Archiv der Kategorie: Erde, Klima, Umweltschutz

Prämien, Steuern, Preisdeckelung: So reagiert Europa auf den Energiepreisschock

(n-tv) – Gas, Strom, Öl – alles ist teurer geworden. Im gesamten europäschen Raum ächzen die Verbraucher. Am schlimmsten trifft es Haushalte in Deutschland. Was tun die Regierungen dagegen? Und könnten sie mehr tun?

Ein durchschnittlicher europäischer Haushalt muss sich in diesem Jahr auf eine Rechnung von rund 1850 Euro für Strom und Gas einstellen. Ein ziemlicher Batzen im Vergleich zu den 1200 Euro aus dem Jahr 2020, wie die Bank of America Research (BofA) errechnet hat. Beim Strompreis ist Deutschland dabei einsame Spitze: In keinem Land müssen Verbraucherinnen und Verbraucher mehr bezahlen. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft zahlten deutsche Haushalte im Januar 2022 im Schnitt 36,19 Cent pro Kilowattstunde – so viel wie noch nie. Für andere Europäer sind es derzeit weniger als 25 Cent.

Im Fahrwasser des Preisanstiegs von Erdgas – laut BofA ein Plus von 330 Prozent am niederländischen Leitmarkt 2021 und von mehr als 100 Prozent auf Deutschlands und Frankreichs Umschlagplätzen -, bedingt durch eine hohe globale Nachfrage und ein sparsames Angebot auf dem Weltmarkt, ist auch Strom sehr viel teurer geworden. Das Ende der Heizperiode mag Gaskunden ein wenig Entspannung bringen. Aber die Energiepreishausse ist damit nicht vorbei, da sich der Anstieg der Großhandelspreise zeitversetzt bei den Endkunden niederschlägt. Gerade die Stromrechnung verheißt also weiterhin nichts Gutes.

Bei Strom wäre es für die Politik vergleichsweise einfach, übermäßige Mehrkosten abzufedern: Hierzulande besteht der Preis nur zu rund 20 Prozent aus den Erzeugungskosten, der Rest sind Steuern und Abgaben wie Netzentgelte sowie die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG). Letztere hat die Bundesregierung zu Jahresbeginn fast um die Hälfte gesenkt (von 6,5 Cent/KWSt auf 3,7 Cent). Eine Komplettabschaffung noch in diesem Jahr wird diskutiert. Ähnlich verhält es sich in anderen EU-Ländern, die Verbraucher seit vergangenem Jahr mit Dutzenden Milliarden Euro entlastet haben.

Zwar warnen Energie- und Umweltexperten wie Andreas Löschel von der Ruhr-Universität in Bochum, die Reaktionen anderer EU-Länder einfach auf den heimischen Markt zu übertragen. Denn grundsätzlich laufen indirekte Subventionen der fossilen Energieträger den europäischen Klimaschutzzielen zuwider. Doch kurzfristig geht es darum, den Unmut der Bürgerinnen und Bürger über die hohen Belastungen zu dämpfen. Und die meisten Nachbarn entlasten ihre Verbraucher dabei mehr als es die Ampel-Koalition tut: allen voran Spanien, das schon im Herbst die Stromsteuer auf das in der EU erlaubte Minimum von 0,5 Prozent senkte – zusätzlich zur Mehrwertsteuer wohlgemerkt.

Elf Länder drehten an der Steuerschraube

Nach einer Zusammenstellung der Denkfabrik Bruegel in Brüssel haben Spanien, Belgien, Frankreich und Rumänien am umfassendsten reagiert, damit Bürgerinnen und Bürger nicht wie die französischen Gelbwesten 2018 auf die Barrikaden gehen. Jeweils mehr als vier Gegenmaßnahmen haben die Länder ergriffen, teilweise sind weitere Schritte geplant. Ganze elf der 24 untersuchten Regierungen drehten an der Preisschraube, indem sie Energie- oder Mehrwertsteuern strichen oder drastisch senkten. Südliche Länder schreckten auch weniger davor zurück, die Mehreinnahmen von Energieunternehmen stärker zu besteuern – sechs Regierungen erheben solche „windfall profit taxes“, darunter auch Großbritannien.

13 Länder griffen zum ultimativen Preisdiktat und deckelten Großhandelspreise oder Endkundentarife, darunter Frankreich. Dort verordnete die Regierung bereits im September, dass die Gas- und Stromtarife nicht weiter steigen dürfen – im Jahr 2022 wird ein Plus von vier Prozent toleriert. Um dies zu ermöglichen, senkte Paris die Stromsteuern. So wie Frankreich haben es Zypern, Griechenland und Portugal dabei noch mit staatlichen Energieunternehmen zu tun. Der französische Energieversorger EDF befürchtet eine Lücke von etwa 8 Mrd. Euro im Ergebnis. Die Last für die Staatskasse erreicht bislang geschätzt weitere 8 Mrd. Euro – einschließlich 3,8 Mrd. Euro für Energiegutscheine an 38 Millionen Franzosen. Frankreich wählt bald einen neuen Präsidenten.

