Archiv der Kategorie: Alltagstipps

Blutstillender Rasierstift

Die Bartrasur ist selbstverständlich reinste Männersache, schließlich wird hier mit schärfster Klinge hantiert. Das war früher nicht anders. Während sich die Steinzeitmenschen mit Hilfe von geschärften Steinen oder Muscheln rasieren mussten, verwendeten bereits die alten Ägypter Rasiermesser aus Kupfer oder Bronze.

Und auch heute noch, im Zeitalter des Elektrorasierers (s. Bezugsquellen), greifen allmorgendlich fast 70 Prozent (68 %) der Europäer zur Klinge – Tendenz steigend. Schließlich gilt die aufwändigere Prozedur auch als die gründlichere.

Da wo gehobelt wird auch Späne fallen, kann es trotz aller Vorsicht passieren, dass dort wo Stoppeln fallen sollen, stattdessen Blut fließt.

Zur Blutstillung benutzten unsere Großväter noch sogenannte Rasiersteine. Diese bestanden aus Aluminium-Kalium-Sulfat oder kurz: Alaun. Dabei handelt es sich um eine in der Natur vorkommende chemische Verbindung aus Aluminium und Schwefel.

Die blutstillende Wirkung lässt sich am Beispiel von Eiklar demonstrieren. Eine kleine Menge Alaun genügt, und schon entsteht eine Gerinnung. Das gleiche passiert mit dem Blut, das besteht ja auch zum größten Teil aus Eiweißen, und es kommt zum Wundverschluss. Zusätzlich zeigt Alaun aber auch antibakterielle Wirkung.

Ich empfehle Ihnen unseren weitaus handlicheren Rasierstift.

Rezept für den Rasierstift:

Zunächst müssen wir uns eine geeignete Giesform herstellen. Dazu ein etwa 8 X 8 cm großes Stück Alufolie um einen dicken Filzstift wickeln, mit Klebefilm fixieren und ein Ende zudrehen. Aufrecht auf ein Stück doppelseitiges Klebeband stellen.

Schmelzen Sie nun 10 g kristallines Alaun (Aluminium-Kalium-Sulfat) im Becherglas direkt auf der Herdplatte. Es schmilzt bei etwa 93°C. Etwas abkühlen lassen und noch 10 Tropfen Glycerin hinzu geben, damit der Stift nicht spröde und brüchig wird. Zur Hautpflege noch 5 Tropfen des Kamillenwirkstoffes Alpha-Bisabolol hinzu fügen, fertig.
Nun noch die Flüssigkeit in die Alu-Hülse gießen und ca. 3 Stunden erstarren lassen. In dieser Zeit rekristalliert das Alaun.

Die Alufolie entfernen Sie dann je nach Bedarf Streifen für Streifen. Stift leicht anfeuchten und die Wunde betupfen.

Übrigens, unser Stift ist für alle kleineren Schnittwunden geeignet.

Franzbranntwein

Als Napoleon 1805 das besetzte Wien freigibt, lassen die
siegestrunkenen französischen Soldaten Fässer mit einem
scharfriechenden Getränk zurück – dem Branntwein. Die Wiener aber, an
wohlschmeckenden Wein gewöhnt, fügten noch allerhand Kräuter hinzu und
sprechen fortan vom „Franzbranntwein“.

Franzbranntwein zählt seitdem zu den altbewährten Haus- und Heilmitteln
und hilft hervorragend bei der Behandlung von Zerrungen,
Muskelschmerzen, Prellungen, Verstauchungen, schlechter
Hautdurchblutung und Gelenkschmerzen. Er belebt und durchblutet die
Haut und wirkt außerdem erfrischend.

Im Gegensatz zur ursprünglichen Rezeptur verwenden wir keine Kräuter,
sondern nutzen die konzentrierte Wirkung der ätherischen Ölen.

