Archiv der Kategorie: Computer, TV, Medien

Immer mehr Babys besitzen eigene Website

Eltern registrieren Domains schon für Neugeborene

New York (pte/27.08.2007/06:15) – Der Internet-Hype hat inzwischen auch die jüngsten Erdenbürger erreicht. Immer mehr Babys und Kleinkinder sind schon im Besitz einer eigenen Homepage, lange bevor sie ihr erstes Wort sprechen können. Nicht wenige Eltern suchen bei der Namenswahl ihres Kindes auch gleich die dazu passende Internetdomain aus. Derzeit gibt es zwar noch keine konkreten Zahlen dazu, wie viele Babys mit der Entlassung aus der Geburtenstation bereits eine Webadresse haben, aber der Trend zeigt deutlich nach oben, wie das Technologieportal RedOrbit berichtet. Viele Eltern sorgen sich offenbar, dass der Name ihres Kindes nicht mehr als freie Domain verfügbar ist, bis dieses in ein Alter kommt, in dem es selbst in der Lage ist, eine Webseite zu betreiben.

"Ich kann weder bestätigen noch dementieren, dass Eltern vermehrt Domains für ihre Kinder registrieren lassen, da wir kein Alter abfragen und da es auch keine konkreten Zahlen dazu gibt, lässt es sich nicht nachweisen. Wir haben aber schon häufig Anfragen dahingehend bekommen", sagt Richard Wein, Geschäftsführer der österreichischen Domainverwaltung nic.at http://www.nic.at, auf Nachfrage von pressetext. Rein rechtlich könne erst eine Person über 18 Jahren als Inhaber eingetragen werden. "Da wir oft gefragt werden, ob es möglich ist, sein Kind als Besitzer der Domain anzugeben bzw. viele Leute nachfragen, wie die rechtliche Situation dahingehend aussieht, gehe ich davon aus, dass es inzwischen viele Webseiten gibt, die für Kinder registriert wurden", fügt Wein hinzu.

Der Trend, seinem Kind schon zur Geburt eine Webseite zu schenken, verdeutlicht, wie wichtig es heute ist, sich neben der realen auch eine digitale Identität zu schaffen. So kann sich auch kaum ein Teenager noch vorstellen, nicht bei einer Social-Networking-Plattform wie MySpace oder Facebook registriert zu sein. Die eigene Domain im Babyalter sei der Anfangspunkt des persönlichen Online-Lebens, meint Warren Adelman, President of Registration bei der Domainfirma GoDaddy.com http://www.godaddy.com. "Ich denke, dass der Domainname die Grundlage ist, auf der alle anderen Internetservices aufbauen", so Adelman.

Meist greifen die Eltern bei der Wahl des Domainnamens auf einen leicht zu merkenden zurück. Mit dem Erwerb einer eigenen Homepage erhalten die Kids dann auch zusätzliche Online-Annehmlichkeiten wie persönliche E-Mailadressen. Viele, die ihren Babys (noch) keine Domain schenken, verlagern das Leben des neuen Erdenbürgers häufig in Blogs, wo sie Fotos zeigen und die Entwicklung des Kindes tagebuchartig dokumentieren.

Jugendliche und das Internet

Deutschland belegt Spitzenplatz bei Internetnutzung in Europa

Für Jugendliche ist das Web fixer Bestandteil des Alltags (Foto: pixelio.de/Manfred Jahreis)
 
London (pte/09.10.2009/13:15) – Das Internet ist aus dem Lebensalltag der Jugend nicht mehr wegzudenken. Wie die European Interactive Advertising Association (EIAA) http://eiaa.net im aktuellen Bericht "Mediascope Europe Spotlight III" feststellt, können sich mittlerweile 89 Prozent der 16- bis 24-jährigen Europäer kein Leben mehr ohne Web vorstellen. In Deutschland erreicht der entsprechende Wert sogar die Höchstmarke von 97 Prozent. Dass neue Medien und Kommunikationstechnologien heute bei der jüngeren Generation höher im Kurs stehen als jemals zuvor, bestätigen die Zuwächse bei den Nutzungsraten. So gaben in den insgesamt zehn untersuchten europäischen Ländern 90 Prozent der Befragten (33,2 Mio. Menschen) an, jede Woche regelmäßig ins Netz einzusteigen. Das entspricht einem Wachstum von 27 Prozent gegenüber dem Vergleichswert aus 2004. Auch hier belegt die deutsche Jugend mit 95 Prozent einen Spitzenplatz unter den Ländern Europas.

