim)

·Mecklenburg-Vorpommern:
Amt Peenetal/Loitz, Malchin

·Niedersachsen:
Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg, Soltau, �Wattenmeer-Achter� (Borkum, Norden,
Norderney, Juist, Baltrum,
Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge), Wolfsburg

·Nordrhein-Westfalen:
Bocholt, Bonn, Bottrop, Dormagen, Gelsenkirchen, Jülich, Kreis Recklinghausen,
Kreis Steinfurt, Legden, Oberhausen, Oer-Erkenschwick,
Siegen

·Rheinland-Pfalz:
Sprendlingen-Gensingen

·Sachsen:
Dresden, Leipzig, Mittweida, Weißwasser

·Sachsen-Anhalt:
Halle (Saale), Magdeburg, Stendal

·Schleswig-Holstein:
Friedrichstadt, Norderstedt

·Thüringen:
Buttstädt, Nordhausen, Saalfeld

Das
Wissenschaftsjahr 2015 � Zukunftsstadt zeigt, wie Forschung heute schon dazu
beiträgt, Städte nachhaltig lebenswert zu gestalten. Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler lösen gemeinsam mit Kommunen, Wirtschaft, Bürgerinnen und
Bürgern konkret und vor Ort die großen gesellschaftlichen Herausforderungen: Es
geht um sichere Energie, um klimaangepasstes Bauen, es geht um Wohnen, Arbeiten,
Freizeit, Kultur, Bildung, Mobilität und vieles mehr. Die Wissenschaftsjahre
sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie trägt Forschung in die
Öffentlichkeit.

Raucherland Deutschland – weltweit unter den Top Ten

Raucherland Deutschland – weltweit unter den Top Ten

Berlin – Deutschland
gehört weltweit zu den Top Ten der Länder mit der höchsten Anzahl an
Rauchern – mit fatalen Folgen: Etwa jeder siebte Todesfall ist
hierzulande eine Folge des Tabakkonsums. Dies zeigt die Global Burden of
Disease-Studie, die kürzlich im angesehenen Fachjournal „The Lancet“
erschien. In dieser Studie schätzt ein Konsortium namhafter
Wissenschaftler für 195 Länder und Territorien die Raucherzahlen ab und
berechnet die durch den Tabakkonsum verursachten Todesfälle. Zugleich
belegt Deutschland den vorletzten Platz – nur gefolgt von Österreich –
auf der Tabakkontrollskala der Europäischen Krebsliga, die staatliche
Maßnahmen zur Verringerung des Tabakkonsums bewertet, und gerade
aktualisiert wurde.

Den
neunten Platz im Ranking der Länder mit den meisten Rauchern verdankt
Deutschland nicht nur seiner hohen Einwohnerzahl, sondern auch dem immer
noch hohen Raucheranteil. Dieser ist zwar seit 1990 leicht gesunken,
aber nur bei Männern und deutlich weniger als im Durchschnitt aller
Länder weltweit. Der Studie zufolge konsumieren in Deutschland rund 20
Prozent der weiblichen und 25 Prozent der männlichen Bevölkerung täglich
irgendeine Form von Tabak – mit schwerwiegenden Folgen.

Denn
Rauchen ist nach wie vor einer der bedeutendsten Risikofaktoren für
Krankheit und Tod: Weltweit ist mehr als jeder zehnte Tod durch
Tabakkonsum verursacht. Dies könnte in den kommenden Jahren noch mehr
werden, fürchtet Dr. Ute Mons, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention
und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle am Deutschen
Krebsforschungszentrum in Heidelberg: „Mit der demographischen Alterung
der Bevölkerung rollt eine Welle tabakbedingter Todesfälle auf
Deutschland zu, weil die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er
Jahre, von denen vergleichsweise viele zur Zigarette gegriffen haben,
jetzt in ein Alter kommen, in dem das Risiko für tabakbedingte
Erkrankungen besonders hoch ist.“

„Diese
Entwicklung kann aufgehalten werden, wenn sich Deutschland endlich für
eine konsequente Präventionspolitik entscheidet“, sagt Dr. Dietrich
Garlichs, Sprecher der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten
(DANK), einem Zusammenschluss von 20 medizinisch-wissenschaftlichen
Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen. Mit dem
Tabakrahmenübereinkommen der WHO, das Deutschland unterzeichnet und
ratifiziert hat, steht ein Bündel wirksamer Präventionsmaßnahmen zur
Eindämmung des Rauchens und dessen gesundheitlicher Folgen zur
Verfügung.

