Archiv der Kategorie: Erde, Klima, Umweltschutz

Greenpeace-Ranking: Null Punkte für Nintendo

Toxikologen berücksichtigen erstmals auch TV-Geräte und Spielkonsolen

Amsterdam (pte/27.11.2007/12:47) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace http://www.greenpeace.org hat heute, Dienstag, den aktuellen Bericht des vierteljährlich erscheinenden "Leitfadens zur grünen Elektronik" veröffentlicht. Zum ersten Mal wurden auch Unternehmen unter die Lupe genommen, die TV-Geräte und Spielkonsolen produzieren. Das wurde dem japanischen Hersteller Nintendo sogleich zum Verhängnis, der Konzern findet sich am untersten Ende der Skala mit null von zehn möglichen Punkten wieder. "Es ist eine schockierende Tatsache für uns, dass es für ein Unternehmen möglich ist, null Punkte zu erreichen", sagt Zeina Alhajj, Toxikologin bei Greenpeace, im Gespräch mit pressetext. Allerdings liefere Nintendo überhaupt keine Daten zu verwendeten Chemikalien oder Informationen zu Produktrücknahmeprogrammen für Kunden.

"Wir haben uns anfänglich auf PCs und Handys konzentriert, weil diese Geräte üblicherweise einen sehr kurzen Produktlebenszyklus haben. Mit der nun stattfindenden Umstellung auf digitales Fernsehen werden jedoch viele TV-Geräte ausgewechselt und somit zu Müll. Wir wollen mit unserem Leitfaden nach und nach die gesamte Branche abdecken, weshalb wir diese Produkte nun erstmals berücksichtigen", erläutert Alhajj. Einen ähnlichen Grund hat die Aufnahme von Spielkonsolen. "Es handelt sich hierbei um einen mittlerweile sehr großen Markt, der zudem stark wächst." Im vergangenen Jahr wurden auf diesem Sektor über 62 Mio. Geräte verkauft.

Nur wenig besser als Nintendo schlugen sich die Konzerne Microsoft, Philips und Sharp. "Es ist jedoch gut zu sehen, dass Unternehmen wie Sharp und Microsoft zumindest einen Zeitplan dafür haben, Materialien wie PVC und bromierte Flammschutzmittel aus ihrer gesamten Produktion zu nehmen", meint Iza Kruszewska, Leiterin der internationalen Greenpeace-Kampagne. "Wir sehen bei allen Unternehmen, die sich aktuell am untersten Ende der Skala befinden Spielraum für Verbesserungen. Wir hoffen, dass die Unternehmen reagieren und sich bis zum nächsten Mal deutlich steigern werden", so Alhajj.

Im aktuellen Greenpeace-Report gab es zudem einen Wechsel an der Spitze. Handyhersteller Nokia wurde von Konkurrent Sony Ericsson abgelöst. Grund hierfür waren Strafpunkte, die von den Toxikologen an Nokia aber auch an Motorola vergeben wurden. Die Umweltschutzorganisation testete die Produktrücknahmeprogramme der Unternehmen in sechs Ländern, wo diese laut Homepage angeboten werden. "Die Nokia-Niederlassungen auf den Philippinen sowie in Thailand, Argentinien, Russland und Indien waren nicht über die angegebenen Programme informiert", berichtet Alhajj. Das Motorola-Personal war in Thailand, Indien und auf den Philippinen ebenfalls nicht in der Lage, Angaben über entsprechende Sammelstellen machen. Nokia stürzte auf Rang neun ab, Motorola landete auf Platz vierzehn. "Sehr positiv hat sich Toshiba entwickelt. Das Unternehmen hat einige Chemikalien aus seinen Produkten eliminiert. Man kann sagen, dass deren Laptops nun um einiges grüner sind", lobt Alhajj den Elektronikkonzern.