"Für jüngere Menschen ist es heute längst selbstverständlich, im Internet nach Informationen zu suchen, elektronisch zu kommunizieren und Entertainment-Angebote zu nutzen. Anwendungen wie Instant Messaging oder Internettelefonie haben aber eines gemeinsam: Sie setzen eine schnelle Breitband-Flatrate voraus", stellt Bernd Rudolph von der Initiative gegen digitale Spaltung http://www.geteilt.de im Gespräch mit pressetext fest. Wer nicht über einen dementsprechenden Zugang zum Web verfüge, lande sehr schnell im kommunikativen Abseits. "Gerade in ländlichen Gebieten, in denen ohnehin eine schlechte Infrastruktur besteht, sind junge Menschen ohne Internet schlicht von der Außenwelt abgeschnitten", betont Rudolph. Die Zahl der betroffenen deutschen Haushalte könne nur geschätzt werden. "Man nimmt an, dass zwischen 400 und 2.500 Kommunen im gesamten Bundesgebiet von diesem Problem betroffen sind", so Rudolph.

Dass in manchen ländlichen Regionen Deutschlands noch immer gravierende Breitbandlücken bestehen, kann die Jugend hierzulande aber offensichtlich nicht davon abhalten, immer mehr der eigenen Zeit im Netz zu verbringen. Laut EIAA-Bericht ist der durchschnittliche Deutsche im Alter zwischen 16 und 24 Jahren inzwischen 15,9 Stunden pro Woche online, ein Zuwachs von 62 Prozent gegenüber 2004. Europaweit gesehen hat das Web somit sogar die TV-Nutzung (11,4 Stunden pro Woche) überholt. Die beliebtesten Web-Aktivitäten der "Digital Youth" Europas sind Entertainment- und E-Mail-Dienste (84 Prozent), die Kommunikation in sozialen Netzwerken (67 Prozent), Instant-Messaging (61 Prozent) und Betrachten von Video-Clips (52 Prozent). Nach den besuchten Webseiten gerechnet führen Musik- (63 Prozent) vor Film- (61 Prozent) und Nachrichtenportalen (57 Prozent) die Beliebtheitsskala an.

„Kuschel-Mantel“ simuliert liebevolle Umarmung

"Kuschel-Mantel" simuliert liebevolle Umarmung
Hightech-Gadget soll User Gefühl geben, eine Freundin zu haben
 
Umarmungen: Hightech-Mantel schafft Abhilfe (Foto: flickr.com/jessleecuizon)

Tsukuba (pte025/10.04.2013/11:40) – Wenn es um die Entwicklung von schrägen Hightech-Gadgets geht, haben japanische Computeringenieure eindeutig die Nase vorne. Neueste Innovation aus dem Land der aufgehenden Sonne: ein speziell ausgerüsteter "Kuschel-Mantel", der seinem Träger eine echte zwischenmenschliche Interaktion in Form einer Umarmung vorgaukeln soll. Das neuartige Kleidungsstück ist dabei offensichtlich vor allem für männliche User gedacht, die sich auf Knopfdruck zumindest das simulierte Gefühl verschaffen wollen, von einer liebevollen Freundin festgehalten zu werden.

"Die grundlegende Idee hinter diesem Gerät ist es, jedem User das Gefühl zu geben, eine Freundin zu haben", erklärt Hardware-Designer und Computeringenieur Hikaru Sugiura von der University of Tsukuba http://www.tsukuba.ac.jp in Japan in einem kurzen YouTube-Video, das seine neueste Erfindung vorstellen soll. Diese hat er auf den Namen "Riajyuu Coat" getauft, eine Bezeichnung, die auf einen japanischen Slang-Ausdruck zurückgeht und sich auf Deutsch sinngemäß in etwa mit "Offline-Glücks-Mantel" übersetzen lässt.

Einfach, aber effektiv

Um dem Träger das Gefühl zu geben, wirklich von einer echten Freundin umarmt zu werden, greift der Hightech-Trenchcoat auf ein relativ einfaches, aber effektives technisches Konzept zurück. Der Mantel, der von außen wie ein herkömmliches Kleidungsstück aussieht, wird mit einem speziellen Gürtel in Neonfarbe um die Taille geschnallt. Im Inneren befinden sich zwei Roboterbauteile in Zangenform, die sich mittels integrierter Mini-Motoren auf Wunsch enger zusammenziehen können und so beim Nutzer subjektiv den Eindruck erwecken sollen, dass er von hinten umarmt wird.

Neben dem eigentlichen Mantel wird der kuschelbedürftige User dabei auch mit Kopfhörern ausgestattet. Diese sollen zusätzlich zur haptischen Wahrnehmung des Umarmtwerdens für eine Simulation der passenden Geräuschkulisse sorgen. Hierfür werden beispielsweise Sounds von sich nähernden Fußschritten eingespielt, die einer nahenden Freundin gehören könnten. Um das Ganze emotional abzurunden, werden dem Nutzer zudem auch vorinstallierte Sätze wie "Es tut mir Leid, musstest du lange warten?" oder "Rate mal, wer da ist!" ins Ohr gehaucht.