DANK
fordert, dass diese Maßnahmen nun auch entschlossen umgesetzt werden.
Dazu gehören insbesondere regelmäßige, deutliche Erhöhungen der
Tabaksteuer, ein konsequenter Nichtraucherschutz ohne Ausnahmeregelungen
und ein umfassendes Tabakwerbeverbot. „Die Einführung des längst
überfälligen Verbots der Außenwerbung für Tabakprodukte, die im
Augenblick vom Bundestag blockiert wird, wäre ein wichtiger Schritt zur
Eindämmung des Tabakkonsums und der daraus resultierenden Krankheiten
und Todesfälle – die Politik muss endlich handeln!“ so Garlichs.

Quellen:

Lancet-Studie

Tabakkontrollskala

_________________________________________________________

Über die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK)

Die
Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist ein
Zusammenschluss von 20 medizinisch-wissenschaftlichen
Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen, der sich für
nachhaltige und bundesweite Primärprävention in Deutschland einsetzt.
Denn nichtübertragbare Krankheiten sind weltweit Todesursache Nummer
eins. In Deutschland gehen rund zwei Drittel der vorzeitigen Todesfälle
darauf zurück, z.B. auf Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und
chronische Atemwegserkrankungen. Nichtübertragbare Krankheiten bürden
PatientInnen und Familien viel Leid und der Gesellschaft enorme Kosten
auf. Mit geeigneten Präventionsmaßnahmen sind diese Krankheiten häufig
vermeidbar.

DANK
fokussiert dabei auf folgende Ziele und Maßnahmen aus dem WHO Global
Action Plan for the Prevention and Control of NCDs 2013-2020, da diese
besonders wirksam sind:

1.Reduzierung des Tabakkonsums (u.a. durch regelmäßige, spürbare Tabaksteuererhöhungen)

2.Verringerung des schädlichen Alkoholkonsums (u.a. durch Erhöhung der Alkoholsteuer und Erhebung nach Alkoholgehalt)

3.Verhinderung der Zunahme von Diabetes und Adipositas (u.a. durch eine Zucker-Fett-Salzsteuer)

4.Steigerung der körperlichen Aktivität (u.a. durch eine tägliche Sportstunde in Kita und Schule)

Homepage: www.dank-allianz.de

Bewegungsarmut- intensive Nutzung der sozialen Medien und ihre Folgen

Twitter guter Indikator für Übergewicht

US-Studie zeigt: Schlafmangel und Fettleibigkeitsraten am "Twitter Social Jetlag" ablesbar

Twitter: Nutzung verrät Lebensumstände (Foto: Charles Deluvio, unsplash.com)
Twitter: Nutzung verrät Lebensumstände (Foto: Charles Deluvio, unsplash.com)

Chicago (pte002/19.11.2018/06:05) – Laut einer neuen Twitter-Studie von Forschern der University of Chicago http://uchicago.edu spiegelt die Nutzung sozialer Medien weitgehend die täglichen
Arbeitspläne und Schulkalender wider. Auch Fettleibigkeitsraten
bestimmter Regionen lassen sich alleine aus Twitter-Daten ablesen, da
sie beispielsweise den Mangel an ausreichendem Schlaf anzeigen.

Bundesstaaten verschieden

Die Forscher haben die Twitter-Aktivität von 246.000 Nutzern in den
Jahren 2012 und 2013 analysiert, um nach täglichen Nutzungsmustern zu
suchen. Die Tweets wurden mit geografischen Standortdaten aus mehr als
1.500 Landkreisen in allen US-Bundesstaaten versehen. Diese Daten
dienten den Forschern stellvertretend für Schlaf- und Wachzeiten der
Menschen. Aus dieser Aufzeichnung geht hervor, wann jemand wach ist und
immer noch Twitter nutzt.