In das Greenpeace-Ranking fließen neben dem tatsächlichem Verzicht auf giftige Materialien auch Programme mit ein, die zu einer sauberen Produktion führen sollen. So haben Apple, Pansonic, Samsung, Sharp und Sony mittlerweile versichert, PVC und bromierte Flammschutzmittel aus ihrer Produktion verbannt zu haben. "Versprechen alleine werden künftig jedoch nicht mehr ausreichen, eine Topplatzierung zu halten", sagt Alhajj. Unternehmen, die eine Führungsposition im verantwortungsvollem Umgang mit der Umwelt einnehmen wollen, müssen ihre Produkte ohne Verwendung schädlicher Chemikalien fertigen. Des weiteren müssen sie Programme anbieten, in deren Rahmen alte Geräte zurückgenommen und entsprechende entsorgt werden, so die Greenpeace-Forderung.

Feuer unter dem Eis

Internationale Expedition entdeckt gigantische Vulkanexplosion im Arktischen Ozean

Bremerhaven, den 23. Juni 2008. Erstmals konnte ein internationales Forscherteam in der Tiefe des eisbedeckten Arktischen Ozeans Anzeichen von explosivem Vulkanismus nachweisen. Wie die Wissenschaftler einer von der amerikanischen Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) geleiteten Expedition zum Gakkel-Rücken in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Nature berichten, entdeckten sie mit einer speziell entwickelten Kamera in 4000 Meter Wassertiefe ausgedehnte Ascheschichten am Meeresboden, die auf einen gigantischen Vulkanausbruch hindeuten.

“An Land sind explosive Vulkanausbrüche nichts Ungewöhnliches und stellen eine große Bedrohung für ganze Landstriche dar³, erläutert Dr. Vera Schlindwein vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft, die als Geophysikerin an der Expedition teilnahm und mit ihrem Team seit vielen Jahren die Erdbebenaktivität im Arktischen Ozean untersucht. “Im Jahr 79 n. Chr. explodierte der Vesuv und begrub das blühende Pompeji unter einer Schicht von Asche und Bimsstein. Weit entfernt im Arktischen Ozean, bei 85° N 85 °E, ereignete sich 1999 nahezu unbemerkt eine ähnlich heftige Vulkanexplosion ­ hier allerdings unter einer Wasserschicht von 4 Kilometer Dicke.³ Bisher sind die Forscher davon ausgegangen, dass explosiver Vulkanismus in Wassertiefen von mehr als 3 Kilometern wegen des großen Umgebungsdrucks nicht vorkommen kann. “Nie zuvor wurden in Meerestiefen von mehr als 3000 Metern pyroklastische Ablagerungen und damit Zeugen von explosivem Vulkanismus gefunden³, bestätigt Robert Sohn, Mitarbeiter der WHOI und leitender Wissenschaftler der im Sommer 2007 mit dem schwedischen Eisbrecher Oden durchgeführten Expedition.

Ein Großteil des Vulkanismus der Erde findet an den so genannten Mittelozeanischen Rücken und damit völlig unbemerkt am Meeresboden statt. Dort driften die Erdplatten auseinander, flüssiges Magma dringt in die Lücke und bildet in unzähligen Vulkanausbrüchen laufend neuen Meeresboden. Begleitet von kleinen Erdbeben, die an Land nicht registriert werden, fließt Lava auf den Meeresboden. Die unspektakulären Ausbrüche halten in der Regel nur wenige Tage oder Wochen an.

Der Gakkel-Rücken im Arktischen Ozean öffnet sich mit 6 bis14 Millimetern pro Jahr so langsam, dass gängige Theorien Vulkanismus für unwahrscheinlich hielten ­ bis 1999 eine Serie von 300 starken Erdbeben über 8 Monate einen Vulkanausbruch bei 85°N 85°E in 4 Kilometer Wassertiefe signalisierte. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts wurden auf diesen Erdbebenschwarm aufmerksam und berichteten im Fachjournal EOS im Jahr 2000 über dessen ungewöhnliche Eigenschaften.