Kein kommerzielles Produkt

Dass die Japaner besonders im Bereich der zwischenmenschlichen Aktion gerne auch auf technische Hilfsmittel setzen, ist bekannt. Erst unlängst haben etwa Forscher der Keio Universität mit einem Poster für Aufsehen gesorgt, das auf vorbeigehende Passanten reagieren und diesen einen Kuss entlocken soll (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20120405003/ ). Im Fall des "Kuschel-Mantels" werden potenzielle Interessenten allerdings enttäuscht: Laut den Entwicklern ist ihre Erfindung zumindest im Moment kein ernsthaftes Produkt. "Es ist zwar eine ziemlich niedliche Idee, eine kommerzielle Vermarktung ist bislang aber nicht vorgesehen", so Sugiura.

 

DVD-Erbfolge: „Der Krieg ist endgültig entschieden“

Toshiba bereitet Beerdigung von HD-DVD vor

Erste Reaktion von Toshiba wird für Dienstag erwartet (Foto: pixelio.de)
 
Tokio/London/New York (pte/18.02.2008/12:20) – Toshiba stellt offenbar die Produktion von HD-DVD-Abspiel- und Aufnahmegeräten ein. Obwohl das Unternehmen die Gerüchte bislang nicht kommentiert, scheint man sich gegenüber Sony und dessen Blu-ray-Disk geschlagen zu geben. Analysten sind sich indessen einig, dass der Elektronikkonzern damit endgültig die Segel streicht und die letzten Schritte unternimmt, sich aus dem HD-DVD-Geschäft zurückzuziehen. Auch wird darüber spekuliert, dass taiwanesische Hersteller wie Asus und LiteOn ihre Produktion von HD-DVD-Laufwerken einstellen könnten. Zudem stellt sich die Frage bei LG Electronics und Samsung, ob diese womöglich ihre HD-DVD-Blu-ray-Kombigeräte auf Eis legen. Unterdessen verzeichnete die Toshiba-Aktie heute, Montag, einen Kurssprung von 5,1 Prozent. Das Wertpapier von Sony konnte um 2,7 Prozent zulegen.

"Vor allem die Entscheidung des US-Einzelhandelsriesen Wal-Mart, HD-DVD-Produkte aus den Regalen zu nehmen, hat die Lage weiter zugunsten der Blu-ray-Disk verschoben. Obwohl wir derzeit erst ganz am Anfang einer letztendlichen Durchsetzung von Blu-ray stehen, ist es nur mehr eine Frage der Zeit. Den Krieg zwischen beiden Formaten sehe ich mit Blick auf Sony jedoch als endgültig entschieden", meint Screen-Digest-Analystin Helen Davis Jayalath http://www.screendigest.com im pressetext-Interview. Laut der Expertin sei es allerdings denkbar, dass Toshiba den Einsatz der HD-DVD in Nischenbereichen wie Software voran bringen will. "Das PC-Segment ist für Toshiba schon immer ein relevanter Umsatztreiber gewesen. Insofern wird sich zeigen, wie die Industrie darauf reagieren wird", so Jayalath weiter.

Vor dem Hintergrund der Entscheidung des US-amerikanischen Filmstudios Warner Bros. Entertainment http://www.warner.com, ab Juni 2008 ausschließlich auf Blu-ray zu setzten, sahen Brancheninsider den Weg bereits vorgezeichnet. Da nun nur noch Hollywood-Größen wie Paramount und Universal als Unterstützer der HD-DVD übrig bleiben und die offensive Preispolitik Toshibas nicht den erwünschten Effekt zeigte, sei damit zu rechnen gewesen, so Jayalath

. Zwar will Toshiba noch weiter HD-DVD-Geräte verkaufen, die Produktion sowie die teure Entwicklung neuer Geräte soll aber ausgesetzt werden, berichtet der japanische TV-Sender NHK. Ein weiteres Signal sehen Experten darin, dass auch der größte amerikanische Elektronikhändler Best Buy sowie der führende Online-Videoverleih Netflix die HD-DVD fallen lassen wollen.