Hier das Rezept:

Zunächst wird eine Mischung gefertigt aus:

  • 50 Tr. Rosmarinöl (Wirkt durchblutungsfördernd)
  • 20 Tr. Salbeiöl (Wirkt entzündungshemmend, desinfizierend und gegen Rheuma)
  • 40 Tr. Latschenkieferöl (Wirkt ebenfalls entzündungshemmend und fördert die Durchblutung)
  • 20 Tr. Fichtennadelöl (Wirkt entspannend bei Muskelverkrampfungen)

All diese Öle hat übrigens auch schon der bekannte Wasserdoktor Sebastian Kneipp besonders empfohlen.

15 Tr. Mulsifan CPA (Ein ausgesprochen hautverträglicher, preiswerter
Emulgator aus der Apotheke der dafür sorgt, dass Öl mit Wasser
emulgiert.)

Alles gut verrühren. Da hinein kommen noch

  • 1 g Menthol (Im Mörser zerstoßen; wirkt kühlend und dadurch schmerzlindernd)
  • 50 ml Weingeist oder das preiswertere Isopropanol
  • 50 ml dest. Wasser.

Die offizielle Standardzulassung besagt, dass Franzbranntwein ein bis
mehrmals täglich auf die betroffenen Körperstellen aufgetragen und bis
zum Trocknen in die Haut einmassiert werden soll. Außerdem wird darauf
hingewiesen, dass er gut verschlossen aufbewahrt werden muss.

Zusatztipp :

Ein gutes Mittel zur Stärkung von Kopfhaut und Haarwurzeln: Eine große
Zwiebel zerkleinern und mit 100 ml Franzbranntwein ansetzen. Das
Gemisch 14 Tage stehen lassen, durchsieben und mit zwei Teilen Wasser
verdünnen. Damit täglich die Kopfhaut massieren.

Fönen oder Haartrocknen ist nicht nötig, da der Franzbranntwein sofort verfliegt.

Text & Rezept von Horst Minge

 

Tapeten-Ablösemittel

Alle Jahre wieder ist es Zeit für einen Tapetenwechsel. Doch wie heißt es so schön: „Was lange klebt, wird später Wut !“. Wohl jedermann denkt mit Unbehagen an die Beseitigung der alten Tapeten. Doch Gründlichkeit zahlt sich auch hier aus.

Tapetenreste können die Tragfähigkeit des Untergrundes beeinträchtigen und sich später als Reliefstrukturen in der neuen Tapete abzeichnen. Außerdem bieten alte Tapeten einen guten Unterschlupf für mögliche Bakterien und Keime.

Im Baumarkt gibt es Geräte mit denen über einen Schlauch heißer Dampf auf die Tapeten geführt wird. Leider durchdringt der Dampf nur langsam oder gar nicht die Tapete. Der alte Kleber wird nur unzureichend aufgeweicht. Ganz zu schweigen vom Aufwand und Energieverbrauch.

Wirkungsvoller sind da schon die handelsüblichen chemischen Tapeten-Ablöser, die aber aggressive Lösungsmittel oder gar Formaldehyd enthalten können und Haut und Schleimhäute reizen.

Doch es geht auch anders. Profis haben uns eine Rezeptur verraten, die konkurrenzlos preiswert ist und Mensch und Umwelt nicht belasten.

Sie benötigen:

– 3 Liter heißes Wasser
– 30 Gramm Tapetenkleister (wirkt als Verdickungsmittel und hält das Wasser besser an der Wand)
– 20 ml Essigessenz
– 30 ml Spülmittel (setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab und erhöht so die Benetzbarkeit.

Die Zutaten werden in einem Eimer verrührt. Das Spülmittel zuletzt unterrühren, damit ’s nicht so schäumt.

Die Mischung wird mit einer Farbrolle oder einem Quast satt aufgetragen. Einfacher geht’s mit einem Drucksprühgerät aus dem Gartenbedarf. Das macht dann noch richtig Spaß. Aber bitte den Boden mit einer Plastikplane abdecken.