Zügig handelte auch Belgien, wo einige Energiesteuern und eine grüne Umlage durch eine fixe Abgabe ersetzt und ein Sozialtarif für Niedrigverdiener bis Juni auf 500.000 Haushalte ausgedehnt wurden. Zuletzt nahm die Regierung die Mehrwertsteuer von 21 auf 6 Prozent zurück – zunächst bis Juli. Zusammen mit Direktzahlungen an einkommensschwache Haushalte – ein Instrument, auf das 14 Länder in Europa zurückgreifen – wie eine Heizprämie von 100 Euro pro Haushalt, wird die belgische Staatskasse mit mehr als 1 Mrd. Euro belastet. Landesweit profitieren rund eine Million Haushalte von vergünstigten Strom-, Gas- und Erdölpreisen. Allerdings spült der Energiepreisanstieg dem Staat auch zusätzliche Steuereinnahmen in die Kasse.

Italien am teuersten

In Italien, wo der Anstieg ohne Gegenmaßnahmen laut BofA fast 80 Prozent im Vergleich zu 2020 erreichen würde, startete Ministerpräsident Mario Draghi mit Sofortmaßnahmen im Wert von 3 Mrd. Euro: Der Staat übernahm Gebühren und Abgaben am Strommarkt und senkte Steuern auf Gas. Weitere Boni folgten für Haushalte, die von Energiearmut bedroht waren. Im Januar verlängerte und ergänzte Rom Kostendämpfer noch einmal. Den Staatshaushalt wird das bis März mit geschätzt 8,5 Mrd. Euro belasten, schreibt Bruegel. Ende Januar kamen Steuernachlässe (20 Prozent) für energieintensive Betriebe mit mehr als 30-prozentigen Mehrkosen zu 2019 hinzu. Dafür werden Erzeuger von Solar-, Wind-, Wasser- und Geothermie-Energie von Februar bis Ende 2022 stärker zur Kasse gebeten.

Das alles lässt die Analysten der von Reuters verbreiteten BofA-Studie vom Januar aber skeptisch zurück. „Die bislang in Europa verkündeten Maßnahmen werden im Schnitt nur etwa ein Viertel der Preisanstiege auffangen“, wird der Energiemarktexperte Harry Wyburd zitiert. Auf der Grundlage der gegenwärtigen Großhandelspreise werde der Preisanstieg 2022 rund 54 Prozent zu 2020 erreichen. „Was sie heute bezahlen, wenn Sie Wasser kochen, spiegelt den Preis von vor etwa sechs bis neun Monaten wieder. Das ist wie Zeitlupe.”

Inflationsungleichheit nimmt zu

In Italien, Griechenland und anderen südlichen Ländern der EU überwiegt die Sorge, die Energiepreiskrise könnte die wirtschaftliche Erholung von der Covid-19-Pandemie ersticken. Ärmere Länder haben stärker an der Preiskrise zu knabbern. So müssen in Tschechien die ärmsten Familien etwa 20 Prozent ihrer Einkommen für Autofahren, Strom und Heizen aufwenden, wie der Europäische Rechnungshof anführt. Prag strich Ende 2021 die Mehrwertsteuer auf Strom und Gas und hilft kleinen Unternehmen, deren Energierechnung sich verdoppelt hat, mit Bürgschaften.

Obendrein ist die Preisspirale bei Energie ein wichtiger Inflationstreiber, wie auch die Experten des Bruegel-Thinktanks anmerken aber in einigen Ländern stärker als in anderen. Der EU-weite Inflationsanstieg 2021 berge einen Sprung der Strom-, Gas- und Treibstoffpreise von 23 Prozent. „Aber Inflation und Energiekosten von Endkunden haben sich quer durch die Eurozone sehr unterschiedlich entwickelt.“ So sei der Anstieg der Energiekosten in Belgien mit 60 Prozent ausgeprägter als mit 33 Prozent in Italien und mit „nur“ 19 Prozent in Frankreich.

Geringverdiener unter den Haushalten hätten dabei jedoch die größten Probleme, die Belastung anderweitig auszugleichen. Zugleich fräßen die Energiekosten einen größeren Teil ihrer Ausgaben auf, so Bruegel. Damit steige die Inflationsungleichheit, in der arme Haushalte die Hauptlast steigender Preise tragen.

Reformen unumgehbar

Eine wenig überraschende Erkenntnis, die die Politik jedoch berücksichtigen muss, wenn sie mittelfristig nach Strategien sucht, wie mit einer permanenten – und potenziell explosiven – Verteuerung fossiler Brennstoffe umzugehen ist. Kurzfristig werden auch von der Ampel-Koalition in Berlin weitere Schritte zur Entlastung von Endkunden erwartet, die über die bisherigen – Hilfen für Einkommensschwache und teils gestrichenen EEG-Umlagen – hinausgehen. Auch eine niedrigere Mehrwertsteuer oder der Wegfall der Stromsteuer wird diskutiert. Zunehmend lauter rufen zudem Industriekunden nach Entlastung.