"Der Vorteil der Blu-ray-Disk gegenüber der HD-DVD liegt vor allem in der verfügbaren Speicherkapazität. Obwohl sich Toshiba bislang noch zurückhält, rechne ich damit, dass man sich binnen der nächsten 24 Stunden äußern wird. Das asiatische Geschäft ist jedoch anders als das europäische oder amerikanische. Insofern halte ich es gegenwärtig noch für fraglich, ob auch Hersteller wie Asus oder LiteOn ebenfalls ihre Produktion von HD-DVD-Geräten einstellen", verdeutlicht Jayalath auf Nachfrage von pressetext. "Es macht keinen Sinn für Toshiba, die Anstrengungen in diesem Geschäftsbereich weiter fortzusetzen", zitiert hingegen das Branchenportal Cnet Koichi Ogawa, Chief Portfolio Manager bei Daiwa SB Investments http://www.daiwasbi.co.jp. Von den Gerüchten um Toshiba profitiert jedoch Singulus Technologies http://www.singulus.de . Die Aktie des deutschen Herstellers von CD- und DVD-Produktionsanlagen, kletterte zu Redaktionsschluss dieser Meldung (11:41 Uhr) um mehr als 6,5 Prozent bis auf 10,48 Euro.

Skype-Konkurrenz für 2G-Netze

"Beentouch": Skype-Konkurrenz auch für 2G-Netze

Software verspricht sinnvolle Video-Übertragung bei geringer Bandbreite

Kommunikativ: Software verspricht Videos auch auf 2G (Foto: beentouch.com)
Kommunikativ: Software verspricht Videos auch auf 2G (Foto: beentouch.com)

Catania (pte003/23.03.2016/06:00) –

Eine aus sizilianischen Studenten und Technikern zusammengesetzte Arbeitsgruppe hat mit Beentouch http://beentouch.com/en eine Art Skype-Konkurrenten entwickelt. Bemerkenswert an der Software
ist dabei, dass sie eine Sprach- und Videoübertragung auch in
leistungsschwachen Netzen ohne Qualitätseinbußen ermöglicht.

"Unser Algorithmus bewirkt eine Datenkompression, die
eine problemlose VoIP-Versendung auch in Netzen mit geringer Bandbreite
wie beispielsweise 2G erlaubt", erklärt Firmenchef Danilo Mirabile. Das
System ist vom Inkubator des italienischen Mobilfunkbetreibers TIM http://tim.it zur Durchführung einer Praxistestreihe zugelassen worden und wird
derzeit zum Patent angemeldet. Die vorerst nur für Android erhältliche
App soll in Kürze auch für iOS-Nutzer zur Verfügung stehen.

Internationale Chancen

"Wir wollten vor allem den Südregionen unseres Landes
helfen", meint der 23-jährige Informatikstudent. Doch das Potenzial ist
viel größer. Der jüngste Geschäftsplan sieht für die kommenden drei
Jahre die Erschließung von zehn Mittelmeer-Anrainerstaaten und
aufstrebenden südamerikanischen Industrieländern vor. Zu diesem Zweck
werden noch Kapitalgeber gesucht, die diese Vorhaben finanziell
unterstützen. Als Ziel gilt, eine Mio. Euro aufzustellen. Dazu wird
bereits mit vier Investmentfonds im In- und Ausland verhandelt.

Ein zusätzlicher Vorteil dieser Technologie ist die
Datensicherheit, da die Übertragung Peer-to-Peer und somit ohne die
Zuhilfenahme eines Servers erfolgt. "Damit wird ein hohes Ausmaß an
Privacy sichergestellt", so Mirabile. Als weitere Chance betrachtet er
den Verkauf der Software an italienische Unternehmen, die
Videokonferenzen und Präsentationen für Auslandskunden veranstalten
wollen.

Kristallstruktur von Halbleitern – Immer wieder überraschend

Eisenreiche Scheibchen im Halbleiter

HZDR-Forscher erzeugen ungewöhnliche Kristallstruktur

Schaut man sich das Gitter von Kristallen
an, herrscht in vielen Fällen eine ausgesprochene Symmetrie: Egal wohin
man blickt – die Atome sind in jede Richtung gleich angeordnet. Dieses
Verhalten sollte eigentlich auch ein Kristall zeigen, den Physiker des
Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR), der Universität Warschau
und der Polnischen Akademie der Wissenschaften mit einem speziellen
Verfahren hergestellt hatten: eine Verbindung aus dem Halbleiter
Indiumarsenid, gespickt mit etwas Eisen. Doch das Material hielt sich
nicht an die perfekte Symmetrie. Das Eisen bildete im Kristall
zweidimensionale, scheibenförmige Strukturen aus, die dem Material eine
prägnante Eigenschaft verliehen: Es wurde magnetisch. Langfristig könnte
das Ergebnis für das Verständnis von Supraleitern wichtig sein.