Seit 2006 untersucht Vera Schlindwein mit ihrer Nachwuchswissenschaftlergruppe die Erdbebenaktivität solch ultralangsamer Rücken nun intensiv. “Das Meer über dem Gakkel-Rücken ist ganzjährig mit Eis bedeckt. Um kleine Erdbeben, die die aktiven geologischen Prozesse begleiten, aufzeichnen zu können, müssen wir unsere Seismometer auf driftenden Eisschollen aufbauen.³ Die ungewöhnliche Messmethode erwies sich als erfolgreich: In einem ersten Test im Sommer 2001 – während der “Arctic Mid-Ocean Ridge Expedition (AMORE)³ mit dem Forschungseisbrecher Polarstern – zeichneten die Seismometer Knallgeräusche im Minutentakt auf, die vom Meeresboden aus der Vulkanregion stammten. “Das war eine seltene Zufallsaufzeichnung einer submarinen Eruption in unmittelbarer Nähe³, so Schlindwein. “Ich habe 2001 zwar postuliert, dass der Vulkan immer noch aktiv ist. Dass die aufgezeichneten Knallgeräusche aber von aktuellen vulkanischen Explosionen stammen könnten, hatte ich aufgrund der Wassertiefe von 4 Kilometern für wenig wahrscheinlich gehalten.³

Nach ihrer Teilnahme an der Oden-Expedition 2007, während der Schlindweins Team gezielte Erdbebenmessungen in der aktiven Vulkanregion durchführte, sieht die Wissenschaftlerin dies anders: “Unsere Arbeiten konzentrieren sich nun darauf, die explosiven Vulkanepisoden von 1999 und 2001 anhand der sie begleitenden Erdbeben zu rekonstruieren und zu verstehen. Wir wollen wissen, welche geologischen Besonderheiten dazu führten, dass ein so hoher Gasdruck aufgebaut werden konnte, der eine Vulkanexplosion in dieser Wassertiefe überhaupt ermöglichte.³ Wie Robert Sohn vermutet sie, dass explosive Vulkanausbrüche an den wenig erforschten ultralangsamen Rücken viel verbreiteter sind, als je angenommen wurde.

Bienensterben nimmt bedrohliche Ausmaße an

Zu wenig blühende Pflanzen

„Es gibt keine Maikäfer mehr…“ sang einst Reinhard Mey. Doch
während es davon in Südhessen inzwischen viel zu viele gibt, könnte es
bald heißen „Es gibt keine Honigbienen mehr!“. Denn das Massensterben
unserer Honigbienen (Apis melifera) nimmt inzwischen bedrohliche
Ausmaße an. In manchen Regionen haben bis zu 80 Prozent der
Bienenvölker den Winter nicht überlebt, meldete kürzlich der Ökoverband
Demeter. Die Ursachen sind nicht geklärt.

War es der lange und kalte Winter oder der zunehmende Befall mit der Varroamilbe? Offensichtlich sind die Bienen in ihrer Vitalität geschwächt. Konnte ein Bienenvolk
vor 15 Jahren noch einen Befall mit 10 000 Varroamilben überleben, ist
ein Befall mit 1 000 bis 2 000 Milben derzeit schon tödlich. Das macht
eine häufigere Bekämpfung der Milben notwendig.

Das Massensterben wird auch dem Mangel an blühenden Pflanzen und dem Einsatz von Insektiziden angelastet. Der Fortbestand der Imkerei könne nur gesichert werden,
wenn sowohl in der Agrarpolitik als auch in der Gesellschaft ein Umdenken einsetze, heißt es in einer Pressmitteilung von Demeter. Bienen produzieren nicht nur Honig, sie bestäuben vor allem die Blüten und sichern so Erträge – vor allem im Obstbau. Das
Zoologische Institut in Greifswald wird in einem Pilotprojekt klären, ob zur Bestäubung der Obstbäume die Rote Mauerbiene geeignet ist. Diese würde aber keinen Honig erzeugen.

Blüten-Gen entdeckt

Die jahrelange Jagd nach dem Florigen ist beendet

Umea (pte/12.08.2005/08:08) – Wissenschaftlern des schwedischen Umea
Plant Science Centre (UPSC) http://www.upsc.se/ der Universität für
Agrarwissenschaft ist in der Erforschung der Blüten von Pflanzen ein
Durchbruch gelungen. Wie das Nachrichtenportal Alpha Galileo
http://www.alphagalileo.com berichtet, haben sie ein Molekül entdeckt,
welches Pflanzen in ihren Blättern produzieren. Dieses wird in die
Spitze eines Pflanzenschösslings transportiert, wo es dann das Wachstum
einer Blüte veranlasst. Für eine Pflanze ist die richtige Blütezeit
überlebenswichtig, denn nur wenn sie zur richtigen Zeit blüht, kann sie
bestäubt werden beziehungsweise andere Pflanzen bestäuben.