„Die Länder müssen anfangen, über effizientere Maßnahmen nachzudenken, um die künftigen, möglicherweise sehr viel nachhaltigeren Auswirkungen steigender Energiepreise auf die Inflationsungleichheit abzumildern“, mahnen die Bruegel-Experten in ihrem Blog. Deutschlands Rechnungsprüfer schlagen vor, das System der staatlichen Umlagen und Entgelte „grundlegend zu reformieren“. Und auch der Europäische Rechnungshof hält das gegenwärtige EU-System der Besteuerung von Energie für veraltet – und nicht an die Klimaziele angepasst. Er erwartet allerdings eine sehr schwierige Meinungsfindung.

Lohnt sich auch heute noch eine Photovoltaikanlage ?

(Stiftung Warentest) – Eine Solarstromanlage auf dem Dach kann sich trotz gesunkener Einspeisevergütung lohnen – wenn Hauseigentümer auf den Preis achten und einen möglichst hohen Anteil des erzeugten Stroms selbst verbrauchen. Das zeigen Berechnungen der Stiftung Warentest

Eine Rendite von über 3 bis 4 Prozent ist langfristig selbst bei vorsichtiger Kalkulation drin, so Finanztest. Mit der Einspeisung ins Netz allein ist ein kostendeckender Betrieb allerdings nicht mehr möglich. Dafür wird der Eigenverbrauch immer attraktiver, insbesondere nach den drastischen Strompreiserhöhungen zu Jahresbeginn.

Die Rendite für eine Photovoltaikanlage fällt sehr unterschiedlich aus – je nachdem, wie viel sie kostet, welche Strommenge sie produziert, wie hoch der Eigenverbrauch ist und wie sich die Strompreise entwickeln. Von mehr als 8 Prozent pro Jahr bis hin zum Verlust ist alles möglich.

Ein Batteriespeicher als Ergänzung zur Photovoltaik-Anlage lohnt sich nur, wenn er günstig ist, auf den Stromverbrauch des Haushalts abgestimmt ist und deutlich länger als zehn Jahre hält, so Finanztest.

Einnahmen, Ausgaben, Steuern, Rendite und Überschüsse der PV-Anlage ermittelt der kostenlose Solarrechner unter www.test.de/solarrechner.

Die vollständigen Berechnungen inklusive Tipps zu Planung, Steuern und Mietmodellen finden sich in der März-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/solarstrom.

Klimaumbau der Industrie könnte bis zu 40 Milliarden Euro kosten

Meines Erachtens ist dieser Betrag viel zu niedrig, es sei denn, die für Deutschland so wichtigen Industriebereiche wie Stahl und Automobil verlassen Deutschland und lagern sich mit gleichem CO2-Ausstoß in China an.

Jean Pütz

Geothermieforschung – hilft Deutschland Klimaziele zu erfüllen

Der Anteil der Wärme am Energiebedarf Deutschlands wurde völlig unterschätzt. Wolkenkuckucksheime gaukelten den Bürgern vor, alles könnte über den elektrischen Strom, sowohl was regenerative Quellen aus Sonne, Wind, Biogas und Wasserkraft angeht, geregelt und verteilt werden. Dass die Primär-Energie nicht nur die elektrische Energie umfasst, sondern auch die Wärme, schien keine Rolle zu spielen. Auf diese Weise wäre die Einhaltung der ambitionierten CO2-Ziele niemals erreichbar gewesen.

Jetzt kommt die Geothermie ins Spiel. Theoretisch könnte diese eine Lösung aus der Kalamität bieten. Das KIT in Karlsruhe, aber auch andere technisch-wissenschaftliche Institute forschen daran. Hoffentlich werden dabei nicht nur die Ziele definiert, sondern auch die technische Realisierung wie die innere Wärme des heißen Kerns unseres Globus angezapft werden können. Manchmal reicht diese Magma, besonders in Gegenden, die in der Vergangenheit durch Vulkane geprägt wurden, relativ nahe an die Erdoberfläche heran. Aber Gebiete, die vorwiegend durch Sedimente entstanden sind, schaffen größere Probleme, denn da müssen schon Erdbohrungen weit über 10.000 Meter installiert werden. Mit welchen technische Mitteln wird dann die Wärme nach oben transportiert? Vermutlich durch Wasser, welches aber auf keinen die Grundwasserschicht beeinflussen darf. Diese Schicht muss also durch Rohre durchdrungen werden, in denen dann kaltes Wasser den Wärmetransport übernimmt. Es erhitzt sich in der geothermalen Schicht und muss dann durch eine zweite Röhre wieder nach oben transportiert werden – und das in einem riesigen Maßstab, denn der Wärmebedarf von ganz Deutschland macht mindestens 50% (frei geschätzt)  der benötigten Primärenergie aus. Der Vorteil, es kann dezentral über ganz Deutschland verteilt werden, sofern die geologischen Voraussetzungen erforscht sind. Trotzdem ist dabei mit Nebenwirkungen und Risiken zu rechnen. Dabei kann man nur hoffen, dass diese von Anfang an in die Lösung mit einbezogen und den Bürger objektiv vermittelt werden.