„Wir haben in unserem Ionenstrahlzentrum schnelle
Eisen-Ionen auf einen Kristall aus Indiumarsenid geschossen, einem
Halbleiter aus Indium und Arsen“, erläutert Dr. Shengqiang Zhou,
Physiker am HZDR-Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung.
„Dabei drang das Eisen etwa 100 Nanometer tief in die Kristalloberfläche
ein.“ Die Eisen-Ionen blieben dabei in der Minderheit – sie machten nur
wenige Prozent in der dünnen Oberflächenschicht aus. Mit einem Laser
feuerten die Forscher anschließend Lichtpulse auf den Kristall. Da die
Blitze ultrakurz waren, schmolz nur die Oberfläche auf. „Für viel
weniger als eine Mikrosekunde waren die obersten 100 Nanometer eine
heiße Suppe, wogegen der Kristall darunter kalt und schön geordnet
blieb“, beschreibt Zhou das Resultat.

Bereits einen Wimpernschlag nach dem Laserbeschuss
kühlte die Kristalloberfläche wieder ab. Dabei geschah das
Ungewöhnliche: Zwar nahm die Oberfläche grundsätzlich wieder die
Gitterstruktur von Indiumarsenid ein. Aber die Abkühlung verlief derart
rasant, dass den Eisenatomen nicht genügend Zeit blieb, um reguläre
Gitterplätze im Kristall zu finden und zu besetzen. Stattdessen taten
sich die Metall-Atome mit ihresgleichen zusammen und bildeten
bemerkenswerte Strukturen – zweidimensionale, parallel angeordnete
Scheibchen.

„Dass sich die Eisenatome in dieser Weise
angeordnet haben, war eine Überraschung“, sagt Shengqiang Zhou. „Wir
konnten somit erstmals weltweit solch eine lamellenartige Struktur
erzeugen.“ Als die Experten das neugeschaffene Material näher
untersuchten, stellten sie fest, dass es durch den Einfluss des Eisens
magnetisch geworden war. Außerdem gelang es den Forschern aus Polen und
Deutschland, den Prozess theoretisch zu erfassen und per Computer zu
simulieren. „Die Eisen-Atome ordneten sich deshalb zu einer
Scheibchenstruktur, weil dies der energetisch günstigste Zustand war,
den sie in der Kürze der Zeit einnehmen konnten“, fasst Prof. Tomasz
Dietl vom internationalen Forschungszentrum MagTop der Polnischen
Akademie der Wissenschaften das Resultat der Berechnungen zusammen.

Relevant könnte das Ergebnis zum Beispiel für das
Verständnis von Supraleitern sein – einer Stoffklasse, die elektrischen
Strom völlig verlustfrei leiten kann. „Lamellenartige Strukturen finden
sich auch in vielen supraleitenden Materialien“, erläutert Zhou. „Unsere
Materialverbindung könnte somit als Modellsystem dienen und dabei
helfen, das Verhalten von Supraleitern besser zu verstehen.“ Dadurch
lassen sich dann vielleicht auch deren Eigenschaften optimieren: Damit
Supraleiter funktionieren, muss man sie heute auf vergleichsweise tiefe
Temperaturen von beispielsweise minus 200 Grad Celsius kühlen. Das Ziel
vieler Fachleute ist, diese Temperaturen schrittweise zu erhöhen – bis
hin zu einem Traummaterial, das bereits bei gewöhnlichen
Umgebungstemperaturen seinen elektrischen Widerstand verliert.

Spitzel-App für Möchtegern-NSA-Agenten

"mSpy": Spitzel-App für Möchtegern-NSA-Agenten
Problemlose Überwachung von Anrufen, Nachrichten sowie Standorten
 
Kontrollkonsole: zeigt immer den Standort des Smartphones (Foto: mspy.com)

London (pte020/05.12.2013/11:30) – Die Spionage-App "mSpy" http://mspy.com macht es möglich, die Handys des Partners, der Kinder oder der Angestellten abzuhören, SMS-Nachrichten mitzulesen und Aufenthaltsorte zu bestimmen. Einmal auf dem Smartphone installiert, ist die Software laut Hersteller für die überwachte Person nicht feststellbar. Über einen Online-Account können Hobbyspione die "Zielgeräte", wie sie bei der App heißen, überwachen. "Ein sehr großer Teil unserer Kunden benutzt mSpy, um einen untreuen Ehepartner zu entlarven", so Tatiana Ameri von mSpy.

