Göttingen
Mehr als 5000 Besucher hat gestern das Festival "Stadt der jungen Forscher" rund um das Alte Rathaus angezogen. Zwölf Stationen informierten mit teils faszinierenden Experimenten über die Welt der Wissenschaft. In manchen Aktionszelten hielt sich das Interesse jedoch in Grenzen. Und andere nutzten das Festival gar, um für bessere Bildungschancen zu demonstrieren.
Alten Rathaus, und manch einer schaute sich erschrocken um. Dabei war alles ganz harmlos. Auf der einen Seite verlangten etwa 50 Demonstranten lautstark bessere Bildungschancen. Auf der anderen Seite kreischten Kinder und Jugendliche in den Schreikasten vom SchoolLab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Laustärke eines startenden Flugzeugs, also rund 90 Dezibel, erreichten beide Gruppen locker. Beim DLR gab es dafür einen Preis. Die Demonstranten hingegen wurden von einer Handvoll Polizisten umringt.
Ansonsten lief jedoch alles ruhig ab beim Festival "Stadt der jungen Forscher" – beizeiten sogar etwas zu ruhig. Denn manch ein Vertreter der Institutionen, die sich in einem der zwölf Aktionszelte von 10 bis 22.30 Uhr präsentierten, hätte sich etwas mehr Betrieb gewünscht. Und auch auf der großen Bühne neben der Johanniskirche schaffte es lediglich der ehemalige TV-Moderator Jean Pütz mit seiner "Pützmunter-Show", so viele Interessierte anzulocken, dass man sich auch wie auf einem Festival fühlte.
"Pützmunter"
Pütz fand dennoch wärmende Worte für die Veranstaltung, die mit widrigen Wetterbedingungen zu kämpfen hatte. Es sei einfach "faszinierend", wie den jungen Leuten der Spaß an Naturwissenschaften vermittelt werde. Göttingen als erste "Stadt der jungen Forscher" sei daher ein würdiger Ausrichter des Wissenschaftsfestivals.
Viele Angebote begeisterten die Besucher auch durchaus, zum Beispiel das Bauen von Modellfliegern beim DLR. Die Versuche der Chemiker und Physiker der Uni Göttingen, die Infos des Xlab und verschiedene Experimente der hiesigen Max-Planck-Institute wurden gut von den jungen Forschern angenommen.
Martina Fromm vom DLR brachte es auf den Punkt: "Überall dort, wo die Kinder viel selbst ausprobieren können, ist auch etwas los." Und sei es nur, um laut zu schreien.