Laut den Experten schiebt sich die nächtliche Flaute an Samstagen und
Sonntagen im Vergleich zur Wochenmitte hin zu späteren Zeiten einer
Nutzung. Die Wissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen als "Twitter
Social Jetlag". Das Ausmaß dieser Verschiebung unterschied sich dennoch
signifikant zwischen den einzelnen US-Bundesstaaten und war von den
Jahreszeiten abhängig. An der Westküste herrscht ein geringerer sozialer
Jetlag als im Rest der USA. In den meisten Bundesstaaten ist der
soziale Jetlag im Februar am höchsten und im Juni oder Juli am
niedrigsten. Allein anhand der Twitter-Aktivität lässt sich auch
feststellen, ob gerade Ferien sind oder Urlaubszeit ist.

Übergewicht vorhersehbar

Der durch digitale Medien unterstützte Mangel an ausreichendem Schlaf
und unzureichenden Schlafplänen wurde in den vergangenen Jahren bereits
mit zahlreichen Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht, darunter
Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Muster der
Twitter-Aktivität wurden von den Forschern in der Studie auch mit der
Auswirkung auf den BMI der Region und somit der vorherrschenden
Fettleibigkeit verfolgt. Ergebnis: Regionen mit höherem sozialen Jetlag
korrelierten auch mit höheren Fettleibigkeitsraten. "Ich war
beeindruckt, dass man aus diesem rein öffentlichen Datensatz so viel
über Schlaf lernen konnte", sagt Studienautor Michael Rust.

Vogel-Drohne revolutioniert Aufklärung

Vogel-Drohne "Maveric" revolutioniert Aufklärung
Vom Boden aus kaum als Maschine zu erkennen – Einsatz in US-Militär
 
Vogelähnlicher "Maveric": kaum als Drohne erkennbar (Foto: prioria.com)

Washington (pte003/02.12.2013/06:10) – Drohnen, die aussehen wie Vögel, setzt das US-Militär neuerdings ein. Als Tool für seine Kampfsoldaten hat das Pentagon bei der US-Firma Prioria Robotics http://prioria.com nun 36 sogenannte "Maverics" bestellt, wie das Technologie-Magazin Wired berichtet. Die Drohnen können von einem einzelnen Soldaten verwendet werden und sollen für Aufklärungszwecke bei Spezialoperationen noch im Dezember zum Einsatz kommen.

Einhändiger Start möglich

Das Problem mit bisherigen Drohnen ist, dass sie eben aussehen wie Drohnen. Folglich waren sie bislang leicht zu erkennen und damit eine einfache Zielscheibe. Die Vogel-Optik schafft Abhilfe. Das Hightech-Fluggerät wiegt nur rund ein Kilogramm und lässt sich mit nur einer Hand in die Luft befördern. Der künstliche Vogel erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 105 Kilometern in der Stunde.

"Es gab eine Anforderung von Spezialeinheiten für ein Fluggerät, das natürlich und biologisch aussieht", erklärt Derek Lyons von Prioria Robotics. Nach Angaben der Firma trainieren Spezialkräfte bereits mit Maveric, der pro Einheit zwischen 100.000 und 200.000 Dollar kostet. Die Drohne kann auch aus einem nur 15 Zentimeter dicken Rohr "abgefeuert" werden, da sie flexible Schwingen hat, die sich dann erst entfalten. Wenn sie 100 Meter Höhe erreicht, erscheint sie vom Boden aus lautlos.

Nur filmen, nicht angreifen

Der Robotervogel kann aber sogar in Höhen von über siebeneinhalb Kilometern fliegen. Die Batterie reicht nur eine Stunde, kann aber in 30 Sekunden ausgetauscht werden. Die Drohne kann auf einem Feld landen oder in einem Netz aufgefangen werden. Ihre Kamera ermöglicht Überwachung und Aufklärung, im Herstellerfilm auf YouTube macht Maveric auch Infrarot-Aufnahmen und soll zudem andere Ausrüstung tragen können.

"Es ist unser Ziel, den Kampfsoldaten zu unterstützen", erklärt Prioria-Robotics-Chef Bryan da Frota. "Wir glauben, in dem Maße wie sich Missionen ändern und entwickeln, wird Maveric eine wichtige Komponente zum Erreichen dieser Missionen werden." Die Drohne soll jedoch zurzeit bei Kampfhandlungen keine Verletzungen an Feinden verursachen. Für welche Einsätze genau die US-Armee die Maverics so dringend braucht, ist nicht bekannt.