Potpourri an Möglichkeiten

Neben Anruf-, SMS- und GPS-Standort-Überwachung ermöglicht die App auch das Ansehen der Browser-Historie und der Liste der installierten Anwendungen, das Downloaden der Videos und Fotos vom Smartphone, sowie das Öffnen von Kalender, Notizen und Aufgaben. Möchtegern-NSA-Agenten können sogar von der Online-Kontrollkonsole aus das Zielgerät als Wanze für den großen Lauschangriff einsetzen, eingehende Anrufe von spezifizierten Nummern blockieren, bestimmte Webseiten sperren, das ganze Handy sperren oder alle Inhalte löschen.

Grundsätzlich lassen sich auch Skype-, Facebook-, Whatsapp- und Gmail-Nachrichten mitlesen, allerdings muss dafür die App mit sogenannten Root- oder Administrator-Rechten installiert werden, was nur fortgeschrittene User schaffen werden. MSpy gibt es für Android, iPhone und Symbian OS, laut Homepage werden iOS 7, neuere Versionen von iOS 6, Windows Phone OS und Blackberry 10 OS zurzeit aber nicht unterstützt. Das iPhone muss außerdem entsperrt sein (Jailbreak).

Überwachung von überall

Die Abopreise für den Service beginnen bei 40 Dollar monatlich für Privatnutzer und 500 Dollar pro Halbjahr für Geschäftskunden. Der Zugriff auf die Online-Konsole kann von überall aus per Internet erfolgen, man muss sich nur einloggen. Die Synchronisation der Überwachungsdaten kann automatisch alle 30 Minuten oder manuell erfolgen. Die Konsole zeigt Übersichten mit erfassten Inhalten an. Auf einer Karte ist der Standort des Smartphones genau zu sehen.

Laut der Londoner Homepage dient mSpy vor allem zur Überwachung von Kindern oder Arbeitnehmern. Jedoch wird darauf hingewiesen, dass derjenige, der spioniert, das überwachte Handy selbst besitzen muss oder die Zielperson einverstanden ist. Auch Ameri sagt: "Wir bitten unsere User sicherzustellen, dass sie die Zustimmung ihrer überwachten Ehepartner haben." Allerdings ist fraglich, ob eine Überwachung dann noch Sinn hätte. Die Werbung damit, dass die App "hundertprozentig" unsichtbar sei, wäre auch überflüssig.

„Operation Emmental“ hebelt mobile TANs aus

"Operation Emmental" hebelt mobile TANs aus

Manipulation des PCs für Durschnitts-User schwerlich erkennbar

Verschlüsselung: schützt nicht vor Online-Klau (Foto: Antje Delater, pixelio.de)
Verschlüsselung: schützt nicht vor Online-Klau (Foto: Antje Delater, pixelio.de)

Hallbergmoos (pte016/22.07.2014/13:59) –

Mobile Transaktionsnummern (mTANs) für das Online-Banking sind nicht so
sicher, wie Finanzinstitute gern behaupten. Das zeigt ein komplexer
Angriff, den der Sicherheitsspezialist Trend Micro http://trendmicro.de entdeckt hat. Die "Operation Emmental" manipuliert den PC von Usern und
ist dort kaum nachweisbar, dann jubelt sie Opfern auch noch eine
schädliche App unter. Die Cybercrime-Kampagne hat Nutzer von insgesamt
34 Bank-Webseiten ins Visier genommen, darunter 16 schweizerische sowie
sechs österreichische. Bei manchen davon werden noch nicht einmal mTANs,
sondern gar nur per SMS verschickte Einmalpasswörter ausgehebelt.

"Uns hat erstaunt, dass es gerade in der Schweiz Banken
gibt, die so einfache Verfahren nutzen", meint Rainer Link, Senior
Threat Researcher bei Trend Micro, im Gespräch mit pressetext. Freilich
macht es für die Operation Emmental keinen wirklichen Unterschied. Denn
ist der Angriff erfolgreich, könnten die Hintermänner praktisch nach
belieben SMS abfangen – beispielsweise auch, wenn für jede Überweisung
eine eigene mTAN nötig ist. Wichtig ist nur, Nutzer dazu zu bekommen,
erst auf ihrem PC und dann auf dem Android-Smartphone die nötige Malware
laufen zu lassen. Auf dem Computer ist die Manipulation danach kaum
nachzuweisen.

Täuschend echte Phishing-Server

Der Angriff beginnt klassisch mit einer E-Mail, die
vielfach von einem bekannten Online-Händler zu stammen scheint. Sie
fordert den Nutzer auf, einen Anhang zu öffnen und eine Datei
auszuführen. Geschieht das, folgt der Download eines angeblichen
Windows-Update-Tools. Stimmt der User dem zu, manipuliert die Malware
die DNS-Einstellungen seines Systems. Dadurch können die Angreifer
bestimmen, wie der Rechner Web-Adressen auflöst. Zudem installiert der
Schädling ein SSL-Zertifikat, dank dem sich ein Server der Kriminellen
unbemerkt als der einer Bank ausgeben kann. Die eigentliche Malware
löscht sich dann, denn ihre Arbeit ist getan. Dadurch ist eine Infektion
allenfalls durch die verbleibenden Manipulationen und somit schwer
erkennbar.