Beim Hantieren mit einer Leiter achten Sie bitte unbedingt auf sicheren Stand und Qualitätsprodukte.

Nach einer Einweichzeit von 15 Minuten lässt sich die Tapete mit einem Spachtel gut entfernen.

Bei wasser-undurchlässigen Tapeten, wie z.B. Vinyl, sollten die Wände vorher mit einer Drahtbürste oder einer Stachelwalze gründlich perforiert werden.
Wer geschickt ist, kann sich einen Kratzigel auch selbst basteln. Einfach 50 bis 100 Holzschrauben senkrecht durch ein Stück Massivholz der Größe 15 X 8 cm treiben. Ein Akkuschrauber oder eine Bohrmaschine mit Schraubenaufsatz leistet dabei gute Dienste.

Idee, Text & Rezept: Horst Minge

Haarspray

Mit ein paar „Pffft“ kann heutzutage jeder aussehen wie ein Star – zumindest auf dem Kopf. Haarspray wurde 1955 in den USA erfunden und gilt bis heute, trotz wachsender Konkurrenz durch Gel und Wachs, als der Styling-Klassiker.
Ob nun Turmfrisur, Igel-Look oder Dauerwellen, Haarsprays – auch als „flüssige Haarnetze“ bezeichnet – geben der Frisur Form, Halt und Volumen. Dafür verantwortlich sind so genannte Filmbildner, die auf dem Haar einen stabilisierenden Film hinterlassen und die Frisur gewissermaßen stützen.

Leider bestehen diese meist aus speziellen Kunstharzen, die fein vernebelt in die Lunge geraten und dort, aus heutiger Sicht, Schaden anrichten können. Wir besinnen uns deshalb auf natürliche Filmbildner, z.B. Schellack, das man z.B. in der Apotheke erhält.
Schellack wird aus den harzigen Ausscheidungen der in Südostasien beheimateten Lackschildlaus gewonnen und diente übrigens bis in die 1960er Jahre zur Herstellung der Schellack-Schallplatte.

Hier das Rezept für ein rein natürlich festigendes Haarspray.

Lösen Sie zunächst 5 g fein gemahlenes Schellack in 150 ml Isopropanol oder Weingeist unter gelegentlichem Schütteln auf. Wundern Sie sich nicht, das kann durchaus mehrere Stunden dauern.

Da Schellack zwar einen glänzenden aber auch leicht spröden Film ergeben würde, geben wir noch 1 ml Glycerin als Weichmacher hinzu. Schließlich noch 1g Rohrzucker zur Verbesserung der Haftung. Wenn Sie möchten, können Sie noch ein paar Tropfen Parfüm hinzu geben. Gut schütteln, denn der Zucker löst sich nur schwer auf.

Füllen Sie das ganze in eine Sprayflasche, am besten in eine mit Pumpvorrichtung. Durch den Überdruck funktioniert die auch auf dem Kopf. Hierbei ist übrigens die Zerstäubung weitaus geringer als bei den treibgasgefüllten Spraydosen.
Und keine Sorge, die bräunliche Tönung hat keinen Einfluss auf die Haarfarbe.

Ich denke, damit müssen Sie beim Haar-Styling künftig nicht mehr die Luft anhalten.

Fitte Füße mit Zimt & Co

Liebe Leserinnen und Leser !

„Stinkefüße“ sind besonders im Sommer ein lästiges Übel. Auch ich kannte dieses Problem, bis ich vor 20 Jahren im [Mekongdelta] in Vietnam [bei Dreharbeiten] Zimtsohlen entdeckte. Das Geheimnis der Sohlen verbirgt sich im Innern: Eine Mischung aus Zimtgewürz und Zimtholzmehl. Nach der Aromatherapie besitzt sein ätherisches Öl antibakterielle und Antipilz-Wirkung. Die Durchblutung der Füße wird reguliert, die Schweiß- und Geruchsbildung reduziert. Nebenbei sollen die Fußreflexzonen sanft stimuliert werden. Ohne Zimtsohlen gehe ich nicht mehr aus dem Haus. Die Zimtsohlen sind z.B. in vielen Sanitätshäusern erhältlich.

