Heilbronn
Von Werner Tewes
Heilbronn – Mathematik ist dröge? Physik schwere Kost? Chemie etwas für verschrobene Menschen? Keineswegs. Jean Pütz führt einen Feldzug, um bei jungen Menschen das Interesse für Naturwissenschaften neu zu entfachen. Oder besser noch: eine wahre Begeisterung zu wecken. Wie? "Man muss experimentieren. Et muss auch mal knallen", sagt der berühmte Wissenschaftsmoderator im breiten Rheinländer Singsang. Am Sonntag machte der Kölner mit Luxemburger Wurzeln und dem gezwirbelten Schnurrbart Station im Heilbronner Science-Center Experimenta.
Voller Einsatz
"Pützmunter" heißt seine Show, und der Name ist Programm. 73 Jahre hat Pütz inzwischen auf dem Buckel. Sein Alter merkt man ihm aber allenfalls wegen der ergrauten Haare an. Der Mann, der schon in den 70ern in der Sendung "Hobbythek" beim WDR in Alltagsexperimenten zeigte, wie Naturwissenschaften das Leben bereichern können, ist auch an diesem Tag in der Experimenta mit vollem Einsatz bei der Sache. Er lacht, er scherzt, er holt Kinder und Eltern zu sich auf die Bühne. Und es gelingt ihm: Nicht nur die kleinen, auch die großen Zuschauer kleben von Beginn der Show an an seinen Lippen.
Pütz ist gut vorbereitet: Allerhand Apparaturen sind auf der Bühne aufgebaut. Kommen sie in seine Hände, wird Wissenschaft lebendig. Wie sich Luftdruck auswirkt, zeigt Pütz, indem er einen Schokokuss unter einer Vakuumhaube zum Platzen bringt. Schweineblut versetzt er mit Wasserstoffperoxid. Tada: Das Ganze sieht nun aus wie "ein Himbeereis mit Sahne".
Ob Hannes (9) Jonas (12), Niklas (10), Laurina (8) und Emelie (6) aus Heilbronn, Lukas (5) aus Eppingen oder auch Benedikt(9) und Valentin (6) aus Bad Rappenau, die Meinung der Kinder ist eindeutig: Der Pütz ist "gut", wahlweise auch "super". Das finden übrigens auch so manche Eltern: "Es war super interessant", sagt etwa die Bad Rappenauerin Bettina Wolesak. "Damals im Unterricht ist einem doch vieles unklar geblieben. Heute habe ich dagegen wirklich einiges gelernt."