Die zweite Phase des Angriffs beginnt, wenn der Nutzer
versucht, beispielsweise durch direkte Eingabe der URL eine der
betroffenen Bank-Webseiten zu erreichen. Durch die Manipulationen an
seinem PC landet er auf einem Phishing-Server, den er von der echten,
auch SSL-verschlüsselten Bank-Webseite nicht unterscheiden kann.
Versucht der Nutzer sich einzuloggen, kennen die Angreifer seine
Zugangsdaten. Zudem wird er angeblich aus Sicherheitsgründen zum
Download einer Android-App angehalten. IT-Profis mögen da stutzig
werden, doch auf sie zielt der Angriff nicht unbedingt ab. "Ein
Durchschnitts-User denkt, er sei bei seiner Hausbank, und glaubt daher
leicht, das ist wirklich ein neues Sicherheitsfeature", meint Link. Lädt
er die App, haben die Cyberkriminellen gewonnen.

Volle mTAN-Kontrolle

Die App gaukelt dem User zwar weiter vor, durch
Bereitstellen angeblicher Einmalpasswörter, die auf der Phishing-Seite
auch funktionieren, für Sicherheit zu sorgen. Im Hintergrund allerdings
gibt sie den Angreifern die volle Kontrolle über SMS, die die Bank
selbst verschickt. "Diese SMS werden unterdrückt, an Server der
Angreifer weitergeleitet und gelöscht", erklärt Link. Somit kommen die
Kriminellen nach den Zugangsdaten für den Online-Banking-Account auch an
Sitzungstokens oder mTANs. Damit können sie Transaktionen durchführen,
die das Opfer wohl erst auf dem nächsten Kontoauszug bemerkt.

Unerfreulich für Betroffene ist, dass die
Manipulationen am PC ebenso schwer zu erkennen wie zu beheben sind.
Außer der Aufforderung zum Download der schädlichen App beim
Online-Banking gibt es keine für Durchschnitts-User erkennbaren Zeichen.
Eine automatische Reparatur der veränderten DNS-Einstellungen ist nicht
möglich, da dazu die regulären Werte bekannt sein müssten. Auch von
Hand ist die Reparatur schwierig, da selbst Profis oft nicht auf Anhieb
wissen, welche DNS-Server sie standardmäßig nutzen. Die App auf dem
Smartphone wirklich loszuwerden, scheint da deutlich leichter. Denn hier
sollten Antiviren-Lösungen Abhilfe schaffen.

Gold-Modulator revolutioniert Datenübertragung

Gold-Modulator revolutioniert Datenübertragung

Bis zu 70 Gigabit pro Sekunde bei nur wenigen Tausendstel Watt

Mikromodulator unter Elektronenmikroskop (Foto: Haffner et al. Nature Photonics)
Mikromodulator unter Elektronenmikroskop (Foto: Haffner et al. Nature Photonics)

Zürich (pte012/28.07.2015/10:30) –

Forscher der ETH Zürich http://ethz.ch haben einen Mikromodulator aus Gold zur schnellen Übertragung großer
Datenmengen über Glasfaserkabel entwickelt, der hundert Mal kleiner ist
als handelsübliche Modelle und sich daher leicht in elektronische
Schaltkreise integrieren lässt. Die Neuentwicklung ist zudem auch
deutlich billiger und schneller als herkömmliche Modelle und verbraucht
massiv weniger Energie.

Plasmon-Polaritonen im Einsatz

Die Schweizer Forscher haben einen Lichtstrahl, dessen
Stärke elektrisch moduliert werden soll, auf ein sehr kleines Volumen
konzentriert. Nach den Gesetzen der Optik kann ein solches Volumen aber
nicht kleiner sein als die Wellenlänge des Lichts selbst. Für die
Telekommunikation benutzt man heute Laserlicht mit einer Wellenlänge von
eineinhalb Mikrometern, die somit eine Untergrenze für die Dimensionen
des Modulators darstellt.

Um diese Grenze zu unterschreiten, wird das Licht
zunächst in sogenannte Oberflächen-Plasmon-Polaritonen umgewandelt.
Diese Zwitterwesen aus elektromagnetischen Feldern und Elektronen
bewegen sich nahe der Oberfläche eines Metallstreifens fort. Am Ende des
Metallstreifens wird aus ihnen wieder ein Lichtstrahl. Der Vorteil:
Plasmon-Polaritonen lassen sich auf viel kleinerem Raum konzentrieren
als das Licht, aus dem sie entstanden sind.