Der folgende Pressebericht beschreibt allerdings nur die Forschungsziele, weniger die konkrete Lösung – doch die Hoffnung stirbt zuletzt

Jean Pütz

(KIT) – Die Hälfte der kommunalen Wärme soll bis 2030 aus klimaneutralen Quellen kommen. Zu diesem Ziel der Bundesregierung kann die Tiefe Geothermie einen großen Beitrag leisten, weil sie beständig und witterungsunabhängig lokal Energie liefert und wenig Fläche in Siedlungen belegt. Eine gemeinsame Roadmap von Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft, darunter das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), und der Fraunhofer-Gesellschaft zeigt, dass Tiefe Geothermie ein Marktpotenzial in Deutschland besitzt, welches Ausbauziele von mehr als einem Viertel des jährlichen deutschen Wärmebedarfes (über 300 TWh) eröffnet. Das Papier gibt Handlungsempfehlungen, um dieses Ziel zu erreichen – so brauche es klare Ausbauziele, großflächige, geologische Erkundung, Investitionen in Schlüsseltechnologien und Fachkräfteaufbau.

„Um das Ausbauziel von mehr als 300 Terawattstunden erreichen zu können, brauchen wir Technologieentwicklung“, sagt Prof. Thomas Kohl vom Institut für Angewandte Geowissenschaften des KIT. Er koordiniert das künftige Untertage-Forschungslabor GeoLaB, eine gemeinsame Initiative des KIT mit dem Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). „Die Anwendung und Entwicklung modernster Monitoring- und Analysewerkzeuge im künftigen Untertage-Forschungslabor GeoLaB werden die Erkenntnisse liefern, die für eine sichere und ökologisch nachhaltige Nutzung der Geothermie und weiterer unterirdischer Ressourcen von großer Bedeutung sind. Ganz wesentlich ist dabei auch die transparente Interaktion mit der Öffentlichkeit und den Entscheidungsträgern“, erläutert Kohl.

„Ohne Geothermie wird eine Dekarbonisierung des Wärmesektors in Deutschland nicht möglich sein. Die natürlichen Wärmepotenziale im Untergrund sind hierfür in den meisten urbanen Räumen vorhanden. Der nachhaltige Ausbau von Geothermie ist eine Investition in die Städte unserer Zukunft“, sagt Professor Ingo Sass, Leiter der Sektion „Geoenergie“ am GFZ. „Die Forschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft tragen mit ihren strategisch ausgerichteten Arbeitsprogrammen und ihren einzigartigen Forschungsinfrastrukturen wie beispielsweise dem zukünftigen Untertage-Forschungslabor GeoLaB maßgeblich zum Gelingen der Transformation bei“, so Sass weiter.

Untertage-Forschungslabore wie das GeoLaB besitzen Sass zufolge eine zentrale Bedeutung, weil sie das grundlegende physikalisch-chemisch-biologische Verständnis für Standorte mit ähnlichen geologischen Eigenschaften beleuchten. Ingo Sass fügt hinzu: „Wir setzen unsere Forschungsergebnisse in angewandten, industriellen und demonstrativen Vorhaben um und zeigen damit der Gesellschaft die sichere und großmaßstäbliche Anwendbarkeit geothermaler Energiebereitstellung.

In weiten Gebieten Deutschlands gibt es im Untergrund lokale Wärmequellen und Speichermöglichkeiten. „Für den urbanen Raum müssen wir Bedarf und lokales Angebot abstimmen. Die benötigte Speichertechnologie entwickelt das KIT derzeit in seiner Helmholtz- Forschungsinfrastruktur DeepStor“, so Professorin Eva Schill vom Institut für Nukleare Entsorgung des KIT, die DeepStor leitet. „Wesentliches Element ist dabei auch das regionale Wärmekonzept, das wir gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern erarbeiten.“

„Die Beiträge des UFZ konzentrieren sich insbesondere auf den Digitalisierungsprozess und geothermische Systemanalysen”, sagt Professor Olaf Kolditz, der am UFZ das Department Umweltinformatik leitet. „Wir verfolgen unter anderem Konzepte der ‚Digitalen Zwillinge‘ und der Virtualisierung, um die natürlichen und technischen Systeme (Reallabore) so realistisch wie möglich digital nachzubilden. So können geothermische Systeme technisch optimiert, deren effiziente Einbindung in das gesamte Energiesystem simuliert und Umweltwirkungen langfristig abgeschätzt werden.”