Naturstoff weckt Hoffnung auf neue Krebstherapien

Wissenschaftler von HZI, MHH und LUH veröffentlichen bisher unbekannten Wirkmechanismus

Die wirksame Behandlung vieler Krebserkrankungen ist für die Medizin nach wie vor ein großes Problem. Zahlreiche Tumore sprechen auf die gängigen Chemotherapeutika nicht an oder werden gegen die Medikamente resistent. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig sowie der Medizinischen Hochschule (MHH) und der Leibniz-Universität (LUH) in Hannover haben jetzt einen Wirkmechanismus entdeckt, mit dem ein Naturstoff – das Argyrin – Krebswucherungen zerstört. Ihre Erkenntnisse veröffentlichen die Forscher heute in der renommierten Fachzeitschrift „CancerCell“.

Grundlage für diesen wissenschaftlichen Durchbruch war eine Beobachtung des MHH-Mediziners Prof. Nisar Malek: Er untersucht seit einiger Zeit die Rolle eines speziellen Proteins – eines so genannten Cyclin-Kinase-Hemmers – bei der Krebsentstehung. Dabei hat Malek festgestellt, dass Mäuse, bei denen er durch genetische Veränderung den Abbau des Kinase-Hemmers unterdrückt hat, ein deutlich verringertes Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken. „Ich brauchte also eine Substanz, die den Abbau des von mir untersuchten Proteins in den Krebszellen verhindert“, umreißt Nisar Malek seine Schlussfolgerung: „Dieses Molekül wäre mit großer Wahrscheinlichkeit ein gutes Krebsmedikament.“

Mit seinen Überlegungen wandte Nisar Malek sich an Dr. Ronald Frank, Chemiker am HZI. Ronald Frank hat am HZI große Sammlungen von chemischen Substanzen erstellt, die mit automatisierten Verfahren schnell auf ihre biologische Wirksamkeit gestestet werden können. Für die von Nisar Malek untersuchte Problematik verabredeten die beiden, eine spezielle Zellline zu entwickeln, in der die Menge an Kinase-Hemmer durch einfache optische Methoden gemessen werden kann. Ronald Frank: „Zunächst haben wir diese Zellkultur, in der wir Stoffe daraufhin überprüfen konnten, ob sie den Abbau des Kinase-Hemmers verhindern, an unsere Automaten angepasst. Mit diesem so genannten Assay haben wir dann zahllose Substanzen getestet.“

Myxobakterien liefern erneut potentielles Krebsmedikament

Fündig wurden Malek und Frank in einer Stoffsammlung, die ihre Tauglichkeit als Medikament bereits bewiesen hat: Sie speisten Naturstoffe in den biologischen Test ein, die im Boden lebende Mikroorganismen, die Myxobakterien, produziert hatten. Myxobakterien haben sich als wahre Fundgrube für potenzielle Medikamente erwiesen, produzieren sie doch auch Epothilon, einen Wirkstoff aus dem HZI. Dieser wurde im vergangenen Jahr in den USA als Krebsmedikament zugelassen. „Der myxobakterielle Wirkstoff für unsere Fragestellung ist das Argyrin“, so Ronald Frank.

Nach dieser Erkenntnis starteten Ronald Frank und Nisar Malek zusammen mit dem Chemiker Prof. Markus Kalesse von der LUH ein umfangreiches Forschungsprogramm, um herauszufinden, wie Argyrin chemisch hergestellt werden kann und wie es wirkt. Dabei stießen sie auf einen völlig neuen Mechanismus, der eine Veröffentlichung ihrer Ergebnisse sogar im Olymp der zellbiologischen Zeitschriften, dem Magazin „CancerCell“ ermöglicht. „Argyrin blockiert die molekulare Maschinerie der Zelle, mit der sie Proteine abbaut, die nicht mehr benötigt werden“, erklärt Malek, „und damit natürlich auch den Abbau des fraglichen Kinase-Hemmers, dessen Fehlen Krebserkrankungen auslöst.“