150 Nanometer dicke Goldschicht

Um die Stärke des Lichts zu steuern und so die zur
Datenübertragung nötigen Pulse zu erzeugen, wurde das Prinzip des
Interferometers genutzt. Im neuen Modulator sind es allerdings nicht
Lichtstrahlen, sondern Plasmon-Polaritonen, die durch einen weniger als
einen Mikrometer breiten Interferometer geschickt werden. Durch Anlegen
einer Spannung kann die Brechzahl und damit die Geschwindigkeit der
Plasmonen in einem Arm des Interferometers verändert und so ihre
Schwingungsweite am Ausgang moduliert werden.

Im nächsten Schritt wurden die Plasmonen wieder in
Licht umgewandelt, das zur Übertragung in eine Glasfaser eingespeist
wird. "Unser Modulator ist unglaublich klein und einfach und zudem ist
er der billigste, der je gebaut wurde", so Juerg Leuthold, Professor für
Photonik und Kommunikation an der ETH Zürich. Tatsächlich besteht er
aus einer nur 150 Nanometer dicken Goldschicht auf Glas und einem
organischen Material, dessen Brechzahl sich beim Anlagen einer
elektrischen Spannung ändert und damit die Plasmonen im Interferometer
moduliert.

Der Modulator schafft eine Datenübertragungsrate von 70
Gigabit pro Sekunde bei nur wenigen Tausendstel Watt. Dies entspricht
einem Hundertstel des Verbauchs handelsüblicher Modelle. So trägt er
auch zum Umweltschutz bei, denn die Energie, die für die
Datenübertragung aufgewendet wird, ist beträchtlich. "Unser Modulator
schafft mehr Kommunikation mit weniger Energie", bringt es der
ETH-Professor auf den Punkt. Derzeit wird die Zuverlässigkeit des
Modulators in Langzeittests überprüft. Weitere Details sind in "Nature
Photonics" nachzulesen.

Bürger schaffen Wissen

Bürger schaffen Wissen

Internet-Plattform zu Citizen Science geht an den Start / Wanka: „Wissenschaft rückt in die Mitte der Gesellschaft“

Längst machen Tausende mit, doch es könnten noch viel mehr werden: Hobbyforscher helfen Wissenschaftlern, weil sie sich für Themen aus der Forschung begeistern – und weil sie an manche Informationen besser und einfacher kommen als Berufswissenschaftler an Universitäten und Instituten. Die Themen für Forschungsprojekte mit Bürgerbeteiligung sind vielfältig: Bürger sichten, sammeln und verschicken verschiedene Mückenarten, beobachten Igel und Wildschweine im Großstadtgebiet oder erkunden und klassifizieren Himmelsobjekte. Bürgerforschung – inzwischen oft Citizen Science genannt – ist im Kommen. Um das Potenzial für Mitmach-Projekte in der Wissenschaft zu steigern, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine zentrale Anlaufstelle im Internet, die jetzt an den Start geht.

„Bürger schaffen Wissen“ (www.buergerschaffenwissen.de) ist die zentrale Informationsplattform für Citizen-Science-Projekte in Deutschland. „Citizen Science ist eine große Chance für die Wissenschaft – und ein Gewinn für die vielen freiwillig Engagierten“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka zum Start der neuen Website. „Bürgerforschung ist eine besonders aktive Form der Beteiligung. Die Menschen bringen sich bei interessanten Forschungsprojekten unmittelbar ein.“

Citizen Science stärkt auch das Gespür für wissenschaftliche Fragestellungen. Bürgerinnen und Bürger sammeln nicht nur Daten, sondern bekommen bei vielen Projekten eine Rückmeldung aus der Wissenschaft. So können sie den Fortgang des Forschungsprojekts weiter verfolgen. „Citizen Science hilft, Wissenschaft noch stärker in die Mitte der Gesellschaft zu rücken“, so Wanka.

Die vom BMBF finanzierte Plattform wird von der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) und dem Museum für Naturkunde in Berlin umgesetzt. Wissenschaftler können ihre Projekte einstellen, über ihre Vorhaben informieren sowie Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen auffordern. Über die Website finden die Forscher auch Kontakt zu Experten, die ihnen beim Start von Citizen Science-Projekten helfen. Hobbyforscher wiederum gelangen mit Hilfe von Suchfunktionen zu Informationen über Forschungsvorhaben, die offen sind für eine Beteiligung von Bürgern. Mitmachen können Menschen jeden Alters – von jedem einzelnen bis hin zur Schulklasse.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.buergerschaffenwissen.de