Klassisches Radio kämpft mit Rivalen aus dem Web

Klassisches Radio kämpft mit Rivalen aus dem Web
Neues Nutzungsverhalten: Mobile Endgeräte werden künftige Empfänger
 
Altes Empfangsgerät: wird durch neue Technik selten (Foto: pixelio.de/Schöning)

Hamburg (pte007/15.10.2013/09:58) – Das Radio sieht sich in Zeiten des Internets vor Herausforderungen. Um dem Nutzungsverhalten der Hörer Rechnung zu tragen, planen große Sender wie die BBC, künftig Shows aus dem Radioangebot im Web früher zu senden als über das Radio. Laut BBC-Generaldirektor Tony Hall hören immer mehr Menschen Radio über das Internet. Problematisch sei beim ausschließlich digitalen Empfang allerdings, dass die Generation 50 plus Schwierigkeiten mit der modernen Technik habe.

Mobile Nutzer auf dem Vormarsch

Die jüngere Generation ist hingegen kaum noch an ein klassisches Radiogerät gewöhnt. "Radios wirken archaisch auf die Jugend, sie sehen für sie schlicht langweilig aus", sagt Radio- und Zukunftsforscher James Cridland. Daher sollten Radios mit interessanteren Designs auf den Markt kommen.

Zwar kann Radio auch über mobile Endgeräte wie Handys und Smartphones abgerufen werden, in Großbritannien empfangen aber nur ein Prozent der Radiohörer die Sender über mobile Apps – viele mobile Endgeräte sind nicht dazu gebaut, Radiofrequenzen zu empfangen. Immerhin benutzen elf Prozent der britischen Radionutzer das Internet als Empfänger, Tendenz steigend.

Online-Verbreitungsweg im Kommen

Cridland weist darauf hin, dass in Indien, wo fast alle Handys mit einem FM-Tuner ausgestattet sind, 94 Prozent der Radiohörer über Handy oder Smartphone Radio hören. "Die Menschen werden auch in Europa künftig mehr Radio über das Smartphone hören", sagt Ruben Jonas Schnell, Gründer und Geschäftsführer von ByteFM http://byte.fm , gegenüber pressetext.

ByteFM ist ein Webradio, läuft also über das Internet, nur in Hamburg und Berlin ist das Programm auch über UKW zu empfangen. Seit fünf Jahren läuft der Sender, etwa 850.000 Menschen klicken sich monatlich in das Programm ein, 20 Prozent sind jünger als 25. Ein Ende vom Radio sieht Schnell nicht: "Radio hat Zukunft, der Verbreitungsweg wird aber online sein", sagt er. Schließlich strahlen die UKW-Sender ihre Programme auch im Internet aus.