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des KIT und des UFZ sowie aus der Fraunhofer-Gesellschaft hat das GFZ die Roadmap erarbeitet. Der GFZ-Forscher Professor Ernst Huenges, Mitherausgeber neben Professor Rolf Bracke von der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG), sagt: „Die Klimaneutralität des Wärmemarktes zu erreichen, ist eine riesige Herausforderung und erfordert ein ganzes Bündel an Maßnahmen. Die Marktakteure wie Energieversorger, Industrieunternehmen, Wohnungswirtschaft, Finanzwirtschaft, Politik, Verwaltung, Ausbilder und Kommunen brauchen neue Instrumente für diese komplexe Umsetzungsaufgabe.“

Das Strategiepapier soll für alle Akteure die notwendigen Informationen zum geothermischen Wärmeangebot, zur Vielseitigkeit des Wärmemarktes und zur technologischen Realisierung der Wärmewende bereitstellen. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zu geben, um das Potenzial der Geothermie im Sinne der klimaneutralen Wärmeversorgung umzusetzen.

Die Roadmap identifiziert fünf Handlungsempfehlungen, um die Geothermie zeitnah für den Wärmemarkt in Deutschland auszubauen:

  1. Klare Ausbauziele: Parlamente und Gemeinderäte sollten klare Ausbauziele formulieren und diese durch entsprechende Gesetzgebung und Satzungen flankieren vom Bundesbergbaugesetz bis hin zur kommunalen Raumordnung.
  2. Risikoausgleich für Unternehmen und Kommunen: Im Wärmemarkt sind kleine und mittlere Unternehmen wie Stadtwerke aktiv, die wirtschaftliche Risiken wie die Exploration von Tiefer Geothermie nur begrenzt tragen können. Daher braucht es Finanzinstrumente zum interkommunalen Risikoausgleich wie staatliche Versicherungen oder revolvierende Fonds, die sich an Projekten finanziell beteiligen. Zudem sollten die Länder ein flächendeckendes geowissenschaftliches Erkundungsprogramm aufsetzen, um das Fündigkeitsrisiko für Kommunen und Unternehmen zu senken.
  3. Investition in Schlüsseltechnologien: Damit aus ein paar Dutzend tiefengeothermischen Anlagen in Deutschland Tausende werden, braucht es Investitionen in die Schlüsseltechnologien, um großindustrielle Maßstäbe zu erreichen. Die Schlüsseltechnologien sind Bohrverfahren, Reservoirmanagement, Bohrlochwasserpumpen, Hochtemperatur-Wärmepumpen, Großwärmespeicher, transkommunale Verbundwärmenetze und sektorübergreifende Systemintegration.
  4. Aus- und Weiterbildung von Fachkräften: Die wachsende Geothermiebranche schafft regionale Arbeitsplätze in Technologieentwicklung, Planung und Produktion sowie bei Errichtung und Betrieb der Anlagen. Man kann von circa fünf bis zehn Vollzeitäquivalentstellen je Megawatt installierter Leistung ausgehen. Um Tausende Fachkräfte fort- und weiterzubilden, braucht es akademische Ausbildung und ergänzende Curricula zu den bestehenden Angeboten der Handwerks-, Industrie und Handelskammern.
  5. Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern: Die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen benötigt gesellschaftliche Akzeptanz. Die kommunalen Akteure brauchen daher nicht nur betriebswirtschaftliche und anlagentechnische Strategien. Es ist erforderlich, mit Bürgerenergiemodellen, kommunalen Kommunikationsstrategien und transparenten Projekten alle lokalen Interessengruppen mit auf den Weg zur regionalen Wärmewende zu nehmen.

Der Wärmesektor macht 56 Prozent des nationalen Energiebedarfs aus. Lediglich 15 Prozent der Wärme sind regenerativ. Die nun vorgelegte Roadmap diskutiert den Beitrag der Geothermie zur Wärmewende. Der Schwerpunkt liegt auf den hydrothermalen Reservoiren, also thermalwasserführenden Gesteinen in Tiefenlagen zwischen 400 Metern und 5 000 Metern. Geothermale Wässer können bei Temperaturen zwischen 15 und 180 Grad Celsius aus derart tiefen Brunnenbohrungen gefördert werden. Sie sind Jahres- und Tageszeiten-unabhängig verfügbar und lassen sich insbesondere für Nah-, und Fernwärme und sogar für Niedrigtemperaturprozesse in der Industrie nutzen. Die Technologie ist ausgereift und kommt seit Jahrzehnten in vielen europäischen Städten zur Anwendung, etwa in Paris und München.