Bereits in den 30er Jahren fanden Wissenschaftler heraus, dass Pflanzen
ihre Blütezeit bestimmen, indem sie die Länge der Tage messen. Es
konnte sogar bewiesen werden, dass sie dazu ihre Blätter benutzen.
Außerdem glaubten die Forscher an die Existenz eines so genannten
Florigens, einer Flüssigkeit, welche die Blüte einer Pflanze einleitet.
Wird nämlich eine nicht blühende Pflanze mit Blättern einer blühenden
Pflanze veredelt, beginnt auch die veredelte Pflanze zu blühen. Die
Wissenschaftler gingen daher davon aus, dass das Florigen in den
Blättern von blühenden Pflanzen enthalten ist und von dort auch in die
Wirtspflanze transportiert wird. 70 Jahre verbrachten Forscher mit der
intensiven Suche nach dem Florigen und blieben dabei – bis heute –
erfolglos.

Eine Forschergruppe um Ove Nilsson am UPSC hat nun einen Botenstoff
identifizieren können, der die klassischen Eigenschaften des Florigens
aufweist. Ein Gen mit dem Namen FT produziert diesen Botenstoff, der in
der Pflanzenspitze das Blütenwachstum anregt. Das Gen ist in den
Pflanzenblättern aktiv, seine Tätigkeit wird durch die Länge der Tage
bestimmt. "Mit diesem Wissen geben wir Pflanzenzüchtern ein Werkzeug in
die Hand, um die Blütezeit von Pflanzen zu kontrollieren und
schließlich zu übernehmen", sagte Nilsson. "Das ist nicht nur ein
großer Fortschritt für Agrarwissenschaftler sondern auch für die
Forstwirtschaft, denn es kann bei der Entwicklung von effizienten
Zuchtmethoden von Bäumen helfen."

Regionale Folgen des Klimawandels

Für das Großvorhaben TERENO werden in Deutschland vier Observatorien eingerichtet, um die Auswirkungen des Klimawandels auf lokale Ökosysteme sowie die wirtschaftlichen Konsequenzen zu erforschen. Sechs Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft sind daran beteiligt.

Der Monsun Westafrikas und seine Folgen
Im internationalen Forschungsvorhaben AMMA (Afrikanische Monsun Multidisziplinäre Analyse) messen und modellieren Experten des Forschungszentrums Karlsruhe in Westafrika den Monsun, um Vorsorgemaßnahmen für die Trinkwasserversorgung, den Ackerbau und das Gesundheitswesen zu ermöglichen.

Neues Beobachtungs-System für die Nordsee
Mit dem Großprojekt COSYNA (Coastal Observation System for Northern and Arctic Seas) entsteht ein umfassendes Beobachtungs-System zur Erfassung, Vorhersage und wissenschaftlichen Analyse des aktuellen Zustandes des Küstenmeeres. Koordiniert wird das Projekt vom GKSS-Forschungszentrum Geesthacht.

Ozeanversauerung und die Folgen für Marine Ökosysteme
Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid verändern nicht nur die Atmosphäre sondern auch die Ozeane, mit potenziell dramatischen Auswirkungen auf die marine Lebewelt. Messdaten des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung belegen die zunehmende Versauerung der Weltmeere.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894). www.helmholtz.de