An Mäusen hat das Forscherteam die Wirkung des Argyrin bereits im Detail studiert: „Wenn wir krebskranke Tiere mit Argyrin behandeln“, so Nisar Malek, „stellt der Tumor das Wachstum ein, er schrumpft um bis zu 50 Prozent und sein Inneres beginnt sich aufzulösen.“ Dabei seien bisher kaum Nebenwirkungen festgestellt worden. Die in CancerCell publizierten Ergebnisse betrachten die Wissenschaftler zwar als sehr wichtiges Ergebnis, das aber trotzdem nur ein Etappenziel sei: „Die Forschung an Argyrin geht mit Hochdruck weiter“, sagt Markus Kalesse mit Enthusiasmus: „Wir Chemiker verändern bereits das Argyrin- Molekül in allen möglichen Details und schauen dann, ob sich seine Wirkung noch verbessern lässt. Solch eine optimierte Struktur wollen wir bald in die klinische Prüfung bringen.“

Originalpublikation: Irina Nickeleit, Steffen Zender, Florenz Sasse, Robert Geffers, Gudrun Brandes, Inga Sörensen, Heinrich Steinmetz, Stefan Kubicka, Teresa Carlomagno, Dirk Menche, Ines Gütgemann, Jan Buer, Achim Gossler, Michael P. Manns, Markus Kalesse, Ronald Frank, and Nisar P. Malek: Argyrin A Reveals a Critical Role for the Tumor Suppressor Protein p27kip1 in Mediating Antitumor Activities in Response to Proteasome Inhibition. Cancer Cell 2008 14: 23-35.

 

Teppichreiniger

Preisfrage: Was ist wohl allergiefreundlicher: Parkett oder Teppich? Einer aktuellen Studie (2005) zufolge macht der Teppich klar das Rennen. Grund: Der Teppichflor – also die Fasern – kann im Vergleich zu glatten Böden weitaus mehr Staub festhalten. Die Messungen ergaben, dass die Staubbelastung der Luft bei glatten Böden um ein Vielfaches höher ist als wie bei Teppichen.

Allerdings ist die sogenannte Staubbindungskapazität nur bei sorgfältiger Pflege voll gewährleistet. Dazu sollte der Teppich zunächst regelmäßig gründlich gesaugt werden. Noch gründlicher wird’s übrigens mit einer Bodendüse mit rotierender Bürstenwalze.

Etwa alle zwei Monate sollten Sie Ihrem Teppich zusätzlich eine schonende Feuchtreinigung gönnen.

Hier unser Rezept:

Befüllen Sie zunächst einen Eimer mit 3 Liter kochend heißem Wasser. Da hinein geben Sie zunächst:

30 g geriebene Kernseife und 30 g Waschsoda. Wenn sich das Wasser unter gelegentlichem Rühren abgekühlt hat kommen noch 30 ml Spiritus und 3 ml Orangenöl hinzu. Die Zutaten wirken schmutz- und fettlösend und stoppen unangenehme Gerüche.

Darin tränken Sie nun einen Schwamm und drücken ihn so lange kräftig zusammen, bis eine Schaumkrone entsteht. Den Schaum gründlich in den vorher gesaugten Teppich einarbeiten. Keinesfalls darf der Teppich dabei durchnässt werden. Bei teuren und empfindlichen Teppichen bitte zunächst an einer kleinen Stelle testen. Nach der Trocknung gut absaugen.

Sie werden sehen, unser Tiefenreiniger gehört bestimmt nicht unter den Teppich gekehrt.