Und noch ein Tipp: Starten Sie den Tag doch einmal mit einem erfrischenden Fußbad: In einem Becher jeweils zehn Tropfen ätherisches Salbeiöl, Fichtennadelöl, Teebaumöl sowie Shampoo vermischen. Anschließend in einer Schüssel mit ca. 40°C warmem Wasser verrühren. Das wirkt entspannend und durchblutungsfördernd. Das Tensid sorgt dafür, dass sich die Öle im Wasser vermischen. Nach zehn Minuten die Füße gut abtrocknen und ggf. föhnen.

Und nicht vergessen: Öfters einmal barfuß laufen.

Fitness für Herz und Kreislauf

Schlank, fit, durchtrainiert! Das steht für Erfolg und Selbstbewusstsein. So möchte heute jeder gern aussehen, die Fitnessbranche boomt. Doch so manchem fehlt’s am Geld für teure Kurse in schicken Studios – oder an der Zeit. Und nicht jeder hat die Traute, sich mit vielen Extra-Kilos auf den Rippen im "Work-Out" neben Drahtigen und Ranken abzustrampeln.
Die Lösung: Ein Fahrrad-Heimtrainer.

Gute ergonomisch ausgereiften Geräte gibt es allerdings nur im Fachgeschäft. Doch die Investition lohnt sich. Beim Training kommt kein unnötiger Frust auf und die Geräte zeigen auch Ausdauer. Wichtig bei der ausführlichen Beratung, an der man ein gutes Fachgeschäft erkennt: Klären Sie mit welchem Gerät sie welchen Effekt erzielen können – also Kondition, Fettabbau oder stabilisierendes Herz-Kreislauf-Training. Welcher Trainingsstil liegt Ihnen? Probieren Sie alle Gerätetypen in Ruhe im Laden aus – in den eigenen Sportschuhen!

Apropos Herz-Kreislauf. Seit einigen Jahrzehnten beobachten Wissenschaftler, dass Menschen, die Tee trinken, oft gesünder sind, als Menschen, die Kaffee oder andere Getränke regelmäßig trinken. Besonders auffallend: Genießer von "Grünem Tee" leiden seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Grund sind hohe Mengen an Mineralstoffen, allen voran Magnesium.

Idee und Text: Horst Minge

Winterfestes Auto

Autofahrer sollten rechtzeitig daran denken, ihr Fahrzeug auf den Winter vorzubereiten. Im Vergleich zum Sommerbetrieb stellt die kalte Jahreszeit wesentlich härtere Anforderungen an des Deutschen liebstes Kind, man denke nur an Winterbereifung, Kühlerfrostschutz und Batterie.

Für gute Sicht bei Schnee oder Regen ist kein anderes Teil am Auto so wichtig wie der Scheibenwischer. Aufgrund der sicherheitsrelevanten Bedeutung der Wischer sollten Sie regelmäßig überprüfen, ob das Wischblatt ausgetauscht werden muss.
Mit  neuen, modernen Wischblättern haben Sie nicht nur eine perfekte Wischleistung, sondern auch eine verbesserte Lebensdauer des Wischers um bis zu 30%.

Insbesondere im Winter sollten auch die Zündkerzen in gutem Zustand sein. Denn bei niedrigen Außentemperaturen verschlechtert sich die Gemischbildung, und die Zündwilligkeit ist herabgesetzt. Bei verschlissenen Zündkerzen kann es daher zu Startschwierigkeiten kommen.