Zuckerhirse: Alternative Energiepflanze

(aid) – Alternativen zu Mais als Energiepflanze gibt es viele. Ob diese jedoch wirtschaftlich konkurrenzfähig sind, hängt von den jeweiligen Standortbedingungen ab. Das Angebot an alternativen Energiepflanzen reicht von vertrauten Kulturarten wie Gras und Luzerne über Getreide – auch als Sortenmischungen – und Sonnenblumen bis hin zu weniger bekannten Nutzpflanzen wie Zuckerhirse, Topinambur, Sudangras oder Durchwachsene Silphie. Jede dieser Kulturen besitzt individuelle Vorteile gegenüber dem Mais: So kann man beispielsweise mit Sonnenblumen trotz weniger intensivem Anbauverfahren ähnliche Erträge wie mit Silomais erzielen. Sonnenblumen sind vergleichsweise anspruchslos und tragen zur optischen Verbesserung des Landschaftsbildes bei. Ein Sonnenblumen- oder ein Sonnenblumen-Mais-Mischbestand kommt bei der Bevölkerung weit besser an als eine Mais-Monokultur. Zunehmend wird auch Grünlandaufwuchs verwertet. Die Kombination "erster und zweiter Schnitt für die Kuh, dritter und vierter Schnitt für die Biogasanlage" hat sich in der Praxis bewährt.
aid

Flutkatastrophe auf Google Earth schauen

Erweiterung simuliert Ansteigen des Meeresspiegels

London (pte/18.05.2006/11:43) – Der britische Software-Programmierer
Alex Tingle hat eine Erweiterung für Google Maps erstellt
http://flood.firetree.net, mit der sich das Ansteigen des
Meeresspiegels simulieren lässt. Das Plug-in bietet die Option, den
Meeresspiegel der Weltmeere um bis zu 14 Meter anzuheben. Wird ein
bestimmter Wert ausgewählt, werden die entsprechenden Kartenteile
geflutet, was das Programm mit einer blauen Farbmaske über den
betroffenen Gebieten anzeigt. Für die notwendigen Höheninformationen
griff Tingle auf öffentlich zugängliche Daten einer
NASA-Shuttle-Mission zurück, die im Jahr 2000 die entsprechenden
Informationen aus dem All vermessen hat.

"Ich habe gelesen, dass die Meere um rund sieben Meter ansteigen
würden, wenn die Grönlandgletscher vollständig abschmelzen sollten",
wird Tingle in der Online-Ausgabe des Spiegels zitiert. Er habe wissen
wollen, wie das aussehen würde. Aufgrund nicht vorhandener
Simulationsmöglichkeiten habe er sich folglich einfach selbst
hingesetzt und die relevanten Daten verknüpft, so Tingle. Die
tatsächlichen Auswirkungen einer prophezeiten Klimaerwärmung auf die
Weltmeere sind in Forscherkreisen immer noch umstritten.

Während pessimistische Schätzungen ein Ansteigen des Meeresspiegels
(pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=041214037 ) um bis
zu sieben Meter tatsächlich für möglich halten, sagen einige
Modellberechnungen einen weitaus geringeren Anstieg von rund 40
Zentimetern bis 2100 vorher (siehe auch:
http://www.pte.at/pte.mc?pte=060120001 ). Bereits ein derartiger
Anstieg könnte für viele Inselstaaten, die aus flachen Korallenatollen
bestehen, aber auch für manche Küstenregionen zu erheblichen
Überschwemmungsproblemen führen.

Die Google-Erweiterung hält sich mit Zentimeter-Angaben freilich nicht
auf und simuliert katastrophale Anstiegsszenarien im Ausmaß von
mehreren Metern. Aufgrund der relativen Ungenauigkeit der Vermessung,
die für 30 mal 30 Meter große Quadrate jeweils eine mittlere Höhe
errechnete, die um bis zu sechs Höhenmeter von der Realität abweichen
kann, ist die Darstellung naturgemäß mit Vorsicht zu genießen. Visuelle
Anhaltspunkte über die Gebiete, die von einem Anstieg des
Meeresspiegels zuallererst betroffen wären, liefert das Programm aber
allemal.

Es war einmal : Massensterben durch globale Erwärmung

Globale Erwärmung hat Erden-Leben vor 250 Mio. Jahren vernichtet

Boulder/Colorado (pte/29.08.2005/11:22) – Vor 250 Mio. Jahren war es um
zehn bis 30 Grad heißer auf der Erde als heute. Zu diesem Schluss
kommen Wissenschaftler des National Center for Atmospheric Research
(NCAR) http://www.ncar.ucar.edu in Boulder/Colorado. Schuld daran war
ein massiver Anstieg von CO2. Die Folge dieses Temperaturanstiegs war
dramatisch: Ein Großteil des Lebens auf dem Planeten wurde dabei
vernichtet. Es war das größte Massensterben der Erdgeschichte,
berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des
Wissenschaftsmagazins Geology http://www.journals.uchicago.edu .