Text, Idee und Rezept: Horst Minge

Durchbruch in der Tuberkuloseforschung

Durchbruch in der Tuberkuloseforschung: Erbgut des Erregers als
Schlüssel für optimale Behandlung
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Forschungszentrums Borstel,
des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung, des Oxford Biomedical Research
Centre und des South African National Institute for Communicable Diseases haben
eine neue genetische Methode entwickelt, mit der sie nicht nur voraussagen
können, gegen welche Antibiotika Resistenzen bestehen, sondern auch welche
Präparate gegen den jeweiligen Tuberkulose (Tb-)-Erreger wirksam sind. Die
Ergebnisse werden am 24. Juni in der Onlineausgabe der internationalen
Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases veröffentlicht.
Der Nachweis von Tb-Erregern und die genaue Ermittlung von
Antibiotikaresistenzen erfolgt bisher in Kulturverfahren. Diese Methode benötigt
bis zu sechs Wochen, bis ein Ergebnis vorliegt. Wertvolle Zeit, die häufig eine
effektive Behandlung verzögert. Zudem sind die Kulturverfahren relativ
fehleranfällig. Sie müssen sehr präzise sein, um verlässliche und vergleichbare
Ergebnisse zu erhalten. Solche optimalen Laborbedingungen sind jedoch
insbesondere in Ländern mit hohen Tuberkuloseraten oft nicht vorhanden. Auch die
in den letzten 20 Jahren eingesetzten molekulardiagnostischen Schnelltests
können lediglich eine Aussage über eine begrenzte Anzahl von Mutationen und die
daraus resultierenden Resistenzen treffen.
„Wir wollten einen Schritt weitergehen und therapeutische Hinweise geben,
welche Kombination von Antibiotika sich zur Behandlung eines bestimmten Erregers
eignen“, fasst Professor Stefan Niemann, Leiter der Forschungsgruppe Molekulare
Mykobakteriologie am Forschungszentrum Borstel und Mitglied des
Exzellenzclusters Entzündungsforschung, den Forschungsansatz zusammen. „Wir
bewegen uns dazu von 130 Jahren Tb-Kultivierung zu einer neuen, digitalen Ära in
der Mikrobiologie.“
Dazu untersuchte das Team mittels Gesamtgenomsequenzierung das Erbgut von
rund 3500 Tb-Stämmen. Die Forscherinnen und Forscher konzentrierten sich dabei
auf Veränderungen im Erbgut, die sie mit Antibiotikaresistenzen und
-Empfindlichkeit in Verbindung bringen können. „Wir haben eine Art Lexikon für
Mutationen im Erbgut der Tb-Erreger ermittelt“, erklärt Niemann. „Findet man
Veränderungen im genetischen Code eines Erregers, sind bestimmte Medikamente
nicht mehr wirksam und sollten daher nicht für die Therapie verwendet werden.
Das ist ein enormer Fortschritt, insbesondere für die Behandlung von
multiresistenten Erregern!“
Bis die Methode im praktischen Arbeitsalltag von Medizinerinnen und
Medizinern angewendet werden kann, dauert es aber noch etwas. Dennoch habe die
Methode großes Potential, glaubt Dr. Thomas Kohl, Zweitautor der Publikation:
„Auf längere Sicht ist die Genomanalyse erheblich einfacher durchzuführen und
kostengünstiger als konventionelle Verfahren. Vor allem im Hinblick auf die
EndTB-Strategie der WHO, die vorsieht, dass die Tuberkulose bis zum Jahr 2035
erfolgreich eliminiert werden soll, sind diese neuen diagnostischen Ansätze von
großer Bedeutung.“
Tuberkulose (Tb) ist die weltweit häufigste tödliche Infektionskrankheit.
Vermutlich ist etwa ein Drittel der Menschen weltweit mit dem Erreger infiziert.
Bei den meisten Betroffenen bricht die Tuberkulose aber nie aus. Pro Jahr
erkranken 9 Millionen Menschen an Tb – ca. 1,5 Millionen sterben an den Folgen
dieser Krankheit. Insbesondere die stark zunehmenden Antibiotikaresistenzen der
Erreger sind dabei ein immenses Problem. Diese verlängern die Behandlungsdauer
erheblich und verursachen hohe Kosten.
Originalarbeit:
Walker, TM, Kohl, TA, Omar, SV, Hedge,
J, Elias, CDO, Bradley, P, Iqbal, Z, Feuerriegel, S, Niehaus, KE, Wilson, DJ,
Clifton, DA, Kapatai, G, Ip, C, Bowden, R, Drobniewski, FA, Allix-Béguec, C,
Gaudin, C, Parkhill, J, Diel, R, Supply, P, Crook, DW, Smith, EG, Walker, AS,
Ismail, N, Niemann, S, Peto, TEA und Modernizing Medical Microbiology (MMM)
Informatics Group (2015): Whole-genome sequencing for prediction of
Mycobacterium