Die hydrothermale Geothermie – kombiniert mit Großwärmepumpen – als Wärmequelle für Fernwärmenetze könnte nach den Abschätzungen der Roadmap rund ein Viertel des Gesamtwärmebedarfes Deutschlands decken, theoretisch rund 300 Terawattstunden Jahresarbeit bei 70 Gigawatt installierter Leistung. Zum Vergleich: 2020 lieferten bundesweit 42 Anlagen 359 Megawatt installierte Wärmeleistung und 45 Megawatt elektrische Leistung. (kes-jz)

Extrem klimaschädliches Methan aus Deponien intelligent verhindern

(pte) – Ein Ansatz von Forschern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) reduziert die Emissionen bei stillgelegten Deponien drastisch. Die Gase treiben die Erderwärmung um bis zu 28 Mal stärker voran als gleiche Mengen an CO2. Auf einer Deponie in den USA haben sich mithilfe des solar versorgten Messsystems „Loci“ die Emissionen um jährlich 180.000 Tonnen CO2-Äquivalent reduziert. „Das wäre, als würde man 40.000 Autos mit Verbrennungsmotor für ein Jahr stilllegen“, sagt Melinda Hale Sims, die den Hersteller des Systems, das MIT-Spin-off Loci Controls , gemeinsam mit Andrew Campanella gegründet hat.

Methan Biogas-Hauptbestandteil

Im Untergrund stillgelegter Deponien entstehen durch Vergären von organischen Abfällen große Mengen an Biogas, Das besteht zu etwa 60 Prozent aus Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas. Der Rest ist großenteils CO2. Die meisten Deponiebetreiber in Industriestaaten haben in den Abfall Sammelbrunnen gebohrt, die das Biogas fördern. Meist wird es zur Stromerzeugung verbrannt, teilweise wird es nach der Abtrennung der Fremdgase als reines Methan ins Erdgasnetz eingespeist.

Sims und Campanella haben eine Schwachstelle der Biogasförderung ausgemerzt. Sie installieren an den Brunnen Messgeräte, die mit lokal erzeugtem Solarstrom versorgt werden. Diese messen die Zusammensetzung des ausströmenden Biogases und berücksichtigen Wetterdaten. Darauf aufbauend wird die Gasmenge, die dem jeweiligen Bohrloch entweicht, reguliert. Das geschieht aus einer zentralen Warte, in der Daten der Bohrlöcher von mehreren Deponien eingehen. Bisher werden die Fördermengen von Hand angepasst. Dafür ist Erfahrung und vor allem Bauchgefühl nötig. Beides ist nicht sonderlich effektiv, zumal derartige Anpassungen oft nur einmal im Monat stattfinden.

Loci könnte auch in Europa helfen

In den USA sind Loci-Systeme bereits auf 15 Deponien installiert. Das Potenzial ist riesig, denn es gibt dort rund 1.000 große Anlagen, in denen Biogas entsteht und manchmal noch unkontrolliert in die Atmosphäre entweicht. Auch in Deutschland, das zu den ersten Ländern gehörte, die Biogas aus Deponien nutzten, wird längst nicht alles Methan eingefangen. Hier liegt der Erfassungsgrad laut einer Studie, die auf Satellitendaten basiert, bei 57 Prozent, in Spanien dagegen bei lediglich 18 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass wir die Methanemissionen in den nächsten fünf Jahren stärker als jedes andere Unternehmen der Welt reduzieren werden“, sagt Peter Quigley, CEO von Loci Controls. Vielleicht auch außerhalb der USA.

Die Preisexplosion von Kobalt, Lithium, Nickel und Kupfer erschwert die Klimawende

(pte) – Steigende Preise benötigter Metalle wie Kupfer, Lithium, Nickel und Kobalt könnten die Transformation des Energiesektors und den damit verbundenen Ausbau bremsen. Zu dem Ergebnis kommt eine Szenarioanalyse am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) http://diw.de . In einem Szenario der Internationalen Energieagentur (IEA) haben die Experten berechnet, wie sich die Preise dieser Metalle entwickeln könnten. Das Szenario basiert auf einem hohen Einsatz erneuerbarer Energien und Emissionsneutralität bis 2050.

Preishöchststand 2030

„Wenn wir davon ausgehen, dass die Nachfrage weiter stark zunimmt, dürften die Preise für Kupfer, Lithium, Nickel und Kobalt um das Jahr 2030 herum auf einen Höchststand steigen und dort auch über Jahre verharren. Damit würden sie ein Hindernis für die Energiewende darstellen“, so DIW-Berlin-Ökonom Lukas Boer. Annahmen der IEA zufolge dürfte sich der jährliche Kupferverbrauch in den kommenden 20 Jahren verdoppeln, der von Nickel mehr als verdreifachen und der von Kobalt versechsfachen. Bei Lithium ist die Steigerungsrate am höchsten: 2040 wird die Nachfrage voraussichtlich mehr als 20 Mal so hoch sein wie heute. Damit dürfte die Nachfrage bedeutend schneller wachsen als die anderer für die Energiewende notwendiger Metalle.

Das Angebot reagiert aber kurzfristig nur begrenzt auf Preisanreize, wie Boers Berechnungen auf Basis historischer Erfahrungen zeigen. Der Grund für das zunächst sehr unelastische, aber dann immer stärker steigende Angebot dürfte in der Art der Gewinnung der Ressourcen liegen: Kupfer, Nickel und Kobalt werden in Minen abgebaut – es kann bis zu zwei Jahrzehnte dauern, bis neue Bergwerke erschlossen werden. Bei Lithium können die Kapazitäten je nach Art der Förderung etwas schneller gesteigert werden, aber auch hier muss für eine gewisse Vorlaufzeit eingeplant werden. Die Preise steigen: Kupferpreise könnten dem Szenario zufolge 2030 im Vergleich zu 2020 um fast 70 Prozent zulegen, Lithiumpreise um knapp 180 Prozent.