Die Auslöschung am Ende des Perm und dem Beginn des Trias hat die
Forscher schon seit Jahren interessiert. Mit Hilfe von
Computersimulationen haben die Wissenschaftler nun ein komplettes Bild
gezeichnet: 95 Prozent der Lebewesen im Wasser sind zugrunde gegangen.
Am Festland waren es auch rund 75 Prozent. Der Anstieg von
Treibhausgasen wie Kohlen- und Schwefeldioxid war für das Massensterben
verantwortlich. Theorien über Meteoriteneinschläge kommen als Ursache
eher nicht in Frage. Die vulkanischen Aktivitäten an der Erdoberfläche
haben die Produktion der Treibhausgase angeheizt.

Das NCAR-Team hat zur Feststellung das so genannte Community Climate
System Model (CSSM) verwendet. Dieses kombiniert Effekte der
Temperaturen in der Atmosphäre sowie der Ozeane und Meeresströmungen.
Nach den Berechnungen erwärmten sich die Meere bis hinunter zu einer
Tiefe von 3.000 Metern. Das hat den gesamten Zirkulationsprozess, der
kälteres Wasser mit Sauerstoff und Nährstoffen angereichert in tiefere
Schichten bringt, gestört. Damit ist das Wasser sauerstoffärmer
geworden und war nicht mehr in der Lage das marine Leben mit
Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen, berichtet der Studienleiter
Jeffrey Kiehl.

Auf die Frage, ob sich ein solches Klimaszenario auch auf die Jetztzeit
auswirkt, meint der Klimaexperte Herbert Formayer von der Universität
für Bodenkultur gegenüber pressetext. "Diese Gefahr ist relativ gering.
Die rein durch menschliche Aktivitäten verursachte Erwärmung, wird
aller Wahrscheinlichkeit nach bis 2100 vier bis maximal fünf Grad
betragen. Das entspricht den Werten des Mesozoikum". Durch die
Klimaträgheit werde es allerdings zu Rückkoppelungseffekten kommen, die
dann von Menschenhand nicht gesteuert werden können. Formayer, der
gemeinsam mit Helga Kromp-Kolb das "Schwarzbuch Klimawandel"
geschrieben hat (pte berichtete
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=050416005 ), warnt allerdings vor
der Bedrohung der Biosphäre durch diese Veränderungen. Zu den
Berechnungen der Wissenschaftler des NCAR meint der Experte: "Das
CSSM-Klimamodell baut den Kohlenstoffkreislauf in die Berechnungen mit
ein. Damit ist dieses Modell sehr präzise, da die Biosphäre inkludiert
ist."

Ursachenforschung zu Hochwasser

Massive Zunahme von Wetterextremen

Wien (pte/25.08.2005/14:24) – Nach den verheerenden Überschwemmungen in
Österreich und Süddeutschland werden Stimmen laut, die wieder einmal
von den Folgen der Klimaveränderung sprechen. Bestätigt werden diese
Untersuchungen von Berechnungen der Münchner Rückversicherung. In
diesen Statistiken wird klar, dass die wetterbedingten Katastrophen
global rasant zugenommen haben. Waren es zwischen 1950 und 1959 nur 13
Großereignisse, traten zwischen 1990 und 1999 insgesamt 74 solcher
Katastrophen auf.

Wissenschaftler sind sehr vorsichtig mit der Prognose solcher
Ableitungen auf die globale Klimaerwärmung. Internationale Klimamodelle
sind sehr komplex, meint der Klimaforscher Herbert Formayer von der
Wiener Universität für Bodenkultur http://www.wau.boku.ac.at im
Interview mit pressetext. Für die heftigen Niederschläge, die zum
Hochwasser führten, ist eine spezielle Wetterlage, namens Genua-Tief
oder 5b-Wetterlage, notwendig, erklärt der Experte, der gemeinsam mit
der Klimatologin Helga Kromp-Kolb das "Schwarzbuch Klima" editiert hat.
Eine solche 5b-Lage entsteht, wenn sich im Golf von Genua ein
Tiefdruckgebiet bildet, das vom Westen Richtung Osten über das
Mittelmeer zieht. Wenn das Wetter rundum wärmer ist, ist diese Front
dementsprechend heftiger. "Solche Wetterlagen kommen laufend vor",
meint Formayer. Problematisch sind sie allerdings im Sommer. Und dabei
sieht der Experte sehr wohl eine auffällige Zunahme.