Besonders lästig sind aber auch zugefrorene Türschlösser – es sei denn, man ist stolzer Besitzer einer Zentralverriegelung inklusive Funkfernbedienung.
Allen anderen empfehle ich unseren selbstgemachten „Türschlossenteiser“ – einem wahren kleinen „Eisbrecher“, der auch bei Garagentoren oder Fahrradschlössern gute Dienste leistet.

Im Experiment haben wir gezeigt, dass Wasser, dem etwas Salz oder Alkohol beigefügt ist auch unter 0°C flüssig bleibt. Diesen Effekt bezeichnet man als Gefrierpunkterniedrigung.

Hier nun das Rezept.

Sie benötigen :

50 ml Isopropylalkohol. Dieser Alkohol gefriert erst bei Minus 120°C und taut das Schloss binnen Sekunden auf.
5 g Magnesiumchlorid. Dieses Salz gefriert erst, im Gegensatz zu anderen Salzen, bei Minus 34 °C. Es verhindert das erneute Einfrieren bzw. zögert es hinaus.
5 ml nichtharzendes Öl, also z.B. Nähmaschinen- oder Feinmechanikeröl. Dadurch wird das Schloss geschmiert und vor Rost geschützt.

Alle Zutaten in einer Flasche kräftig schütteln, bis sich die Salzkristalle restlos aufgelöst haben. In ein kleines Fläschchen mit Spritzverschluss geben oder mittels einer Spritze in das Schloss einfüllen. Im Nu ist das Schloss wieder in Gang.

Und denken Sie daran : Selbst der beste Enteiser bringt nichts, wenn er im Auto aufbewahrt wird.
Dann kann Väterchen Frost ja kommen.

Idee, Text & Rezept: Horst Minge

 

Teppichreiniger

Preisfrage: Was ist wohl allergiefreundlicher: Parkett oder Teppich? Einer aktuellen Studie (2005) zufolge macht der Teppich klar das Rennen. Grund: Der Teppichflor – also die Fasern – kann im Vergleich zu glatten Böden weitaus mehr Staub festhalten. Die Messungen ergaben, dass die Staubbelastung der Luft bei glatten Böden um ein Vielfaches höher ist als wie bei Teppichen.

Allerdings ist die sogenannte Staubbindungskapazität nur bei sorgfältiger Pflege voll gewährleistet. Dazu sollte der Teppich zunächst regelmäßig gründlich gesaugt werden. Noch gründlicher wird’s übrigens mit einer Bodendüse mit rotierender Bürstenwalze.

Etwa alle zwei Monate sollten Sie Ihrem Teppich zusätzlich eine schonende Feuchtreinigung gönnen.

Hier unser Rezept:

Befüllen Sie zunächst einen Eimer mit 3 Liter kochend heißem Wasser. Da hinein geben Sie zunächst:

30 g geriebene Kernseife und 30 g Waschsoda. Wenn sich das Wasser unter gelegentlichem Rühren abgekühlt hat kommen noch 30 ml Spiritus und 3 ml Orangenöl hinzu. Die Zutaten wirken schmutz- und fettlösend und stoppen unangenehme Gerüche.

Darin tränken Sie nun einen Schwamm und drücken ihn so lange kräftig zusammen, bis eine Schaumkrone entsteht. Den Schaum gründlich in den vorher gesaugten Teppich einarbeiten. Keinesfalls darf der Teppich dabei durchnässt werden. Bei teuren und empfindlichen Teppichen bitte zunächst an einer kleinen Stelle testen. Nach der Trocknung gut absaugen.

Sie werden sehen, unser Tiefenreiniger gehört bestimmt nicht unter den Teppich gekehrt.