Ausbau könnte teuer werden

„Wenn diese Entwicklung tatsächlich eintritt, würden die untersuchten Metalle künftig maßgeblich Inflation, Handel und die globale Wirtschaftsleistung beeinflussen. In dem Szenario könnte die Energiewende im Zeitraum von 2021 bis 2040 zu einem vierfachen Anstieg des Produktionswertes der vier Metalle führen und damit den Ausbau der erneuerbaren Energien verteuern“, sagt Boer, sieht in seiner Berechnung aber auch Unsicherheiten: Unvorhergesehene technologische Fortschritte könnten potenzielle Preisanstiege dämpfen und die Kosten der Energiewende verringern. Dasselbe gelte, wenn sich alternative Materialien zu den betrachteten Rohstoffen als tauglich erweisen würden, erneuerbare Energie zu erzeugen und zu speichern.

Politik stoppt energetische Sanierung der Gebäude – Klimaschutz ade ?

(Wirtschaftswoche) – Die KfW fördert vorübergehend keine energetische Sanierungen von Häusern mehr. Es fehlen Haushaltsmittel. Betroffene sollten vor allem auf sechs Punkte achten.

Die Ampelkoalition stoppt die KfW-Förderkredite für energieeffiziente Gebäude. Betroffen sind auch Mittel für die Sanierung von Altbauten. Beides gehört zum Programm Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Der Klimaschutz für Immobilien ist ein Vorzeigeprojekt von Klimaminister Robert Habeck (Grüne). Habecks Wirtschafts- und Klimaministerium (BMWK) weist die Schuld für den Förderstopp von sich. Die enorme Antragsflut im Januar habe die bereit gestellten KfW-Mittel deutlich überstiegen. Das Förderprogramm werde wieder aufgenommen, wenn es entsprechende zusätzliche Haushaltsmittel gebe.

Für den Run auf die Fördermittel der KfW seien vor allem Mitnahmeeffekte bei Neubauprojekten verantwortlich, heißt es aus dem BMWK. Es geht dabei um die Förderung von Gebäuden, die den Energiestandard „Effizienzhaus 55“ erfüllen. Dieser Standard macht Vorgaben für den Energiebedarf und den Wärmeverlust von Immobilien. Das Programm „Effizienzhaus 55“ wäre Ende Januar plangemäß ausgelaufen. Die Ankündigung des Auslaufens hatte zu einer Antragsflut geführt.

Der Standard „Effizienzhaus 55“ sei bei Neubauten ohnehin schon üblich, so das BMWK. Eine Förderung sei daher überflüssig. Die Förderpolitik der alten Bundesregierung bezeichnet das Ministerium als „massive klimapolitische und fiskalische Fehlsteuerung“. So sei die jährliche CO2-Einsparung je Fördereuro beim „Effizienzhaus 55“ im Vergleich zu energetischen Sanierungen bis zu zehnfach niedriger. Notwendige Anpassungen der Förderprogramme seien versäumt worden. Die Erklärung der Ampel für das Förderchaos erinnert an deren Ausführungen zur Coronapolitik. Schuld sei die Vorgängerregierung, so die Botschaft in beiden Fällen.

Die Lobby der Wohnungswirtschaft kritisiert hingegen die fehlende Verlässlichkeit der aktuellen Bundesregierung. Sie reagiert alarmiert auf den Förderstopp. „Das bedeutet eine Vollbremsung beim Klimaschutz im Gebäudebereich“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW. Nicht nur künftige, sondern auch bereits beantragte Bauvorhaben für Neubau und Bestandsmaßnahmen würden damit von heute auf morgen beendet. Insgesamt sei der Bau von rund 300.000 Wohnungen gefährdet, so der GdW. Was Bauherren vor allem bräuchten sei Planungssicherheit, sagt Verbandspräsident Gedaschko.

Jetzt, da die Fördertöpfe der KfW leer sind, wird auch das Förderprogramm für die Sanierung bestehender Wohnhäuser gestoppt. Anders als bei Neubauprojekten soll die Förderbank ihre Programme für die Sanierung von Altbauten aber wieder aufnehmen. Bis dahin ist jedoch offen, wie es weitergeht. Die WirtschaftsWoche hat daher die Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengestellt:

1. Warum kommt jetzt das Aus für KfW-Förderung?

Im November 2021 kündigte die Bundesregierung an, die Förderung des Neubaus nach dem Standard „Effizienzhaus 55“ Ende Januar 2022 einzustellen. Im vergangenen Jahr gingen mit sechs Milliarden Euro ein Drittel der Fördermittel an diese Neubauprojekte. Allein im Januar flossen weitere fünf Milliarden Euro an KfW-Fördermitteln ab. Damit waren die Haushaltsmittel bereits erschöpft. Die Ampelkoalition will aber vornehmlich die Sanierung von Altbauten fördern, weil sich so pro investiertem Euro mehr vom Klimakiller CO2 vermeiden lässt.