"Das Wasserangebot entscheidet schließlich darüber, ob diese Wetterlage
ein Potenzial zu einer Katastrophe hat oder nicht", schlussfolgert der
Experte. Dass die Temperatur eine wesentliche Rolle spielt, ist nicht
von der Hand zu weisen, berichten auch Forscher wie Daniela Jacob vom
Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie. Extrem heiße Sommer,
sintflutartige Regenfälle und heftige Stürme hängen mittelbar mit der
globalen Erwärmung zusammen. "Die Niederschlagsmenge bleibt im Mittel
in Österreich gleich, hat zumindest das regionale
EU-Klimaforschungsprojekt Prudence ergeben. Allerdings wird es zu einer
Intensivierung der Niederschläge kommen", so Formayer. Das bedeute
auch, dass sich Menschen in Europa auf häufigere Extremwetterlagen
einstellen müssen.

Im aktuellen Fall war eine Verschärfung der Situation auch deshalb
gegeben, weil die Schneegrenze im August auf über 3.000 Meter lag. Der
negative Effekt ist dann in den Tälern umso heftiger. Nach den
Berichten der Münchner Rückversicherung wird die Verletzlichkeit nach
solchen Extremwetterereignissen immer höher. Das bedeutet, dass die
Zahl der Schadensfälle steigt. "Wir müssen den Menschen begreiflich
machen, nicht dort zu leben, wo sie sich dem Wasser entgegenstellen",
meint Ewald Schnug vom Institut für Ökologischen Landbau der
Bundesanstalt für Landwirtschaft http://www.pb.fal.de in Braunschweig
gegenüber pressetext.

Erneuerbare Energien vor Kernenergie

Berlin, 20.05.2005 – Etwa 20 Prozent der weltweit genutzten Energie
stammt aus Erneuerbaren Energien. 77 Prozent liefern Öl, Gas und Kohle
und nur 3,3 Prozent stammen aus den weltweit 440 Kernreaktoren, so die
Zahlen der Internationalen Energieagentur. „Der Anteil Erneuerbarer
Energien wächst weiter. In Deutschland setzen wir mit dem Ausbau
Erneuerbarer Energien auf die weltweit bedeutendste
Schlüsseltechnologie der Zukunft. Das Loch, dass durch knapper werdende
Öl-, Gas- und auch Uranreserven gerissen wird, kann nur durch
Erneuerbare Energien geschlossen werden“, so Milan Nitzschke,
Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE).

In Europa haben Erneuerbare Energien ebenfalls die Nase vorn. In der
Europäischen Union tragen sie zu 9 Prozent zum Gesamtenergieverbrauch
bei und haben die Kernenergie mit 7,4 Prozent abgehängt. In Deutschland
sind Sonne, Wasser, Wind, Bioenergie und Erdwärme auf dem besten Wege
dorthin. Im traditionellen Kohleland haben Erneuerbare Energien ihren
Anteil am Gesamtenergieverbrauch auf aktuell 5 Prozent steigern können.
Kernenergie deckt zur Zeit noch 6,5 Prozent des Energiebedarfes ab.

Nitzschke: „Mit Hilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist es
gelungen, den Anteil der Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung in
nur fünf Jahren auf 10 Prozent zu verdoppeln. Im Wärme- und
Kraftstoffbereich muss jetzt ein vergleichbares Wachstum erreicht
werden. Nur mit Erneuerbaren Energien kann die Importabhängigkeit
Deutschlands reduziert werden und können fossile Energieträger durch
saubere und sichere Energie ersetzt werden.“

Kontakt:

Milan Nitzschke
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
Geschäftsführer
Tel. 0174-2429918
www.bee-ev.de