Text, Idee und Rezept: Horst Minge

Hilfe gegen den Herbstblues

Liebe Leserinnen und Leser !
Die Tage werden kürzer und die Gesichter länger. Vielen Menschen schlägt der Herbst auf’s Gemüt. Die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit tut ihr Übriges. Müdigkeit und Stimmungsschwankungen sind die Folge. Bei leichten Symptomen helfen oft einfache Tipps:

  1. Glückshormone durch Sport. Walking, Jogging oder Radfahren sorgen für die Extraportion Endorphine. Mein Tipp: E-Bikes sind im Trend und helfen den inneren Schweinehund zu überwinden.
  2. Licht hebt die Stimmung. Tanken Sie viel Sonne und halten sich in hell erleuchteten Räumen auf. Mit LED-Lampen lässt sich dabei ordentlich Energie sparen. Auch spezielle Lichtduschen können zum Erfolg führen. [Einen cleveren Selbstbau finden Sie auf meiner Homepage.]
  3. Aromen schaffen eine Wellness-Oase. Ätherische Öle können ideale „Aufmunterer“ sein. Ich empfehle Zitrusdüfte wie z.B. Orange, Grapefruit und Bergamotte. Ein paar Tropfen in eine Duftlampe geben und genießen.
  4. Macht Schokolade glücklich? Tatsächlich lindert Schokolade schlechte Laune. Das liegt an der Ausschüttung des Glücksbotenstoffs Serotonin. Aber nicht vergessen: Auf die Dosis kommt es an.

Ölfarben

Die Ölmalerei gilt bis heute als die Königsdisziplin aller Maltechniken. Sie entstand nach und nach im 15. Jahrhundert und löste die bis dahin gebräuchlichen Temperafarben auf der Basis von Eigelb ab. Sicher haben Sie schon einmal berühmte Ölbilder der Künstler van Eyck, Vinci oder Rembrandt gesehen.

Ein entscheidendes Merkmal der Ölbilder ist die reliefartig aufgepinselte oder gar gespachtelte Farbe. Dadurch bekommen die Bilder eine gewisse räumliche Tiefe.

Um es vorweg zu nehmen. Die eigene Herstellung von Ölfarben ist eine Kunst für sich und bedarf einiges an Übung. Hat man aber erst mal Dreh raus, will man nicht mehr auf fertige Produkte zurück greifen.

Das Rezept:

Geben Sie zunächst auf einen Teller oder besser in einen Mörser

20 g Pigmentpulver und Portionsweise ungefähr 10 ml Leinöl.

Verrühren Sie das ganze sorgfältig mit einem Löffel oder Stößel bis eine cremige
Masse entstanden ist. Der Fachmann spricht dabei vom „Anreiben“. Die Ölmenge kann übrigens stark variieren, da der „Ölbedarf“ je nach Pigment unterschiedlich ist. Das Leinöl ist ein sogenanntes „trocknendes Öl“, das durch Oxidation mit der Luft trocknet. Sie können übrigens auch sog. Leinölfirnis verwenden, das mit geringen Mengen Schwermetallverbindungen (Sikkative) versehen ist und die Oxidation und damit den Trocknungsvorgang beschleunigt. Wegen gesundheitlicher Bedenken rate ich aber davon ab.

Grundsätzlich haben Sie bereits jetzt eine brauchbare Ölfarbe. Diese lässt sich aber noch veredeln, indem Sie ca. 5 g Kreidepulver als Füllstoff unterrühren. Da Kreide nicht öllöslich ist, lässt sich damit die Ölfarbe geschickt strecken ohne das dabei die Farbe beeinträchtigt wird

Zum Schluss können Sie noch etwa 1 g Bentonit als Stellmittel hinzu geben. Dieses stark
quellende Ton-Mineral sorgt dafür, dass sich die Farbe leicht vom Pinsel löst, aber einen guten Stand hat, d.h. sie sackt nicht vom Bild ab.

Unsere Ölfarbe lässt sich am besten in kleinen Schraubgläsern lagern. Aber keine Angst, selbst an der Luft trocknen Ihre Ölbilder je nach Farbschicht erst nach 10 Tagen oder sogar mehreren Monaten.

So, jetzt können Sie einmal ganz genüsslich „dick auftragen“ …

Text & Rezept von Horst Minge