2. Was genau ist der Standard Effizienzhaus 55?

Die KfW förderte bisher Maßnahmenpakete, bei denen die Wohnhäuser nach der Sanierung bestimmte Vorgaben an Energiebedarf und Wärmeverlust erfüllen mussten. Beim diesem Standard darf das sanierte Haus maximal 55 Prozent des Energiebedarfs und 70 Prozent des Wärmeverlusts des fiktiven Gebäudetyps „Effizienzhaus 100“ erreichen. Die meisten Neubauten erfüllen auch ohne Förderung diese Vorgaben.

3. Welche Förderprogramme sind vom Stopp betroffen?

Auch die KfW-Programme für das „Effizienzhaus 40“ im Neubau sowie alle Fördertöpfe für die Sanierung bestehender Immobilien sind betroffen. Bei Sanierungen schließt das sowohl die Kredite und Tilgungszuschüsse für Paketlösungen als auch für Einzelmaßnahmen ein. Für bereits eingereichte aber noch nicht entschiedene Anträge bei der KfW sollen die Mittel ebenfalls nicht reichen.

4. Um wie viel Fördergeld geht es?

Von November 2021 bis Januar 2022 sind Förderanträge mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro eingegangen. Davon entfielen 14 Milliarden Euro auf das Programm „Effizienzhaus 55“, vier Milliarden Euro auf „Effizienzhaus 40“ und nur rund zwei Milliarden Euro auf die energetische Sanierung. Das ist nicht im Sinne der Ampelkoalition. Sie will primär eine verbesserte Energieeffizienz im Gebäudebestand fördern.

5. Wie geht es bei baureifen Projekten weiter?

Das Wirtschaftsministerium kündigt an, dass Bauherren bei baureifen Projekten Darlehen aus einem anderen Fördertopf der KfW erhalten sollen. So will das Wirtschaftsministerium Liquiditätsengpässe bei Fällen vermeiden, bei denen die KfW die Anträge abgelehnt hat. Zugang sollen auch Bauherren erhalten, bei denen nach Ende der Förderung ein finanzieller Härtefall eingetreten ist.

6. Was gilt bei der Bafa-Förderung?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) fördert einzelne Maßnahmen einer energetischen Sanierung mit Zuschüssen. Dazu gehören beispielsweise der Austausch der Heizung oder das Dämmen der Fassade. Anders als bei den KfW-Krediten soll das Bafa-Programm wie bisher weiterlaufen. Bauherren können dort also weiter Anträge auf Förderung einreichen.

Habeck: Angeblich 80% regenerative Energie zur Versorgung möglich – ein Plan aus dem Wolkenkuckucksheim

(Morning Briefing) – In der kommenden Woche hat der neue Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck seinen ersten großen Auftritt vor den Hauptstadtjournalisten. Im Gepäck: Sein Sofortprogramm zum grünen Umbau des Landes.

Fest steht: Habeck will die Öko-Energien bis 2030 zur Hauptenergiequelle des Landes machen, 80 Prozent des Strombedarfs sollen dann aus Wind, Solar & Co. gespeist werden. Dazu muss er rund 16.000 neue Windräder im Land aufstellen und acht Millionen neue Photovoltaik-Anlagen bauen.

In einem 20-seitigen Maßnahmenplan haben die Beamten des Ministeriums dem Minister aufgeschrieben, wie es gehen könnte. Unser Hauptstadt-Team kennt exklusiv Details aus dem Programm:

  • Eine Solarpflicht für die Dächer von neuen Gewerbebauten ist demnach geplant.
  • Im Planungs- und Genehmigungsrecht soll künftig der Vorrang für Anlagen der Erneuerbaren Energien gelten.
  • Auch die Reduzierung der Artenschutz-Klagemöglichkeiten wird empfohlen. Das wäre neu: Kröten und Wandervögel müssen zurückstehen vor dem Ausbau-Interesse der Grünen.
  • Geplant sind Steuererleichterungen für ökologische Dachsanierungen, zahlbar an den Eigentümer.
  • Großzügige Genehmigung und Förderung von Solardächern auf Parkplätzen und Supermarktdächern.
  • Die Reduzierung der Abstandsregeln zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung, die bisher vor allem von grünen Bürgerinitiativen abgelehnt wird.

Das Maßnahmenpaket von Robert Habeck lesen Sie im Newsletter Hauptstadt Das Briefing, der werktäglich ab sechs Uhr verschickt wird, und den Sie hier bestellen können.

Es klingt wie Reklame und ist doch mittlerweile die Realität: Mit dem, was die Pioneer-Redaktion täglich zusammenträgt, sind Sie schneller, tiefer und präziser informiert als mit jeder Tageszeitung.